Mai 11

Bloggen – mein Setup

Isabella Donnerhall, @patschbella, hat damit angefangen – und vor ein paar Tagen beantwortete Kiki Thaerigen alias @e13Kiki den Fragenkatalog zum Blogger-Setup. Die drittletzte Frage ist “Wer sollte diese Fragen auch beantworten?”, und an dieser Stelle komme ich ins Spiel :) . Da bin ich gerne dabei. Ich liebe Fragenkataloge, schon als Kind verschlang ich das F.A.Z. Magazin – ohgott, das klingt jetzt so intellektuell, stimmt aber – und wartete wöchentlich auf “den Fragebogen, den Marcel Proust in seinem Leben gleich zweimal ausfüllte”.

  • Bloggerinnen-Typ: Newcomer, Spätberufene, Alleinerziehende-Mama-Networkerin
  • Gerätschaften digital: Dell Laptop, Nokia Tastentelefon, Funkmaus und Gelpad, Kamera Panasonic DMD-FS16. Kein Smartphone. Ich kann damit nicht, brauche klappernde Tastaturen zum Schreiben. Hatte ein I-Phone, als die ganz neu waren, und hab’s wieder weggegeben.
  • Gerätschaften analog: regenbogenfarbener Notizblock, Kugelschreiber
  • Arbeitsweise: impulsiv

blog-setup-arbeitsplatz

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Ich schreibe ausschließlich direkt in WordPress mit meinem Laptop, verwalte meine Bookmarks in Firefox und merke mir gute Links durch Favs auf twitter. Beim Bloggen recherchiere ich nicht – das ist für mich der Kontrapunkt zum Journalismus, den ich gelernt habe, und ganz weit weg vom universitären Wissenschaftsbetrieb, aus dem ich ursprünglich komme.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Gar nicht. Wenn ich eine Idee habe, setze ich sie entweder sofort um (das geht, weil ich freiberuflich arbeite und unterbeschäftigt bin) oder falls der Rechner nicht an ist, schreibe ich mir einen Arbeitstitel auf einen kleinen Notizttettel, wie ich ihn zum Schreiben von Einkaufslisten in der Küche habe.

blog-setup-kuche

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?

Da muss ich passen. Zeitmanagement war noch nie mein Problem, ich bin eine dieser ekelhaft gut organisierten Frauen, die stets 3 Minuten vor der Verabredung oder 2 Tage vor der Deadline parat sind.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?

Nope. Höchstens einen Zettel von meinem bunten Notizblockstapel, den ich per Magnet an meine Dunstabzugshaupe pinne.

waschmaschine mit geldGibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?

Ganz klar meine Waschmaschine und der Geschirrspüler. Mit drei kleinen Kindern ist das unabdingbar.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Sprachen lernen (habe 10 Fremdsprachen gelernt), sowohl Fremdsprachen als auch Deutsch innerhalb soziologischer Schichten und lokale Varianten. Ich bin enorm anpassungsfähig, ich kann sehr schnell lesen und denke sehr weit vor. Letzteres kann auch ein Nachteil sein.

Ich verfüge auch über die wundersame Gabe, nahezu immer und überall einschlafen zu können, wenn ich das möchte.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Herrliche Stille. Musik mag ich nur in der Disco (in Berlin war ich sogar DJ in einer subversiven Location, Anno 1997!), und da gehe ich schon lange nicht mehr hin.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?

Eigentlich egal, Hauptsache 9-10 Stunden am Stück, am liebsten jedoch mit gut 5 Stunden Dunkelheit, und bitte nicht unter 8 Stunden. Als Studentin ging ich nie vor 2 Uhr nachts ins Bett und erhob mich nicht vor 10:30 morgens, mit Kindern hat sich der Schlafrhythmus komplett verändert, sodass ich nun meist schon um 21:30 das Bett aufsuche, um auf meinen Schlaf zu kommen.

Wanderung-1975Eher introvertiert oder extrovertiert?

Extrovertiert – und es war ein langer Weg dorthin.

Als Teenager und Twen war ich sehr, sehr schüchtern. Es erfüllte mich mit Panik, mit (nicht vor!)  fremden Menschen zu sprechen, ich hatte Herzklopfen vor einfachen Telefonaten, und wäre am liebsten unsichtbar gewesen.

