Eltern sein in Norwegen – aus deutscher Sicht

Eltern sein in Norwegen – aus deutscher Sicht

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In Skandinavien sei alles besser, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft, sagen viele. Oder auch nicht, sagen andere. Drum will Ich euch berichten von den fabelhaften Jahren, in denen ich Einblick in die skandinavische Firmen- und Elternkultur bekam, von September 2007 bis August 2011.

Ich arbeitete für eine norwegische Firma mit Firmensitz in der Schweiz, einen Kinderbuchverlag. In der Stellenausschreibung hatte gestanden „regular trips to Norway must be expected“, und es stellte sich heraus, dass ich pro Jahr 4-5 Wochen in Norwegen verbringen sollte. Das fand ich toll. Hotels, ausschlafen, Kultur erleben, andere Länder, andere Sitten!

Stavanger, Norwegen
Stavanger, Norwegen

Innerhalb der ersten 3 Monate des neuen Jobs war ich bereits 5 Wochen in Norwegen, um eingelernt zu werden. Insgesamt waren es über diese 4 Jahre etwa 20 Wochen, die ich dort arbeitend verbracht habe, und zwar innerhalb eines norwegischen Familienbetriebes (ich habe sogar etwas Norwegisch gelernt nebenbei, obwohl die Firmensprache Englisch war).

Jaha, Familienbetrieb, mögt Ihr sagen, das sei doch etwas ganz anderes als börsennotierte Unternehmen. Aber alle Norweger, die ich dazu befragte, ob das ein Unterschied sei, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffe, guckten ganz verständnislos. Es ist dort, so mein Eindruck, wirklich ganz anders als in Deutschland für berufstätige Eltern. Und jener Familienbetrieb war eine für Norwegen recht große Firma, vergleichbar mit dem hiesigen Ravensburger Verlag.

Es fängt schon damit an, dass es ganz normal ist, dass beide Eltern arbeiten. Und zwar nicht nur einer in Teilzeit und einer voll, sondern beide Vollzeit (keinesfalls mehr als 38 Stunden pro Woche). Und dass in der Elternzeit, die viel besser bezahlt wird als hierzulande, sich beide Eltern für das Baby verantwortlich fühlen. Von der „Ich nehme mal 2 Monate frei, während meine Frau sich um unser Kind kümmert“ Mentalität in Deutschland war in Norwegen so rein gar nix zu spüren. Wenn der Vater seine 12 Wochen der Elternzeit nicht nimmt, verfallen die Ansprüche, das ist ähnlich wie bei uns. Aber ansonsten liegen Welten zwischen den beiden Elternkulturen, fand ich.

© Alexander Erdbeer - Fotolia.com
© Alexander Erdbeer – Fotolia.com

Elterngeld

Die Norweger erhalten 80% ihres Gehalts, wenn sie 56 Wochen (also 13 Monate) in Elternzeit gehen, und wenn sie nur 45 Wochen beim Baby zuhause bleiben, sogar 100 % des Gehalts, sagten mir meine Kollegen. Ohne Deckelung wie hier, so dass auch die leidige Diskussion, ob der/die Besserverdiener/in es sich überhaupt leisten könne, mehrere Monate „zu pausieren“, also einfach weniger Geld nach Hause zu bringen, ganz und gar ausfällt. Alleine das schon finde ich vorbildlich.

Alltag und kranke Kinder

In Norwegen sah ich die Väter ihre Kinder in die Kita bringen und abholen, das war ganz normal. Auch, dass Väter Zahnarzttermine mit dem Nachwuchs, Theateraufführungen mit den Kindern und selbstverständlich auch Krankheitstage mit den Kindern als ihre Aufgabe betrachten, und zwar egal, auf welcher Firmenebene sie hierarchisch angesiedelt waren, schien nur mir bemerkenswert, nicht meinen norwegischen Kolleginnen und Kollegen. Es war für sie gar keine Frage, ob sie sich Zeit dafür nehmen, denn das tun dort alle. Keiner wird schief angeguckt, wenn er/sie wegen einer wichtigen Sache, die das Kind betrifft, später zur Arbeit kommt, früher geht oder von Zuhause aus arbeitet, weil sich die Brut z.B. die Masern eingefangen hat.

Meetings oder später kommen bzw. früher gehen

Auch in Meetings, die sowieso immer so gelegt wurden, dass sie eben nicht in den Randzeiten stattfanden, war es überhaupt kein Grund, die Augenbrauen zu heben, wenn jemand sagte, er müsse nun los zur Kita. Das verstand jeder in der Firma, und mir wurde glaubhaft versichert, dass das nicht nur in dieser Firma so sei, sondern in eigentlich allen Firmen in Norwegen so sei. Ich staunte Bauklötze und überlegte kurzzeitig, auszuwandern.

Kinderbetreuung

Die Eltern in Norwegen können sich sicher sein, dass ihr Baby mit 1 Jahr einen Platz in einer Krippe bekommt. Die kostet wenig Geld und hat lange Öffnungszeiten: Von 7-17 Uhr war der Normalfall bei meinen Kollegen. Klagen über schlechte Personalschlüssel und schlechte Ausstattung habe ich nicht gehört, im Gegenteil wurde mir vorgeschwärmt, die gut es die Kinder in diesen Kinderbetreuungseinrichtungen hätten.

