Eltern sein in Norwegen – aus deutscher Sicht

In Skandinavien sei alles besser, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft, sagen viele. Oder auch nicht, sagen andere. Drum will Ich euch berichten von den fabelhaften Jahren, in denen ich Einblick in die skandinavische Firmen- und Elternkultur bekam, von September 2007 bis August 2011.

Ich arbeitete für eine norwegische Firma mit Firmensitz in der Schweiz, einen Kinderbuchverlag. In der Stellenausschreibung hatte gestanden “regular trips to Norway must be expected”, und es stellte sich heraus, dass ich pro Jahr 4-5 Wochen in Norwegen verbringen sollte. Das fand ich toll. Hotels, ausschlafen, Kultur erleben, andere Länder, andere Sitten!

Stavanger, Norwegen
Stavanger, Norwegen

Innerhalb der ersten 3 Monate des neuen Jobs war ich bereits 5 Wochen in Norwegen, um eingelernt zu werden. Insgesamt waren es über diese 4 Jahre etwa 20 Wochen, die ich dort arbeitend verbracht habe, und zwar innerhalb eines norwegischen Familienbetriebes (ich habe sogar etwas Norwegisch gelernt nebenbei, obwohl die Firmensprache Englisch war).

Jaha, Familienbetrieb, mögt Ihr sagen, das sei doch etwas ganz anderes als börsennotierte Unternehmen. Aber alle Norweger, die ich dazu befragte, ob das ein Unterschied sei, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffe, guckten ganz verständnislos. Es ist dort, so mein Eindruck, wirklich ganz anders als in Deutschland für berufstätige Eltern. Und jener Familienbetrieb war eine für Norwegen recht große Firma, vergleichbar mit dem hiesigen Ravensburger Verlag.

Es fängt schon damit an, dass es ganz normal ist, dass beide Eltern arbeiten. Und zwar nicht nur einer in Teilzeit und einer voll, sondern beide Vollzeit (keinesfalls mehr als 38 Stunden pro Woche). Und dass in der Elternzeit, die viel besser bezahlt wird als hierzulande, sich beide Eltern für das Baby verantwortlich fühlen. Von der “Ich nehme mal 2 Monate frei, während meine Frau sich um unser Kind kümmert” Mentalität in Deutschland war in Norwegen so rein gar nix zu spüren. Wenn der Vater seine 12 Wochen der Elternzeit nicht nimmt, verfallen die Ansprüche, das ist ähnlich wie bei uns. Aber ansonsten liegen Welten zwischen den beiden Elternkulturen, fand ich.

© Alexander Erdbeer - Fotolia.com
© Alexander Erdbeer – Fotolia.com

Elterngeld

Die Norweger erhalten 80% ihres Gehalts, wenn sie 56 Wochen (also 13 Monate) in Elternzeit gehen, und wenn sie nur 45 Wochen beim Baby zuhause bleiben, sogar 100 % des Gehalts, sagten mir meine Kollegen. Ohne Deckelung wie hier, so dass auch die leidige Diskussion, ob der/die Besserverdiener/in es sich überhaupt leisten könne, mehrere Monate “zu pausieren”, also einfach weniger Geld nach Hause zu bringen, ganz und gar ausfällt. Alleine das schon finde ich vorbildlich.

Alltag und kranke Kinder

In Norwegen sah ich die Väter ihre Kinder in die Kita bringen und abholen, das war ganz normal. Auch, dass Väter Zahnarzttermine mit dem Nachwuchs, Theateraufführungen mit den Kindern und selbstverständlich auch Krankheitstage mit den Kindern als ihre Aufgabe betrachten, und zwar egal, auf welcher Firmenebene sie hierarchisch angesiedelt waren, schien nur mir bemerkenswert, nicht meinen norwegischen Kolleginnen und Kollegen. Es war für sie gar keine Frage, ob sie sich Zeit dafür nehmen, denn das tun dort alle. Keiner wird schief angeguckt, wenn er/sie wegen einer wichtigen Sache, die das Kind betrifft, später zur Arbeit kommt, früher geht oder von Zuhause aus arbeitet, weil sich die Brut z.B. die Masern eingefangen hat.