In der Schule war ich das Mädchen, dessen Namen die Lehrer am Ende des Schuljahres nicht kannten, wenn es um die Vergabe der mündlichen Noten ging.

Heute gehe ich gerne und mit Leichtigkeit auf Menschen zu und schlage dann gelegentlich auch über die Stränge. Hyperkorrektur eben.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Maike Büttner, Cloudette und Jochen Reinhardt. (Spontan und komplett aus dem Bauch heraus).

Der beste Rat den du je bekommen hast?

Versuchen Sie, nicht alles auf sich selbst zu beziehen (Therapeutin Berlin, 1996)

Noch irgendwas wichtiges?

Das Leben ist zu kurz, um den Anschein zu wahren.

Mai 05

Werbung zum Muttertag und Vatertag – ein Trauerspiel

Ich habe nix gegen Kaufland, und der Prospekt, den ich eben aus dem Briefkasten fischte, ist nur ein Aufhänger, denn was die Werbung für den anstehenden Muttertag und Vatertag angeht, sind alle Firmen gleich. Da es aber so schön drastisch zeigt, wie weit wir noch von Gleichberechtigung, Augenhöhe und einem Leben mit möglichst wenig Sexismus entfernt sind, rege ich mich auf. Tatsächlich, obwohl ich mich schon daran gewöhnt haben sollte – tue ich aber nicht.

Geschenkvorschläge für den Vatertag

vatertag-prospekt

Vater bekommt Schnaps, Bier, Playboy Eau de Toilette (für den Draufgänger) oder das Hattric Classic Geschenkset (für den gediegenen Papa), oder auch Grillkohle und einen Grill. “Donnerstag feiert Papa Feste…” (ein Euphemismus für “Papa geht sich mit seinen Kumpels besaufen”). Papas Geschenke sind mit braun hinterlegt und einem Bild von Schuhen (wandern? Um die Häuser ziehen?) garniert.

Geschenkvorschläge für den Muttertag

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Mama freut sich über Pralinen, Blumen, Sekt, Klosterfrau Melissengeist (79% Alkohol!), Doppelherz Energietonikum oder Eau de Parfum. “Am Sonntag gibt’s für Mama nur das Beste!” ist diese rosa Doppelseite übertitelt, und mir wird schlecht. Mamas Geschenke illlustriert ein Foto, auf dem eine Frau ein Baby küsst.

Ich bin übrigens für eine Abschaffung des Muttertags. Lasst uns stattdessen einen Tag der Gleichberechtigung begehen. Gibt’s den schon?

Mai 02

Morgendrama: Geschrei und Geklammere beim Abschied in der Kita

Ich könnte heulen, jeden Morgen, wenn das passiert. Die Jüngste (4) hat den Kindergarten betreten, ihre Hausschuhe angezogen, und geht in den Spielraum, in dem sich Erzieher und ihre Freunde befinden. Dann ist es auf einmal, als würde ein Schalter umgelegt, und aus dem fröhlichen Kind, das frohgemut das Haus verließ, sich mit mir im Auto auf den Weg in den Kindergarten machte, und aus dem Auto stieg, wird ein kleiner Klammeraffe.

Seit 3 Jahren schon geht meine Jüngste in exakt dieses Haus, anfangs in die Krippe, und seit einem Jahr und 3 Monaten in den Kindergarten. Und auch in der Krippe zeigte sie Klammerverhalten – normal, dachte ich, denn ich befand mich in der schwierigen Trennungphase, der Vater der Kinder war gerade ausgezogen, und ich hatte Au-Pairs als Kinderbetreuung, um das Haus für 12-Stunden-Arbeitstage in der Schweiz zu verlassen.

© VRD - Fotolia.com

© VRD – Fotolia.com

Aber dass diese Klammerei sich so zieht, und nahezu mein täglich Brot geworden ist, versaut mir wochentags den Start in den Tag. Meinem Kind, das weiß ich, geht es gut in dieser Kita. Sie hat viele Freunde, die uns auch zuhause besuchen, und wenn ich sie nachmittags abhole, treffe ich ein glückliches, ins Spiel vertieftes Kind an. Das Geheule beim Abschied morgens hört sofort auf, wenn ich mit dem Auto außer Sichtweite bin (die Kinder stehen am Fenster und winken), sagen mir die Erzieher, und ich glaube das.