Ich seufzte damals leise, denn für mein Baby, die Jüngste, musste ich teure Au-Pairs und Kinderfrauen beschäftigen. Da die Norweger, jedenfalls in meiner Firma, nur 35 Stunden arbeiteten (ich in der Schweiz hatte hingegen eine 42-Stunden Woche!) und sich die Kinderbetreuung tatsächlich in der Partnerschaft teilen, kommen sie gut damit hin. Auch Schließzeiten und Ferien wurden mir als völlig unproblematisch dargestellt. Wusste doch jeder, dass Mitte Juni bis Mitte Juli das halbe Land lahmliegt, weil alle Ferien machen…

Arbeitsteilung in der Ehe/Partnerschaft

Es wäre sehr praktisch gewesen, sich in einen Norweger zu verlieben, aber leider finde ich diesen Männertypus so unattraktiv. Rein vom partnerschaftlichen her ist so ein Norweger nämlich ein Traum: dass Kinderbetreuung und der Haushalt von beiden Ehepartner zu schmeißen sind, finden sie selbstverständlich.

Ob das im echten Leben immer so hinhaut, habe ich bezweifelt und tatsächlich auch die Rückmeldung bekommen, dass es in diesem Punkt eine Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis gibt. Aber immerhin in der Theorie sind uns die norwegischen Männer voraus. In Deutschland, dem Land der Hausfrauen und Alleinverdienerehe, in dem die Durchschnitts-Frau höchstens Teilzeit arbeitet, um „etwas dazuzuverdienen“, sehen das die wenigsten Männer so.

Altersarmut und Scheidung

Wenn norwegische Frauen sich trennen, haben sie drum auch gar nicht das Problem, in Armut abzurutschen. Ihre Rente ist gesichert, das Land ist reich, und bei der Betreuung der Kinder nach der Trennung wählen nicht wenige das Modell 50%-50%, bei dem die Kinder eine Woche beim Vater und eine Woche bei der Mutter wohnen. Auch meine beiden ehemaligen Arbeitskolleginnen aus Finnland und Schweden praktizieren dieses Wechselmodell und alle sind zufrieden damit. In Deutschland kenne ich niemanden, der das macht. Es wäre vielleicht doch für manche getrennte Familie einen Versuch Wert, denke ich. Was für skandinavische Kinder gut ist, kann doch deutsche Kinder nicht traumatisieren? Aber das ist ein anderes Thema.

Eine Scheidung ist in Norwegen, Schweden und Finnland eine schnelle Sache, die etwa 6 Monate dauert und nicht Jahre wie hier in Deutschland. Teuer ist sie auch nicht, wie mir meine Freundinnen erzählen. Und keine meiner ehemaligen Kolleginnen kann sich so recht vorstellen, dass Frauen in Deutschland alleine aufgrund der Tatsache, dass sie a) Mutter oder b) alleinerziehend sind, keinen Arbeitgeber mehr finden. Das ist in Skandinavien wirklich kein Problem. Skandinavierinnen, Ihr habt es besser!

34 Kommentare

  1. Schön zusammengefasst. Ich erlebe die nordischen Länder gesellschaftlich viel weiter entwickelt als Deutschland. Ich habe einen schwedischen Mann, der die Kinder zur Kita bringt, mit ihnen zum Arzt geht und auch mal zu Hause bleibt, wenn sie krank sind. Wir arbeiten beide in Teilzeit, natürlich mit Gehaltseinbußen, aber beide Vollzeit würde in Sachen Kinderbetreuung nicht funktionieren und einer Vollzeit und der andere nur ein bisschen dazu, kam für keinen von uns in Frage. In meinen Augen ist das größte Problem in Deutschland die patriarchale Gesellschaft. Das war in den Skandinavischen Ländern nicht anders, wurde im Gegensatz zu hier, aber gesetzlich verändert. Von alleine kam da auch nix.

  2. Liebe Christine,
    Danke für den lesenswerten Norwegen-Artikel ! Gut, dass Du nochmal nachgebohrt hast, denn das Nachdenken über dieses Thema lohnt. Warum ist es dort so sehr anders?
    Zunächst mal habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich diese Zusammenhänge mal wieder nur aus einem unabhängigen Blog erfahre und nicht aus dem medialen Mainstream. Schon wieder etwas, was ich eigentlich gar nicht so genau wissen soll ? Damit ich nicht allzu sehr darüber nachdenke und (nicht auszudenken) Veränderungen verlange?

    In den Rundfunkräten sitzen (Vorsicht: Polemik!) einfach viel zu viele Vertreter, die den Unionsparteien nahestehen. Aber, zweiter Punkt und ganz im Ernst: Familienpolitik und Familienverständnis in der deutschen Gesellschaft können eben nur so gut sein, wie das rückständige Bewusstsein der C-Parteien es zulässt. CSU/CSU haben die Politik der deutschen Nachkriegszeit eben nachhaltig geprägt. Bewusstsein für Geschiedene und Alleinerziehende beispielsweise existiert da nicht. Das hat es am besten gar nicht zu geben.
    Die skandinavische politische Landschaft ist anders geprägt, viel stärker sozialdemokratisch und dadurch egalitärer. Außerdem fehlt dort der Einfluss der katholischen Kirche.

    Der nächste Punkt ist der demographische Aufbau der Gesellschaft. Die norwegische Bevölkerung wächst und ist dadurch nicht so überaltert. Da wird natürlich schon mal eher was für die Familien verbessert. Ich schätze, dass ist da eine positive Rückkopplung: Familien werden berücksichtigt und bekommen dadurch stärkeren Einfluss und auch umgekehrt. Unsere Demographie ist anders, wir haben eher eine negative Rückkopplung diesbezüglich, hier herrscht Rentnerdiktatur (hoppla, schon wieder polemisch, das tut mir aber Leid ! ). Die Belange Älterer werden in erster Linie berücksichtigt, dadurch werden Familien nachgeordnet, was sich negativ auf die Geburtenrate auswirkt, was wiederum, mangels Masse, weniger gesellschaftliche Macht nach sich zieht und so weiter.

