Bundesjugendspiele abschaffen – Petition gestartet

Bundesjugendspiele abschaffen – Petition gestartet

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Wettkampf
Jarmoluk by Pixabay.com

Ich tue das für all die Kinder, die jedes Jahr am Abend vor den Bundesjugendspielen Bauchschmerzen haben, für jene, die während der Wettkämpfe am liebsten im Boden versinken würden, und für alle, die hinterher beim Verteilen der Urkunden am liebsten in Tränen ausbrechen würden.

Und ein bisschen für die kleine Christine, die jedes Jahr, trotz eines ganz normalen Körpers, die Langsamste im Rennen, die Schlechteste im Werfen war und blamable Ergebnisse im Weitsprung hatte. Wenn ich nicht Mutter wäre, dann würde ich darüber keinen Gedanken mehr verschwenden – aber ich kann nicht verstehen, warum es heute noch für gut befunden wird, Kinder zu zwingen, sich in eine sportliche Wettbewerbssituation zu bringen, die mit Demütigung und Ohnmachtsgefühlen vor der Peer Group verbunden ist.

Sport sollte Spaß machen und ein positives Körpergefühl vermitteln. Aber die Bundesjugendspiele leben von Wertung: Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer. Oft ist das Lehrpersonal auch noch so unsensibel, die Unterschiede zwischen den Kindern besonders herauszustellen bei der anschließenden Vergabe der Urkunden in der Klasse. Bei einem Wettkampf gehöre es dazu, heißt es dann. Aber welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?

Ich habe noch nie eine Petition gestartet und ich bin zögerlich, wenn es ums Unterzeichnen geht. Zu inflationär erscheint mir das oft, und die Anliegen nicht unbedingt sinnvoll. Aber nachdem ein vorgestern von mir abgesetzter Tweet innerhalb kürzester Zeit eine ungeheure Resonanz erfuhr, spüre ich die Verpflichtung, es wenigstens zu versuchen.

Klar, so eine Petition hat keine rechtliche Wirkung. Aber wenn genügend Leute unterzeichnen, dann kann über die Öffentlichkeit Druck ausgeübt werden und zumindest eine Diskussion angestoßen werden. Es wäre ja schon ein Fortschritt, wenn der Zwang zur Teilnahme abgeschafft würde, falls es nicht gleich mit der ganzen unseligen Veranstaltung klappt, das ist mein Minimalziel. Kriegen wir das hin? Macht Ihr mit?

Petition unterzeichnen

Die Bundesjugendspiele sind nicht mehr zeitgemäß: Der Zwang zur Teilnahme und der starke Wettkampfcharakter sorgen bei vielen Schülern für das Gefühl, vor der Peergroup gedemütigt zu werden. Daran hat auch die Einführung der „Teilnahmeurkunde“ für diejenigen, die am schlechtesten abschneiden, nichts geändert.

Sport sollte Spaß machen und nicht nur für ein gutes Körpergefühl, sondern auch für Selbstbewusstsein sorgen, unabhängig vom Talent und Können des Einzelnen. Die Bundesjugendspiele in ihrer jetzigen Form (ursprünglich auf die Reichsjugendwettkämpfe zurückgehend) konterkarieren dieses Ziel, sie demotivieren Schüler und setzen sie unter sozialen Druck. Häufig werden die Ergebnisse der Wettkämpfe beim Austeilen der Urkunden sogar öffentlich im Unterricht verlesen, als würde es nicht reichen, dass auf dem Sportplatz die Peergroup hautnah mitbekommt, wer besonders gut und besonders schlecht ist. Dabei werden die individuellen körperlichen Voraussetzungen (Körperbau, Größe, Konstitution) der einzelnen Kinder nicht berücksichtigt, gleichzeitig aber, obwohl dies wissenschaftlich nicht haltbar ist, völlig unnötige Geschlechterunterschiede bei den Leistungen von Kindern unter 11 Jahren gemacht.

Das Argument, gerade die schwächeren Schüler könnten bei den Bundesugendspielen Erfolge verbuchen, darf nicht über den Schutz derjenigen Schüler gestellt werden, die im Sport keine guten oder schlechte Leistungen erbringen. Ein Wettkampf, bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie chancenlos sind, ist sinnlos und unfair.

Die vom Kuratorium für die Bundesjugendspiele postulierten Ziele Freude an Bewegung, Gemeinschaftsgeist und positive Werte werden durch die Bundesjugendspiele nur einigen wenigen, im Sport guten Schülern vermittelt. Für viele weniger sportliche Schüler hingegen bedeuten diese Spiele eine alljährlich wiederkehrende öffentliche Demütigung. Viele glauben bis ins Erwachsenenalter, sie seien unsportlich, was fatal ist, denn eine positive Einstellung zum Sport und zum eigenen Körper dient nicht nur dem psychischen Wohlbefinden, sondern beugt auch langfristig Bewegungsarmut und körperlichen Erkrankungen vor.

Deswegen sollten die Bundesjugendspiele entweder abgeschafft oder auf Freiwilligkeit umgestellt werden.

NB: Die Petiton ist auf change.org, weil ich dort ein Bild einfügen kann, was gut ist, um in den Social Media zu wirken. Außerdem haben viele dort schon ein Nutzerkonto und das Unterzeichnen ist somit niedrigschwellig. Ich konnte dort auch Links einfügen zu Quellen und Texten, die meine Petition untermauern – das ist bei der E-Petition des Bundestags nicht möglich, weswegen ich mich dagegen entschieden habe, sie als Plattform zu nutzen.

Linktipp innerhalb des Blogs: Schulsport – muss das denn so sein!?

575 Kommentare

  1. Als jemand, die früher auch regelmäßig nur die Teilnehmerurkunde bekommen hat, nicht werfen, rennen und springen konnte, weiß ich auch jetzt noch gut, dass es mir nichts ausgemacht hat.
    Ich wusste, Sport ist nicht meine Stärke, andere Sachen kann ich viel besser. Fertig.
    Da gab es auch keine blöden Sprüche von Klassenkameraden.

    Da gab es keinen Frust ob der schlechten Ergebnisse. Aber so ist das im Leben. Manchmal muss man etwas machen, das einem nicht so liegt. Oder man hat einen schlechten Tag. Und die Welt geht davon nicht unter. Das ist wichtig zu lernen!

    Ich denke, Kinder brauchen Herausforderungen und müssen auch mal scheitern (lernen).
    Mobbing ist natürlich eine andere Sache, aber da müssen die LehrerInnen auch direkt intervenieren.

    Du schreibst „Wenn ich nicht Mutter wäre, dann würde ich darüber keinen Gedanken mehr verschwenden“, obwohl du selbst früher auch keine tollen Ergebnisse eingefahren hast.
    Ich hoffe, dem Sohn geht es irgendwann auch mal so, dass er keinen Gedanken mehr darüber verschwenden oder aber mit einem Lachen davon erzählen wird.

    • Oh, es ist nicht nur der Sohn, liebe Frau Koralle – die Große hasst es genauso intensiv. Seit Jahren. Aus den gleichen Gründen wie ich damals. Und obwohl sie Niederlagen in der Schule, was Noten betrifft, sehr sportlich nimmt, ist das bei Wertungen, die über den Körper urteilen, etwas anderes. Ich finde, das ist ein Angriff auf die Würde.

      • Liebe Mutter und Petitionsverfasserin. Es ist im Leben nun mal so, dass es Enttäuschungen gibt. Ich bin nun schon ein paar Jahre alt und in meiner Jugend hatten sich solche Probleme schnell selbst erledigt.
        Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klar zu kommen.
        Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden
        oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.
        Auch nicht zum Ausschluss der Schüler aus der Gemeinschaft. Gehänselt wird immer und überall, auch das gehört zur Schule des Lebens. Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.
        Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen!
        Geben Sie Ihren Kindern die Möglichkeit das gleiche zu erleben.

        • Danke Beppo. Wenn ich beim Sport verloren habe, hat mich das nur angestachelt besser zu werden. Genau wie bei anderen Dingen auch. Ich verstehe sowieso nicht, wie wir unsere Jugend überlebt haben. Es war ja alles so schlimm.

          • Ich glaube es geht hier eher um den Zwang bei einem Wettkampf mitzumachen, wo man vorher schon weiß, dass man keine Chance hat. Lesewettbewerb oder Rechenwettkampf sind z.B. freiwillig, warum Sport nicht. Schulsport gibt es doch trotzdem. Ich bin nicht unsportlich, aber wegen diesen Bundesjugendspielen habe ich heute noch keine Lust Joggen zu gehen.

          • So ein Schwachsinn,

            jeder Schüler muss doch auch an Klausuren teilnehmen. Und auch dort gibt es eine Bewertung in Form von Noten. Und an manchen Schulen werden auch die Besten der Jahrgangs extra geehrt. Wie soll so etwas enden? Berufe werden zugelost weil sämtliche Leistungsbeurteilung aus der Gesellschaft entfernt werden soll.
            Frau Finke hätte die Zeit lieber nutzen sollen um ihrem Kind das umgehen mit solchen Situationen beizubringen!

        • In einem Zitat lässt es sich ganz leicht erklären, warum es abgeschafft gehört.

          „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ Jean-Jacques Rousseau

          Warum möchten wir anderen zu etwas zwingen, was sie nicht möchten?
          Wir haben die Möglichkeit diese Zwangspolitik zu ändern!

          • Genauso ist es Alexander: Ich wollte in der Schule keine Sprachen und keine Gestewissenschaften. Da gehe wir dann auch nicht mehr hin, wenn es keinen Spass macht.

          • Genau!
            Wer will schon arbeiten, sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und Alimente zahlen.

            Weg damit!

          • Lieber Alexander,
            endlich weiß ich warum meine Schüler so oft keine Hausaufgaben haben!
            Wahrscheinlich haben sie Rousseau gelesen und diese Weisheit für sich entdeckt!

        • Da ist alles gesagt, so ist es und das ist eines unserer gesellschaftspolitischen Hauptprobleme. Hinterlassenschaft eines leider großen Teils ideologisierter Alt68er.

        • Dankeschön für diesen Kommentar Beppo. Ich oute mich hier mal, mir haben die Bundesjugendspiele Spaß gemacht. Selbst wenn mir die Ehrenurkunde verwehrt geblieben ist, es hat auch keine Spätschäden nach sich gezogen.
          Seinerzeit hätte ich sie einfach gerne mal bekommen, das wars.

          Aus meiner Sicht ist diese Petition die beste, wenn auch verfrühte Überbrückung des Sommerloches seit Jahren.

          Unser Filius wird angesichts seiner Jugend wohl bald auf den ersten Liebeskummer stoßen und dann ebenfalls heulend nach Hause kommen. Vielleicht läßt sich auch das mit einer Petition proaktiv aus dem Weg räumen… Aber ich fürchte, da muss er einfach durch.

      • Hallo, ich kann den Frust absolut verstehen. Mir und anderen Nieten in Leichtathletik ging es ähnlich! Sportliche Leistungen waren damals irgendwie sehr wichtig. Wer nicht mithalten konnte, war peinlich. Nie wurde berücksichtigt, dass man vielleicht persönliches Training, Muskelaufbau, Haltungsübungen hätte machen müssen, bevor man sportliche Höchstleistungen erbringt.
        Ob man die Bundesjugendspiele deswegen abschaffen sollte? Ich weiß nicht. So kann man ja Talente entdecken.. Ein anderer Umgang wäre wünschenswert und mehr förderung der schwachen Kinder.. schon aus dem gesundheitlichen Aspekt heraus.
        Und es gibt einen Trost: Viele Stars, Kabarettisten und Moderatoren waren in der Schule mies in Sport!! Die haben meist künstlerische und musische Begabungen. Das kann man den Kindern erzählen.

        • Warum sollte man das in der Schule tun?
          Andere Kinder haben in Mathe Probleme und müssen privat Nachhilfe nehmen. Also müssen solche Kinder einfach privat in einen Sportverein.

      • Bundesjugendspiele sind doch keine Wertung über den Körper! Viele Top-Models sind unsportlich und würden bei BJS durchfallen! Es geht darum, seinen Körper ein wenig mit absolut elementare Bewegungsformen anzufreunden! Und nichts ist elememtarer als laufen, springen und werfen!

        • Modells mit ihrem ausnahmslos gestörten Verhältnis zum eigenen Körper in die Diskussion zu werfen, finde ich etwas abwegig. Sie dienen wohl kaum als Vorbilder.
          Das Gestochere dürrer Beinchen im Storchengang auf dem Laufsteg würde ich jetzt auch nicht mit Laufen/Gehen in Verbindung bringen.
          Aber anderes Thema.

      • Also ich finde Sie haben recht, die Bundesjugendspiele sind diskriminierend und gehören abgeschafft. Heute bekommen die schlechten Kids wenigstens noch eine Teilnehmerurkunde, zu meiner Schulzeit gab es nichts. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Ich war nie gut im Sport und habe in diesem Fach auch nichts erreicht. Bundesjugendspiele waren immer der größte Horror für mich, weil man von den anderen Kids ausgelacht wurde, weil man knapp ne Minute gebraucht hat um eine gewisse Strecke zu rennen. Nur auf dem Po geplumpst ist beim Weitsprung oder im Winter vom Schwebebalken geknallt ist. Spätestens ab der Pubertät war einem das besonders peinlich, wenn der Schwarm neben einem steht und direkt aufs Brot geschmiert bekommt wie schlecht man ist. Kinderlachen ist schrecklich und es macht fertig. Anfangs musste ich immer mit machen und habe immer versagt und wurde ausgelacht. Es war ganz schlimm, wenn alle in der Klasse eine Urkunde bekommen und man selber nicht. Da wurde dann natürlich nochmal gelacht. Als ich dann halbwegs erwachsen war, habe ich diese Tage immer geschwänzt bzw. war krank, denn auf das Gespöt der Anderen hatte ich keine Lust. Die Aussage, die Kinder müssen mit Niederlagen umgehen können finde ich nicht passend, denn Mobbing unter Schüler kann man nicht mit einer lapidaren Niederlage vergleichen. Und viele, denen es so geht wir mir damals werden vor und nach den Bundesjugendspielen erstmal eine Zeit lang gehänselt.
        Zu meiner Zeit war es noch so, dass das Ergebnis bei den Bundesjugendspielen in die Benotung eingeflossen ist, da wurde man noch doppelt bestraft. Auch stimmt es nicht,
        dass Sportlichkeit etwas mit dick oder dünn zu tun hat, denn es ist egal, man kann unbeweglich sein wenn man dick ist, aber auch wenn man dünn ist. Heute lache ich darüber, dass ich nicht weit springen konnte etc., aber damals war es nicht leicht für mich.

        • Sport ist Bewegungsschule. Aber man muss sich heut nicht mehr bewegen. Nicht mit dem Smartphone und nicht bei der Behoerde. In der Politik schon gar nicht. Wie symptomatisch.

          Ein Trost bleibt: Bewegungslegastheniker haben eine weit geringere Lebenserwartung, sei es Fett oder Gelenkschaeden. Haetten sie mal Haltung und Bewegung als Kind trainiert.

          • Dumm nur, wenn gerade der Sportunterricht allzu vielen jegliche Lust an Bewegung dauerhaft austreibt…
            Daran wird sich auch vorläufig nichts ändern, wenn Professoren für Sportdidaktik Sport mit Wettkampf gleichsetzen, wie in einem aktuellen Zeitartikel.

      • Hallo,

        es ist mir ein Rätsel, wie man auf so eine Schnapsidee kommt. Bundesjugendspiele abschaffen…Und das in einer Zeit wo die Kinder immer dicker und bewegungsunfähiger werden. Unglaublich!!! Vielleicht sollten Sie Ihrem Kind mal beibringen, dass Sport ein wichtiger Bestandteil im Leben seien sollte!!! Thema Gesundheit!!!
        Und Niederlagen sind auch ein Bestandteil im Leben…Vielleicht sollten Sie mal überlegen, dass Ihr Kind irgendwann nicht mehr von Ihnen beschützt werden kann und da wird Ihm dann auch keine Petition mehr helfen….

        • O ja, ein Ereignis, das einmal im Jahr stattfindet, wird Kinder vor Verfettung schützen – gut, dass Sie das hier geklärt haben. Nochmal für Sie zum Verständnis: Es geht nicht darum, den Schulsport abzuschaffen, der durchaus sinnvoll ist – zumindest, wenn vernünftig durchgeführt. Es geht um die BJS, und nur um diese. Ich fand diese damals auch furchtbar, obwohl ich nicht unsportlich war. Aber eine derartige Zwangsveranstaltung, auf die niemand vorbereitet wurde, ergo nicht trainiert wurde, ist völlig sinnlos, und das haben auch viele meiner Mitschüler so empfunden. Selbst einige der absoluten Leichtathletik-Cracks.

          • Also kommen die BJS plötzlich ? Überraschend ?
            Man kann sich nicht vorbereiten ? Also wie eine Mattearbeit?
            Der Termin ist überraschend man bekommt das Sportzeug
            morgens vor den BJS an einer Sportmittelausgabe ?

            Leute wedet mal erwachsen ! Abschaffen ihr macht euch doch Lächerlich !!!!

          • An manchen Schulen wird tatsächlich vorher nicht geübt, wie ich höre. Aber das ist nicht der Punkt: es gibt genügend Kinder, die Leichtathletik einfach nicht können. Da nützt auch Üben nix. Und es ist und bleibt ein öffentlicher Zwangswettbewerb. Keine Spiele.

      • Wie wollen Sie Ihre Kinder auf das Leben vorbereiten, wenn Sie die in Watte packen. Das Leben besteht aus Siegen und Niederlagen. Auf beides muss man Kinder vorbereiten. Man kann sie nicht vor allem „schlechten“ schützen, aber darauf vorbereiten, als starke Menschen Konflikte durchzustehen. Die Bundesjugendspiele abschaffen ist also eher Kontraproduktiv. Machen Sie Sport mit Ihren Kindern und zeigen Sie Ihnen damit, dass man an seinen „Schwächen“ erfolgreich arbeiten kann. Das sage ich Ihnen als jemand der als Kind Asthma hatte, dadurch von vielem ausgeschlossen, aber erfolgreich daran gearbeitet und für sich selbst viel dabei gelernt hat!

        • Also wenn Niederlagen bzw. Demütigung so wahnsinnig wichtig für die Erziehung sind, warum sollen dann gerade die gedemütigt werden, die schwach, unsportlich, vielleicht zu dick, hässlich und unbeliebt sind und so in der Schule und im Leben schon mehr als genug Entäuschung erleben?
          Die Siegertypen, denen alles gelingt und die wirklich mal einen Kratzer an ihrem makellosen Ego vertagen könnten, werden mit Sieger- und Ehrenurkunden belohnt.

          • Weil es so hübsch einfach ist, die „Schwachen“ zu demütigen. Was mir in so vielen Reaktionen auf diese Petition wirklich zu denken gibt, ist, dass viele Befürworter nicht zu lesen scheinen, dass es nicht um eine Abschaffung des Schulsportes an sich geht. Noch mehr gibt mir zu denken, dass sich manch (!) erwachsene Menschen nicht entblöden, unsportliche Menschen als dick, faul, leistungsschwache Versager hinzustellen, gleichzeitig aber postulieren, so ein bisschen Zwangswettbewerb schade doch niemandem! Derlei verzerrte Realitätssicht erstaunt mich, ebenso die Wahrnehmung, das mache doch allen Spaß. Auf der anderen Seite dann aber hingehen und meckern, weil angeblich wegen einiger weniger (so wenige scheinen das gar nicht zu sein, sehe ich mir die verschiedenen Reaktionen in verschiedenen Medien an) nun allen der „Spaß“ verdorben und verboten werden solle. Offenbar auf einem Auge blind, werfen solche Kommentatoren der Gegenseite just das vor, was sie dann selber – ohne es zu merken, augenscheinlich – selber praktizieren. Nämlich allen das überstülpen zu wollen, was sie als wünschenswert erachten.

            Daher finde ich Kommentare wie Ihren erfreulich.

          • Kann man vielleicht mal diesseits des Zauns vom Ponyhof bleiben. Schueler vergleichen sich, jeden Tag in verschiedenen Faechern.
            Das ist Teil des Leistungsprinzips, nicht nur in der Schule.

            Manche koennen gut malen, manche gut rennen andere besser rechnen . Wenn hier alles so dargestellt wird als wuerden die Urkunden bei den BJS irgendwas hochgradig besonders „demuetigendes“ sein, kann ich echt nur muede laecheln.

            Ich hatte in Sport auch bestenfalls ein Befriedigend, und hab bei Leichtathletikfesten sicher nix gewonnen. Aber wenn ein Kind mit solchen Niederlagen nicht umgehen kann, dann haben die Eltern schlicht etwas verpasst.
            Ich habs sportlich genommen, ich konnte bei Ausdauerdisziplinen am Ende sogar deutlich aufholen. Und unter uns Mitschuelern konnte man sich damals auch ueber gute Ergebnisse von Klassenkameraden freuen. Aber heute muss ja aus allem ein Drama und Trauma konstruiert werden wo sich Helikoptermums drueber aufregen koennen.

      • Vielleicht sollte man eine Petition gegen dumme Eltern starten. Seit wann ist ein sportlicher Wettkampf ein Angriff auf die Würde? Sowas dummes habe ich noch nie gehört. Muß dann im Jugendbereich von Sportvereinen auch die Wertung der Spiele gestrichen werden, damit es dort nur noch Sieger gibt?
        Die Verfasserin sollte mal ihren Kopf einschalten bevor sie sowas verfasst. Demnächst singen und klatschen wir in der Schule auch nur noch, da eine Beurteilung der Intelligenz auch ein Angriff auf die Würde ist…..

        • Ich glaube du solltest mal deinen Kopf einschalten, wenn man in einem bestimmten Sport in seiner freizeit tätig ist, macht man das freiwillig und auch weil man es kann bzw. es einem Spaß macht. Das trifft auf die Bundesjugendspiele nicht zu, die machen in der Regel weder spaß noch kann man sich aussuchen ob man mitmachen will oder nicht, denn wenn man dabei „Nein“ sagt, gibts direkt nen Brief nach hause und auch ne 6 für den ganzen Tag !!

          Glaubst du nicht? Gut geh in die Schule, probiers aus und Beweis mir das Gegenteil!

      • Richtig, eine 5 in Mathe oder Physik hat mich auch getroffen, aber lange nicht so wie die öffentliche Peinlichkeit der Bundesjugendspiele.
        Ich habe das als Entwürdigung und Bloßstellung empfunden.

        Der Schulsport war für mich einfach furchtbar.
        Ich war ein ganz zierliches Kind und nicht sonderlich begabt – besonders gut erinnere ich mich ans Kugelstoßen.
        Ich konnte die schwere Kugel kaum hochheben, geschweige denn werfen, sie plumpste mir eigentlich nur vor die Füße – Note 6+.

        Sport soll Freude machen und wichtig für Psyche und Körper.

        Und im Sportunterricht in der Schule sollte Kindern und Jugendlichen nicht immer nur Leistung abverlangt werden, sondern auch Spaß daran vermittelt werden, sie dazu motvieren, sich gern zu bewegen.

        Dann gehen sie nicht – so wie ich – aus der Schule mit dem Vorsatz:
        NIE WIEDER SPORT!

        Ansonsten würde ich mich in allen Punkten Charlyn Marders Beitrag vom ,25. Juni 2015, 20:20 anschließen.

        Mittlerweile habe übigens auch ich mein „Trauma“ überwunden und bewege mich gern.

      • Es ist doch so, dass allgemein die Erziehung im Bezug auf Wettbewerb in die falsche Richtung läuft.

        Ich selber mache seit 27 Jahren Sport und bin selber Trainer von Kindern zwischen 4 und 15 Jahren.

        Und das erste was ich den Kindern erkläre ist, dass es bei einem Wettkampf oder Vergleich immer nur einen Gewinner geben kann.
        Es gibt keinen 2. Sieger.

        Aber genau das erklärt man den Kindern. Hauptsache Du hast es mal versucht. Aber keiner bringt seinem Kind Durchhaltevermögen bei oder dass es auch mal Dinge gibt, die man nicht gerne macht aber wo man durch muss.

        Aber unser Schulsport verkümmert ja auch mehr und mehr. Ball in die Mitte und los geht’s. Aber wenn 7 bis 10 jährige nicht mal einen Purzelbaum können und bei der kleinsten Anstrengung aufgeben, was soll dann aus dem Kind später werden.

        Die Eltern überlasten ihre Kinder bzgl. des Lernens, nur damit es unbedingt aufs Gymnasium gehen kann. Keine Freizeit, nur lernen.
        Und dann jeden Tag eine andere Tätigkeit. Klavier hier, Schwimmen da, und tausend Sachen angefangen und nichts wirklich mit Konsequenz durchgezogen.

        Aber dann bei den Bundesjugendspielen heulen, weil es nur eine Teilnehmerurkunde gibt.

        Das ist allein das Verschulden dieser Jammer-Eltern, die ihre Kinder zu Opfern in der Gesellschaft erziehen und die es nie schaffen, etwas bis zum Ende durchzuziehen.

        • Danke Thomas Lorenz – Sie sprechen mir absolut aus der Seele.

          Liebe Frau Dr. Christine Finke, ohne das ich wirklich Ihren Background kannte, habe ich direkt richtig getippt. Alleinerziehende Mutter mit mindestens zwei Kindern.

          Sie passen absolut in das Klische der Übermütter die meinen Ihre Kinder vor der bösen Welt und Ihren Mitschülern zu schützen. Am liebsten mit einer Käseglocke, Lehrer abschaffen, BJ abschaffen, jglichen Leistungswettbewerb abschaffen und die Noten am liebsten auch gleich – nur damit sich Ihr Kind nicht herabgesetzt fühlt. Wie wird sich Ihr Kind wohl später in einer Prüfung fühlen, wo andere innerhalb 2 Stunden über die Arbeit / das Lernen eines ganzen Jahres urteilen. Weshalb haben Sie ihren Kindern nicht beigebracht selbstbewusst im Leben zu stehen? Wieso ist Ihr Kind nicht in der Lage zu sagen, meine Güte, dann bin ich da halt nicht so gut, hab aber mein bestes Gegeben – das ist das Wichtigste.

          Als Trainer einer Jugendmannschaft vermittle ich das meinen Kindern, gebt euer Bestes, egal ob wir gewinnen oder verlieren. Und die Kinder sind inzwischen so selbstbewusst das Sie aus jeder Niederlage herausgehen und sagen „Na und“ wir haben unsere Bestes gegeben und mehr war nicht drin. Vielleicht sollten Sie dieses Selbstbewusstsein an Ihre Kinder vermitteln und nicht Ihre eigene Inkompetenz im Bezug auf die Erziehung Ihrer Kinder mit einem öffentlichen Aufruf einer Petition verstärken.

      • Liebr Bloggerin,
        wenn ich mir all das hier durchlese fällt mir eines auf: Sie sind scheinbar beruflich so eingespannt, dass Sie Ihren Kindern nicht ansatzweise die Zeit geben können um Sie in all den Alltagsdingen zu stützen. Ich glaube heraus gelesen zu hben, dass es nicht nur im körperlichen sondern auch im sonstigen schulischen Leistungsbetrieb Defizite gibt.
        Natürlich ist es schade, dass Sie Alleinerziehend sind und natürlich den Lebensunterhalt erarbeiten müssen. Mir stellt sich nur die Frage: Müssen all die Tätigkeiten sein? Geht es nicht auch mit weniger Aktivität und dafür mehr Zeit für die Kinder?
        Ich glaube, dass Sie einen enormen Drang besitzen sich selbst zu verwirklichen und leider bietet sich mir das Bild, dass Sie dies auf Kosten Ihrer Kinder tun.
        Man(n) kann sich auch über und durch die Kinder selbstverwirklichen.
        Denken Sie mal drüber nach ansonsten tun mir Ihre Kinder leid, die quasi mit bzw. ohne diese Mutter groß werden müssen.

      • Hallo, ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie ich ich in der 5. und 6. klasse total in Mathematik dermassen versagte, dass sogar der Lehrer mich aufgab. Auch ich wurde damals ziemlich verspottet und gehänselt. Also NUR weil ihre Kinder (und auch Sie damals), speziell die Sportlichen Beurteilungen nicht ertragen können, meinen Sie nicht dass es im Umkehrschluss genauso Menschen gibt, die es „“HASSEN““ über ihre geistigen Fähigkeiten beurteilt zu werden, und das nicht 1 Mal im Jahr, sondern jede Woche aufs Neue, mit jeder Klassenarbeit die geschrieben wird oder täglich, wenn man nach vorne an die Tafel geholt wird und es schlichtweg nicht kann ?????
        Und Ihr Argument, mit der Würde, ist ja wohl ziemlich hanebüchen, denn der Fakt, dass ihre Kinder wegen schlechter sportlicher Leistungen gehänselt werden, liegt nicht am Sport oder dieser Veranstaltung, sondern an den Mitschülern, denen wohl ein gewisses Mass an Empathie fehlt. Die würden auch so ein Grund finden, sich über andere lustig zu machen, wenn es nicht das Versagen beim Sport ist, dann die Brille, die Bluse, in der Pubertät die Pickel, …….. und und und.

        Also mal ehrlich, sie sollten einfach mal ihren Kindern und auch sich selbst beibringen, dass es OK ist letzte beim Springen, Laufen und Werfen zu sein. Nicht jeder ist dazu geboren ein Sport-Ass zu sein, genausowenig, wie jeder in der Lage ist das grosse Rätsel der Mathematik zu lösen und trotzdem MÜSSEN diese Kinder am Matheunterricht teilnehmen (Petition auch hierzu ?).

        Haben Sie sich mal gefragt, dass es bei den Bundesjugendspielen Kinder gibt, deren ***EINZIGE*** möglichkeit mal zu glänzen, genau diese Veranstaltung ist, weil sie in allen anderen Bereichen genauso schlecht sind wie ihre Kinder beim Sport ?
        Wollen Sie diesen Kindern deren starkes Fach und „Moment“ nehmen, nur damit Sie und ihre Kinder nicht mehr mit eurem schlechten Fachbereich konfrontiert werden müsst ????

        Anstatt ihre Zeit damit zu vergeuden, so ein Mist zu fordern, sollten Sie ihren Kindern etwas mehr Selbstbewusstsein beibringen, denn später im „echten“ Leben, der Arbeitswelt, da steht man ständig in einem UNFREIWILLIGEN Wettkampf und da geht es nicht um Teilnahmeurkunden sondern um das nackte Überleben, das Geld zum Leben verdienen.
        Aber wahrscheinlich spielt das für sie keine Rolle, denn die Fähigkeiten die man dafür braucht um z.B. das Abitur zu schaffen (auch eine Art Wettkampf), darin sind ihre Kinder wahrscheinlich gut, und das juckt Sie dann eh nicht mehr, ob andere Kinder in dem Bereich von vornherein antreten um zu verlieren !

        Denken sie mal darüber nach.

        Gruss
        Papabär

    • Da gehe ich völlig konform.
      Es ist nicht möglich und auch nicht ratsam, alle Schwierigkeiten und negative Erfahrungen von einem Kind fernzuhalten, auch wenn man das als Mutter aus sehr verständlichen Gründen gern tun möchte.
      Andere sind in der Schule nicht so gut, dafür halt im Sport und müssen täglich im Unterricht mit ihren negativen Erlebnissen leben.
      Wollen wir die auch aus dem Weg räumen ???
      Ein Kind muß lernen, dass Begabungen differenziert sind und es nicht immer Erfolge einheimsen kann und nicht immer beschützt werden kann. Die Welt ist nicht so heile. Selbsteinschätzung und vor allem Selbstkritik sowie der Umgang mit eigenen Fehlleistungen und Schwächen ein wesentlicher Bestandteil, das spätere Erwachsenenleben gefestigt zu bewältigen.
      Es ist viel wichtiger, dem Kind den Umgang mit eigenen Schwächen und Versagen nahezubringen und dessen Bewältigung zu erleichtern, als ihm alle Probleme und Mißliebigkeiten aus dem Wege zu räumen.
      Tut mir leid, dieser Ansatz ist meines Erachtens nach völlig falsch.
      Und schadet garantiert dem Kind
      Bea

      • Ich stimme dir zu Bea!
        Das ging mir auch durch den Kopf.
        Und als Lehrerin weiß ich, dass die Teilnehmerurkunden völlig akzeptiert werden. Ich sehe eher das Problem darin, wenn in Schulen bzgl. der Leistungsunterschiede geärgert/gelästert/gemobbt und gelitten wird.

        • Liebe bea, liebe julia – und auch liebe Christine.
          Es ist selten, dass ich dir nicht zustimme – hier ist es so. Allerdings möchte ich das untermauern. Denn: wäre es nicht eine sinnvollere Petition, den umgang mit den Bundesjugendspielen von Schulen zu hinterfragen? Die tatsächliche Integration in den Lehrplan? Das Ausschöpfen der Möglichkeiten? Denn der – im Jahr 2013 letztmals erneuerte Kultusminsterkonferenzenbeschluss enthält ausdrücklich die Wahlmöglichkeit, eine der drei Varianten zu nutzen: Wettkampf, Wettbewerb und Mehrkampf. und die Aufforderung, das auch „mehr oder weniger spielerisch“ in den Schulalltag und den Sportunterricht schon vorher zu integrieren. Was natürlich bei der geringen Wertschätzung, die kärperliche und kreative Schulfächer mittlerweile genießen, schwierig zu vermitteln ist. Gerne der kurz und knapp link – https://www.bundesjugendspiele.de/wai2/showcontent.asp?ThemaID=4916
          Und HIER sind die SCHULEN gefragt – kann es nicht sein, dass es welche gibt, die das besser hinbekommen? Hier bei mir im ort, wird das wunderbar als Schulsportfest verpackt – mit kreativen wettbewerben in der Grundschule, mit der „selbstbestimmten Auzswahl bestimmter Anzahl von Übungen, die jeder Schüler auf einem Bogen abgezeichnet bekommt“ in den weiterführenden Schulen – und wofür sogar vorher im regulären Unterreicht einfach geübt und letztlich dann auch eine Sportnote ermittelt wird, so dass es ganz selbstverständlich dazu gehört. Ach ja – der Umgang mit den Urkunden IST tatsächlich auch so ein Ding – auch hier sind doch eher die Pädagogen gefragt – nämlich indem sie die „vergleicherei“ einfach mal anders begleiten, statt ggf. auch damit zu selektieren…
          ich habe unterschiedlich sportliche Kinder – und sie haben es tatsächlich bisher eher immer genossen, mal einen Tag weniger normalen Schulalltag zu haben, als sich über das“ ich musste da den ganzen Tag auf dem Sportplatz was machen“ aufzuregen …
          Diese Petition würde ich auch unterschreiben.
          und eine für mehr Kreativität – eine Schulkunsttag, einen Schulmusiktag, einen Schultheatertag etc …
          Insofern bin ich bei Bea und Julia.

          • Ja, die Schulen sind gefragt – aber sollen wir an jeder Schule einzeln anfangen, das zu ändern? Nein, liebe Su, das funktioniert nur von oben. Deswegen bin ich ja auch diesen Weg gegangen und habe nicht versucht, an einer konkreten Schule im Einzelnen etwas zu ändern. Ich habe das Großeganze im Blick und möchte dort ansetzen.

            Viele Grüße!

          • Ich sehe es wie APROPOSMEDIA, hier sind die Schulen gefragt. Meine Tochter ist 12, spielt Handball, fährt Rad, Skateboard, Waveboard, Inliner und hat den Freischwimmer. Auch sie hat keine Ehrenurkunde bekommen, Leichtathletik liegt ihr nicht so. Na und? Keiner hat gelästert oder sie ausgelacht.
            In der Grundschule gab es keinen ordentlichen Schulsport, da wurde auch nicht geübt. In der Gesamtschule wird im Vorfeld sehr wohl geübt und das ganze auch toll verpackt als Schulsportfest. Auch haben wir Musikwettbewerbe, Kreativtage u.ä. tolle Veranstaltungen, die eine willkommene Abwechslung im tristen Schulalltag sind.
            Mobbing wird sehr schnell unterbunden von Lehrern und Sozialarbeitern, die Klassenverbände sind sehr stabil.
            Es geht also auch besser. Nun aber generell eine Abschaffung dieses, für viele Kinder tollen Wettbewerbs zu fordern, und das mit dem eigenen schlechten Erfahrungen zu begründen ist in meinen Augen schlichtweg der falsche Weg.
            Ich bin eher dafür, den Schulsport wieder das sein zu lassen, was der Name des Faches suggeriert. Nämlich richtigen Sport unterrichten, Leichtathletik, Bodenturnen, Geräteturnen so wie ich es auch seit der 1. Klasse hatte. Es hat mir nicht geschadet. Im Gegenteil, es hat mich erkennen lassen, wie weit ich meinen Körper belasten kann, wann ich STOP sagen muss. Und das kommt mir heute mit meinen 50 Jahren immer noch zu gute.

          • Hallo Su,

            ich habe nun schon ein paar Tage die unterschiedlichsten Seiten zu dieser Petition gelesen und bin erstaunt wieviele persönliche Angriffe sich in den Kommentaren befinden. Dein Kommentar und die Argumentation trifft genau den Nagel auf den Kopf. Ich halte eine Petition für sinnvoll, wenn sie auch über den Inhalt der Sache ganzheitlich informiert. Dies ist hier nicht der Fall. Du holst das mit dem Hinweis auf den Link und den Wahlmöglichkeiten hier nach, was allerdings wohl die meisten nicht lesen werden, da sie ihre Scheuklappen nicht abnehmen.

            Da ich in meiner Freizeit ehrenamtlich als Leichtathletiktrainer tätig bin und dadurch täglich in Kommunikation mit meinen Athleten stehe, kann ich dir nur zustimmen, das die Problematik von Schule zu Schule unterschiedlich ist. Dies liegt oft an den Fähigkeiten des pädagogischen Personals.
            In allen Fächern werden die Schüler auf ein Ziel vorbereitet, die nächste Arbeit, den nächsten Test und im Sport sollten sie auch auf die Bundesjugendspiele vorbereitet werden. Das gelingt in einigen Schulen ganz gut und in anderen garnicht. In allen Fächern werden dann Noten vergeben, auch in Sport. Nur gibt es hier auch noch einen Tag an dem es für Leistungen Urkunden gibt…die gibt es auch am Schuljahresende und heißen Zeugnisse.

            Das Schlagwort Demütigung und die Argumentation das es um den eigenen Körper und das Empfinden zu diesem geht, sind bestimmt sehr wichtige Tatsachen, allerdings sind diese von vielen Faktoren abhängig.

            Gesellschaftlich bin ich erschrocken über die Entwicklung der jungen Generation, denn ich muss immer öfter feststellen, dass sich junge Menschen nicht FÜR etwas entscheiden, sondern meist nur GEGEN etwas oder auch FÜR garnichts. Über die körperliche Entwicklung der breiten, jungen Masse schreibe ich an anderer Stelle.

            Mir fehlt bei all der Diskussion die Alternative zu dem DAGEGEN!

            Schöne Grüße

      • Liebe Bea,
        ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen für diesen wichtigen und richtigen Beitrag, der die ganze Doppelzüngigkeit der ewigen Gleichmacherei in allen Bereichen unserer Gesellschaft auf’s treffendste entlarvt: Menschen sind NICHT gleich! Und jeder Versuch, das Gegenteil durchzusetzen, hat bislang immer in der Unzufriedenheit aller gemündet. Die Evolution, auch die von uns Menschen, basiert auf der Entwicklung von UNTERSCHIEDEN, von der letztendlich alle profitieren.

        • Lieber Wolf,
          danke, genau so habe ich es gemeint – und wir alle kennen die Problematik der Evolution und ihrer Folgen – und das ist gut so, wir müssen es lernen um unsere Stärken – und Schwächen zu erkennen und uns weiter zu entwickeln.
          liebe Grüße
          Bea

      • Liebe Bea, das sehe ich genauso. Als nächstes schaffen wir dann Noten und Zeugnisse ab und am Besten auch das gemeinsame Spielen in Gruppen, wo die Kinder sich gegenseitig in Manschaften wählen. Denn wenn eins als letztes gewählt wird, ist das ja auch ein Angriff auf seine Würde.
        Wenn wir den Kindern alle Schwierigkeiten, die zum Erwachsenwerden dazugehören, aus dem Weg räumen, dann gute Nacht, liebe Gesellschaft.

    • Es ist wie immer! Defizite, egal ob körperlich oder kognitiv Art werden festgestellt und anstatt sich als Eltern zu hinterfragen warum das so sein könnte, werden die Rahmenbedingungen so verändert das die Defizite nicht mehr so auffallen.
      Nee, früher war nicht alles besser! Aber man hat sich mehr Arbeit auch als Eltern gemacht. Und zwar so, dass es besser wurde.
      Meine Eltern waren bestimmt nicht sportlich, dennoch sind sie mit uns Kindern auf den „Trimm dich Pfad“ gefahren um sportliche Übung zu absolvieren. (die gab es früher mal) Und das hat Spaß gemacht.
      Wenn ein Kind heute körperliche, sportliche Defizite hat, wird es in den Sportverein geschickt. Stellen Sich die körperlichen Defizite dann nicht ein, ist der sportlicher Leiter des Vereins schlecht!!!
      Dieser Vorgang lässt sich auf viele Ebenen bringen.
      Wer hat gesagt das Erziehung nicht bedeutet sich „Arbeit“ zu machen. Wobei der Begriff Arbeit mit dem eigenen Kind doch völlig fehl am Platze ist. Man sollte sich den Spaß mit dem eigenen Kind machen, Freizeit gemeinsam verbringen und gestalten. Ich habe meine Tochter davon überzeugen können das Joggen Spaß machen kann.
      Die Erziehung des Kindes endet nicht mit dem Eintritt in die Kita.
      Wenn ein Kind in einem erlebnisgeprägten Umfeld mit den Eltern aufwächst, hat es genügend Selbstbewusstsein sportliche Niederlagen zu verkraften.

    • Das wäre aber schade.
      Meine Söhne freuen sich schon seit Wochen auf die Bundesjugendspiele.
      Was ist nun besser, ihre Kinder enttäuscht oder meine Kinder enttäuscht. Schwierige Sache.

    • Sehr gut, so war es auch bei mir und das hat nur meinen Ehrgeiz geweckt.

      Kinder sollten von Beginn an lernen mit Enttäuschungen umzugehen und dazu gehört nun mal auch Sport. Alles andere ist meiner Meinung nach sozi-weichspül-unsinn., von dem wir leider viel zu viel in unserer Gesellschaft haben.
      Wir müssen unsere Kinder lieben, schützen, unterstützen und fördern! Das tun wir nicht, indem wir sie vor möglichst allen Enttäuschungen bewahren. Wir haben schließlich nicht nur Walldorf-Schule und Co. in unserem Bildungssystem. Gott sei Dank!

    • Eine Frage vor ab, die meinen Standpunkt veranschaulichen wird.
      ..Weint ihr Kind auch, wenn es im Familienkreis 5 Runden „Mensch Ärgere Dich nicht“ verliert ?

      Warum weint ein Kind, wenn es verliert ?
      Warum fühlt es sich ggf. überlegen (lacht) wenn es gewinnt ?
      ..auch ein Sieger muss die anderen Teilnehmer wertschätzen, denn ohne diese wäre ein Sieg
      nicht möglich gewesen..
      Wie oft werden sich die „Verlierer“ wohl nochmal mit einem Sieger
      messen wollen, wenn dieser nur Spott übrig hat ?
      ..und wie lange wird ein solcher Sieger, wirklich noch als „Sieger“ angesehen ?

      Wenn sich eine Gruppe von Menschen auf Hobby-Ebene einem „Wettkampf“ stellt , dann doch wohl nur um in diesem Miteinander Spaß zu haben, mehr nicht.
      Woher kommen Erwartungen „Erster zu werden“, oder „Gut“ abschneiden zu müssen ?
      „Nur“ vermeintliche Sieger an den Start zu bringen würde ein mögliches Teilnehmer-Feld auf so wenige reduzieren, dass sich das Event an sich nicht mehr lohnt.

      Wenn sie sich aufregen wollen, dann doch lieber über die Bewertung der BJS.
      Hier wird nicht mit objektiven Mass-Stäben Ehren, Sieger, Teilnehmer Urkunde verteilt,
      sondern nach einem Verteilungsschlüssel.
      Selbst wenn 10 Kinder schneller als Hussein Bolt gelaufen sind, bekommen nur „schlüsselbedingt“ ein paar einer Klasse eine Ehrenurkunde und logischerweise, wenn alle schneller waren ein paar sogar ’nur‘ ne Teilnehmer Urkunde.
      Dies ist der eigentliche Unfug der BJS Bewertung, das Event an sich nicht.

      Verteilt die Dinger -aus meiner Sicht garnicht nötig- gemäß der „Messung und den Kriterien“, die auch während des Sportunterrichts für die gleichen Disziplinen+Altersbetrachtung massgeblich sind. (z.Bsp.: 1+2 = Ehren; 3+4=Sieger; 5+6; Teilnehmer)

      Meine Meinung:
      +Was „muss“ ihr Kind sportlich können ?
      -Fahrrad fahren, Schwimmen (altersentsprechende Hobby Ausdauer+Distanz)

      Alle weiteren sportlichen Betätigungen, egal wieviel Spaß sie machen und natürlich für die körperliche und geistige Förderung dienlich sind, braucht man nicht zwingend.
      Herabgesetzt zu werden, weil ich nicht gut Basketball spielen kann, ist ein Fehler der vermeintlich „Besseren“, aber keine Aussage über mein persönliches Leistungsvermögen.
      Dieses muss nur objektiven messbaren Kriterien standhalten, aber keinen relativen.
      Beispiel:
      5 Kinder (8 Jahre alt. Normaler Körperstatus) laufen 50m
      A) Das Schnellste schafft es nach 3 Minuten ins Ziel.
      Wollen sie wirklich noch einen als „Sieger“ feiern ?
      B) Ein Kind war zwar das schnellste, aber alle anderen sind auch schneller gelaufen als je zuvor.
      Sind dann nicht alle „Sieger“ ?

      Ein Umdenken ist eher bei den Sprachen nötig.
      Hier sollte man sich ausschließlich mit dem Erlernen des Vokabular und der Anwendung in Alltags-Situationen beschäfftigen, anstatt die Kinder dann auch noch mit der Geschichte des entsprechenden Landes zu belasten. (Ist schließlich im Sprachen Studuim gut aufgehoben)
      Kleines Beispiel gefällig,
      dass selbst Abiturienten regelmäßig überfordert: „Bitte steig aus dem Auto aus“; „Reich mir mal die Butter“ auf Englisch ?
      ==
      Helfen sie einem Kind dabei die Dinge, die es für sich selbst als wichtig empfindet, zu erkennen und zu fördern. Bestätigungen und Freude kommen dann von ganz alleine.
      Alles andere ist von Außen aufgezwängt und irrelevant.

    • Warum nicht für all diejenigen die nicht gut rechnen können, auch den Mathematikunterricht abschaffen? Das hülfe auch hier gegen Demütigungen und dagegen, ausgelacht zu werden.

      Oder Busse abschaffen für all jene die zu doof sind, in den richtigen Bus einzusteigen?

      Körperliche Ertüchtigung macht doch wirklich Sinn, wenn ansonsten alle nur noch vor der Glotze oder halt moderner vor Handy und Tablet hocken.

      Und Bundesjugendspiele belohnen die, die sich anstrengen – es werden ja keine olympischen Normen gefordert – und geben Rückmeldung über den Gesundheitszustand der Kinder.

    • Leute, ich glaube mittlerweile, nachdem ich heute all diese vielen Kommentare s.u. hier nochmal gelesen habe – Ihr streitet Euch um das falsche Ende der Wurst.
      Frau Christine möchte Publizistin sein, möchte unbedingt Bekanntheit, möchte meinungsbildend sein, endlich reguläre bedeutende Aufmerksamkeit, die ihr aufgrund dieser fragwürdigen Petition durch die verschiedenen Medien zwischenzeitlich – (nach längerer Mühe) bundesweit , ob bei Spiegel online, tagesschau de, AOL etc. gewährt worden ist – und hier auf dem Blog natürlich ebenso.
      Ihr springt den Knochen an und beißt Euch fest – aber worum geht es denn hier wirklich ?
      Gewiß geht es nicht um diese Petition – das ist nur ein Instrument.
      Christine sagt, sie macht es nicht wegen Ihrer heulenden Kinder – nun, was wäre denn ein zweiter Grund?
      Wegen anderer heulender Kinder ? Wie das denn ?
      Aufgrund Ihrer Erinnerung – sie war bezüglich der BJS auch ein heulendes Kind ??
      Das alles paßt nicht – generell.
      Unlogisch.
      Publicity, Geschäft, Geschäftspartner, Öffentlichkeit, Einkommen – darum geht es.
      Marketingmaßnahme.
      Nicht ganz unelegant – aber nicht elegant genug, da durchschaubar.
      Denkt mal nach und nun beruhigt Euch ,mal wieder
      Natürlich wird meine Meinung vehement bestritten werden – klar – alles edle wunderbare Motive -wer das glauben will, mag es tun.
      Dafür kenne ich die Welt zu gut – was Mime sagt, was Mime meint…. bzw. will
      Man sollte immer alles hinterfragen – oder ?
      Springt nicht auf vorbeifahrende Züge, nur weil Euch die Farbe gefällt, fragt lieber, wohin es gehen soll – und vor allem
      WARUM !!!!!
      Bea

      • Danke Bea, Du sprichst mir sowas von aus der Seele. Leider ist mein Post vorhin gelöscht worden, war wohl zu unbequem lesen zu müssen, das man sich auf Kosten des eigenen Sohnes profilieren will, der mittlerweile, wie bei Twitter gepostet, genau wegen der Aktion der Mutter dumm angemacht wird. Aber nun hat man ja die Mühlen der Medien in gang gesetzt und kann natürlich nicht zugeben, das das ganze ein ihrem Kind mehr schadet, als eine nicht gewonnene Urkunde. Mir tut der Bub leid, der mit seinen 9 Jahren, die Tragweite dieser Aktion ganz sicher noch nicht erkennen konnte und es nun ausbaden muss.

        • Na, da wollen wir mal sehen, wie lange mein Kommentar hier bleibt.
          Für die Kinder ist das eine äußerst unangenehme Angelegenheit, ach, es wurde ja mit ihnen abgesprochen, habe ich gelesen – wohl kaum bis zur letzte Konsequenz.
          Man glaubt es ja nicht, was Leuten so einfällt in ihrem Drange.
          Bea

          • Danke Bea und Danico! Das ist auch meine Meinung! Ich habe kein Verständnis für so eine Mutter!

    • Räumt nur alle Hindernisse aus dem Weg. Schafft alles ab, was schwierig werden könnte. Ein Hoch auf die nächsten Generationen von Weicheiern….

  2. Danke für die Petition, eben unterschrieben. Vielleicht kann ich meinem Kind einmal das ersparen, was mir selbst immer tagelang Bauchschmerzen und nie irgendeine Urkunde gebracht hat…

    • Oh Gott und wenn Ihr Kind aus Versehen Spaß am Sport hat? Gewöhnen Sie es ihm dann ab, weil Sie früher auch keinen Spaß daran hatten‘?

  3. Super Christine! Danke Dir dafür!
    Ich habe es als Kind auch gehasst! Und war entsetzt, zu lesen, dass es diesen Mist immer noch gibt! Ich mache selbst sehr gerne und viel Sport, halte aber null und nichts davon, die Kinder in solche Wettbewerbssituationen zu zwingen.

  4. Dafuer wuerde ich Dich am Liebsten abknutschen. Ein Wettbewerb, an dem man gegen seinen Willen teilnehmen muss, genau so isses. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass das sog. „Sportfest“ so etwa ab der 5. oder 6. IRGENDjemandem Spass gemacht haette.

      • Oh sorry, das habe ich aus meinem Umfeld anders in Erinnerung. Der einzige Pluspunkt war der unterrichtsfreie Tag. Man koennte die Teilnahme ja freiwillig machen und das „Sportfest“ auf’s Wochenende oder auf den Nachmittag legen. Mal sehen, wer dann noch dabei waere.

    • Mir hat es Spaß gemacht und Freude bereitet. Vor allem als ich ab der 5. Klasse feststellen durfte, das ich doch in einigen Disziplinen so richtig gut war. Davon wusste ich als (eigentliche) Sportniete vorher nix. Dank der Bundesjugendspiele und dem Wettkampf mit vielen anderen, habe ich jahrelang Hochsprung und Dauerlauf betrieben. Nie Urkunden eingeheimst, aber jede Menge Spaß gehabt.
      Auch das Anfeuern der anderen war toll und tat gut.
      Schade, das es die Orientierungsläufe und Wandertage nicht mehr in allen Bundesländern gibt. Die waren auch toll!

    • Mir hat es auch keinen Spaß gemacht, war immer eine der Schlechtesten. Aber meine Eltern haben mir beigebracht, wie man mit so einer Situation umgeht, auch wenn einige Mitschüler gelästert haben.

    • Mir haben die Bundesjugendspiele Spaß gemacht und das obwohl ich nie eine Urkunde bekommen habe (Teilnahmeurkunde gab es bei uns nicht). Der Tag mit Freundinnen auf dem Sportplatz, die Freundinnen anfeuern, sich über seine persönlich Bestleistung mit den anderen freuen, das waren alles schöne Erlebnisse. Klar hätte ich mich auch über eine Urkunde gefreut, aber bei uns wurde niemand gehänselt, wenn er keine bekam.

  5. Hab auch grade unterzeichnet.
    Und auch dem Post zum Schulsport kann ich genau zustimmen.
    Die Sportlehrerin die im 4. Schuljahr meinte, wenn ich den Feldaufschwung jetzt noch nicht kann, würde ich ihn nie lernen, sorgte dafür, dass ich es in den Folgejahren nicht einmal mehr ernsthaft versuchte.
    Aber ich hatte auch immer nur solche Lehrer/innen, die keine Techniken etc. erklärten, sondern eine/n begabte/n Schüler/in (meist hatten die das alles im Verein gelernt) vorturnen ließen und dann konnte man schauen, wie man sich selbst um das Reck gewirbelt bekam.

    • Unterschreibst Du auch eine Petition gegen Mathe oder jedes andere beliebige Fach, in dem Du nicht so toll warst ?
      Seid Ihr die berühmt – berüchtigten Hubschraubereltern ohne jeden erdenklichen Leistungsanspruch ???
      Das endet spätestens im der Lehre oder weiterem bitterbös.
      Bea

      • Kinder, die z.B. LRS haben, erhalten einen Nachteilsausgleich dafür. Das ist moderne Pädagogik und finde ich sehr richtig so. Aber bei Sport wird der Körper bewertet. Das wiederum finde ich grundfalsch.

        • An meiner Schule (Stadtteilschule Bergstedt) bekommen die Kinder mit körperlichen Einschränkungen fürs Laufen oder Springen tatsächlich Nachteilsausgleich in Form von kürzerer Distanz oder Zeit-bzw. Entfernungs-Faktor!
          Hierfür sollte plädiert werden!

        • Also mal halblang: bei den Bundesjugendspielen wird nicht der Körper bewertet, sondern die Fitness in ganz bestimmten eingeschränkten Disziplinen. Wie bei vielen anderen Fähigkeiten ist das ein Produkt aus Fleiß und Begabung. Und die geforderten Leistungen sind trainierbar.