Nur frage ich mich mittlerweile, ob es noch normal ist, dass mein Kind das Klammern nahezu zelebriert. Ich mache mir so meine Gedanken über erlerntes Verhalten, und schlechte Muster – dieses morgendliche Geheule scheint sich eher zu festigen als zu bessern. Meine Tochter will mich wortwörtlich nicht loslassen, ich muss mich irgendwann freimachen, und wenn ich den Raum verlasse, sind die Erzieher gezwungen, das Kind festzuhalten, damit es mir nicht hinterherläuft. Keine schöne Szene.

Es war schonmal besser – Bringen ohne Theater

Einen einzigen Monat lang, es war kürzlich erst im Januar, durfte ich ein lächelndes, winkendes Kind im Kindergarten hinterlassen. Ich hatte nichts spezielles getan, um diese wundersame Verhaltensänderung herbeizuführen, es waren einzig Weihnachtsferien gewesen, und wir hatten sehr viel Zeit zuhause verbracht. Dann kam ein Rückschlag, ausgelöst durch einen dummen Zufall: Wir mussten Brot fürs gemeinsame Frühstück in der Kita mitbringen, für Montags um 8 Uhr, und dafür war es unvermeidlich, den großen Bruder nicht zuerst in der Schule abzuliefern, sondern die Kleine in der Kita. Und dieser Sprung aus der Routine führte zu einem Heul-Klammer-Anfall bei der Tochter, der den guten Monat ohne Geschrei zunichte gemacht hat.

Ich denke wehmütig an die Kindergartenzeit meiner ältesten Tochter, die 7 Jahre zurückliegt. Dieses Kind rannte freudestrahlend auf den Kindergarten zu, drehte sich nur halb zu mir um, und rief “Brauchst nicht mir reinkommen, Mama!”, um ohne sich noch einmal umzugucken in der Kita zu verschwinden. Damals war ich ein bisschen traurig. Heute sehe ich diese Turbo-Verabschiedungen, bei denen ich mein Kind quasi nur noch von hinten sah, als Geschenk des Himmels.

Ein Analyseversuch

klebekunstDie Erzieher im Kindergarten praktizieren in Absprache mit den Eltern das Konzept, dass man nicht zu lange mit im Raum in der Kita stehen solle, sondern irgendwann den Abschied angeht, und ich finde das gut – länger als 5 Minuten muss Verabschieden nicht dauern. Manche Kinder werfen sich protestierend auf den Boden, andere heulen, andere klammern, meine Tochter macht alles das.

Ob es damit zusammenhängt, dass sie mittlwerweile versteht, dass ich die einzige Bezugsperson weit und breit bin? Nie werden meine Kinder von jemand anderem als mir abgeholt und gebracht, während andere Omas, Au-Pairs, Tagesmütter, und natürlich Väter haben, die sie holen und bringen. Liegt es daran, dass ich alleinerziehend bin ohne Familie und dass die Kinder den Vater als abwesend erleben? Ich frage mich: klammern Kinder von Alleinerziehenden mehr, beim Abschied in der Kita, und grundsätzlich?

Dass frisch nach der Trennung gerade kleine Kinder dem verbliebenen Elternteil hinterherlaufen, als hinge ihr Leben davon ab, hat mir ein Kinderpsychologe bestätigt, den ich vor 2 Jahren aufgesucht hatte, als ich extrem genervt war, weil mein Sohn nur einschlafen konnte, wenn er mich sah, und drum im Wohnzimmer auf dem Sofa nächtigte. Ist es also das? Und falls ja, kann ich irgendetwas tun außer die Sache auszuhalten!? (Belohnen mit Eis oder Kinderzeitschrift habe ich probiert. Mit dem Kind vernünftig reden auch). Wo ist die Lösung für dieses sehr, sehr belastende Alltagsproblem?

Linktipp innerhalb des Blogs:

Feste Schlafenszeiten? Nicht bei uns.

Nachtrag vom 03.05.2013:

Aufgrund einer Eingebung das Kind mit Kuschelhund als Übergangsobjekt in die Kita gebracht. Zwar der Kuschelhund des Bruders (vielleicht ist das aber auch wichtig, dann ist der Bruder quasi dabei und das Objekt überhöht), aber es hat geholfen – die Jüngste und der Hund winkten mir gemeinsam. Fröhlich. Was für ein unglaublich gutes Gefühl. Hoffentlich klappt das nochmal. Und nochmal. Und festigt sich dann als Verhalten. Drückt mir die Daumen!