    Schließlich, Du hattest es selbst angedeutet: Norwegen ist reich, eines der wenigen Länder ohne Staatsverschuldung, im Gegenteil: es gibt einen mehrere hundert Milliarden schweren Staatsfonds der staatliche Überschüsse anlegt. Klar, diese Überschüsse stammen aus den Öl- und Gasgeschäften des Landes. Wo sind eigentlich unsere Überschüsse hin ? Warum hat der Exportweltmeiste so etwas nicht, muss ich da fragen (selbsverständlich polemisch).Wir dagegen haben dafür etwa zwei Billionen öffentliche Schulden (noch viel mehr, wenn man Verbindlichkeiten der Sozialversicherungen und Pensionslasten hinzunimmt). Auch ein ausgeglichener Bundeshaushalt ändert daran nichts (nächste böse Polemik ?).

    Wir können eben, gerade auch was Leistungen für Kinder und Familien angeht, nicht so sehr aus dem Vollen schöpfen. Der größte Posten im Bundeshaushalt ist der Haushalt für Arbeit und Soziales. Der erdrückende Schuldenstand macht sich eben auch da bemerkbar. Jeder, der finanziell klamm ist , egal ob Privatmensch, Unternehmen oder Staat, muss seine grössten Ausgabenposten reduzieren. Da geht es eben um soziale Leistungen. Man mag es ablehnen, aber genau das passiert.

    Die norwegische Familienpolitik ist ziemlich vorbildlich, wir könnten so viel davon nachahmen, aber da müssen wir ein sehr dickes Brett durchbohren. Dieses besteht aus politischer Struktur, Demographie und finanzieller Lage . Medien sind bisher dabei auch nicht besonders hilfreich.

    Liebe Grüße
    Dirk

    • Lieber Dirk,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Gedanken! Ich sehe das genauso wie du – je weniger Kinder wir haben, desto weniger Macht im Staat haben Familien. Ich glaube, ein erweitertes Wahlrecht, bei dem Eltern auch Stimmen haben, die sie für ihre Kinder einsetzen dürfen, wäre gerecht. Denn die Kinder kommen nicht zu Wort und werden übergangen. Wer soll sich für sie einsetzen, wenn nicht ihre Eltern? Ich sehe da, wie du, einen gefährlichen Strudel: Wenn wir irgendwann von Rentnern regiert werden (damit meine ich auch mich, denn ich bin 47), dann haben die nachfolgenden Generationen irgendwann keine Lust mehr, ihren Teil des Generationenvertrages einzuhalten. Das ist sozial brandgefährlich und erfüllt mich mit Sorge. Ich denke, da wird ein Riesenkonflikt auf uns zukommen wegen der steigenden Abgaben und Steuerlasten für die Jungen und der wachsenden Forderungen der Alten. :(

      Viele Grüsse, Christine

    • @Dirk: ich finde es interessant, was du schreibst. Mein Eindruck ist, dass wir zu wenig Politiker haben, die sich für die Belange von Familien einsetzen. Ich glaube nicht, dass sich die potenziellen Wähler hauptsächlich für Rentenpolitik interessieren sondern eher die Abgeordneten selbst. Und dieses Argument, wir haben kein Geld, das man immer wieder hört, verstehe ich nicht. Bei der Größe unseres Haushaltes ist es eine Frage der Prioritätensetzung. Wollen wir Familien fördern oder Autos oder Energieintensive Unternehmen oder Banken? Wer hat die unangenehmste Lobby?

      Schweden hat seine Politik nach dem Krieg auf dem Verständnis aufgebaut, dass man Frauen als Arbeitskraft aufgrund wirtschaftlicher Notwendigkeit benötigt. Deshalb sollten Frauen an die Arbeit und gleichberechtigt bzw -verpflichtet werden.

      @Christine: Schweden hat jedes Jahr 10 Wochen Sommerferien am Stück, in denen aber eine komplette Freizeitbetreuung angeboten wird.

      • @Liebling jetzt nicht:
        Wie kommst Du darauf, das sich in zunehmendem Maße alternde Wähler sich nicht für Rente interessieren. Damit macht man Walkampf und damit gewinnt man Wahlen.

        Klar, man muss versuchen die Prorität der Familie zu erhöhen. Das Problem ist nur: andere Themen müssen deshalb herabgestuft werden. Welche sollen das denn sein ? Z. B. : Klar, die Banken könnten wir fallen lassen, von mir aus ! Ich glaube allerdings nicht, das viele die Folgen akzeptieren. Oder : Autoindustrie und Energiewirtschaft – klar könnte man da was kappen. Aber das hätte Arbeitsplatzverluste zur Folge. Nehmen wir das klaglos hin ?

        Mein Punkt ist und bleibt: der Kuchen wird nicht größer (auch wenn Politiker und Volkswirte uns was anderes erzählen). Ein Ausgabenposten steigt außerdem von selbst an: Schuldendienst. Ich muss jemandes Stück vom Kuchen verkleinern um das eines anderen zu vergrößern. Das ist hart.

        Mein Ansatz ist zusätzlich ein anderer: bessere Verteilung der Finanzmittel für Familien. Unterstützung der wirklich Bedürftigen. Wie häufig bei Sozialleistungen werden damit Mittelschichtler gepflegt und weniger die, die es eigentlich nötig haben.

        Ich mache es auch gerne an mir selber fest: Meine Frau und ich haben gemeinsam ein Jahresbruttoeinkommen, was im sechsstelligen Bereich angesiedelt ist. Warum bekommen wir Kindergeld ? Warum haben wir Erziehungsgeld bekommen ? Warum zahlen wir der Kommune (Düsseldorf !) nichts für den Kindergarten ? Usw. !