        • Ich kenne zwar nicht alle Lehrpläne aber in Hessen besteht die Sportnote zu 2/3 aus dem „mündlichen“ Anteil und nur 1/3 fachlich. Da kann auch der unsportliche Schüler eine gute Note bekommen, wenn er in Reflexionen mitarbeitet und Geräte mit auf und abbaut.
          Wie hier auch andere Schreiben wird in anderen Fächern nicht der Körper sondern der „Geist“ bewertet. Damit scheinen Sie ja keine Probleme zu haben. Und das in mehreren Fächern 2 mal pro Jahr. Und sollte ein Kind hier zu faul zum üben sein wird das auch andauernd gedemütigt und geht morgens aus dem Haus mit den Worten „Och nö ich hab heute Schule.“
          Die moderne Pädagogik hat sehr wohl auch in den Sportunterricht eingezogen. Im Studium haben wir in jeder Didaktikvorlesung (zu jeder Sportart eine) uns überlegt welche Differenzierungsmöglichkeiten es für die unsportlicheren unter uns gibt, damit diese genau die von Ihnen geforderten Erfolgserlebnisse und damit Spaß am Sport treiben bekommen.
          Ich würde mich an Ihrer Stelle mal informieren, wie die Lehrplanvorgaben in Ihrem Bundesland sind und inwieweit die von den Sportlehrern Ihrer Kinder umgesetzt werden. Gegen altes Eisen in Lehrerkollegien die ihren Unterricht wie vor 30 Jahren kann man leider nicht viel machen. Aber hier und in dem anderen Blogbeitrag den Schulsport so zu verteufeln ist eine Frechheit. Und unter bundesjugendspiele.de können Sie sich über die Bestimmungen genau informieren. Wenn Sie dann etwas schlauer sind können Sie an Ihrer Schule anregen, dass die Schule nicht den Wettkampf sondern den Wettbewerbsmodus wählt.
          Ich habe selber auch nie eine Urkunde erhalten, obwohl ich der schnellste in der Klasse und der zweitweiteste Springer war. Aber den Schlagball konnte ich einfach nicht gescheit werfen. Ups und jetzt bin ich Sportlehrer. Irgendwo hängt dann da wohl doch Ihre Argumentation, wie die Bundesjugendspiele die Einstellung zu Sport beeinflußen. In der Mathematik reicht ein Gegenbeispiel um eine Aussage zu widerlegen => q.e.d.
          Meine Eltern haben auch keine Petition gegen Kunst oder Musik eingereicht. Da habe ich auch morgens gesagt „Och nö Kunst“. Sie sollten froh sein, dass in Deutschland den Schülern ein so breites Bildungsangebot angeboten wird und da gehört es nunmal auch dazu sich durch Fächer zu quälen die man nicht so mag.
          Aber mal eben eine Petition zu starten und dann die Unterschriften zu sammeln die sich auch denken „Och die BJS waren doof“ und dann hirnlos unterschreiben. SUPER IDEE! Ich starte dann eine Petition „Kinder von alleinerziehenden Müttern dürfen nur noch auf die Hauptschule“ , damit sie und ihre Kinder ja nicht überfordert werden.
          Oder „Kinder die noch nicht schulreif erzogen wurden, müssen zu hause bleiben.“ Dann könnte ich mich auf Fachunterricht konzentrieren und müsste meine Pausenzeit nicht mit Schülergesprächen füllen. Schreiben Sie mir ne Email mir fallen nochmehr schwachsinnige Petitionen ein.
          Ich würde ja auch gerne Hausaufgaben in Sport geben. Z.b „Verbessere deine Ausdauerfähigkeit“ 2 Monate Zeit. Mit welcher Sportart das erreicht wird, wäre mir dabei egal. Bringt nix, weil das nur die sportlichen Schüler machen würden. Dabei müssten die sich über solche Hausaufgaben bitterböse beschweren. Wie soll denn ein Kind, dass Problemlos Langstrecken laufen kann, denn noch seine Ausdauerfähigkeit verbessern und somit eine gute Note bekommen? Und der übergewichtige Schüler, der aus gesundheitlichen Gründen nicht joggen sollte sondern mit gehen anfangen sollte und nach 2 Monaten mit dem Joggen anfangen könnte. Der macht das nicht, das wäre ja anstrengend und macht keinen Spaß. Dabei könnte er ohne große allgemeine sportliche Leistung aber führ ihn eine tolle Leistung eine 1 bekommen.
          Aber wie sollen Kinder auf die Arbeitswelt vorbereitet werden, wenn sie nie Wettbewerbssituationen ausgesetzt wird. Aber Sie gehen wahrscheinlich auch zu den Elternabenden von Ihren Kindern an der Universität.
          Bringen Sie Ihren Kindern doch lieber bei, mit unbeliebten Situationen umzugehen anstatt die Situationen abzuschaffen. Das Leben ist kein Ponyhof!
          Und zu guter letzt: Schauen Sie sich mal die Schulsituation allgemein an. Ich nenne hier mal 2 gravierende Punkte zu volle Klassen und zu hohe Arbeitslast für Lehrer: Die Lehrer in Hessen haben vergangene Woche gestreikt, weil Sie eine Nullrunde bekommen. Aber es ging dabei nicht nur um mehr Geld sondern ganz besonders um die Arbeitslast. Wir haben ein enormes Pensum an „Büroarbeit“ und anderen Dingen neben dem eigentlichen Unterricht zu erledigen und die meisten rackern sich den Arsch ab. Und dafür kriegen wir von der Gesellschaft zu hören „morgens rech und nachmittags frei“ „Ihr macht doch eh nur Ferien“ Dass wir außerhalb der Ferien teilweise locker auf 50-60 Stunden die Woche kommen und uns die Ferien verdienen und dort dann auch noch arbeiten sieht kaum einer. Ein 2tägiges Wochenende hat sich ja auch durchgesetzt, damit man sich nicht dumm und dämlich arbeitet. Der Lehrer arbeitet in der Regel auch ein Teil des Wochenendes und das ganze sobald sich die Klassenarbeiten auf dem Schreibtisch stapeln.
          Viele Kommentare zeigen dies ja hier auch. Hier wird von dem „Sportunterricht“ von vor 30 oder mehr Jahren auf den heutigen geschlossen.

      • Der passende Vergleich hierzu wäre der Sportunterricht den es gibt und der nicht abgeschafft werden soll. ;)

        Dieser Wettbewerb ist eher damit zu vergleichen alle Schüler die am Matheuntericht teilnehmen zu einem Mathematikwettbewerb zu zwingen.

        Klingt total blödsinnig?
        Wieso ist es bei Sport OK?

        • Es gibt Mathewettbewerbe, zu denen alle Kinder „gezwungen“ werden; z.B. „Känguru“. Da gibt es auch Teilnahmeurkunden und Preise für die Besten. In diesem Jahr hat mein Sohn sich geärgert, weil er einen wirklich schlechten Tag hatte. Dennoch möchte er nächstes Jahr unbedingt wieder mitmachen, weil er aus seinen Fehlern gelernt hat und das beweisen will. Auch bei den Bundesjugendspielen ist das so. Da wird dann gern am Wochenende auch mal extra geübt.
          Bei uns an der Schule heißen die Bundesjugendspiele einfach Sportfest. Das ist ein gemeinschaftstiftendes Ereignis. Und es ist wirklich ein Fest. So macht es allen größtenteils Spaß.
          Wenn der Umgang mit den Ergebnissen an einzelnen Schulen nicht gut sein sollte, dann liegt es an den Lehrern oder der Schulleitung aber nicht an den Bundesjugendspielen an sich.
          Es gibt so schon viel zu wenig Bewegungsmöglichkeiten für Kinder in den Städten, warum sollte man dann eine weitere abschaffen?
          Und die meisten Kinder empfinden Wettkampf nicht als schlimm.
          Es gehört dazu, um sich selbst kennen zu lernen und akzeptieren zu lernen, auch verlieren zu können, seine Grenzen zu kennen und sich über Ergebnisse, die ein Stück jenseits dieser Grenzen liegen, um so mehr zu freuen.

          • Zu dem angesprochenen Mathewettbewerb „Känguruh“ wird niemand gezwungen. In der Klasse meiner Tochter haben von 24 Schülern nur 4 mitgemacht.

          • Es sollte Ihnen aber schon klar sein, dass Sie hier Äpfel mit Birnen vergleichen? Vergleichbar mit Matheklausuren ist die Notenvergabe im regulären Sportunterricht, nach Prüfung der Leistung. Nicht jedoch die BJS. Scheint so manchem nicht einzuleuchten, dieser Unterschied.

  6. Das ist wirklich eine Petition, die ich aus vollem Herzen unterstütze und gerne unterschreibe! Als ich den Artikel bzw. die Petition las, wurden tatsächlich unangenehme Erinnerungen wach. Seltsam wie sich diese Gefühle in einem festbrennen, ich empfand die Bundesjugendspiele- genauso wie auch alle anderen erzwungenen Wettkampfsituationen im Sportunterricht- als furchtbar demütigend und erniedrigend. Dazu muss ich sagen, dass ich noch nicht einmal unsportlich bin – ich bin einfach nur überhaupt nicht der Typ für sportliche Wettkämpfe, ich bekomme schon beim Gedanken daran Bauchschmerzen und flattrige Knie. Was die BJS angeht hatte ich zum Glück sehr verständnisvolle Eltern, die diese jämmerliche Veranstaltung zum Glück genauso wenig unterstützen wollten und mir dementsprechend eine Entschuldigung ausstellten. Und nein, dass haben sie nicht zur Regel gemacht und alles andere auch entschuldigt. Sie haben einfach nur erkannt, dass diese Prüfungen nicht zu den lebensnotwendigen für ihre Tochter gehören und sie ihr diese Qualen ersparen können. Und aus mir ist trotzdem etwas geworden, ich habe mich sämtlichen Prüfungen des Lebens tapfer gestellt und sogar erfolgreich ein Studium absolviert. Ach ja, dazu fällt mir auch noch das ebenso beschämende „Gewählt werden“ im Sportunterricht ein..wenn man auf der Bank ausharren musste, bis sich jemand erbarmt hat einen aufzurufen. Oder der Sportlehrer mit seinem roten Zensurenbuch in der Hand, dem man dann vor allen Mitschülern etwas vorturnen sollte und er sich daraufhin eine Note aufschrieb. Das ist weder pädagogisch wertvoll, noch eine Vorbereitung auf das „harte“ Leben. Sport sollte Spaß machen und Wettkampfcharakter auf freiwilliger Basis haben. Diese sich erniedrigen lassen müssen sollte endlich ein Ende haben.

    • Ich war in der genau gleichen Situation.
      Und trotz der Tatsache, dass meine Eltern mir erlaubt haben von den Sportwettkämpfen fern zu bleiben, war ich in verschiedenen Sportvereinen (was mich aber trotzdem nicht zu einem sportliebenden Menschen gemacht hat ;) ).
      Und unsere Schule hatte neben den Bundesjugendspielen auch noch ein Nikolausturnier.

      Mal auf die Nase fallen und mit Konkurrenz umzugehen lernt man auch ohne Sportfeste.

  7. Hm. Da sind sich hier ja alle offenbar sehr einig. Trotzdem, ich sehe das am Ende doch etwas anders:

    Man sollte, sagen Sie, nicht nach einer Zufälligkeit wie Talent bewertet werden. Das sehe ich nicht so. Das ganze Leben bewertet uns nach Zufälligkeiten. Wer schnell im Kopf ist, hat bessere Noten, einen besseren Job und wird Vorstandsvorsitzender, während ein anderer es nur zum Sachbearbeiter in der Schadensabteilung bringt. Ungerecht? Na klar. Mancher ist schön, ein anderer kann gut reden. Ich kenne eine Frau, die schläft nur vier Stunden und publiziert auch deswegen viel mehr als ich. Das Leben schaut nur auf Ergebnisse. Wir müssen alle fortwährend damit leben, dass nicht alle unsere Bemühungen sich ebenso auszuzahlen wie die anderer Leute. Es ist gut, wenn wir Strategien gelernt haben, das nicht schwer zu nehmen.

    Kern meines Unbehagens ist aber noch etwas anderes: Viele meiner Freunde, ich auch, bilden an der Uni und in Behörden, Unternehmen, Kanzleien Berufsanfänger aus. In den letzten Jahren sind viele dieser jungen Menschen durch viel mehr positive Verstärkung und viel weniger direkte Kritik ausgebildet worden als frühere Generationen. Ihre Lehrer, auch ihre Eltern, haben sich bemüht, ihnen Inhalte interessant zu verpacken, ihnen langweilige Aufgaben wie Auswendiglernen zu ersparen, und dann sitzen sie also da. Sie sind klug, talentiert, nicht ganz 30, und scheitern reihenweise oder werden sehr, sehr unzufrieden. Weil sie natürlich – und alles andere als selbstverschuldet – erwarten, dass sie auch künftig interessante, abwechslungsreiche Aufgaben erledigen werden, für die sie positives Feedback erhalten. Wenn die Praxis das dann nicht einlöst, fühlen sie sich schlecht behandelt. Nun kann die Praxis das aber nicht einlösen, weil eigentlich jeder Job auch sehr fade Aufgaben beinhaltet. Und nicht jeder gute Praktiker ist ein geborener Pädagoge. Ich denke deswegen, dass es seinen guten Sinn hat, auch Kritik, Langeweile und faden Routinen Raum auch in der Ausbildung zu geben. Warum nicht bei den BJS.

    (Zudem: Ich mag mich täuschen, aber den meisten Kindern machen Sportfeste viel Freude. Wollen Sie denen nun auch den Spaß an Sport, Wettkampf und Siegen nehmen? Ich habe – wie fast alle meine Freunde – als Kind sowohl die BJS als auch „Jugend trainiert für Olympia“ geliebt, und ohne die Urkunden und Medaillen wäre das keine wahre Freude geworden, Sport lebt vom Wettkampf. Und Kinder wissen das: Mein Dreijähriger ist schon superscharf auf die Mini-Olympiaden und Rallyes in seiner Kita und kann ganz genau und stundenlang berichten, wer was kann. Für Urkunden und Preise hat er eine besonders schöne (aus dem Papierkorb gerettete …) Schachtel und schaut sie ab und zu beglückt an.)

    • Stockholm-Syndrom par excellence…und alles so widersprüchlich in sich. Das ganze Leben bewerte uns nach Zufälligkeiten. wie bitter ist das denn? Gehört das nicht schnellsten geändert? Sollte es nicht so sein, dass es nicht mehr dem Zufall überlassen wird, ob ein Kind später einer Tätigkeit nachgehen kann, die ihm Begeisterung, Freude und Zufriedenheit vermittelt? Das erreichen wir bestimmt nicht dadurch – und so hört es sich bei Ihnen an – dass wir Kinder systematisch frustrieren, damit es schon frühzeitig lernt, dass das Leben nicht nur Spaß mache.
      Der Typus Mensch, den Sie da beschreiben, der durch positive Verstärkung (übrigens die gleiche Waffe wie Bestrafung) durch die Mühlen der Schule und Wettbewerbssituationen wie die Bundesjugendspiele getrieben wurde, der nun mit 30 scheitert, unzufrieden und frustriert, scheitert nicht etwa, wie von Ihnen in fataler Fehleinschätzung vermutet, weil er zu wenig durch die Auswendiglernmühlen und quälende Langweilerdidaktik, gepaart mit demütigenden Konkurrenzkämpfen wie den Bundesjugendspielen der Schule geschickt wurde, sondern gerade deshalb. Und mit gerade fast 30 kann er dann eben nicht mehr. Weil er schon in der Schule gelernt hat, dass das Leben und Lernen eben keinen Spaß macht und auch nicht machen darf, sondern das Leben aus Dingen und Inhalten besteht, die er zu erledigen hat, weil man ihm das sagt. Weil Begeisterung, Neugier und die Suche nach dem eigenen Weg und den eigenen Begabungen sich schon in der Schule nicht nur nicht gelohnt haben, sondern systematisch abgetötet wurden. Weil in fataler Monolernkultur sich nicht die bei den Bundesjugendspielen messen durften, denen Begeisterung für diese Art des Wettbewerbs im Sport vermittelt werden konnte, sondern alle. Deshalb gehört ja der Sport ebenso wenig abgeschafft wie Mathe oder Latein oder Geschichte. Aber brauchen wir wirklich eine Gesellschaft, in der alle alles ein bisschen und immer ein bisschen besser können, damit wir auch bei Pisa immer etwas besser abschneiden? Nein, wir brauchen eine Gesellschaft – und das lohnt sich, schon den Kindern zu vermitteln – in der jeder seinen Platz, den er mit Begeisterung und seinen Begabungen nach besetzen kann, findet. Das erreichen die Bundesjugendspiele garantiert nicht, sie sind Teil der Schulkultur, die das verhindert. Wir brauchen begeisterte Sportler ebenso wie Rechtsanwälte, Ärzte, Köche, Verkäufer, Tischler, Lehrer etc etc. Leider hat man vor der Berufswahl schon verlernt, diesen Weg zu gehen.
      Das alles schreibt übrigens ein Mathe- und Sportlehrer, der sich über Jahre mit seiner Schulmannschaft Leichtathletik für das Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin qualifiziert hat. Mit Schülern, die sich mit ihrem ganzen Talent und Können freiwillig und mit Begeisterung den Mühen der leichtathletischen Disziplinen und Wettkämpfen unterworfen haben.

      Übrigens – wie wäre es denn mit einem jährlichen, bundesweiten, für Erwachsene verpflichtenden Cooper-Test (12 Minuten Laufen mit größtmöglicher Distanz). Das Ergebnis bestimmt dann mit über Einkommen. Schließlich soll gesunde Lebensführung mit entlohnt werden. Wer das für absurd hält – Glückwunsch – Prinzip verstanden!

      • Ihr Kommentar, Lenny, hört sich an, als würden Sie sich die Schule als eine Art Gegenentwurf zum Rest der Gesellschaft vorstellen, als eine Art Kuschelwelt, in der Kinder aus Begeisterung ausschließlich Dinge tun, die ihnen Spaß machen, und in denen bei der Bewertung keine absoluten Ergebnisse zählen, sondern jeder nur an seinen relativen Möglichkeiten gemessen wird.

        In der Praxis kommt es aber nicht darauf an, ob jemand so gut er kann, Brot gebacken oder Rechtsansprüche geprüft hat. Sondern nur, ob das Brot schmeckt oder die Bewertung stimmt. Ich lege auch keinerlei Wert darauf, ob mein Friseur mir die Haare aus Begeisterung oder aus Geldgier ordentlich schneidet. Die unter Pädagogen verbreitete Fehlannahme, dass Menschen Dinge, für die sie sich begeistern, auch automatisch gut beherrschen würden, und Durchhaltevermögen, Fleiß und Disziplin dann quasi von selbst nachfolgen, teile ich im Übrigen vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen in der Ausbildung explizit nicht. Ich denke, andersrum wird ein Schuh daraus: Wenn man etwas sehr gut kann, dann macht es auch Freude. Aber bis zu diesem Zeitpunkt hat man sehr lange und nicht immer gern geübt, geübt und geübt.

        Ich selbst bin im Übrigen nicht gern zu meinem sehr angesehenen, 900 Jahre alten und entsprechend traditionsreichen humanistischen Gymnasium gegangen. Die quälende Ödnis meiner – wegen zu wenig, nicht wegen zuviel Wettbewerb ausgesprochen langweiligen – Schulzeit hat bemerkenswerterweise aber nicht zu dem von Ihnen beschriebenen Szenario geführt. Meine Freunde und ich schlagen uns in unseren Jobs fast durchweg sehr gut, unter anderem auch deswegen, weil wir uns auch dann zusammenreißen, wenn eine Aufgabe einmal keinen Spaß macht und keinerlei Anlass für Begeisterung bietet.

        • Richtig. Lenny denkt verquert und mit Waldorf-Tunnelblick. Leider greift dieses Syndrom auch auf die Lehrer über. Da sollen in einem Land die Handschrift entfallen, in dem anderen Land die Schulnoten und in einem anderen generell die Fächer. Jeder macht das, wozu er Lust hat (was seine natürlichen Talente sind). Und wenn es anhängen ist. Nur nicht irgendwas fordern. Der junge Mensch könnte demotiviert werden oder frustriert. Und dann gar nichts mehr machen, also bocken. Oh Gott, oh Gott. Und gar keine Vergleiche, alles anonym. Daraus wird dann die Menschheit 2.0. Die , die gar nichts mehr kann, aber das alles ganz gechillt. Und die Eltern brauchen auch nichts mehr machen. Das Kind weiß schon, was es will. Praktisch. So ist allen geholfen. Aber diese Menschheit 2.0 wird es nicht weit bringen. Jeder Einwanderer zum Beispiel wird sie austricksen. Tolle Entwicklung.

          • Ach, daher weht der Wind? Wir müssen unsere Kinder „gegenüber Einwanderern“ fit machen?
            Herr Holzhausen, haben Sie Kinder? Ich hoffe, nicht.

          • Wer Angst hat vor Einwanderern ohne Schulabschluss, ohne Deutschkenntnisse und ohne Ausbildung, dem ist nicht zu helfen. Mit dem habe ich herzlich Mitleid. Was da schief gelaufen ist, muss ich mich fragen. Da nützen dann auch keine Bundesjugendspiele mehr.

          • an unsere allein arbeitende Mama und an Dirk,

            da habe ich micht etwas unklar ausgedrückt. Erstens gibt es sehr viele gut ausgebildete Einwanderer (an Dirk) und zweitens werden die nicht so verhätschelt und drittens habe ich einen Sohn und da muß ich schon aufpassen, dass der auch alles zum Leben Brauchbare mitbekommt, von der Familie oder von der Schule. Und zum Leben gehört nun halt das Miteinander von Menschen. Und da wird halt auch mal verglichen und es gibt ein Wettbewerb zwischen den Menschen. Und nicht jeder kann überall der Beste sein. Und das muß man als Kind und Jugendlicher erst mal lernen. Und wenn man all diesen Situationen aus den Weg geht, wird es nichts mit dem Miteinander. Man kann ja nicht verlieren. So findet man auch keine Spielkameraden, nur mal als Beispiel. Und wie Sie aus all den Kommentaren lesen, haben die meisten diese Sportfeste ohne Spätfolgen überlebt. Bitte mal darüber nachdenken.

      • Mich würde ja mal interessieren, wie eine funktionierende Gesellschaft aussehen soll, in der jeder nur das arbeitet, was ihn „Begeisterung, Freude und Zufriedenheit vermittel“. Da dürften ja so einige notwendige Arbeiten und Arbeitsstellen liegen bleiben.

        • Dann bringe ich an dieser Stelle noch das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel, das z.B. der Gründer und Inhaber des dm Drogeriemarktes, Götz Werner, befürwortet. Das wäre eine gute Gesellschaft.

          • Entschuldigung, das gehört zwar nicht zum thema, aber an der stelle muß ich doch mal kurz einhaken:

            Das BGE, wie es der Götz Werner oder auch andere fordern, würde ganz bestimmt keine bessere gesellschaft bedeuten.

            Das BGE soll die einzige sozialleistung sein, die es dann noch gäbe. Im gespräch sind beträge zwischen 625 und 660 €, von denen man für ca. 200€ seine krankenversicherung selbst kaufen muß, eventuell vorhandene kinder sind extra zu versichern. Davon kann man nicht leben, wenn man dann auch noch miete zahlen muß, nicht zu vergessen, daß es über die mehrwertsteuer finanziert werden soll (die dann auch auf miete zu entrichten ist), wodurch schon einmal die hälfte der kaufkraft ohnehin vorn herein weg wäre.

            Das bedeutet, daß niemand von dem BGE leben könnte, es sei denn man macht einen auf »lebenskünstler« und teilt sich mit mehreren personen eine einraumwohnung. Aber so möchte doch niemand leben, also muß um jeden preis eine bezahlte arbeit her.

            Das bedeutet, daß der druck, irgendeine lohnarbeit zu finden, erheblich verschärft werden würde.

            Und das soll eine »gute gesellschaft« sein? Das glaube, wer mag. Ich glaube das nicht.

    • Was hätten sie gesagt, wenn sie zwangsweise zur Teilnahme an „Jugend Forscht“ genötigt worden wären?

      Ich stimme Ihnen zu, dass mit der Jugend von heute nicht mehr viel los ist … aber:

      BJS sind keine Kritik. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Kritik und orchestrierter, zwangsweiser, einen Tag andauernder öffentlicher Demütigung. Wer keinen Sport kann, der holt sich seine Kritik in Form von Noten schon zur genüge im normalen Sportunterricht ab. Der braucht nicht zusätzlich eine Demütigungs-Veranstaltung. Eine Veranstaltung, die zu allem geeignet ist, nur nicht dazu, zu besseren sportlichen Leistungen zu motivieren.

      Bessere sportliche Leistungen erreicht man neben Motivation durch angeleitetes Training. Die BJS bieten diese nicht. Auch nicht in der Vorbereitung zu den BJS im Sportunterricht – wenn den so etwas wie Vorbereitung im Unterricht überhaupt stattfindet.

      • Ich habe kein Problem damit, auch einmal Dinge zu tun müssen, die ich nicht gern mache. Diese Dinge müssen auch erledigt werden, und ich hoffe, dass auch mein Sohn genug Disziplin mitbekommt, die Mühen der Ebene auf dem Weg ad astras nicht zu scheuen.

        (Ich habe im Übrigen sehr gern an den BJS, aber ebenso gern am Bundeswettbewerb Geschichte teilgenommen, und hätte mir, wäre die Teilnahme an „Jugend forscht“ verpflichtet, mir halt etwas einfallen lassen. Wenn das dann nicht das große Ding gewesen wäre, finde ich das nicht schlimm. Man kann nicht immer auf dem Treppchen stehen, das ist auch eine wichtige Erkenntnis.)

  8. Ach und noch etwas, ich bin sicherlich keine Helikoptermama oder völlig ohne Leistungsansprüche an mich oder mein Kind. Aber ich sehe es genauso wie Christine, hier geht es um Körperlichkeit die bewertet wird (und das noch nicht einmal zeitgemäß, im Gegenteil es wird einfach „über den Kamm geschoren“) und nicht um geistige Leistungen. Ganz einmal davon abgesehen, dass zum Beispiel Dinge wie Anstrengungsbereitschaft, diverse Lernschwächen etc. in die Leistungsbeurteilung der modernen Pädagogik Einzug gehalten haben. Auch das Stichwort Lerntyp spielt hier eine Rolle – all dies wird bei den BJS nicht berücksichtigt. Und bei Kindern und Jugendlichen spielt bereits sehr früh die Körperlichkeit eine Rolle – viele sind einfach gehemmt und sind gar nicht in der Lage, ihre Bestleitung zu bringen!

  9. Nachdem ich die auf Twitter gestartete Diskussion verfolgt habe und bereits einen Kommentar dazu abgegeben hatte, war ich gespannt, wie das in dem angekündigten Blogbeitrag klingen würde.
    Nun habe ich aber dennoch zwei Anmerkungenx:
    Wieso wird der Sport hier so herausgestellt? Auch bei anderen schulischen Aktivitäten ist man in einer Wettbewerbssituation. Ist es besser, im Kunstunterricht gesagt zu bekommen, dass man kein Talent habe? Beim Vorlesen zu „versagen“? In Mathematik doof dazustehen, weil man immer noch nicht ableiten kann?

    Außerdem: Wenn man durch die Abschaffung verhindern will, dass die, die bei den Bundesjugendspielen keine Sieger- oder Ehrenurkunde bekommen, sich als Verlierer fühlen – dann verhindert man gleichzeitig, dass sich die anderen gut fühlen, weil sie gewonnen haben.
    Und ich weiß wirklich nicht, ob ich „Du darfst nicht gewinnen, weil dann andere verlieren“ wirklich gut finden soll. Also klar, ich weiß das schon :D Aber ich hätte gerne, dass man darüber auch nachdenkt…

    • Denken Sie doch bitte erst einmal einen kurzen Augenblick nach, bevor sie alles wild durcheinander werfen und Äpfel mit Orangen gleichsetzen.

      Der Kunstunterricht ist das Gegenstück zum Sportunterricht, der hier gar nicht thematisiert wird. Wenn jedes Jahr alle Schüler, unabhängig von ihrer Begabung und Motivation, einen vollen Tag lang zur zwangsweisen Teilnahme an einem Mal- und Musizierwettbewerb verpflichtet würden, inklusive öffentlicher Beurkundung und Bewertung, dann wäre das vergleichbar mit den Bundesjugendspielen. Und ich würde der Abschaffung solch eines Unsinns ebenso zustimmen wie der Abschaffung der Bundesjugendspiele. Natürlich gibt es so eine unsinnige Kunstveranstaltung gar nicht, denn wenn es um etwas anderes als Sport geht, dann erkennt jeder die Absurdität einer solchen Veranstaltung.

      • Falsch, an der Schule meiner Tochter werden regelmäßig auch Kunstwettbewerbe veranstaltet, genauso wie Musikwettbewerbe. Das macht den Kindern immer besonders viel Spaß. Da ist Kreativität gefragt. Und auch die BJS werden hier von allen sehr geliebt.
        Ich selber war im Sport auch nicht der Bringer, habe aber in meiner Freizeit mit meiner Sportlehrerin als Trainer für die Klassen 1 bis 4 gejobbt. Gedemütigt gefühlt habe ich mich nie, auch wen ich nicht mit Medaillen und Urkunden nach Hause kam.

  10. Und weil das anscheinend gern überlesen wird – es geht hier vorallem um die Abschaffung der verpflichtenden Teilnahme an den BJS, wer freiwillig daran teilnehmen möchte und Spaß daran hat, Wettkämpfe auszufechten, dem soll doch weiterhin die Möglichkeit gegeben werden! Es geht auch nicht darum, dass eine „Zufälligkeit wie Talent“ bewertet wird, sondern vorallem darum, dass die völlig unterschiedlichen körperlichen Vorraussetzungen absolut nicht berücksichtigt werden und die Bewertung nicht zeitgemäß erfolgt. Auch wird zum Beispiel gar keine Geschlechtertrennung bei der Durchführung in Erwägung gezogen, obwohl Studien ergeben haben, dass die Leistungen beider Geschlechter definitiv besser ausfallen, wenn das jeweils andere nicht zugegen ist!

    • Mich würde mal interessieren, was Sie unter zeitgemäßer Beurteilung verstehen? Soll jetzt für jedes Kind ein individueller Fahrplan durchs Leben erstellt werden, damit er immer nur positive Erlebnisse hat?

  11. Danke für die Petition, gleich unterzeichnet. Ich habe die BJS gehasst, selbst wenn ich mich richtig angestrengt habe, habe ich nie Punkte gekriegt. Und der übliche Sportunterricht war auch furchtbar, Sommer Athletik, Winter Geräte. Ich konnte nichts, aber hauptsächlich, weil unsere Sportlehrerinnen einem nichts beibringen konnten. Ein Jahr hatten wir eine fähige und plötzlich könnte ich fast alles! Und ich mache gern Sport, Wandern, Schwimmen, Tai Chi, Tanzen, Federball, bloß keinen Schulsport!

  12. Liebe mama arbeitet,

    es ist mir jetzt einfach ein Bedürfnis Ihnen zu schreiben, Ihnen ganz persönlich. Ich hab da nix von in den Kommentaren veröffentlicht zu werden, dürfen Sie aber natürlich machen. Ich möchte nur um Eines bitten, stecken Sie mich bitte nicht zu den ‚Hatern‘, die Sie eben erwähnt haben. ich hab nur einfach eine andere Meinung.

    Sie rufen eine Petition ins Leben, weil Ihnen und Ihren Kindern etwas nicht gefällt. Überspitzt gesprochen. Das dürfen und das können Sie. Sie machen das natürlich in bester Absicht, weil sie denken das keinem Kind die Bundesjugendspiele gefallen. Oder höchstens irgendwelchen Sportskanonen…und die sind ja sowieso grundsätzlich fiese Mobber.
    Das ist aber nicht so. Es gibt sehr viele Menschen (und Kinder) die Sport sehr gerne mögen. Und wenn man Sport mag, dann mag man auch den Wettkampf. Problem hierbei, wenn Sie einfach kein Sportler sind, dann werden Sie das nicht nachvollziehen. Aber vielleicht akzeptieren Sie es einfach? So wie ich akzeptiere das nicht jeder gerne trainiert. Auch das hat ja durchaus gesellschaftliche Aspekte, eine gut trainierte Gesellschaft würde sich über Herzkranzgefäßverfettug/ Bandscheibenvorfall/ Kniedefekten sehr viel weniger Gedanken machen. Ich käme trotzdem nicht auf die Idee eine Petition ins Leben zu rufen zum Zwangssport zweimal die Woche für alle Bürger.

    Jetzt haben Sie wahrscheinlich die Finger schon auf der Tastatur um mir zu schreiben das ich ja soviel Wettkampf machen kann wie ich will, im verein. Aber doch nicht in der Schule.
    Und das ist genau Ihr Trugschluss. Denn genau dazu ist die Schule da. Sie ist breit gefächert. Sie zeigt den Schülern möglichst alle Facetten. Dazu gehört neben den Hauptfächern Musik, Kunst, das breite Spektrum der Naturwissenschaften, Religion/ Philosophie und eben auch Sport. Und ja, da ist mit einer Sicherheit von 100% etwas dabei was man ätzend findet, was man nicht gut kann, wo man sich schämt. Das liegt in der Natur der Sache, dass in einer Klasse nicht 1 Kind sitzt auf das das Programm zugeschnitten wird, sondern 30.
    Ihre Tochter findet es nicht schlimm wenn ihre intellektuellen Leistungen bewertet werden, wohl aber ihre sportlichen Leistungen. (Im übrigen sind auch intellektuelle Leistungen körperlich, denn das Gehirn ist auch nur ein Organ so wie der Quadriceps, nur am Rande.) Vielleicht ist das ein kleines wenig die Arroganz der Intellektuellen. Denn ich gehe einfach mal davon aus, dass Ihre Tochter eher eine gute Schülerin ist. Klug, mit schneller Auffassungsgabe. Natürlich findet sie das völlig okay wenn Ihre intellektuellen Fähigkeiten bewertet werden, die sind ja auch prima. Jeder ist gerne gut. Und wenn sie mal eine schlechte Note kassiert, dann weiß sie das sie einfach zu faul war die Vokabeln zu lernen und deshalb den Test verhauen hat. Ist ärgerlich, kratzt aber nicht am Selbstwert, denn man weiß ja wie man es besser machen kann.

    Was ist aber mit denen, die schlecht spontan verstehen oder schlecht im kreativen Sektor sind, die aber gut trainieren können? Dürfen die Kunst und Musik für sich abschaffen und die Lücken im Stundenplan mit Sport auffüllen?

    Oder ist es nicht vielmehr gut, wenn unsere Kinder, solange sie Kinder sind, breit gefächert beschult werden? Um auch mal etwas zu probieren was man von sich aus nicht gemacht hätte. Das Ergebnis kann sein das es einem doch gefällt, oder das man es wirklich nicht mag. Aber genau dafür ist die Schule da, zum ausprobieren und zum Vielfältig sein. Denn Fachidioten, die jeden Tag das gleiche machen ’never change a winning team‘ dürfen wir ja dann unser ganzes Erwachsenenleben sein.

    Liebe Grüße, Eva

    (die schon mit 6 wusste was sie werden will und deshalb gut auf Kunst und Musik hätte verzichten können…und die heute trotzdem froh ist das alles gelernt zu haben. Und sei es nur für Quizduell ;) )

    • Liebe Eva,

      nein – ich rufe diese Petition nicht für meine Kinder ins Leben, das wäre albern. Sondern wegen der enormen Resonanz auf den Tweet vom Freitag, das steht ja auch im Text.

      • Warum denn sonst hast Du das angefangen?
        Hättest Du keine heulenden Kinder, die nicht gern teilnehmen, wär Dir das nie in den Kopf gekommen.
        Ist doch mal glasklar – also sei sachlich !
        Bea

    • Liebe Eva, obwohl ich mich sehr über ihren freundlichen Ton freue, ärgert es mich, wie in den Kommentaren hier alles durcheinander geworfen wird.

      Sie müssen schon genauer lesen und verstehen, worum es eigentlich geht. Natürlich werden weder der Kunst- noch der Musikunterricht abgeschafft, ebenso wenig wie hier der Sportunterricht abgeschafft werden soll. Die Petition bezieht sich ausschließlich auf die Abschaffung der Bundesjugendspiele, oder zumindest der zwangsweisen Teilnahme daran. In keinem anderen Schulfach gibt es einen jährlichen,verpflichtenden Zwangswettbewerb wie bei den Bundesjugendspielen, an dem jeder unabhängig von Begabung und Motivation teilnehmen muss. Gibt es nicht. Nicht in Mathematik, nicht in Kunst, nicht in Musik, nicht in Rechtschreibung. Diese Tatsache müssen sie schon begreifen, wenn sie eine sinnvolle Diskussion führen wollen.

      Es geht hier eben nicht darum, Sport anders zu behandeln als andere Fächer, weil man persönlich keinen Sport mag. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Sport wird und wurde durch die Bundesjugendspiele anders behandelt als andere Fächer, und eben diese Sonderbehandlung soll ihr abgeschafft werden.

      Nicht die Autorin der Petition möchte ein Fach gesondert behandelt sehen, weil sie es persönlich nicht mag – aber Kommentatoren wie Sie und ein Dutzend andere sind offenbar der festen Überzeugung, dieses Fach dürfe und solle weiterhin anders behandelt werden als andere Schulfächer, einfach nur weil diese Sonderbehandliung einigen Menschen Freude macht (und wen interessieren schon die anderen., die darunter leiden).

      Bitte hören sie auf, diesen Vorschlag damit zu beantworten, dass man ja auch nicht den Musik- und Kunstunterricht abschafft. Das ist in überhaupt keiner Weise vergleichbar mit dem, was diese Petition fordert. Ich hoffe, das verstehen sie nun.

      • Lieber Martin,
        Ich bezweifle, das es den Leuten welche diese Petition unterzeichnen um die Abschaffung einer „Sonderstellung§ des Unterrichtsfaches Sport geht. Man kann hier und auch auf Twitter nämlich reihenweise lesen, was zur Unterschrift bewegt. „Ich habe es gehasst“ lautet die Begründung der meisten Befürworter und was man hasst gehört halt abgeschafft.

    • Liebe Eva,

      du schriebst: „wenn man Sport mag, dann mag man auch den Wettkampf“. Das stimmt aber nicht! Zumindest nicht in jedem Fall. Ich mag Sport (jetzt, nach Jahren, endlich wieder, nachdem er mir in der Schule und bei Veranstaltungen wie den BJS gründlich vermiest wurde). Ich gehe leidenschaftlich gern schwimmen, radfahren und besonders gern spiele ich mit meinen Freunden Volleyball. Aber ich mag keine Wettkämpfe. Wettkämpfe vermiesen mir die Lust am Sport. Der Sport sollte doch dazu da sein um Spaß zu machen, um Freude an der körperlichen Bewegung zu haben. Das ist bei mir der Fall, aber nur, so lange ich nicht in eine alberne Wettbewerbssituation gezwungen werde. Im Leben gibt es schon genug Wettbewerb – da muss ich das nicht beim Sport auch noch haben.

  13. Unterschrieben. Weil die Forderung wichtig ist. Und richtig. Die Bundesjugendspiele traumatisieren nicht wenige junge Menschen. Und das seit Jahrzehnten. Ich selbst war noch nie ein sonderlich sportlicher Mensch und zudem nicht mit einem von meiner Außenwelt wie auch von mir selbst akzeptierten Körperbau gesegnet. Die BJS waren für mich blanker Horror, denn ich wusste, dass ich – egal mit welcher Trainingsanstrengung – nie „die Norm“ erfüllen würde. Die Hänseleien von Mitschüler_innen und die Unsensibilitäten der Lehrer_innen taten ihr übriges. Kein Mensch sollte diesen erzwungenen Drill durchleiden müssen. Gerade Kindern und Jugendlichen sollte ein positives Körpergefühl und eine uneingeschränkte Akzeptanz ihrer jeweiligen körperlichen Fähigkeiten vermittelt werden.

    • Zitat Hannes: „Und richtig. Die Bundesjugendspiele traumatisieren nicht wenige junge Menschen. Und das seit Jahrzehnten.“
      Ich finde Ihre Äußerung – gelinde gesagt- sehr verstörend. Generationen traumatisierter Kinder und Jugendlicher wurden Ihrer Ansicht nach durch die Bundesjugendspiele generiert?
      Eine Nummer kleiner geht es nicht? Wir haben schon ein RITALIN Problem, seit Jahren, nun haben wir die andere Hälfte des teutonischen Nachwuchses auf des Psychiaters Couch liegen. Traumatisiert – durch die Bundesjugendspiele. Finden Sie nicht, dass das Slapstick in Reinkultur ist?
      Das „Danke“ der Bloggerin , die diesen Nonsense losgetreten hat, an „Hannes“, entlarvt die gesamte Aktion als das was sie ist: unnötig und kontraproduktiv im Sinne des Kindeswohles.

  14. Liebe Christine,

    ich erlaube mir, Dein Einverständnis vorausgesetzt, meine Antwort auf Deine Petition, hier zu verlinken:
    https://mrscgn.wordpress.com/2015/06/21/keep-cool-competitive-warum-ich-in-wettbewerben-nichts-boses-sehe/

    Auch ich gehöre zu jenen, die Deine Petition für falsch halten:
    Zum einen ist sie aus meiner Sicht ein falsches Signal an die Kinder, die merken, dass ihnen die Mama das Hindernis aus dem Weg räumt, wenn sie sich schlecht fühlen. Wobei die Frage, warum sie sich wirklich mies fühlen, m.E. außer Acht gelassen wird: Es ist ja nicht der Wettbewerb an sich, sondern der Umgang der einen Schüler mit den anderen. Das kann man schlecht den BJS anlasten. Zum anderen ist die Petition für mich falsch, weil es den Wettbewerb einseitig verteufelt, ohne auch nur im Ansatz den Sinn eines Wettbewerbs zu hinterfragen. Denn Wettbewerb ist nicht per se böse. Wettbewerb spornt uns an, treibt uns an, Verbesserungen zu erzielen, und zwar auch dann, wenn es nicht um Sport geht.

  15. können wir dann bitte auch gleich die schulaufgaben und sämtliche leistungsbewertungen abschaffen? die haben mich nämlich viel mehr gekratzt als die teilnehmerurkunde der bundesjugendspiele.
    dann gibt es eben kinder die sportliche wettkämpfe nicht mögen. wie viele schüler sind froh wenigstens im sport mal ne urkunde zu bekommen wenns in mathe schon nichts wird?
    traumatisieren. jetzt hört sich aber alles auf! wir leben in einer gesellschaft in der leistung gebracht werden muss. die kinder müssen lernen, dass man sich mal durchkämpfen muss, dass man nicht immer gut sein kann und vor allem müssen sie lernen mit rückschlägen und unangenehmen situationen klar zu kommen. liebe mama, steh deinen kindern lieber bei und hilf ihnen an erfahrungen zu wachsen, statt sie in watte zu packen!

    • Ich habe eine Urkunde bekommen für „Platz 15 von 15“. Seither habe ich Sport gehasst. Und hasse ihn heute immer noch, obwohl es sicherlich einzelne Sportarten gäbe, die mir auch liegen würden. So viel zum Thema „nicht traumatisieren“. Und nein, ich war nicht stolz drauf, „mal ’ne Urkunde“ zu bekommen. Für den sprichwörtlich letzten Platz belohnt zu werden war fast schlimmer als alles, was die Bullies vom Schulhof einem antun konnten.

      Außerdem verallgemeinern Sie viel zu sehr: Es soll ja nur die PFLICHTTEILNAHME an den Bundesjugendspielen abgeschafft werden, nicht der Sportunterricht an sich. Wer meint, es sei toll, für den letzten Platz belohnt zu werden, der kann ja auch weiterhin dran teilnehmen. Nur wer es nicht möchte, der sollte nicht gezwungen werden.

      Und über den Sportunterricht ist ja immer noch für genug Demütigung gesorgt.

  16. Sofort unterschrieben und auf Facebook geteilt. Ich habe es damals gehasst und morgen hat mein älterer Sohn seine ersten Bundesjugendspiele. Vermutlich ist es das letzte Mal, dass er vor ihnen so ruhig einschläft. Meine Gespräche mit anderen Eltern haben ergeben, dass die meisten die Bundesjugendspiele als Kind gehasst haben und nur deren Kinder sie heute auch schrecklich finden. Nur die Sportskanonen lieben sie, aber die können ihre Bestätigung ja wohl auch im Verein holen.

    • Als ehemals kleines dürres Mädchen ohne jegliche Kraft habe ich die „BJS“ auch gehasst und hasse sie immer noch. Gut abgeschnitten haben da nur die Naturtalente oder bereits gut trainierte Sportvereinsmitglieder. Vorab zielgerichtetes Training im Sportunterricht gab es für die „Spiele“ jedenfalls nicht. Vielleicht ein-, zweimal Werfen und Weitsprungversuche ohne große Anleitung eine Woche vorher, das wars dann…. Sehr motivierend, wirklich. Und das schreibe ich als jemand, die seit vielen Jahren unter anderem gerne läuft (auch Halbmarathon), Rad fährt, wandert…

  17. Ja, nee, das ist schon klar. Man sollte die armen Menschen unbedingt vor jeglichem Wettbewerb schützen, auf den sie keine Lust haben. Das geht ja schließlich auch total am realen Leben vorbei, also z.B. wenn sie sich um einen Job bewerben oder eine Wohnung mieten möchten.

    Klar kann man sich eine andere Gesellschaftsform wünschen, als die derzeit dominante. Aber ist es wirklich eine Fähigkeit, nicht damit umgehen zu können, weil man immer davor beschützt wurde? Die jeweils relevante Prüfungskommission wir da sicher auch total viel Verständnis haben.

    Die kritische Reflektion der Verhältnisse muß das doch nicht ausschließen.

    Grundgütiger. Allein schon der Euphemismus der „Siegerurkunde“ war ja schon immer ein fadenscheiniges Zugeständnis und die allererste Ehrenurkunde war mit der Unterschrift des damals vorvorletzten Bundespräsidenten versehen.

    Sind Sie schon mal bei einem Volkslauf mitgerannt? Konnten Sie sich schon mal über einen Platz 9871 von 15321 in Ihrer Altersklasse freuen, weil sie einfach nur besser waren, als im Vorjahr? Weil sie trotz — meinetwegen einer Knie-OP — wieder fit sind?

    Im ständigen Wettbewerb um das, was einem wichtig ist, eigene Maßstäbe setzen, die für einen selbst relevant sind; das entwickeln, wofür man kämpfen will. Darum geht’s doch. Und das will gelernt sein.

    Und wenn man dann mal in einen Wettbewerb gerät, der einem — mit Verlaub — am Arsch vorbeigeht, weil Sport oder sonstwas einfach nicht den eigenen Stärken entspricht, dann muß man halt mit dem Platz am Ende der Tabelle leben. Ist doch auch nicht so wichtig, weil man ja andere Prioritäten hat.

    Kurz gesagt: Nicht der Wettbewerb ist das Problem, sondern die eigene Sichtweise.

    • Eine gute Begründung, ein Quentchen Ironie und ordentlich Realismus – danke für diesen Kommentar.

      Ich war als Einzelkind aus dem Tennisverein die schlacksige Null neben den durchtrainierten Icehockey- und Fußball-Fanatikern. Die Teilnehmerurkunde habe ich noch immer, die Erniedrigung längst verdrängt.

      Bewegung war wichtig und wird immer wichtiger. Siehe andere Kommentare – man kümmere sich bitte um die Ausbildung der Lehrkräfte oder um ausgewogene Geschlechterverhältnisse, aber es ist nun mal eine kompetitive Gesellschaft und, um es à la Louis CK zu pointieren: „If your child won’t survive touching nuts, maybe it wasn’t meant to reach adulthood.“

      (Dies ist natürlich eine harsche Übertreibung, als Mittel zum Zweck lediglich gedacht.)

  18. Unser Sportfest war für alle Pflicht, die Mathe-Olympiade (ebenfalls Wettbewerb) jedoch freiwillig. Den Unterschied habe ich damals schon nicht verstanden..
    Ich finde die Petition gut und bin dabei.

  19. Wettbewerbe dieser Art resultieren doch noch aus einer Zeit, in der für Volk und Vaterland gekämpft wurde.
    Kanonenfutter musste hart wie Kruppstahl sein, zäh wie Leder und flink wie ein Wiesel.
    Wenn überhaupt BJS dann auf absolut freiwilliger Basis. Absolut heißt, auch keine Extranote in Sport oder so, damit existiert schon wieder ein Druckmittel. Warum muss alles immer an Leistungen gekoppelt sein?

    • Die Bundesjugendspiele gibt es seit 1951/52. Sie wurden somit einige Jahre _nach_ Kriegsende ins Leben gerufen.

      Die Bundesjugendspiele sind übrigens ein Beschluss der Kultusministerkonferenz. Das bedeutet rein organisatorisch, dass die Bundesländer bzw. deren allgemeinbildende Schulen an den Beschluss gebunden sind und der Bund sich in eine eventuelle Entscheidung über ihre Abschaffung oder Änderungen der Konditionen gar nicht einmischen darf.

      Die Petition müsste also theoretisch jedem Länderparlament einzeln zur Abstimmung vorgelegt werden, damit entweder die Teilnahmepflicht oder die Veranstaltung an sich abgeschafft wird. Stelle ich mir gelinde gesagt derzeit ziemlich aussichtslos vor, aber danke für die interessante Diskussion.

  20. Bundesjugendspiele waren im Teenageralter immer ein sehr beliebter Tag zum schwänzen! In der 9ten Klasse ist selbst unsere Klassenlehrerin mal nicht aufgetaucht!
    Da ich auch immer „nur“ Teilnehmerurkunden bekam und das als Tatsache ansah, hab ich mir auch nie wirklich Mühe gegeben. Es eher über mich ergehen lassen. Die Veranstaltung war bei der Masse an Schülern auch eher Fließbandarbeit ohne Motivation oder Ansporn seitens der Lehrer.
    Völlig unnützer Tag, der besser mit Schulunterricht gefüllt werden könnte. Sportbegeisterte Schüler, oder ähnliche Veranstaltungen können gerne im Form des Sportunterrichts im kleinen Rahmen oder in Form einer freiwilligen AG am Nachmittag stattfinden.
    Von daher hab ich sehr sehr gerne mit unterzeichnet!

  21. Danke, Christine, für diese Petition ! Das wurde eigentlich Zeit !
    Schließlich gibt es ja auch z.B. keine Bundesenglischspiele (bei denen jeder ausgelacht wird, der kein korrektes th aussprechen kann).
    Viele Grüße

  22. Ich fand es damals auch immer blöd. Wir mädels aus der Klasse hatten dann immer unsere Tage und konnten leider nicht mitmachen. Egal wie doll man sich vorher angestrengt hat, ich hatte immer nur eine Teilnehmerurkunde. Ganz schrecklich war das… und ich war nicht unsportlich. Werfen kann ich bis heute nicht weit.

  23. Liebe Christine,
    danke, danke, danke für diese Idee und diese Aktion. Meine Schulzeit liegt jetzt schon eine ganze Weile hinter mir (Abitur 2004) und doch kann ich sagen, dass die Erlebnisse im Sportunterricht mich bis heute beeinflussen. Ich war auch eins der Kinder, das als allerletztes noch auf der Bank saß, weil keine Mannschaft mich haben wollte. Ich war „unsportlich“. Wie man allerdings in etwas besser werden soll, indem man jahrelang auf der Ersatzbank sitzt und immer nur hämische Kommentare von seinen Mitschülern erntet, wenn man sich an Turnübungen versucht, habe ich bis heute nicht verstanden,
    Das größte Greuel waren tatsächlich die Bundesjugendspiele, wo dann das sportliche Versagen vor den Augen aller zelebriert wurde. Und das ist meiner Meinung nach nicht vergleichbar mit zB dem Versagen in Mathematik! In anderen Unterrichtsfächern gab es kein solches Vorführen der Schwächeren (bei uns musste niemand an der Tafel vorrechnen, der sich nicht freiwillig gemeldet hatte).
    Deshalb ist deine Petition richtig und wichtig! Ich unterschreibe sie und leite sie weiter.

  24. DANKE! Für die Petition – aber vor allem dafür, das mal öffentlich zu sagen. WIe lange dachte ich, ich sei die einzige auf der Welt, die Angst vor den Bundesyjugendspielen hatte… Statt einer Abschaffung plädiere ich jedoch eher dafür, das ganze etwas sensibler zu handhaben. Mit mehr Spaß, weniger Verbissenheit. Und weniger leistungsdruck. Und ohne die entsetzlichen Urkunden. Ich unterschreibe die Petition trotzdem, da ich es gut finde, abgestandenen Mief mal durchzuquirlen.

  25. Ich kann die Argumente für die Petition verstehen, gebe jedoch zu bedenken, dass wir Chancengleichtheit nie herstellen können. Aber genau dieser Trend, dass jeder zu jeder Zeit immer noch alles erreichen können muss, hat zu abstrusen Situationen geführt, die letztlich allen abträglich sind.

    Was ist so schlimm daran, wenn jemand – sagen wir längere Beine hat – und damit schneller laufen kann als andere? Dafür können andere besser singen (auch körperliche Ursachen).

    Ich bin sicher, wenn wir eine Petition gegen den Matheunterricht machen, dann finden wir auch viele, die Mathe lieber heute als morgen abschaffen möchten. Ich bin sogar sicher, dass wir für JEDES Fach eine riesige Menge finden, die das jeweilige Fach gehasst haben und es abgeschafft wissen möchten.

    Was bleibt am Ende übrig? Eine miese Ausbildung.

    Vielleicht sollten Lehrer besser ausgebildet werden, um mit dieser Situation besser umzugehen? Man kann nicht seinem ganzen Leben Anstrengungen aus dem Weg gehen. Das Leben ist voll von ChancenUNgleichheiten; je früher man das akzeptiert und lernt, damit umzugehen, desto besser.

    Vielleicht ist das Abschaffen der BJS eine gute Idee, vielleicht auch nicht. Aber die Gründe dafür sollten sachlicher und differenzierter abgewogen werden.

    • Was ich hier im Blog in erster Linie will, Dirk, ist eine Diskussion anzustoßen. Wenn ich eine politische Aktion hätte machen wollen, dann hätte ich das ganz anders aufgezogen. ;)

  26. Hallo Christine!
    Ich verstehe deine Punkte voll und ganz, allerdings mag ich mich nicht wirklich ganz klar „gegen“ Bundesjugendspiele aussprechen. Denn ich halte es durchaus für wichtig, seine eigenen Grenzen zu kennen und auch zu lernen mit Niederlagen umzugehen. So wie sich der Sportunterricht im Allgemeinen und Sportwettbewerbe im Besonderen gestalten, muss man sich aber auch die Frage stellen, inwieweit diese nicht eher demotivieren. Und gerade in einer Zeit, in der wir Menschen immer mobiler werden und uns dabei immer weniger bewegen, sollte mehr Freude an Sport und Bewegung vermittelt werden – ich finde deinen Ansatz in dem verlinkten Artikel unter anderem auch Yoga etc. anzubieten total gut. Eine Idee, die mir im Kopf rumschwebt ist etwas mehr Mannschaftssport in Kooperation mit den Sportvereinen in der Umgebung anzubieten.
    Alles in allem wäre ich in jedem Fall für eine neue Orientierung des Sportunterrichts und der Jugendspiele.

  27. Ich kann mich der Argumentation von Christine nur voll anschließen.
    Endlich weg mit den ollen „Reichsjugendspielen“!

    Sportunterricht in der Schue sollte einen Ausgleich zum vielen Sitzen bieten und eine gewisse Grundfitness vermitteln. Und nicht unbedingt auf tolle Zensuren für Kinder herauslaufen, die Vereinssport betreiben, und für alle anderen nur Krampf und ewiges Versagen bedeuten. Mir hat der Schulsport jedenfalls lange Jahre die Freude an Bewegung genommen und geradezu lächerliche Vorbehalte in mir erzeugt.

  28. Ja, ja, ja. Ich habe die BJS gehasst, mein Kind hasst sie und musste in diesem Jahr wegen einer Fußverletzung zwar nicht teilnehmen, aber auf Krücken mit dem Klemmbrett den ganzen Vormittag lang mitgehen, ohne sich einmal hinsetzen zu können. Sonst wäre die Aufsicht nicht gegeben gewesen, weil ja die ganze Schule mitmacht.
    Ich kritisiere nicht den Wettbewerb der BJS, sondern das Pflichtverständnis, das dahinter steckt. Es gibt kein Entrinnen. Egal ob verletzt oder krank oder was auch immer, die Schüler müssen, sofern sie in die Schule gehen können, mindestens dabei sein, ab besten aber mitmachen. Egal wie das Wetter ist, die BJS werden gnadenlos durchgezogen. Wir haben hier in der Gegend in einem Jahr zig Kinder gehabt, die bei extremer Hitze und praller Sonne bei den BJS kollabiert sind – bis hin zum Großeinsatz des Rettungsdienstes. Egal. BJS sind angeordnet und finden statt.
    Diese Art des unbedingten Gehorsams ist es, die ich kritisiere, nicht den Wettbewerbsgedanken an sich. Kinder müssen damit leben, dass sie mal besser und mal schlechter sind. Das ist im Unterricht ganz normal. Aber Bundesjugendspiele sind kein Unterricht, sondern irgendein Wettkampf, der irgendwann mal in Stein gemeißelt wurde und der offenbar unkaputtbar ist. Abgesehen davon, dass in Zeiten, in denen laufend Unterricht ausfällt, auch noch ein ganze Tag für einen sinnlosen Wettbewerb drangegeben wird.