08.05.2013: Ein Wunder! Sie winkt weiterhin, ganz ohne Geschrei!

Apr 28

Alles ist möglich: unser Schneebesen im Nido Magazin

So wirklich amüsiert war ich nicht. Die Jüngste (4) hatte ihren Schneebesen aus der Puppenküche mit in die Badewanne genommen, “um das Wasser umzurühren”. Sie sang und planschte eine Weile. Als sie aus der Wanne gestiegen war und sich abgetrocknet hatte, erhielt ich den Schneebesen zurück – er hatte sich sehr verändert.

schneebesen-nido-print

Nido Magazin Mai 2013

Ich habe tief ausgeatmet, dann den Schneebesen auf mein Induktionskochfeld gelegt, fotografiert und auf twitter gepostet, und Patricia Cammarata warf ein, dass das etwas für die Rubrik “Sachen, die mein Kiind kaputt gemacht hat” von Nido sein könnte. Woraufhin ich das Bild erneut mit einer @Mention an Nido getwittert habe, die das favten (das ist wie ein “Like” auf Facebook) und einige Tage später kam eine Mail aus der Redaktion von Nido Print, ob ich das Bild in Originalgröße mailen könne und mit der Veröffentlichung einverstanden sei.

nido-kaputt

Na klar doch. Dann war’s wenigstens für etwas gut! Ob es allerdings so gut war, dass ich gestern der Jüngsten das Bild in dem Belegexemplar gezeigt habe, wird sich noch herausstellen.

Im dümmsten Fall habe ich eine frühkindliche Prägung auf negative Aufmerksamkeit, die in Print-Veröffentlichungen resultiert, erzeugt. Ich hoffe nicht.

P.S.: Beim Fotografieren des Bildes rechts bekam ich “Aber nicht in die Zeitung machen, Mama!” zu hören. :) Damit wäre das ja geklärt.

Apr 21

Das Waschmaschinen-Orakel

waschmaschine mit geldDu willst wissen, was die Zukunft bringt? Dazu brauchst du keine Horoskope, kein Kaffeesatz-Lesen, keine Handleserin und keine Kristallkugel. Ein Blick in die frisch gewaschene Wäsche genügt. 100% akkurat, kostenlos, und unfehlbar – das Waschmaschinen-Orakel!

So geht’s: Einfach wie immer die Waschmaschine anstellen, ohne vorher die Taschen der Schmutzwäsche auf Rückstände (also Dinge, die nicht in die Wäsche gehören) zu durchsuchen. Für Mütter ein Leichtes. Singles und Väter müssen sich dazu eventuell etwas überwinden; aber nur Mut, es muss sein und es lohnt sich!

Nach dem Waschen sorgfältig (auch in der Waschmaschinen-Türdichtung!) nach Funden auf Schatzsuche gehen. Und auswerten:

Rotgeld, Steinchen, Lolli-Stiele

Du bist klamm. Behalte deine Finanzen weiterhin eisern im Blick und vermeide überflüssige Ausgaben. Eis kann man auch in 2-Liter-Packungen kaufen, anstatt die teuren Kugeln aus der Eisdiele zu erstehen. Und die nächste Mietnebenkosten-Nachforderung kommt bestimmt – wenn die klebrigen Kinder ständig baden, ist das kein Wunder. Liebe und Flirten kannst du erstmal vergessen. Nicht unbedingt des Geldes wegen, sondern weil du rund um die Uhr beschäftigt bist.

10, 20, und 50 Cent-Münzen

Glückwunsch – deine finanzielle Lage bessert sich. Wenn du nicht deine Kinder anhauen musst, um Kleingeld für den Bäcker zu schnorren oder fürs Mittagessen des Kinds auf der weiterführenden Schule, dann ist offenbar nicht mehr Ebbe in der Kasse. Wenn du jetzt nicht übertreibst, sind vielleicht bald wieder Schuhe von Elefanten anstatt von Aldi oder Reno für deine Kinder drin. Du kannst vorsichtige Flirtversuche mit Handwerkern, Bauarbeitern und Kunden im Edeka starten.