  3. Schoen geschrieben, gut zusammengefasst! Ein Grund warum wir in Norwegen leben und das schon seit bald 9 Jahren.

    Ein bisschen ist es gerade in Veraenderung alles, so ist es sehr kommunenabhaengig wie das Angebot an Oeffnungszeiten usw. ist, viele Kommunen gerade auf dem Spartripp u. da wird leider gerne am Kiga/Schulangebot gespart, ob Oeffnungszeiten oder Betreuungsschluessel, bin selbst gerade in der kommunalen Elternvertretung aktiv, da es auch in unserer Gemeinde zu Einsparungen kam.

    Recht auf Kigaplatz hat man mit einem Jahr, aber nur fuer Kinder vor dem 1.9. des Jahres geboren, was hier zu Problemen fuehrt, da hier in der Gemeinde fuer die 1-jaehrigen Kinder ab September geboren keine Plaetze gibt, man aber oft angewiesen ist, das beide Eltern arbeiten, einfach aus Lebenshaltungskosten. In anderen Gegenden sieht das aber ganz anders aus, gerade die duennbesiedelten Gebieten im Norden!

    Sonst kann ich dem nur zu stimmen, es ist ein unheimlich familienfreundliches Land, mit kleinen Verbesserungsmoeglichkeiten! Ja mein Mann geniesst es die Kleinste aufwachsen zu sehen, Zeit fuer sie zu haben, mit zu Entwicklungsgespraechen im Kiga zu koennen,zu den Vorsorgeuntersuchungen usw. , viele Sachen die er bei den Grossen in Deutschland so nicht erleben konnte!

    • Danke Ina, das ehrt mich sehr, dass du direkt aus Norwegen und als Deutsche mir meine Wahrnehmung bestätigst – und auch noch Fakten ergänzt, ich wusste diese Termingeschichte mit dem 1. September z.B. nicht. Wie sieht es eigentlich mit den Schulferien für Grundschulkinder aus? Gibt es da gute Hortbetreuung? Denn wahnsinnig viel Urlaub habt Ihr ja auch in Norwegen nicht. In meiner ehemaligen Firma waren glaube ich 30 Tage normal?

      Viele Grüsse, Christine

  4. Vielen Dank für den Bericht! Hört sich alles ganz toll an, mein Schwager wohnt in Schweden und berichtet Ähnliches.

    Nun jedoch dazu mein ABER: Du schreibst ja, Norwegen ist ein reiches Land, hat jedoch nur 5 Mio Einwohner. Berlin alleine hat schon über 3 Mio. Ich frage mich bei solchen Vergleichen dann immer, inwieweit wäre das System für Deutschland übertragbar. Vergleicht man da nicht Äpfel mit Birnen? Wäre wirklich alles so einfach, wenn die Politik anders denken würde? Vermutlich müssten dann an anderer Stelle Abstriche gemacht werden … Ich kenne mich nicht gut genug aus, bin also eines besseren belehrbar ;-) Das ist nur halt immer mein erster Gedanke, ob man so ein „bevölkerungsarmes“ Land mit Deutschland vergleichen kann … Würde es in Norwegen auch noch alles so funktionieren, wenn dort 80 Mio Menschen wohnen würden?!

    Mein Schwager schärmt immer, dass in Schweden die Straßen so schön leer sind … Ja logisch, bei so wenig Einwohnern! Das ist doch nicht der tollen Politik geschuldet. Wenn wir jetzt alle auswandern, weil es dort so toll ist, dann würde das aber ganz schnell anders aussehen :-))

    Beste Grüße!

  5. Hortbetreung kommt auch wieder ganz auf die Gemeinde an in den Ferien, grundsaetzlich haben alle Kinder ein Recht auf Hort von der 1.-4.Kl., in den Ferien hat meine Stadt keine Betreuung, Trondheim, wo ich arbeite, im Hort hat eine Hortbetreuung die ganzen Ferien, wochenweise werden dann mehrere Horte zusammengeschlossen, also ganz unterschiedlich.

    @Ulrike: Ja natuerlich waere so etwas auch mit mehr Bevoelkerung moeglich, oft hat man durch die wenige Bevoelkerung hier teilweise viel groessere Schwierigkeiten mit der Infrastruktur u. mehr Kosten, denk nur mal an die Schulwege, wir haben eine Zeit 16 km von der naechsten Schule gewohnt, da bestand der Schulweg meiner Kinder aus erst Taxifahrt u. dann Schulbus u. das sind war noch ein relativ kurzer Weg ;-). Und die Einstellung zur Familie hat im Grunde ja wenig mit Kosten zu tun! Es ist kein Wunder, dass es hier im Land einfach mehr Kinder gibt, da es einfacher ist Familie, Kinder u. Karriere unter einen Hut zu bringen.

    LG Ina

  6. Ich habe in meiner Zeit in der IT viel mit norwegischen und schwedischen KollegInnen zu tun gehabt, und immer, wenn wir auf Kinder/Erziehung/Betreuung zu sprechen kamen, wurden die deutschen Verhältnisse belächelnd zur Kenntnis genommen, ungefähr so, wie wir nachsichtig über Menschen lächeln, die ihr ganzes Haus mit Kohle heizen und sich mit kaltem Wasser waschen und erklären, das mache ihnen überhaupt nichts aus, im Gegenteil, das sei die beste Lebensweise.

