Die Redakteurin im Bonbonladen des Lebens

Ich fühle mich gerade wie ein Kind im Süßwarengeschäft. Oder wie meine Jüngste im Bällebad – überwältigt ob der Vielfalt und Menge an bunten Dingen, ich mittendrin, und brauche nur zuzugreifen

Wie ich zu diesem Hochgefühl komme? Vorgestern erreichte mich eine Anfrage von Headhuntern auf Xing. Mir wurde eine Teamleitung Online-Redaktion angetragen, bei einem Unternehmen, das ich schnell recherchierte aufgrund des anonymisierten Stellenausschreibungstexts, und das mir ausnehmend gut gefällt. Und in der Nähe ist es auch noch – zwar nicht so unmittelbar, dass ich die Strecke täglich pendeln wollte oder könnte, aber in Kombination mit Home Office durchaus machbar.

Tja, und nachdem ich weitere Bewerbungsunterlagen auf Anfrage nachgereicht hatte, kam es heute früh zu einem etwa halbstündigen Telefonat mit den Recruitern. Es war nicht mein erstes Gespräch mit Headhuntern, und insofern war ich nicht überrascht, dass das Gespräch angenehm und locker verlief – das sind ja Profis. Dass es ein so nettes Gespräch werden würde, hatte ich aber nicht gedacht. Die Dame will mich nun der Firma vorschlagen, und dann sehen wir weiter.

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Aber, und jetzt kommt’s, ich bin nicht sicher, ob die Headhunterin bereits auf meinen Blog gestoßen war. Sie wollte wissen, ob ich denn momentan auch noch schreibe, und ich erwähnte diese Seite. „Ich denke, ich bin das, was Sie authentisch nennen“, sagte ich noch dazu, um sie darauf vorzubereiten, dass ich wenig trenne zwischen Beruf und privat. Und dann bekam ich Muffensausen, ob irgendein alter Herr in dieser Firma meine Bewerbung gleich in die Tonne wirft, weil ich offen als Alleinerziehende blogge. Anlässlich dieser Überlegung habe ich dann gleich mal den „Familienstand“ aus meinem Lebenslauf entfernt, den muss man nach der neuesten Gesetzgebung sowieso nicht mehr angeben (seit 2006). Muss ja nicht sein, dass ich potentielle Arbeitgeber erschrecke! ;)

Tja, und nun sieht es so aus, als könnte ich eventuell selbst eine Entscheidung darüber treffen, ob ich mir als freie Autorin die Rosinen aus dem Journalistenleben herauspicken möchte, hie und da Buchprojekte übersetzen und betreuen, und bei freier Zeiteinteilung ein unsicheres Einkommen habe. Oder ob ich fest angestellt in einem netten Team bei einer sehr sympathischen Firma mit Produkten, die mir gefallen, eine Perspektive für die nächsten Jahre schaffe. Keine leichte Entscheidung, falls ich sie treffen muss oder darf. Aber das ist ein tolles Dilemma. Ich freue mich darüber!

6 KOMMENTARE

    • Tja, lieber rocktpapa, das ist Teil des Dilemmas – es sind drei Projekte, bei denen ich angefragt bin. Und noch auf ein finales Go warte. Und zwar in total unterschiedlichen, aber mich interessierenden Sparten. Mit drei verschiedenen Kooperationspartnern/Auftraggebern. Wäre schon verlockend, kann aber auch alles im Projektstadium bleiben…

    • Non-Fiction, alle mittlerweile fünf Projekte, die halbgar in meiner Mailbox liegen. Und zwischen Kunst, Kochen, Kinderbuch, Kinderkriegen und Ehe-Krieg ist alles dabei ;). Mit respektablen Partnern/Verlagen, die wissen, was sie tun. Fantasy? Warum nicht – dem Redaktör ist nichts zu schwör. :D

    • Liebe Tina, die Arbeitsfront macht es spannend – ich kann noch nix sagen, aber zumindest bin ich bei dem Job, für den ich im Januar das Telefoninterview hatte, in der Endauswahl (habe ich Ende letzter Woche erfahren). Das tut schonmal richtig gut!

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