Taschentücherreste, Spickzettelreste, Eurostücke

Es sieht gut aus. Wo keine Steinchen und Lolli-Stiele in der Wäsche liegen, und sogar Eurostücke übrig sind, da herrscht kein Mangel. Taschentücherrreste deuten darauf hin, dass die Träger der Wäsche den Rotz nicht in ihrem Ärmeln abgewischt haben und also schon aus dem Gröbsten raus sind, und Spickzettelreste zeigen Interesse an guten Noten. Bald fängt dein Leben wieder an. Harre noch kurz aus – etwa 4-8 Jahre. Informiere dich über die AGBs von Partnervermittlungsportalen oder ziehe in Erwägung, mit der forschen und lebensfrohen Nachbarin in den Biergarten zu gehen.

Gar nix gefunden

Bist du Single!? Nix wie raus ins Leben, das kann doch so nicht bleiben! Oder hast du etwa Kinder und trotzdem nichts in der Wäsche gefunden? Das ist sehr, sehr ungewöhnlich. Mache ein Kreuz in den Kalender und zünde ob dieses bemerkenswerten Ereignisses eine Wunderkerze an. Du darfst dir etwas wünschen.

Hausschlüssel, Fahrradschlüssel

Teenies im Haus? Das ist immer turbulent und abwechslungsreich. Dir wird in nächster Zeit nicht langweilig werden.

Richte dich darauf ein, die Bandbreite des W-Lans auf absehbare Zeit mit einem jungen Menschen zu teilen, der behauptet, skype und youtube müssten unbedingt gleichzeitig laufen. Auf Facebook muss ein Teenager sowieso immer online sein. Du wirst diplomatisch, aber durchsetzungsstark argumentieren müssen, um weiterhin Zugang zum Internet zu haben. Deine Kleiderauswahl wird ab jetzt kommentiert, und dein Teenie hat genaue Vorstellungen darüber, was du zum Elternabend tragen kannst, und was gar nicht geht.

Lego, Playmobil, Haarspangen

Du wirst demnächst Bekanntschaft mit Star Wars, Ninjago Lego und Filly Pferden machen. Eventuell treten auch Kampfdruiden, Laserschwerter und Klone in dein Leben. Bitte bleib gelassen, das ist nur eine Phase. Deine Kinder werden sich bei liebevoller Begleitung nichtdestotrotz zu warmherzigen und vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln.

Falls die Po-Abputz-Phase noch nicht vorbei ist, wirst du in Bälde mit den Worten “Mama, geh raus!” aus dem WC entlassen und darfst auf etwa 5.000 vollzogene Po-Abwisch-Handlungen pro Kind zurückschauen. Du wirst vielleicht sogar eine Mahlzeit aufessen dürfen, ohne vom aus Richtung WC schallenden Ruf “Mama, ich bin fertig!” unterbrochen zu werden. Eine tolle Zeit liegt vor dir.

Bleigießen

Bleigießen

Schlüssel für ausländisches Schließfach, Geldscheine, Kondome

Du hast die Wäsche des Nachbarn erwischt. Oder war dein Ex heimlich in der Wohnung? Es empfiehlt sich, beim Anwalt nachzufragen, ob es neue “Schreiben von der Gegenseite” gibt. Falls nein, Wäsche kurz durchschauen und ggfs. entsorgen bzw. dem Nachbarn zurückgeben.

Linktipp innerhalb des Blogs (auch lustig)

Der Schneezwerg: Pflege, Haltung, Zubehör

Apr 17

Selbstbild und Fremdwahrnehmung – Stoff für Diskrepanzen

Mama arbeitet April 2013

Mama arbeitet April 2013

Ich bin zufrieden mit meinem Aussehen, mit mir im Reinen, wie es eben die Frischebrise auf ihrem Blog beschrieben hat – Narben inklusive (Notkaiserschnitt, verletzter Nerv am Fuß), Lachfalten, Besenreiser an den Beinen (schon seitdem ich 20 bin), einem trotz schmaler Statur nie sportlich flach gewesenem Bauch und meinen dicken, geraden Haaren.

Das war nicht immer so – sonderbarerweise war ich wohl am kritischsten mir selbst und meinem Aussehen gegenüber, als ich eigentlich am schönsten war, so im Alter von 20-25. Ich fand mich dick, ungelenk, hatte Angst, fremde Menschen einfach anzulächeln, war unsicher und sehr verletzlich.