Meetings oder später kommen bzw. früher gehen

Auch in Meetings, die sowieso immer so gelegt wurden, dass sie eben nicht in den Randzeiten stattfanden, war es überhaupt kein Grund, die Augenbrauen zu heben, wenn jemand sagte, er müsse nun los zur Kita. Das verstand jeder in der Firma, und mir wurde glaubhaft versichert, dass das nicht nur in dieser Firma so sei, sondern in eigentlich allen Firmen in Norwegen so sei. Ich staunte Bauklötze und überlegte kurzzeitig, auszuwandern.

Kinderbetreuung

Die Eltern in Norwegen können sich sicher sein, dass ihr Baby mit 1 Jahr einen Platz in einer Krippe bekommt. Die kostet wenig Geld und hat lange Öffnungszeiten: Von 7-17 Uhr war der Normalfall bei meinen Kollegen. Klagen über schlechte Personalschlüssel und schlechte Ausstattung habe ich nicht gehört, im Gegenteil wurde mir vorgeschwärmt, die gut es die Kinder in diesen Kinderbetreuungseinrichtungen hätten.

Ich seufzte damals leise, denn für mein Baby, die Jüngste, musste ich teure Au-Pairs und Kinderfrauen beschäftigen. Da die Norweger, jedenfalls in meiner Firma, nur 35 Stunden arbeiteten (ich in der Schweiz hatte hingegen eine 42-Stunden Woche!) und sich die Kinderbetreuung tatsächlich in der Partnerschaft teilen, kommen sie gut damit hin. Auch Schließzeiten und Ferien wurden mir als völlig unproblematisch dargestellt. Wusste doch jeder, dass Mitte Juni bis Mitte Juli das halbe Land lahmliegt, weil alle Ferien machen…

Arbeitsteilung in der Ehe/Partnerschaft

Es wäre sehr praktisch gewesen, sich in einen Norweger zu verlieben, aber leider finde ich diesen Männertypus so unattraktiv. Rein vom partnerschaftlichen her ist so ein Norweger nämlich ein Traum: dass Kinderbetreuung und der Haushalt von beiden Ehepartner zu schmeißen sind, finden sie selbstverständlich.

Ob das im echten Leben immer so hinhaut, habe ich bezweifelt und tatsächlich auch die Rückmeldung bekommen, dass es in diesem Punkt eine Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis gibt. Aber immerhin in der Theorie sind uns die norwegischen Männer voraus. In Deutschland, dem Land der Hausfrauen und Alleinverdienerehe, in dem die Durchschnitts-Frau höchstens Teilzeit arbeitet, um “etwas dazuzuverdienen”, sehen das die wenigsten Männer so.

Altersarmut und Scheidung

Wenn norwegische Frauen sich trennen, haben sie drum auch gar nicht das Problem, in Armut abzurutschen. Ihre Rente ist gesichert, das Land ist reich, und bei der Betreuung der Kinder nach der Trennung wählen nicht wenige das Modell 50%-50%, bei dem die Kinder eine Woche beim Vater und eine Woche bei der Mutter wohnen. Auch meine beiden ehemaligen Arbeitskolleginnen aus Finnland und Schweden praktizieren dieses Wechselmodell und alle sind zufrieden damit. In Deutschland kenne ich niemanden, der das macht. Es wäre vielleicht doch für manche getrennte Familie einen Versuch Wert, denke ich. Was für skandinavische Kinder gut ist, kann doch deutsche Kinder nicht traumatisieren? Aber das ist ein anderes Thema.