    Ich bin zwar nicht mit einem Norweger verheiratet, wir haben das mit der Kinderbetreuung und -erziehung bei unseren Dreien aber ähnlich praktiziert: erst beide in Teilzeit, dann beide in Vollzeit. Das einzige Jahr meines Lebens, in dem ich mit einem Kind zu Hause war, war insolvenzbedingt. Wenn ein Kind krank ist, bleiben wir bis heute abwechselnd zu Hause – das irritiert anfänglich vor allem den Arbeitgeber des Mannes, aber wenn man fachlich gut ist und gebraucht wird, wenn man bereit ist, auch mal zu investieren, so entstehen wiederum Spielräume für die Familie (das berühmte „do ut des“).

    Ich glaube, dieser Staat setzt finanziell völlig falsche Anreize – und die Leidtragenden, auch wenn es erst einmal kurzfristig durch Ehegattensplitting und Co. nicht so aussieht – sind langfristig die Frauen, durch absurde Gerichtsurteile bei Scheidungen, die neu geschaffene Möglichkeit für Männer, Zweit- und Drittfamilien zu gründen und ihre Erstkinder bei der Mutter zu lassen, durch miese Renten aufgrund jahrzehntelanger 400-Euro-Jobs und das im Artikel zitierte „Dazuverdienen“.

    Ich bin weit davon entfernt, meine Arbeit auf einen hohen Sockel zu stellen und mit der Inschrift „einziger Lebenssinn“ zu versehen, aber heilfroh, dass es sie gibt, weil sie mich autonom macht – sowohl geistig als auch wirtschaftlich. Danke für den Gedankenstupser.

    • Liebe Frau Kreis,

      das hast du treffend beschrieben – dieser nur einen Hauch mitleidige Gesichtsausdruck, wenn man als Deutsche nachfragt, wie’s bei den Skandinaviern läuft, weil das Gegenüber ja nicht herablassend sein will, aber im Grunde seines Herzens findet, wir leben hinterm Mond. :)

      Dass unser Staat die falschen Anreize setzt, finde ich auch. Leider in vielerlei Hinsicht. Es wird auf Altersarmut für viele Frauen, insbesondere Mütter und noch mehr die Alleinerziehenden hinauslaufen. Dass wir nun schon sehr viele Kinder in Deutschland haben, die in Armut aufwachsen, macht die Sache noch schlimmer. Es wäre schon viel gewonnen, wenn das Ehegattensplitting wegfiele und Menschen mit Kindern real steuerlich entlastet würden.

      Viele Grüsse, Christine

  7. Also, wenn ich nicht besser erzogen worden waere wuerde ich sagen: Bullshit! Entschuldigung, aber ich lebe nun seit 13 Jahren in Norwegen. Wir (mein norwegischer Mann und ich) haben 2 Kinder im Alter von 3 und 6 Jahren. Zum Glueck hatten wir die Moeglichkeit (und die haben hier viele, ziehen es aber vor nach 12 Monaten wieder arbeiten zu gehen…) unsere Kinder nicht mit einem Jahr in den Kindergarten zu geben.

    Wie sieht denn so ein Tag aus fuer ein 12 Monate altes Kind, das meistens noch nicht mal laufen kann und von ca. 07.30-16.30 (im schlimmsten Fall von 07.00-18.00, denn das sind die Oeffnungszeiten einiger Kindergaerten) bei fremden Menschen „abgestellt“ wird?!? Dazu wurden u.a. Untersuchungen in der Schweiz gemacht, die Stresshormone der Kinder im Speichel messen (denn die koennen ja leider noch nicht wirklich mitteilen, was sie denken und fuehlen…), die eindeutig belegen, dass Kinder unter drei Jahren nicht fuer einen ganztaegigen Kindergartenplatz „reif“ sind.

    Wer eine Volltagsbeschaeftigung mit einer 35 Stunden-Woche in Norwegen findet weiss ich nicht. Ich kenne niemanden, der ganztags weniger als (mindestens!) 38 Stunden arbeitet!

    Landesweite Kindergartendeckung ist seit Jahren ein politisches Thema, und gerade in groesseren Staedten immer noch ein „Wunschtraum“!

    Wieso sollten es die skandinavischen Frauen besser haben? Weil sie ihre Kinder morgens um 7:30 bei fremden Leuten abgeben, um es um 16:30 wieder abzuholen, anschliessend zu kochen, essen und das Kind ins Bett zu bringen?!
    Oder weil man ihnen erfolgreich eingeredet hat das man im Leben alles haben muss: eine Familie und eine Kariere?!
    Nein, vielleicht muss man sich im Leben entscheiden – und wenn man sich FUER die Familie und FUER Kinder entscheidet, bezeichne ich es nicht als Glueck, wenn man diese dann von Kindergartenangestellten erziehen lassen muss.

    Und die wenigen Muetter die sich in Norwegen fuer die Familie entscheiden (und wenn es nur fuer drei Jahre ihrer Kariere ist), bekommen nicht selten entweder die Frage wann sie denn nun „endlich“ wieder anfaengen zu arbeiten, oder aber den Kommentar „Du hast es ja gut!“…. Ja, das koennten viele andere auch wenn sie sich dafuer entscheiden und Prioritaeten setzen wuerden.

    Gruss aus Norwegen!

    • Hallo Imke,

      zu dieser Speichel-Stress-Studie bei Krippenkindern – es gibt zu jeder eine Studie eine andere, die das Gegenteil beweist. Dass die Kinder, die früh in eine Krippe gehen, sozial besser aufgestellt sind und in der Schule weniger häufig krank, usw. Da kann sich jeder raussuchen, was ihm besser in den Lebensentwurf passt. Und natürlich sind nicht alle Familien gleich. Die Frage ist ja auch, wie man sich selbst sein Leben vorstellt. Interessant, auch aus Norwegen eine „konservative“ Stimme zu hören (würdest du dich so bezeichnen?).