  29. Was es alles gibt?!?! Wenn es eine Pedition geben würde, die ausgebildete Sportlehrer fordert würde ich das unterschreiben. Die Folge dieser Pedition wäre noch weniger Schulsport, noch mehr Bewegungslegastheniker, eine noch ungesündere Lebensweise der Kids. Also für mich geht das in die völlig falsche Richtung!

    • Ich würde Dir zustimmen, wenn im Sportunterricht an Defiziten gearbeitet würde, wie es in Mathe oder Englisch geschieht. Sport war (und ist) eher eine Dokumentation dessen, was schon da ist. In den paar Sportstunden pro Woche können Kinder nichts grundlegend neues Lernen. Wer eher ein Grobmotoriker ist, wird am Barren nicht mehr schaffen, als sich mal aufzustützen. Wenn der Trizeps ausreicht. Üben? Klar. Geräteturnen geht als Hausaufgabe ja hervorragend.
      Wer sowieso Sport treibt, hat im Sportunterricht automatisch gute Noten. Die, die, wie ich, „ihren“ Sport erst spät finden, sind bis dahin als Sportnieten stigatisiert. Weil Kraft, Geschick und Kondition nicht aus dem Buch gelernt werden können sondern weit mehr als drei oder vier Sportstunden pro Woche in Anspruch nehmen.
      Sport gehört in die Schule, aber nicht als Leistungsüberprüfung mit Noten von 1-6 und nicht als Wettbewerb mit Punkten.

    • Wenn es eine Petition (!) gäbe, die verpflichtenden Gebrauch des Dudens verlangte, damit man Fremdwörter richtig schreibt – ich würde sofort unterzeichnen …

  30. Liebe Christine Finke,
    schon unterschrieben – mein 12-Jähriges Ich sendet dankbare Grüße und verdrückt ein paar Tränen der Rührung. Da es in den 90er Jahren in Bayern noch noch einmal Teilnahme-Urkunden gab, brachte ich nie was mit nach Hause. Für meine sportliche Familie (alle immer Ehrenurkunden) ein Drama. Für mich war die Abwertung vor der Peer Group wirklich am schlimmsten, aber noch schlimmer waren fast die unsensiblen Lehrer. Anstatt sich um die Unsportlichen zu kümmern (sind doch Pädagogen, oder?), haben sie sich nicht besser verhalten als meine sportlichen Mitschülerinnen. Es war ein Graus. Was ich bis heute nicht verstehe: Warum dieser Leistungszwang im Sportunterricht? Warum Urkunden? Warum überhaupt Noten? Kann es nicht einfach eine Unterrichtseinheit sein, in der man sich bewegt, meinetwegen Sport macht, was ausprobiert – ohne Noten? Nach dem Abitur habe ich Sport übrigens jahrelang konsequent verweigert. Heute gehe ich sehr zum Yoga, zum Joggen oder ins Fitness-Studie, ich bewege mich gerne TROTZ meiner Schulsport-Erfahrungen. Und mir graut vor denen meiner Kinder. Schöne Grüße!

    • Die Idee, Sport nicht zu benoten, hat was, muss ich zugeben. Wenn wahrscheinlich auch nicht machbar. Übrigens waren für mich als Kind nicht die BJS das Grauen, sondern der wöchentliche Mannschafts-Schulsport. Bei den BJS erfolgte die Bewertung durch Maßband und Stoppuhr – in der Schule die Abwertung durch Mitschüler, die ihre Mannschaften nach Sympathie zusammenstellten und nicht danach, wie sportlich die Kandidaten waren.

  31. Schon erstaunlich: so viele Kommentare in so kurzer Zeit ! Ich war auch schlecht im Schulsport, wusste aber dass ich es in den anderen Fächern eher leicht hatte und war irgendwie froh dass es sich nicht andersrum verhielt. Denn es gibt halt auch die Schüler und Schülerinnen, die sich mühsam durchs Schulleben kämpfen und denen wiederum die guten Noten im Sport zufliegen. Im Englischunterricht zu sitzen und einfach nicht die Vokabeln in den Kopf zu bekommen und dann auch noch Fünfer und Sechser zu kassieren ist bestimmt auch nicht angenehm.
    Gerade in der heutigen `Sitzgesellschaft` mit Millionen Menschen, die unter `zu-wenig- Bewegung- Krankheiten `leiden, wäre es allerdings enorm wichtig im Sportunterricht die Freude an der Bewegung zu vermitteln. Ich finde deshalb, dass Sportunterricht anders gestaltet werden sollte um diese Ziel zu erreichen.

  32. Danke Dir für diesen Anstoss! Die Beweggründe der Petitionsunterzeichner sprechen Bände. Und ich dachte jahrelang, ich sei ganz allein mit diesen Gefühlen, eines vor allem: Scham und Demütigung. Ich war ein schlankes Mädchen, das noch in der Grundschule im Weitspringen sehr gut abschnitt, später dann nur noch jahresweise wechselnd 3er (bei Lehrern, die meinen Willen und meine Disziplin mitbewerteten) und 5er/6er (bei Lehrern, die ergebnis-, statt prozessorientiert bewerteten) erhielt. Im Rahmen des Sportunterrichts wurde ich lange von Mitschülern gemobbt und auch später war Sportunterricht für mich einfach die Hölle. Alle rückten von mir ab, die Lehrerin lächelte mitleidig oder genervt, ich hatte das Gefühl von „Du hast keine Chance, aber nutze sie!“. Jetzt bin ich 28, und habe erst letztes Jahr durch einen Zufall entdeckt, dass mir Bewegung tatsächlich gut tut/tun kann, und dass es Dinge gibt, die ich tatsächlich kann, und überhaupt, dass es für meinen Körper nicht darum geht, ob ich gut in etwas bin, sondern, dass sich etwas richtig und gut anfühlt!

    Was mir (und sicher nicht nur mir) die Schule vermittelte, war: Es zählt die vergleichbare Leistung. Wenn Du etwas nicht kannst, dann werden wir Dich zwar noch eine Weile zwingen, das zu tun und Dich nicht für Deine Motivation, sondern Dein schlechtes Ergebnis zu bewerten. Aber im Endeffekt, wirst Du nach Deinem Abschluss nichts mehr tun wollen, worin Du damals nicht gut warst. Bezogen auf den Sport – den Körper, in dem wir wohnen und den wir für das existenzielle Leben brauchen, ist das wirklich fatal! Jeder Körper will bewegt, mit Freude bewegt werden! Die Schule erreicht bei all denen, die signifikant schlechter als die Klassenbesten sind, das Gegenteil.

    Leistungssport sollte wirklich nur etwas für die sein, die sich messen lassen wollen! Das denke ich mir allerdings manchmal auch für Kriege – sollen die, die es wollen, doch alleine an einem speziellen Ort kämpfen…

    Es ist wirklich etwas ganz anderes, still seine schlecht bewertete Mathe-Arbeit zu erhalten, für die man sich mehr oder weniger ungestört auf seinem Platz angestrengt hat, und die nur über eine kleine Facette seines Könnens aussagt, als dieses öffentlich demütigende Urteil, beim Sport mit seinem Körper schlichtweg untauglich zu sein. Der Körper, das bin ich! Die, die dieses Thema so ganz mit allen anderen Leistungsvergleichen in der Schule gleichstellen möchten, frage ich, woran es wohl dann liegt, dass die Schwachen im Sport auch fast immer zugleich die Aussenseiter, die Verlierer der Klasse sind, während das bei Mathe, oder auch anderen beliebteren Fächern wie Kunst wenig ins Gewicht fällt? Ich finde, Sport bezieht sich auf etwas Existenzielles.

    Jetzt aber mein dickes ABER –
    1) Wie schon oben herauszulesen, sehe ich eigentlich keinen Unterschied zwischen den Bundesjugendspielen und dem gesamten Sportunterricht, Woche für Woche, zwei Stunden lang. Ein Jahr sogar vierstündig war das…

    2) Und ich sehe nur einen geringen Unterschied zwischen der Leistungsbewertung im Sport und in den sonstigen Fächern. Vor allem, dass das immer relativ zu dem Klassenbesten ist, und dass die Vorgabe besteht, „die Notenskala voll auszuschöpfen“, finde ich wirklich ungerecht. Ich habe keine Lust, dass mein Kind schon im frühen Alter in Verlierer-oder Gewinnersparten eingeteilt wird und solche Irrtümer über sich selbst verinnerlicht, u.a. deshalb geht unser ältestes Kind auf die Waldorfschule. Der Realitätssinn, selbst zu erkennen, was man als Erwachsener kann oder nicht kann, was man beruflich tut oder nicht tut, (und soll man alles lassen, was man nicht kann? So wie ich lange Zeit den Sport?), wird man zwangsläufig im selbstverantwortlicheren Alter durch das Leben entwickeln und im Falle eines auf-die-Nase-Fallens sicherlich nicht gleich als Gesellschaftsverlierer enden. Alles zu seiner Zeit…

    Eine befreundete Grundschullehrerin erzählte mir von ihren Herzschmerzen bei der Bewertung der Kinder, wenn nicht selten die Situation auftritt, dass Begabte für ein Zehntel ihres Potenzials eine Eins erhalten, während andere für ihren vollen Fleiss und ihre Anstrengungen mit einer Vier langsam aber sachte in Richtung Hauptschule und innerlich des Bewusstseins, unfähig zu sein, trotz ihrer Bemühungen nicht zu genügen, befördert werden. In dem Fach, in dem die Begabung besonders ausschlaggebend ist, das wachsame Auge der Schulräte aber weniger präsent – in Kunst, weigert sie sich schlichtweg, Kindern etwas schlechteres als eine Drei zu erteilen…

    • Ich war immer der Schwächste im Sport (egal ob in der Schule oder Freizeit)… Das machte mich noch Lange nicht zum Außenseiter!

      Ich hab’s eher mit Humor genommen, mir war es egal wenn andere meinten ich sei schlecht im Sport.

      Das wichtigste beim Mobbing ist, dass man es nicht an sich heranlässt. Wenn mir jemand dumm kam, habe ich ihn einfach auch dumm angemacht (in der Regel waren die, die gemobbt haben, in anderen Fächern unbegabt).

      Klar, Mobbing etc. ist schrecklich und kann gefährliche Ausmaße annehmen – Man sollte aber Kinder dazu erziehen, zu den eigenen Schwächen zu stehen, diese zu akzeptieren und stattdessen die eigenen Stärken weiter auszubauen…. Ich glaube, damit würde man schon einiges erreichen….

    • Wir wohnen im Ausland und in der hiesigen internationalen Schule gibt es immer zwei Noten für jedes Fach: eine für „effort“, also die Anstrengung, und eine für „result“, also das Ergebnis. Meine Kinder hatten auch schon ein „very good“ in effort und nur ein „good“ im result oder auch anderherum. Ich finde es richtig gut!

      Hier gibt es außerdem ein jährliches Sportfest, bei dem die gesamte (Grund-)schule (für die höheren Klassen gibt es ein eigenes Sportfest) in vier Teams eingeteilt wird, quer über alle Jahrgangsstufen hinweg. Rot, blau, grün, gelb. Alle machen verschiedene Stationen und ein Team gewinnt am Schluss und alle Teammitglieder bekommen eine Medaille. Dieses Jahr hat meine sportlich sehr ungeschickte jüngste Tochter eine Medaille bekommen und die beiden ziemlich sportlichen Großen keine. Die jüngste war stolz wie Bolle und ist nun rotal motiviert, die anderen beiden waren enttäuscht, aber sind sich sicher, dass das nächstes Jahr besser wird.

      • Hallo Alex,

        das finde ich eine super Sache. Sowohl die Benotung als auch die Art und Weise, wie das mit dem Sportfest gemacht wird. Vielen Dank für den Kommentar!

  33. Also ganz ehrlich, ich fand die Bundesjugendspiele super. Endlich musst man mal nicht den ganzen Tag im Klassenzimmer sitzen und Stoff in sich hineinpauken. Es war eine gelungen Abwechslung zum sonstigen Schulalltag.

    Sicher gab es welche, die besser und schlechter waren. Auch ich war nicht die Beste. Gerade beim Weitsprung war ich aufgrund meiner Körpergröße nicht gerade im Vorteil. Aber ehrlich gesagt kam es darauf auch nicht unbedingt an. Es hat einfach Spaß gemacht sich draußen zu betätigen.

    Ich finde das Argument, dass es ein Unterschied macht, ob man schlechte Noten bekommt oder schlechte Leistungen bei den Bundesjugendspielen erbringt, nicht passend. Wenn ein Schüler ständig schlechte Noten bekommt, kann das genauso negativ sein, wie schlechte Leistungen im Sport. Und schlechte Noten können ebenfalls ein Grund sein von der Peer-Gruppe abgelehnt zu werden.

    Mit diesem Argument müsste man konsequenterweise auch Notenvergleiche bei Schülern abschaffen.

    Meiner Meinung nach, sollte eher am Selbstwertgefühl der Schüler und am Umgang miteinander gearbeitet werden. Nicht jeder kann ein Sportass sein und nicht jeder wird überall gleich begabt sein. Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass man aus seinen Möglichkeiten das Beste macht. Und es geht auch darum, dass man bei schlechten Leitungen, wo auch immer, nicht gleich den Kopf in den Sand steckt. Kinder müssen wissen, dass man auch mit Fleiß und Durchhaltevermögen viel erreichen kann. Das gilt sowohl für den Sport wie für alle anderen Fächer. Vielleicht wird man nicht der Beste, aber das muss man auch nicht. Es wird immer im Leben Menschen geben, die etwas besser können.

    Viele Grüße

  34. liebe Christine,
    Ich finde deinen Ansatz sehr interessant, wenn auch unbegründet. Auch ich habe als Schülerin immer nur eine Teilnehmerurkunde bekommen- trotzdem habe ich mich jedes Jahr auf die bjs gefreut.
    Ich glaube, so früh zu merken dass mir Sport nicht liegt, hat mir später geholfen dieses Makel sehr locker zu sehen und eine gewisse Selbstironie zu entwickeln.
    Wenn man so denkt wie du, müsste man auch den Matheunterricht abschaffen, weil manche Kinder eben schlecht in Mathe sind und ein Test ja auch ein Wettbewerb ist. Ach woher, machen wir die Schule doch direkt freiwillig, damit Kinder nur ja nichts mehr machen müssen was ihnen nicht liegt!
    Es gehört zum groß werden dazu sich seinen Schwächen zu stellen – freiwillige Sportwettbewerbe gibt es für leistungsstarke Kinder zur Genüge (zB Jugend trainiert für Olympia). Meiner Meinung nach sollte in der Generation Konsole und Fernseher nicht noch das letzte bisschen verpflichtende Sportprogramm abgeschafft werden.
    Und, tut mir leid wenn ich das jetzt so sage, deine Petition ist ein perfektes Beispiel für überambitionierte Mütter die ihren Kleinen alles recht machen wollen, so lernt man nicht sich durchzubeißen und auch mal negative Erfahrungen wegzustecken. Davon kommen im Leben schließlich noch genug, da kann ein schlechtes Ergebnis am Sporttag nur positiv sein.
    Liebe Grüße,
    Elli

  35. Für diese Petition habe ich überhaupt kein Verständnis! Bei den BJS geht es um mehr als nur sportliche Erfolge oder Medaillen. Kinder sollen lernen über sich hinaus zu gehen, zu wachsen und sich dem Wettbewerb zu stellen. Das ist eine Lektion die Kinder lernen müssen um im weiteren Leben zu bestehen. Wie sollen Kinder an Aufgaben wachsen wenn es ihnen keiner beibringt? Packt eure Kinder weiter in Watte ein, erzieht sie weiter zur Unfähigkeit. Dann kommen nach Burnout auch noch hohe Selbstmordraten dazu! Nur mal zum Vergleich, im Vertrieb arbeiten wir gerne mit ehemaligen Sportlern zusammen weil die ständig in Wettkampfsituationen waren und mehr Biss haben als jene die sich nie einer Herausforderung stellen mussten.

    • Aufgaben sind dann sinnvoll, wenn sie für die jeweilige Person weder zu schwer noch zu leicht sind. Für einen sportlichen Schüler stellen die BJS genau die richtige Herausforderung dar, für unsportliche Schüler jedoch, die trotz aller Bemühungen niemals auch nur im Ansatz eine Chance auf mehr als eine Teilnehmerurkunde, sind sie eine sinnlose Demütigung, Demotivation und Qual.

      Anstatt sich mit den Klassenbesten zu messen, wäre es für unsportliche Schüler besser ganz individuelle Herausforderungen zu finden in einem Sport, der ihnen Spaß macht!

  36. Hallo,
    auch ich erinnere mich noch gut an die Sportfeste (mittlerweile bin ich ü 40).
    Ich war als Schülerin nie sehr gut in Leichtathletik. Ich war eine absolute Niete im Kugelstossen und im Weitsprung. Und trotzdem habe ich mich auf das Sportfest gefreut und gerne mitgemacht. Mir war im Vorfeld klar, dass einige Klassenclowns über meine „Leistungen“ lachen werden, aber mir war es wurscht ich hatte Spass am Wettlauf, am mich „Messen“…
    Das Sportfest abschaffen? Nein, ich halte das für keine gute Idee…
    Kinder messen sich durchaus gerne…
    Ausserdem gehört es dazu auch Dinge zu tun, auf die man u.U. nicht gerne tut.
    Also bei uns haben sich immer alle auf die Spiele gefreut, auch die Sportmuffel. Für uns war das ein großes Fest, welches sich anfühlte wie schulfrei. Eine gute Abwechlung zum Schulalltag.
    Und wirklich gezwungen wird doch niemand…vereinzelte melden sich halt „krank“ ..so einfach ist das. Dafür brauchts doch keine Petition…

  37. Ich war immer grauenvoll in Sport, besonders Leichtathletik…. Ich konnte nicht laufen, nicht springen, nicht werfen… Tatsächlich habe ich es irgendwann mehr oder weniger aufgegeben mich bei den Bundesjungendspielen anzustrengen…
    Ich hätte auch lieber einen Tag mehr Schule gehabt, als auf dem Sportplatz rumzueiern

    In der Oberstufe musste ich auch Leichtathletik belegen, leider sind hier nur die Ergebnisse bei den Diziplinen mit eingeflossen – Das Ergebniss: Eine 5 auf dem Zeugniss!

    That being said: Ich finde die Petition und vor allem die Begründung quatsch. So what, wenn ich nicht gut in Sport war, dafür hatte und habe ich andere Qualitäten. Das Leben ist nicht immer fair, man kann nicht immer nur das machen, was einen Spaß macht und manchmal ist man auch nicht der Beste, sondern der Schlechteste… Mir hat es nicht geschadet, auch wenn ich immer der mit abstand schlechteste Junge in der Klasse war…. Mir war es relativ egal, ich glaube auch nicht, dass mich das Versagen bei den Spielen geschadet hat…. An unserer Schule gab es dafür in der 6. Klasse auch einen Lesewettbewerb. Da konnte ich dann wieder Punkten, während andere absolut versagt haben und keinen flüssigen Satz über die Lippen brachten.

    Wie andere Kommentatoren schon meinten: Mit derselben Begründung könnte man auch andere Lernfächer abschaffen…. Warum lassen wir Kinder nicht gleich entscheiden welche Fächer sie belegen wollen? Ich hätte wahrscheinlich jeden Tag „Textilles gestalten“ gewählt – Nicht weil ich besonders viel Spaß daran hatte oder weil ich begabt war, sondern einfach, weil es das chilligste Unterrichtsfach war. Neben „Darstellendes Spielen“ und „Werte & Normen“….

    Im Übrigen hat mich diese Erfahrung auch nicht abgehalten Sport zu treiben, ich habe Judo gemacht und Tennis gespielt. Zugegeben, auch hierfür hatte ich kein Talent, aber es hat mir Spaß gemacht, und das ist die Hauptsache. Heute Laufe ich auch gerne, etwas was ich früher niemals gemacht hätte (Werde zwar sicherlich auch nie einen Marathon laufen, aber die schwache Kondition liegt vielleicht auch eher an der Raucherlunge).

  38. Ehrlich gesagt, habe ich die ganze Schule mit ihrer Notengeberei gehasst, nicht nur den Sport. Ja, in Sport war ich mies, es gab immer eine 3 oder eine 4. Ich fand Schule so schrecklich, dass ich das Abitur ein halbes Jahr früher als die anderen gemacht habe.
    Unsere Tochter geht jetzt auf eine Freie Aktive Schule (Montessori/Wild) und entscheidet selbst, welchen Herausforderungen sie sich wann stellen will. Denn Noten gibt es nicht, und auch keinen Unterricht – außer man will was lernen. Dann fragt man einen Begleiter oder die anderen Kinder oder die Eltern oder oder. Sie hat das Silberne Schwimmabzeichen, weil sie es wollte, und hat sich zum zweiten Mal für ein Casting beworben. Zur Zeit ist sie im 5. Jahrgang. Da sie gerne Italienisch lernen möchte und ich (die Mama) das kann, bin ich einmal die Woche für Italienisch zuständig…. Sie ist ein fröhliches, gelöstes Kind, das sich in der Schule wohlfühlt.

  39. Bei meiner Tochter an der Grundschule waren die Bundesjugendspiele letzte Woche! Sie war natürlich nicht sehr begeistert davon. Was ich nicht schön finde, ist dass die Kinder ja gar nicht mehr darauf vorbereitet werden. Wir durften früher wenigstens vorher üben. Bei meiner Tochter war da keine Zeit dafür übrig. Was soll das dann überhaupt noch für einen Sinn haben? Nur weil es so im Schulplan steht, dann kann man es auch gleich abschaffen.

  40. Mein Sohn ist absoluter Naturwissenschaftler, er kann Sprachen einfach nicht. Er schreibt regelmäßig sehr schlechte Klassenarbeiten in Englisch.

    Er fühlt sich dadurch vor seinen Klassenkameraden etwas gedehmütigt und kam auch schon weinend heim.

    Hiermit starte ich eine Petition gegen Klassenarbeiten!

    Es ist jedes mal an mir ihm zu zeigen, dass er sich anstrengen soll und wenn es dann nichts wird, dass er desshalb kein schlechter Mensch ist und ihm das Selbstbewusstsein vermitteln, das er braucht.

    Die Bundesjugenspiele sind für viele schwache aber sportliche Schüler eine Gelegenheit zu zeigen, dass „sie auch etwas können“. Wollen wir ihnen das wirklich nehmen?
    Sollen wir jeden Wettbewerb aus der Schule raushalten, nur weil nicht alle gewinnen?

    Und als letztes: Bewegungsmangel ist schon seit langem ein Problem. Hier einschnitte zu machen – und für den einen oder anderen sind die BJS nunmal ansporn sich zu bewegen – ist der falscheste aller Wege, da gibt es an Schulen viel wichtigere Dinge.

    Ist das hier eigentlich eine reine Förderung dieses Blogs? Eine PR Maßnahme auf kosten der Schüler und der eigenen Kinder?

  41. Wenn deine Kinder irgendwann einmal realisieren, dass du sie benutzt hast, um DICH zu profilieren und in den Vordergrund zu stellen, dann wären sie vllt froh, wenn sie durch ein schlechtes Abschneiden bei den BJS gelernt hätten, was es bedeutet, der/die Schwächere und unterlegen zu sein.

    • Hallo Mina,

      ich habe das mit den Kindern besprochen, bevor ich a) die Petition gestartet habe und b) darüber gebloggt habe. Deinen Vorwurf finde ich unfair und unreflektiert.

      • Ich glaube kaum, dass ein Grundschüler die Tragweite dieser Aktion einschätzen kann. Würde er jetzt immer noch sein Einverständnis dafür geben?

        • Ja, würde er, Jessica. Weil er im Gegensatz zu vielen anderen von vorneherein verstanden hat, dass es nicht um ihn geht. Sondern um ALLE Schüler, die unter den Bundesjugendspielen leiden. Und dass ich das ändern will bzw. eine Diskussion darüber anstoßen (leider war die Diskussion aufgrund der Unsachlichkeit und Häme schnell tot.)

          Aber ich würd’s nicht mehr so machen. Das war ganz klar ein Fehler von mir. Ich hätte schreiben sollen „Nachbarskind kommt heulend heim….“ dann wäre mir auch der ganze absurde Helikoptermuttikrams erspart geblieben. Ich ziehe meine Lehren.

          • Meine Frage haben Sie aber immer noch nicht beantwortet. Hätten Sie diese Petition auch gestartet, wenn er gewonnen hätte? Strahlend mit leuchtenden Augen nach Hause gekommen wäre?

          • Dann hätte ich den verhängnisvollen Tweet nicht abgesetzt, und nicht 200 Replies innerhalb einer Stunde erhalten. Was mir etwas über den riesigen Diskussionsbedarf bei dem Thema sagte und mich erst auf die Idee brachte, darüber a) zu bloggen und b) wirklich eine Petition aufzusetzen. An diesem Punkt hätte ich den Tweet löschen müssen, der meinen Sohn erwähnt.

            Um also die Frage ganz deutlich zu beantworten: natürlich hätte ich die Idee überhaupt nicht gehabt. Twitter dient mir oft als Gradmesser dafür, worauf die Leute reagieren. Es war eigentlich ein ganz normaler Prozess. Nur dass sich leider alle Welt auf den Sohn fokussierte anstatt auf das Thema. Böser Fehler von mir.

  42. Wow, Super Sache.
    Man sollte die lieben Kleinen nur nicht zu sehr solch frustrierenden Erlebnissen aussetzen.
    Ich habe die Bundesjugendspiele auch gehasst … wenn auch nicht so sehr wie Matheklausuren.
    Vielleicht sollten wir direkt noch eine Petition gegen Mathe hinterherschieben?
    Über die Bundesjugendspiele bin ich letztendlich zum Joggen gekommen .. eine der wenigen Sportarten die mir dauerhaft Spass gemacht hat im Leben.
    http://www.kinderschutzbund-nrw.de/denkanst/Bewegungsmangel.htm

    In der Grundschule seh‘ ich immer mehr Kinder, die schon in der 2 Klasse mit eigenem Fernseher und Wii zum Couchpotatoe werden und bei denen die Eltern ihren ohnehin schon moppeligen Kids fröhlich Nutellabrote und Limo mitgeben.

    Muss denn alles gleichgemacht werden? Wir haben 2 Kinder – eines liebt Bewegung und z.B. im Vergleich mit anderen zu laufen, das andere nicht so ..

    Sollen jetzt beide auf den Wettkampf verzichten? Die echte Welt ist nicht so rücksichtsvoll .. und das ist auch gut so …

  43. … genau der richtige Weg!! Ich starte jetzt gleich eine Petition, dass allen nicht in die engere Wahl gekommenen Bewerbern auf Anstellungen, zumindest eine Halbtagsstelle anzubieten ist, oder mit den zurück erhaltenen Bewerbungsunterlagen alternativ ein Scheck zu übergeben sei – Summe muß natürlich gesetzlich geregelt werden – Einlösung auch als Sachgutschein möglich, an jedem Süßigkeitenregal, in Härtefällen gerne auch an der Trosttücherschütte des Drogisten seines Vertrauens … jetzt Sarkasmus aus! … Was für ein langweiliges Kinderleben, in dem Mutter/Vater/Eltern Vermeidungsstrategien für ihr Kind fahren, die keine Auseinandersetzung mit dem tatsächlichen Leben zulassen, pfffft … Ich höre gerade Davids Mutter rufen: Nein David, zu dem Goliat gehst Du nicht, das läßt du mal schön sein, ich kümmere mich darum, mein Kleiner … davon abgesehen, Sport ist Bewegung!

  44. Noch ein Nachtrag: Diese Diskussion deutet darauf hin, dass nicht nur die BJS sondern das gesamte Bildungssystem eine Erneuerung erfahren könnten. Dazu gibt es sehr fähige Menschen – wie z.B. Prof. Dr. Gerald Hüther – die sich viele Gedanken darüber gemacht haben, und Alternativen ins Leben gerufen haben: http://www.schulen-der-zukunft.org/

  45. Und wieder verleitet ein veraltetes und dennoch anerkannte Bildungssystem zu einer Rüge, sei es auch nur von einer Minder-Meinung. Wenn die eigene Kompetenz der Lehre und die Implementierung der Bewegung in den Alltag der Schüler versagt, hat gefälligst auch das System keine Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, um diese Inkompetenz auszugleichen. Wer sich über eine derartige Veranstaltung in der Art echauf­fiert, hat wohl kein Interesse daran, dass Kinder eine Weiterentwicklung erleben und sich auf den Wettkampf vorzubereiten, der sich Leben nennt.
    Natürlich ist es nicht Sache der Eltern, den Schülern zu erklären, warum es wichtig ist, sich einer solchen Veranstaltung zu unterziehen und mit zu machen. Ist es doch heute das Glück und die enorm geringe Selbstschätzung solcher Eltern, die sagen „sei dagegen“.

    Diese sogenannte „Petition“ spiegelt nur eins wieder, die Verharmlosung der Realität. Nur schade, dass es wieder einmal die Kinder sind, die hier als Argumentation herangezogen werden, lieben doch nach persönlicher Schätzung und Erfahrung die meisten eine solche Herausforderung und Chance, dem Schulalltag zu entfliehen. Die, die „besser“ sind, haben natürlich nur im Sinn, den anderen Kindern ihre Würde zu nehmen (Anspielung auf das aus der Luft gegriffene Argument oben). Eine Schande, dass die Lehrkräfte so etwas auch noch fördern. Ist es doch rein das Ziel, den nicht informierten Kindern zu zeigen wie schlecht diese sind.
    Komisch nur, dass Kinder in ihrer Freizeit selbst die Möglichkeit haben, sie körperlich zu betätigen. Natürlich muss so etwas vorsichtig gewählt werden, denn es ist ja kaum vorstellbar, dass das Kind dort in Wettkampfsituation tritt…

    Ein hoch auf ein Elternhaus, dass dies seinen Kindern predigt. Eine Schande, dass solche Themen wirklich Interessantes verdrängen.

    • Lars, was interessant ist oder nicht, entscheidet der Leser. Und es steht jedem frei, für „sein“ Thema Aufmerksamkeit zu generieren.

    • Es ist ein Unterschied, ob ein Kind in seiner Freizeit freiwillig Sport macht und dort auch Wettkämpfe bestreitet – oder ob jedes Kind in der Schule an einen Sportwettkampf teilnehmen muss.

  46. Zum Glück weiß ich, dass so eine Petition sowieso niemals durchkommen wird. Wie viele hier schon geschrieben haben, bringt es auch nichts alle Probleme und Unannehmlichkeiten von einem Kind fernzuhalten.
    Dazu kommt immer wieder der Vorwurf, dass die Kinder das doch nicht wollen…klasse. Dann bitte auch die Klausuren abschaffen, wenn man eher zum Sport neigt. So ein Schwachsinn. Es tut ja nicht weh sich wenigstens 1x etwas sportlich zu betätigen. Das ist auch der Grund warum wohl immer mehr Menschen zu Diabetes und vergleichbaren Krankheiten neigen. Weil sie sich als Kind schon viel zu wenig bewegt haben. Wenn ich Kinder bekomme (derzeit bin ich 25), werde ich es sowieso in einem Sportverein anmelden, damit es schon frühzeitig sozialen Kontakt und Freunde bekommt und dadurch verbunden bleibt. Dann fallen auch so Sachen wie Bundesjugendspiele ganz problemlos aus.
    Hört endlich auf eure Kinder so in Watte zu verpacken!

    • Es geht nicht darum, Kinder von allem Unangenehmen fernzuhalten. Der Vergleich mit den Klausuren hinkt. Eher vergleichbar wäre ein schulweiter Mathematik- oder Singwettbewerb, bei dem jeder Schüler verpflichtet wäre, mitzumachen – während alle anderen Mitschülern zusehen. Zudem geht es auch nicht darum, daß Kinder sich nicht bewegen sollen/müssen. Im Gegenteil! Gerade weil Bewegung und Spaß daran so wichtig und sinnvoll sind, ist eine Pflichtveranstaltung wie die Bundesjugendspiele kontraproduktiv. In jedem Fall hat eine einmal im Jahr stattfindende Pflichtsportveranstaltung sicherlich nie den Effekt, die von Ihnen angesprochenen Krankheiten zu verhindern.

  47. Komisch, morgen wird im Landtag NRW wegen G8- G9 abgestimmt. Das interessiert niemanden, aber wenn einmal im Jahr eine Sportveranstaltung stattfindet, die unter Wettkampfcharakter stattfindet regt sich jeder auf. Wenn unsere Kinder in Schulen 32- 40 Stunden eingesperrt werden, da Mama arbeitet, keine Zeit hat, Besseres zu tun hat, müssen alle Ganztag erleiden.
    Mein Sohn möchte mittags nach Hause, nicht das Zeug der Caterer essen, spätestens ab 15.00 Uhr spielen, Freunde treffen, Sport machen! Das Eingesperrt sein quält ihn und nicht einmal im Jahr Sport unter Wettkampfbedingungen.

  48. Ich war als Kind auch sehr schlecht im Geräteturnen. Nur eine Sache konnte ich richtig gut: Springen über einen Bock oder Kasten. So gut, dass meine Sportlehrerin mich bei den Bundesjugendspielen sogar eine Übung für ältere Jahrgänge machen lies.

    Am Wettkampftag bin ich dann falsch abgesprungen, der Schwung reichte nicht, um über den Kasten zu kommen. Wäre an sich kein Problem gewesen, ich bin einfach oben hocken geblieben, nur stand eine Französischlehrerin bereit, um völlig unqualifizierte Hilfestellung zu geben. Sie hat mich am Arm gepackt und vom Kasten gezogen. Ich bin umgeknickt und habe mir den Fuß verstaucht. Das hat aber niemanden interessiert. Ich musste allein nach Hause humpeln um mit meiner Mutter zum Arzt zu gehen. Danach bin ich nie wieder über eine Bock oder Kasten gesprungen, weil ich Angst hatte mich zu verletzen. Freude am Sport sieht für mich anders aus.

    Niemand sollte zu einem Wettkampf gezwungen werden bei dem auch noch unqualifizierte Helfer bereit stehen. Wir schicken ja auch niemanden zu den Olympischen Spielen, um dort letzter zu werden.

  49. Waas ist den das lächerliches bitte?
    Ich war selbst 4 mal auf den Bundesjugendspielen – Fälle die Sie erläutern kommen gar nicht soweit und haben somit diese Situation gar nicht! Ich hoffe wirklich inständig dass das hier nur ein sehr sehr schlechter Witz ist!! Für mich war es 4 mal ein wahnsinns Erlebnis! Ich konnte mit meiner Schulmannschaft im Bereich Beachvolleyball sogar Gold holen und wir wurden nicht nur von der Schule sondern auch von unserer Stadt dafür geehrt. Zu den Bundesjugendspielen nach Berlin kommen nur die Besten des jeweiligen Bundeslandes und keine wie Sie sie beschreiben armen unschuldigen unsportlichen und sportunlustigen Kinder. Diese Kinder gehen freiwillig zu solchen Events! Wirklich dieser Versuch an etwas zu kratzen und zu ziehen mit Argumentationen die nichts und wirklich gar nichts damit zu tun haben was die Bundesjugendspiele ausmacht ist mehr als nur lächerlich! Ich sowie bestimmt viele die an den Bundesjugendspielen in Berlin oder auch im eigenen Bundesland dabei waren sind meiner Meinung. Es war immer ein Megaevent, eine Herausforderung und eine spaßige Sache die Schule sportlich vertreten zu dürfen. Wenn ich nicht gewollt hätte, wäre ich nicht mitgefahren – zu solchen Veranstaltungen wird niemand gezwungen sondern man darf dahin, das muss man sich verdienen! Außerdem sollte man den sozialen Bereich mit anderen Leuten die die selbe Leidenschaft und gleiche Freude an einer Sportart haben auch über seine Stadtgrenzen oder auch bundesweit kennen zulernen nicht vergessen – das ist gut für das Kind. Da gibt es noch mehr Sportbegeisterte das bin nicht nur ich. Diese Erfahrung war für mich hinterher gesehen goldwert und ich bereue es absolut nicht bei den Bundesjugendspielen dabei gewesen zu sein. Ich bin mir absolut sicher das ihr wahnsinnig lächerlicher Versuch hier völlig nach hinten los geht und hoffe dass Sie nicht auf noch mehr solche verrückte und blöde Ideen kommen ;)

  50. Genau und Klassenarbeiten und Noten auch abschaffen. Dann ist alles wieder gut und niemand muss lernen, dass sie/er eben nicht überall die/der Beste ist. Niederlagen gehören zum Leben. Daran kann man wachsen und einmal pro Jahr, sofern es überhaupt so oft stattfindet, darf man auch mal sehen ob man sportlich gut oder eben nicht gut ist. Für die guten Sportler aber gleichzeitig schlechten Schüler ist das einer der wenigen Momente, in denen sie glänzen können. Warum diesen Schülern den Erfolg nehmen?

  51. Eine einfache Frage:
    Wo gibt es die Seite auf der ich GEGEN die Pedition unterschreiben kann? Wenn ich hier die Kommentare lese, dann sehe ich dass viele Menschen im inneren verletzte Kinder sind. Sie schließen von ihren damaligen Qualen auf die Allgemeinheit. Wenn jedoch ein Kind stolpert, ein Kind es nicht schafft, dann sollen 30 -50 -100 darauf verzichten einen Erfolg zu haben? Hallo, in welchem Land leben wir? In der Ausbildung, im Beruf, im Studium und im Leben können wir nicht immer für unsere Kinder da sein. Sie wachsen nicht nur an Erfolgen sondern auch an Niederlagen. Und wegen dem Zwang: wenn hier dem Zwang nachgegeben wird, dann wird aus pädagogischen Gründen bald auch die Deutsch- und Matheklausur abgelehnt. Dann soll man sie nur schreiben „wenn man sich dazu gut genug fühlt“! Ich habe zwei Töchter. Wenn sie an diesen Spielen nicht teilnehmen wollten (ist aber das Gegenteil der Fall), dann würde ich zu ihnen sagen: Versucht es wenigstens einmal. Und beim zweiten Mal: Dieses Mal wird es besser als beim letzten Mal.

    • @Norbert

      „Wenn ich hier die Kommentare lese, dann sehe ich dass viele Menschen im inneren verletzte Kinder sind. Sie schließen von ihren damaligen Qualen auf die Allgemeinheit.“

      Das kann man ebenso gut den Gegnern dieser Petition nachsagen.
      Diese scheinen sich, ihre und andere Kinder für unverwundbar zu halten und kontern meist mit blankem Zynismus.

  52. Klar schaffen wir doch gleich noch alle Noten ab und alle Bewertungen ebenso bewerbungsgespräche dort fühlt man sich ja auch nicht wohl!

    Man muss seinem Kind beibringen mit niederlagen klar zu kommen fertig aus! Was soll dieser Begriff peergroup überhaupt absoluter schwachsinn warum nicht gleichaltrige!

    Mir hat es damals spaß gemacht und ich war mit sicherheit nicht der Beste im Sport allgemein im Schulsport dennoch Spiele ich heute mit begeisterung Basketball obwohl ich dafür in der Schule nur eine 4 bekommen hatte.

    Bringt euren Kindern bei mit niederlagen kalr zu kommen und sich nicht gleich schlecht zu fühlen nur weil man nicht der beste/wichtigste auf der Welt ist! Nehmt anderen Kindern nicht die möglichleit am Sport teilzunehmen das war bei mir damals ein schönes ereigniss und wenn jemand über seinen schlechten wurf öder sprung lacht muss man damit kalrkommen die Welt ist kein Ponnyhof und die Bundesjugendspiele sind mit sicheheit nichts schlechtes einer der wenigen guten Dinge an dei man sich später vielleicht einmal erinnert und dann darüber lacht wie schlecht man geworfen hat.

    Also klares nein die Bundesjugendspiele sollten bleiben.

  53. Ich habe unterschrieben, weil ich die Bundesjugendspiele gehasst habe! Teilnehmerurkunden gab es damals nicht, aber die hätten es auch nicht besser gemacht.
    Es ist auch nicht so, als wäre ich unsportlich gewesen. Hätte der Schulsport nur aus Schwimmen, Tauchen, Wasserball, Rettungsschwimmen oder auch Kampfsport bestanden, wäre ich die reinste Sportskanone gewesen. Turnen lag mir wiederum gar nicht, vor allem nicht an Geräten, die auf mich immer die Wirkung von Folterinstrumenten hatten. Mannschaftssport war auch nichts für mich – ich war in der Schule immer die Außenseiterin und wurde als letzte gewählt und war natürlich diejenige, die einzig und allein schuld war, wenn die Mannschaft verloren hatte. Den Lehrer hat es übrigens nie gejuckt. Der hat lieber mal eben ins Klassenbuch was geschrieben, während sich die anderen um mich versammelten und mich anmotzten. Wie ich das gehasst habe! Und der Höhepunkt dann diese üblen Bundesjugendspiele!
    Keiner, der nicht gut lesen kann, muss an Vorlesewettbewerbe teilnehmen und keiner, der nicht zeichnen mag, muss an Malwettbewerbe teilnehmen und wird danach benotet. Wohl aber wurden wir benotet, welche Urkunde wir bekamen. Ehrenurkunde 1, Siegerurkunde 2, keine Urkunde 3. Dass ich aber jede Woche beim DLRG zum Rettungsschwimmen war und dann noch jede Woche normal schwimmen ging, erkannte man in meiner Sportzensur überhaupt nicht.

  54. BuJus abschaffen? Weil Sohnemann (oder Tochterfrau) aus Angst Bauchschmerzen bekommt, Tränen vergossen werden, weil man beim 100m-Lauf der/die Letzte war…

    Satiere-Modus: an

    Hallo? Warum schaffen wir nicht die Leistungsgesellschaft ab. Ich muss auch jedesmal weinen, wenn ich meinen Chef mit dem Porsche in die Firma fahren sehen und mein alter Golf daneben parkt. Mal schnell ne Petition gegen Porsche-Fahrer erstellen.
    Außerdem werden alle Sport-Computerspiele abgeschafft, weil der Nachbars-Sohn es besser kann als meiner? Nicht, dass dieser aus Frust die Wii aus dem Fenster wirft.
    Ja, recht so – Computerspiele abschaffen! Sollen die Kinder, die vor so ’ner Konsole, PC bzw. Handy sitzen, sich lieber draußen an der frischen Luft bewegen und austoben! Oh… er könnte aber der letzte beim Rennen sein, na dann schalten wir die Konsole doch mal lieber schnell wieder an! Außerdem hab ich dann den Kleinen nicht an der Backe.

    Zudem stellt sich mir die Frage: Warum weint Töchterchen am Vorabend? Vielleicht sollten Mama und Papa mal lieber mit der kleinen Dame Sport machen gehen und es ein bisschen trainieren. Da freut sich das Kind bestimmt, wenn es zum ersten Mal schneller läuft als die Mama… Oh, dann weint vielleicht die Mama und deswegen lassen wir das dann auch mal!

    Satiere-Modus: aus

    Bewegung hat noch nie geschadet. Packt die Kidis immer mehr in Watte. Das bereitet ungemein auf das harte Leben vor! Und Verlierer und Gewinner wird es immer geben! In allen Bereichen des Lebens – wo sollte man es sonst besser lernen als beim Sport.

    PS. Jetzt dürfen viele über mich herfallen :D Is mir aber egal, weil es Wichtigers im Leben gibt als ne Petition zu den Bujus!

  55. Sportlicher Wettkampf und Vergleich ist ein Teil unseres täglichen Lebens und liegt, so denke ich, in unserer Natur. Nahezu jedes Kinderspiel zielt darauf ab, sich in einer Fähigkeit zu messen – auf einem Bein springen, Bälle fangen, Laufen, Fangen, Verstecken….. Alarmierend ist es, daß einigen Kindern Selbstvertrauen und körperliches Geschick durch Übervorsorge der Eltern verloren gehen. Viel zu viele Kinder mit Unterhaltungs- oder Kommunikationselektronik; viel zu viele, die den Weg zu Schule, zu Freunden nicht mehr gemeinschaftlich zu Fuß oder mit dem Bus zurücklegen. Schulsport wird da doch eher immer wichtiger!
    Wir sollten selbstbewußte Kinder erziehen, die eine Niederlage verarbeiten können. Und gleichzeitig sozialkompetente Kinder, die den Unterlegenen nicht mit Spott überziehen.

    Pro Bundesjugendspiele!

  56. Oh. Mein. Gott. … Vielleicht sollten wir auch Klassenarbeiten und Noten abschaffen, kein Mensch-ärger-Dich mehr mit den Kindern spielen, alle kriegen das gleiche Gehalt und überhaupt…

    Ja, so bereitet man seine Kinder sicher am besten auf’s Leben vor und erzieht sie zu selbstbewussten, selbstständigen Persölichkeiten. Kopfschüttelnd…

  57. Ich bin wütend.

    Nicht auf die Bundesjugendspiele, sondern auf die Erstellerin dieser Petition und diese ganzen hirnlosen Eltern die diese unterschrieben und kommentiert haben.

    IHR WIDERT MICH AN!!!

    Bald ist mein Lehramtsstudium vorbei und ich hoffe so sehr, dass eines eurer verweichlichten Kinder dann bei mir im Sportunterricht sitzt. Dann hab ich die Chance euch Unmenschen bei Elternsprechabenden zu Gesicht zu bekommen und euch abgrundtief zu HASSEN für das, was ihr euren Kindern verwehrt!!
    Schämt euch!

    MfG,
    ein Junge der eine tolle Kindheit hatte. Mit ERFOLGEN und NIEDERLAGEN!

    • Ich kann mich an Zeiten erinnern, da wurde die „Nase gerümpft“, wenn man Sportler, bzw. Leistungssportler war. Sport war eben in der Sprache von heute „uncool“. Dann kam in den 70igern die „Fitnesswelle“ (Trimm Dich) durch den Deutschen Sportbund, weil man zur Krankheitsprävention beitragen wollte. Nichts anderes wird auch durch die Bundesjugendspiele versucht, worauf im gesamten Schuljahr darauf trainiert wurde und wird.
      Auch seiner Zeit gab es schon Totalverweigerer, aus welchen Gründen auch immer. Am Tag der Bundesjugendspiele haben diese Totalverweigerer aus diesen Gründen auch „schlechte Karten“ gehabt. Selbst Schuld! Wer sich lieber das gesamte Schuljahr vor dem Sportunterricht drückt, muss sich dann am Tag der Bundesjugendspiele über das Ergebnis auch nicht wundern! Sport war ja auch uncool. Anscheinend hat sich dieser uncoole Trend bei einigen bis zum heutigen Tag gehalten.
      Für diese Einstellung fehlt mir jegliches Verständnis. Im Übrigen, ich selbst habe Wasserball gespielt, also nichts für „Muttersöhnchen“. Ich habe mich immer über solche Totalverweigerer, fast ausnahmslos auch Muttersöhnchen, gefreut, mit diesen in den sportlichen Wettstreit zu treten. Es hat meine Motivation nur noch gesteigert! Insbesondere auch dann, wenn sich Eltern bei meinem Trainer auch noch beschwert haben, dass ich so unfair gewesen sei.
      Genau dort ordne ich die Petitionsstellerin und deren Befürworter auch ein.

  58. Ich dachte, die Initiatorin macht einen Scherz. Scheint aber nicht so. Meine Güte! Gibt es ein besseres Beispiel dafür, dass Instrumente der direkten Demokratie zumeist Humbug ist? Bundesjugendspiele abschaffen. Klar! In Zeiten, in denen die Kinder in Deutschland immer dicker werden. Ich mache auch mit: Mathe gehört abgeschafft. Hunderte Kinder haben Bauchschmerzen, wenn sie an Mathe denken. Und Regen finde ich auch doof!

  59. Solche Petitionen können nur von postmodernen Hubschrauber-Eltern erstellt werden. Was ist mit den guten alten Zeiten passiert, als Kinder einfach noch Kinder sein durften?? Dazu gehört natürlich auch, sich mit gleichaltrigen zu messen. Das machen die Kinder sowieso – warum sollte es in der Schule „verboten“ werden?
    Was ist der Unterschied zwischen der Vergabe von Urkunden für sportliche Leistungen und Noten für Denksport? Das eine Kind kann besser rechnen, das andere besser lesen und das nächste ist halt schneller..

  60. Was für ein Schwachsinn!!!
    Werden denn die Schüler gefragt, sich den anderen Wettkämpfen in der Schule oder im Leben zu stellen? So nach dem Motto: „Bin ja doch nur schlecht in Mathe, mache ich einfach nicht mit“…. Erziehung bedeutet eben auch, den Kindern nahezubringen, daß sie nicht überall die Besten sein können und auch das gut ist. Und wenn man mal der Schlechteste ist, eben gerade dann den Kindern zu sagen, das dies auch passiert aber NICHTS mit Ihrer Wertigkeit als Mensch zu tun hat.
    Es gibt viele Schüler, die freuen sich auch deshalb darauf, den anderen mal zu zeigen, wo sie die Besten sind (Sport) gerade wenn die Streber es nicht sind. Dieser wichtige Ausgleich ist ebenso Teil des Lernprozeß und einer Klassengemeinschaft.

  61. Nein? Einfach nein?? Was ist das für ne Petition? Wird jetzt weil sich einer schlecht fühlt immer gleich für alles ne Petition gemacht?
    JEDER! ist doch froh über nen Tag ohne Schule und um dann lieber draußen zu sein.
    Wenn Mitschüler unfair sind oder Kinder angegriffen werden dann liegt das wohl eher an den Aufsichtspersonen in dem Falle.
    Ich finde es eine ganz schlechte Idee ein SPORTereignis an der FRISCHEN LUFT mit der möglichkeit das Kinder KONTAKTE knüpfen können außerhalb des Klassenklimas einfach nur weg zu machen weil das ein oder andere blöde Kommentar fällt oder man keine Lust drauf hat.

    Wir vergammeln sonst zu einer wertlosen Gesellschaft ohne jegliche Motivation noch unsere Hürden zu übersteigen! Gerade im Kindesalter ist es umso wichtiger das man sich durchbeißt und es tut! Später sagt man sowieso zu 95% der Dinge erstmal Nein aus Faulheit, kleinen Makeln etc.!

  62. Ich finde es nicht richtig, die BJS abschaffen zu wollen.
    Momentan bereite ich eine 1. Klasse auf die Spiele vor und die sind mit großen Eifer dabei. Wer nicht so schnell ist, läuft eben langsamer, es wird auch gejubelt, wenn der Letzte ins Ziel kommt. So ist das eben. Ich war früher auch fast immer die Letzte. Man kann nicht immer nur Erster werden, die Sportskanonen haben dafür mit Sicherheit in anderen Fächern ihre Probleme. Wenn man da gleich von Bloßstellen spricht, dürfte man auch keine Referate mehr halten lassen, das können einige Kinder auch nicht und auch dort gibt es Tränen, aber wenn die Lehrer das Gespräch mit den Kindern suchen, kommt man auch damit klar…
    Ich finde es dagegen sehr erschreckend, dass Kinder im Alter von 6 – 11 Jahren nicht einmal mehr eine Strecke laufen (nicht sprinten, einfach nur joggen!) können, ohne über ihre eigenen Füße zu stolpern! Bei jedem Warmlaufen sehe ich, wie sie beim Geradeauslaufen hinfallen, beim Weitsprung können sie den Bewegungsablauf nicht mehr Nachvollziehen, beim Werfen landet der Ball bei einigen Kindern nur wenige Zentimeter hinter dem ausgestreckten Wurfarm, wenn er nicht nach hinten geschleudert wird.
    Ich war selber nie eine Sportskanone, bin jetzt auch in meiner Fußballmanschaft mit Abstand die Langsamste, schätze ich, aber Sport gehört dazu! Wenn man alles freiwillig machen würde, kann man die gesamte Schule gleich abschaffen und die Eltern bringen ihren Kindern alles perfekt pädagogisch selber bei, wenn man sowieso alles besser weiß.

  63. Mir fällt auf, dass hier immer diejenigen für die Abschaffung sind, die die BJS auch nicht mochten, und diejenigen dagegen, denen die BJS Spaß gemacht haben.
    Deshalb mal zur Abwechslung ein Statement, das nicht aus der persönlichen Betroffenheit kommt:
    Ja, ich war schlecht in Sport. Nein, ich habe die BJS nicht gemocht. Und nein, ich habe keinen bleibenden Schaden davon getragen, es eher mit einem Achselzucken am Tag danach vergessen. Und ja, ich finde es richtig, dass ich auch ab und an die Erfahrung machen musste, dass ich nicht alles kann.
    Die Mitschüler/innen, die Tag für Tag (und nicht einmal im Jahr) die Demütigungen ertragen mussten, wenn sie in Mathe an die Tafel geholt und auseinander genommen wurden oder in Englisch rumstotterten, tun mir mehr Leid.
    „Gut sein“ in Sport ist nicht mehr und nicht weniger eine Mischung aus Begabung, Motivation und Übung als „gut sein“ in jedem anderen Fach. Es gibt immer einen Teil, für den man verantwortlich ist und einen, für den man nichts kann.
    Das Ziel kann nicht sein, niemals zu versagen. Es muss sein, mit Versagen konstruktiv umzugehen. Kann ich mich mehr anstrengen, um doch etwas zu erreichen? Oder schaffe ich es trotzdem nicht, und kann ich lernen, mich damit abzufinden?
    Und gedemütigt werden sollte niemand – nirgendwo. Darauf müssen Lehrer achten, und das müssen die Mitschüler/innen lernen – egal, ob in Sport, Mathe oder sonstwo. Da liegt viel im Argen – aber nicht nur bei den Bundesjugendspielen.

  64. DANKE!!!
    Ich habe die Angewohnheit, bevor ich mich in den Tag stürze, mein Tablet zu greifen und erst einmal die Nachrichten zu lesen. So konnte ich dann auch mit der Tagesschau-App über diese Petition lesen. Und plötzlich stand ich kerzengrade im Bett. Noch im Schlafanzug ging ich an meinen Computer, fuhr denselben hoch, suchte die Petition heraus und unterschrieb. Wenn ich an meine Kindheit denke, an das Magengrummeln schon Tage vorher und mein flehen, diesen Tag schwänzen zu können (Gott sei dank, hatte meine Mutter ein Einsehen und lies mich meistens auch schwänzen!). Ja, liebe Lehrer und Sportsfreunde. Ich habe ALLES dafür getan, um diesen Tag zu meiden! Ich habe ihn gehasst, GEHASST, G E H A S S T !!!!
    Lieber hätte ich 3 Klassenarbeiten an einem Tag geschrieben, als 1x zu den BJS zu gehen. Deshalb, DANKE für diese Petion, auch wenn sie leider erfolglos bleiben wird. Ich tendiere auch eher dazu – anstatt sie abzuschaffen – sie FREIWILLIG durchzuführen. Dann können die Sportskanonen auch mal zeigen, dass sie etwas können. Ich habe die Angewohnheit, bevor ich mich in den Tag stürze, mein Tablet zu greifen und erst einmal die Nachrichten zu lesen. So konnte ich dann auch mit der Tagesschau-App über diese Petition lesen. Und plötzlich stand ich kerzengrade im Bett. Noch im Schlafanzug ging ich an meinen Computer, fuhr denselben hoch, suchte die Petition heraus und unterschrieb. Wenn ich an meine Kindheit denke, an das Magengrummeln schon Tage vorher und mein flehen, diesen Tag schwänzen zu können (Gott sei dank, hatte meine Mutter ein Einsehen und lies mich meistens auch Schwänzen) Ja, liebe Lehrer und Sportfreunde. Ich habe ALLES dafür getan, um diesen Tag zu meiden! Ich habe ihn gehasst, GEHASST, G E H A S S T !!!!
    Lieber hätte ich 3 Klassenarbeiten an einem Tag geschrieben, als 1x zu den BJS zu gehen. Deshalb DANKE für diese Petition, auch wenn sie wohl erfolglos bleiben wird. Ich tendiere auch eher dazu, sie FREIWILLIG durchzuführen. Dann können auch die Sportskanonen einmal zeigen, dass sie etwas können!

  65. Hallo „Mama arbeitet“, wenn Ihre Kinder nur mit Bauchschmerzen zur Schule gehen, dann sollten Sie vielleicht einmal mit den Lehrern der entsprechenden Schule Kontakt suchen, anstatt Online-Petitionen gegen Veranstaltungen mit jahrzehntelanger Tradition zu starten.