Eine Scheidung ist in Norwegen, Schweden und Finnland eine schnelle Sache, die etwa 6 Monate dauert und nicht Jahre wie hier in Deutschland. Teuer ist sie auch nicht, wie mir meine Freundinnen erzählen. Und keine meiner ehemaligen Kolleginnen kann sich so recht vorstellen, dass Frauen in Deutschland alleine aufgrund der Tatsache, dass sie a) Mutter oder b) alleinerziehend sind, keinen Arbeitgeber mehr finden. Das ist in Skandinavien wirklich kein Problem. Skandinavierinnen, Ihr habt es besser!

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38 Kommentare auf "Eltern sein in Norwegen – aus deutscher Sicht"

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Liebling nicht jetzt
Gast
Schön zusammengefasst. Ich erlebe die nordischen Länder gesellschaftlich viel weiter entwickelt als Deutschland. Ich habe einen schwedischen Mann, der die Kinder zur Kita bringt, mit ihnen zum Arzt geht und auch mal zu Hause bleibt, wenn sie krank sind. Wir arbeiten beide in Teilzeit, natürlich mit Gehaltseinbußen, aber beide Vollzeit würde in Sachen Kinderbetreuung nicht funktionieren und einer Vollzeit und der andere nur ein bisschen dazu, kam für keinen von uns in Frage. In meinen Augen ist das größte Problem in Deutschland die patriarchale Gesellschaft. Das war in den Skandinavischen Ländern nicht anders, wurde im Gegensatz zu hier, aber gesetzlich… Read more »
Dirk
Gast
Liebe Christine, Danke für den lesenswerten Norwegen-Artikel ! Gut, dass Du nochmal nachgebohrt hast, denn das Nachdenken über dieses Thema lohnt. Warum ist es dort so sehr anders? Zunächst mal habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich diese Zusammenhänge mal wieder nur aus einem unabhängigen Blog erfahre und nicht aus dem medialen Mainstream. Schon wieder etwas, was ich eigentlich gar nicht so genau wissen soll ? Damit ich nicht allzu sehr darüber nachdenke und (nicht auszudenken) Veränderungen verlange? In den Rundfunkräten sitzen (Vorsicht: Polemik!) einfach viel zu viele Vertreter, die den Unionsparteien nahestehen. Aber, zweiter Punkt und ganz im Ernst:… Read more »
Liebling nicht jetzt
Gast
@Dirk: ich finde es interessant, was du schreibst. Mein Eindruck ist, dass wir zu wenig Politiker haben, die sich für die Belange von Familien einsetzen. Ich glaube nicht, dass sich die potenziellen Wähler hauptsächlich für Rentenpolitik interessieren sondern eher die Abgeordneten selbst. Und dieses Argument, wir haben kein Geld, das man immer wieder hört, verstehe ich nicht. Bei der Größe unseres Haushaltes ist es eine Frage der Prioritätensetzung. Wollen wir Familien fördern oder Autos oder Energieintensive Unternehmen oder Banken? Wer hat die unangenehmste Lobby? Schweden hat seine Politik nach dem Krieg auf dem Verständnis aufgebaut, dass man Frauen als Arbeitskraft… Read more »
Dirk
Gast
@Liebling jetzt nicht: Wie kommst Du darauf, das sich in zunehmendem Maße alternde Wähler sich nicht für Rente interessieren. Damit macht man Walkampf und damit gewinnt man Wahlen. Klar, man muss versuchen die Prorität der Familie zu erhöhen. Das Problem ist nur: andere Themen müssen deshalb herabgestuft werden. Welche sollen das denn sein ? Z. B. : Klar, die Banken könnten wir fallen lassen, von mir aus ! Ich glaube allerdings nicht, das viele die Folgen akzeptieren. Oder : Autoindustrie und Energiewirtschaft – klar könnte man da was kappen. Aber das hätte Arbeitsplatzverluste zur Folge. Nehmen wir das klaglos hin… Read more »
Maria
Gast

Vielen Dank für diesen sehr interessanten Einblick!