      Viele Grüsse, Christine

      • Also, sorry, ich finde das absolut nicht „konservativ“… ich finde es auch ziemlich hart, ein unter 3-jähriges Kind so früh so lange wegzugeben. Also, ich könnte das nicht. Und man möchte ja außerdem auch was von seinen Kindern mitbekommen oder nicht!?
        Bei mir dauert es noch- bin ja auch alleinerziehend, aber mein Sohn ist erst 3 Monate… und ich werde seinetwegen mein ganzes berufliches Leben umkrempeln müssen. Meine Arbeitszeiten in der Musikschule waren ca. 12-20 Uhr. Finde mal eine Kita, die so lange geöffnet hat. Tss.
        Und wer bringt ihn dann ins Bett? Naja.
        Ich denke aber, dass wir schon ganz gut dastehen im Vergleich mit anderen Ländern.
        Mir wurde in der Not geholfen- von der Diakonie und von der Bundesstiftung Mutter und Kind…
        Ich hab noch keine Ahnung, was ich machen werde um unsere Brötchen zu verdienen… aber es wird schon irgendwie gehen.
        Ich kenne übrigens einige Eltern hier in Deutschland, die diese 50/50 Version praktizieren… hatte ja in den letzten Jahren viele Schüler- die haben mir alle berichtet, dass sie die Lösung super finden! Klappt also und ist sicher für die Eltern eine enorme Entlastung!

    • Ich habe Probleme mit dem Begriff „bei fremden Leuten abstellen“. Wenn ich meine Kinder in die Kita gegeben habe, dann i.d.R., nachdem ich mir das pädagogische Konzept und das Personal angeschaut habe – und nach mehrwöchiger Eingewöhnungszeit. „Fremd“ waren die Menschen, die sich um unsere Kinder gekümmert haben, damit nicht mehr. Und als „abgestellt“ kann ich ein Kind, das in kleinen Gruppen mit anderen Kindern spielt, in der Wald- und Wiesengruppe draußen spielt und mit seiner Erzieherin mit Bilderbuch auf dem Sofa kuschelt, auch nicht bezeichnen.

      • Ich auch, liebe Frau Kreis. Denn ich habe meine Kinder gerne „fremdbetreuen“ lassen, von lieben Menschen, die das zwar für Geld, aber mit Freude gemacht haben. Dass das für meine Kinder auch schön war, habe ich gesehen. Und der Wunsch, meiner Arbeit nachgehen zu können, die mich erfüllt, war bei mir sehr ausgeprägt. Dafür möchte ich kein schlechtes Gewissen gemacht bekommen.

          • Hihi ;-) bei den „fremden Leuten“ meiner Kinder ist eine Erzieherin aus meiner eigenen Kindergartenzeit! Ich habe sie schon heiß und innig geliebt und nur schöne Erinnerungen an sie – meine Freude war unbeschreibbar, sie wieder zu sehen – und meinen Kindern geht es genauso… Sie sind 2 Jahre und 2 Monate, gehen seit 14 Monaten in die Kita UND lieben es! Für uns war es die beste Entscheidung!

    • Hallo Imke – und danke. Hab auch mal über Norwegen gelesen, dass Frauen, die sich mehr Zeit für die Kinder/Familie nehmen, sehr schlecht angesehen sind. Und das finde ich schade und das zeigt, dass leider nur die eine Seite der Medaille gefördert wird. Ich bin auch für jedes Kind drei Jahre zu Hause geblieben und würde es immer wieder tun. Natürlich keine Karriere gemacht…. Aber ich denke auch, dass man sein einjähriges Kind nicht einen ganzen Tag ohne Kontakt zu den Bezugspersonen lassen darf. Und Kita-Tanten sind allenfalls Bezugspersonen in einem größeren Bekanntenkreis, aber keine engen, zumal sie wechseln und mit den Kindern auch keinen so intimen Kuschelkontakt haben (dürfen), wie diese ihn noch brauchen. Jede(r) soll das machen, wie er/sie denkt, aber diese Einseitigkeit der jeweiligen Sicht stört mich. Es muss beides – schnell wieder arbeiten ODER eben länger zu Hause sein und danach ungehindert weiter arbeiten – uneingeschränkt möglich sein, dann ist es für mich o.k. Was man bei Norwegen auch noch bedenken sollte: Soweit ich weiß, ist das Leben da sehr teuer. Ich glaube, mit nur zwei halben Stellen oder nur einer vollen kämen die Menschen dort nicht zurecht. Ich finde aber, echte Wahrfreiheit gibt es nur, wenn eben das funktionieren würde. LG

  8. @Imke: Wenn ich fragen darf wo aus Deutschland kommst du denn her?
    Ich bin jedenfalls froh, dass man hier die Möglichkeit hat Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen und dass es eine andere Einstellung der Familie und Kindern gegenüber hier gibt.
    Ich hatte meine Kleine 2 Jahre zu Hause, habe nie irgendwelche Kommentare deswegen bekommen.
    Kiga bedeutet für mich kein Abstellen und auch keine fremden Leute. Wir haben auch schon den Kiga gewechselt wegen unpassenden Konzept und Angestellten.
    Das Wichtigste für mich mein Kind ist zufrieden und liebt den Kiga, fragt jedes Wochenende ob den wirklich zu ist ;-).