    Es liegt in der Verantwortung und dem pädagogischen Geschick des Sportlehrers, körperlich schwächere Kinder vor Benachteiligung und Hänseleien zu schützen – insbesondere dann, wenn diese bei Kindern mit mangelndem Selbstbewusstsein zu den von Ihnen beobachteten physischen und psychischen Beeinträchtigungen führen.

    Ich bin zwar nicht der Meinung, dass Zwang und Enttäuschung ein Kind abhärten, aber es ist lebenswichtig, dass Kinder lernen, mit eigenen Misserfolgen und Enttäuschungen umzugehen. Nur so werden sie in der Lage sein, diese durch Erfolge und Freuden zu kompensieren, die jedes Kind auf irgendeinem Gebiet hat.

    Manch einer ist auch ein Held im Sport und eine Null in Deutsch, und dem wollen Sie jetzt das Glücksgefühl wegnehmen, da er keine schmucke Urkunde mehr bekommen soll. Schaffen Sie dann auch per Petition die Diktate und Aufsätze ab, damit auch dieses Kind seine Enttäuschungen bei Deutsch-Klausuren nicht mehr verarbeiten muss? Wie sieht es aus mit Mathe und Kunst?

    Bei allem Respekt, aber ich denke, dass Sie bei der Erstellung Ihrer ziemlich radikalen Petition die Konsequenzen nicht ansatzweise ausreichend durchdacht haben. Außerdem löst eine Abschaffung der BJS das eigentliche Problem nicht. Das schaffen Sie nur im persönlichen Dialog mit dem Lehrkräften Ihrer Kinder und natürlich dadurch, dass Sie Ihren Kindern Selbstbewusstsein auf den Lebensweg mitgeben und nicht die Lektion, dass man vor unangenehmen Situationen am besten laut und medienwirksam schreiend davonläuft.

  66. Es fängt an bei „Kleinigkeiten“ wie Sportwettkämpfe und wird sich nur weiter in andere Lebensberreiche zeihen. Den sobald die Bundesjugendspiele abgeschaftt werden kann man ohne schlechtes Gewissen behaupten das man in der Schule nur dazu Angetrieben wird besser zu lernen und andere Dinge nicht Zählen. Kinder die Sportlich gut sind werden somit „gezwungen“ sich in Disziplinen zu messen in denen Sie nicht so gut sind aber Sportlich schwache müssen nicht in den Ungeliebten wettkämpfen nicht stellen.
    Gleichberechtigung sieht anders aus!
    Auch kann man so die Kinder nicht mehrzu besseren Leistungen motivieren wenn man auf der anderen Seite sieht das man sich ja gar keine Mühe mehr geben muss denn Mami macht das schon.
    Das Probem ist Mami kann sich nicht immer um alle Dinge kümmern und man kann auch nicht immer von Unliebsammen Dingen weglaufen.
    Natürlich findet hier ein Wettkampf statt doch das ist noch im Vegleich zur Realität harmlos. Wettkämpfe sollen einen motivieren besser zu werden und man merkt meist auch von Jahr zu Jahr das man besser wird. Desweiteren sind solche Veranstaltungen auch eine Gute Abwechslung zur meist Langweiligen Lernalltag.
    Die heutigen Kinder verbringen eh schon viel zu wenig Zeit draußen. Und wieso? Weil die Schüler immer länger in der Schule sitzten, nicht mehr so viel Zeit für spielen und Sport haben wie wir früher und dann lieber zu Hause vor dem PC, Playstation oder ähnliches sitzen.
    Sport und ein kleinen Wettkampf mir seinen Kameraden in der Realen Welt ist gerade in der Heutigen zeit wichtiger. !

    • Richtig so, es gibt schon viel zu viele unsportliche Kinder, und man muss auch mal verlieren können. Warum sind immer mehr Kinder Übergewichtig ? Und werden Krank davon (z.B. Zuckerkrank )

  67. Ich finde, dass Kinder bzw. Jugendliche auch mit Niederlagen umgehen zu können.
    Man sollte sie nicht wegen jeder Niederlage in Watte packen, sondern wieder raus in das wirkliche Leben!
    Denn es gibt nicht nur die allseits ungeliebten Bundesjugendspiele, sondern auch andere Sportliche Veranstaltungen wo das/der Kind/Jugendliche aufblühen kann und seine stärken zeigen kann.
    Ich bin weder dafür noch dagegen, dass die Bundesjugendspiele abgeschafft werden.

    Leute geht einfach weider mehr raus mit euren Nachwuchs und zeigt ihnen wie schön es draußen sein kann.
    Es stärkt auch das Selbstbewusstsein des Kindes – da es im Spiel auch lernen muss sich unterzuordnen!

  68. Ich werde die Petition unterzeichnen, da ich diese unterstützenswert finde. Vor vielen Jahren war ich selbst Schülerin und habe sehr im Sportunterricht und besonders bei den Bundesjugendspielen gelitten. Ich war einen Kopf kleiner als meine Klassenkameraden, gegen die ich antreten musste, so dass ich sehr im Nachteil war. Zudem hatte ich motorische Schwierigkeiten aufgrund meines Autismus. Es war jedesmal demütigend, die schlechtesten Leistungen zu haben und zusätzlich dem Gespött der Schulkameraden ausgesetzt zu sein. Anstatt persönliche Ziele zu setzen und das Miteinander und auch die Individualität der Schüler zu fördern, verdarb dieser Wettbewerb sämtliche guten Absichten und ich verlor jeglichen Spaß an Bewegung und Sport. Ich hoffe, dass dies anderen Kindern erspart bleibt.

  69. Diese Petition ist ein weiterer lächerlicher Auswuchs der allgemeinen Verhätschelung der Jugend.
    Soll ab jetzt die Teilnahme an der Matheklausur freiwillig sein, um die leistunsschwachen Schülern bloß nicht zu „demotivieren“ oder „unter Druck“ zu setzen?
    Dein Sohn hat mehr gewonnen wenn er sich seiner Stärken und Schwächen bewusst ist und mit Rückschlägen umgehen kann. Aktuell ist die Lektion die er aus der ganzen Sache zieht: Komm heulend nach Hause und Mami regelt das schon!

  70. Also ich finde es sollte Schwachsinn und Dummheit abgeschafft werden! Wettbewerb muss sein sonst lernen die Kinder nichts mehr! Kein Ansporn nix…. genauso wie in Hamburg das Sitzenbleiben abgeschafft wurde und die Kinder nun einfach in die nächste Klasse kommen ohne was zu tun ( Belohnungsprinzip fürs nix tun -ahja so werden Hartz4-Empfänger ausgebildet)

    • Ich habe bisher in meinem Leben am intensivsten, erfolgreichsten und leidenschaftlichsten dort gelernt, wo ich nicht dazu gezwungen war: während der Schulzeit drei Jahre im selbst ausgesuchten Polnischkurs der Volkshochschule, und später – welch eine Befreiung – im Studium (Sinologie). Diese Unterstellung mancher Lehrer damals, wir würden alle zu nichts nutze sein und faul auf der Couch liegen, würden wir nicht zu unserem (Un?)Glück gezwungen, hat mich sehr wütend gemacht…

  71. Was für eine Schwachsinn-Initiative. Das kann ja nur von einer gefrusteten und unsportlichen Frau kommen, die den Stellenwert des Schulsports in unserer Gesellschaft noch gar nicht kapiert hat. Leider werden schon seit Jahren an viel zu wenigen Schulen BJS durchgeführt! Ein Grund ist sicherlich , dass es den Lehren organisatorisch zu aufwändig ist aber auch dass Schüler heute fast nicht mehr fähig sind geforderte Zeiten und Weiten zu erbringen. Vor lauter Fettleibigkeit sind die meisten ja nicht mehr in der Lage 1 Runde zu laufen. Diesem gesellschaftlichen Verfettungsprozess kann man eigentlich nur mit vermehrtem Sport ( tägliche Sportstunde) und vielen Sportwettkämpfen wie z. B. BJS begegnen.
    Also auf ihr Schulen in ganz Deutschland :
    Führen Sie gerade zum Trotz dieser Schwachsinn- Initiative Bundesjugendspiele und Wettkämpfe durch und kämpfen lieber um eine tägliche Sportstunde

  72. Dass die Diskussion so polarisiert, ist interessant. Anscheinend gibt es die zwei Lager der, kurz gesagt „(mit)leidenden Opfer“ und der „harten Starken“. Das erinnert mich stark an die typische Lagerverteilung in Beziehungen…

    Es wäre bestimmt gut gewesen, stärker die Freiwilligkeit bei den Bundesjugendspielen zu betonen anstelle die Abschaffung des Wettbewerbs. Natürlich haben Kinder ein Recht auf Wettbewerb und Kräftemessen, aber ebenso natürlich sollte keine Pflicht dazu bestehen. Hier hinkt der viel gebrachte Vergleich zum harten Berufsleben ganz gewaltig, denn niemand wird gezwungen, sich beispielsweise als Bäcker auf eine Mechanikerstelle zu bewerben! Meines Erachtens ist die Schulsituation eine sehr künstliches, nicht durch reale Notwendigkeiten bedingtes, fast möchte ich sagen, um seiner selbst willen erschaffenes System. Dass für eine Tätigkeit in einer Firma der bestmögliche Kandidat ausgewählt wird, ist völlig nachvollziehbar (wenn alles sauber läuft…). Dass aber rein um des Aussortierens, Bewertens willen Urteile über noch nicht gefestigte, noch lernende Kinder gefällt werden müssen, in meinen Augen weniger. Wenn es wirklich um’s Lernen ginge, dann würde in allen schulischen Dingen eine Pflicht zur Beteiligung ausreichen, dann dürfte im jeweiligen eigenen Tempo Lernen und Geprüft Werden stattfinden, wenn es darum geht, etwas zu lernen anstelle zu sortieren. Naja… wie wäre es also zum Beispiel mit Bundesjugendspielen mit Beteiligungspflicht für alle, während es jedem freigestellt bleibt, sich zu Beginn für eine Wertung seiner Leistungen zu entscheiden oder nicht?

    Ein wenig erschrocken bin ich über die Aggressivität mancher Petitionsgegner. Die ganze Debatte ist emotional, aber woher dieser Hass, diese Wut auf die Gegenseite, diese Verachtung für Schwäche und Leiden? Stellenweise klingt das, als ob für ein unbedingtes Recht auf eine unschöne Kindheit gekämpft wird…

    Natürlich meinen es diejenigen gut, die hoffen, ihren Kindern eine Art Anpassungsschock beim Eintritt in eine harte, manchmal ungerechte Erwachsenenwelt zu ersparen, indem sie Kindheit als Vorbereitungszeit im Sinne von Anpassen und Abhärten verstehen. Aber sie sollten sich nicht derart herablassend und intolerant gegenüber denjenigen zeigen, die ihren Kinder (wie gesagt, möge den Kindern, die es möchten, der Wettbewerb erhalten bleiben!) einen anderen Weg ermöglichen wollen.

    • Was auffällig ist, das viele der Pro-BJS Kommentatoren direkt ausfällig werden.

      Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir hier genau den Menschentyp sehen, den es bei den BJS diebisch Spaß gemacht hat Mitschüler mit Duldung der Lehrer einen ganzen Tag zu demütigen, zu verspotten und zu beschimpfen. Zumindest hat sich am Tonfall nichts geändert.

      Weiter fällt auf, dass die Pro-BJS Kommentatoren bewusst Fakten ignorieren. Es geht nicht um das Abschaffen von Leistungsbewertungen oder den Untergang der Leistungsgesellschaft. Es geht um das Abschaffen von öffentlichen, organisierten Demütigungen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob das eine Tradition ist.

      Es geht auch nicht um weniger Bewegung für Schüler. Wie kann ein einziger Tag, auf den nicht hin trainiert wird, irgendetwas an der Fitness von Schülern ändern?

      Wir haben den Pranger als Instrument der Bestrafung abgeschafft. Wir sollten die BJS nicht als Ersatz hernehmen. Noch dazu, stellt sich die Frage, wofür man bei den BJS eigentlich bestraft wird? Vielleicht können uns wenigstens das die Pro-BJS Kommentatoren mal beantworten? Wofür wird man bei den BJS bestraft?

      • An dem was Sie hier – übrigens evenfalls sehr radikal – schildern, sind nicht die BJS schuld. Vielmehr sind es in diesem, konkreten Fall die Sportlehrer, die versagen.

        Diese sollten die Schüler zum Mitmachen animieren und Sport als Spaß vermitteln. Wenn es da hakt, dann wenden Sie als Betroffener sich doch direkt mit Ihrer berechtigten Kritik an die Verantwortlichen. Dazu gehört natürlich mehr Mut, als eine Petition im Internet zu unterzeichnen.

        Wie ist es denn mit demjenigen, der wegen seiner schlechten Leistungen in Mathe oder Kunst von den Mitschülern gehänselt wird? Sind daran auch die Klassenarbeiten und das gemeinsame Malen schuld?

        • Lieber Chris,

          ganz ehrlich….ich habe nie erlebt, dass jemand wegen schlechter Matheleistungen gehänselt wird oder wegen schlechter Leistungen in Musik/Kunst ecetera. Viel eher müssen die äußerst „guten“ Mathegenies damit rechnen, gehänselt zu werden, denn sie sind ja „Streber“ oder „Schleimer“ oder ähnliches. Und selbst wenn es so wäre, bei einer Mathearbeit werden die Noten nicht öffentlich vorgelesen. Bei den Bundesjugendspielen dagegen können die Schüler nicht „für sich alleine“ springen, sondern werden von allen Mitschülern/Lehrern und eventuell noch anderen Schulklassen beobachtet. Sport hat nunmal für Kinder und Jugendliche einen anderen Charakter als sonstige Schulleistungen. Wer’s kann ist cool, wer nicht, hat versagt ;)

          Ein großer Gewinn für den Sportunterricht scheinen mir Wahlpflichtkurse zu sein, die es den SuS ermöglichen, Sportarten auszuüben, die ihnen wirklich Spaß machen und die sie vielleicht auch als Erwachsener noch betreiben werden

          • Seit wann werden Klausurnoten nicht mehr verlesen? Bei uns wurde immer die Note verkündet mit ein paar netten, oder nicht so netten Worten des/der Lehrers/Lehrerin. Und ja, auch da wurde oft und gern gehänselt. Geschadet hats mir nicht, ich lerne heute noch gern, auch wenn ich nie Klassenbeste war.

      • Bravo, auf den Punkt gebracht. bJS freiwillig und wer das blöd findet, geht lieber in einem Verein, um richtigen Sport zu machen statt einen Tag bei einer Pflichtveranstaltung gezwungen wird, mitzutun und sich im schlimmsten Fall die Häme der gehässigen Klassenkameraden anzuhören.

  73. Wenn ich mich nicht völlig irre, habe ich in diesem Blog (vermutlich im Artikel „Was Armut mit dir macht“) gelesen, dass der Wert eines Menschen nicht davon abhängig ist, wie viel Geld er hat.

    Aus meiner Sicht verhält es sich in Bezug auf die persönliche (und/oder kollektive) Leistung bei Spielen, Wettkämpfen, in der Schule und am Arbeitsplatz ebenso und das vermittle ich auch meinen Kindern. „Schüler“, „Chef“, „Angestellter“, „Sieger“, „Verlierer“, „arm“, „reich“ etc. sind nur Rollen, die wir Menschen spielen.

    Für manche dieser Rollen gibt es eben Applaus, für andere nicht.

    Je unabhängiger sich der Einzelne vom „Publikum“ und von den „Punktrichtern“ (also von positiver wie negativer Kritik) macht, umso weniger kränkbar, dressierbar und manipulierbar ist er.

  74. Ich weiß nicht, was so schlimm an diesen Bundesjugendspielen sein soll. Es nennt sich sogar noch „Spiele“, also gar nicht „Wettkampf“. Natürlich wetteifern die Schüler um etwas, und zwar um ihre eigene, persönliche Bestleistung. Und das finde ich gut. Man muss sich doch auch einmal herausfordern, und dazu sind die Bundesjugendspiele doch gedacht. Mir hat das früher immer viel Spaß gemacht, und ich war nicht gerade eine Sportskanone. Eher so im Mittelfeld. Aber ich hatte Spaß daran, mal alle Disziplinen auf meine Bestleistung zu testen. Es hat mich herausgefordert, und das war gut. Heute lese ich in der Urkunde: Siegerurkunde mit 2471 Punkten. Oder 854 Punkten. Wer weiß schon, was das bedeutet? Wen interessiert das heute? Es hat mir einfach Spaß gemacht. Heute macht keinem etwas einfach nur so Spaß, da wird hinter jedem Ereignis ein Erfolgserlebnis gewittert, dem unbedingt nachzueifern ist und wehe! es werden andere besser beurteilt.

    • Es sind keine „Spiele“, es sind öffentliche Demütigungen.

      Schön, dass es Ihnen im Mittelfeld Spaß gemacht hat. Dann ist Ihnen gottseidank die Erfahrung erspart geblieben, wie es so am unteren Ende ist. Nichts an den BJS ist für jemanden am unteren Ende herausfordernd, außer den Mut aufzubringen sich einen Tag lang öffentlichen Demütigungen zu stellen.

      • Hallo Gerd, durch Ihre Kommentare zieht sich das Weinerliche als Roter Faden. Es handelt sich bei den BJS keineswegs um öffentliche Demütigungen. Diese Fehleinschätzung zeigt deutlich, dass Sie es nicht gelernt haben, sich unangenhmen Situationen mit Selbstbewusstsein zu stellen.

        Ich bin sicher, dass es andere Disziplinen gibt, in denen Sie sehr gut sind – viel besser als die meisten anderen. Mathe, Malerei, Musik, Kreativität, ….. ? Sollen diese Disziplinen jetzt auch abgeschafft werden, damit Ihre Mitmenschen nicht dadurch enttäuscht werden, dass Sie diesmal der Bessere sind?

        Finden Sie Ihre Stärken, und machen Sie das beste daraus! Lernen Sie auch Ihre Schwächen kennen und stehen dazu! Es ist doch bei genauem Hinsehen absolut lächerlich, dass ein Mensch daran zerbricht, dass er keine Ehrenurkunde des Bundespräsidenten an der Wand hängen hat, weil er weiter springen kann als die meisten anderen.

        Die Kompensation von Enttäuschungen durch Erfolge sowie ein gesundes Selbstbewusstsein sind unabdingbar für ein zufriedenes Leben. Selbstmitleid hingegen und Petitionen aus der sicheren Deckung heraus sind der Weg in eine gefährliche Schieflage.

        • Hallo Chris,
          du setzt in Deinem Beitrag das Abschaffen der Bundesjugendspiele mit der Abschaffung von Mathe, Malerei usw. gleich. Bei der Initiative, die ich unterstütze, geht es doch nicht darum, Sport abzuschaffen, sondern den Zwang an einem Wettbewerb teilzunehmen an dem man nicht teilnehmen will. Für Mathe, Musik Maleri oder Kreativität gibt es eben genau keinen solchen Zwangswettbewerbe.
          Und der Zwang zu sportlichen Wettkampf kann einem wirklich die Freude an Sport generell nehmen – was nicht sein darf, denn sportliche Betätigung ist tatsächlich wichtig für das körperliche Wohlbefinden, also sollte jeder bestmöglichst darin gefördert werden dazu ein positives Verhältnis zu finden – eben nicht mit Zwangsbeglückung!

          • Klausuren und Klassenarbeiten sind aber auch Zwang und Wettbewerbe. Wenn man es allen recht machen will, muss man die dann auch abschaffen.

  75. Also ich hab mich jedes Jahr darauf gefreut, mich wieder mit all den anderen messen zu können, auch den älteren.
    Für mich waren die Bundesjugendspiele ein absolut positives und tolles Ereignis.
    Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass diese Petition, mit dem Ziel, noch mehr „verweichlichte Egoisten“ auf die „moderne“ Gesellschaft loszulassen, nicht richtig ist.

  76. Ich habe als Kind selber an BJS teilgenommen, höchstens mit Teilnehmerurkunde. Bin selber Mutter und auch meine Kinder haben dran teilgenommen. Ich kann keine bleibenden Schäden an einem von uns feststellen. Mal im Ernst: Wenn Deine Kinder das als Bewertung ihres Körpers oder ihrer Person emfinden solltest Du mal nachdenken.
    Dann sollten wir über die Abschaffung der Schule nachdenken. Da werden Kinder ständig bewertet. Welcher Teil von ihnen stelle ich mal dahin.
    In Zeiten von Inklusion werden wir immer mehr Kinder haben die in dem Einen oder Anderen Bereich nicht die Ersten sein werden. Toleranz und Rücksichtnahme sind angesagt. Kooperatives Lernen und Akzeptanz von Individualität. Nicht die Abschaffung von Leistungsbewertungen.

  77. Hallo zusammen,

    ich mußte diese Information 2 mal lesen: Petition gegen die Bundesjugendspiele. Für mich vollkommen unfassbar.
    Wenn man sein Kind in Watte einpacken möchte, nur damit es keinen „Unschönen“ Gefühle begegnet. Bitte schön. Nur tut Ihr den Kindern keinen Gefallen damit, meiner Meinung nach. Es werden im Leben noch viele Herausforderungen in dieser Art, nicht nur im Sport, auf einen zukommen. Das zählt für mich zur gesunden Entwicklung dazu. Ich bin kein Pädagoge sondern
    einfach Vater einer 5 jährigen Tochter und erlebe, wie jeder Elternteil, Situationen im Alltag die
    derer bei den BJS gleichen. Das beginnt schon im Kindergarten.
    Für mich zählt der Olympische Gedanke, wenn ich an Sportveranstaltungen teilnehme. Und das vermittle ich auch so weiter. Ehrgeiz, Erfolg, Demut und Entäuschung…alles gehört zum Leben dazu. Daran wachsen auch die Kleinen. Das Leben ist kein Ponyhof. Ich lese hier von „öffentlicher Demütigung“. Soll diese dann allein dafür sorgen das eigentlich tolle Veranstaltungen abgesagt werden weil sich wieder einmal ein paar Pöbel daneben benehmen? NEIN, diese lasse ich auf keinen Fall gewinnen!! sportliche Grüße SG

  78. Ohne Worte ?!?

    Wenn man schlecht in der Schule ist, kann etwas dagegen tun: LERNEN!
    Wenn man schlecht im Sport ist, kann man etwas dagegen tun: TRAINIEREN!

    Natürlich kann nicht aus jedem Menschen ein Usain Bolt werden, ebensowenig wie aus nicht jedem Menschen ein Albert Einstein wird.

    Ich glaube eher das ist hier ein Witz und gar nicht Ernst gemeint =D
    Unglaublich !!!

  79. Student arbeitet: Ich bin dagegen immer nur dagegen zu sein sich nicht selbst anstrengen zu müssen.

    Ja… Selten kommt es vor. Aber heute musste ich auch mal etwas in unseren so geliebten sozialen Netzwerken Posten. Und zwar nachdem ich – mittlerweile schon garnicht mehr so erstaunt wie man vielleicht sein sollte – folgende Petition gelesen habe:
    http://mama-arbeitet.de/…/bundesjugendspiele-abschaffen-pet…
    Recht hat sie. Die berufstätige und alleinerziehende Mama. Recht hat sie wenn sie sagt: „Sport sollte Spaß machen und nicht nur für ein gutes Körpergefühl, sondern auch für Selbstbewusstsein sorgen, unabhängig vom Talent und Können des Einzelnen.“
    Liebe berufstätige und alleinerziehende Mama. Ja. Ich kann mir mit Sicherheit nicht vorstellen wie anstrengend es ist, ein Leben als solche zu führen. Muss ich aber auch nicht um ein Bild davon zu haben, wie es ist, ein Häufchen Elend von Kind neben sich sitzen zu haben das bitterlich weint weil es nicht gut bei den Bundesjugendspielen abgeschnitten hat. Wozu also die Erwähnung? Wer in Marketing aufgepasst hat kann es sich denken…
    Aber seis‘ drum. Die Message ist klar: Keine verpflichtenden sportlichen Wettbewerbe, welche die körperlichen Unterschiede der kleinen Racker herausstellen. Vor allem dann nicht, wenn dadurch Schwächere aufgrund mit mangelhafter Sozialkompetenz behafteter Lehrkörper (m/w) und kleiner lautstarker, meist garnicht so viel stärkerer aber eben lauterer Mitschüler, öffentlich bloßgestellt werden.
    Oder?
    Oder ist es vielleicht doch die Message: Ja. Mutter wollte ich werden; aber jetzt muss ich ein Kind trösten, weil es Pflichtveranstaltungen als Demütigung empfindet und ich keine Lust habe diese Chance zu nutzen um dieses kleine Geschöpf positiv zu formen?! Pfui Wettkampf. Pfui negative Erfahrung. Pfui Pflichtveranstaltung. Konsequenz des 21. Jahrhunderts (weil ja viel bequemer, als sich Jahr für Jahr das Geheule antun zu müssen): eine Petition (mal wieder für mehr Individualität).
    Doch wie wäre es mit einem langfristigen Blick auf das Leben der kleinen Christin?
    Dieselbe Christin, die irgendwann einen Job haben wird, für den sie sich bewerben und infolge dessen mit anderen messen muss.
    Dieselbe Christin, die irgendwann einen Job haben wird und genauso hart arbeiten muss wie die Kollegin, obwohl sich ihr Freund gerade letzte Nacht von ihr getrennt hat und sie daher ganz anderes im Kopf hat.
    Dieselbe Christin, die von Ihrem Vorgesetzten vielleicht irgendwann für eine Beförderung in Erwägung gezogen wird und unter Umständen einen neuen Chef bzw. eine neue Chefin vorgesetzt bekommt. Im besten Fall nicht weil dieser / diese lauter, sondern einfach besser ist.
    Ja. Die „öffentliche Demütigung“ bleibt weitestgehend aus. In diesem Punkt gebe ich Frau Finke recht. Aber im Fall der kleinen Christin und der vielen anderen Schüler und Schülerinnen, die am Vorabend der Bundesjugendspieler mit Bauchschmerzen ins Bett gehen weil sie unter Umständen gedemütigt werden, können wir nur an die Lehrer appellieren sich anders, besser und umsichtiger zu verhalten. Was die Mitschüler betrifft: Unter Kindern wird es immer die lauten geben, die dann im späteren Leben aber eben oftmals doch gar nicht mehr so laut sind.
    Warum „demotivieren“ die Bundesjugendspiele denn die Kinder? Warum motivieren sie sie nicht? Sich in Zukunft mehr zu motivieren Sport zu machen. Sich selbstbewusster zu geben? Paroli zu bieten?
    – Vielleicht, weil diese kleinen Racker oftmals in einem seidenen Nest sitzen, auf dessen Rand mindestens ein Elternteil fast panisch umherrennt um alles zu verjagen was ihrem Kind schaden könnte. Und diese elterlich erahnten Schäden sind oft äusserst subjektiv.
    Liebe Frau Finke: Das Leben ist ein Wettkampf. Immer wieder müssen sich Schwächere gegen Stärkere behaupten und durchsetzen. In allen Lebenssituationen. Und wer schwach und wer stark ist, wird in jeder Situation neu entschieden. Bei den Bundesjugendspielen sind es die körperlich stärkeren. Bei den Matheprüfungen die, die am besten rechnen können, in deutsch diejenigen die der deutschen Sprache mächtig sind. Was ist denn so schlimm daran? Ist es nicht auch genau das, was unsere Individualität ausmacht? Nicht nur immer der Beste bzw. die Beste zu sein sondern auch die Fähigkeit mit Niederlagen umzugehen und zu leben?
    Wieso also starten Sie nicht eine Petition gegen das öffentliche bloßstellen von Leistungen. Wieso muss es gleich die Abschaffung einer so schönen, gemeinschaftlichen Tradition sein, welche in Anbetracht einer zunehmenden Jugendadipositas bedeutender ist als jemals zuvor? (siehe http://www.kompetenznetz-adipositas.de/presse.html) Dafür, dagegen zu sein war noch nie eine Lösung. Wo bleibt ihr Vorschlag diese Tradition zu verbessern? Damit Kindern das Gefühl erhalten sich stark zu fühlen? Sich besser zu fühlen? Und wo bleibt ihr Mütterliches Rückgrat?
    Das Rückgrat ihr zu erklären, dass es nicht schlimm ist, nicht auf dem Treppchen zu stehen. Und dass der „doofe Kevin“ (Name frei erfunden), der sie hänselt, in Mathe schlechter ist und deswegen vielleicht irgendwann den ersehnten Chefposten nicht bekommt, sondern sie. Und dann darf sie ihm vielleicht sagen, dass er schneller arbeiten soll.
    Oder eben das Rückgrat sich die kleine Christin zu schnappen wenn sie so traurig dasitzt und ihr Mut zu machen, sie aufzubauen und (sofern es denn ihr Wunsch ist) in Zukunft vielleicht 2 mal in der Woche mit ihr um den nahegelegenen See oder durch den Stadtpark zu joggen, damit sie im nächsten Jahr vielleicht auch eine Siegerurkunde oder vielleicht sogar Ehrenurkunde erhält und weiß, wie es sich anfühlt durch langfristige Leistung das zu erreichen was man sich erhofft und erträumt. So, wie sie es im Leben noch des öfteren tun muss.

  80. Also ich finde diese Petition total wichtig. Jeder der sich ansonsten auch gegen Massentierhaltung, Folter u.ä. engagiert, sollte die Christine dringend unterstützen. Es geht wieder um ein Stück mehr Menschlichkeit in unserem gemeinsamen Miteinander, die u.a. auch bei solchen Fehlentwicklungen wie der Veranstaltung von Bundesjungendspielen auf der Strecke bleibt.

  81. Ich als Schüler stimme der Abschaffung der Bundesjugendspiele absolut zu. Nicht weil ich bei den BJS nie erfolgreich war, sondern weil ich eine gute Alternative zu den BJS weiß. An meiner jetzigen Schule gibt es einmal im Jahr einen Sporttag. Alle Schüler durchlaufen die Wettkämpfe als Klasse, die Wertung erfolgt dann ebenfalls Klassenweise. So ist niemand enttäuscht, wenn er keine Teilnehmerurkunde bekommt. Denn es gibt keine!! Es ist auch egal, ob ein einzelner Schüler gut oder schlecht ist. Und so ist gleichzeitig die Gemeinschaft gestärkt. Wer diese Alternative als gut befindet, kann dies gerne ebenfalls als Alternativvorschlag benützen!!!!

  82. Erst dachte ich: Kinderkram.
    Dann las ich die Kommentare.
    Dann habe ich unterzeichnet.
    Weiterhin viel Erfolg, Frau Finke!

  83. Zu meiner Schulzeit haben bei den Bundesjugendspielen immer nur diejenigen ein gutes Ergebnis erreicht, die in ihrer Freizeit Leichtathletik oder sonstigen Leistungssport betrieben haben. Die hatten dann jedes Jahr ihren großen Auftritt. Das war überhaupt keine Gleichberechtigung. Ich selbst habe zur großen Masse gehört, die regelmäßig bei diesem Schwachsinn baden gehen. Mir persönlich hat das nie etwas ausgemacht. Ich war in anderen Schulbereichen dafür gut, wie Sprachen, die mir jetzt drei Jahre nach dem Abitur noch was bringen. Das schlimmste waren immer die blöden Kommentare der Lehrer, die einem beim Sprint noch zugerufen haben, man solle sich mehr anstrengen oder man solle doch beim Weitsprung gefälligst mehr Anlauf nehmen. In einem Jahr sollten wir statt Ball werfen plötzlich Kugelstoßen machen. Der Witz war nur, dass wir das vorher überhaupt nicht wussten und unsere Sportlehrerin hatte das mit uns nie geübt. Misserfolge und Niederlagen gehören zwar natürlich zum Leben eines jeden Menschen dazu und auch Kinder sollten frühzeitig lernen damit umzugehen, allerdings nicht in Form einer öffentlichen Demütigung. Sportunterricht ist die nächste Sache , die endlich abgeschafft gehört. Studien belegen mittlerweile, dass dieser sich rein gar nicht auf die körperliche Fitness von Schulpflichtigen auswirkt. Mittlerweile gibt es Gymnasien, die das als Fachprofil anbieten. Damit können sich die Sporttalentierten, die es sonst in keinem Fach zu was bringen durch das Abitur mogeln. Das Bildungssystem Deutschland macht es möglich, dass keiner mehr einen Handwerksberuf lernen braucht und immer mehr Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Nicht jeder ist fürs Studium geeignet. Das sehe ich selbst bei mir in der Hochschule. Es gibt viele Studenten, die ständig rumjammern, dass sie nichts verstehen und nicht mit dem Stoff hinterherkommen. Die Erleben dann hierbei ihren persönlichen Misserfolg.
    Dafür braucht es allerdings keine altmodischen Bundesjugendspiele. Da reichen schon Klassenarbeiten, die nicht so ausfallen, wie man es sich gerne erhofft hatte.

  84. Was ein Schwachfug…Mathematik und Deutsch auch abschaffen,…..mein Sohn kam da auch schon enttäuscht zurück…..

  85. Ich hätte als Kind gerne einer Teilnehmerurkunde gehabt; damals gab es nur Sieger- oder Ehrenurkunden…
    Was machen Sie denn, wenn Ihr Sohn das Abitur nicht schafft und kein Zeugnis bekommt? Abschaffung des Abiturs fordern? Also, ich unterschreibe nicht.

  86. Mittwoch abend, 17:50, ich sitze müd im Sessel und höre Deutschlandfunk – ups, da gehts ja um Christine und ihre Petition. Der Sportlehrer im Interview weigerte sich zwar, letztlihc, Verständins für das Anliegen aufzubringen und reduzierte seine Gegenargumente auf Anekdötchen, aber toll, dass es die Petition immerhin bis ins Radio geschafft hat.
    Für mich reduzieren BuJuSpiele Sport aufs Leistungsprinzip und entsprechen dem Sportunterricht des 20. Jahrhunderts und nicht einem inklusiven Sportunterricht der Freude an Bewegung vermitteln und inklusiv sein soll.

  87. Hallo,

    ich selbst bin eine sportliche Niete und wurde als Langsamste gehänselt. Die Bundesjugendspiele habe ich gehasst.

    Nun habe ich eine Tochter, die sehr sportlich ist, sich aber sonst mit Lernen schwer tut Sollten die Bundesjugendspiele abgeschafft werden bin ich dafür, dass auch Schulnoten abgeschafft werden.

  88. Danke für diese Initiative. Ich erinnere mich noch genau daran wie sehr ich die Bundesjugendspiele gehasst und gefürchtet habe. Die Idee eines Tages, an dem alle Schüler zusammen Sport treiben finde ich dennoch sinnvoll, aber die Bewertungskriterien sollten überdacht werden bzw. am besten sollte sowas ohne (zumindest ohne individuelle) Bewertungen stattfinden.

    Wieso musste ich, geboren Dezember ’76, immer schneller sein, weiter werfen und höher springen als meine Freunde die im Januar ’77 geboren wurden, um die gleiche Punktzahl zu bekommen? Das macht doch wirklich keinen Sinn!

  89. Also ich war zum Beispiel im Werfen auch ne Niete, aber ich hatte trotzdem Spass an den Bundesjugendspielen. Ich war in der schule immer super schlecht in Kunst und ich hab es gehasst malen zu müssen und es war mir peinlich das die Bilder dann auch noch aufgehängt wurden und alle sie sehen konnten , aber da kommt doch auch keiner auf die Idee das Fach abzuschaffen oder nicht zu benoten. Jeden mag doch irgendwas nicht, und die Benotung von anderen Test sind doch auch Wertungen !

  90. Okay, kommt jetzt nach keine Noten auch noch die Anschaffung der sportlichen Ereignisse? Ich versteh die Welt nicht mehr. Es ist eine Leistungsorientierte Gesellschaft. Gestern, heute und morgen. Es gibt immer Niederlagen und Erfolge. Schafft bitte den zwang zu singen ab. Mein Sohn kann nicht singen. Lächerlich… Kinder sollen in ihrem handeln und sein bestärkt werden, sie sollen sich einschätzen und lieben lernen! Sie sollen aber auch lernen mit Niederlagen umzugehen. Sie sollen lernen schwächeren bei zu stehen und nicht Sie auszulachen. Das alles ist das leben. Wake up, that’s life.

    Ich bin auch schlecht in Sport, aber hey ich lebe und bin selbstbewusst.

    Ich liebe meinen Sohn und stehe ihm bei.

  91. Also ich bin selbst Schüler und auch ich hatte heute an der Schule Bundes Jugend Spiele. Ja was ist das für ein Argument die Kinder haben Bauch schmerzen vor den Bundes Jugend Spiele. Soll dann auch Englisch abgeschafft werden oder Deutsch ich. So wie ich Lernen kann können die Sport machen oder? Ich Persönlich finde die Bundes Jugend Spiele nicht schlimm ich kann es aber durch aus nach volziehen. Habe einer in meiner Klasse der nicht gerade groß ist und dazu noch sehr Schmächtig. Er ist einer der Ältesten von uns wird dadurch auch noch Schlechter Bewertet das ist richtig Unfair zum Beispiel muss mit seinen ca. 30-40 kg eine 5 kg Kugel stoßen das geht fast nicht sowas ist einfach unverschämt. Dazu ein Gegenbeispiel der größte aus unserer Klasse muss 4 kg stoßen toll oder er wird nicht nur besser bewertet und ist ganz neben bei auch noch einer der besten von uns. Also ich würd die Bundes Jugend Spiele nicht Abschaffen ich würd sie wenn dan Freiwillig machen oder sie ändern irgendwie aber wie weiß ich selber nicht. Am besten sodass man zwischen viel mehr Disziplinen wählen kann!

  92. Hallo zusammen,
    der positive Umgang mit Siegen und Niederlagen ist doch elementar für die Entwicklung eines Menschen!! Viele Verlierer in Mathematik, Latein,… bekommen ihre Siegererlebnisse eben bei den BJS! Insofern sind diese Wettbewerbe eigentlich das Normalste auf der Welt – nur nicht für unsere inzwischen fast schon meinungsbildenden Wohlfühlbürger, die vermeintliche pädagogische und psychologische Erkenntnisse, die bar jeden Realitätsbezugs sind, für voll nehmen. Mein Gott, wohin entwickelt sich diese Gesellschaft nur? Niederlagen, Peinlichkeiten, objektive Leistungsbewertungen, „Demütigungen und Ohnmachtsgefühle vor der Peer Group“ … müssen unseren Kindern unbedingt erspart bleiben, damit sie keinen Knacks fürs Leben bekommen. Welch lächerliche Farce!
    Wen wundert es, dass immer mehr Schüler/innen immun gegenüber kritischen Hinweisen oder objektiven Leistungsbewertungen aller Art werden, wenn vor allem die Mütter (und teilweise auch Väter) meinen, ihre Sprösslinge vor allen Unbillen des Lebens schützen zu müssen. Das hat dann nichts mehr mit Selbstbewusstsein zu tun, sondern mit Autismus!
    Abschaffung der Noten und Zeugnisse (wir sind ja bereits auf dem Weg!) ist die logische Konsequenz, Ausstieg aus der Marktwirtschaft mit ihrem zentralen Konkurrenzdenken geradezu zwangsläufig; auf Generation Y folgt Generation Z!

  93. Als ich den Anfang um diese Debatte mitgekriegt habe, konnte ich vieles nicht so nachvollziehen. Das lag aber vor allem daran, dass ich das in Österreich in dieser Form gar nicht kenne. Warum ich Dir in vielen Dingen zustimme, habe ich in meinem Text zusammengefasst. Ich bin mal so frei und setzte meinen Link hier rein: http://fruehesvogerl.blogspot.de/2015/06/mein-unsportliches-ich-und-der.html
    Und wünsche Dir, dass Dich weiterhin kein harter Ball trifft. ;)
    Lieben Gruß aus Berlin,
    Bettie

  94. Hallo,
    ich fasse es nicht, mit welchen Dingen wir uns in Deutschland befassen. Auf der Welt gibt es 60 Mill. Flüchtlinge,
    Millionen Kinder hungern, selbst in Deutschland gibt es Kinder, die arm aufwachsen und nur ungenügend an unserem Bildungssystem teilnehmen können. Hier jedoch wird eine große Aktion gegen die Bundesjugendspiele gestartet, weil eine Mutter meint, ihr Kind fühle sich benachteiligt.
    Hoffentlich fühlt sich das Kind nicht auch in anderen Dingen benachteiligt. Welche Entwicklung wird dieses
    Kind dann wohl nehmen?
    Sollten wir nicht wieder ein wenig „locker“ manche Angelegenheiten sehen?
    Gruß Uwe

    • Uwe, lies doch den Blogtext bitte nochmal. Und nochmal. Und dann ein letztes Mal. Und dann hast Du vielleicht verstanden, dass es Christine nicht um ihr eines, weinendes Kind geht sondern um die Sache an sich. Klar ist der Titel mit der Abschaffung provozierend. Aber die Alternative, dass man den Tag umgestaltet oder freiwillig abhält etc., die wird ja auch angeboten.
      Abgesehen davon kapiere ich nicht, was dieser Blogtext mit Millionen von Flüchtlingen zu tun hat. Es gibt ja leider immer Personen, die diverse Fähnchen hochhalten – egal ob sie zum Thema passen oder nicht. Klimawandel wäre doch auch noch erwähnenswert. Oder Syrien? Der Ukraine-Konflikt? Der Fifa Skandal? All das darf man laut Fähnchenhalter nicht vergessen, wenn man ein interessantes Thema anschneidet. Alles zu seiner Zeit und zum passenden Anlass, lieber Uwe.

    • Nein, Uwe – ich schalte die Kommentare manuell frei und schlafe nachts. Ich zensiere nur beleidigende und rassistische Kommentare oder schlichten Spam, der durch den Spamfilter rutscht. Dein Kommentar ist jetzt freigeschaltet.

      • LOL
        Uwe denkt wohl, Du lebst in den USA, da hätte das mit der Zeitverschiebung ja wunderbar gepasst. Aber dass eine Alleinerziehende mit drei Kindern auch mal selbst schlafen muss, das scheint zu viele Überlegungen zu kosten. Lieber gleich beleidigt sein. Armutszeugnis.

        • Ich lese keine Beleidigung von Uwe, aber sehr wohl von Ihnen, liebe Susi. Immer schön an die eigene Nase fassen, bitte. Uwe ist schlichtweg entgangen, das Posts erst freigegeben werden müssen. Mit Ihrem LOL machen Sie genau das, was sie ja eigentlich verteufeln: Über andere lachen und sich lustig machen.

  95. Ich halte es für eine elementare Entwicklungserfahrung, etwas auch mal nicht gut zu können, gerade auch im Vergleich zu Gleichaltrigen (was sich nicht zuletzt entwicklungspsychlogisch unterstreichen lässt). Was der eine im Sport bzw. bei den Bundesjugendspielen erfährt, erfährt der andere in Mathe usw.! Natürlich sollten Kinder dabei nicht gezielt bloßgestellt werden – weder bei den BuJus, noch bei der Rückgabe der Mathearbeit oder in irgendwelchen anderen schulischen Situationen.
    Abgesehen von dieser Entwicklungserfahrung ist das „Wettkämpfen“ ein elementarer Teil des in unserer Kultur gegenwärtigen Sports, unserer „Bewegungskultur“, das somit im Sinne eines Bildungsauftrags auch in den Sportunterricht gehört – und SchulUNTERRICHT ist „leider“ keine reine Wünsch-Dir-Was-Spaßveranstaltung!
    Und zum Stichwort „Spaß“: Was ist denn mit den vielen, vielen Kindern, die sehr große Freude an den BuJus haben und diesem Tag entgegenfiebern!?
    Und ich setze sogar noch einen drauf: Ich halte die vor ca. 20 Jahren ergänzte sog. Teilnahmeurkunden „damit jedes Kind eine Urkunde bekommt“ für sehr fragwürdig… Welches Gefühl vermitteln wir unseren Kindern, wenn jede Leistung – auch eine schlechte – immerzu ausgezeichnet wird? Wie sollen Kinder da eine gesunde Selbsteinschätzung erlernen?
    Ich weiß, dass das Netz bzgl. der BuJus voll ist mit ähnlichen Beiträgen enttäuschter Eltern. Wahrscheinlich müssen einige Eltern einfach lernen, Misserfolge ihrer Kinder auszuhalten anstatt die Veranstaltung zu degradieren!?

  96. Ganz genau wir schaffen die BjS ab und wo wir gerade dabei sind den Schulsport komplett. Mein Kind ist auch nicht die Beste in Mathematik, da bekommt sie schon mal ne 4. Ich starte da mal gleich ne Petition, denn wenn der Klassenbeste sie ob Ihrer 4 hänselt, finde ich das nicht gut und mein Kind muss von diesem unmenschlichen Zustand erlöst werden. So Ironie aus. Bei den BjS geht’s um das was primär in unserer technischen Zeit schon viel zu kurz kommt, die BEWEGUNG. Demnächst tanzen wir dann alle unseren Namen und freuen uns, dass wir das komplette Notensystem abgeschafft haben, weil manche Kinder mit diesem bösen Noten, dem Notendruck oder manchem Lehrer nicht klar kommen. Werdet mal wach und hört auf die Kinder zu verweichlichen und Ihnen alles aus dem Weg zu räumen, irgendwann habt Ihr ein Kind, welches volljährig ist und nicht mal in der Lage ist sich allein die Schuhe zu binden, denn das ja immer Mama alles gemacht.

    • Hallo Carsten,

      nu‘ mach mal halblang!

      Die Bundesjugendspiele sind – und das ich der Unterschied zum Matheunterricht – ein Wettkampf!
      Als solcher werden sie von den Kindern auch empfunden.

      Die meisten Kinder lieben Wettkämpfe und messen sich gerne mit ihren Altersgenossen. Am liebsten tun sie das in Bereichen, in denen sie relativ sicher sind, dass sie einen Erfolg verbuchen können. Das ist jedoch längst nicht für jeden der Sport!

      Wer also gerne in einen sportlichen Wettkampf geht, der soll das bitte tun! Wer aber schon von vornherein weiß, dass er/sie in einem sportlichen Wettkampf unterliegen muss, den darf man verdammt noch mal nicht dazu ZWINGEN!
      Sportunterricht ist ein wichtiger Teil unseres Schulsystems. Ziel des Sportunterrichts soll es jedoch sein, alle Kinder zur Freude am Sport hinzuführen. (Dass das nicht jedem Lehrer gelingt lass ich hier mal außen vor) Dazu braucht es Motivation, manchmal viel Geduld und sicher ein breites Angebot an Disziplinen, um für jede/n wenigstens einmal in seiner/ihrer Schullaufbahn etwas zu finden, was ihm/ihr Spaß macht.

      Vollkommen verfehlt finde ich den Zwang zum Wettkapmpf!
      Das Erfolgserlebnis einiger weniger wird mit der Demotivation von Vielen erkauft.
      Damit erziehe ich Kinder zum Aufgeben …

      • Danke Martin,
        wie Du schon sagst lieben die meisten Kinder Wettkämpfe und weiter oben hat jemand gefragt ob diese Kinder nicht dann auch enttäuscht wären, wenn Ihnen die Bujus wegpetitioniert werden.
        Ich bleibe dabei, daß die Messlatten für die Bujus nicht zu hoch sind und altersgerecht festgelegt wurden.
        Als Wettkampf habe ich die Bujus damals nicht empfungen. Ich habe mich um eine Urkunde bemüht und fertig, ob mit oder ohne Urkunde. Das bedeutet, daß viele ein Erfolserlebnis erzielen konnten und wenige eventuell eine Enttäuschung. Hier wird nichts „erkauft“.
        Die Kinder, die vielleicht nicht fit genug für die Bujus sein sollen werden meines erachtens erst recht zum aufgeben erzogen, wenn mann ihnen sagt, daß man die Bujus einfach wegpetitionieren kann. Dann lernen sie, daß man sich von vornherein doch gar keine Mühe für irgendwas geben braucht.
        Ich bin auch gegen Zwang Martin, aber nur gegen Zwang zu etwas unmöglichem. Und die Bujus sind nach meiner Erfahrung für niemanden unmöglich. Und wenn doch, dann ist etwas mit den Kindern gesundheitlich schwer was nicht in Ordnung und das ist es, was hier in der Petition übersehen wird!

  97. Sie wollen die Bundesjugendspiele abschaffen, weil es „unmenschlich“ ist, dass manche Kinder sportlicher sind als andere?
    Dann aber auch SOFORT die Mathearbeit abschaffen! Und Die Englischklausur! Boah, da war ich schlecht drin. Und hab mich immer in Grund und Boden geschämt, wenn die Noten vorgelesen wurden.

    Bei den Bundesjugendspielen hab ich auch nie mehr wie ne Siegerurkunde bekommen. Werfen war nicht mein Ding. Und spurten auch nicht.

    Liebe Gleichschalter, Verhätscheler und Druck-von-den-Kindern-nehmer.
    Denkt noch mal drüber nach, ob ihr euren Kindern da so einen großen Gefallen mit tut.

  98. Warum muss es denn noch ein Wettbewerb sein, wenn man eh eine Urkunde bekommt? Dann kann man ja gleich den Wettbewerb abschaffen und einen allgemeinen Sport-/Bewegungstag anbieten. Als kommunalpolitisch Interessierter finde ich es wichtiger, dass man den Kindern an einem solchen Tag die Sportangebote vor Ort näher bringt. Beispielsweise könnte man an einem Sport-/Bewegungstag mit den örtlichen Vereinen diverse Angebote wie Fußballturnier, Volleyballturnier, Bogenschießen, Reiten, Schwimmer, Biken, Tennis etc. anbieten. Also nicht nur die klassischen Schulsportsportarten. Die Kinder können sich dann beispielsweise in eine Liste eintragen und 3 Prioritäten wählen. Jede Aktivität hat dann eine begrenzte Teilnehmerzahl und wenn es mehr sein sollten, dann entscheidet halt das Los. Somit hätte man trotzdem Bewegung für die Kinder und gleichzeitig auch noch kostenlose Werbung für die Vereine, die gerade auf dem Land große Probleme haben neue Mitglieder zu bekommen. Außerdem entdecken die Kinder so vielleicht auch die ein oder andere Sportart, die sie so bisher noch nicht gekannt haben.

  99. […] Finke vom Blog Mama arbeitet hat hierzu eine Petition gestartet. Warum, wieso, weshalb könnt ihr hier […]

  100. Ich habe das Kind gefragt, warum es die BJS hasst. Und es kam: die Demütigung. Es ist nicht nur so, dass sich die Kinder und ihre Leistungen an diesem Tag vor der eigenen Klasse zeigen müssen – das kennen sie ja -, sondern dass alle Schüler, alle Lehrer und dann noch helfende Eltern dabei sind. Große Bühne für ein Fach, das für viele angstbesetzt gemacht worden ist. Und dann kam noch ein Satz, den ich voll unterstreichen kann: „Mathe kann man lernen, Sport nicht.“ Unsere Tochter ist weiß Gott nicht unsportlich, aber Leichtathletik liegt ihr nun mal gar nicht. Schließlich sagte sie noch: Ich bin froh, wenn ich mit der Schule durch bin, damit diese Art von Sport endlich für immer ein Ende hat. Ist das nicht ein Armutszeugnis für den Sportunterricht und erst recht für die Bundesjugendspiele?

    • Das ist wohl eher ein Armutszeugnis für Ihre Tochter bzw. deren Erzieher/Eltern – und meistens der weiblichen! Letztlich hat nämlich die Einstellung zum Sporttreiben immer etwas mit der Erziehung durch die Eltern zu tun. Sport lebt nun einmal vom Vergleich. Wer es als Demütigung empfindet, zusammen mit 90% der übrigen Schüler/innen bei der objektiven Leistungsüberprüfung vor Lehrern, Eltern, Schülern geoutet zu werden (was in der Praxis gar nicht zutrifft!), bei dem stimmt etwas nicht. Es ist die mangelnde Fähigkeit, mit Niederlagen umzugehen bzw. zu den eigenen Schwächen zu stehen! Kein Wunder, bekommen unsere Kinder doch von frühauf in Kita und Schule eingetrichtert, wie toll und gut sie sind und alles machen – Wohlfühlunterricht pur! Mündliche Leistungen vor schriftlichen Leistungen,… es leben die soft skills!
      Im Übrigen: Längst nachgewisen ist, dass es mathematisches Talent gibt – wer das nicht hat, muss ungleich viel mehr für eine gute Note investieren! Genau das gilt allerdings auch für den Sport.

      • Schulsport nicht zu mögen heißt nicht, sich gar nicht sportlich zu betätigen. Das Kind treibt sehr viel Sport, nur eben anderen Sport als Leichtathletik, Turnen oder Ballspielarten. Der Schulsport hat es nicht geschafft, ihm den Spaß dieser Disziplinen zu vermitteln. Sich bei den Bundesjugendspielen gedemütigt zu fühlen, hat zudem nichts mit der mangelnden Fähigkeit zu tun, mit Niederlagen umzugehen. Es ist dieses ganze Umfeld.

        • Mathe nicht zu moegen heisst nicht, gar keinen Plan zu haben. Man ist eben in Malen gut, reicht doch auch.

          Die ELTERN haben es nicht geschafft, dem Kind den Spass am Sport zu vermitteln. Es sind die ELTERN, Susanne, nicht „der Schulsport“.

          Etwas nicht zu koennen, was andere koennen, demuetigt immer. Andere daher in ihrem Leistungsvermoegen zu behindern ist die bevorzugte Variante von MOBBING. Sagen Soziologen uebereinstimmend.

  101. Ich habe es gerade schon zu meiner Unterzeichnung der Petition dazugeschrieben. Super Idee, die Bundesjugendspiele mal anzugehen! Ich habe sie gehasst. Obwohl ich seit meinem siebten Lebensjahr tanzen gehe und jetzt mit 21 viermal die Woche trainiere, dachte ich bis ich so 16, 18 war, ich sei unsportlich. Einfach weil mir jedes verdammte Jahr wieder, bis zur zehnten Klasse, vor Augen geführt wurde, dass ich niemals schnell rennen können werde. Jedes Jahr musste ich wieder einen Ball fünf Meter weit werfen. Oder zwei oder drei. Jedes Jahr bin ich unter 3 Meter gesprungen. Einzig Ausdauerlauf konnte ich am Ende. Da kann man aber auch noch was mit Zähne zusammenbeißen holen.
    Fazit: BJS waren ein super Weg, mich davon zu überzeugen, ich sollte mich am besten überhaupt nicht bewegen da ich sowieso talentlos bin. Mir war überhaupt nicht klar dass auch Leistungen in anderen sportlichen Bereichen etwas bedeuten könnten. Lasst doch die leichtathletikaffinen Kinder freiwillig im Sportverein gegeneinander antreten, genau wie es die Tennistalente oder Fußballtalente machen und genau wie sich Kinder beim Tanzen der Korrektur ihrer Lehrer unterziehen. Warum müssen schnelle Läufer und weite Werfer nochmal besonders herausgehoben vorgeführt werden? Ich finde kein Argument.

    • Laufen, werfen und springen sind Fähigkeiten, die grundsätzlich jedes Kind besitzt und ausbaut, ohne dafür in einen Sportverein gehen zu müssen (obwohl man es natürlich professioneller betreiben kann, indem man einem Verein beitritt). Fußball, Tennis und Tanzen lernt man hingegen in einem Verein oder muss es zumindest eine Zeit lang betreiben, um Grundfähigkeiten zu entwickeln. Laufen, werfen und springen sind damit die einzigen sportlichen Leistungen, die einen Vergleich aller Kinder zulassen (sofern man das möchte…ich halte das nicht für nötig und finde eine freiwillige Teilnahme angemessener).

  102. Ich finde sehr wohl, dass man BJS mit den anderen Fächern vergleichen kann.
    1. Die BJS finden nicht vor allen Schülern statt! Die BJS bestreitet man im Klassenverband, in dem auch der normale Sportunterricht statt findet. Klar alle Schüler haben an ein und dem selben Tag BJS, sie sind aber über den gesamten Sportplatz verteilt, so dass die „Demütigung“ im Klassenverband statt findet. In aller Regel gibt es keine größere Kulisse als die eigene Klasse, da die anderen Klassen an verschiedenen Stationen laufen, springen, werfen.
    2. Die Schüler eigenen Klasse kennen sich untereinander und wissen daher schon im Vorfeld, wer gut und schlecht ist. Das ist wie in den anderen Fächern auch. Die Schüler wissen , wer in Deutsch, Mathe, Englisch schlecht ist und für diese schlechten Schüler ist es wohl auch eine Demütigung, wenn sie eine schlechte Arbeit zurück bekommen. Und trotzdem wird nicht gefordert Noten abzuschaffen.
    Nein, es wird gefordert, das sich der Schüler hinsetzt und lernt. Manche Eltern besorgen sogar Nachhilfelehrer, man stelle sich das für Sport vor.
    3. Und ja Sport kann man lernen, nennt sich trainieren.