“Zum Glück bleibt man nicht 20″, sagte gestern eine Frau in der Umkleide des Schwimmbads zu mir, und es ist wirklich so: jedes Jahr, das ich älter werde, werde ich sicherer und zufriedener.

Aktuell kursiert ein Videoclip im Netz, den Nido getwittert hat, und der auch Frischebrise inspirierte, sich des Themas Selbstwahrnehmung anzunehmen. Ich habe ihn heute früh gesehen und eine Gänsehaut bekommen. Dieses Experiment hätte ich liebend gerne mitgemacht. Wie würde mein Bild meiner selbst wohl aussehen, wenn der Zeichner es nur nach meinen Angaben gestaltet? Und wie, wenn mich jemand beschreibt, der mich wohlwollend-neutral sieht?

Das andere Extrem: zu positive Selbstwahrnehmung

Und gleichzeitig frage ich mich, wie es sich bei Menschen verhält, deren Psyche sich jenseits des Normalen bewegt, zum Beispiel bei einem Menschen mit narzisstischer Störung. Würde ein Narzisst sich als umwerfend gutaussehend beschreiben, während seine Umgebung ihn als mittelmäßig wahrnimmt? Könnte er überhaupt anerkennen, dass das nach seinen Aussagen gezeichnete Bildnis nicht der Realität entspricht, wenn er beide Bilder nebeneinander sieht, dasjenige, das durch die Beschreibung eines Fremden entstanden ist, und das durch seine eigene Wahrnehmung gemalte?

Vielleicht scheinbar zusammenhanglos, aber für mich direkt neben diesen Gedanken steht die Erinnerung an einen Mann, mit dem ich einst lebte, an dem ich sexuell das Interesse verloren hatte. Er führte das daraufhin zurück, dass ich Schwierigkeiten haben müsse, meinen Körper zu akzeptieren. Das machte mich ganz sprachlos, später wütend. Denn seine Worte waren: “Naja, wenn der Po etwas hängt und der ganze Körper nicht mehr so straff ist, dann ist es ja kein Wunder, dass es dir schwerfällt, dich fallenzulassen.” Sexismus pur, und ein weiterer Grund, das Begehren ganz einzustellen.

Symptomatisch aber für diesen Mann, der nicht im entferntesten daran denken konnte, dass meine Libido etwas mit ihm, konkret seinem Verhalten mir gegenüber, zu tun haben könnte. Und bei genau diesem Mann verwette ich meinen hübschen Arsch drauf, dass er sich viel positiver sieht als der Rest der Welt ihn wahrnimmt. Schon komisch, wie ungleich das Selbstbewusstsein manchmal verteilt ist.

Apr 12

Die Lieblingsbücher meiner Kinder

Hie und da stellten kürzlich einige Blogger die Lieblingsbücher ihrer Kinder vor, z.B. Maximilian Buddenbohm, Katharina von Mamahatjetzkeinezeit und das Nuf, Patricia Cammarata. Das könnte eine Blogparade (= Themenaufruf, zu dem in verschiedenen Blogs aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben wird) sein, es ist aber keine – ich reihe mich also mal ganz anarchisch ein [Achtung, Ironie!] und zeige euch die Lieblingsbücher meiner Kinder.

Nicht erschrecken, weil englische Kinderbücher dabei sind – die enthalten alle sehr wenig Text, und ich lese sie auf Deutsch vor, das könnt Ihr auch. Und alle Bücher sind noch im Internet zu bekommen, obwohl ich sie vor vielen Jahren schon entweder geschenkt bekam oder im Ausland kaufte.

 

Lucy Cousins Noah's Ark

Lucy Cousins: Noah’s Ark

Die englischen Bücher liebe ich aus sentimentalen Gründen – ich habe ein Jahr lang in Canterbury studiert -, und deswegen lese ich sie wahrscheinlich auch am liebsten vor, was meine Kinder bestimmt beeinflusst. Mein Lieblingsbuch desbezüglich ist Noah’s Ark von Lucy Cousins. Es ist so wunderschön bunt, frei von Schwere und ganz ohne missionarischen Eifer (mit der Religion habe ich nix am Hut), hat wie alle Bücher, die ich gerne vorlese, sehr wenig Text, und lässt viel Raum für Fantasie. Pro Seite ist maximal ein Satz zu lesen, und trotzdem können sich die Kinder an dem Buch nicht sattsehen.