Ina
Gast
Schoen geschrieben, gut zusammengefasst! Ein Grund warum wir in Norwegen leben und das schon seit bald 9 Jahren. Ein bisschen ist es gerade in Veraenderung alles, so ist es sehr kommunenabhaengig wie das Angebot an Oeffnungszeiten usw. ist, viele Kommunen gerade auf dem Spartripp u. da wird leider gerne am Kiga/Schulangebot gespart, ob Oeffnungszeiten oder Betreuungsschluessel, bin selbst gerade in der kommunalen Elternvertretung aktiv, da es auch in unserer Gemeinde zu Einsparungen kam. Recht auf Kigaplatz hat man mit einem Jahr, aber nur fuer Kinder vor dem 1.9. des Jahres geboren, was hier zu Problemen fuehrt, da hier in der… Read more »
Ulrike
Gast
Vielen Dank für den Bericht! Hört sich alles ganz toll an, mein Schwager wohnt in Schweden und berichtet Ähnliches. Nun jedoch dazu mein ABER: Du schreibst ja, Norwegen ist ein reiches Land, hat jedoch nur 5 Mio Einwohner. Berlin alleine hat schon über 3 Mio. Ich frage mich bei solchen Vergleichen dann immer, inwieweit wäre das System für Deutschland übertragbar. Vergleicht man da nicht Äpfel mit Birnen? Wäre wirklich alles so einfach, wenn die Politik anders denken würde? Vermutlich müssten dann an anderer Stelle Abstriche gemacht werden … Ich kenne mich nicht gut genug aus, bin also eines besseren belehrbar… Read more »
Ina
Gast
Hortbetreung kommt auch wieder ganz auf die Gemeinde an in den Ferien, grundsaetzlich haben alle Kinder ein Recht auf Hort von der 1.-4.Kl., in den Ferien hat meine Stadt keine Betreuung, Trondheim, wo ich arbeite, im Hort hat eine Hortbetreuung die ganzen Ferien, wochenweise werden dann mehrere Horte zusammengeschlossen, also ganz unterschiedlich. @Ulrike: Ja natuerlich waere so etwas auch mit mehr Bevoelkerung moeglich, oft hat man durch die wenige Bevoelkerung hier teilweise viel groessere Schwierigkeiten mit der Infrastruktur u. mehr Kosten, denk nur mal an die Schulwege, wir haben eine Zeit 16 km von der naechsten Schule gewohnt, da bestand… Read more »
Frau Kreis
Gast
Ich habe in meiner Zeit in der IT viel mit norwegischen und schwedischen KollegInnen zu tun gehabt, und immer, wenn wir auf Kinder/Erziehung/Betreuung zu sprechen kamen, wurden die deutschen Verhältnisse belächelnd zur Kenntnis genommen, ungefähr so, wie wir nachsichtig über Menschen lächeln, die ihr ganzes Haus mit Kohle heizen und sich mit kaltem Wasser waschen und erklären, das mache ihnen überhaupt nichts aus, im Gegenteil, das sei die beste Lebensweise. Ich bin zwar nicht mit einem Norweger verheiratet, wir haben das mit der Kinderbetreuung und -erziehung bei unseren Dreien aber ähnlich praktiziert: erst beide in Teilzeit, dann beide in Vollzeit.… Read more »
Imke Symens
Gast
Also, wenn ich nicht besser erzogen worden waere wuerde ich sagen: Bullshit! Entschuldigung, aber ich lebe nun seit 13 Jahren in Norwegen. Wir (mein norwegischer Mann und ich) haben 2 Kinder im Alter von 3 und 6 Jahren. Zum Glueck hatten wir die Moeglichkeit (und die haben hier viele, ziehen es aber vor nach 12 Monaten wieder arbeiten zu gehen…) unsere Kinder nicht mit einem Jahr in den Kindergarten zu geben. Wie sieht denn so ein Tag aus fuer ein 12 Monate altes Kind, das meistens noch nicht mal laufen kann und von ca. 07.30-16.30 (im schlimmsten Fall von 07.00-18.00,… Read more »
Frau Kreis
Gast