  103. Wenn Ihnen die Ergebnisse ihrer Kinder bei den Bundesjugendspielen nicht passen oder die Kinder darüber unglücklich sind, dann sollten Sie statt der Abschaffung der Spiele vielleicht lieber mehr Zeit in das sportliche Training ihrer Kinder für die nächsten Spiele stecken, damit sie beim nächsten Mal besser werden. Es gibt im Leben Herausforderungen, denen man sich stellen muss und deren Ergebnis von der eigenen Vorbereitung abhängen. Das ist eine wichtige Lektion für Jugendliche. Ich habe als Jugendlicher auch in einem Jahr nur eine Teilnehmerurkunde bekommen. Das hat sehr stark gewurmt. Ich habe für das nächste Jahr sehr hart trainiert und eine Ehrenurkunde bekommen.

    Wenn Sie oder ihre Kinder keine Lust auf den Einsatz und die Vorbereitung für den Wettkampf haben, dann können Sie auch einfach zusammen akzeptieren, dass das Ergebnis keinen Stellenwert für Sie hat. Aber die Spiele abschaffen zu wollen zeugt von einem seltsamen Verständnis von Eigenverantwortung und Anerkennung von erbrachter Leistung – auch die Leistung anderer, die mit Sieger- oder Ehrenurkunden nach Hause gehen! Denen nehmen Sie nämlich durch ihre Forderung etwas weg. Und diese Kinder haben dafür gearbeitet!

  104. Ich habe zwar keine Kinder, aber ich stelle mich fest an Ihre Seite – diese Veranstaltung gehört ebenso abgeschafft wie das pädagogisch überaus fragwürdige Vorgehen mancher Sportleerer, pardon: Sportlehrer, die zwei stärksten Schüler jeweils eine Mannschaft wählen zu lassen. Ich war immer ein unsportliches und auch eher molliges Kind und drum ergo immer die Letzte, die gewählt wurde mit dem entsprechenden abfälligen Blick à la „Jetzt muss ich die nehmen“ (Subtext *kotz) …
    Nach einem Schulwechsel ging es übergangslos in der neuen Sportklasse gleich in der allerersten Stunde genauso weiter – Schnellcheck: mittelgroß, mollig, lass ma lieber stecken -, aber bis dahin hatte ich meine (private) Liebe zu Volleyball entdeckt und den lieben Mitschülern zu ihrem Erstaunen die Bälle nur so um die Ohren gedonnert, ha!
    Ich finde schon, dass Sport auf den Lehrplan gehört, aber definitiv nicht mit dieser „olympischen“ Attitüde. Falls es sein muss, fordere ich es auch für die schnellste Kommasetzung im Deutschunterricht und den klarsten Kammerton A in Musik!

  105. Die Bundesjugendspiele abschaffen?
    Bisher dachte ich dass sei ein Scherz, aber Sie meinen es tatsächlich ernst. Was soll das?
    Wollen wir jetzt anfangen unsere Kinder vor Allem zu „schützen“ worauf sie keine Lust haben?
    Ich persönlich fand die BJS weder demütigend oder sonstwie schlimm. Es war wie schulfrei und hat Spass gemacht…und nein, ich war keine Sportskanone.
    Wir sollten nicht darüber nachdenken die BJS abzuschaffen, sondern eher unsere Kinder stärken und ihnen vermitteln, dass es normal ist in einigen Bereichen gut zu sein und in anderen Bereichen halt weniger gut.
    Zum Leben gehören auch Niederlagen und sehr oft im Leben muss man Dinge tun, auf die man keine Lust hat oder einen Bauchschmerzen verursachen…
    Ausserdem macht es Kindern durchaus Spass, sich zu messen…mit Demütigung haben die BJS in meinen Augen rein gar nichts zu tun.

    ich persönlich bekomme übrigens immer solche Bauchschmerzen, wenn ich meine Steuererklärung machen muss. …könte man da nich auch mal eine Petition …;)

    Naja, das Thema BJS abschaffen landet ja mittlerweile in allem erdenklichen Zeitungen…irgendwie muss das Sommerloch ja gefüllt werden….

  106. Nur 2 Dinge;

    1. Die Bundesjugendspiele waren immer die Möglichkeit für die nicht so schlauen aber sportlichen, zu glänzen und Anerkennung zu bekommen. Auch wichtig für diese Kinder. Nicht alle fühlen sich durch die BJS gedemütigt.

    2. Die Bundesjugendspiele sind so gerecht wie das Leben. Wer mit schnellen Beinen auf die Welt kommt, kann dort glänzen. Alle anderen nicht. Wer mit nem schnellen Gehirn auf die Welt kommt, kann auf der Uni glänzen. Alle anderen nicht. Wer mit reichen Eltern auf die Welte kommt, kann alles kaufen. die anderen nicht.

    Ist doch ne prima Schule fürs Leben. Nicht alle können alles gleich gut. Deal with it!

    • Der Blogartikel wird in ziemlich vielen Online-Medien derzeit erwähnt, hast Du die mitgezählt? Das Geschlechterverhältnis ist ziemlich ausgewogen, Don, genauso wie es blöde männliche und weibliche Grossmäuler gibt, die (nicht nur) bei den BJS der Meinung sind, ausschliesslich dann gross und stark werden zu können, indem sie scheinbar Schwächere klein machen.

  107. Hallo,
    zu Susannes Aussagen möchte ich folgendes sagen: Doch, Sport kann man lernen – man nennt es trainieren. Und das einem Leichtathletik allgemein nicht liegt, kann ich nicht wirklich glauben. Bei einzelnen leichtathletische Disziplinen mag das durchaus sein, ist wohl auch nicht ungewöhnlich, aber kaum bei allen.
    Das grundsätzliche Problem sehe ich, aus eigener und aus der Erfahrung meiner Kinder, in den Sportlehrern bzw. in den Lehrern die Sport unterrichten. Teilweise selbst unsportlich, können sie die erforderlichen Techniken und Bewegungsabläufe nicht beschreiben oder gar zeigen und lassen die Schüler einfach machen. Wer es kann, ok, wer nicht, Pech gehabt. Damit sind wir meiner Meinung nach beim eigentlichen Problem: Durch die gerade genannten Defizite, sind viele Lehrer nicht in der Lage die Schüler für die unterschiedlichen Sportarten oder Sport allgemein zu begeistern. Und genau das ist das wichtigste überhaupt. Das nicht jeder der Beste oder Erste (egal wieviel man trainiert) sein kann, sollte jedem klar sein. Entscheident ist, das jeder persönlich sein Bestes gegeben hat. Daraus resultiert eine weitere wichtige Aufgabe der Sportlehrer: Allen Schüler zu vermitteln, die individuelle Leistung eines jeden anderen anzuerkennen.
    Und nun zu den BJS. Ich selbst war auch nur auf den hinteren Plätzen, trotzdem hat es Spass gemacht und ich erinnere mich noch gern daran. Ich finde nicht, das die BJS abgeschafft werden sollten, das ist doch zu einfach. Eine Petition für besser ausgebildete Sportlehrer oder qualitativ hochwertigeren Sportunterricht wär m. E. viel sinnvoller.

    • Hallo Sven
      Problem erkannt: Genau das ist es, die Sportlehrer vermögen nicht, den Spaß am Sport, genauer: an den Schulsportdisziplinen, zu vermitteln. Ich kann mich noch gut an meinen Sportunterricht erinnern, Basketball, was keinen Spaß macht mit männlichen Mitspielern, die allesamt 20 Zentimeter und mehr größer sind. Da war jede Ball für mich unerreichbar. Dann muss man die Mannschaft eben anders zusammenstellen. Ähnliches gilt fürs Turnen. Wenn die Hilfestellung nicht stimmt und jede Woche blaue Schienbeine dabei herauskommen, ist der Sportunterricht eine Tortur.
      Was die Leichtathletik betrifft: Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber damals bei uns hieß Leichtathletik Weitsprung, Schlagball und Laufen (Sprint und Mittelstrecke). Nichts davon lag mir.

  108. Für mich waren die BJS Jahr für Jahr eines der großen Highlights und ich habe mich schon Tage zuvor darauf gefreut. Ich kann aber durchaus verstehen, dass es nicht allen Kindern so ging und geht. Ich bin auch der Meinung, dass diese Kinder diese Prozedur nicht mitmachen müssen sollten.
    Was ich nicht verstehe, ist die offenbar weit verbreitete Ansicht, dass das gesamte Event abgeschafft werden sollte. Warum reicht es nicht aus, die Teilnahme freiwillig zu machen?
    Viele Kinder haben große Freude daran, sich sportlich zu messen, und viele Kinder kommen durch die BJS zu ihren ersten Erfolgen und Urkunden. Manche treten in der Folge einem Leichtathletikverein bei.
    Niemand sollte gezwungen werden, daran teilzunehmen, aber warum all den Kindern den Spaß stehlen, die Freude daran haben, obwohl sie noch dazu davon profitieren können?

  109. Vielen Dank, für diese großartige Idee. Ich kann der Idee nur beipflichten und bestätigen, dass Schulsport und die BJS im Besonderen einem Jahr fürs Jahr wieder zeigen, dass man offensichtlich in dem Bereich überhaupt zu nichts fähig ist. Ich empfand es jahrelang als extrem demütigend und musste über 33 Jahre alt werden um überhaupt meine sportliche Seite zu entdecken und mich nach dieser Schmach wieder zu trauen irgendwas mit Sport zu versuchen. Ich gebe ganz klar der Schule die Schuld daran, dass ich in dem Bereich so lange nicht an mich geglaubt habe. Im Prinzip ist schon der Sportunterricht im Regelfall darauf ausgelegt, dass die sportlichen Leute mit dem Lehrer Sport treiben und die anderen halt Restmaterial bleiben. Ich persönlich habe nie erfahren, dass es hier ensthaft darum geht das Interesse an Sport zu wecken …

  110. Auch wenn ich selbst unsportlich war (und es noch bin), so hat mich das nicht aus der Bahn geworfen. Andere Kinder waren in Mathe oder Englisch schlecht. Und? So ist es nunmal im Leben.

    Ich finde es wichtig das Sport so eine wichtige Bedeutung bekommt, gerade heute, wo viele Kinder sich eh kaum bewegen. Man kann sicherlich anregen über manche pädagogische Ausgestaltung zu reden, aber die Kinder davor zu bewahren auch mal zu merken das man etwas nicht so gut kann ist doch kaum sinnvoll.

    Kinder müssen lernen auch mal etwas zu machen, wovor sie Angst haben. Das ist beim reden vor der Klasse genauso. Dieses drücken vor unangenehmen Dingen gehört doch nunmal dazu. In der Ausbildung, Studium oder auch im Job wird es auch immer wieder Dinge geben, die man nicht perfekt kann und trotzdem machen muss.

    Also lasst die Kinder positive (denn die gibts es mit Sicherheit auch für alle) wie negative Erfahrungen machen und versucht nicht krankhaft Kinder vor allem zu bewahren.

  111. Petition gegen Matheunterricht, sofort! Mein Sohn bekommt nur Fünfen und Sechsen in Mathe. Es ist unfair weil nicht seine ausgezeichneten sportlichen Fähigkeiten sondern nur seine analytische methodenkompetenz bewertet wird. Damit muss Schluss sein weil ich das so will und nichts hinterfrage. Der Leistungsgedanke liegt mir fern und sowieso ist alles schlecht was meinen Sohn zum weinen bringt.

  112. Wie wäre es statt die BJS abzuschaffen eine Reformierung anzustreben. Es gibt wenig Kinder, die gar keine Begabung für Sport haben. Wer nicht sprinten kann ist oft gut auf etwas längeren Distanzen. Persönlich haben mich die BJS auch nie gefreut, und ich habe es mehr als einmal verflucht. Trotzdem, die Kinder die schlecht in Mathe sind, haben auch keine Freude daran wenn die Ergebnisse einer Klassenarbeit verlesen werden. Wer nicht sprinten kann, hat vermutlich kaum eine Chance sich groß zu verbessern. Aber bei Disziplinen, bei denen es auf Ausdauer ankommt, kann man auch viel mit dem Kopf erreichen — und es kann eine sehr schöne Erfahrung sein, wenn man als vermeintliche Niete auf einmal doch mitlaufen kann… Das gleiche gilt später im Leben sicher auch für viele andere Gebiete in denen man sich manchmal durchbeissen muss.

    Während der Oberstufe (lange her) habe ich mich mal bei einem Bier mit unserem Sportlehrer unterhalten und er sagte, dass er es als seine Hauptaufgabe ansieht den Leuten Spass am Sport zu vermitteln, damit sie auch später im Beruf noch gesund bleiben können. Vielleicht ist das nicht die Regel bei Sportlehrern, aber ich denke in die Richtung sollte es gehen.

    Ich bin gegen Abschaffen, aber vielleicht kann man die BJS ein bisschen anders gestalten.

  113. Unsere Kinder freuen sich jedes Jahr über die Urkunde – ob Teilnehmer, Sieger oder Ehren.
    Da ist man auch als Eltern gefragt, für eine positive Stimmung bei den Kindern zu sorgen.

  114. Ich finde diese Petition super und unterstütze sie. Darüber hinaus würde ich gerne jeglichen Wettbewerb aus der Welt entfernen. Schulnoten sind unnötig. Es sollte jeder einen Abschluss ohne Wertung erhalten. So kann jeder werden was er möchte und es gibt keine Demütigungen. Auch in der Politik würde es Sinn machen Wahlen abzuschaffen. Die arme FDP ist immer noch vollkommen traumatisiert. Wir sollten einfach alle gemeinsam regieren.

    Doktortitel? Auch total ungerecht. Man fühlt sich ohne Promovierung doch total unterlegen und dumm gegenüber promovierten Mitmenschen.

  115. Ich halte die Abschaffung für eine schlechte Idee. Als Kind fand ich die Veranstaltung auch nicht berauschend, da ich kein Spitzensportler war – und immer noch nicht bin. Aber Kinder an Bewegung heranzuführen und sie dazu anzuhalten, ist wichtig. Wir können die BJS abschaffen, oder bestimmte Schulfächer oder auch die Noten, aber das bereitet nicht auf die Härten des Lebens vor und lehrt auch nicht, mit Mißerfolgen oder Schwächen umzugehen. Man muss nicht überall der beste sein, und noch nicht einmal gut.
    Ich denke, das ist eine typische Helikopterelternidee, die ins Reich der Waldorfschüler gehört und dort auch den Tod aller unnötigen Ideen sterben sollte. Wohlgemerkt, ich bin selbst kein Topsportler, habe aber jetzt auch begriffen, dass ich etwas tun muss, wenn ich im Alter noch fit sein will. Seit ein paar Monaten laufe ich dreimal die Woche und muss mich aus dem tiefen Tal der Tränen herauskämpfen.
    Ich unterschreibe auf keinen Fall.

  116. Vorab auch ich habe nicht immer eine Siegerurkunde bei den Bundesjugendsielen erhalten. Zu meiner Zeit gab es nicht mal Teilnehmerurkunden für die „Gedemütigten“. Ein besonderer Graus waren die Winterspiele (Turnen).

    Allerdings hatte ich mich nie gedemütigt gefühlt, wenn ich keine Urkunde bekam. Vielmehr spornte mich das an und die Freude war umso größer als ich es dann auch geschafft hatte, eine der begehrten Siegerurkunden zu bekommen. Man muss m. E. auch in der Schule den Umgang mit Mißerfolgen lernen. Wie sonst soll man später im Beruf, wo auch nicht alles Honigschlecken ist, klarkommen. Alles abschaffen was unkomfortabel ist, ist keine Lösung und ist nicht das reale Leben. Vielmehr sollte man seinen Kindern beistehen, wenn es mal nicht gut läuft, und Ihnen zeigen wie man mit Niederlagen umgeht.

  117. Schon wieder so eine Mutter, die ihren Kindern ständig Puderzucker auf den Hintern pusten möchte. Was ist denn, wenn diese Kinder bei Gesellschaftsspielen (von Memory bis Monopoly usw.) verlieren? Bricht dann auch das große Geschrei aus oder kennen die gar keine Gesellschaftsspiele? Jeder muss lernen mit Niederlagen umzugehen. Ich gehörte auch zu den Verlierern der Bundesjugendspiele und es gab noch nicht einmal eine Teilnahmeurkunde; trotzdem bin ich ein sehr selbstbewusster Mensch geworden. Wer nicht lernt mit Niederlagen umzugehen, der kommt im Leben nicht zurecht. Das so weit verbreitete Burn-out-Syndrom hängt u. a. doch auch damit zusammen, dass man schon den Kindern alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumt. Das nächste ist dann, die Schulnoten abschaffen, denn dadurch wird man ja auch „diskriminiert“, das beste wäre zur Geburtsurkunde gleich das Abi-Zeugnis dazu oder sogar den Hochschulabschluss. Wozu dann sich noch anstrengen?

  118. Da ist ja eine tolle Diskussion entstanden.
    Auch ich habe Bundesjugendspielen nicht viel abgewinnen können. Im Sommer draußen ging es noch einigermaßen und es reichte meistens für eine Siegerurkunde, aber im Winter beim Geräteturnen habe ich nicht einmal dafür genügend Punkte bekommen. Leider wurden diese Leistungen auch noch auf die Sportzensur angerechnet, was ich sehr unfair finde. Für mich waren die BJS immer Anlaß zu Magenschmerzen. Wenn die Teilnahme freiwillig wäre, würde es bestimmt allen Beteiligten besser gehen.

    Alternativ sollte ein musischer Wettkampf ins Leben gerufen werden: Wettsingen, um die Wette malen, Basteln…
    Wer würde sich schon darüber aufregen, wenn alle Schüler/Schülerinnen gezwungen wären, ein Instrument zu spielen oder zu singen und das auch noch möglichst gut…

  119. Sehr geehrte Frau Dr. Finke,

    ich schätze, Sie werden dieser Tage viel Post erhalten. Post mit positiven wie auch Post mit negativen Reaktionen auf Ihren Vorstoß, die Bundesjugendspiele abzuschaffen.

    Auch bei mir hat Ihr Vorschlag eine Reaktion hervorgerufen: Zu Beginn, als ich die Schlagzeile in den Medien gelesen habe – da will ich ganz ehrlich sein – dachte ich mir „Die hat sie doch nicht mehr alle.“
    Eine Reaktion, die vermutlich für einen begeisterten Sportler wie mich, relativ normal ist. Wettkampf gehört für uns essentiell zu unserem Selbstverständnis, wir lieben ihn, wir brauchen ihn. Da ist es erst einmal recht schwierig eine Forderung, wie die Ihre ohne Empörung im Raum stehen zu lassen.

    Dann jedoch ist mir bei längerem darüber nachdenken recht schnell bewusst geworden, dass mein Widerspruch nichts damit zu tun hat, dass ich selbst sportlich oder bei den BJS immer recht erfolgreich war, sondern darin begründet liegt, dass ich gerade in den letzten Jahren eine gänzlich andere Erfahrung gemacht habe, als die, dass sportlicher Wettkampf für Kinder demütigend oder bloßstellend sei. Im Gegenteil: Kinder lieben und leben vom Wettkampf – Wettkampf ist eine Form des Spiels. Im Sinne des schillerschen Homo ludens lernen Kinder im Wettkampf die Welt erfahren, lernen Rollen einzunehmen, lernen ihre Stärken aber auch ihre Schwächen einzuschätzen.
    Nun werden Sie widersprechen und sagen: „Das ist Theorie; der Alltag der BJS ist ein anderer.“ Ja hier stimme ich Ihnen zu. In der aktuellen Form der BJS ist der positive Wettkampf nur unter einigen wenigen gegeben, die anderen Kinder werden ausgegrenzt. Deshalb gehören die BJS reformiert!
    ABER und hier muss ich Ihnen ganz vehement widersprechen: es gibt keine unsportlichen Kinder!! Es gibt nur Kinder mit unterschiedlichen körperlichen Vorraussetzungen und es gibt eine unterschiedliche Förderung der daraus resultierenden individuellen sportlichen Begabungen. Dass ein Junge / Mädchen, der / das groß und schlaksig ist, vielleicht ein guter Basketballspieler/in ist, darauf kommen ja noch manche (besorgten) Eltern und schicken ihr Kind vielleicht frühzeitig in einen entsprechenden Verein, wo sich seine Begabung in der Förderung dann positiv entwickelt. Doch was ist mit dem Kind, das weder schnell noch groß noch wendig ist, das vielleicht das ein oder andere Kilo zu viel auf den Rippen hat, als es unser (sportliches) Ideal vorgibt? Ist dieses Kind unsportlich und sollte deshalb vom sportlichen Wettkampf befreit werden, damit es dort nicht bloßgestellt wird? Ihrer Argumentation und Forderung lässt diesen Schluss zu. Ich sage Nein! Denn es gibt kein Kind, das unsportlich ist! Ein kräftiger Körperbau lässt auf eine Veranlagung schließen, die eher Maximalkraft denn Schnellkraft oder Ausdauer vermuten lässt. Also warum fördere ich dies nicht? Warum mache ich nicht aus einem vermeintlich „unsportlichen, dicken“ Kind ein „starken, kräftiges“ Kind?
    Ich schreibe Ihnen heute auch als Vertreter meiner Sportart „Rugby“. Diese, in Deutschland leider recht unbekannte Sportart, gehört weltweit zu den am häufigsten praktizierten Sportarten. Dies hat einen Grund: Sie ermöglich einen gemeinsamen Wettkampf von Sportlern fast jeder körperlicher Vorraussetzung. So spielen z.B. in meinem Herren Team (dem Rugby Football Club Augsburg) Spieler zwischen 1,60 m und 2,05 m und 65 kg und 130 kg im Alter von 17-48 Jahren. Die Sportart Rugby hat begriffen, dass jeder Spieler mit seiner individuellen Statur und Veranlagung eine Bereicherung sein kann, wenn man ihm die richtige Rolle und die richtige Förderung seiner Stärken angedeihen lässt.
    Gerade unter Kindern sehe ich hier wöchentlich wie toll dies für die Kinder ist. Denn der vermeintlich „Dicke, Unsportliche“ erlebt hier zum ersten Mal, dass er mit seinen Stärken in so mancher Situation den vermeintlich „Sportlichen“ überlegen ist. Dies gilt es ihm nur zu zeigen.

    Deshalb greift meiner Meinung nach Ihr Vorstoß, die Bundesjugendspiele abzuschaffen zu kurz. Vielmehr vertieft er sogar noch die Stigmatisierung von Kindern als „unsportlich“, da er eine individuelle Stärkenförderung völlig außer acht lässt und damit der vermeintliche pädagogische Ansatz Ihrer Forderung eigentlich ad absurdum. Die Kinder werden damit der Möglichkeit des Erlebens beraubt, wie positiv sportlicher Wettkampf sein kann.
    Nicht die Abschaffung der BJS sollte deshalb das Ziel sein, sondern eine Erweiterung um anders gelagerte sportliche Disziplinen damit eine gezielt sportliche Förderung aller Kinder.

    In diesem Sinne verbleibe ich mit sportlichen Grüße,

    Ulrich Oberndorfer (Pressereferent des bayerischen Rugby Verbands)

    P.s.: Gerne laden wir Sie ein, einmal Rugby hautnah zu erleben und hier zu sehen, wie gemeinsamer sportlicher Wettkampf unabhängig der körperlichen Vorraussetzungen gelingen kann.

    • Hervorragend geschrieben und den Nagel damit auf den Kopf getroffen! Eine Abschaffung der BJS würde keinerlei Verbesserungen im Gemütszustand der Kinder zu Tage fördern. Vielmehr erleben die Kinder dann ihre Entäuschungen im normalen Unterrichtssport oder in der Freizeit, wo sie, wie ich doch sehr hoffe, noch teilnehmen?! Aus eigener Erfahrung muss ich auch sagen, dass Unsportlichkeit meilenweit entfernt ist von dem landläufig verbreiteten Zusammenhang des Unter- oder Übergewichts. Mit einem BMI von knapp 32 bin ich auch nicht unbedingt ein „Sportler“, habe aber in diesem Jahr ohne größere Probleme und auch mit Spaß mein Sportabzeichen in gold bestanden, übrigens auch in einer größeren Gruppe von teilweise wesentlich fitteren Menschen (dies spornte mich aber eher an!). Es kommt eben auch auf die Art des Sports an (z.B. bin ich nicht der schnellste Sprinter, dafür aber ein guter Schwimmer…) und die Einstellung mit der man an die Sache herangeht (und diese Einstellung müssen Sie, MAMA_ARBEITET, ihren Kindern vermitteln und vielleicht liegt hier ein Teil des Problems…). Daher unterstütze ich die Ansicht von Herrn Oberndorfer, dass die BJS reformiert aber unter keinen Umständen abgeschafft gehören.
      MfG

  120. So ganz klar im Kopf sind sie aber nicht oder? Die BJS abschaffen???
    Damit unsere Kids noch weniger Sport und Bewegung haben, noch fetter werden und nur noch daheim vor dem PC / Konsolen und dem Handy vergammeln?

    Ich muss mich doch sehr wundern.
    Als Vater bin ich heil froh das die Kids Sport haben. Ich selbst habe immer mit großer Freude an den BJS teilgenommen.
    Alleine das Messen mit den anderen Schülern war gerade das was uns angespornt hat. Ohne die BJS wäre ich wohl nie bei der Leichtatletik gelandet.

    Könnte es vielleicht sein das sie selbst einfach nicht in der Lage sind sich sportlich zu betätigen und daher der Meinung sind die Kids müssen das auch nicht?

    Oder sind sie vielleicht selbst als Schülerin immer „gemobt“ worden weil sie nie so gut waren wie die Anderen?

    Shit Happens möchte man sagen.
    Aber die Petition ist wohl der größte Mist seit der Erfindung des Internets.
    In diesem Sinne gehe ich mal ein paar Bahnen rennen.
    Weicheier…

  121. Ganz herzlichen Dank für diese Aktion. Mit Entsetzen habe ich (leider kinderlos) gelesen, dass diese antiquierte Veranstaltung nicht gemeinsam mit meinen zum Teil noch weltkriegsgestählten Sportlehrern in den Ruhestand versenkt wurde, sondern immer noch in schönster Turnvater-Jahn-Ideologie praktiziert wird. Es geht m. E. allerdings auch weniger um die Spiele selbst, sondern um einen Sportunterricht, der körperlich weniger begabten Kindern offenbar noch immer kaum Angebote macht und ihnen die Möglichkeit nimmt, im Rahmen ihrer Fähigkeiten Wettbewerbsgeist und Körperbewusstsein zu erlangen. Alles, was ich aus meinem oft unqualifizierten „Sportunterricht“ mitnahm, war die von hämischen Lehrern (nicht Schülern!) vermittelte Erfahrung, absolut unfähig zu jeder Art von sportlicher Betätigung zu sein. Diese Erfahrung wollte ich im Erwachsenenalter niemals wieder machen, was mich bis heute lange zögern lässt, überhaupt irgendeine sportliche Aktivität in einer Gemeinschaft auszuüben.
    Ich kann daher nur hoffen, dass die Petition ein Nachdenken über eine bessere Vermittlung der Freude an sportlicher Bewegung und Körperbeherrschung für alle Kinder anstoßen hilft.

  122. Eine sehr gute Idee! Finde ich aber aus einem ganz anderen Grund. Haben Sie schon mal die Begriffe „Bundesjugendspiele“ und „Kreiswehrersatzamt“ miteinander verbunden?

  123. Es sind nicht die Bundesjugendspiele die abgeschafft werden müssten, sondern Helikopter Eltern wie Sie, die die Kinder vor allem bewahren wollen, so das diese Kinder es nicht schaffen von sich aus eigenständig zu werden.

    Woher ich das beurteilen kann weil ich als spät Student, der mit 42 angefangen hat zu Studieren, tagtäglich das elend sieht wie unfähig die Jungen Erwachsenen sind.

    Es gibt immer jemand der besser ist als andere und das sollte jedem bewusst sein und es sollte die Eltern sein die den Kindern vermitteln sollen das man alles erreichen kann.

    Ihr Filius hat es nicht geschafft und andere Kinder auch nicht, dann sollte es für das nächste mal anspornen und wenn ich höre das dass Wort verweichtlich dem Nazi jargon zu gerechnet wird, dann werde ich sauer wie verantwortungslos solche Personen wie Sie mit der Nazikeule kommen.

    Sie sollten sich schäme genauso wie die Eltern der Kinder die es nicht schaffen, davon ausgenommen sind die Eltern deren Kinder krank sind. Aber überfressen (Fette) und Sportlich nicht geforderte Kinder sind eine Schande in dieser Zeit, vor allem das es Wissenschaftlich bewiesen ist das Sport für die Kindlich Entwicklung und die Strukturierung des Gehirns immens wichtig ist.

    Die beweise finden Sie an der Sporthochschule Köln, der Uni Freiburg und div. Amerikanischen Universitäten.

    Mfg

    Der ewige Bundesjugendversager und ehem. Hauptschüler

    PS: Ja meine Rechtschreibung ist gruselig, dafür bin ich Technisch / Mathematisch begabt.

  124. Ich finde die Petition großartig. Sie ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die BJS sind nichts anderes, als beurkundetes Mobbing. Die jährlichen BJs gehören zu den traumatischsten Erinnerungen meiner gesamten Schulzeit und haben mein Selbstwertgefühl und mein eigenes Körpergefühl nachhaltig äußerst negativ geprägt. Gezwungen zu werden, sich vor seinen Mitschülern – einer Gruppe, mit der man in der Regel sehr viele Jahre zusammen ist – zu demütigen, hat nichts pädagogisch Wertvolles. Das alles hat auch nichts mit „Da muss man durch und lernen, auch mal Niederlagen zu verkraften“ zu tun. Es geht nicht um die Niederlage als solche, sondern darum, dass die Niederlage im negativen Sinne zelebriert wird und es außerdem kein Wettbewerb ist, bei dem man sich durch Fleiß und Lernbereitschaft Anerkennung holen kann, sondern nur durch die schiere Tatsache, ob man sportliches Talent hat, oder nicht. Das wäre wie ein Zwangsgesangswettbewerb für alle.

  125. Danke das ich zensiert worden bin, damit ist ersichtlich das ehrliche Meinung ohne Beleidigung aber mit beweisen und ähnlichem nicht gerne gesehen ist.

    • Hallo MK, ich war in einer Gemeinderatssitzung und schalte Kommentare manuell frei. Zensiert werden nur beleidigende und rassistische Kommentare sowie Spam.

  126. Ich bin für eine freiwillige Teilnahme. Damit kann jeder, dem es Spaß macht, rennen, werfen springen. Wer nicht will, absolviert einen ganz normalen Schultag.

    Im letzten Jahr meiner erzwungenen Teilnahme waren meine Leistungen so schlecht, dass die Ergebnisse nicht mehr in den Tabellen standen. Mein Sportlehrer drohte, ich dürfe nächstes Jahr nicht mitmachen wenn ich mich nicht sofort anstrengen würde und ich dachte nur “ bitte!“

    Wem hat das genützt?

  127. Das kann auch nur eine Mutti fordern – Dinge durchzustehen, die man auch mal nicht mag gilt es in einem breiten Spektrum jemandem zu vermitteln. Siegeswille, Vorbereitung und Kampfgeist – Ihr Sohn sollte einfach mal trainieren, dann hat er auch einen Erfolg und fühlt sich viel besser. Eine Teilnehmerurkunde ist auch eine „Gurkenleistung“, und eine 4 ist nunmal keine 2, und das Gymnasium keine Hauptschule, und die LSE keine Akademie für Leute ohne Geld. Nur Versager haben permanent und überall Bauchschmerzen, aber Sie als Mentor tragen mit Ihrer verwichlichenden Haltung zu 95 % dazu bei kein Vorbild zu sein.

  128. Liebe Mutti-arbeitet, machen Sie dann auch eine Petition wenn eines Ihrer Kinder eine 6 in Geschichte oder Mathematik bekommt und traurig ist? Oder auch wenn es erwachsen ist und Ihr Kind dann vom Chef mal Ärger bekommt eine Petition gegen Chefs, damit niemand mehr traurig von der Arbeit nach Hause kommt? Wahrscheinlich lassen Sie Ihre Kinder auch beim Mensch ärgere dich nicht gewinnen, damit es nicht traurig ist.
    Natürlich wollen wir alle glückliche Kinder, aber das Leben besteht nun mal auch aus Niederlagen und man sollte auch lernen wie man damit umgeht. Ebenso wie mit den Reaktionen der anderen.
    Als Mutter sollte man auch fähig sein, seine Kinder dazu zu motivieren besser zu werden um im nächsten Jahr besser abzuschneiden.

  129. Was machen Sie eigentlich, wenn Ihr Sohn heulend mit einer 6 in Mathe nach Hause kommt? Eine Petition zur Abschaffung starten? Mathe macht ja auch keinen Spaß! Vielleicht sollte man alles abschaffen, wo Kinder „gedemütigt“ werden, nur weil sie im Wettstreit mit Gleichaltrigen unterliegen? Es ist ja logisch und richtig, nach einer Niederlage aufzugeben und zu Verlangen, den Wettbewerb abzuschaffen! Wo kämen wir denn hin, wenn man aus einer Niederlage lernen würde, sich mehr anzustrengen, an sich zu arbeiten, Motivation daraus zu ziehen und es beim nächsten Mal besser zu machen? Das geht nun wirklich nicht! Dann würden ja aus den Kindern von heute womöglich noch selbstbewusste, ehrgeizige Menschen, die sich in der Gesellschaft und im Leben behaupten können! Man kann Ihre Kinder nur beglückwünschen, eine Mutter zu haben, die gegen alles vorgeht, was ihnen den Spaß verdirbt! Und man kann nur hoffen, dass das ewig so bleibt…es könnte sonst in einer Enttäuschung enden!

    • Du hast vergessen, die Flüchtlinge zu erwähnen Uwe 😱
      Wenn Dir das Thema zu seicht ist (gibt ja viele wichtige Fähnchen in der Welt), dann brauchst Du es ja nicht zu kommentieren. Gute Nacht.

  130. Sorry… das Ansinnen ist komplett falsch und nochaus falschen Gruenden.

    Es ist eine letzte grosse BAstion in der ein „Wirgefuehl“ geschaffen wird, dasgroesser ist, als der Klassenverband. Man misst sich mit anderen. ES hat schon einen olympischen Charakter.

    ICH SELBST bin behindert und habe als Kind dennochmit gemacht. ICH war vom Sport „befreit“ und war dennoch im Unterricht und habe im RAhmen meiner Moeglichkeiten mit gemacht.

    SIE wollen etwas abschaffen, das Generationen Spass gemacht hat,weil SIE keinen Erfolg hatten?

    Tschuldigung… ich finde, das mehr als daneben.

    • SIE sind dagegen, etwas abzuschaffen, das Generationen traumatisiert hat, weil Sie Glück hatten? Tschuldigung, ich finde das mehr als daneben.

  131. Ich hatte damals vor einer Mathe Arbeit auch immer Bauchschmerzen. Gott sei dank gab es damals die sozialen Netzwerke und Internet Medien noch nicht um so einen Blödsinn zu verzapfen Dinge abzuschaffen die einigen Wenigen zu anstrengend sind.

  132. Mal ehrlich, ist das ernst gemeint?

    Wettbewerb und Wertung ist Teil des Lebens, alles aber eine Frage wie ein Mensch damit umgeht und umzugehen erlernt.

    Was ist mit Musik unterricht, Sportler sind im Gegenzug vielleicht nicht ähnlich musisch veranlagt.
    Dann müßten man aus logischer Konsequenz und Fairness dieses auch berücksichtigen?

    Wie ist es mit Kindern die weniger begabt sind beim Schreiben von Aufsätzen?

    Kinder die mit Zahlen einfach nicht umgehen können?

    Ich mach mir meine Welt wiedde wie sie mir gefällt!

  133. Ich kann Ihr Anliegen durchaus nachvollziehen, dennoch sei es den Kindern doch gestattet Ihre Erfahrungen aus allem was das Leben berührt selbst zu machen. Ich bin Vater einer Tochter und werde tunlichst vermeiden, dass meine Tochter mit verlaub im „Streichelzoo“ erwachsen wird. Glauben Sie Ihre Kinder werden verantwortungsbewusstere und emphatischere Erwachsene wenn man Ihnen vorenthält wie es ist zu lachen, zu weinen, zu gewinnen aber auch zu verlieren?

    Das Leben hat viele Facetten und ist heutzutage möglicherweise „gröber“, „gefährlicher“ oder ist es eventuell auch generationenbedingt einfach nur „anders“ als zu Zeiten als wir Eltern jünger waren? Sollen wir alles was unseren Kindern mutmaßlich Rückschläge bescheren könnte verurteilen nur weil wir älter sind und glauben es mit solchen Aktionen besser zu machen? Ich war in meiner Zeit in den 80er Jahren mehr als grottig bei den Bundesjugendspielen. Ich habe nie Urkunden erhalten und trotzdem habe ich mich als Kind über den Wettbewerb gefreut denn dies hat mir ebenfalls stets gezeigt wo meine Grenzen liegen.

    Es zählt m.E. nicht einfach nur zu gewinnen oder zu verlieren. Sie wollen Situationen vermeiden die sich im späteren Leben (und unter profaneren Umständen) nicht vermeiden lassen. Dies ist aus meiner Sicht kein vernünftiger Weg. Geben Sie Ihren Kindern die Gelegenheit die Welt zu entdecken, und zwar so wie Sie realiatisch eben ist. Sie werden es Ihnen danken.

  134. Nicht nur die Bundesjugendspiele sollten abgeschafft werden! Die gesamte Benotung im Fach Sport sollte überarbeitet werden!
    Ich kann mich an meine Schulzeit erinnern, wo ich nur negative Erfahrungen gesammelt habe…
    Auch die Gegenargumente kann ich nicht nachvollziehen. Kinder werden nicht automatisch fetter, nur weil man die Bundesjugendspiele streicht….
    Ich habe nach den ganzen negativen Erfahrungen, mehrmals ein Attest vorgelegt und bin heute keineswegs übergewichtig!

    Es kann einfach nicht sein, dass irgendwelche Tabellen von irgendeinem Ministerium uns sagen, ob wir gut oder schlecht im Sport sind. Das kann und darf nicht sein!
    Negative Erfahrungen für Kinder sind zwar wichtig, da gebe ich vielen Recht :) Aber in der Schule wird daraus schnell Mobbing usw… Und das Alles nur weil man beim Weitsprung vllt. nur einen Meter schafft anstatt 3.

    Also Abschaffen!

  135. Dazu fällt mir nur eines ein. SCHWACHSINN! BJS abschaffen. rofl… Dann schafft doch bitte ALLES ab wo man irgendwelche Bewertungen oder Urkunden / Zeugnisse oder Noten bekommt. Das ist ja laut ihrer Aussage auch nichts andres als Mobbing.

    Kommen sie mal klar in ihrem Hirn. Ach, Moment, bitte entschuldigen Sie, sie haben ja keins. hmm dumme Sache, kein Wunder das es mit der Bewegung nicht so klappt bzw. geklappt hat.

  136. Was stimmt mit Ihnen nicht?

    Sollen wir jetzt auch Weihnachtsfeiern wegen dem Tanzen und Betriebsausflüge wegen der Bewegung abschaffen. Die Wochenenden und Feiertage sollten auch abgeschafft werden, damit niemand sehen muss wie sich andere bewegen.

  137. Ich bin nicht dafür!
    Unser Sohn ist Erstklässler, hat also seine ersten BJS gehabt.
    Und an seiner Grundschule, wurde dieses Jahr erst Mal ein neues Konzept ausprobiert.
    Ein Sportfest!
    Ich war als Helfer dabei und es war grandios!
    Es war aufgeteilt, in Disziplinen der BJS z.B Sprint, Werfen und Sprung (Langstrecke wurde schon im Klassenverband abgenommen) und an einem anderen Standort war Sport, Spass, Spiel angesagt. Balancieren und mit einer Wasserpistole schießen, Seilchen springen, Ein Riesenspass!

    Was mir an meiner Wurfstation sehr positiv aufgefallen ist, dass gerade die Kinder- die ansonsten in der Schule eher nicht so mitkommen- auch mal glänzen konnten. Oder die „Störenfriede“ auch mal ein Raunen, positiv gemeint ernteten .

    Die Kinder hatten in der Zeugnismappe (gestern bekommen) ihre Urkunde dabei. Wurde also nicht zelebriert.

    Nun habe ich einen Sohn der sehr sportlich ist, war selber (früher ;-) auch sportlich, aber ich sehe die Entwicklung generell kritisch.
    Ich finde es sehr irritierend das es vor dem Seepferdchen jetzt noch den Seebär, Pinguin….. gibt. Ich denke so wird die tatsächliche Leistung geschmälert und Kinder müssen auch mal aushalten können, dass sie noch üben müssen.

    Ich bin gegen die Abschaffung, aber neuen Formen oder Konzepten der BJS offen gegenüber!
    Wie gesagt, das Sportfest war der Knaller! Und alle wirklich alle hatten Spass!

    Liebe Grüße
    Viola

  138. Liebe „Mama-arbeitet“,
    ich habe heute von Ihrer Petition gelesen und mich darüber sehr geärgert. Ich könnte hier seitenweise Kommentare posten, in denen ich über die Schule des Lebens referiere, doch das haben hier schon andere übernommen.
    Ihnen, Ihnen ganz persönlich möchte ich als Vater zweier Kinder 2 Ratschläge geben. Wenn Sie Ihre Kinder vor Spot schützen wollen, Augen auf bei der Namensgebung. Titus lasse ich mir gerade noch gefallen, aber haben Sie mal überlegt wieviel Spot und Hohn Kinder ertragen müssen, die Pippilotta und Tosca heißen!?
    Ebenfalls ist mir, wie hoffentlich auch jedem anderen aufmerksamen und mit ein bißchen Menschenkenntnis gesegneten Leser nicht entgangen, welch hohen Stellenwert die Selbstverwirklichung und Extrovertiertheit in Ihrem Leben hat. Daher mein wirklich gut gemeinter zweiter Rat an Sie: Vor den nächsten Bundesjugendspielen mal ein paar Tage keine Öffentlichkeitsarbeit, kein aufweniges Betreiben dieses Blogs, keine Tweets, Kommentare, was auch immer. Legen Sie Handy und Laptop zur Seite, nehmen Sie sich ihre Kinder, einen alten Tennisball, ein bißchen Obst, etwas zum Trinken und gehen einfach mal auf den nächsten Sportplatz um ein wenig für’s Sportfest zu trainieren. Sie werden sehen, es wird allen Spaß machen!
    Viel Erfolg!

  139. Das ist unglaublich! Das Kind hat verloren, weil es nun mal keine guten sportlichen Leistungen erreicht hat. Statt die Mutter liebe mit ihren Sohn trainieren geht um die Leistungen zu verbessern -das ist allerdingst der schwierigere Weg- ruft sie lieber zu einer Petition auf damit das unsportliche Kind nicht mehr weinen muss, wau. Ganz tolle Leistung Supermutti.
    Nur mal als kleine Erinnerung: Mehr als einem Drittel der 4- bis 17-Jährigen können nicht, zwei oder mehr Schritte auf einem Balken rückwärts zu balancieren. 86 Prozent schafften es nicht, eine Minute auf einem Bein zu stehen. Im Standweitsprung habe sich die Weite gegenüber dem Wert von 1976 um etwa 14 Prozent verschlechtert. Aber liebe den einfachen Weg gehen, statt den schweren mit Sport, ganz toll Supermutti!!

  140. Liebe Bloggerin,

    Veranstaltungen wie die Bundesjugendspiele können in mehrerer Hinsicht förderlich für ein Kind sein. Bspw. die Entwicklung von Ehrgeiz oder der Aufbau von Resilienz, je nachdem wie man eben abschneidet. Entscheidend ist die Unterstützung und die Verarbeitung der Erlebnisse durch die Kinder mit ihren Eltern oder ihren schulischen Betreuern. Hierbei zweifele ich die Kompetenz von Lehrern und Eltern an. Bei Lehrern ist allgemein bekannt, dass zu wenig pädagogisches Wissen im Studium gelehrt wird und Eltern befinden sich heutzutage selbst vermehrt in beruflichen Wettkampfsituationen (Vater und Mutter), so dass kaum Zeit für eine umfassende Erziehung bleibt. Das Gefühl, „etwas für die Kinder tun zu müssen“ äußerst sich dann genau so, vermutlich aus einem schlechten Gewissen heraus, zu wenig für die Kinder da zu sein.

    Die Entwicklung von Selbstwert ist bei Kindern nicht zufällig und da nehme ich die Eltern in die Pflicht. Was glauben Sie, was das Berufsleben ist? Keine Wettkampfsituation? Wie gehen Ihre Kinder dann mit dieser Situation um? Dürfen Sie sich dieser Situation auch entziehen?

    Ich empfehle Ihnen eine Petition zu starten, welche eine pädagogischere Ausbildung von Lehrern fordert. Außerdem halte ich es für ratsam, dass sich alle Eltern darüber Gedanken machen, was sie selbst tun können, um ihre Kinder zu starken und selbstbewussten Menschen erziehen zu können, anstatt ihnen zu vermitteln, dass jegliche Schwierigkeiten im Leben wegpetitioniert werden können.

    Und über die Entwicklung von sozialen Kompetenzen durch sportliche Großveranstaltungen habe ich noch nicht einmal gesprochen.

  141. Ich glaube viele verstehen gar nicht worum es hierbei eigentlich geht. nicht sport sollte man abschaffen, sondern es anders handhaben. zb bei meiner Tochter war Sportfest, dort können die Kinder für Sportabzeichen punkte sammeln. Ebenso sammelt die Klasse gemeinsam punkte wo dann auf einem Zettel steht das sie für die Klasse 1x xxxx Punkte gesammelt haben. Dies finde ich weitaus besser als nur jeden einzelnen zu bewerten, so sehen die Kinder sich als Mannschaft im gesamten. und jeder kann in seiner Disziplin sein Abzeichen erlangen. Sport ist und bleibt wichtig, aber man sollte niemanden in die Ecke drängen. Es soll spaß machen.

    • so ungefähr habe ich meinen Kommentar zu dem Thema auch verfasst…
      Ich bin auch der Meinung – nicht abschaffen, sondern überlegen wie man die Bundesjugendspiele nutzen kann, um Kindern und Jugendlichen Spaß am Sport und Selbstbewusstsein zu geben.

  142. Als nächsten kommt dann die Petition zur Abschaffung der Schulnoten bzw. sämtlicher Leistungsnachweise dort. Denn auch vor Prüfungen haben Kinder, die den Stoff nicht beherrschen Bauchschmerzen und ein schlechtes Gefühl. Und dann erst der Moment, wenn die Prüfung mit einer schlechten Note zurückgegeben wird und die anderen Mitschüler das sehen…dramatisch für das Kind. Also Abschaffung sätmlicher Leistungsnachweise!

    Ich kann mich aber nur einigen Vorrednern anschließen. Bei Schulnoten wird mit den Kindern gelernt, teure Nachhilfe bezahlt etc. Bei Leistungen im Sport werden Petitionen gestartet.

    Unglaublich.

  143. Abschaffen – der Mist gehört abgeschafft. Habe damals schon gefragt, ob ich noch die recht Hand heben soll, bevor ich loslaufe und den Füh..äh Lehrer grüßen soll. Veraltete Sportarten im veralteten System !

  144. Meine Erinnerung an meine eigenen Bundesjugendspiele ist davon geprägt, dass ich mich jedes Jahr auf s neue geärtgert hab, dass die BJS in die Sportnote eingegangen sind, aber meine Teilnahmen an Schwimmmeisterschaften für die Schule in keinsterweise!! Die Zeiten und Werte stehen in keinem Verhältnis zum regulären Schulsport, wer nicht wirklich Leichtathletik zu seinem Sport auserkoren hat…wird es immer nur zu einer Teilnahmeurkunde schaffen!!! Hier geht es nicht um das erlernen von Niederlagen!!! Die Bundesjugendspiele sollten ein Sportfest für alle Schüler werden , bei dem jedes Jahr die erlaufenen , gesprungenen und geworfenen Ergebnisse die Sieger ernennen!! Die Aktzeptanz und Annerkennung wäre den Schülern mit Ehrenurkunde gewiss und alle anderen wären mit Teilgenommen völlig zurfrieden.Weil die Schüler ihre Sieger selbst ermitteln würden und nicht irgendwelche Richtwerte vom Leichtathletikverband!!
    Meine Töchter sind beide von klein auf, auf Tennisplatz und Reiterhof zuhause, können sehr gut schwimmen und tauchen!!! Beide hassen diese Veranstaltung!! Es ist gar nicht so sehr die Veranstaltung als solches, sondern wirklich die verlangeten Werte. Kaum einer der Sportlehrer ist in der Lage die Richtwerte für seine eigene Altersklasse zu erreichen…
    Wenn Sport Spaß machen soll, dann wäre es an der Zeit die Bundesjugendspiele zu reformieren..

  145. Die Bundesjugendspiele an sich müssen meiner Meinung nach nicht abgeschafft werden, der Zwang zur Teilnahme sollte aber überdacht werden.
    Es gibt keinen Zwang zur Teilnahme an Jugend forscht, bei der Matheolympiade oder ähnlichem. Da wird keiner gewzungen, sich zusätzlich zur schlechten Fachnote noch eine mitleidige Teilnehmerurkunde abzuholen.
    Meines Wissens gibt es auch keinen Zwang dazu, sich als vor der kompletten Jahrgangsstufe oder gar der ganzen Schule auf eine Bühne zu stellen und zu singen oder Gedichte aufzusagen und hinterher zuzusehen, wie die „Guten“ sich die Preise abholen, während die Unmusikalischen oder Stimmbrüchigen leer ausgehen.
    Gibt es einen Kunstwettbewerb, an dem alle teilnehmen müssen und ihre Werke öffentlich – d. h. nicht im einigermaßen geschützten Klassenverband – kritisieren lassen müssen?
    Ein einziger Tag Wettbewerb wird an der Unsportlichkeit, am Bewegungsmangel nichts, aber auch gar nichts ändern. Außer dass diejenigen, die es eigentlich nötig hätten, den Hintern hochzukriegen, Sport mit Misserfolg gleichsetzen und erst recht nicht durch die Gegend joggen.
    Gerade in der Pubertät, wo die körperlichen Unterschiede extrem sind und Äußerlichkeiten (leider) extrem wichtig. Der eine wächst gleichmäßig, die Muskelbildung hält mit und deshalb kann er seinen Körper besser kontrollieren als derjenige, der quasi über Nacht 20 cm in die Höhe schießt und wo das Muskelwachstum nicht hinterher kommt (deshalb sind die Pubertiere ja so schlaksig und ungelenk) und andere größenmäßig kaum von den Grundschulkindern zu unterscheiden sind und mit ihren kurzen Beinchen guten Ergebnissen hinterher rennen. Die Leistungen werden nach Geburtsjahr bewertet, nicht nach Trainingsstand, Leistungswillen oder körperlichem Vermögen.
    Und geht mir weg mit dem „Erfolgserlebnis gute Noten in anderen Fächern“ – denkt doch mal an Eure Schulzeit! Wer waren die beliebten Kinder? Die, die Einsen in Physik, Mathe und Latein hatten? Oder diejenigen, die mit dem Ball das Tor trafen oder Tricks mit dem Skateboard machen konnten?
    Werden nach einer Mathearbeit die Noten vor der Schule verkündet, werden Urkunden verteilt?
    Während körperliche Leistung (Fußball, Leichtathletik, Skateboardtricks o. ä.) auf Anerkennung trifft, bekommt man für akademische Erfolge häufig Mißtrauen – unterstellte Klüngelei mit dem Lehrer und Betrug – vorgeworfen und / oder wird gemobbt.
    Schlechte Note in Mathe – dafür haben die Klassenkameraden Verständnis, da wird getröstet. Mathe ist ja auch doof und schwer.
    Letzter beim Sprint – da wird gestichelt, ob man zwischendurch noch ein Picknick gemacht oder sich verlaufen hat.

    • Ein wunderbares Beitrag, den ich von ganzem Herzen unterschreiben kann. So und nicht anders war es auch bei uns!

  146. Guten Tag Frau Finke

    ich lehne Ihre Bemühungen die BJS abzuschaffen ab.
    Sie vergessen in Ihren Ausführungen, dass die BJS, Teil des Sportunterrichts sind. Das heißt, die Kinder werden auf diesen Wettkampf vorbereitet. Ebenso wie sie auf eine Mathearbeit vorbereitet werden.
    Wenn Sie erreichen wollen, dass Ihr Kind als Sieger vom Sportplatz geht ( wollte er wohl, sonst hätte er kaum geheult ), muss er entweder trainieren oder sich einen Sport suchen, in dem er gut ist.
    Ich habe selbst zwei Kinder und muss ihnen ständig beibringen, dass es Dinge gibt, die sie besser können als andere und deshalb mal gewinnen und mal verlieren.

    • „Das heißt, die Kinder werden auf diesen Wettkampf vorbereitet.“ Oder auch nicht. Die 3 Grundschulen z. B. in unserem Stadtbezirk und das Gymnasium meiner Kinder haben kein Außengelände für Leichtathletik. Für die BJS wurden die Kinder zu einem Vereinsgelände gekarrt, das für Wettkampfsvorbereitungen innerhalb von zwei Schulsportstunden zu weit entfernt lag. Man kann zwar in der Halle Sprint und Ausdauerlauf trainieren, aber dort gibt es z. B. keine Startblöcke, um die richtige Starttechnik zu üben, die die Kinder bei den BSJ plötzlich können sollen. Weitsprung ist in der Halle auch eher schwierig, die Sandkästen auf den umliegenden Spielplätzen dafür nicht geeignet. Schlagball mit 26 – 31 Kindern auf einem Feld einer Dreifelderhalle ist auch grenzwertig.

      • P.S.: Auf dem Schulhof Ballwurf trainieren ist übrigens auch nicht drin, die Bälle könnten auf die benachbarten Grundstücke fliegen. Für das Aufstellen eines entsprechend hohen Ballfangzauns auf der Grundstücksgrenze bräuchte man die Zustimmung der Anwohner, und die haben das abgelehnt.

  147. Ich habe aus den Medien von der Petition erfahren und finde es erschütternd, dass so eine Forderung gestellt wird. Es ist für das Erwachsenwerden sehr wichtig, dass Kinder auch lernen mit Niederlagen und Enttäuschungen umzugehen und um das zu lernen ist gerade der sportliche Wettkampf ideal. EIN KIND MUSS NICHT IMMER GLÜCKLICH SEIN!!! Aber viele Helikoptereltern werden das wohl nie verstehen …

  148. Liebe Frau Finke,

    mit einem aus dem Weg räumen sämtlicher unangenehmer Situationen, Hürden und Probleme schaden Sie Ihrem Kind mehr wie Sie ihm helfen.
    Im Moment und kurzfristig mag es für ein Kind durchaus angenehm und gut sein, solchen Dingen zu entgehen. Wenn man aber nie lernt mit solchen Dingen umzugehen, die leider zwangsläufig zum Leben gehören, ist ein Scheitern im späteren (Berufs-)Leben vorprogrammiert. Dort kann dann eben nicht mehr Mama um die Ecke biegen und mit dem Chef disktuieren, warum ihr Kind nicht befördert wurde oder warum die Kollegin einen Schreibtisch weiter bei gleicher Arbeit mehr verdient.
    Mir ist klar, dass der Weg von den BJS zum Gehaltsgespräch weit ist. Allerdings geht es darum, zu lernen mit Enttäuschungen richtig umzugehen und selbstbewusst zu werden. Wenn ich immer weis, Mama kommt und regelt das, dann werde ich werder selbstbewusst und kann sich Selbstvertrauen entwickeln. Das geht nur, wenn man Enttäschungen selbst überwindet und lernt daran zu arbeiten, dass es nächstes Mal nicht wieder zu der gleichen Enttäschung kommt.

