10 Eltern-Superfähigkeiten, die im Job helfen. (Und in der Ehe)

Nie, wirklich niemals wäre ich so cool geworden, wäre ich nicht Mutter. Und zwar Mutter dreier Kinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eins ist super ausgeglichen und offen, eins super sensibel und empathisch, eins super durchsetzungsfähig und unbeirrbar. Ich nenne jetzt keine Namen. Und von mir haben sie das nicht.

Dabei war ich schon ziemlich cool, jedenfalls dachte ich das. Doch das war lange, bevor ich Kinder bekam. Aber ich war nicht gelassen. Denn erst jetzt bringt mich fast nix mehr aus der Ruhe, schon gar nicht beruflich. Ich bleibe ruhig, komme was wolle, und zwar in allen geläufigen doofen Situationen, in denen Fallstricke lauern. Beispiele gefällig?

Superhelden
Erika Wittlieb Pixabay.com

1.) Sich in den anderen hineinversetzen (Intentionen erkennen)

„Mama, bist du heute sehr müde?“, vom Kind gefragt, könnte bedeuten, dass es sich Gedanken ums Wohlbefinden der Mutter macht. Eher aber will das Kind eruieren, ob heute ein guter Tag ist, um die Frage nach Übernachtungsbesuch eines Freundes zu stellen. Und nicht wesentlich anders läuft es im Büro: Wenn der Chef fragt, ob man gerade sehr viel zu tun habe oder ob man kommenden Sonntag schon etwas vorhabe, dann will er das im seltensten Falle grundlos wissen. Wahrscheinlicher ist es, dass weitere Aufgaben auf dem eigenen Schreibtisch landen sollen. Insofern: stets mit Bedacht antworten.

2.) Streit schlichten (Moderation)

„Der Bruder hat mich gehauen!“ oder „Die lassen mich nicht mitspielen!“ und „Frau Schmidt ist immer so abweisend zu mir!“ beantwortet man bestens mit „Ohje, das ist voll gemein.“ Bei größerem Radau die Streithähne räumlich trennen. Keinesfalls Position beziehen, solange der Streitverlauf nicht 100% geklärt ist – was meist ein Ding der Unmöglichkeit ist, steht doch Aussage gegen Aussage.

3.) Klare Aussagen einfordern (Fokussieren)

„Mama, ich hab Durst!“ vom Kind entspricht in etwa der Äußerung „Hier müsste mal jemand Ablage machen“ im Büro. Bewährt hat sich hier, erst einmal gar nicht zu reagieren, und bei sich wiederholenden unklaren Äußerungen mit Gegenfragen zu reagieren. Gut geeignet sind „Und was machen wir da?“ bzw. „Wer genau soll jetzt hier was tun?“

4.) Handlungsaufforderungen generieren (Delegieren)

„Mama, du musst mal wieder staubsaugen, hier ist überall Sand!“ oder „Das Klo-/Kopierpapier ist alle!“ können prima in eine Handlungsaufforderung umgemünzt werden. „Ohja, gut dass dir das auffällt, das könntest du gleich mal erledigen“, lässt sich sowohl im Büro zum Kollegen mit einem freundlichen Lächeln sagen wie zu den eigenen Kindern. Manchmal führt das sogar zum gewünschten Effekt und der/diejenige wird tätig.

5.) Situationen aussitzen (Krisenmanagement)

Wenn sich ein Erstklässler um Schulflur schreiend auf den Boden wirft und ruft, er/sie wolle nun wieder nach Hause, dann geht erstmal gar nix mehr. Das zu erkennen hilft. Denn es gibt Momente, im Leben als Eltern wie als Mitarbeiter/Chefin, in denen jegliches Handeln zu einer Verschlechterung der Situation führen würde. Manches muss man aussitzen. Und atmen. Wenn es dann, nach 15 Minuten Geschrei oder einem Krisentag im Büro, wieder weniger hoch hergeht, dann ist man froh, ruhig Blut bewahrt zu haben.