 

Stefanie Köhler Vorlesegeschichten von Leon & Lotta

Stefanie Köhler: Vorlesegeschichten von Leon & Lotta

Derzeit lese ich diese Bücher der Jüngsten (4) vor, die beiden älteren Geschwister sind ihnen sozusagen entwachsen, aber als sie jünger waren, lauschten sie den Geschichten genauso andächtig wie jetzt ihre jüngste Schwester. Nur das Buch “Leon & Lotta. Lotta, wo bist du?” mit den Vorlesegeschichten von Stefanie Köhler besaß ich damals noch nicht, das hat mir die Autorin mal geschenkt, als sie mir eine Freude machen wollte (wir kennen uns). Das ist momentan das Lieblingsbuch meiner Jüngsten, und auch ich lese die kurzen Geschichten von Leon und seiner Puppe Lotta sehr gerne vor.

 

Rotraut Susanne Berner Gute Nacht, Karlchen!

Rotraut Susanne Berner; Gute Nacht, Karlchen!

Die Geschichte “Gute Nacht, Karlchen!” von Rotraut Susanne Berner schenkte uns meine Lieblingskusine, als die älteste Tochter 2 wurde – seitdem wollen meine Kinder immer wieder vorgelesen haben, wie Karlchen von seinem Papa mit dem Pantoffelexpress ins Bett gebracht wird über die Stationen Esslingen (Küche), Feuchtlingen (Bad) und Bettlingen (Endstation). Auch hier ist nur ein Satz pro Seite vorzulesen, und die Illustrationen sind herzallerliebst.

 

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Bärbel Haas: Der Tropfen

Nahezu lyirsch ist “Der Tropfen” von Bärbel Haas. Dieses Buch hat mir auch jemand geschenkt, ich glaube, dieselbe Kusine – und auch hier findet sich nur ein Minimum an Text in Kombination mit fantasieanregenden Illustrationen. Der Clou an diesem Buch ist, dass es sich reimt, aber auf dezente Art. Das liest sich dann so “In einer Wolke reist seit gestern… ein Regentropf mit seinen Schwestern…. und Brüdern Richtung Nord-Nordwest… denn dort gibt’s ein Familienfest…” (das war der Text von 4 Seiten!). Weil es so schön den Kreislauf des Wassers erklärt und ein bisschen absurd ist, lieben es meine Kinder.

 

Eric Hill Where's Spot?

Eric Hill: Where’s Spot?

Zum Abschluss noch ein englisches Kinderbuch: “Where’s Spot?” von Eric Hill. Das Klappenbuch ist eigentlich für die ganz Kleinen, mit sehr einfachem Text und Sätzen in der Länge von “Is he under the bed?”, und entzückt alle Kinder, die ich kenne. Denn am Ende findet Spots Mama ihren kleinen Welpen Spot in einem Korb. Bis dahin hat das Kind, dem vorgelesen wird, ganz doll gekichert, weil Krokodile unter dem Bett waren und Affen im Kleiderschrank. Heile Welt pur, mit der sich Kinder gut identifizieren können.

P.S.: Alle Bilder habe ich direkt zu Osiander verlinkt. Amazon führt diese Titel natürlich auch, die Preise differieren.

 

Linktipp innerhalb des Blogs:

Kinderbücher und Trennung

Apr 09

Tweets der Fortnight

playmobil-clownHuch, schon wieder 14 Tage vorbei – genauer gesagt 2 1/2 Wochen. Höchste Zeit, euch ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, oder es zumindest zu versuchen.

Ich freu mich heute, weil wir zu blauem Himmel aufgewacht sind und für das kommende Wochenende 22° C angesagt sind. Es wurde allerhöchste Zeit, wie das Bild ganz unten und der sarkastische Tenor der TL auf twitter zeigt.

Und da mir seit heute playmobil auf twitter folgt, zeige ich euch meinen Clown, den ich als Glücksbringer in der Handtasche mit mir führe. Den habe ich auf dem Flohmarkt gekauft und bin ganz vernarrt in ihn.

Kommt gut in den Frühling, und freut euch des Lebens!

 

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