    • Dieses Argument (Man muss lernen Enttäuschungen einzustecken) wird so gerne als „Totschlagargument“ für alles verwendet. Es ist so bequem sich dahinter zu verstecken. Aber es macht einen gewaltigen Unterschied zwischen „Enttäuschungen“ zu erleben und wegzustecken, und Mobbing aufgrund seiner individuellen körperlichen Konstitution ausgesetzt zu sein.

      Wenn ich meine Englischarbeit versemmelt habe obwohl ich so fleißig dafür gelernt habe, ist das auch eine Enttäuschung – und auch so was muss wohl jeder mal erleben. Aber für seine körperliche Verfassung kann ein Kind nichts. Wie soll ein Kind denn beeinflussen, ob es schneller wächst oder langsamer, oder ob es früher oder später in den nächsten Wachstumsschub kommt? Und wenn, so wie in meinem Fall, Gesundheitliche Faktoren noch eine Rolle spielen (ich habe einen angeborenen Herzklappenfehler), dann ist das doch erst recht „Wettbewerbsverzerrend“. All solche Faktoren werden bei den BJS jedoch geflissentlich ignoriert (zumindest war das vor 15 Jahren noch so, ich wäre aber überrascht, wenn sich das geändert haben sollte).

      Die Folge ist unnötiger Frust und das Ausgesetztsein der Hänseleien und des Mobbings der anderen, sportlich bessergestellten Mitschüler. Ich finde das muss wirklich nicht sein und ich finde auch, dass das mit dem Erlernen der Akzeptanz von Enttäuschungen rein gar nichts zu tun hat.

      • Ich finde das Mobbing, welches nun durch das öffentliche Bloßstellen von Mami bei Twitter, hervorgerufen wurde, viel schrecklicher. Der Bub ist doch nun als Weichei und Muttersöhnchen das gefundene Fressen auf dem Schulhof. Ach so, dann schafft man am besten auch den Schulhof ab.

      • Verbieten wir doch Kindergärten und Schulen und am besten gleich noch Arbeitstellen, dort ist der Nährboden für Mobbing.

        Mobbing ist kein Problem der Bundesjugendspiele oder von körperlicher Verfassung sondern ein gesellschaftliches. Dazu gehört ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema durch Eltern und Schule.

  149. Lustig,
    bin selbst alleinerziehend, studiere nebenberuflich und arbeite 50 Std. in der Woche. Trotzdem ist es meine Pflicht, auf eine zukunftsorientierte Entwicklung meiner Tochter zu achten. Geistig und körperlich. Also bewegen wir uns mindestens 2x / Woche gemeinsam (Roller, Fahrrad, Laufen), zusätzlich hat sie Sport in der Grundschule und geht 1x / Woche zum Schwimmen. Ich selbst trainiere noch 3x / Woche im Gym. Jegliche Forderungen nach weiterer Reduzierung von Bewegung lehne ich ab. Zumal ich die Erfahrung gemacht habe, dass solche Ideen meistens von Personen kommen, die gerne 100% erwarten, aber maximal 80% dafür einzusetzen bereit sind. Raus aus der Komfortzone!

    • Ich habe zwei Kinder, die täglich 8 km einfache Wegstrecke mit dem Fahrrad zur Schule fahren, Reiten gehen, beide (13 und 10) haben das Jugendschwimmabzeichen in Gold. Das bringt ihnen für Weitsprung und Schlagball exakt gar nix, maximal für den Ausdauerlauf. Und hier fließen die Ergebnisse in die Schulnote ein.
      Es geht hier nicht um die Reduzierung des Schulsports, sondern darum, dass Kinder zur Teilnahme an einem Wettbewerb gezwungen werden.
      Gedichte auswendig lernen ist ein gutes Gedächtnistraining – ich plädiere für einen verpflichtenden Gedichteaufsagewettbewerb vor versammelter Jahrgangsstufe, dessen Ergebnis zusätzlich zu den regulären Klassenarbeiten in die Note einfließt und beurkundet wird.
      Singen hat ebenfalls positive Auswirkungen auf den Körper. Raus aus der Komfortzone, ab auf die Bühne in der Schulaula und vor der Klasse 5 bis 9 wird ein Lied geschmettert und die Darbietung bewertet.

  150. Liebe Frau Finke,
    bei Sportveranstaltungen können möglicherweise Schüler mal zu den Besten gehören, die sonst nicht dazu gehören, gerade im Vergleich zu den sonst üblichen Klassenbesten.
    Rauben Sie Schülern nicht die Möglichkeit, sich zu präsentieren und zu zeigen, dass auch sie etwas gut können, auch wenn es nur profaner Sport ist.

  151. Ich danke Dir für diese Petition. Als Kind ging es mir ähnlich. Aufgrund eines angeborenen Herzklappenfehlers war ich nie in der Lage auch nur annähernd die geforderten Leistungen bei den BJS zu erfüllen. Die Folge: Hänseleien und Demütigungen seitens der sportlich besseren Schüler. Zwar war ich dafür in Englisch und Kunst besser, aber was hilft einem das in dieser Situation? An die Zustände, wie du sie beschreibst, Bauchweh am Tag vorher, in Tränen ausbrechen, wenn der Sportrichter sagt: „Satz mit X das war wohl nix!“, im Boden versinken wollen, wenn die Urkunden ausgegeben werden, das alles kenne ich auch nur zu gut. Und ich verstehe nicht, warum man das den Kindern antun muss. Sie werden noch früh genug in die gnadenlose Welt des Wettbewerbs gestoßen. Dürfen die Kinder denn nicht wenigstens wenn es um Sport geht einfach nur Kind sein?
    Sport sollte Spaß machen, aber mir ist damals der Spaß am Sport gründlich vergangen. Es hat lange gedauert, bis ich wieder etwas Spaß an Sport und Bewegung gefunden habe. Heute fahre ich gern mit dem Rad, gehe schwimmen und spiele regelmäßig mit Freunden Volleyball (im Winter in der Halle, im Sommer Beachvolleyball). Aber dabei geht es nicht ums gewinnen, sondern einfach darum miteinander Freude und Spaß an der Bewegung und der frischen Luft zu haben. Und so sollte Sport auch den Kindern vermittelt werden, finde ich. Darum kann ich nur nochmals sagen: Danke, dass Du diese Petition gestartet hast.

  152. Wenn man hier die Kommentare so liest, dann könnte man meinen, dass alle immer denken, dass der Grund für die Abschaffung der BJS einzig und allein nur die Tatsache ist, die Kinder in Watte zu packen und vor einem „ach so bösen Wettbewerb“ zu beschützen. Am besten noch alles andere Negative abschaffen, damit wir nur noch lachende Kinder überall auf der Straße antreffen und alle gemeinsam sich an den Händen halten und auf dem Ponyhof unter einem Regenbogen tanzen.

    Mag ja durchaus so sein, dass die Bloggerin hier dieses eine Argument mit der „Peer Group“ und dem Mobbing wegen schlechter Leistung für sich als eines der Hauptargumente auserkoren hat. Ich jedoch finde den Wettbewerb an sich nicht schlimm. Klar ist man im Leben immer dem Druck der Konkurrenz ausgesetzt. Das geht noch vor dem eigentlichen Berufsleben los. Beispielsweise bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Das ist ja auch gut so! Nur durch einen Anreiz sehen wir uns gezwungen etwas an uns zu verändern und uns zu bemühen besser zu sein als die Anderen.

    Ich frage mich aber durchaus, inwieweit die BJS uns dabei helfen sollen. Aus meiner Erfahrung mit den BJS kann ich nur sagen, dass viele meiner Klassenkameraden und auch ich diesen Wettbewerb nie wirklich ernst genommen haben. Meist waren wir froh, dass der Tag um 12 vorbei ist und wir nach Hause können. Die BJS waren meist an einem Tag, an dem wir normalerweise Mittags Unterricht gehabt hätten. Die Leistung war uns eigentlich egal. Wir haben die Zeit einfach „abgesessen“ und haben uns auf den freien Nachmittag gefreut.

    Wie ich weiter oben schon erwähnt hatte, wäre es sinnvoller einen Bewegungs-/Sporttag an der Schule durchzuführen, bei dem die Kinder mit nicht nur den klassischen Schulsportarten (Turnen, Leichtathletik, diverse Ballsportarten wie Fußball, Volleyball…) machen können, sondern auch mal „neue Sportarten“ wie Klettern, Radfahren, Fechten etc. ausprobiert werden können. Ich war nie ein Fan der 0815 Sportarten im Schulsport. Erst nach der Schule habe ich für mich das Bogenschießen entdeckt. Es hat sehr viel mit Kraft, Ausdauer und Konzentration zu tun und ist durchaus auch für Kinder sehr interessant und aufregend. Warum sollte man dann nicht einen bundesweiten Sporttag einrichten, bei dem mal abseits des Schulsports neue Sportarten entdeckt werden können?

    Ein weiterer Vorteil sehe ich in der Förderung der Vereine. Gerade diese haben oft Probleme neue Mitglieder zu bekommen. Bei uns auf dem Land hat sogar der ach so heilige Fußballverein Probleme mit dem Nachwuchs. Durch eine enge Kooperation der Schulen mit den Vereinen (in dem Fall Sportvereine) könnte die Schule ohne große Kosten und großen Aufwand für die Lehrer ein Event für die Kinder veranstalten, bei dem der Spaß und die Bewegung im Vordergrund steht.

    Wer dann noch unbedingt seinen Wettbewerb haben will, man könnte ja bei den einzelnen Sportarten eine Wertung machen (z.B. Fußballturnier, Klettern auf Zeit, Punkte beim Bogenschießen usw.) und am Ende des Tages bekommen die drei Besten einen kleinen Sachpreis oder eine Urkunde.

    Für alle die, die meinen dass die BJS und der damit verbundene Wettbewerb förderlich für die Kinder sind, der sollte sich mal zurück an seine Schulzeit erinnern und einmal darüber nachdenken, wie er die BJS empfunden hat. Ich habe durch die BJS rein Garnichts für mein Leben mitgenommen. Viele die eine Ehrenurkunde bekommen haben, denen war diese meist auch völlig egal, weil diese meist eh in einem Verein aktiv sind und ihnen der Titel Bezirks-/Landesmeister wichtiger ist.

    Ein letztes Wort noch: Die BJS sollen nicht den Wettbewerb in den Mittelpunkt stellen, sondern die Kinder dazu ermutigen sich aktiv sportlich zu betätigen und das erreicht man am besten durch den Faktor Spaß und einem gewissen Maße auch an einem Erfolgserlebnis. Denkt mal darüber nach was auf lange Sicht mehr Sinn macht. Der jährliche lästige Termin bei dem man einfach teilnimmt weil man muss oder ein Sporttag an dem man teilnehmen will, weil man sonst diese Sportarten nie machen kann, weil z.B. die Eltern den Verein nicht bezahlen können oder die Sportgeräte einfach zu teuer sind.

  153. Jetzt habe ich nicht alle Kommentare gelesen, möchte aber auch den meinen hierlassen: Ich wäre seinerzeit froh gewesen, eine Mutter zu haben, die das so sieht.
    Man muss nicht unsportlich sein, um die BJS abzulehnen. Ich selbst habe als Schülerin mehrmals wöchentlich Sport betrieben – im Verein – aber bei den BJS mich wirklich geärgert, weil ich dort immer bei den letzten war. Warum? Nun, die Winterspiele mit Geräterturnen, was ich beherrschte, fielen aus. Leichtathletik wurde im Schulsport grundsätzlich nie betrieben, wir hatten keinen Sportplatz. Also wurde kurz vor den BJS ein bisschen in der Halle gesprintet, die – wirklich dämlichen – Regeln für den Ballwurf aufgesagt und dann sollte man an dieser Zwangsveranstaltung Spaß haben. Nö, nicht mit mir, wenn ich irgend konnte, habe ich mich verdrückt.
    Diese Art von Wettbewerb ist alles andere als förderlich für Sportbegeisterung und mehr Bewegung, eher im Gegenteil. Daher ist abschaffen die meiner Meinung nach beste Lösung. Danke, Christine.

  154. Also ich verstehe das auch nicht.
    Es wird in der Schule ständig Hirn und Fleiß bewertet. Warum soll auch nicht mal laufen, springen und werfen bewertet werden?
    Ich hatte nur Ehrenuhrkunden (ohne Training), aber eine Rechtschreibschwäche. Sollte man deshalb Deutsch abschaffen?

    • Mussten Sie deswegen verpflichtend vor der ganzen Schule am Buchstabierwettbewerb teilnehmen? Jedes Jahr aufs Neue, und jedes Jahr schwerere Wörter? Nein? Dann sehen Sie, wie Ihr Vergleich hinkt.
      Sportunterricht – okay. Aber Bundesjugendspiele, dieses Relikt aus längst vergangenen Zeiten? Weg damit!

    • Für Rechtschreibschwächen gibt es mittlerweile Leistungsausgleich in der Schule. Laufen, springen und werfen wird in der Schule schon bewertet – es gibt im Schulsport nämlich Noten dafür. Genau wie für Mathe, Biologie und Englisch oder Kunst. Was es nicht gibt, ist einen Musik-, Mathe-, Kunst- oder sonstwas-Wettbewerb, bei dem die Teilnahme Pflicht ist, ob man will oder nicht, und der vor der versammelten Schule ausgetragen wird und für den es zusätzlich für die guten Schüler zu den guten Noten noch Ehren- oder Siegerurkunden gibt.

      • P. S.: „Es wird in der Schule ständig Hirn und Fleiß bewertet“. Jo, Fleiß – also Anstrengung – wird bei den BJS aber nicht bewertet. Die zu erbringende Leistung wird anhand des Geburtsjahres festgelegt.

  155. Oftmals ist es doch so, dass diejenigen die im Sport vielleicht nicht die Besten waren, dafür eben in Mathe, Chemie und Physik reihenweise tolle Noten einheimsten. Können Sie sich vorstellen, wie es einem Sport-Crack geht, wenn er dafür in besagten Fächern eine 5 oder 6 einkassiert? Mit Sicherheit auch nicht besser, aber sollen wir deshalb auch gleich die Bewertung nach Noten abschaffen?
    Im Sport/Wettkampf ist es nun Mal so, dass man auch mit Niederlagen umgehen lernen muss…. genauso wie mit den Noten in den Schulfächern ;-)

    • Wenn ich an meine Schulzeit zurück denke, waren diejenigen, die in Mathe, Physik und Chemie die guten Noten hatten nicht diejenigen, die auf der Beliebtheitsskala ganz oben standen. Sondern Streber, über die man die Nase gerümpft hat. Von daher waren Einsen in den Schulfächern beileibe nichts, für das man bei den Klassenkameraden Anerkennung bekommen hat.
      Und wenn’s für die Sport-Cracks mit den guten Noten im Unterricht zusätzlich noch Urkunden gibt, dann sollen auch gute Leistungen in Mathe, Physik, Latein noch anhand eines verpflichtenden Wettbewerbs gefeiert und mit Urkunden geehrt werden.

  156. Ich kann mich leider nicht des Gefühls erwehren, dass die Petition nur von Menschen unterschrieben wird, die zu Ihrer Schulzeit keine Ehrenurkunde erhalten haben.

    Anstatt dass diese jetzt Ihren Kindern beibringen, was Sie selber nicht geschafft haben, nämlich entweder a) Leichtathletik zu trainieren oder b) lernen mit Niederlagen umzugehen, wird lieber bei den eigenen Kindern der gleiche Fehler gemacht indem man versucht Ihnen Wettbewerb zu ersparen.

    Überraschung: Das ganze Leben ist Wettbewerb mit anderen.

    • Wenn mein gesamtes Leben ein Wettbewerb mit anderen wäre, wäre das sehr traurig. Zum Glück kann ich mich selbst entscheiden, ob ich mich in Beruf, Liebe, Familie, etc. mit anderen messe. Es ist zwar ein hartes Stück Arbeit, weil der Leistungsgedanke leider ziemlich überhand nimmt, aber die Anstrengung bei der Selbstreflexion lohnt sich. Ich versuche, mich nur an meinen eigenen Zielen und Idealen zu messen. Damit passe ich nicht wirklich in diese Gesellschaft, aber mir geht es sehr gut damit. Leider hatte ich als Schülerin nicht die Chance.

  157. Liebe Frau Finke,

    Die ganze Aufregung kann ich aus persönlicher Erfahrung nicht nachvollziehen. Obwohl das Abi noch keine 15 Jahre zurück liegt, kann ich mich nicht erinnern jemals an den BJS teilgenommen zu haben – Freunde von anderen Schulen übrigens auch nicht. Das haben unsere Schulen (in den neuen Bundesländern) wohl ignoriert. Es gab wohl ab und zu ein Sportfest, aber an Urkunden für alle und auch nur für die Guten kann ich mich nicht erinnern. Das scheint bei uns ignoriert worden zu sein.
    Sollte es sowas wirklich zwanghaft anderswo geben (den ganzen Kommentaren nach zu schließen ja :) ) kann ich die Aufregung schon teilweise nachvollziehen, zu der Matheolympiade, an der ich begeistert teilgenommen habe, war der Rest ja schließlich auch nicht verpflichtet – da gab es übrigens teilweise Urkunden vor der Klasse.

  158. Ich finde, dass die Bundesjugendspiele eine gute Sache sind und bin dafür diese beizubehalten. Auch, wenn man hier als Kind nicht zu den Besten gehört, gehört eben auch genau dies zum Leben dazu. Man versucht als Eltern häufig die Kinder vor Enttäuschungen zu bewahren. Spätestens im wirklichen Leben werden sie diese dann doch vlt. erleben und kommen damit dann damit nicht klar. Und Schächen einzugestehen macht ggf. auch stärker. Gerade deshalb bin ich auch dafür, dass man diese Wettbewerbe weiter fortführt. M.M. nach gibt es hier nicht einen echten Grund dagegen. Gewinnen und Verlieren gehören zum Leben dazu. Früh zu lernen damit umzugehen stärkt das Kind auch für spätere Zeiten. Wer bei Facebook Mitglied ist, der sieht, dass es viele Eltern ihre Kinder (manchmal könnte man beinahe meinen, es sind alles kleine Prinzen und Prinzessinen) hochstilisieren für Dinge, die selbstverständlich sind. Damit vermittelt man den Kindern den Eindruck, dass sie alle super und besonders sind (im Prinzip auch nicht falsch)….aber im späteren Leben merken, dass sie eben nur „normal“ sind….und das erschreckt dann die Jugendlichen. Gewinnen und Verlieren muß eben auch gelernt sein. Und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass diese Jugendspiele das Sportinteresse negativ beeinflußen. Ich sehe das Problem eher bei den Eltern und nicht den Kindern. Wird wahrscheinlcih einigen nicht gefallen das zu hören. Ist ja auch nur Meinung.

  159. Liebe Frau Finke,
    also ich habe zwar selbst keine Kinder, aber ich war auch nicht gut in Sport und musste als Schüler an den Bundesjugendspielen teilnehmen. Die Ehrenurkunden brachte immer mein Bruder mit und nicht ich.
    Aber: Es war schon immer so, es gibt gute und schlechte Schüler in Sport, Mathe etc. Und es gab schon immer die Schüler, die als letzter in eine Mannschaft gewählt wurden, weil sie einfach schlecht im Sport waren. Das ist vielleicht für ein Kind hart, bereitet aber auch auf das Leben vor. Denn wir sind hier nicht bei Wünsch dir `was, sondern bei so ist es. Mir hat es auf jeden Fall nicht geschadet. Man kann sich mit Sicherheit über eine Reform bei den Bundesjugendspielen unterhalten, aber abschaffen…
    Mich nerven die Eltern, (ich habe eine kleine Nichte und einen kleinen Neffen im Kindergartenalter, mit denen ich mich oft beschäftige und die ich oft in den Kindergarten bringe), die ihre Kinder in Watte packen, von der realen Welt fernhalten, verhätscheln und vertätscheln. Und sich dann wundern, wenn es später nicht funktioniert. Was wollen Sie als nächstes Abschaffen? Mathe-Tests? Deutsch-Aufsätze? Diktate? Vokabeltests?
    Herzliche Grüße
    Wilfried Strohmeier

  160. Dieser Artikel trifft den Nagel auf den Kopf!!!
    Einfach mal lesen:
    http://www.huffingtonpost.de/sabrina-hoffmann/liebe-eltern-hoert-auf-eu_b_7528712.html?ncid=folfb

    Liebe Eltern: Hört auf, eure Kinder zu verweichlichten Menschen zu erziehen

    Gestern sah ich eine Szene mit an, die mich ratlos machte. Zwei Erzieherinnen kehrten mit einer Gruppe von Kindern vom Spielplatz zurück. Die Kleinen waren vielleicht zwischen zwei und drei Jahre alt.

    Die Erzieherinnen versuchten, einen riesigen Kinderwagen zur Eingangstür der Krippe zu manövrieren. Ein kleines Mädchen rannte vor und steckte seine Hand in den Türschlitz. Es brach sofort in martialisches Geschrei aus.

    Ich wunderte mich, wieso. Denn die Tür war geschlossen. Die Finger konnte sich die Kleine nicht eingeklemmt haben. Hatte sie sich gestoßen? Hatte sie sich aufgeschürft? Hatte sie einen Stromschlag mit 1000 Volt verpasst bekommen?

    Sofort waren die Erzieherinnen bei dem Mädchen. Seine Hand sah völlig unversehrt aus, alles war gut. Doch die Frauen schwirrten panisch um das Kind herum.

    Sie tasteten es am ganzen Körper ab, wiegten es hin und her, flüsterten tröstende Worte. „Wenn das die Mutter mitbekommt, kriegen wir wieder Ärger“, sagte eine der Erzieherinnen. Ihre Stimme klang ängstlich.

    Ich dachte an meine Kindheit zurück. Ich hatte eine Kita besucht, die Züge einer kommunistischen Diktatur trug. Als meine Mutter mir eine Milchschnitte mitgegeben hatte, wurde sie sofort konfisziert und in 23 gleiche Teile geschnitten.

    Wenn ich nicht Pipi machen wollte, musste ich so lange auf dem Töpfchen ausharren, bis ich es doch tat. Einmal beim Mittagessen zwang mich eine Erzieherin, ein Büschel Petersilie zu essen, obwohl ich das eklig fand. Mit dem Ergebnis, dass sie später fluchend ein anderes Kind saubermachen musste, das ich vollgekotzt hatte.

    Die Pädagogik der 80er-Jahre klingt rückblickend sehr grausam. Aber ich habe keine bleibenden Schäden davongetragen. Vielleicht hat es mich sogar stärker gemacht.

    Heute fällt mir auf, dass Kinder immer empfindlicher werden. Und das ist eure Schuld, liebe Eltern. Ihr erzieht sie zu verweichlichten Menschen – weil ihr sie vor allem und jedem beschützen wollt.

    Als meine Reitlehrerin mir vor kurzem erzählte, dass sie die Polizei holen muss, wenn ein Kind vom Pferd fällt und sich weh tut, war ich sprachlos. Und dann kämen die Fragen: Wie viele Reitstunden hatte das Kind? In wie vielen Reitstunden wurde das Pferd eingesetzt? Warum hat die Stunde auf dem Platz stattgefunden und nicht in der Halle, die sicherer ist?

    Ich konnte das kaum glauben. Denn als ich vor 20 Jahren mit dem Reiten anfing, war das undenkbar. Damals stand der Reitlehrer mit Korn-Fahne in der Mitte der Halle, schwang seine Peitsche und brüllte: „Galopp marsch!“

    Ich fürchtete nichts mehr als diesen Moment, denn jedes Mal ging eines der Pferde durch – und die anderen folgten ihm. Und doch liebte ich diese Stunde im Sattel inbrünstig.

    Die Zähne zusammenbeißen, meine Angst überwinden, sattelfest werden – das waren die Dinge, die ich dort lernte. Und ich bin dankbar dafür. Nach jedem Sturz stieg ich sofort wieder auf. Das war die wichtigste Lektion, die der Reitlehrer uns beibrachte. Für den Reitplatz und für das Leben.

    Heute seien die Kinder so ungelenk, dass sie sich bei jedem Sturz verletzten, erzählte mir meine Reitlehrerin. Sie fielen wie die Steine. Ein Mädchen sei so steif, dass es nicht mal alleine auf ein Pony aufsteigen könne.

    Eure Kinder zahlen den Preis für eure Angst, liebe Eltern. Ich weiß, ihr meint es nur gut. Ihr wollt die besten Eltern sein. Ihr wollt eure Kinder beschützen, ihr informiert euch, ihr gebt ihnen Essen ohne Zusatzstoffe, Teddys aus organischer Baumwolle, ihr lasst jedes Wehwehchen vom Arzt untersuchen. Wer euer Kind zurechtweist oder sich nicht an eure Regeln hält, der lernt eure Wut kennen.

    Wenn man mit Lehrern spricht, erzählen sie, dass immer mehr Eltern ihre Kinder von der Schule abholen. Das erste, was sie dann tun: Ihnen den Schulranzen und das Instrument abnehmen. Früher packten Kinder ihre Sachen selbst zusammen und fuhren mit dem Rad nach Hause. Aber das findet ihr viel zu gefährlich, liebe Eltern.

    Ihr hüllt eure Kinder in einen Kokon, der sie beschützen soll – und ihnen die Chance raubt, die Welt kennen zu lernen. Ihr seht überall eine Bedrohung, auch dort wo keine ist.

    Früher taten Eltern Dinge, für die sie heute wahrscheinlich Besuch vom Jugendamt bekommen würden. Sie gaben ihren Kindern Apfelsaft (unverdünnt!!), obwohl er viel zu viel Zucker enthält. Sie ließen sie mit Knallfröschen spielen und unbeaufsichtigt Fahrrad fahren. Und dass auch noch ohne Helm, Knie-, Hand-, Ellenbogenschoner und Rippenschützer und Reflektoren.

    Ich sage nicht, dass ihr das heute auch tun sollt. Ich sage nur, dass wir es alle irgendwie überlebt haben.

    Heute empören sich Eltern über ein Fotoprojekt wie dieses hier, weil ein Fotograf Babys Zitronenscheiben zum Probieren gab. Und ihren Gesichtsausdruck fotografierte. Sofort hieß es: Zitronensäure ist für Babys ungesund. Unverantwortlich sei das.

    Euer Beschützerinstinkt nimmt wahnwitzige Ausmaße an. Eine Freundin erzählte mir einmal, dass sie das Baby von Bekannten nicht halten durfte, weil sie davor eine Zigarette geraucht hatte. Natürlich nicht in Gegenwart des Kindes. Aber es hätten Nikotin-Reste an ihren Fingern kleben können.

    Kommt euch das nicht auch ein bisschen albern vor, liebe Eltern? Dabei ist es nicht lustig, sondern eigentlich recht traurig. Ich frage mich, was für eine Generation da heranwächst.

    Das Schicksal der Welt soll in den Händen von Menschen liegen, die nie erlebt haben, was es heißt, hinzufallen. Was es heißt, sich wieder aufzurappeln und weiterzumachen.

    Ihr wollt das Sitzenbleiben abschaffen und am liebsten die Noten dazu. Damit sich eure Kinder nicht mit anderen messen müssen und in ihrer eigenen Geschwindigkeit lernen können.

    Doch was werden sie tun, wenn sie in der Wirklichkeit angekommen sind? Das Leben ist manchmal hart und sie werden sich durchsetzen müssen. Die Welt hält nicht an, damit eure Kinder aufholen können.

    Einmal sah ich den Dokumentarfilm „Babys“, der das erste Lebensjahr von Kindern aus verschiedenen Regionen der Welt zeigte: San Francisco, Namibia, Mongolei, Tokio. Die kleine Hattie aus den USA geht zum Eltern-Kind-Tanzen, blättert in pädagogischen Bilderbüchern und bekommt eine erstklassige medizinische Versorgung.

    Ponijao aus Namibia dagegen wächst in ihrem Stamm auf, von Anfang an begleitet sie ihre Mutter bei den Wanderungen. Ihr Spielzeug sind Stöcke, Dreck und Steine. Und während Hattie nach einem Jahr noch auf unsicheren Beinen wankt wie ein winziger, betrunkener Erwachsener, kann Ponijao schon rennen. Und eine Schale auf dem Kopf balancieren.

    Vielleicht würde es Kindern helfen, wenn wir sie wieder mehr wie normale Menschen behandeln. Wenn wir uns an unsere eigene Kindheit erinnern und daran, dass all die Gefahren damals gar nicht so bedrohlich wirkten.

    Liebe Eltern, euer Kind ist ein Wesen mit erstaunlichen Fähigkeiten. Es lernt unglaublich schnell, es ist angetrieben von großer Neugierde. Und es hat einen Körper, der dazu gemacht ist, hunderte Stürze und Rückschläge zu verkraften.

    Habt Vertrauen, dass es alles schaffen kann. Dann wird es auch so sein.

  161. Liebe Frau Finke,

    die Unsportlichkeit Ihrer Kinder ist nicht in Stein gemeißelt. Anstatt endlose Zeit in eine Petition zu stecken, die die Bits und Bytes nicht wert sind, schlage ich vor, sie schnappen sich Ihre Horde und beginnen mit der Leibesertüchtigung derselben. Das Wetter ist schön, die Fahrräder stehen in der Garage und der Weg in den nächsten Wald zum Laufen, Joggen, Zirkeltraining ist nicht weit.

    • Liebe Frau Franke,
      nachdem ich mir Ihre Petition einige Zeit durch den Kopf gehen ließ (und nein, ich werde kein Befürworter), stelle ich mir schlichtweg eine ganz andere Frage. Was sagen die Eltern der Klassenkameraden ihres Sohnes zu dieser Petition? Eltern von den Kindern, die Spaß an den BJS hatten und gewonnen haben? Und was sagen deren Kinder? Schließlich beschreiben Sie sehr ausführlich, wie ihr Sohn geweint hat. Erreichen Sie damit nicht genau das Gegenteil, von dem was Sie wollen?
      Ich stelle mir buchstäblich vor, wie andere Eltern über Ihre Aktion den Kopf schütteln, ich sehe die Klassenkameraden auf dem Schulhof Ihren Sohn auslachen und hänseln. Nicht weil er letzter bei den BJS wurde, sondern weil er geweint hat und weil seine Mama sich hinstellt und gleich eine Petition verfasst.
      Auch stelle ich mir die Frage, wieso man sein Kind im öffentlichen Raum (Twitter/Facebook) so bloß stellen muss? In Zeiten, wo ständig über Cybermobbing diskutiert wird, posten Sie ohne Nachzudenken, die „Schwächen“ Ihres Sohnes in die Welt. Genau so entsteht Mobbing doch erst.
      Wieso muss man alles und jedes, was Kind macht in die Welt hinaus schreien? Haben Sie Ihren Sohn gefragt, bevor Sie Ihren Tweet geschrieben haben, ob er so bloß gestellt werden möchte? Haben Sie sich gefragt, welche Auswirkungen das auf Ihr Kind hat, bevor Sie gepostet haben?
      Im Glauben Ihr Kind vor Enttäuschung und Hänselei zu schützen, erreichen Sie doch genau das Gegenteil. Sie schreiben, Sie haben mit Ihren Kindern diskutiert, ob Sie diese Petition machen sollen. Haben Sie Ihnen auch erklärt, das es zu Anfeindungen kommen kann, zu Hänseleien und Auslachen? Glauben Sie im Ernst, das Ihr 9 Jähriger Sohn, die Auswirkungen dieser Aktion versteht und begreift? Ich möchte ganz ehrlich nicht in der Haut Ihrer Kinder stecken.
      Und noch eine Frage: Hatte Ihr Sohn Freude an der Bewegung und war schlichtweg nur enttäuscht, das er nicht gewonnen hat? Oder ging es gar um das aufgedruckte Autogramm eines Bundespräsidenten, der die Urkunden wahrscheinlich noch nie selber gesehen hat?

    • Wenn es doch nur so einfach wäre… ist es aber leider nicht. Bei den BJS geht es nicht um „richtigen“ Sport, sondern um ein paar Leichtathletikübungen, die nur danach ausgewählt wurden dass man keine Geräte und keine Sportlehrer braucht. Beim Weitwurf geht es um a) lange und bewegliche Arme (genetisch bedingt!) und b) Bizeps. Den bekommt man aber leider NICHT beim Weitwurf-Training, der Ball mit ein paar Gramm reicht nicht aus um Muskelbildung anzuregen. Dazu braucht man schon Kilo-Gewichte aus der Bodybuilding-Abteilung.
      In der Grundschule gibt es normalerweise keine richtigen Sportlehrer oder Fitnesstrainer, diese Sportarten sind für Kinder nicht trainierbar. Daher haben sie gar keine Möglichkeit, sich zu verbessern. Das wiederspricht völlig dem Gedanken von sportlichem Ehrgeiz.

  162. Oh! Meine älteste Tochter steht leider mit Mathe auf Kriegsfuß… viellecht sollten wir die Mathenoten abschaffen!?!?
    Und oh! Die Mittlere geht überhaupt nicht gern zur Schule… vielleicht starten wir eine Petition, dass nur noch Kinder gehen müssen die Spaß dran haben!?!?
    MAAAAAAAAAN! Haben wir keine anderen Probleme!?!?

  163. Ich habe die Kommentare nur überflogen, bin aber wirklich überrascht über viele Antworten hier.

    Es geht ja nicht darum, den Sportunterricht oder die Benotung abzuschaffen! Sondern es geht darum, sich nicht öffentlich zum Gespött machen zu müssen! Das Gleich würde ich übrigens für „vor der Klasse vorsingen und benotet werden“ (ist mir in der 2. Klasse widerfahren, ich habe eine „5“ bekommen und danach erst wieder vor anderen gesungen, als ich Mutter wurde) und „Mathematikaufgaben vor aller Augen an der Tafel lösen“ fordern. Natürlich sollen Kinder in der Schule bewertet werden – nur, möchte man bewerten, was das Kind kann und gelernt hat – oder möchte man bewerten, wie gut das Kind mit einer Stresssituation umgehen kann? Möchte man im Sportunterricht Freude an der Bewegung fördern und die Kinder dazu animieren, sich auch weiterhin freiwillig zu bewegen? Oder möchte man unsportliche Kinder demotivieren?

    Ich habe unterschrieben, weil ich tatsächlich zu den Kindern gehörte, die sich bei den BJS geschämt haben. Die BJS waren für mich der Horror schlechthin; zum Glück hatte ich verständnisvolle Eltern und war jedes Jahr „krank“. Und ja, ich bin durchaus eine leistungsstarke Schülerin und Erwachsene und außerdem kein Bewegungsmuffel geworden! Leichtathletik mag ich aber immer noch nicht und der Geruch einer Tartanbahn in der Sommersonne weckt in mir ganz viele unangenehme Erinnerungen. Lasst den Sportbegeisterten ihr Sportfest und gebt den anderen Kindern die Möglichkeit, in der Zeit etwas anderes (schulisches) zu machen.

    Liebe Grüße, Diana

    • Stresssituationen im Kindesalter vermeiden? Wann fangen wir dann an, Kinder auf das Leben vorzubereiten? Nach dem ersten Burnout? Schaffen wir dann auch den Führerschein für Frauen ab, weil sie sich beim Einparken lächerlich machen?
      Kinder sollen bewertet werden, aber bitte schön so, das Kind ja nicht merkt wie schlecht es ist? Streben wir jetzt Mittelmaß für alle an? Wie soll man denn raus finden ob Kind lesen und rechnen kann, wenn nicht durch Vorlesen und Vorrechnen?
      Hier wird aus Verletzung des eigenen Stolzes gefordert, unsere Kinder zu lebensuntüchtigen Wesen zu machen. Nennt Ihr das wirklich „Zum Wohle des Kindes“?
      Ist es nicht ungerecht, den Kindern gegenüber, die sich anstrengen und Spaß haben, wenn man alle gleich bewertet, nur damit ja keiner weint? Kann man nicht schlicht und einfach mal über seinen, mit Vorurteilen vollgestopften Tellerrand schauen, anstatt alles zu verteufeln, was einem selber keinen Spaß gemacht hat? Wie will Lehrer unterscheiden, ob Kind gerade in einer Stresssituation ist, oder einfach nicht gelernt hat? Setzen wir neben jeden Kind noch einen persönlichen Psychiater?
      Wie sollen unsere Kinder Gefahren/Grenzen erkennen, wenn wir ihnen nicht ermöglichen eigene Erfahrungen zu machen?

  164. Hallo Frau Finke,

    gute Sache Ihre Petition!!!

    Hier noch mal mein Text zur Petition um einigen Kritikern hier mal ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen und sie zum Nachdenken anzuregen:-)

    ————————-
    Ich unterschreibe weil mir genau die beschriebene Problematik den Spaß am Sport genommen hat.

    Meiner Meinung nach müssten aus diesem Grunde auch Noten in den Fächern Sport, Musik und (früher war das mal) Zeichnen abgeschafft werden.

    Auf Grund von verschiedenen Begabungen oder körperlichen Merkmalen ist nun mal nicht jedes Kind ein Picasso, Caruso oder Bolt.

    Sport ,Musik und Kunst soll Spaß machen und nicht dazu führen das sich Kinder gedemütigt fühlen.
    ———————-
    Defizite in Mathe, Deutsch etc. können durch Förderung und Üben minimiert werden.
    Beim Sport etc. wo körperliche Merkmale oder Begabungen eine Rolle spielen wird das schon schwieriger.

    Andreas Pfeil

  165. Das ist das absolut lächerlichste was ich seit langem gehört habe. Warum schaffen wir nicht gleich das Leben ab, denn es ist von Schmerz und Niederlagen gespickt. Und es führt zwangsläufig zum Tod!

    Es ist doch genau andersherum:
    Da haben auch mal Schüler eine Chance sich zu beweisen, die vielleicht nicht die totalen Mathe-Helden sind. Sich dafür aber noch einigermaßen flink bewegen können, was in der heutigen Zeit mehr und mehr zur Ausnahme wird.

  166. Rein aus Interesse: Weiß jemand, warum die Bundesjugendspiele nur in Leichtathletik durchgeführt werden? Laut den Urkundenvordrucken sind auch Geräteturnen und Schwimmen möglich. Von BJS in den Disziplinen hab ich aber noch nie gehört.

  167. Volle Zustimmung – die Bundesjungendspiele bereiten keinen aufs Leben vor, so ein Quatsch. Kinder kommen auch überall sonst mit Hänselei und Niederlagen in Berührung, da muss nicht auch noch auf das Körperliche abgestellt werden. Jedes Kind sollte Sport machen soviel es will und kann in der Freizeit in zig Vereine gehen, wenn es das mag. Aber in der Schule finde ich sollte nur Spaß an Bewegung vermittelt werden und sonst gar nichts. Da sollten auch keine Noten verteilt werden sondern eine Teilnahmeverpflichtung würde genügen. Es soll einfach gezeigt werden dass Bewegung Freude macht. Nicht jedes Kind ist gleich und mir wurde der Sport addurch ziemlich vermiest. Ich war damals dünn, daran lag es nicht (wie schlimm wäre das dann noch geworden?) – ich bin viel Rad gefahren und mit Rollschuhen, aber z.B. bei Leichtathletik war ich nicht gut. Ich bin noch nicht mal geärgert worden, aber die Bundesjugendspiele habe ich gefürchtet und hatte wochenlang vorher Bauchschmerzen. Da ich in der Schule ehrgeizig war und in anderen Fächern sehr gute Noten hatte, habe ich immer unter dem Fach Sport gelitten und hatte einen Horror davor. Das hat sogar dazu geführt dass ich angefangen habe die Stunden zu schwänzen obwohl ich ansonsten ein extrem korrektes Kind war, da ich vor Mannschaftssportarten die total Panik hatte, denn am Ball wariich immer schon ein Tollpatsch und stand natürlich immer als letztes noch da wenn gewählt wurde (auch so eine Unsitte). Man kann und muss Kindern nicht alles ersparen, aber alles ist trotzdem nicht sinnvoll. Und nur weil Generation X auch in Asbest und ohne Sicherheitsgurt und Fahrradhelm überlebt hat muss ich heutzutage auch nicht auf Neuerungen zum Thema Sicherheit verzichten. Schämen und Scheitern gehört zum Erwachsenwerden – dann kann man je auch ruhig das Eckenstehen, Eselsschild, Linealschlagen wieder einführen, dann werden die Kinder gleich noch resistenter! So ein Unsinn. Leistungsgesellschaft, ja die gibt es leider. Traurig genug.

  168. Die Bundesjugendspiele abzuschaffen bloß weil einige Kinder Bauchschmerzen vor diesem Tag haben ist doch ein vollkommen falsches Signal. Es wird im Leben immer Situationen geben die einem Bauchschmerzen bereiten. Als Vater von drei Kinder halte ich es für falsch unseren Kindern alle Steine aus dem Weg zu räumen. Natürlich sehe ich es nicht gerne wenn eines meiner Kinder Angst vor etwas hat, aber dazu ist die Familie da um solche Ängste abzufangen und Mut zu machen. Geht dann alles gut, ist es für jedes Kind eine wichtige Erfahrung die auch das Selbstwertgefühl stärkt. Läuft es mies greift wieder die Familie und fängt das Kind auf. Negative Erfahrungen sind nicht schön, aber sie sind wichtig und gehören zum Erwachsenwerden einfach dazu.

  169. Liebe arbeitende Mutter.

    ich danke Ihnen für diese großartige Idee. Ich habe selbst noch keine Kinder, aber ich erinnere mich noch zu gut an meine Bundesjugendspiele Mitte der 90er Jahre. Ich war ein dünnes, aber unsportliches Kind. Beim Weitwurf habe ich das Wurfgerät immer so kurz geworfen, dass ich gar keine Punkte bekommen habe. Das wurde auch vorher nie geübt. Gelächter, schmunzelnde Lehrer. Ich musste das noch zweimal machen, die anderen Versuche waren ähnlich dilletantisch. Irgendwann, mit Anfang der Pubertät, hat meine Mutter mich zu Hause gelassen. Sie konnte das nur zu gut verstehen, bei ihr war es Anfang der 70er Jahre auch schlimm. Aber dann rief der Klassenlehrer an, wo ich denn sei, schließlich handele es sich „um eine schulische Veranstaltung“ (Bezug zur Schulpflicht). Mama war eingeschüchtert, aber sie sagte, ich sei krank. Es stellte sich heraus, dass der Lehrer an diesem Tag die Eltern einer ganzen Liste vermeintlich „kranker“ Schüler*innen anrief. Das werde ich nie vergessen. Ich würde mein Kind auch zu Hause behalten, wenn es das möchte. Aber vielleicht wird dieser Mist bald zu einer freiwilligen Veranstaltung oder ganz abgeschafft. Ich werde jetzt Ihre Petition unterschreiben. Danke! Halina aus Hamburg

  170. Nachtrag für die „…die Enttäuschung muss sein Befürworter“

    ..dann zwingt doch auch alle zur Matheolympiade oder zu Jugend forscht zu gehen.

    Gleiches Recht für alle!!!

  171. Liebe Eltern bitte versäumt es einfach nicht eure Kinder in der Freizeit zur Bewegung zu motivieren.
    Dann kommt es erst gar nicht so weit! Lernen müssen unsere Kinder schon so viel. Die körperliche Fitness kommt eh schon zu kurz, ist aber genauso wichtig! Mit fortschreitendem Alter bekommt man sonst die Rechnung. Das haben sogar die Krankenkassen schon erkannt …
    MfG
    Hermann Simnacher

  172. Es geht hier nicht nur um die unsportlichen.

    Ich bin sicherlich im obersten Prozent meiner Altersgruppe in Punkto Fitness.

    Und trotzdem habe ich die Bundesjugendspiele gehasst. Sie haben mir, zusammen mit dem Sportunterricht, nämlich die Lust am Sport gründlich versauert.

    Ich wurde danach sportlich ganz ohne Wettkämpfe.

  173. Also da kann man nur fragen: Ist dass Ihr Ernst?

    Für mich ist es absolut unverständlich wie man mittlerweile so ziemlich alles anzweifelt.

    Alles muss anders gemacht werden. Wir brauchen bei alles Reglementierungen und Verbote.

    Dass fängt dabei an dass „Studentenwerke“ nun „Studierendenwerke“ heißen müssen.

    Ebenfalls ist es mittlerweile problematisch in Amts-Blättern die Bezeichnungen „Mutter“ und „Vater“ zu benutzen – Dazu schlägt man vor gleichzeitig auf die Geschlechtsangabe „Junge“ oder „Mädchen“ zu verzichten.

    Was folgt als nächstes? – Ich bin weder politisch radikalisiert, noch Schwulen- Lesben- oder Europafeindlich. Aber ich kann es nicht mehr hören…

    Aus jeder Ecke kriecht jemand hervor und kommt mit dem nächsten Vorschlag daher…

    Wieso hören wir auch nicht auf in der Schule die Kinder zu benoten? -Führt am Ende ja auch nur dazu dass es Streitereien und Hänseleien auf dem Schulhof gibt.
    Es wird gelehrt aber nicht abgefragt. – Später in der Ausbildung sollte man auch nur tun dürfen was einem letzten Endes nicht schadet und keine negative Gedanken auslöst.

    Heranwachsende bekommen sowieso schon recht früh klar gemacht, dass ihr Handeln selten Konsequenzen hat. Sex ohne Gummi? Was solls! – Es gibt ja die Pille danach, die man wie Aspirin beratungs- und rezeptfrei kaufen kann. Warum dann nicht die ganze Verantwortung abnehmen und Kinder nur noch in einer Scheinwelt leben zu lassen in der die Sonne immer scheint und der Himmel blau ist.

    Leute, wacht auf!

    Nicht alles was wir haben ist schlecht. Ganz im Gegenteil und ich wünsche mir dass diese Diskussion aufhört und man alles belässt wie es ist.
    Damals war ich kein Supersportler, ich bekam am Ende auch nur einmal die Urkunde am Ende der Spiele. Aber die feiere ich bis heute!

    Wenn Ihr Kind gehänselt wird aufgrund schlechter Leistungen in den Bundesjugendspielen, dann liegt es an den Erziehern, dem Verhalten der Kinder, den Lehrern – aber um Himmels Willen doch nicht an den Bundesjugendspielen.

  174. Ihre Meinung respektiere ich, leider kann ich diese gar nicht teilen. Die Kinder sind doch in der Schule von vorne herein einem Wettbewerb ausgesetzt – sonst müsste ich das Notensystem und Zeugnisse abschaffen. Später in der Arbeitswelt wird es ja nicht besser.

    Wenn ich weinend als Kind nach Hause gekommen bin weil ich mal wieder eine 5 in Deutsch oder Mathe geschrieben habe wurden diese Fächer auch nicht abgeschafft obwohl ich mich extrem dumm und überfordert gefühlt habe. Nur sind das aber Themen die Werdegangsrelevant sind.

    Nun wenn man bei den Bundesjugendspielen nicht gut genug ist und letzter wird, ist man halt in diesem Bereich schlecht. Daran wird mein späteres Leben nicht leiden.

    Im Gegenteil, ich finde der Sportunterricht und Veranstaltungen wie die Bundesjugendspiele sollten sogar intensiviert werden. Die Kinder heutzutage sind in meinen Augen immer unsportlicher. Das Gefühl für den Körper geht verloren, Koordinationschwierigkeiten, Konditionsprobleme. Sport wird bei jugendlichen immer mehr zum Lifestyle (gut aussehen, fit wirken, Fitnessstudio) als zum bewussten auseinandersetzen mit dem eigenen Körper (Fähigkeiten ausbilden, Spass am Sport).

    Ich denke es sollte pädagogisch etwas passieren. Die Lehrer (insbesondere Sportlehrer) müssen den Sport intensiver als Erlebnis erfahrbar machen und den Wettkampfcharakter etwas entschärfen um zu zeigen:

    Wettkämpfe sind gut weil es etwas ist worauf ich trainieren kann (Ziele setzen). In Wettkämpfen bringt der Sportler am häufigsten seine Beste Leistung. Grenzen werden erfahrbar gemacht. Aber wenn andere besser sind dann ist es so und die Welt geht davon nicht unter! Diesen Wortlaut wünscht man sich natürlich auch von den Eltern! Es sollte ein umdenken im Kopf stattfinden.

    Einfach abschaffen ist für mich reine Bequemlichkeit.

  175. Genau die Leute,

    die hier im Forum so verächtlich über die angeblich verweichlichten Kinder schreiben und gute Ratschläge geben, sind vermutlich diejenigen, die in jungen Jahren in der Schule genauso verächtlich auf ihre weniger sportlichen Mitschüler herabgeschaut haben.

    Eigene Erfahrung:

    1954 geboren, mit Muskelschwäche und zum Glück bewältigter Hüft-Luxation „gesegnet“ (keiner wusste in der Schule von all dem) habe ich den Sportunterricht gehasst. Gleichgewichtsstörungen kamen hinzu sowie Probleme mit den Knochen (erblich bedingt). Im Übrigen hatte ich eine normale Figur.

    Dann noch von der Sportlehrerin als „Feigling“ bezeichnet zu werden, als ich vor Angst das Bockspringen auf dem Reutherbrett scheute, war schon „pädagogisch wertvoll“.

    Das trug nicht gerade dazu bei, Freude am Sport zu haben. Bauchschmerzen vor jeder Sportstunde kenne ich noch sehr gut……

    Da nützte es nichts, in anderen Fächern gut zu sein. Ich war dann nur anerkannt, weil ich viel durch meine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wett gemacht habe. Ich habe niemals über die in anderen Fächern schlechten Schülern herabgesehen…..

    Heute, mit 61,5 Jahren laufe ich soviel wie möglich (auch Treppen) und fahre Rad.

    Aber Schwebebalken, Bock, Pferd, Weitsprung, Laufen nach Zeit u. ä. können mir gestohlen bleiben.

    Mir tut jedes Kind leid, das heute noch diese „Artisten-Ausbildung“ und die BJS überstehen muss!

  176. Und wenn mein Kind nicht gerne vorliest, dann rufe ich die Petition#deutschabschaffen ins Leben? Gerade für Kinder, die in anderen Fächern nicht glänzen, dafür aber im sportlichen Bereich gut sind, sind die BJS eine Wohltat für die Seele. Man kann auch prima für die BJS trainieren: in jeder Stadt gibt es die Möglichkeit das Sportabzeichen abzulegen oder darauf zu trainieren. Machen wir als Familie wöchentlich und macht uns allen richtig Spaß. Lesen und Rechnen muss ja schließlich auch trainiert werden, oder? Gerade in Zeiten übergewichtiger Kinder und Jugendlicher sind die BJS absolut und dringend notwendig. Und: Kinder müssen auch lernen mit ihren „Schwächen“ umgehen zu können.

  177. Wow, sowas Verrücktes! Im Matheunterricht wird Wochenlang für Klassenarbeiten gelernt und trainiert.
    Vor den Bundesjugendspielen wird auch Wochenlang vorbereitet und trainiert.

    Im Musikunterricht muss man Vorsingen, im Deutschunterricht muss man vor der Klasse vorlesen. Man muss AGs wählen und Theater spielen oder in den Chor oder in andere AGs. Man muss andere Sprachen lernen und wir auch da geprüft. Und man muss manchmal an die Tafel und darf sich dort blamieren. Nichts davon ist freiwillig. Nichts davon ist schön, wenn man es nicht kann. Alles hat mit Talent und Training zu tun.

    Der Unterschied ist vielleicht, dass man in den meisten Fächern Hausaufgaben bekommt. Beim Sportunterricht sind die Hausaufgaben freiwillig.

    Diese Petition wird in jedem Fall scheitern!

  178. Hallo liebe Bloggerin,

    aus meiner eigenen Erfahrung im Sport als Aktiver, aber auch als Trainer in verschiedenen Sportarten (Fussball, Skifahren) kann ich berichten, dass natürlich nicht alle Kinder gleich begabt sind. Aber das ist die Natur des Menschen.

    Allerdings wollen die meisten Eltern heute nur noch „Überflieger“ als Kinder. Die müssen alle auf´s Gymnasium und dann Studieren. Alles andere ist eine Enttäuschung. Und wenn die Kinder das nicht schaffen, rückt man in der Schule am besten gleich mit dem Rechtsanwalt an. Denn dann haben die Lehrer den Genius des Nachwuchs nicht erkannt. Aber es gibt eben auch Kinder denen der helle Schein des Wissens teilweise verborgen bleibt.

    Genauso verhält es sich mit Sport. Wenn man Eltern über ihre Kinder reden hört, dann bezeichnen die ihre Kinder als Hochleistungssportler, nur weil sie einmal in der Woche zum Fussballtraining gehen. Ich würde sie da teilweise noch nicht mal als Fussballer bezeichnen.

    In Kindern und Jugendlichen steckt so viel Potential. Man muss es nur fördern, aber auch fordern. Und dass so viele Kinder übergewichtig und unbeweglich sind, liegt aus meiner Erfahrung am schlechten Beispiel der Eltern.

    Aber man muss eben auch die Tatsache akzeptieren, dass eben nicht alle Kinder zu Superhelden heranwachsen, sondern dass es eben auch nicht so kluge, nicht so schlanke und eben nicht so sportliche Kinder gibt.

    Aber das schöne an der Sache ist, die sind genauso liebenswert.

    ALso liebe Bloggerin, nicht alles abschaffen wollen, bloß weil ihre Kinder das nicht können. Meine Kinder sind nicht so gut in Mathe und Physik. Sollen wir diese Fächer auch abschaffen???

    Wenn wir dieses Prinzip durchziehen, werden wir bald in einer Welt der Dicken und Dummen leben.

    Blödsinn

  179. Ist es euch lieber dass die Kinder 20 Jahre lang in Watte und Seifenblas gepackt aufwachsen und dann im Job heulend vor dem Chef stehen und nicht damit umgehen können dass es im Berufsleben nun einmal auch um Wettbewerb geht? Lasst doch die Kinder auch solche Erfahrungen machen und fangt sie auf, erklärt Ihnen ihre Gefühle und macht sie Emotional stark dass eben sowas einen später nicht aus der Bahn wirft. Im Kindesalter sind Tränen noch toleriert!!!
    Ich habe es NIE zu einer Ehren- oder Siegerurkunde geschafft, heute verschwende ich keinen Gedanken mehr daran. Ich weiß aber noch wie es war und kann meinen Kindern Verständnis zeigen und Sie trösten mit den Worten: zum Glück ist es nur 1x im Jahr

  180. Helikoptermama im Genderwahn fällt mit jetzt mal spontan ein… Oder braucht eine Journalistein blos mal wieder einen Aufhänger für den müden Blog???
    Mal wieder jemand in der irrigen Annahme mit einem Verbot alles ins Lot bringen zu können. Prima! Weiter so!
    Aber dann konsequent: Abschaffung von Arbeit (das ist auch jeden tag für viele eine Enttäuschung); Abschaffung von Mathematik als Schulfach (hier ist die Peergruppe doch deutlich schlimmer); Abschaffung von Zebrastreifen (hier muss ich als Autofahrer warten: enttäiuschend!); Abschaffung von …
    Liebe Über-Mami: bitte die lieben Kleinen nicht unter die Glasglocke stellen! Die fangen dort an zu schimmeln! Konfliktmanagement und Motivation sind wohl eher angebracht, als beleidigte Leberwurst-Politik. Sport ist Wettkampf. Selbst beim Schachspielen geht es ums gewinnen! Niederlagen sind ein essentieller Teil des Lernprozesses!
    ICH VERLIERE NICHT! ENTWEDER ICH GEWINNE, ODER ICH LERNE!

  181. Ich finde diese Petition vollkommenen Schwachsinn. Ich war auch nicht soo sportlich weil ich einfach dick war. Ich hab mich aber immer durchgekämpft und trotz meines Übergewichtest oft ne Siegerurkunde bekommen, weil ich den Ergeiz hatte was zu tun. Ich habe mittlerweile vier Kinder und alle sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Auch wenn alle schlank sind, sind die sportlichen Leistungen sehr unterschiedlich. Und sie müssen einfach lernen, dass der jüngere Bruder z.b. schneller läuft und die große dafür in Deutsch viel besser ist. ich finde es wichtig, dass Kinder lernen, damit umzugehen. Der bessere Weg wäre, was zu tun, dass es den Kindern besser geht, sie Spaß an Sport finden und dadurch auch besser werden. Ich hasse Sport nach wie vor, aber meine Kinder haben Spaß an Sport weil ich über meinem Schatten gesprungen bin und dafür gesorgt habe, dass jeder für sich nen Sport findet. Man kann und darf den Kindern nicht alles im Leben aus dem Weg räumen. Wir mussten auch damit umgehen und auch die heutige Jugend muss lernen damit umzugehen. Jede Niederlage ist auch eine Herausforderung. Und wie soll sich ein Kind im Berufsleben behaupten, wenn Mama und Papa alles aus dem Weg räumen, nur damit das Kindchen kein Problemchen hat. Man sollte sich anstatt hier über sowas Gedanken zu machen, sich aufraffen und schauen was ich daran ändern kann, damit es meinem Kind nicht so geht. Für meinen großen Sohn ist das enorm wichtig, dass er gerade im Sport Anerkennung hat, weil er z.b. in Deutsch nicht so gut ist. Warum sollte man es den Kindern die davon profitieren verwehren? Denen ist das auch wichtig und die Wegnahme wäre für die guten Kinder im Prinzip auch eine Diskriminierung.