Ich habe Probleme mit dem Begriff “bei fremden Leuten abstellen”. Wenn ich meine Kinder in die Kita gegeben habe, dann i.d.R., nachdem ich mir das pädagogische Konzept und das Personal angeschaut habe – und nach mehrwöchiger Eingewöhnungszeit. “Fremd” waren die Menschen, die sich um unsere Kinder gekümmert haben, damit nicht mehr. Und als “abgestellt” kann ich ein Kind, das in kleinen Gruppen mit anderen Kindern spielt, in der Wald- und Wiesengruppe draußen spielt und mit seiner Erzieherin mit Bilderbuch auf dem Sofa kuschelt, auch nicht bezeichnen.

Angela
Gast
Hallo Imke – und danke. Hab auch mal über Norwegen gelesen, dass Frauen, die sich mehr Zeit für die Kinder/Familie nehmen, sehr schlecht angesehen sind. Und das finde ich schade und das zeigt, dass leider nur die eine Seite der Medaille gefördert wird. Ich bin auch für jedes Kind drei Jahre zu Hause geblieben und würde es immer wieder tun. Natürlich keine Karriere gemacht…. Aber ich denke auch, dass man sein einjähriges Kind nicht einen ganzen Tag ohne Kontakt zu den Bezugspersonen lassen darf. Und Kita-Tanten sind allenfalls Bezugspersonen in einem größeren Bekanntenkreis, aber keine engen, zumal sie wechseln und… Read more »
Ina
Gast

@Imke: Wenn ich fragen darf wo aus Deutschland kommst du denn her?
Ich bin jedenfalls froh, dass man hier die Möglichkeit hat Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen und dass es eine andere Einstellung der Familie und Kindern gegenüber hier gibt.
Ich hatte meine Kleine 2 Jahre zu Hause, habe nie irgendwelche Kommentare deswegen bekommen.
Kiga bedeutet für mich kein Abstellen und auch keine fremden Leute. Wir haben auch schon den Kiga gewechselt wegen unpassenden Konzept und Angestellten.
Das Wichtigste für mich mein Kind ist zufrieden und liebt den Kiga, fragt jedes Wochenende ob den wirklich zu ist ;-).

will auch meinen Senf dazugeben :)
Gast
Danke fuer den informativen Text und auch an die KommentatorInnen, wie interessant! Wurde beim Lesen ganz neidisch. Ich lebe in den USA und kann von einer frauenfreundlichen Familienpolitik nur traeumen. Betreuungsmoeglichkeiten gibt es zuhauf, zeitlich flexibel, alles kein Problem, WENN man genug verdient, sich das Ganze auch leisten zu koennen. Halbtags (!) Kindergarten fuer mein vierjaehriges Kind kostet, wenn’s guenstig ist, mindestens $600 im Monat, fuer ein zweijaehriges Kind mindestens $800, oder knapp $70 pro ganzen Tag. Zwei Kinder betreuen zu lassen kann dann schon mal mehr kosten, als Frau verdient. Und ich wohne nicht etwa in einer Metropole, sondern… Read more »
Susann
Gast
Es gibt auch in Deutschland Männer, die die norwegische Einstellung zu Kindern und Familie teilen. Mein Freund kümmert sich mindestens so viel wie ich um unseren Sohn. Dass das nicht selbstverständlich ist, wird ihm allerdings auch häufig genug im Kollegenkreis vor Augen geführt. Er hatte ein Gespräch mit seinem Chef und fragte an, wie es denn mit Teilzeit aussieht (er arbeitet jetzt 80%). Der Chef wiederum fragte, ob denn seine Fehltage (aufgrund der Krankheitswelle im ersten Kita-Winter) denn wieder weniger werden und ob er denn familiär richtig aufgestellt sei. Sprich: Ob denn seine Frau sich nicht um die Kinder kümmern… Read more »
Ulrike
Gast
Mein Chef hat selbst 4 Kinder (5-16 Jahre, seine Frau ist ebenfalls berufstätig, die Kinder werden in Schule, Hort, Kindergarten etc. betreut), er weiß also, dass Kinder auch mal krank werden. Wenn das Kind meiner Mitarbeiterin jedoch krank ist und nicht schnell wieder gesund wird, ist er maulig und es kommen blöde Sprüche. Wenn also Chefs, die selbst Väter sind, schon Unverständnis (kranken) Kindern gegenüber haben, wie sollen dann erst Chefs ohne Familie reagieren? Leider sind sowohl mein Chef als auch seine Frau selbstständig, sodass sie nie einen Vorgesetzten vor der Nase haben, der sie rügen könnte, weil die Kinder… Read more »
Mama notes
Gast