  9. Danke fuer den informativen Text und auch an die KommentatorInnen, wie interessant! Wurde beim Lesen ganz neidisch. Ich lebe in den USA und kann von einer frauenfreundlichen Familienpolitik nur traeumen. Betreuungsmoeglichkeiten gibt es zuhauf, zeitlich flexibel, alles kein Problem, WENN man genug verdient, sich das Ganze auch leisten zu koennen. Halbtags (!) Kindergarten fuer mein vierjaehriges Kind kostet, wenn’s guenstig ist, mindestens $600 im Monat, fuer ein zweijaehriges Kind mindestens $800, oder knapp $70 pro ganzen Tag. Zwei Kinder betreuen zu lassen kann dann schon mal mehr kosten, als Frau verdient. Und ich wohne nicht etwa in einer Metropole, sondern in einer mittelgrossen Stadt im Mittleren Westen, wo das Lohnniveau nicht besonders hoch ist. Ich kenne auch niemanden hier, der sich „fremde“ Kinderbetreuung leistet und in dieser Zeit nicht selbst Geld verdienen geht — in Deutschland hingegen habe ich einige Freundinnen, die in Elternzeit sind, und ihr Kind ganz selbstverstaendlich in die Krippe oder Kindergarten geben.

    Elternzeit gibt’s sowieso nicht, mit viel Gluek wird man nach der Geburt fuer max. drei Monate freigestellt, oft unbezahlt. Familienpolitisch ein Entwicklungsland und man kann es eigentlich nur mit bestimmten kulturellen Eigenheiten* erklaeren, dass die Geburtenrate doch so hoch ist.

    *Ich mag den Begriff „Mentalitaet“ nicht, auch wenn er hier gut passen wuerde. Ich denke, es ist die Ansicht, dass jedeR seines Glueckes selbst Schmied ist und auch, dass das Konzept Sozialstaat gaenzlich unbekannt ist. Wer Kinder bekommt, tut dies komplett auf eigene Kosten.

  10. Es gibt auch in Deutschland Männer, die die norwegische Einstellung zu Kindern und Familie teilen. Mein Freund kümmert sich mindestens so viel wie ich um unseren Sohn. Dass das nicht selbstverständlich ist, wird ihm allerdings auch häufig genug im Kollegenkreis vor Augen geführt. Er hatte ein Gespräch mit seinem Chef und fragte an, wie es denn mit Teilzeit aussieht (er arbeitet jetzt 80%). Der Chef wiederum fragte, ob denn seine Fehltage (aufgrund der Krankheitswelle im ersten Kita-Winter) denn wieder weniger werden und ob er denn familiär richtig aufgestellt sei. Sprich: Ob denn seine Frau sich nicht um die Kinder kümmern würde und beruflich ausreichend zurückstecken würde. Gnarck… Das nervt reichlich. Also selbst wenn man so einen Mann findet, ist es immer noch schwierig in dieser Umgebung.

    • Liebe Susann,

      Glückwunsch zu diesem Mann! Und diese Formulierung vom Chef, ob er dann „familiär richtig aufgestellt sei“, tja – so ist das halt noch in Deutschland, leider. Es ist soooo hinterwäldlerisch und ärgerlich. Aber ist so.

      Viele Grüsse!

  11. Mein Chef hat selbst 4 Kinder (5-16 Jahre, seine Frau ist ebenfalls berufstätig, die Kinder werden in Schule, Hort, Kindergarten etc. betreut), er weiß also, dass Kinder auch mal krank werden. Wenn das Kind meiner Mitarbeiterin jedoch krank ist und nicht schnell wieder gesund wird, ist er maulig und es kommen blöde Sprüche. Wenn also Chefs, die selbst Väter sind, schon Unverständnis (kranken) Kindern gegenüber haben, wie sollen dann erst Chefs ohne Familie reagieren?
    Leider sind sowohl mein Chef als auch seine Frau selbstständig, sodass sie nie einen Vorgesetzten vor der Nase haben, der sie rügen könnte, weil die Kinder mal wieder krank sind …

    Komischweise sind auch Chefs selbst nie krank und haben nie Migräne, Heuschnupfen o. ä., sodass sie sich in die Lage ihrer Arbeitnehmer versetzen könnten … ;-)
    (Das nur mal so am Rande … )

  12. Den Text habe ich ja total verpasst. Schön, dass Herr Buddenbohm den nochmal hochgehievt hat. Sehr interessant. Macht mich leider wütend auf die Zustände hier in Deutschland. seufz

  13. ich bin hier eher zufällig angekommen und passe von meinem Alter her nicht mehr in dieses Diskussionsthema rein. Es herrscht auch in der Schweiz die gleiche Mentalität wie in Deutschland!
    Auch gibt es bei uns viele Eltern, die in der Kindererziehung ihre Verantwortung zu wenig wahr nehmen und die Kinder mit Geld abspeisen. “ Geld haben “ ist in unserer Gesellschaft ein zu wichtiger Lebensfaktor geworden. Schade…

  14. Tja… Ich war die Hauptverdienerin! Der Plan war, ich bleib 8 Monate zu Hause und mein Mann anschliessend 6 Monate. Trotz Zwillingen wollte er es so (ich war so stolz!). 1,5 Monate später waren er und somit auch die Kinderbetreuung weg! Wären meine Eltern nicht ad hoc eingesprungen, hätte ich neben meinem Mann auch noch meinen Job (und dadurch auch mein Haus und meine wirtschaftliche Unabhängigkeit) verloren! Ohne familiäre Unterstützung und eine riesen Portion Glück hätte ich den Start in unser Leben ohne Papa nicht so gut geschafft! Der Staat hätte mich nicht auffangen können!

  15. Haben sich die „nordischen“ an der DDR orientiert als sie die KiTas eingerichtet haben? Ich meine da mal was zu gelesen zu haben.