  182. Um es vorneweg zu sagen: ich bin gegen eine Abschaffung der BJS. Die Motivation, mit der Sie, Frau Finke, für eine Abschaffung plädieren (Sie wollen Ihrem Kind die peinliche und ihm unangenehme Erfahrung des sportlichen Misserfolgs ersparen), bringt mich aber noch zu einem anderen Punkt: ich bin generell der Meinung, dass wir Eltern oft zu schnell – um sie vermeintlich zu beschützen – den Kindern alle Hindernisse/Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu räumen versuchen. Damit mag man sie vor so mancher negativen Erfahrung bewahren, allerdings verlernen unsere Kinder dadurch auch, mit diesen unangenehmen Erfahrungen umzugehen (was sie früher oder später aber sowieso lernen müssen). Mehr noch: gerade Misserfolg kann in positive Energie und einen gewissen Kampfgeist münden.

    Bei mir selbst hat – was sportliches Talent betrifft – die Natur leider auch nicht gerade günstig gewürfelt. In der Grundschule durften bei uns nur die 15 Besten der Klasse an den BJS teilnehmen, und ich war (natürlich) nicht dabei. Ich weiss ehrlich gesagt nicht mehr, ob mich meine Kumpels deswegen gehänselt haben oder ob ich geweint habe, es ist aber durchaus möglich. Aber die Tatsache, dass ich mich an derartigens nicht mehr erinnern kann, zeigt doch, dass es mich nicht aus der Bahn geworfen hat. Was ich allerdings noch weiß: ich wollte, das mir so etwas nicht noch einmal passiert. Und so habe ich im nächsten Jahr versucht, es besser zu machen und zu trainieren. Ich habe meine Mutter so lange genervt, bis sie abends noch mit mir zum Sportplatz ging um Weitsprung zu üben, und während mein Papa und mein Onkel am Wochenende in unserer Obstwiese Kirschen geerntet haben, bin ich die Wiese auf und ab gesprintet oder habe mit einem Schlagball Weitwurf geübt, den ich mir zuvor im Sportunterricht ausgeliehen hatte. Klassenbester bin ich auch mit diesen Extra-Schichten nicht geworden, aber sie haben mir im nächsten Jahr zumindest eine Sieger-Urkunde eingebracht, worauf ich dann auch mächtig stolz war! Da gab es natürlich immer noch besser Kinder mit Ehren- statt Siegerurkunden, aber das war mir egal. Für mich zählte nur, dass ich mein Ziel erreicht hatte, trotz – oder gerade wegen – aller ungünstigen Vorraussetzungen wie fehlendes Talent, etc. In gewisser Weise war die ursprüngliche Enttäuschung absolut notwendig, um ein Jahr später Freude und Stolz zu empfinden. In den Jahren darauf übrigens floss bei uns in die Punkteberechnung für die Urkunden auch noch ein Langstreckenlauf mit ein – die einizige sportliche Disziplin, wo man mir mit vieeeel gutem Willen einen Hauch von Talent unterstellen kann. So war ab da für mich das Erreichen sogar einer Ehrenurkunde kein wirkliches Problem mehr. Interessanterweise haben diese Ehrenurkunden für mich lange nicht den Stellenwert wie diese eine Siegerurkunde. Das ganze ist jetzt über 30 Jahre her, aber stolz auf diese Sieger-Urkunde bin ich immer noch. Außerdem habe ich auch noch etwas für’s Leben gelernt: vom Typ her bin ich nämlich eigentlich gar nicht besonders ehrgeizig, aber diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass man mit viel Einsatz doch einiges bewirken kann – viel mehr, als man zunächst glauben mag. Anspron genug, um es ab und an so ähnlich zu versuchen und damit manchmal auch Sachen zu schaffen, die man zunächst für „unmöglich“ gehalten hat. Auch jetzt noch krame ich diese Urkunde ab und an aus irgendwelchen verstaubten Ordnern heraus, wenn ich eine Motivationshilfe brauche.

    Ich habe inzwischen selbst zwei Kinder, kann also Ihre Motivation auf gewisse Weise schon ganz gut nachvollziehen. Und natürlich wird es auch nicht bei jedem Kind so laufen wie bei mir damals. Mit der von Ihnen beantragten Abschaffung der BJS nehmen sie den Kindern jedoch eine Möglichkeit für solch positive Erfahrungen, und deshalb kann ich Ihren Vorschlag nicht gut heißen.

  183. Hallo Frau Finke, ich habe gerade einen Artikel über die Abschaffung der Bundesjugendspiele gelesen.
    Sicherlich ist es nicht schön zu erleben wenn Kinder leidend nach Hause kommen weil man sich lustig über Sie macht. Ob das jetzt auf dem Schulhof, auf dem Sportplatz oder auch in der Klasse stattfindet, überall machen sich Kinder über Kinder lustig wenn Sie was falsch machen. Ich finde die Eltern sollten mit Ihren Kindern reden als immer gleich einzuschreiten oder irgendetwas abzuschaffen. Irgendwann wenn Mama und Papa nicht mehr da sind müssen Sie auf Erfahrungen zurückgreifen können die Sie im Elternhaus gemacht haben und die sind bestimmt nicht immer konfliktfrei.
    Wünsche ein konfliktfreies und sonniges Wochenende

  184. Also ich finde es auch lächerlich,
    ich hatte auch immer meine Probleme mit dem Lesen und habe bei einer Buchvorstellung auch Gelächter abbekommen. Geschadet hat es mir nicht. Ich bin selbstbewusster geworden und habe gelernt meine Schwächen zu akzeptieren und sie zu minimieren. Vielmehr sollte man Schüler ermuntern, sich in allen Gebieten anzustrengen und Bestleistung zu geben.
    Und wenn man die Bundesjugendspiele abschafft: Würde das ganze Schulsystem wenig Sinn machen.
    Sprachen könnten nicht mehr unterrichtet werden, man müsste nicht mehr vorlesen (Wie oft hatte ich Schweißausbrüche, wenn ich vorlesen musste? Und dann dafür noch ausgelacht wurde), oder Referate müssten nicht mehr gehalten werden, da haben sich einige auch sehr schwer getan und wurde ausgelacht. (Oder ist das keine Demütigung?)
    Sportunterricht allgemein müsste man abschaffen, denn schon die Mannschaftswahl ist demütigend, da schlechte Sportler als letztes gewählt werden.
    Schwimmunterricht dürfte es auch nicht mehr geben.

    Vielmehr sollte man mal seine Kinder richtig erziehen, funktioniert ja nur noch selten und vor allem sollte man bei der Erziehung Respekt zu seinen Mitmenschen vermitteln. Vielleicht würde dann dieses grausame Kinderverhalten besser werden. Wer hat denn nicht schon mal jemanden gehänselt und wurde gehänselt. Man sollte das Problem mal richtig beleuchten und nicht dass abschaffen wollen, wo es zu Tage kommt.

  185. Unsere Grundschule macht jährlich ein Sportfest, bei dem die Muss-Disziplinen der BJS nur drei von ca. 12 Stationen sind. Sie besuchen die Stationen in Eigenregie, bekommen sie auf der (um den Hals hängenden) Karte jeweils abgestempelt und es werden Zeit / Weite / erreichter Wiederholungszahl etc. vermerkt. Die Karten geben die Kinder später bei ihren Sportlehrern zur Kontrolle ab und erhalten sie später wieder zurück. Urkunden gibt es nicht.
    M.E. ein guter Weg, Kinder zur Bewegung anzuhalten, ihren Ehrgeiz zum Erhalt aller Stempel/Ziele zu wecken und dennnoch niemanden zu demotivieren. Die Lehrer machen sich anhand der Karten ein Bild von der Leistung jeden Kindes. Sie kennen sie ja bereits aus dem Sportunterricht und bekommen so z.B. bei Sportmuffeln auch mal gute Ergebnisse z.B. beim Turbo-Seilspringen, Slackline-Balancieren oder Ball-in-der-Luft-halten und bei Leichtathletikstars auch gerade mal das Gegenteil.
    Ich unterstütze die Petition daher gerne.

  186. Also das ist doch so ein Blödsinn. Ich selbst war nie die Sportskanone. Immer schon übergewichtig und Sportunterricht war für mich immer mein persönliches Waterloo. Bundesjugendspiele? Der Tag des Grauens. Und wir bekamen noch nicht mal Teilnehmerurkunden. Es gab die Sieger- und die Ehrenurkunden. Ich kann mich noch erinnern, an einem Tag, wo ich so absolut keine Lust hatte, ich aber wohl oder übel trotzdem mitmachen musste, bekam ich sogar eine Siegerurkunde. Und bei den Schwimm-Bundesjugendspielen sogar jedes Mal.
    Auch heute fahre ich die 800 Meter zur Tanke um Zigaretten zu kaufen lieber mit dem Auto statt dem Rad oder sogar zu laufen. Trotzdem haben mich die erfolglosen Bundesjugendspiele nicht zu einem Versager oder ängstlichen Menschen gemacht.
    Es gibt im Leben nun mal Dinge, die man machen muss, ob man sie gerne macht oder nicht.
    Sollen wir den Kunstunterricht abschaffen, weil manche nicht gut malen können? Sollen wir Musikunterricht abschaffen, weil manche unmusikalisch sind?
    Wenn das so einfach geht, dann würde ich gerne die Einkommenssteuererklärung abschaffen, weil ich die absolut hasse. Was fällt mir noch ein? Arbeiten gehen… Schwüles Wetter… Mir fällt bestimmt noch mehr ein.
    aber letztendlich ändert es nichts. Augen zu und durch.

  187. ich hätte ich gern 365,25 Tage im Jahr Feiertag ich finde nämlich bei meiner Arbeit wird auf meine individuellen körperlichen Voraussetzungen nicht Rücksicht genommen.

  188. Obwohl ich während meiner Schulzeit weder besonders gut noch schlecht im Sportunterricht war (war sogar mal erster beim Weitsprung), halte ich die Bundesjugendspiele für reaktionären, überflüssigen Quatsch.
    Ich unterstütze natürlich die These, dass auch Jugendliche ihre negativen Erfahrungen sammeln müssen, um angemessen auf das Leben vorbereitet zu werden; bin jedoch der Ansicht, dass dies auch ohne aufgezwungene Sportveranstaltungen geschieht.
    Das Leben eines Jugendlichen ist ohnehin ein einziger großer Wettbewerb. Der Unterricht in der Schule wird da irgendwann zur Nebensache. Mag es um das beste Smartphone, die richtigen Schuhe oder die Beliebtheit unter Freunden gehen. Wer hat als Erster eine Freundin, wer landet wann mit wem im Bett, wer verträgt den meisten Alkohol, und wer traut sich im Aldi Zigaretten zu kaufen?
    Ein heranwachsender Mensch tut nichts anderes als sich mit anderen zu vergleichen. Er scheitert und feiert Erfolge. Dafür braucht man wirklich keinen 100-Meter-Lauf.

    Ich persönlich würde sogar so weit gehen, den Sport- und besonders den Schwimmunterricht komplett aus dem Lehrplan zu streichen. Wer einmal in der Woche durch die Sporthalle hetzt oder sich im gechlorten Schwimmbecken suhlt, wird seine überflüssigen Pfunde auch nicht los. Da entwickelt sich sicherlich kein Bewusstsein für einen gesunden Lebenswandel, sondern eher eine tiefe Verknüpfung mit negativen Gefühlen, die einen auch im späteren Leben von jeder Sportart fernhalten.

    So, genug zu diesem Thema gesagt. Es gibt sicherlich noch Wichtigeres, womit man sich befassen könnte.

    PS: Hat eigentlich schon jemand daran gedacht, die Kinder selbst zu fragen, was sie wollen? Man könnte das Ganze schließlich auch auf freiwilliger Basis gestalten.

      • Gut so! Also Deutsch auf freiwilliger Basis, Mathe, nur wer Lust hat und es kann – es gibt genügend Fächer, auf die man dieses Prinzip anwenden kann. Und sage keiner, Sport ist nicht so wichtig.
        Was sich dann ändert? Nichts! Statt „Wer nichts kann, wird gehänselt“ heißt es dann „Wer nicht teilnimmt, wird gehänselt“.
        Dass so viel gemobbt wird und dass sich so viele gedemütigt fühlen ist das eigentliche Problem. Hänseleien gab es schon zu unserer Zeit, wenn auch nicht im heutigen Ausmaß und wenn doch, regelten wir Jugendliche das unter uns. Wir benötigten dazu keine Eltern, keine Petitionen und auch keine Anwälte. Und ich kenne keinen, der deshalb sein Leben nicht gemeistert hat – selbstverständlich nicht alle als Vorstandsvorsitzende/r eines DAX-Unternehmens, Bundeskanzler/in, Professor/in Superstar oder was es sonst noch als einzig wertvolle Position in unserer Gesellschaft gibt.

        • Noch mal langsam zum Verstehen: nicht der Schulsport soll abgeschafft werden, sondern ein Wettbewerb mit Teilnahmezwang.

          Die Sportcracks können weiterhin ihre Erfolgserlebnisse haben und mit körperlicher Leistung brillieren. Die Unsportlichen lernen für’s Leben mit Frust und Enttäuschung umzugehen, wenn sie wieder mal als letzte in die Mannschaft gewählt werden, den Handstand nicht hinbekommen oder den Volleyball ins Netz dreschen. Nur, dass die Cracks dafür keine separate Urkunde bekommen. Genau, wie die anderen für gute Noten in Mathe keine Urkunde bekommen.

          Es muss doch auch keiner mit dem Cello zu Jugend musiziert, wenn er nicht will.

  189. Sehr geehrte Mama arbeitet,

    die Bujus abschaffen zu wollen halte ich für absurd. Sonderlich sportlich war ich in dem Alter zwar nicht, aber das bischen 100 meter, weitspringen, etc. waren zumindest Anfang der achtziger trotzdem kein Problem für die Ehrenurkunde.
    Deswegen halte ich es für sinnvoller als Elternteil da zu reagieren, wo es wirklich nötig ist, wenn sich abzeichnet, daß die Anforderungen für Urkunden bei den Bujus vom Kind/den Kindern nicht erfüllt werden können: die Kinder Fördern, so daß sie die Anforderungen erfüllen können.
    Ehrlich gesagt:
    Damit bringen Sie Ihren Kindern nur bei, daß man sich herausforderungen im Leben nicht stellen braucht, sondern die Verantwortung für eigenes Versagen immer auf andere schieben kann und es neben den eigenen Rechten keine Pflichten gibt.
    Kein böses Blut gemeint, nur klare Worte ohne um den heissen Braten herumzureden. Schauen Sie sich doch bitte mal die Anforderungen für die Bujus an, testen Sie sie selbst am eigenen Körper und spielen Sie sie mit Ihren Kindern durch, damit Sie besser sehen können wo das Problem liegt, wenn ein Kind damit überfordert ist.

    Alles Gute an Sie!

  190. Ich war unsportlich. Ich konnte nicht singen, konnte nicht zeichnen. Dafür war ich in Mathe, Physik und Deutsch ganz vorne. Beim jährlichen Schulsportfest – es gab keine Alternative zur Teilnahme – kam ich als letzter ins Ziel, sprang am kürzesten, ließ die Kugel fast vor meinen Füßen auf die Erde fallen. Ich vertrat meine Schule auf Bezirksebene in der Mathematikolympiade.

    Das Leben besteht, wie hier schon mehrfach gesagt wurde, aus Erfolgen und Misserfolgen. Begabungen sind nicht gleichmäßig verteilt.

    Was also ist so schlimm an den Bundesjugendspielen?

    Das Problem ist nicht eine eventuelle Wertung bei den Spielen. Das Problem ist, dass die Kinder unter einen Leistungsdruck gesetzt werden, dass den Kindern nicht vermittelt wir, wie man mit einem schlechten Abschneiden bei den Spielen umgeht. Dass – und hier spreche ich nicht nur die Schulen sondern auch die Eltern an – den Kindern nicht klargemacht wird: Du magst bei den Bundesjugendspielen der Erste von hinten sein, aber nimm es hin wie ein Mann, auch wenn Du ein Mädchen bist! Es gibt schlimmere Dinge. Deine Stärken liegen woanders.

    Das Problem ist, dass sich nur auf die Schwächen, nur auf das schlechte Abschneiden konzentriert wird, statt die Stärken eines Kindes zu fördern. Und dies ist auch und vor allem Aufgabe der Eltern.

    Es sagt dies niemand, der nicht wüsste, wovon er spricht. Ich bin Vater zweier Kinder und ich machte meinen Kindern immer klar: Du hast hier Schwierigkeiten. Aber dort bist Du gut. Nutze das!

    Es sagt dies niemand, der keine Erfahrung mit solchen Problemen hat. Ich war unsportlich, konnte/kann nicht zeichnen. Meine Eltern machten mir immer klar: Ist halb so schlimm. Dafür kannst Du gut Gitarre spielen. Dafür kriegst Du in Mathe Deine Eins im Schlaf.

    Es bringt nichts, Dinge abzuschaffen, bei denen ein Kind schlecht abschneiden könnte. Das bereitet das Kind nicht auf die Niederlagen des Lebens vor. Fördern Sie Ihre Kinder dort, wo sie stark sind, liebe Eltern! Das ist der bessere Weg.

    Einzig: Vielleicht schafft man einfach die „Teilgenommen“-Urkunden ab und ehrt die drei bestplatzierten. Das macht diese Kinder gut, nicht aber alle anderen automatisch schlecht.

  191. Ich finde es sehr schade, daß man lieber darüber diskutiert, die Bundesjugendspiele abzuschaffen, als mit den Kindern zu trainieren, damit sie es besser machen können.

    Ich war zwar ein sehr guter Fußballer in meiner Jugend, aber Turnen war nie meines (Horror) und in Leichtathletik war ich auch nie wirklich überragend, aber das muß man akzeptieren und das Beste daraus machen.

    Und als Vater einer Tochter, die nicht unbedingt Leichathletik zu Ihren Stärken zählt, habe ich mir die Zeit genommen, mit Ihr zum Sportplatz zu gehen, um ihr zu zeigen, worauf es beispielsweise beim Weitsprung ankommt, Weitwurf üben wir beispielsweise beim Gassi gehen, usw.. Ihr größter Horror war der 800m Lauf, den sie einfach viel zu schnell anging, um mit den anderen in der Klasse mitzuhalten und den Sie währen des Sportfestes der Schule (BJS) nachholen mußte. Und siehe da, sie hat es geschafft, weil sie auch die Tipps, gleichmäßig laufen und erst am Schluß spurten, toll umgesetzt hat. Auch ist ihre beste Freundin neben ihr hergelaufen und hat sie angefeuert. Die Zeit war mir völlig egal, wichtig war, dass Sie nicht vorher aufgegeben hat. Zur Belohnung gab es neben der Siegerurkunde auch vom Sportlehrer eine 2 im Zeugnis, nicht wegen der Leistung an sich, sondern, weil sie hart dafür gearbeitet hat. Und dies war für meine Tochter ein Schlüsselerlebnis, sie hat jetzt Spaß am Sport, da sie gesehen hat, sie kann erfolgreich sein, wenn sie hart dafür arbeitet.

    Schade wenn man den Kindern diese Erlebnisse verwehren möchte. Und alle, die die Online Petition aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen aus der Kindheit unterschreiben, sollten einfach mal aktuell ein Sportfest besuchen, dies hat nichts mehr mit den BJS von früher zu tun.

  192. Ich hab meiner Tochter sofort nach Erscheinen der Petition ihr Seepferdchen-Abzeichen vom Bikini gerissen, damit ich nicht in den Verdacht komme, ich hätte ihrem kleinen zarten Wesen einen Wettbewerb aufgezwungen, den sie später mal ihrem Analytiker beichten muss.

    Ich wollte erst gar nichts schreiben, aber das Schlimmste für Kinder sind diese Helikoptereltern, die jeden vermeintlichen Mist aus dem Weg räumen müssen, damit das Kind niemals die Ecken und Kanten des Lebens kennenlernt.

    Hört doch auf wie Räumpanzer durch das Leben eurer Kinder zu rollen. Ihr nehmt ihnen die Chance das Leben kennen zu lernen. Denn das Leben ist Mathe UND Sport, häßliches Entlein UND Ballroomqueen, Pickel UND Clerasil!
    So!
    Begleitet Sie einfach! Das reicht!

  193. Sich mal Messen und verlieren gehört zum Leben dazu und die Aufgabe der Eltern ist doch dem Kind beizubringen das Sport nicht unbedingt so ernst genommen werden sollte wie andere Dinge im Leben.

    Sorry aber dann doch bitte eine Petition gegen das im Deutschunterricht angewandte „Schreiben wie man Spricht“ das geht mir gegen den Strich, mein Kind konnte vorher besser Englisch als Deutsch schreiben da dort das alte System angewandt wurde wie ich es auch kenne.

  194. Wo ist denn jetzt das Problem?
    „ist das bei Wertungen, die über den Körper urteilen“
    Geht vor die Haustür und die Leute werten über einen! Für mich (Jahrgang 85) waren die Bundesjugendspiele immer super, auch wenn es meist nur zu Teilnehmerurkunden reichte war es trotzdem super, denn: Schulfrei, die meiste Zeit rumsitzen und Quatsch machen. Ich habe ehrlich gesagt auch niemals jemanden gesehen der in Tränen ausgebrochen ist, auch unsere „Dickerchen“ nicht, im gegenteil, die hatten auch noch Spaß dabei und irgendwie war es lustig wenn sivch unser Klassenclown dann damals beim Weitsprung in die Kiesgrube hat fallen lassen als wäre er gerade vom Blitz getroffen worden. Davon ab müssen auch Kinder lernen das nicht alles im Leben immer so läuft wie man das gerne hätte, also sollten sie die Möglichkeit haben an diesen Erfahrungen zu wachsen. Wenn bei jeder Träne die vergossen wird sofort plärrende Eltern vorstürmen bekommen die Kinder ein völlig falsches Bild vermittelt und man muss sich dann auch später nicht wundern wenn sie schnell demotiviert sind. Einfach mal die Kirche im Dorf lassen, es gibt weitaus wichtigere Dinge die man für Kinder machen kann als ihnen verbieten zu wollen bei schönem Wetter auf der Wiese zu relaxen und alle 30-60 Minuten mal für zwei Minuten die Muskeln zu bewegen…

  195. Wenn ein Kind weint, weil es „nur“ eine Teilnahmeurkunde bekommen hat, dann ist im Leben dieses Kindes Grundlegendes schief gelaufen. Entweder war das Umfeld der Veranstaltung an der Schule dieses einen Kindes nicht gut. Kann ich nicht beurteilen – ICH wurde in der Schule nie gehänselt, wenn ich mal was nicht konnte (speziell im Sport kam das öfter vor). Oder aber – und das vermute ich nach Lektüre diverser Blogeinträge und Interviews – bei der Erziehung wurden grundlegende Fehler gemacht. Ich definiere meine Verantwortung als Vater so, meinem Kind den Rücken zu stärken, auch mit Schwächen und damit möglicherweise verbundenen Niederlagen umzugehen ! Nicht die Urkunde ist Mass aller Dinge, sondern die Frage, ob ein Kind etwas gerne macht oder nicht. Wenn dann ein Ergebnis nicht „toll“ ausfällt, muss man das akzeptieren – das Leben ist kein Ponyhof und kann auch durch Petitionen nicht unbegrenzt aufgehübscht werden !!! Ich sehe es mit zunehmender Wut, dass allüberall Anforderungen gesenkt werden sollen – aber das Anspruchsdenken steigt ins Unermessliche ! Wohin soll das führen ? Alte, verstaubte Zöpfe dürfen hinterfragt und auch abgeschnitten werden. Aber die hier vorgelegte Petition ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. ich glaube, wir alle haben ganz andere Probleme !!!

    • Sie sagen es: “ Nicht die Urkunde ist Mass aller Dinge, sondern die Frage, ob ein Kind etwas gerne macht oder nicht.“

      Wozu die Urkunde?

      “ Ich sehe es mit zunehmender Wut, dass allüberall Anforderungen gesenkt werden sollen – aber das Anspruchsdenken steigt ins Unermessliche ! Wohin soll das führen ?“

      Das soll zu einem Umdenken und einer Unterschiede als Wertvoll Anerkennenden Gesellschaft führen.

      Ich lese hier die Angst, dass Kinder ohne den Druck durch Bewertung „Verweichlichen“ und ihre „Leistung“ geringer wird. Das sehe ich ganz anders. Jedem Menschen ist es angeboren, seine Fähigkeiten stätig zu verbessern. Ohne diesen Leistungsgedanken wären wir wesentlich Leistungsfähiger. Und sozialer.
      Der Leistungsdruck hämmt tatsächlich eher die Bereitschaft und Motivation, etwas zu leisten.
      Leider ist es in dieser Gesellschaft so, dass wir immer Ansprüche anderer Erfüllen müssen.

      So ist es nun mal, aber das heißt noch lange nicht, dass das sinnvoll ist.

      Glauben Sie wirklich, dass ohne Anforderungen von außen, alles sozusagen „den Bach runter gehen“ würde?

      Ich denke eher das Gegenteil wäre der Fall, denn jeder Mensch wird mit dem Streben nach Produktivität geboren. Wir wären Leistungsstärker. Das Leistungsstreben käme von innen, von jedem selbst aus.

      Ist man nicht viel Ehrgeiziger, wenn man sich für etwas von sich aus einsetzt, interressiert?
      Und hemmt es nicht eher, Dinge tun zu müssen, mit dem Wissen, dass diesen von außen dann auch noch ein „Stempel“ mit dessen Wert aufgedrückt wird?
      Und wer entscheidet, was wertvoll ist und was nicht?
      Das möchte ich doch bitte selbst machen dürfen.

      Wenn ich als Kind beispielsweise merke, dass ein Großteil der anderen Kinder in etwas besser sind als ich, dann merke ich das und strebe von mir selbst aus danach, mich dem anzunähern. Das liegt in unserer Natur.

      Solche Leistungsbewertungen von außen führen nur dazu, dass wir uns in unserem Selbstwert abhängig von der Beurteilung anderer machen.

      • Ich stimme Ihnen Übrigens zu, dass solche Wettbewerbe nicht zwingen Schaden auf ein Kind nehmen müssen, wenn es von zu Hause die nötige Portion Selbstbewusstsein mitbekommen hat.

      • Hallo, „Jemand“, vielen Dank für Ihre Antwort. In einem entscheidenden Punkt muss ich Ihnen leider widersprechen – nämlich beim Postulat, jedem Menschen sei es angeboren, seine Fähigkeiten stetig zu verbessern. Aus leidvoller Erfahrung im (fast) eigenen Umfeld musste ich realisieren, dass die Verlockungen, die diverse staatliche Unterstützungen darstellen, immer mehr Menschen in diesem Lande dieses „Dazulernen“ ersparen. Wozu brauche ich einen Schulabschluss, wenn ich gegen meine Eltern Unterhaltsforderungen bis zum St.-Nimmerleinstag erklagen kann ? Kosten für Gericht und Rechtsanwalt trägt die Allgemeinheit. Wieso soll ich mich durch eine ungeliebte Aufgabe durchbeissen ? Wenn die Arbeit liegen bleibt, macht’s ein Kollege oder der Chef. Ihre Grundideen, die Sie schildern, finde ich allesamt RICHTIG. Ich sehe nur das Problem, dass wir immer mehr Schmarotzer haben, die wir alle mit durchfüttern müssen. Als Freund von Kompromissen habe ich zu den Bundesjugendspielen, dem Ausgangspunkt der Diskussion, einen Vorschlag: Bieten wir doch zehn Sportarten an, von denen jedes Kind fünf wählen darf und die anderen fünf nicht gewertet werden. freundliche Grüsse :-)

  196. Ich finde die Argumentation mancher Petitionsgegner entlarfen genau das Problem, um das es nicht nur bei den Bundesjugendspielen geht.
    Sie befürworten die Leistungs- und Bewertungsgesellschaft. Schon mal darüber nachgedacht, dass genau dies eine „mobbing-Kultur“ fördert?

    Die hämische Argumentation mancher spricht auch für sich. Statt sachlich ihre Meinug darzustellen, wird die Verfasserin der Petition abgewertet. Das haben genau diese Menschen dann wohl sehr gut in der Schule gelernt. Sich selbst mehr Wert verleihen, in dem man andere klein macht. Mein Beileid.

    Kommentare wie „dann sollten auch alle anderen Fächer gleich mit abgeschafft werden“ mögen sarkastisch gemeint sein, zeigen aber den Problemherd auf:

    Es sollte sich tatsächlich dringend atwas an unserem Schulsystem ändern.
    WIe wäre es beispielsweise mit „bestanden“ und „nicht bestanden“ als Bewertungskriterien, wenn diese schon sein müssen.

    In anderen Ländern gibt es bereits Modelle, in denen Kindern auf Freiwilligkeit basierende Schulen besuchen. Dort stellt nicht der Lehrer*in die Fragen, sondern die Kinder, welche (von Leistungs- und Bewertungsgedanken) unbeschwert ihren natürlichen Wissensdurst stillen können.
    Schulsysteme die sich am Interesse und des Kindes orientieren, sind wesentlich fördelicher für eine gesunde Entwicklung.
    Solche Schulen lassen sich in Deutschland an einer Hand abzählen, da der Staat anderen Formen als dem staatlichen Schulsystem kaum chancen einräumt. Homeschooling z.B. ist hierzulande verboten.

    Außerdem finde ich es ein Unding, dass in Deutschland nur diese eine Schulform akzeptiert wird. Warum werden uns Wahlmöglichkeiten verwehrt? Es gibt sie, die Alternativen! Bis diese hier (hoffentlich eines Tages) akzeptanz finden, werden zum Nachteil der Kinder weiter alle „über einen Kamm geschert“.

    Zum Thema:

    Ich bin nicht für die Abschaffung der Bundesjugendspiele, sondern für die Freiwilligkeit der Teilnahme. Außerdem sollte nicht der Wettbewerbsgedanke im Mittelpunkt stehen, sondern ein sportliches Miteinander.

    Wie wäre es damit, die Urkunden abzuschaffen? Das ist ein ernst gemeinter Gedanke.

    Ich kritisiere die in unserer Gesellschaft gängige Einteilung in Gewinner und Verlierer, (gute und schlechte). Ich bin mir sicher, die Kinder würden solche Bewertungen von außen nicht vermissen und hätten auch ohne solch ein „Zeugnis“ Spaß am gemeinsamen Sport. Kinder nehmen ihre Stärken und Schwächen, gerade im Umgang mit anderen schon selbst war, was nützen da solche Urkunden?

    Durch Urkunden und Zeignisse werden Kinder doch nur noch einmal extra von „oben“ bewertet. Diese Bewertung von außen brauchen Kinder nicht. So lernen sie nur, dass ihr (Selbst)Wert von der Beurteilung anderer abhängig ist.

    Besser fände ich, wenn alle Kindern am Ende EINE Urkunde erhalten würden, wo nicht ihre Leistung in Kategorien eingeteilt, sondern ihre erfolgreiche Teilnahme festgehalten würde.

  197. Ein Hoch auf die fehlende Weitsicht der schmalspurigen Bevölkerung! Die Abschaffung der Bundesjugendspiele ist eine Farce sondergleichen, da diese für einen weitaus größeren Teil der Schüler eine besondere Motivation und Freude darstellt. Diese Form der Organisation ruft in vielen Augen der Kinder Spaß und Spannung darin aus, sich im Wettkampf zu messen, aber zum Glück braucht man diesen Wettkampf, dieses Gefühl sich etwas erkämpft zu haben, in der späteren Gesellschaft nicht mehr. Hier wird einem alles vor die Füße geworfen und erreicht, ohne etwas dafür zu investieren. Das Problem dabei ist, dass im jeweiligen Kultusministerium der Länder Mitarbeiter sitzen, die ebenfalls diese Laissez-faire-Einstellung besitzen und plötzlich auf die Idee kommen, es würde sich hierbei um eine intelligente Idee handeln. Vielleicht hätte man sein Kind vorab dazu erziehen sollen, dass es nicht auf den Erfolg ankommt, sondern darauf, sein Bestes zu geben und aus dieser Situation eine Motivation für das nächste Jahr zu machen. Das fehlende pädagogische Geschick der Eltern geht erneut zu Lasten der Schule … Ich bin gespannt, wo das noch hinführen soll!

  198. Kinder vor zuviel Leistungsdruck zu schützen und Ihnen ein möglichst gesundes Selbstwertgefühl zu vermitteln ist eine Sache. Aber sportlicher Wettbewerb und der Vergleich mit anderen hat auch viele positive Seiten und es liegt zudem in der Natur des Menschen, sich als Sozialwesen immer mit dem Umfeld zu messen. Die Erkenntnis, dass wir nicht in allen Bereichen der oder die Beste sein können ist nicht verkehrt und man lernt dabei vieles über sich selbst und über die möglichen Vorteile von Teamwork. Es liegt an den Lehrern und Eltern, das den Kindern zu vermitteln und sie darauf vorzubereiten, dass es Siege und Niederlagen im Leben gibt und wie man damit umgeht. Aber es ist überhaupt kein Anlass, die BJS abzuschaffen. Dann könnte man gleich den Sportunterricht streichen, wo weniger sportlich begabte Kinder ja auch bewertet werden und Noten bekommen. Das gilt aber dann für die Schule insgesamt (also auch für Mathe, Deutsch, etc.) incl. des Schulsystems mit mehr oder weniger anspruchsvollen Einrichtungen.

    Kann eine Niederlage nicht auch Ansporn sein, sich anzustrengen und sich verbessern zu wollen? Wollen wir lauter Menschen, die einseitig nur das tun, was sie gut beherrschen und alles andere einfach ablehen oder umgehen können? Müssen nicht alle Kinder an Dinge herangeführt werden, die Sie zunächst nicht können und sind wir nicht alle stolz, wenn wir etwas neues gelernt haben? Ich habe noch kein Baby gesehen, das von Geburt an Laufen, Lesen und Schreiben konnte.

  199. Dicke Menschen werden auf offener Straße von fremden Leuten beleidigt und beschämt. Behinderte werden am liebsten gar nicht gesehen. Ausländische Mitbürger werden misstrauisch beäugt. Introvertierte Menschen leiden unter Sozialphobien und nur der rücksichtslose Durchsetzungsstarke ist „erfolgreich“. Jüngere Arbeitnehmer sind leistungsstark und flexibel, ältere Arbeitnehmer lernen nichts mehr dazu, sind nicht mehr „ehrgeizig“ genug.

    Wir sind die Vorbilder für unsere Kinder und was leben wir Ihnen vor? Dass es einfacher ist, den Kopf einzuziehen oder die Symptome zu bekämpfen, sich der Masse anzupassen und ja nicht aufzufallen. Denn nur dann „lebt man glücklich und zufrieden“. Sind also wirklich die Bundesjugendspiele dafür verantwortlich zu machen, dass unsportliche Kinder sich nicht akzeptiert fühlen bzw. keinen Spaß am Sport haben, oder sind wir, die Gesellschaft bestehend aus Eltern, Lehrer, Mitmenschen es?

  200. Ich hoffe sehr, dass diese Petition keinerlei Zustimmung findet. M.E. ist es eine völlig verfehlte -ja verantwortungslose- „Erziehungsrichtung“ Kindern mit solcher „Behütung“ eine „Gutmenschen Kunstwelt“ vorzutäuschen. Die Welt ist doch anders! Im Kindesalter erlernt sich doch der Umgang mit Demütigungen und Niederlagen viel leichter als im Erwachsenenalter. Erziehung muss doch zur Lebenswirklichkeit führen und nicht zu Gutmenschenwelt, die es gar nicht gibt.
    Hier in NRW ist die Teilnahme an Bundesjugendspielen im Übrigen freiwillig – sie kann nur im Rahmen eines mit Eltern, Lehren und Schülern erarbeiteten Schulprogrammes verpflichtend werden. Nach dem Motto „Dabeisein ist alles“ gibt es dann sowohl Teilnahmebescheinigungen als auch Siegerurkunden. Damit, dass nicht jeder Sieger sein kann, muss ein Kind fertig werden können oder es lernen – etwaigem übertriebenen Ehrgeiz (wenn es nur eine Teilnahmebescheinigung gibt) gilt es vorzubeugen – das ist eine Erziehungsaufgabe für Eltern und Lehrer. Kinder, die am Vorabend vom Klassenarbeiten oder Bundesjugendspielen „belastet“ sind, muss man stärken – Abschaffungsforderungen sind da ein falsches Mittel.
    Die Forderung Bundesjugendspiele abzuschaffen fördert den in unserer Gesellschaft leider immer stärker werdenden Trend zur Schaffung einer Gleichheit auf niedrigem Niveau. Was ist denn, wenn in einer Klasse einige in Mathematik gute Noten erreichen und andere eben nicht. Glaubt denn wirklich jemand, dass mach ein Guter, Leistungsstarker nicht auch demütigend auf die Leistungsschwachen herabsieht? Ist es nicht eine erzieherische Aufgabe solchem Herabsehen entgegenzuwirken, statt etwa Leistungsnachweise wie Bundesjugendspiele abzuschaffen?
    Kinder wollen etwas leisten, sie wollen siegen und sie sollen lernen nach Siegen nicht „überheblich“ zu sein.

  201. Ich bin ein begeisterter Hr1 Hörer!
    Warum denn abschaffen???Ich komme aus der ehemaligen DDR.Bei uns gab es solche Spiele nicht-aber zum Abschluss des Jahres etwas Ähnliches.
    Ich war eine sportliche Pfeife und hatte Angst ,im Weitsprung,Dauerlauf(so hieß es damals) ,Kugelstoßen ectr.
    Habe abends alleine für mich im Park geübt,dass ich nicht eine Nullnummer darbiete.Das Ergebniss war ,das ich garnicht so schlecht abgeschlossen habe-im Gegenteil!!Hat im Anschluß auch oder überhaupt noch was für mein Ego getan,man kann ,wenn man will.
    Warum will man denn die heutige Jugend verweichlichen?Ist doch Quatsch-Mutti kann nicht überallsein und sollte auch nicht.
    Ein gesundes Selbstbewußtsein muss aufgebaut werden ,und das entsteht auch durch diese Spiele.
    Sonst schafft man es nicht alleine durchs Leben!
    MfG. Kalle

  202. Ein Thema das sichtlich polarisiert,

    auch ich kenne die Bundesjugendspiele noch aus vergangenen Tagen und habe eher gemischte Gefühle, weil am Ende eine Note raussprang, die sich primär auf Basis von Leistungstabellen ergab. Auch wenn ich eher im Mittelfeld lag, fand die überwiegende Klassengemeinschaft das damals schon ungerecht – gerade für die weniger sportlichen Mitstreiter. Lediglich die Leichtathletik Begeisterteren haben immer wieder geprahlt und sich darüber mockiert, wie unverständlich diese mehrheitliche Meinung sei.

    Persönlicher Einsatz, Motivation, Teamgeist, … alles Dinge, die zum Sport gehören und ihn eigentlich erst attraktiv machen, fließen dabei aber einfach nicht in die Wertung ein. Und bei der „Vorbereitung“ innerhalb des Schulsports lernt man primär, wie das ganze programmatisch abläuft – Leistungstechnisch wird in der Regel nur das abgerufen, was man eh schon drauf hat, oder eben nicht. Viel Verbesserungspotential wie z.B. beim Schulstoff, für den deutlich mehr Zeit verwendet wird, gibt es eigentlich kaum.

    Als mein Junior (zweite Klasse) diese Woche am Tag der Bundesjugendspiele lapidar meinte: „Am liebsten würde er nicht Teilnehmen, weil es absolut keinen Spass macht und am liebsten würde er krank sein.“ hab ich ihm auch nur sagen können, dass gehört zur Schule eben dazu und manchmal muss man auch Dinge machen, die einem nicht ganz so viel Spass machen. Und das, obwohl er sich viel bewegt und z.B. an der Basketball AG viel Freude hat.

    Als ich eben über den Beitrag zu Petition stolperte, wurde ich dann doch nachdenklich und finde das Thema Bundesjugendspiele eigentlich auch als fragwürdig. Mittlerweile mehr als 14.500 Unterzeichner sehen das ähnlich.

    Wenn man den Kindern Sportlichkeit nahelegen will, braucht man doch keinen jährlich stattfindenen Zwangswettkampf in Disziplinen, in denen etliche Schüler gar nicht wohl fühlen. Ein guter wöchentlicher Sportunterricht sollte dies doch bereits mehr als genug leisten können. Ein buntes und attraktives Angebot an Sport AGs für „Vertiefungswillige“ sollte dann auch über die Pflichtkür hinaus interesse wecken und so den persönlichen Vorlieben gerecht werden.

    Ein Statement gegen Bundesjugendspiele ist doch in keinster Weise ein Statement gegen Sport und Bewegung innerhalb der Schule, wie es hier einige Wortmeldungen glauben machen wollen. Wenn dieses eine Element wegfällt ändert sich an dem, was an den Schulen in Sachen Sport vermittelt wird (oder werden sollte) wohl nur wenig bis gar nichts.

    Deshalb finde ich, dass es in der Tat eine Fragestellung ist, der man sich z.B. über eine Petition mal interessiert stellen kann :-)

    Also nicht durch unsachliche Wortmeldungen entmutigen lassen.

    Gruß
    Markus

  203. Als nächstes starte ich eine Petition, um Mathearbeiten abzuschaffen, weil mein Kind Schwierigkeiten mit Zahlen hat… Irgendwo ist doch auch mal Schluss. Was ist das Problem daran, sich im Sport mit Klassenkameraden zu messen. Ich habe regelmäßig nur Teilnehmerurkunden eingesammelt und mir war das schon damals ziemlich egal. Ich wusste doch vorher, dass ich weder werfen noch springen kann. Dafür hatte ich in anderen Fächern die besten Noten. Bei uns wurde nie jemand wegen einer schlechten Leistung ausgelacht oder anderweitig diskriminiert. Vielleicht muss man eher am Selbstbewusstsein des Kindes arbeiten.

  204. Ich finde die Petition unbedingt unterstützenswert. Möglicherweise ließe sich ja auch darüber nachdenken, sie einfach zu einem freiwilligen Wettkampf umzuwidmen – es gibt tatsächlich Schüler, die diese Spiele genießen und darüber positive Bestätigung erfahren, denen auch weiterhin diese Möglichkeit gegeben werden sollte.

    Ich habe als Kind sehr unter diesem Zwang und der zwangsläufigen Demütigung gelitten. Ich bin immer dafür, dass Kinder auch mal etwas unangenehmes durchstehen müssen, aber für mittelmäßig sportliche Menschen ist das tatsächlich etwas schlimmes. Ich habe sogar zu Hause trainiert (Kugelstoßen im Garten, Sprinten auf dem Gehweg…), Konzentrationübungen und Atemübungen gemacht, meine ganze Familie war darin involviert, meine Panik zu mindern und Mut zu machen. Ich hatte deswegen jahrelang Albträume, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Mein schönstes Jahr war, als ich wegen eines Bänderrisses tatsächlich nicht teilnehmen konnte (trotz Krücken musste ich jedoch immer Ergebnisse von den verschiedenen Sportplätzen zum Computerraum bringen, sodass ich am Ende des Tages trotzdem Schmerzen hatte. Ein Tag Qualen, die sich in der folgenden Schulwoche fortsetzten. Kein pädagogischer Mehrwert also. Für die Sportlicheren war es natürlich eine Phase mitleidlosen Triumphs und Spotts, der von der Lehrerschaft durchaus bestätigt und verstärkt wurde. Dient das der Vermittlung von sportlicher Fairness und Teamgeist? Und gibt es nicht für leistungsschwache Schüler, deren einzige Chance der Sport ist, nicht viel bessere Möglichkeiten des Erfolges? Da ist tatsächlich das Sportabzeichen (in seinen Abstufungen) sinnvoller – auch eine Quälerei, aber dafür ein schöner Erfolg, der tatsächlich für (fast) alle machbar ist. Auch Veranstaltungen wie „Jugend trainiert für Olympia“, Mini-Thriatlons oder Spendenläufe sind deutlich besser geeignet, Kinder zu motivieren. Übrigens bin ich noch nicht einmal ein Extremfall – im Abiturzeugnis hatte ich 12 ehrlich erkämpfte Punkte in Sport, nur ohne Bundesjugendspiele. Auch für Leichathletik-Talente sind die Bundejugendspiele kein taugliches Format, da sie hier weder wirklich gefordert noch geförder werden. Da für ist diese Veranstaltung viel zu sehr konservativ-schematisch aufgebaut.
    Noch eine Anmerkung zu den Menschen, die wirklich überzeugt sind, dass die Bundessjugendspiele für mehr Bewegung bei Jugendlichen sorgen: Dies ist eine etwas realitätsferne Einschätzung. Für mehr Bewegung würde besserer Sportunterricht (mit mehr Stunden und modernerem Konzept), verbindlicher Schwimmunterricht (schwer bei zunehmender Schließung von einfachen Schwimmhallen vor allem in der Provinz) und kostenfreie Sporttreffs o.ä. führen.
    Vor allem aber geht es doch darum, den Kinden und Jugendlichen erlebbar zu machen
    * dass Sport und Bewegung Freude bereiten und guttun
    * dass JEDER auch in irgendeinem Sport gut sein kann (Leichtathletik und Fußball sind schließlich nicht alles) und
    * wie schön es ist, sich für ein Erfolgserlebnis anzustrengen und vorzubereiten.
    Zu diesem Zwecke sind die Bundesjugendspiele schlicht nicht geeignet. Warum nicht statt dessen Klettern, Boxen, Stabhochsprung, Waldlauf, Rettungsschwimmen, Skaten oder Longboardfahren?

    Apropos Nazi-Keule: Ich empfehle dazu einen Blick auf Wikipedia…Ist gar nicht sooo fern von der Realität. Das zugrundeliegende Prinzip entspringt tatsächlich diesem Geist. Daher ist unbedingt zu überlegen, ob man nicht mit anderen Veranstaltungen Kindern zeitgemäßere Möglichkeiten bieten kann, sich im sportlichen Wettbewerb zu beweisen (schulübergreifende „Festspiele“ in verschiedenen Sportarten…). Auch ich finde es wichtig, dass Kinder eine gewisse Frustrationstoleranz lernen. Ob aber die Bundesjugendspiele, die tatsächlich mehr als nur unangenehm sein können, hierzu beitragen, möchte ich sehr bezweifeln. Hier können die Eltern zu Hause sicherlich pädagogisch sinnvollere Maßnahmen ergreifen.
    Ich möchte zum Schluss noch anmerken, dass ich es sehr schade finde, wie unsachlich die Bemerkungen hier zum Teil sind. Selbstverständlich ist das auch ein emotionales Thema, da jeder hier eigene Erfahrungen einzubringen hat, dennoch bitte ich zu berücksichtigen, dass diese Petition eine sachliche Auseinandersetzung tatsächlich verdient.

  205. Die Petition ist das Resultat der Hilflosigkeit einer Mutter, die Ihrem Sohn nachempfinden kann und ihm gern die Enttäuschung erspart hätte. Jetzt melden sich alle, die ähnliches erlebt haben und die Scharade aus Mitleidsbekundungen und Solidarität beginnt.

    Sollten sie die Bundesjugendspiele halt auf freiwilliger Basis stattfinden lassen und der Rest geht mit Lehrkräften und freiwilligen Helfern wandern oder irgendwohin um etwas kulturelles oder wirtschaftliches sehen zu können.

    So würde man jedem gerecht werden.
    Man könnte Fabriken besuchen, oder oder oder oder an sportlichen Wettkämpfen.

    ggf. auch einfach mit einem Kunstlehrer etwas malen oder zeichnen
    physik- oder biologielehrer könnten ersten kontakt zu den erst-viertklässler knüpfen,

    um dies zu ermöglichen, müsste man allerdings sicherstellen, dass die kinder in dem alter in der lage sind ihre wünsche auszudrücken und dies setzt voraus, dass ein bedürfnis entsteht und dies setzt das interesse voraus und das setzt voraus, dass der lehrstoff angepasst wird und das auch die eltern ihren teil dazu beitragen um kindern die möglichkeit zu geben sich zu entfalten.

    noch erwähnen möchte ich, dass dies sowieso nicht geschieht, da politiker nicht gerade kompetent bei themen sind, in denen es um die praktikable, wertfreie, neutrale, zukunftsorientierte umsetzung geht.

  206. Um ehrlich zu sein – ich halte diese Petition für Unsinn. Meine eigenen Erfahrungen zu den Bundesjugendspielen sind gemischt. Im Laufen und Springen waren die Ergebnisse hervorragend, beim Werfen tropfte mir der Ball auf die eigenen Füße und das Kugelstoßen kostete mich einige blaue Zehen. Mal kam eine Siegerurkunde dabei heraus, mal eine Ehrenurkunde.

    Genau so gut wie an die Bundesjungendspiele erinnere ich mich aber auch noch an den Physik-Unterricht. Ich war eine 100% Vollniete. Vom Lehrer aufgerufen zu werden und den Spott der ganzen Klasse für meine hilflos dahin gestammelte Antwort zu ernten – war nicht witzig. Und? Wahrscheinlich waren meine Eltern einfach ignorant oder das Medienzeitalter war das falsche. Zumindest hat niemand eine Petition zur Abschaffung des Physikunterrichts gestartet. Mein Pech. Ich würde behaupten, dass ich heute trotzdem ein glücklicher Mensch bin.

    Ein Mensch, der weiß, dass er bestimmte Talente hat – und andere Dinge weniger gut kann. Und der seine Berufsplanung und die selbstgewählten Herausforderungen danach ausgesucht hat. Und sogar Physik interessiert mich heute. Die bloße Tatsache, dass ich selbst niemals einen Doktortitel in Quantenmechanik erreichen werde hält mich nicht davon ab, mich mit allgemein zugänglichen Informationen zu diesem Thema auseinanderzusetzen.

    Das gilt meiner Meinung nach auf für den Sport. Was man macht oder auch lässt, entscheidet jeder selbst. Rückschläge gehören zum Leben, ebenso wie die Erkenntnis besonderer Talente und Abneigungen. Mein Sohn kam übrigens kürzlich sehr frustriert von seinem Sporttag nach Hause. Er war mit seinem Ergebnis nicht zufrieden. Aber er hat sein Bestes gegeben. Und genau darüber haben wir ausführlich gesprochen. Am Ende des Tages war er wieder glücklich – und stolz auf sein Engagement.

    Beim nächsten Mal wird er es wieder probieren. Und genau so läuft es auch im späteren Leben….

    LG, Claudia

    • @ Claudia – im Vergleich zu anderen Foren sind hier ja eine ganze Reihe engagierter und auffallend wohltuend sachlich-objektiver Beiträge zu lesen. Aber IHR Kommentar begeistert mich in besonderer Weise. SUPER. Musste ich jetzt einfach schreiben ;-)

  207. Ich will mich Claudia in ihrem Post anschließen. Ich war nie der Beste bei den Bundesjugendspielen da ich mit Abstand der jüngste in der Klasse war. Trotzdem hatte ich Spaß daran mich mit anderen zu messen und sportlich zu betätigen. Auch Leute die nicht so sportlich waren, hatten nie Probleme mit den BJS und hatten ihre Stärken halt in einem anderen Bereich.
    Das Leben ist nicht immer nur Zuckerschlecken und manchmal gehören Dinge dazu, die einem nicht so leicht fallen oder keinen Spaß machen. Ihre Argumentation, dass bei den BJS Größe, Gewicht etc. nicht berücksichtig werden, und dass das unfair wäre, ist das gleiche wie zu sagen, das andere Klausuren unfair sind, weil manche Kinder schwieriger lernen als andere. Die Schule ist dazu da Kinder zu lehren aber genauso ihre Leistung zu bewerten (für Unis etc.). Niemand ist in jeder Disziplin der Beste und hat irgendwo seine Schwächen, aber jeder muss in allen Fächern damit leben, dass er womöglich kämpfen muss. Natürlich sollte keiner gemobbt werden weil er schlechter als jemand anders ist, aber dieses Problem lässt sich nicht durch Abschaffung der BJS lösen.
    Und wenn Sie ganz ehrlich sind werden Sie auch zugeben müssen, das andere Kinder mit besseren Leistungen bei den BJS ganz einfach mehr Sport machen und sich mehr bewegen, was eine Ehrenurkunde rechtfertigt. Genauso gibt es auch Kinder, die in Mathe mehr tun und bessere Noten schreiben als jemand der dazu keine Lust hat. In beiden Fällen ist die besondere Ehre verdient und es zeugt nicht von besonderer Größe, eine Petition zu starten um etwas zu verbieten, nur weil es einem nicht so viel Spaß macht und man nicht so gut ist wie in anderen Gebieten.
    Mit der Logik die Sie in ihrer Argumentation darbieten, könnte man genauso gut argumentieren, dass man das Abitur abschaffen sollte, da nicht alle gleich gut darin sein werden weil sie unterschiedliche Grundvoraussetzungen haben und Leute mit schlechterer Leistung nicht zur Universität werden gehen können, was einer Ausgrenzung entspricht.

    • Es wird keiner per Bildungserlass dazu gezwungen, Abitur zu machen, wenn er es nicht will. Deshalb hinkt der Vergleich. Es gibt auch keine Verpflichtung, sich mit der Blockflöte durch den Jugend-musiziert-Wettbewerb zu quälen. Auch hier ist einer besser, einer schlechter und Atemtechnik, Notenlesen, Auge-Hand-Koordination, Konzentration sind vorteilhaft, können mit etwas üben auch erlernt werden.

  208. Als einer, der immer einer der Schlechtesten (vielleicht sogar der Schlechteste) bei Bundesjugendspielen war, muß ich sagen: Solch einen Unsinn habe ich ja noch nie gelesen: Die dicken Kinder sollen sich jetzt nicht einmal mehr einmal im Jahr bewegen: Liebe Mütter und Väter …. guckt euch die Kinder an: adipös bis zum dort hinaus….
    Und ihr seit pädagogisch damit total überfordert euren Kindern das Verlieren beizubringen: in welchem Universum lebt ihr denn? Bewegung hat noch nie jemanden geschadet, Wettkampf im Sport auch nicht, Niederlagen vernünftig wegzustecken sollte Kind lernen dürfen! Mir fällt echt die Spucke aus dem Kopf….
    PS: Ich hab es aus Spaß dann in den 20ern zum Marathonläufer, Fußballspieler und vor allem bis ins hohe Alter hinein zum Tischtennisspieler gebracht….und Kacke verdammte alte: Wie oft hab ich verloren und wenn ich mich dabei ausgepowert habe, habe ich mich trotzdem „gut“ gefühlt: Weil ich es wenigstens versucht habe zu gewinnen: Ihr erzieht von vorn herein die kompletten Loser heran…Viel Spaß mit dieser Generation…ich bekomme das dann alles nicht mehr mit….und das ist gut so!
    Ihr Kruderico

  209. Wenn ich mir die Kommentare hier so zu Gemüte führe, bei den Befürwortern vorrangig ja offensichtlich von Frauen geschrieben, weiß ich warum es mit diesem Land täglich weiter bergab geht. Ich vermute mal weit über 90% der UnterzeichnerINNEN der Petition sind von der Sorte bei denen der Vater nur Erzeuger genannt wird, vorrangig den Bezahlonkel miemen darf und ansonsten gefälligst den Mund zu halten und Suppermutti machen zu lassen hat.
    Eure Kinder wären bei echten Männern und Vätern besser aufgehoben. Fordern und fördern heißt die Devise. Nicht Zucker in den Ar***

    Armes Deutschland.