Den Text habe ich ja total verpasst. Schön, dass Herr Buddenbohm den nochmal hochgehievt hat. Sehr interessant. Macht mich leider wütend auf die Zustände hier in Deutschland. seufz

ernst
Gast

ich bin hier eher zufällig angekommen und passe von meinem Alter her nicht mehr in dieses Diskussionsthema rein. Es herrscht auch in der Schweiz die gleiche Mentalität wie in Deutschland!
Auch gibt es bei uns viele Eltern, die in der Kindererziehung ihre Verantwortung zu wenig wahr nehmen und die Kinder mit Geld abspeisen. ” Geld haben ” ist in unserer Gesellschaft ein zu wichtiger Lebensfaktor geworden. Schade…

Finnya
Gast

Tja… Ich war die Hauptverdienerin! Der Plan war, ich bleib 8 Monate zu Hause und mein Mann anschliessend 6 Monate. Trotz Zwillingen wollte er es so (ich war so stolz!). 1,5 Monate später waren er und somit auch die Kinderbetreuung weg! Wären meine Eltern nicht ad hoc eingesprungen, hätte ich neben meinem Mann auch noch meinen Job (und dadurch auch mein Haus und meine wirtschaftliche Unabhängigkeit) verloren! Ohne familiäre Unterstützung und eine riesen Portion Glück hätte ich den Start in unser Leben ohne Papa nicht so gut geschafft! Der Staat hätte mich nicht auffangen können!

Tep
Gast

Haben sich die “nordischen” an der DDR orientiert als sie die KiTas eingerichtet haben? Ich meine da mal was zu gelesen zu haben.

Jedenfalls stelle ich fest, dass die KiTa-Öffnungszeiten bei uns (6.30 – 17.30) in Gesamtdtl. nicht selbstverständlich sind. Freunde und Bekannte aus Bayern können das immer icht fassen. Allerdings müssen wir beide auch arbeiten gehen um über die Runden zu kommen.