    Jedenfalls stelle ich fest, dass die KiTa-Öffnungszeiten bei uns (6.30 – 17.30) in Gesamtdtl. nicht selbstverständlich sind. Freunde und Bekannte aus Bayern können das immer icht fassen. Allerdings müssen wir beide auch arbeiten gehen um über die Runden zu kommen.

  16. Guten Tag, ich habe mir mit Interesse Ihre „Zusammenfassung aus Norwegen“ gelesen…
    Ich muss Ihnen sagen, ich habe beinah die Gaensehaut dabei bekommen…trotzdem ich mich zu einer eher „Feministin“ zaehle…das wassie hier beschreiben ist mir schon zu viel… aber es ist schoen die Unterschiede zwischen den Mentalitaet zu sehen..ich sage Ihnen kurz meine Ansicht. Ich bin 35 Jahre alt , habe einen fast 3 jahrigen Sohn… ich bin gerne finanziell unabhangig, deswegen wartete ich mit Kindbekommen bis ich etwas Geld eingesparrt habe um eben mit meinem Kind zu Hause bleiben zu koennen.. Ich kann mir uberhauptnicht vorstellen meinen Sohn noch jetzt mit 3 Jahren irgendwohin fur ganzen Tag zu geben.. Kinderkrippe ab 1.Jahr?! Das finde ich eine Schande und nicht Vorteil..Kind bis 2 soll mit Mama bleiben …ich plane meinen Sohn mit 4 in den Kindergarten zu geben , dann gehe ich arbeiten naturlich. ich bekomme jeden MOnat vom Staat 150 EUR es ist nicht viel aber wir ersparen auch urlaub jedes Jahr… fur die meisten Frauen bei uns , ist die prioritaet mit Kind bis 3 Jahren zu Hause zu bleiben und das finde ich sehr gut..wir wollten doch Kind oder?? wenn man dann den ganzen Tag weg ist was hat man davon? dann ist Kind 18 und weg vom Haus und was bleibt einem ubrig…. die Natur hat s so eingerichtet dass Frau uberwiegend um Kinder pflegt und Mann uberwiegend um s Futtern sich kummert…es ist sehr angenehm eine „Ausnahme“ zum abwechslung zu tun,…Frau geht arbeiten wenn kinder zur schule gehen, mann kocht ab und zu…das ist vollig ok… aber bitte ein Mann mit Kind zu Hause? so einen Mann koennte ich gar nicht hoch schaetzen denke ich….
    was mich letzendlich sehr uberraschte bei Ihnen…dass sie die Pflege 50:50 OK finden… wuerde es Ihnen selber gefallen jede zweite woche in einer anderen Wohnung umzuziehen..oder sogar in eine andere Stadt?!?!?! jede woche was anderes? ein Kind braucht ein festes Zu Hause , vor allem wenn s noch klein ist.. Die Erziehung 50% 50% finde ich hochstens egoistisch von allen Eltern und Amten.. solche Leute die es erlauben sollten am besten gar keine kinder haben. Kind ist kein Auto und kein Hund…
    Schlisslich hoffe ich dass nie sowas in die Tschechien kommt ,weil es gegen die Natur ist..es macht von Frauen die Maenner und von Maennern …was eigentlich? :-( was wird wohl von den jetzigen 50% 50% Kindern in Norwegen auswachsen sehen wir ja in der Zukunft :-(

  17. …ich wuerde vorschlagen…anstatt „verdienen verdienen verdienen“ mehr uberlegen wo man sparen kann…und sich mehr Zeit fur die Kinder nehmen…haben sie mal gehoert wie viel Essen sich in Deutschland (USA) auswirft? wenn man zu Hause mit Kind ist, kann man sehr gut billig kochen, gunstig einkafen…weil man eben Zeit hat…man kann auch lastminute urlaub fahren gunstig, weil man Zeit hat…man braucht keinen zweiten Wagen weil man Zeit hat mit Bus oder Zug oder zu fuss zu gehen…Klamotten kann man einkaufen und wieder verkaufen in secondhand…wenn man eben Zeit hat…. Zeit ist Geld! Ich arbeite nicht, aber habe ganzen Tag Programm mit meinem Sohn um eben mit 280 EUR monatlich auszukommen. und es mach unheimlich spass :-) mir und auch meinem Sohn vor allem und darum geht es doch

    • Liebe Jana,

      die Sache ist nur die: es haben eben nicht alle Frauen Spaß, wenn sie den ganzen Tag mit einem Kind zuhause hocken (oder Ausflüge machen), manche wollen auch wirklich gerne arbeiten. Und zu den 50-50 in Skandinavien, dem Wechselmodell: meine Freunde dort finden es gut, und deren Kinder auch. Da kann man doch genauso gut sagen, darum geht es doch!, oder? ;)

  18. Heute war einehemaliger Arbeitkollege Rentner) zu Besuch, der begeistert vom norwegischen Nationalfertag berichtete. Alle laufen in trachten rum. Und über Eltern mit Kinderwagen. Mein sehr konservativer und rechter Chef meinte.: “ Ja in Norwegen nehmen die Frauen nicht die Pille davor und danch und Frauen müssen auch keine Karriere machen“. (In Deutschland müssen ja alle Frauen Karriere machen, ich mag das Wort nicht.) Mein Einwand, dass Mütter dort meist berufstätig sind, oft auch in Vollzeit wurde nieder gebügelt. Ich habe ja keine Ahnung. Auc, dass Väter sich mehr an der Erziehung beteitigen passt ihm nicht. Mitarbeiterausall wegen Väterzeit auch nicht. Er ist aber schon für eine sozieleren Staat, der Eltern und Familien unterstützt. Leute gibt’s.

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