  210. Mama arbeitet ‏ 22. Juni „Es gibt da drüben auf FB Leute, die meinen, Kinder müssten im Sport verlieren lernen, um später gute Arbeitnehmer zu werden. #allebekloppt“

    Liebe Frau Finke,

    ist das Ihre Art von Wertevermittlung in dieser Gesellschaft? Ihnen ist schon bewusst, dass Sie mit derartigen Äußerungen dazu beitragen, dass andere Menschen da drüben sich ausgegrenzt, gemobbt und beschämt fühlen? Ich hoffe nicht, dass Sie Ihren Kindern solche geistigen Ergüsse präsentieren. Mein Sohn hat sie leider gelesen und hat jetzt seinen ganz eigenen Eindruck von alleinerziehenden Müttern mit drei Kindern, die sogar arbeiten und Petitionen in die Welt setzen, die nicht im geringsten das eigentliche „Problem“ adressieren. Oops, so schnell geht das.

    Ich kann Sie beruhigen. Das Hirn ist imstande, kognitive Leistungen zu erbringen, genauso, wie der ganze Rest eines gesunden Körpers noch ganz andere Fähigkeiten zutage fördert, solange man ihn fördert und dem nicht eine Krankheit oder Behinderung entgegen steht. Ich bin der Meinung, dass man niemanden aufzwingen sollte, wie intensiv er diese Förderung betreiben möchte. Über die Meinung anderer sollte man sich sich generell ja nie aus der eigenen Fassung bringen lassen, das sind wir uns sicher einig. #hatwasmitselbstbewusstseinzutun

    Aber es sollte doch wohl Anliegen einer jeden Mutter sein, dem eigenen Kind die Gewissheit zu vermitteln, dass es – völlig unabhängig von den eigenen angeborenen oder erworbenen Unzulänglichkeiten – ein durchaus liebenswertes Menschenkind ist.

    #allebekloppt macht eben Angst, man könne dazugehören. Merken Sie was?

    Wenn Sie dazu noch argumentieren, dass es (für Ihre Kinder) kein Problem wäre, die Leistungen bewertet zu wissen, die ein Teil ihres Körpers (Hirn) erreicht, um im gleichen Schreibzug zu erklären, dass es gegen die Würde (des Menschen) spricht, den Körper beurteilt zu wissen, dann läuft da (entschuldigen Sie meine Deutlichkeit) wirklich etwas schief in der Aufklärung Ihrer Kinder und der Erziehung zu einem gesunden Selbstbewusstsein. Sie wissen doch, nicht der Körper wird bewertet, das Resultat wird bewertet, dass entsteht, je nachdem inwieweit Sie den Körper fördern etwas zu leisten. Bewegung, Ausdauer und Kraft negativ zu bewerten ist demotivierend und beschämend, während die eigene Intelligenz negativ zu bewerten, das nicht ist?! Ist das logisch? Oder sind alle anderen #nurbekloppt?

    Ich kann ja die Nöte und Ängste Ihrer Kinder durchaus nachvollziehen, aber wollen Sie dann nicht gleich auch eine Petition gegen die Integration geistig oder körperlich behinderter Menschen einreichen? Ich meine, es wäre Ihrer Logik nach nicht zumutbar, dass diese Menschen sich Ihrer stetigen Unvollkommenheit bewusst würden. Und diese Menschen können nicht mal etwas grundlegendes dagegen tun, egal, wie sehr sie sich auch bemühen würden. #dasistunfairaberrealität

    Ich sehe den eigentlichen Grund Ihres totunglücklichen Sohnes an ganz anderer Stelle, die Sie auch nicht beiseite schaffen, indem Sie sich eine freiwillige Teilnahme an den BJS erhoffen. Meinen Sie tatsächlich, damit würde er ein selbstbewussterer Mensch? Denken Sie die Idee doch einfach mal weiter: erinnern Sie sich doch mal an sich, als Sie noch ein Kind waren. Wie hätten Ihre Mitschüler reagiert, wenn die, die nicht teilnehmen wollen, nicht teilnehmen. Das hätte kein einziges Event überlebt. Es würde die ganze Schule wieder in ihren Klassen sitzen und hoffen, sie kämen mal raus aus dem Mief. „Wenn der nicht muss, dann will ich auch nicht“ – so einfach ticken Kinder. Und seien Sie doch mal ehrlich! Wenn alle anderen, die nicht wollten, nicht arbeiten müssten, würden Sie doch auch nicht wollen. Ok, ich gebe zu, das wird jetzt noch vielschichtiger, deshalb lasse ich das jetzt… #ironiean Ich befürchte, ich könnte Ihnen Ihre Kurzsichtigkeit vor Augen führen und Sie damit beschämen. #ironieaus

    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Sie sind eine wirklich coole Mutter, die ich mir – und sicher viele andere auch – als Kind gewünscht hätte. Ich bin mir nur nicht sicher, ob diese Art von Verständnis und Einsatz Ihre eigentlichen Erziehungslücken füllen wird. Denn heute als Mutter weiß ich, dass ich dankbar sein kann, nicht die Art von coole Eltern gehabt zu haben, die ich mir damals wünschte. #nobodyisperfect

    Mal weitergedacht, als Sie es offensichtlich getan haben: was wäre eigentlich, wenn die BJS tatsächlich abgeschafft würden? Würden Sie es noch dann noch über Ihr Alleinerziehenden-Mutterherz bringen, sich bei allen anderen Familien zu entschuldigen, die Ihren Kindern erklären müssten, warum sie auf dieses Ereignis jetzt verzichten müssen? Ist das nicht unfair? Warum zählt dann die Erleichterung einiger Kinder mehr, als das Unglück der anderen? #prokontrawert

    Ich habe einen Tipp: erkundigen Sie sich über die Würde des Menschen im holistischen Sinne. Verinnerlichen Sie, was es heißt, sich SEINER SELBST BEWUSST ZU WERDEN und ich wünsche Ihnen, dass Sie erfahren, was es heißt, mit seinen eigenen Schwächen und Stärken ein zufriedener Mensch zu werden. Denn dann sind Sie auch in der Lage genau das Ihren Kindern mit auf den Weg zu geben und können sich den möglichen Petitionen für die wirklichen Gründe des Unglücks über die BJS widmen. Die hätten dann mit Menschlichkeit, Akzeptanz und differenziertem Denken zu tun, die ein Ausgrenzen, Abschaffen und Verbieten von Pflichtveranstaltungen gar nicht nötig machen würden. #manmussnichtallestunnurweilmanestunkann

    Ich habe noch einen TIPP: was wäre, wenn Sie mal direkt an die Verantwortlichen Ihrer Schule deutliche Worte richten und eine Eltern-Initiative gründen, die direkt am Tag der BJS vor Ort positiven, toleranten Umgang mit den Kindern übt, um die Lehrer zu unterstützen? #hatwasvongemeinschaft

    Aber natürlich steht es Ihnen frei, auf dem ganzen langen Weg des Lebens Ihrer Kinder, auf dem Sie sie noch begleiten dürfen, allerhand Kram zu veranstalten, die keinem was nützen außer Ihren eigenen Schein-Zufriedenheit. #mitgruessensandynickel

  211. Kinder wachsen an Erfolgen genauso wie an Misserfolgen. Misserfolge sollen und können zum “besser werden” anspornen. Ohne Misserfolge gibt es keine Erfolge… ganz einfach. Außerdem bieten die Bundesjugendspiele einen Ausgleich zum manchmal anstrengenden Schulalltag. In der Klassengemeinschaft gemeinsam ein Ziel zu erreichen, fördert auch den Zusammenhalt und Dank Gruppendynamik macht das auch, den vielleicht weniger sportlichen Mitschülern, Spaß und spornt diese zu einer besseren Leistung an. Klar, gibt es von Mitschülern Vergleiche und Kritik. Aber damit wird jeder Sprössling mindestens einmal im Leben konfrontiert und das gehöhrt zum “groß werden” dazu!

    Liebe grüße !

  212. Oh mein Gott, ich wurde in der Schuile sogar dazu gezwungen, MATHE-Arbeiten zu schreiben! Ich finde, Mathe sollte Spaß machen und zwar auf freiwilliger Basis! Was hat denn das für einen Sinn, wenn man Kinder ohne jegliches Mathetalent dazu zwingt, sich das anzutun??

    Man kann natürlich auch als Mutter motivierend auf ihre Kinder einwirken. Wenn man dieses Talent nicht hat, startet man eben Petitionen, um das abzuschaffen, worum man sich nicht selber kümmern möchte…

    • Um genau das Auszudrücken, habe ich ein „Roman“ verfassen müssen :D

      Sehr gut, kurz, knapp und ein hauch Sarkasmus^^

    • So, in Mathe waren Sie schlecht? Das es heute bei Ihnen leider mit dem Textverständnis und der Logik hapert merkt man.

      Zum 100 Mal, auch wenn es Kommentatoren wie Sie nicht verstehen. Es geht nicht um die Abschaffung von Sport oder Sportnoten in der Schule. Ich wiederhole das für Sie nochmal: Es geht nicht um die Abschaffung von Sport oder Sportnoten in der Schule. Ja, wirklich, echt jetzt.

      Es geht um die Abschaffung, oder zumindest Umwandlung auf Freiwilligkeit, einer öffentlichen Demütigungsveranstaltung. Eine Veranstaltung, die von ihren edlen Zielen so weit weg ist wie man nur kann. Sie mag als Ventil für Sportlehrer dienen um von ihren Minderleistungen abzulenken. Sie mag in der rechten Ecke die Träume von einer gestählten, wehrhaften Jugend wachhalten, aber sie hat nichts, rein gar nichts mit heeren Zielen des Breitensportes zu tun.

      Die Bundesjugendspiele werden nicht einmal ihren eigenen Ansprüchen gerecht. „Kinder systematisch an die drei Grundsportarten heranführen“? Welche Systematik? In der Katastrophe, die sich Schulsport nennt, wird weder irgendwie, noch systematisch für die Bundesjugendspiele trainiert.

      Von der geforderten „freudvollen und spielerischen Durchführung“ der Spiele habe ich weder bei mir noch bei meinen Kindern je etwas gesehen. Es herrscht ein Ton, wie ich ihn nicht mal von der Bundeswehr kenne (ja, ich habe gedient, Gebirgstruppe). Das mag in rechten Ecken als der geforderte pädagogische Ansatz durchgehen, für mich ist es keiner.

      Hätten Ihre Mathelehrer sie einmal im Jahr öffentlich, vor versammelter Schule, einen ganzen Tag lang aufgrund ihrer Mathekenntnisse der Lächerlichkeit preisgegeben, sie angeschrienen und gedemütigt, würden Sie das vielleicht verstehen. Ich kann Ihnen versichern, die eine Minute die Sie gelegentlich mal in Mathe dumm an der Tafel gestanden haben ist nichts gegen einen Tag Bundesjugendspiele.

      • Aha, wer also nicht in Ihr Horn bläst muss automatisch Rechts sein? Andere Argumente haben Sie nicht?
        Ich habe bisher noch nie davon gehört, das Millionen Menschen schaden genommen haben, durch eine einmal im Jahr statt findenden Sportwettbewerb. kein Psychologe hat jemals Alarm geschlagen, das die BJS sein Sofa füllen. Bringen Sie mir fundierte Studie bzw. Aussagen von Psychologen, dann lasse ich mich gern überzeugen. So ist es einfach eine billige Aktion einer frustrierten Mutter, weil Sohni mal versagt hat.
        Und noch einmal, hätte klein Sohni gewonnen, würde sich Mami nicht über die BJS beschweren.

  213. Wir hatten einen ansonsten schlechten Schüler in der Klasse, der im Sport richtig aufgeblüht ist und sein Selbstwertgefühl nicht zuletzt aus seinen sportlichen Erfolgen gezogen hat. Wenn ich von dieser egoistischen Petition lese, denen solche Schüler egal sind, will ich mich übergeben. Gönnen Sie doch sportlichen Schülern ihren Erfolg, vielleicht brauchen diese ihn mehr, als Sie ahnen, und sorgen sie dafür, das die kleine Christine lernt, mit den im Leben nicht ausbleibenden Mißerfolgen leben zu können.
    Ich selbst war eine Niete im Sport, ich war aber auch eine Niete in Mathematik, und meinetwegen hätte man den Mathematikunterricht abschaffen können. Das ich bei den Bundesjugendspielen immer ganz hinten lag, hat mich aber nie gekümmert , weil es eben so war!

  214. Liebe Bloggerin,

    ich versuche es noch einmal. Meinen ersten Kommentar haben Sie Ihrer eigenen Zensur unterzogen. Ich werde nun eine Petition für die Meinungsfreiheit in Blogs starten. Das ist ja ungeheurlich, dass eine ausgebildete Journalistin das Grundrecht eines selbigen so mit den Füßen tritt.
    Nun aber mein Kommentar zu Ihrem Ansinnen (vielleicht trifft er nun Ihr Wohlwollen):
    Fantastisch wie Sie Publicity in eigener Sache betreiben. Ansonsten kann das nicht Ihr ernst sein. Wenn man einen Beleg für die kommende Generation von Weicheiern und Lebensversagern, die leider viele Eltern heranwachsen lassen, sucht, dann hat man diesen mit Ihrem Petitionsaufruf gefunden.
    Da ich davon ausgehe, dass mein erster Kommentar nicht mehr frei geschaltet wird, mein Appell an Sie: Kümmern Sie sich mehr um Ihre Kinder und stützen Sie diese in genau solchen scheinbaren Krisen für Ihre Kinder. Verlieren, Scheitern und damit umgehen gehören nun mal zum Leben. Sie sind doch ein gutes Beispiel. Sie wären sicherlich nicht Alleinerziehend, wenn Ihre Beziehung nicht gescheitert wäre (ohne Vorwürfe in irgendeine Richtung)

    • Hallo Vater von Dreien,

      Sie irren. Ich schalte die Kommentare manuell frei und war schlicht und einfach im Bett. Zensiert wird hier nur Rassistisches und Beleidigendes.

    • Hallo Vater von Dreien,

      der letzte Satz ihres Beitrages stößt mir derart auf, dass ich dazu etwas schreiben muss. Den hätten sie sich wirklich sparen können.
      Das in Klammern geschriebene macht das auch nicht besser.
      Mit genau diesem oft stillen Vorwurf sehen sich Alleinerziehende leider immer wieder Konfrontiert, und machen sich sicher oft genug selbst Vorwürfe , so dass ich diesen Kommentar als unnötigen und tatsächlich unverscherschämten Eingriff in die Privatsphäre der Bloggerin empfinde.
      Das ist einfach sehr stigmatisierend.
      Da hätten sich sicher genug passendere Beispiele finden lassen.

      • Genau auf so einen Einwand habe ich gewartet. Privatsphäre! Was ist eigentlich mit der Privatsphäre der Kinder der Bloggerin? Die jüngste ist 3 und die Mutter posaunt ALLES! in die Welt hinaus. Völlig schutzlos, für alle und jeden lesbar auf der ganzen Welt. Das ist dann ok? Stehen die Kinder schon von der Mutter aus unter enormen Druck, weil auch schlechte Ergebnisse gnadenlos gepostet werden? Ist das nicht viel schlimmer, als ein nicht gewonnener Wettkampf? Wie hätte denn der Tweet ausgesehen, wenn Sohni alle geschlagen hätte und als strahlender Sieger nach Hause gekommen wäre? Gäbe es dann die Forderung, die BJS abzuschaffen überhaupt? Oder stände dann unter dem Tweet „Bitte mehr solcher tollen Wettkämpfe, damit Sohni weiter glänzen kann“?

        • Abgesehen davon, dass das eine das andere nicht rechtfertigt, verstehe ich Ihre Aufregung nicht. (Was ist da los?)
          Auch wird doch nichts privates über das Kind preisgegeben außer dieser Geschichte.
          Und dem Foto oben im Blog. Mir fällt jedenfalls nichts ein, was ich über die Kinder wüsste..
          Auf die übrigen haltlosen Unterstellungen werde ich nicht weiter eingehen.
          Ihnen viel Spaß weiterhin beim lauern auf „hate-Futter“.
          Wers braucht…

          • Ich muss mich korrigieren. Habe mich gerade erstmals weiter auf diesem Blog umgeschaut und ja, es wird öfter über die Kinder geschrieben. Mehr als die Namen weiß ich bisher dennoch nicht.
            Mir fehlt jetzt auch ehrlich gesagt die Lust, mich weiter damit zu beschäftigen.
            Naja, ist eh ein anderes Thema.

          • Und abgesehen davon – wo ist das Problem, wenn ein Kind weint? Wäre es ein Mädchen gewesen, hätte es niemals so einen Bohei gegeben, glaube ich. Meinem Sohn ist es nicht peinlich. Er darf weinen. Aber das will unsere Gesellschaft gar nicht sehen. Eher stimmt etwas mit dem Kind nicht als mit dem System. Tja.

            Und danke für den Kommentar, Jemand.

  215. Ich habe keine eigenen Kinder und weiß deshalb nicht, wie es heutzutage im Sportunterricht aussieht und ob es mittlerweile auch pädagogische Konzepte gibt, sportlich Schwächere zu fördern und sie vor der permanenten Demütigung durch ihre Klassenkameraden zu schützen. Zu meiner Schulzeit (1970 – 1983) gab es so etwas nicht. Die Lehrer straften die Unsportlichen, Ängstlichen und körperlich nicht so weit Entwickelten mit Missachtung und gaben sie der ständigen Bloßstellung vor der Klasse preis. Für sie zählten nur die Leistungsstarken und die Rauhbeine. Als extrem demütigend habe ich die “Wahlen” zu Mannschaften empfunden, bei denen ich regelmäßig als Letzter stehen blieb und dann widerwillig von einer Mannschaft genommen werden musste. Und ich wusste natürlich schon vor jeder Wahl, dass es so kommen würde. Genau so wie ich wusste, dass mir die Bundesjugendspiele nur Hohn und Spott einbringen würden. Zum Glück hat mich ein mitfühlender Hausarzt daher jahrelang mit Attesten dauerhaft vor dem Sportunterricht und somit auch den Bundesjugendspielen bewahrt. Es mag schon seim, dass Kinder und Jugendliche sich messen “wollen”. Die, die das möchten, dürfen es auch gerne tun! Aber man sollte niemanden dazu zwingen, der von Vornherein chancenlos ist. Ich bin keineswegs dafür, Kinder zu verweichlichen und sie müssen auch lernen, Niederlagen einzustecken. Aber Demütigung durch körperliche Unterlegenheit erleiden zu müssen finde ich in höchstem Maße sinnlos und verletzend. Sicher, in keinem Bereich sind alle Menschen gleichermaßen leistungsfähig und ich bin auch ein Gegner der “Gleichmacherei”. Allerdings hat der Sport bei Kindern und Jugendlichen einen anderen Stellenwert als andere Schulfächer. Leistungsschwächen in sonstigen Schulfächern führen nicht zu einer solchen “Ächtung” durch die Mitschüler wie eine Leistungsschwäche im Sport. Schulsport, wie ich ihn erlebt habe, einschließlich der Bundesjugendspiele, empfinde ich als pädagogische Katastrophe ersten Ranges. Selbstverständlich werden Sie es leider nicht schaffen, die Bundesjugendspiele abzuschaffen oder die Teilnahme auf freiwillige Basis zu stellen. Aber ich finde es hervorragend, dass Sie es geschafft haben, dieses Thema in die öffentlichen Diskussion zu bringen.

    • Es ist schon erschreckend, das die meisten, die die BJS abschaffen wollen, nicht mal eigene Kinder haben und von ihren 30 Jahre zurückliegenden Erlebnissen auf heute schließen. Außerdem ist mir schleierhaft, wo Sie alle aufgewachsen sind. Ich habe im meiner Schulzeit und auch heute bei meiner Tochter keine derartigen Horrorszenarien erlebt, wie sie hier ständig beschrieben werden.
      Ich war selber mehrfach als Helfersmami vor Ort, auch unsere Grundschule hat keinen eigenen Sportplatz (was ich massivst bemängele), aber nie habe ich erlebt, das schwächere Schüler ausgelacht oder gemobbt wurden. Im Gegenteil, die BJS wurden im Klassenverband durchgeführt, stärkere Schüler liefen Zusatzrunden um für ihre Klasse ein besseres Ergebnis zu erringen. Und das ganz freiwillig! Die Kinder hatten einen Riesenspaß, Eltern stellten Getränke und Snacks bereit und für jeden! gab es eine kleine Extrabelohnung.
      Und das soll nun abgeschafft werden? Warum? Weil 30 Jahre alte Erlebnisse in den Raum geworfen werden, die mit heute gar nicht zu vergleichen sind? Wo ist das Problem mit der jeweiligen Schule ein großes Fest daraus zu machen? Jede Schule hat einen Elternbeirat, der sehr viel bewirken kann.
      Wo das Problem für klein XY lag, habe ich bis heute nicht verstanden. Hat er sich nur geärgert, weil er nicht zu denen mit Ehrenurkunde gehörte, trotzdem er Spaß hatte und sich angestrengt hat. Denn genau so lese ich es. Es steht nichts davon, das er gemobbt wurde oder ausgelacht. Es steht nicht, das er im Vorfeld Bauchschmerzen hatte. Es steht auch nicht, das er nun kein cooler Junge mehr ist. Es steht er weinte wegen der Urkunde, die nicht seinen Erwartungen entsprach. Und genau das macht vielen hier so viel Angst um die Zukunft unserer Kinder. Stimmt die Erwartung nicht mit dem Ergebnis überein, wird einfach mal das System geändert. Es fängt mit dem Sport an, kann aber beliebig auch auf andere Dinge erweitert werden. Gekränkte Eitelkeit über das Wohl vieler zu stellen, wenn wir schon so weit sind, dann Gute Nach Deutschland.

  216. Hallo Frau Finke, einige Argumente Ihrer Petition sind zumindest nachvollziehbar, machen die Forderung nach kompletter Abschaffung deswegen aber nicht sinnvoller. Komplett sinnfrei ist das Argument in Diskussionen, dass die Form dieses Wettkampfes von den Nazis geschaffen wurde, weil man dann auch fordern könnte, das Tierschutzgesetz abzuschaffen. Das haben auch die Nazis „erfunden“. Über die letzten Jahre nimmt in Deutschland ein Trend an Fahrt auf, der sich auch in dieser Petition wiederfindet: Abschaffung von Leistung. Es darf keine Benachteiligung geben. Alle sollen ohne Nachteile gleich dumm und/oder faul sein dürfen. Schon die Kleinsten sollen und müssen beschützt werden, nämlich vor möglichem Mobbing auf Grund von Leistungsvergleichen und Zensuren. Man muss den Druck von Ihnen nehmen, damit sie nicht überlastet werden. Sie sollen sich lieber den schönen Dingen des Lebens widmen, weil das sowieso viel zu kurz ist. Nur keinen Stress und blaue Flecken. Das Ergebnis dieser schönen Welt sehe ich z. B. in unserer Firma in Form von Absolventen. Die Mehrheit ruht in sich. Ihre Forderungen sind immens, stehen aber in keinem Verhältnis zu ihrem (Leistungs-)vermögen. Sie laufen erst dann mit Hilfe von Anwälten und Betriebsräten zur Höchstform auf, wenn man versucht, sie wieder loszuwerden. Man kann es ihnen noch nicht einmal vorwerfen, denn sie wurden so erzogen. Wenn man etwas nicht will, muss man es nur in die richtigen Worte verpacken (Demütigung, Gleichberechtigung, Mobbing, Leistungsdruck, Benachteiligung etc.), dann kommt man damit durch. Man hat auch sehr schnell Gleichgesinnte hinter sich, die (aus ihrer eigenen Sicht) vom Leben benachteiligt wurden. Die deutsche Gesellschaft wird immer gleichgeschalteter und dümmer, weil sie sich dem schlechten Niveau anpasst und nicht dem höheren. Das wäre nämlich mit Leistungsdruck verbunden, mehr und mehr ein Unwort. Leisten kann man sich das nur, weil es mal eine Zeit gab, in der auf Grund von Leistungen unser heutiger Reichtum geschaffen wurde. Den verprassen wir gerade. Ihre Petition ist nur ein Puzzlestück in diesem großen Klamauk. Ich habe in vielen Elternversammlungen Erzeuger mit ihrem gestörten Verhältnis zu einem Schutzbedürfnis erlebt. Mir taten deren Kinder leid und ich bin noch heute meinen Lehrern und meiner Mutter dankbar, dass sie mich gestriezt haben. War aber halt auch eine andere Zeit. Ich persönlich habe nie erlebt, dass ein Schüler auf Grund sportlicher Fehlleistungen gemobbt wurde. Die Gründe waren immer andere. Mit freundlichen Grüßen, Andreas

  217. Ihr Verhalten als Mutter wird sehr schön in dem Film „FRAU MÜLLER MUSS WEG“ dargestellt! Das Verhältnis der Eltern zu den Lehrern bereitet vielen Lehrern mehr Arbeit als die eigentlichen Aufgabe Schüler zu unterrichten. Genau das spiegelt sich in dieser lächerlichen Petition wieder! Wie sollen sich Ihre Kinder später im Berufsleben zurechtfinden?

    • Danke Paula, allerdings sehe ich hier noch ein weiteres großes Problem. Mama, erfolgreiche? Stadträtin macht ihren Kinder ja selber Druck, indem sie das Leben ihrer 3 Sprösslinge für jeden! lesbar im Internet zelebriert. Da kommt es natürlich nicht so gut, wenn Sohni mal nicht zu den Besten gehört. Mami muss doch beweisen, das man auch Alleinerziehend erfolgreich sein kann und so ganz nebenbei noch die Familie wuppt. Ich bezweifle, das ihre Kinder, die gesamte Tragweite des nun stattfindenden Medienhypes verstehen und befürchte eher das es mehr Schaden anrichtet, als eine Urkunde ohne Unterschrift den Herrn Gauck.

      Liebe Mama arbeitet, ich bitte darum meine Bedenken hier auch stehen zu lassen, und nicht wieder zu zensieren. Ich weiß, das mögen Sie nicht lesen, es könnte ja der Glanz abblättern vom öffentlich zelebrierten Familien- und Arbeitsleben.

  218. […] Die Peti­tion von „Mama arbei­tet“, die zur­zeit durch die Medien geht, ist voll­kom­men nach­voll­zieh­bar. Keine Mut­ter und kein Vater will, dass das eigene Kind gede­mü­tigt wird. Nur, wohin soll das füh­ren, wenn wir jeden Wett­be­werb von den Kin­dern fern­hal­ten? Die Welt da drau­ßen ist ein ein­zi­ger Wett­be­werb. Wie Chris­tian in sei­nem sehr guten Arti­kel schon schrieb, ist Wett­be­werb ein evo­lu­tio­nä­res Gut, das uns vor­an­bringt. Natür­lich gibt es guten und schlech­ten Wett­be­werb und natür­lich kann man gerade bei Kin­dern viel falsch machen. Aber wo, wenn nicht in der Schule, soll­ten Kin­der ler­nen, mit Sie­gen und Nie­der­la­gen umzu­ge­hen? Das Pro­blem scheint doch viel eher darin zu lie­gen, dass Leh­rer und Eltern den Kin­dern nicht hel­fen, die­sen Wett­be­werb kor­rekt ein­zu­ord­nen und über­durch­schnitt­li­che Leis­tun­gen auf ande­ren Gebie­ten genauso anzu­er­ken­nen wie sport­li­che Erfolge. […]

  219. Unglaublich…. Ich dachte die Meldung über die Petition ist ein Witz.
    Ich kann ncht glauben, dass es tatsächlich jemanden gibt, der auf so eine …nein…schade…die gute Erziehung (!!!) einer alleinerziehenden zweifachen Mutter der 70er steht mir jetzt im Weg.
    Ich frage mich nur, wie aus den Kindern meiner Mutter, die beide an den BJS teilgenommen haben (mit sehr überschaubaren Erfolg) doch zwei selbstständige Erwachsene mit (erfolgreichen) Universitätsabschlüssen werden konnten?!?
    Vielleicht, weil wir zwei Dinge gelernt haben: zum Leben gehört es auch mit Misserfolgen klar zu kommen (das muss aber bei Zeiten gelernt werden) und 2. nicht alles immer so ernst zu nehmen. Vor allem sich selbst und die eigene Brut.

  220. ich stimmte dieser Petition ausdrücklich zu.
    Die Bundesjugendspiele sind nichts anderes als ein Propagandavehikel für die neoliberale Wettbewerbsideologie die das Grundübel der heutigen Zeit ist.

  221. Wahnsinn, was aus unserem Land geworden ist. Nur noch Verbote.
    Anstatt sein Kind an die Hand zu nehmen, zu trösten und dann zu analysieren, Gründe erklären warum wieso und weshalb. Zu erörtern wie man es ändern kann, Ziele setzen und diese zusammen erreichen um das nächste mal um den Sieg mit zu kämpfen?
    Nein einfach verbieten lassen, geht schnell und einfach.

  222. Es ist unglaublich, was man hier zu lesen bekommt. Bei soviel Unmenschlichkeit läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Die Eltern, die meinen ihre Kinder sollten Niederlagen so früh wie möglich „erlernen“, scheinen nicht viel für ihre Kinder übrig zu haben. Es ist doch eigentlich die Pflicht der Eltern ihre Kinder vor Leid und Kummer zu bewahren und nicht sie mutwillig das erleben zu lassen. Ständige Demütigungen in der Kindheit sorgen doch nicht dafür, das man als Erwachsener erfolgreich ist. Nur der Wille etwas erreichen zu wollen läßt uns erfolgreich sein, wie man immer wieder an den vielen Menschen sehen kann, die auf dem zweiten Bildungsweg Schulabschlüsse nachholen oder im hohen Alter erfolgreich ein Hochschulstudium absolvieren.

    Vielleicht sollten sich einige Eltern hier mal den Dokumentarfilm Alphabet (http://alphabet-film.com) anschauen und sich dann mal fragen, warum sie ihren Kindern die Kindheit nehmen wollen und sie diesem Konkurrenzkampf so früh wie möglich zumuten wollen.

    • Danke, Jacky! Der Film Alphabet hat mir auch die Augen geöffnet für so vieles, was in der Schule falsch gelaufen ist. Auch ich bin frustriert ob der ganzen menschenfeindlichen Kommentare hier. Wie so oft in letzter Zeit denke ich mir, dass die Einstellung viel zu vieler Menschen in diesem Land nur sehr schwer zu ertragen ist. Glückliche Sklaven sind die größten Feinde der Freiheit. Am Schlimmsten finde ich, die folgende Argumentation lesen zu müssen: „wenn wir die Kinder in Watte packen, dann lernen sie doch nie, was im RICHTIGEN LEBEN wichtig ist“. Nicht nur, dass sich diese Menschen damit abgefunden haben und es als völlig natürlich empfinden, dass die Schule dem richtigen Leben diametral gegenübersteht. Auch, dass diese Menschen scheinbar völlig resigniert haben und meinen, man müsse sich mit den gegenwärtigen unerträglichen Zuständen in unserer Gesellschaft gezwungenermaßen abfinden und sich anpassen… das macht mich traurig.
      (Ja, ich weiß, ich bin naiv und idealistisch. Aber lieber das als eine glückliche Sklavin ;)

  223. Die Frage, die sich mir stellt, ist folgende: Wenn wir in der Schule alles abschaffen, was irgendwie dazu führen _könnte_ (sic!) daß sich jemand aufgrund der Tatsache, daß er es nicht so gut kann wie andere, diskriminiert fühlt, können wir doch sämtliche Lerninstitutionen ganz abschaffen. Zudem das auch noch die öffentlichen Haushalte extrem entlasten würde. Und Schilder wie ‚Keine Hunde und keine Kinder‘ an Restaurants immer öfter anzutreffen wären….

  224. Es ist schon höchst amüsant wie hier Erwachsene heißblütig über ein Thema diskutieren, das doch in erster Linie Kinder betrifft – und die dabei, wie sooft, gar nicht wirklich berücksichtigt werden. Was halten denn die lieben Kleinen eigentlich von den Bundesjugendspielen? Es würde mich schon mal interessieren, wieviel Prozent der Kinder für eine Abschafftung wären und aus welchen Gründen. Oder ob es vielleicht interessante Innovationen aus Sicht der jungen Teilnehmer gibt, die zu einer Verbesserung der Gesamtsituation führen könnten.
    Statt dessen sind es wieder einmal die Erwachsenen, die sich, obgleich nur am Rande betroffen, die Köpfe einschlagen. Auf der einen Seite diejenigen, die ihr Schulsporttrauma auch nach vielen Jahren noch nicht überwunden haben, und auf der anderen Seite die erbarmungslosen Sportbeführworter, die in ebendiesen vermeintlichen Traumata eine Notwendigkeit zur geistigen Reifung sehen.
    Ich habe diese Diskussion nun schon eine ganze Weile verfolgt und finde, dass sich beide Parteien einfach nur lächerlich machen. Leute, es geht hier nicht um euch und eure verletzen Gefühle, eure Ansprüche an zukünftige Generationen, eure Erinnerungen an früher oder eure ganzen merkwürdigen Assoziationen zum Thema Sport, sondern um die Kinder! Die das alles bestimmt weitaus weniger wichtig nehmen, als ihr! Meine Güte, es sind nur Bundesjugendspiele! Das ist weder der Weltuntergang, noch der Heilige Gral!
    Ob man dererlei Veranstaltungen nun abschafft, oder besonders fördert – die Welt dreht sich weiter, und an den wesentlichen Dingen wird sich ohnehin nichts ändern. Wer hier über den Sinn und Zweck streitet, muss das auch in vielen anderen Lebensbereichen tun.
    Fakt ist, dass wir uns niemals darüber einig werden würden, was wirklich wichtig und sinnvoll für unser Leben ist. Allerdings sollten wir diesen ewigen Streit nicht auf den Rücken unserer Kinder austragen. Diese Petition, die eigentlich Demütigungen verhindern soll, ist in diesem Fall nur eine weitere Demütigung für das betroffene Kind. Und die dazugehörige Diskussion wird die Fronten auf lange Sicht eher verhärten, als zu einer Annäherung zu führen.
    Darum unterschreibe ich diese Petition nicht.

  225. Ist die „kleine Christine“ Ihr Kind? Sie stellen selbst Christines Ergebnisse als „blamabel“ dar – vor einer alles anderem als eingeschränkten Öffentlichkeit? Au backe – vielleicht weniger bloggen und mehr übers eigene Handeln reflektieren. Die Ursache sind also weniger die BJS an sich, sondern Ihr eigenes Unvermögen, ein Kind zu motivieren – Sorry, aber mehr fällt _mir_ dazu nicht ein.

    Und bevor es Missverständsnisse gibt: Im Sport war ich in der Regel der letzte, der in die Mannschaft gewählt wurde.

    LG Markus

    • Aber nein, Markus. Christine ist mein Name und das bin ich. Es war in der Rückschau gemeint. Was Sie wahrscheinlich für genauso inaktzeptabel halten, aber ich wollt’s gerne klarstellen.

  226. Danke für Ihre Antwort, da hab ich aber noch ne Frage hinterher. Angenommen Sie hätten statt „Kind heult“ geschrieben „Kind hat gewonnen, Juchuh“ und 200 Leute hätten daraufhin geschrieben, wie „traumatisiert“ sie durch die BJS waren. Hätten Sie auch dann die Petition gestartet? Im Wissen, das Sie Ihrem Kind eine Freude wegnehmen? Hätte Ihr Sohn dann auch die Einverständnis gegeben, oder hätte er gesagt „Nöö Mama, ich will nicht das die abgeschafft werden“?

    • Jein – Petitionen entstehen wohl immer durch persönliche Betroffenheit. Ich habe darüber heute auch schon nachgedacht. Jegliche Art von Aktivismus und Engagement, sei es gegen sexuellen Missbrauch, Mobbing oder Rassismus, entspringt wohl immer zu einem gewissen Grad der eigenen Erfahrung. Ob meine eigene leidvolle Erfahrung als Kind dafür ausgereicht hätte, die Petition zu starten, das kann ich nicht sagen. Aber dass meine große Tochter diese Bundesjugendspiele seit Jahren hasst, hätte vielleicht gereicht als Initialzündung für Betroffenheit. Ich weiß es nicht.

      • Aber wieso hasst Sie diese Spiele so? Sicherlich doch nur, weil sie nicht gewinnt. Ich gehe davon aus, das Ihre Tochter ansonsten ein fröhliches, ehrgeiziges Mädel ist. Beliebt in der Klasse mit großem Freundeskreis. Natürlich mit Stärken und Schwächen wie jedes andere Kind auch, genau wie Ihr Sohn und die Lütte. Sicher auch mal mit Prüfungsangst und Bauchschmerzen vor einem wichtigen Referat. Das ist doch auch völlig normal, davon wird Kind doch nicht traumatisiert.
        Oder schließt sie sich nach den BJS wochenlang im dunklem Zimmer ein und heult? Das glaube ich nicht. Sie wird vllt. 2 Tage jammern und sagen „das war so peinlich“, aber danach ist es doch wieder vergessen. Das wird sie auch sagen, wenn sie sich beim Gedicht aufsagen verhaspelt oder auf der Klassenfahrt in den Bach fällt.
        Versuchen Sie doch einfach mal die BJS als das zu sehen, was sie eigentlich sind, die Klassenarbeit im Fach Sport.

        • Nein, sie hasst die Spiele aus dem gleichen Grund wie ich: Sie sieht sie als sinnlos und überholt an. Und weigert sich, dafür eine Entschuldigung von mir zu bekommen, ich habe jedes Jahr angeboten, ihr eine zu schreiben. Sie will nicht kneifen. Genausowenig wie ich kneife, wenn es um heikle Themen geht. Gleiches gilt übrigens für den Schulsport, da bin ich mit der Großen auch völlig auf einer Linie. Der gehört reformiert.

          • Schade, ich dacht man könnte mal eine vernünftige Diskussion mit ihnen führen. Hass ist für mich kein Argument etwas abzuschaffen was andere lieben. Da braucht es schon mehr.

          • Dann nennen wir es eben „verabscheut“. An diesem Punkt scheiden sich unsere Geister – denn natürlich gibt’s einen Grund für diesen Abscheu oder Hass. Und der liegt in der Demütigung vor der gesamten Klasse bzw. Schule, und ist nicht auf meine Kinder und mich beschränkt. Womit wir wieder beim Petitionstext wären und bei der Entstehung der Petition.

  227. entschuldigung. aber wenn ihre tochter auf einmal keine tests mehr schreiben will, machen sie dann auch eine petition das sie abgeschafft werden ? weil, es könnte ja sein das sie die schlechteste ist und sich alle vielleicht über sie lustig machen. und dieses trauma sollte man ihr am besten ersparen. und eltern von kindern, die es aus welchen gründen auch immer schwer in der schule haben, weil man sie hänselt oder auslacht könnten ja eine petition zur abschaffung von schule starten . wäre doch wahnsinnig cool. alles was man nicht gerne macht wird abgeschafft. ja so bereitet man kinderam besten auf das leben vor. allem unangenehmen aus dem weg gehen. man kann doch den kindern das leben nicht durch negatives versauen lassen. es reicht, wenn sie das dann unvorbereitet im arbeitsleben mitbekommen. so wie man seine kinder vor viren schützt und das zuhause keimfreier ist wie ein krankenhaus. das sind dann auchdie eltern die sich wundern warum ihr kind eine oder mehrere allergien hat. am besten das kind so lange von allem fernhalten bis es volljährig ist. es ist dann zwar unselbstständig, aber es hatte eine stressfreie und rosige kindheit und jugend.

  228. Also wollen Sie uns jetzt weis machen, das 1000 Kinder (so viele sind an unserer Schule ungefähr) darauf achten, wie schnell Ihre Tochter läuft? Nehmen Sie sich da nicht etwas zu wichtig?

    • Es geht nicht um mich und meine Kinder, wie oft soll ich das denn noch erklären? *verzweifeltdieHaarerauf*

      Jedes Kind, das Angst vor den Bundesjugendspielen hat, weil es nicht gut darin ist, wird dazu neigen, sich von der ganzen Schule oder auch nur Klasse beobachtet und ausgelacht zu fühlen. Oft findet das auch tatsächlich statt. Es geht um Ausgrenzung anstatt um Inklusion. Und es ist nicht nötig, gegen den Sportsgeist und demotivierend. Gleiches gilt für den gesamten Schulsport. Und nein, das ist nicht dasselbe wie Mathe.

      • Wo bitte ist der Unterschied zu Mathe? Wo der Unterschied zum Vorlesen?
        Fühlen sich nur Kinder, sie schlecht im Sport sind, sich ausgelacht und beobachtet?
        Ich habe übrigens auch mit meiner Tochter (12) gesprochen, wie ich schon schrieb hat sie auch „nur“ eine Teilnehmerurkunde bekommen. Sie fühlte sich keineswegs beobachtet und ausgelacht. Auch hab ich sie gefragt, wie die anderen Kinder ihrer Klasse abgeschnitten haben. Sie wusste nicht mal wer gewonnen hat. Beim Staffellauf hat sie nen Fehlstart verursacht und selber darüber gelacht. Niemand hat ihr Vorwürfe gemacht oder sie ausgelacht deswegen. Als ich sie fragte, ob man die BJS abschaffen soll, hat sie mich ganz entgeistert angeschaut und gefragt „Wer kommt denn auf so einen Quatsch?“.

        • Der Unterschied zu Mathe ist:

          1) dass es keinen jährlichen öffentlichen Zwangswettbewerb für die ganze Schule gibt (oder Vorlesewettbewerb in Deutsch). Bei dem sowohl die Teilnahme als auch das Abschneiden für alle sichtbar sind.

          Und 2) insbesondere, dass es wichtig ist, gerade die Kinder, die nicht so gut im Sport sind, dazu zu motivieren, sich sportlich zu betätigen anstatt sie zu frustrieren (nein, man lernt nicht durch Frustration, sondern durch Erfolgserlebnisse und Freude. Das ist mittlerweile unbestritten). Bei Sport sollten wir die Kinder da abholen, wo sie stehen. Wir wollen doch, dass alle Kinder sich viel bewegen und gesund bleiben.

          3) Der Körper, das bin ich, schrieb eine Leserin – das ist der dritte fundamentale Unterschied zu Mathe.

          4) Wenn man mit 30 nie Sport macht, weil man im Schulsport gelernt hat, man sei unsportlich, dann ist das nicht nur jammerschade, sondern schlecht für die Gesundheit und die Allgemeinheit (Gesundheitswesen, Folgekosten). Ob man in Mathe gut war oder mit 30 noch irgendwas mit Mathe zu tun hat, ist hingegen völlig egal.

          • Ich bin ganze 1,52 kurz, hab also ein körperliches Defizit. Dennoch bin ich nie ausgelacht worden, habe mich nie minderwertig oder diskriminiert gefühlt.
            Im übrigen finde ich falsch Rechnen oder stotternd Vorlesen vor der eigenen Klasse schlimmer, als 100m laufen vor 1000 anderen Kindern, die sich eh mit anderen Dingen beschäftigen, als mir zuzusehen.
            Wieso reduzieren Sie den Schulsport die ganze Zeit auf Körper? An der Schule meiner Tochter sind auch einige Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen, die mit Begeisterung an den BJS teil nehmen. Die wollen auch keine Extrawurst wie andere Zeiten/Weiten. Mein Cousin ist Mongoloid, für ihn war es ganz wichtig, nicht anders behandelt zu werden im Sport, als seine Klassenkameraden.

          • Schüler an der Tafel zu blamieren, gehört auch abgeschafft, wenn Sie mich fragen. Ich habe jahrelang (5 Jahre an der Uni und 2 Jahre lang in einer freien Sprachenschule) unterrichtet und dabei stets nach dem Prinzip „motivieren statt frustrieren“ gehandelt. Es war super. Mein Unterricht war beliebt, alle haben etwas gelernt und hatten Spaß. Das sollte an der Schule im Idealfall auch so sein, und befreundete Lehrer sehen das genauso. Und zwar in allen Fächern.

  229. Und wo haben Sie gelernt frei zu sprechen, vor vielen Leuten/Kindern? Daheim vor dem Spiegel? Es geht doch nicht ums blamieren? Wie will man denn feststellen, ob Schüler lesen kann, wenn nicht durch Vorlesen? Ich habe während meiner gesamten Schulzeit nicht einmal erlebt, das ein Lehrer jemanden bewusst blamiert/vorgeführt hat. Und nein, ich war kein Wunderkind mit lauter Einsen. Ich frage mich langsam, wo Sie zur Schule gegangen sind. Wie will Lehrer denn feststellen, ob die Kinder alles verstanden haben? Jede Woche ne Arbeit schreiben? Dann wird auch wieder geheult. Immerhin sitzen in den meisten Klassen 25 bis 30 Schüler. Sie müssen echt eine grausame Schulzeit gehabt haben und tun mir daher echt leid.
    Sehr Schade auch, das sie wichtige Fragen immer ausblenden und nicht bereit sind, einmal weiter zu schauen als bis zu Ihrer Nasenspitze.

      • Ja, und ich dachte ich hätte Ihnen genug Stoff zum nachdenken gegeben. Dennoch, danke, das Sie mir meine Fragen beantwortet haben, zumindest die meisten :).

  230. Respekt, Demut und Anerkennung fremder Leistungen sind Fähigkeiten, die junge Menschen im Wettkampf mit anderen erlernen. Und es sind genau jene Eigenschaften, die dem linken Lager abgehen. Dabei verwundert es nicht, dass sich bereits viele Tausend Mitstreiter der Petition angeschlossen haben. Zu sehr ist heute leistungsfeindliches Denken in unserer Gesellschaft verankert. Es ist ja auch viel einfacher, den Wettbewerb abzuschaffen als sich anzustrengen. Und in Zeiten ausufernder Umverteilung tut die Politik alles dafür, dem menschlichen Hang zur Trägheit nachzugeben. Der Länderfinanzausgleich ist dabei im Großen, was die auskömmliche Versorgung unterschiedlichster “Bedürftiger” im Kleinen ist. Und immer gilt: Wer mehr leistet als andere, wird bestraft. Und wer vorgibt, “schwach” zu sein, wird “solidarisch” aufgefangen, ohne fürchten zu müssen, nach eigenen Anstrengungen gefragt zu werden. Die Stadträtin aus Konstanz profitiert seit vielen Jahren von der Solidargemeinschaft. Doch Geld ist nicht alles. Ihre Kinder sollen es einmal besser haben als sie: Die Aufgabe jeglichen Leistungsanspruchs ist da nur schlüssig. Kampflos werden wir den Linken das Feld aber nicht überlassen. Für uns gab es nämlich damals Siegerurkunden…

    • Gibt es die Anerkennung denn nicht Sportunterricht? Und zwar wöchentlich, nicht wie in anderen Fächern notenmäßig maximal dreimal im Halbjahr bei Rückgabe von Arbeiten?
      Wieso gibt es keinen bundesweiten Musizierwettbewerb, an dem alle – ob sie ein Instrument spielen oder singen können / wollen oder nicht – teilnehmen MÜSSEN?
      Warum bekommen Schüler, die in Mathe / Englisch etc. gut sind, nicht noch nach einem zusätzlichen bundesweiten, öffentlich an den Schulen ausgetragenen Wettbewerb, an dem alle teilnehmen MÜSSEN, eine zusätzliche Ehrenurkunde überreicht?
      Erfahren Einserschüler in anderen Schulfächern Respekt und Anerkennung ihrer Klassenkameraden oder ist es für sie besser, sich still zu freuen, damit sie nicht mal wieder als Streber gedisst werden?

  231. Ich war frustriert, dass die strebsamen Mädchen in Biologie und Sprachen besser waren als ich.
    Ich bitte, alle gleich zu behandeln und alle Leistungsvergleiche abzuschaffen.
    In Sport war ich ziemlich gut und Mathe. Aber ich verstehe natürlich, dass es andere so demotiviert.
    Also: Alle Leistungsbeutreilungen abschaffen sonst wandere ich aus. … Öh wohin nur? Mist, überall auf der Welt wird noch mehr nach leistung verglichen als bei uns.
    Bleibt nur die Waldorfschule und nachher ein fettes Erbe.
    Sonst muss ich noch was tun….

  232. So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört.
    Obwohl, die Einlassungen die ich mir täglich anhören muss, na ja.

    Elternteil:
    „Nein, mein Sohn macht so etwas nicht!“
    Ich:
    „Doch, das haben mehrere Erwachsene gesehen.
    Warum sollten die lügen?“
    Elternteil:
    „Nein!! Mein Kind tut das nicht! Was fällt Ihnen eigentlich ein?
    Die Lügen! Der andere ist schuld!!“

    Am besten gleich noch Noten, Zeugnisse und Prüfungen abschaffen und die Kinder in Watte einwickeln.
    Das ist ja genau das, was auch im Erwachsenenleben auf sie wartet.

  233. […] Traurig, aber manchmal wahr: Blogparaden sind die Stille-Post-Spielchen der Elternblogger. Irgendwer glaubt etwas zu sagen zu haben, stiftet die anderen an, seine Botschaft weiterzutragen – und dass am Ende etwas Unverständliches und zigmal Gesagtes dabei herauskommt, ist den Beteiligten mutmaßlich egal. Es ging ja um das Spielchen selbst. Blogparaden funktionieren ein bisschen wie Kettenbriefe, die ich auch nicht mag, sind bestenfalls aber gehaltvoller. Jetzt, da die Jungs von „Daddylicious“ eine solche Blogparade gestartet haben*, mache ich deshalb trotzdem gerne mit. Man will ja nicht als Spielverderber dastehen und freut sich heimlich, mal irgendwo eingeladen zu werden. Im Sportunterricht früher bei der Mitspieler-Auswahl war das nicht so, aber das ist eine andere, wenngleich auch wieder aktuelle Geschichte. […]

  234. Als Gegenstück zu dieser staatlich befohlenen Nazi-Mobbingmaßnahme (ja, alle die nicht „hart wie Kruppstahl, schnell wie Windhunde“ sind, gehören rechtzeitig ausgemerzt) sollten jährliche, obligatorische Mathe-Wettbewerbe eingeführt werden (schwierige Aufgaben an großen Tafeln in Arenen lösen, möglichst noch mit Übertragung im Regionalfernsehen), damit auch die Sportskanonen erleben, wie schön es ist, sich öffentlich blamieren zu dürfen. In meinen 13 Jahren als Schüler und 5 Jahren als Lehrer habe ich ein einziges Mal erlebt, dass ein guter Schüler in Mathe/Naturwissenschaften/Sprachen auch ein guter Sportler war. Die Regel war: Sport gut, sonst eine Flasche und umgekehrt. Zurück zu den Wurzeln: Statt Schlagball- wieder Handgranaten-Weitwurf.

    • Ach ehrlich… Dann müssen meine Kinder Ausnahmetalente sein…soviel Pauschalisierung von einem Lehrer. Die Kinder, die Sie unterrichten tun mir leid, denn Sie müssen dann wahrscheinlich immer gegen Ihre Vorurteile ankämpfen.

  235. An die Gegner der Petition kurz zum Nachdenken: Wird auch bald die Matheolympiade für alle eingeführt? oder ist das gemein, weil dann auch die Kinder, die schlecht in Mathe sind, dran teilnehmen müssen?

    Ähnlich sehe ich es bei den Bundesjugendspielen …

    • *Ironie on*
      Die Weichspühl-Politik der durch die BJS schwerst traumatisierten Politiker:

      Kinder werden ab sofort komplett in Watte gepackt und erst zum Vorstellungsgespräch frei gelassen. In Ausnahmefällen ist das Mitbringen der Mami aber gestatten, damit Sie Kind sofort wieder verpacken kann, falls das Gespräch nicht positiv verläuft.

      Da unsere Kinder ja nun wohlbehütet sind, ist es auch vollkommen gerechtfertigt, das Pädophile mit Geldstrafen belohnt werden, Mörder nach 5 Jahren wieder auf die Deutschen losgelassen werden, schwerst kriminelle Jugendliche (die natürlich durch die BJS schwerst kriminell wurden) bekommen ein Runde Streicheleinheit verordnet. Jeder bisher durch die BJS schwerst traumatisierte (knapp 80 Millionen) werden vom ebenso traumatisierem Staat mit einer Runde Gruppenkuscheln entschädigt. *Ironie off*

      • Ich finde das nicht ironisch, sondern daneben. Lasse ich nur stehen, um den Lesern zu zeigen, was alles geantwortet wird.

        • So lange Ihre Befürworter und Gegnern ständig mit der Nazi-Keule kommen, muss es uns auch gestattet sein, die Gefahren der Weischspühl-Politik aufzuzeigen. Schließlich bastelt ja Herr Maas an der Änderung des Gesetzestextes „Mörder“ und der Verringerung des Lebenslänglich (bisher 15 Jahre). Begründung der Grünen Antragsteller: Der Delinquent könnte durch die lange Haft ja schwer traumatisiert werden o-o.

  236. Das heutige Vorgehen mancher Eltern ist schlichtweg beängstigend. Was lehren Sie Ihrem Kind? Wenn du etwas nicht kannst, dann stelle es Medienwirksam in Frage und gebe dir Mühe es abzuschaffen. Bzw. wenn du etwas nicht so gut kannst, dann komm zu Mama sie regelt das für dich…

    Ich finde, dass Sie mit Ihrer Petition gleich zwei falsche Zeichen setzen. Das Eine ist „sei egoistisch“. Andere Kinder sind vielleicht nur im Sport gut und haben bei Veranstaltungen wie den Bundesjugendspielen eines von evtl. wenigen Erfolgserlebnissen in der Schulzeit. Aber „scheiss drauf“ – DU bist nicht so gut darin. Akzeptiere es nicht, sondern verteufle es. Es geht nur um DICH, die Veranstaltung bei der DU nicht glänzen kannst muss abgeschafft werden.

    Das zweite falsche Zeichen: Beiss dich nicht durch und lerne mit Niederlagen umzugehen, sondern verweise darauf, dass das von dir Erwartete eh Schwachsinnig ist. Wenn du ein ruhiges Kind bist, vielleicht sollten wir mal eine Petition gegen mündliche Noten starten?! Die basieren nämlich auf Subjektivität und sind ungerecht… Oder wie wäre es mit den ganzen Präsentationen, die im Schulalltag gehalten werden müssen. Können wir das nicht freiwillig machen? Das liegt nicht jedem – sich vor eine Klasse zu stellen und zu präsentieren. Einige Kinder schlafen da wahrscheinlich nächtelang nicht mehr gut. Am Besten machen wir nur Frontalunterricht und Wertungen – sowie Noten – vergeben wir heimlich. Oder noch besser: Jedes Kind lernt von zuhause aus online. Dann kann es nicht wegen schlechter Leistung von den anderen Kindern abgewertet werden. Vermutlich ist jedes Kind in irgendeiner Materie nicht so gut und schämt sich. Dann ersparen wir den Kindern doch die schrecklichen Erfahrungen!

    Ganz ehrlich – das kann doch nicht Ihr Ernst sein?!

  237. Der Kommentar wird eh nicht freigeschaltet, von daher halte ich mich kurz: alte Mutter, die die Tatsache, dass sie Kinder hat, zu Geld macht und dass dann Arbeit nennt. Dazu massives Helikoptern, dass den Kindern nicht zuträglich ist auf lange Sicht gesehen. Traurig, traurig.

    • Hallo Misses – Geld? Wer bekommt hier Geld? Da liegst du ganz falsch. Ich trete für Kinder ein, und zwar aus Überzeugung. Auch wenn meine eigenen Kinder nun in „die Schusslinie“ geraten und ich sowieso.

      • Ach so, du gehst also gar nicht „arbeiten“ und das Ganze ist nur ein Alibiblog für was dann genau? Eine späte Selbstverwirklichung weil Mama definiert sich durch ihre Kinder? Weißt DU überhaupt, was du deinen Kindern an Traumatisierungen antust? Da sind die BJS ein Witz dagegen!

  238. Wenn man mit 30 nie Sport macht, weil man im Schulsport gelernt hat, man sei unsportlich, dann ist das nicht nur jammerschade, sondern schlecht für die Gesundheit und die Allgemeinheit (Gesundheitswesen, Folgekosten). Ob man in Mathe gut war oder mit 30 noch irgendwas mit Mathe zu tun hat, ist hingegen völlig egal.

    Das ist in meinen Augen eine sehr merkwürdige Einstellung.
    Ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll, aber jeder hat auch mit 30 irgendwie mit Mathe zu tun und sei es nur mit dem abstrakten Denken was man sich durch Anwendungen wie Integralrechung oder wer weiß was aneignet.

    • Das, liebe Karla, ist in meinen Augen eine total schräge Einstellung. Aber so ist das mit Einstellungen. ;)