Jana Pavlinova
Gast
Guten Tag, ich habe mir mit Interesse Ihre “Zusammenfassung aus Norwegen” gelesen… Ich muss Ihnen sagen, ich habe beinah die Gaensehaut dabei bekommen…trotzdem ich mich zu einer eher “Feministin” zaehle…das wassie hier beschreiben ist mir schon zu viel… aber es ist schoen die Unterschiede zwischen den Mentalitaet zu sehen..ich sage Ihnen kurz meine Ansicht. Ich bin 35 Jahre alt , habe einen fast 3 jahrigen Sohn… ich bin gerne finanziell unabhangig, deswegen wartete ich mit Kindbekommen bis ich etwas Geld eingesparrt habe um eben mit meinem Kind zu Hause bleiben zu koennen.. Ich kann mir uberhauptnicht vorstellen meinen Sohn noch… Read more »
Joni S.
Gast
Ganz deiner Meinung. Heutzutage wird immer versucht, den Unterschied zwischen Frauen und Männern wegzureden. Wir sind aber unterschiedlich mit unterschiedlichen Empfindungen und Wünschen. Es ist dich im Prinzip ganz einfach: Eine Frau kann arbeiten gehen und Karriere machen. Aber die meisten Frauen fühlen sich damit nicht ausgefüllt. Und wenn sie dann Kinder haben möchte, ja- dann muss sie sich auch um sie kümmern. Meiner Meinung nach. Es hat tausende Jahre so geklappt warum geht es auf einmal nicht mehr? Und ja, ich stimme dir zu: Ich möchte auch einen Mann zum Ehemann haben. Es ist eine tolle Arbeit sein Kind… Read more »
Jana Pavlinova
Gast
…ich wuerde vorschlagen…anstatt “verdienen verdienen verdienen” mehr uberlegen wo man sparen kann…und sich mehr Zeit fur die Kinder nehmen…haben sie mal gehoert wie viel Essen sich in Deutschland (USA) auswirft? wenn man zu Hause mit Kind ist, kann man sehr gut billig kochen, gunstig einkafen…weil man eben Zeit hat…man kann auch lastminute urlaub fahren gunstig, weil man Zeit hat…man braucht keinen zweiten Wagen weil man Zeit hat mit Bus oder Zug oder zu fuss zu gehen…Klamotten kann man einkaufen und wieder verkaufen in secondhand…wenn man eben Zeit hat…. Zeit ist Geld! Ich arbeite nicht, aber habe ganzen Tag Programm mit… Read more »
LiLa
Gast
Heute war einehemaliger Arbeitkollege Rentner) zu Besuch, der begeistert vom norwegischen Nationalfertag berichtete. Alle laufen in trachten rum. Und über Eltern mit Kinderwagen. Mein sehr konservativer und rechter Chef meinte.: ” Ja in Norwegen nehmen die Frauen nicht die Pille davor und danch und Frauen müssen auch keine Karriere machen”. (In Deutschland müssen ja alle Frauen Karriere machen, ich mag das Wort nicht.) Mein Einwand, dass Mütter dort meist berufstätig sind, oft auch in Vollzeit wurde nieder gebügelt. Ich habe ja keine Ahnung. Auc, dass Väter sich mehr an der Erziehung beteitigen passt ihm nicht. Mitarbeiterausall wegen Väterzeit auch nicht.… Read more »
Joni
Gast
Das ist ja alles schön und gut. Aber ich frage mich, wie es Frauen dort haben, die SEHR GERNE Mutter und Hausfrau sind. Die in ihrer Rolle aufgehen. Die -so wie viele Frauen die ich kene, auch Junge!- voller Begeisterung, Liebe und Hingabe ihre Kinder erziehen, Ausflüge machen kochen, ihr Haus schön gestalten. Die ihre Partnerschafft in vollen Zügen genießen, ebenso wie Ihre Ehemänner. Man muss sich ja heute schon schämen, wenn man als Frau sagt: “Ja, ich kümmere mich gerne um meine Kinder und ja, ich koche auch gerne für meine Familie: für meine Kids und meinen Mann. Sorry,… Read more »
Monalisa
Gast
Naja, ich denke mal mit kleinen Kindern im Haus müssen nicht unbeding beide Eltern Vollzeit in einer herausfordernden Position arbeiten oder so. Man verpasst dann wirklich viele schöne Momente. Aber es muss auch nicht zwangsläufig die Frau sein, die Zuhause alles erledigt oder beruflich immer zurücksteckt. Mein Eindruck ist eh, dass Männer schon vor der Hochzeit genau darauf achten, dass die Frau nötigenfalls in der Lage wäre, Geld reinzubringen. Generell finde ich es aber auch sehr problematisch und traurig, dass die ganze Sorgearbeit so abgewertet ist/wird und finanziell auch noch Nachteile mit sich bringt. In der Gesellschaft, in der wir… Read more »