6.) Handlungsbedarf einschätzen (nicht bluffen lassen)

„Mama, ich brauche ein Pflaster!“ erfordert ein ganz anderes Reaktionstempo als „Mama, ich glaube ich muss spucken!“, jedenfalls meistens. Das liegt am zu erwartenden Schadensausmaß. Solange Kinder noch nach Pflastern fragen können, hält sich die Menge an Blut in Grenzen, das zeigt die Erfahrung. Auch bei der Arbeit nützt es ungemein, klar einschätzen zu können, ob der Chef/Kollege gerade kurz vor dem Kollaps steht oder sich nur ein wenig aufregt, um sein Engagement für die Firma zu demonstrieren.

7.) Alle an einen Tisch bringen (Networking)

Wer zusammen isst, trinkt und erzählt, haut sich weniger schnell die Köpfe ein. Das gilt für groß und klein. Und ein netter Nebeneffekt ist, dass man ins Gespräch kommt, denn es hat ja immer einen Grund, warum man zusammensitzt. Rasch aufspringen ist nicht, es gilt, den anderen an seiner Seite oder gegenüber auszuhalten. Gerne in Kombination mit Speis und Trank angewandt, beruflich wie mit Kindern.

8.) Viel Feind, viel Ehr (Aufstieg in der Hierarchie)

Erst, wenn du angegriffen wirst, nehmen sie dich Ernst. Es als Kompliment zu sehen, wenn einem Ablehnung, Neid und Missgunst entgegenschwappen, ist der Schlüssel zu großer Gelassenheit. „Die sind nur neidisch, Kinder“ gilt im Büro wie im Pausenhof.

9.) Vertragt euch wieder! (Team Building)

Irgendwann muss auch mal gut sein – zu viel Energie in Hickhack und in das Herumreiten auf Befindlichkeiten zu stecken, ist sinnlos. Drum hilft die gute alte „Schwamm drüber!“ Taktik sowohl im Umgang mit Kindern als auch im Berufsleben.

10.) Erkennen, wann der Ofen aus ist (Neuausrichtung)

Und wenn nix mehr geht, dann heißt es halt: „So kommen wir nicht weiter“, oder „Ich kündige!“ Denn es macht keinen Sinn, auf Dingen zu beharren, die offensichtlich nicht funktionieren. Wenn das Kind partout kein Pausenbrot isst, sondern nur Wurst, Käse und Trauben, bekommt halt das mit in die Vesperbox. Und wenn einem der Job nicht mehr schmeckt, dann sollte man sich nach einem neuen umschauen. Das Leben ist zu kurz, um im Unglück zu verharren. Auf zu neuen Ufern!

P.S.: Ähnlichkeiten zu Beziehungen und Ehen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Andererseits…. so ganz von der Hand zu weisen sind gewisse Übereinstimmunen nicht. (*Ergänzt die Überschrift um eine Klammer*)

4
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
3 Kommentar Themen
1 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
3 Kommentatoren
AlexMike KörberUschi aus AachenLies mal, was die anderen bloggen. | Das zweite Kind sind Zwillinge Letzte Kommentartoren
neueste älteste meiste Bewertungen
trackback
Lies mal, was die anderen bloggen. | Das zweite Kind sind Zwillinge

[…] 10 Eltern-Superfähigkeiten, die im Job helfen – darüber bloggte die wortgewandte Mama arbeit… Nicht nur köstlich zu lesen, sondern auch gut für das eigene Eltern-Ego: Kinder zu haben ist wie eine lebenslange Ausbildung. (Lesezeit 3 Minuten) […]

Uschi aus Aachen
Gast
Uschi aus Aachen

Klasse! Und wie recht Du hast, diese Verbindungen zu ziehen…

Mike Körber
Gast
Mike Körber

Unfug, dann bin ich ne ausnahme , superunfähig

Alex
Gast
Alex

Hallo Christine,
Familien- und Arbeitswelt – doch nicht so verschieden wie mancher denkt! :)