Gastbeitrag: Mütter als Kollegen? Mehr Fluch als Segen!

Der Großteil aller Mütter in Deutschland, rund 68 Prozent, ist berufstätig. Mehr als zwei Drittel davon arbeiten in Teilzeit. Viele Jahre hatte ich, in verschiedenen Unternehmen, mit diesen Müttern zu tun. Nicht als Kunden oder Klienten, sondern als Kolleginnen.

Eine Mutter als Kollegin ist eine besondere Spezies. Berufstätige Mütter können nämlich vor allem eines in Perfektion: purer Horror sein. Sie fordern. Anerkennung beispielsweise. Nicht unbedingt für die geleistete Arbeit, sondern primär für die Doppelbelastung, die sie als Mutter mit Berufstätigkeit haben. Oder Rücksichtnahme. Nicht nur auf Ferienzeiten bei der Urlaubsplanung, sondern arbeitstäglich. Rücksicht auf Kita-Zeiten und Kita- Streiks, Kinderarztbesuche und Ballettstunden, Kindergeburtstage und Ponyreiten, schlaflose Nächte aufgrund von Brechdurchfall und so weiter und so fort.

Frau rauft die Haare
© Jürgen Fälchle Fotolia

Mütter organisieren ihre Freizeit während der Arbeitszeit

Derlei Ereignisse im mütterlichen Alltag werden zumeist in der für geboten erachteten Ausführlichkeit dem Kollegenkreis geschildert. Dieser wird natürlich auch regelmäßig über die Heldentaten der Sprösslinge in Kenntnis gesetzt. Das aufgeforderte Zeigen von Fotos des Nachwuchses, heischend nach Komplimenten, ist obligatorisch. Dass Mütter im Büro gerne und ausgiebig online für die Kleinen shoppen ist übrigens kein Gerücht, es ist schlicht die Zeit, in der sie halbwegs Ruhe dazu haben, ausführlich Angebot und Preise zu vergleichen.

Selbstredend werden gefühlt alle Aktivitäten den Nachwuchs betreffend innerhalb der Arbeitszeit organisiert. Ganz egal ob Au Pair-Suche, Terminvereinbarung beim Logopäden oder Verabredungen mit anderen Müttern oder die Koordination des Kindermädchens; alles erfolgt in Gegenwart der arbeitenden Kollegen und meist unter Zuhilfenahme der gegebenen technischen Infrastruktur.

Der hierfür erforderliche Zeitaufwand nimmt mit dem Alter der Kinder übrigens nicht ab. Statt ein Au Pair gilt es nunmehr einen Anwalt zu finden, der hinsichtlich des illegalen Musikdownloads oder Kaufhausdiebstahls mandatiert werden muss, die Ferienzeit des Teens beim speziellen Reiseveranstalter zu buchen, Gespräche mit der Klassenlehrerin zu führen und Nachhilfestunden zu organisieren. Hinzu kommt oftmals, dass stündliche Anrufe zur Ermittlung des Aufenthaltsortes des Kindes geführt werden, bei welchen zudem die Übernahme von Haushaltsaufgaben – gerne das Ausräumen der Spülmaschine – ausführlich diskutiert werden.

Mütter verursachen Mehrarbeit bei den Kollegen

Mütter nerven. Nicht nur – naturgemäß – ihre Kinder, sondern vor allem auch die Kollegen. Stehen zeitkritische Aufgaben oder Projekte an, so beeindruckt dies Kollegin Mutter wenig. Sie muss schließlich pünktlich Feierabend machen. Immer. Außer, wenn sie früher los muss. Öfter. Freundlich anzufragen, ob sie denn, weil Auftrag und Kunde immens wichtig sind, fertig werden müssen… Niemals! Blicke können nicht töten, aber Worte nachhaltig das eigene Gewissen belasten. Man möchte schließlich nicht daran schuld sein, dass ein kleines Genie seinen Weg verfehlt.

Die Mutter als Kollegin verursacht somit vor allem Mehrarbeit. Im Regelfall und erst recht im stressigen Ausnahmefall. Deadlines interessieren sich nämlich nicht für mütterliche Verpflichtungen. Eben so wenig für Krankheiten. Schleppt sich der kinderlose Mitarbeiter aufgrund eines zeitkritischen Projekts noch halbtot an den Schreibtisch, so bleibt die Mutter beim fiebernden Kind definitiv zuhause. Ist sie alleinerziehend und womöglich Mutter von zwei Kindern, so können die kinderkrankheitsbedingten Ausfallzeiten bis zu 50 Arbeitstage betragen. Im Jahr!

Mütter brauchen Extra-Arbeitspätze

Ich habe weder etwas gegen Kinder, noch gegen ihre Mütter, geschweige denn etwas dagegen, dass diese arbeiten. Aber: dem Recht auf Gleichbehandlung von Müttern im Beruf stehen in der Praxis zumeist Unwägbarkeiten gegenüber, deren Folgen zwangsläufig von den kinderlosen Kollegen getragen werden müssen. Es gibt schlichtweg Jobs und Branchen, in welchen Flexibilität das A und O ist. Es gibt Jobs, die stets 100 Prozent fordern. Minimum. Eine berufstätige Mutter kann das allerdings in den wenigsten Fällen leisten. Sie ist, völlig nachvollziehbar, mit ihren Gedanken immer auch beim Nachwuchs. Dennoch wäre es nicht nur schön, sondern vor allem fair, wenn diese Mutter sich derlei eingesteht. Gegenüber ihren Kollegen und nicht zuletzt gegenüber dem Arbeitgeber.

Mütter, die einer Berufstätigkeit nachgehen, bedürfen eines anderen Arbeitsplatzes. Sie benötigen mehr Flexibilität und zumeist eben auch Rücksichtnahme darauf, dass sie nicht nur Angestellte, sondern auch Mütter sind. Zeitgleich. Mütter arbeiten im Regelfall nicht so konzentriert und effizient, wie dies ihre kinderlosen Kollegen tun. In vielerlei Hinsicht beeinflussen sie die Produktivität sogar negativ. Es gibt Schonarbeitsplätze, Wiedereingliederung und dergleichen.

Warum gibt es eigentlich keine Mütterarbeitsplätze? Damit wäre sowohl den Müttern, als auch den immerzu kompensieren müssenden Kollegen, ebenso wie den Arbeitgebern mehr geholfen, als mit der Vortäuschung falscher Tatsachen. Denn nur wenigsten berufstätigen Mütter können einen Job so ausüben wie kinderlose Kollegen dies tun.

Nachtrag von Christine Finke: Ich fand’s schade, dass die Brigitte den Text zurückzog. Frau Hackl ebenso. Da ich selbst einen bös satirischen Text als Antwort auf Marion Hackls Polemik geschrieben habe, kamen wir miteinander in Kontakt. Und so ist diese Zweitverwertung ihres Beitrags auf meinem Blog zustande gekommen. Ich habe mich entschieden, dem Text eine neue Heimat zu bieten, weil ich überzeugt bin, dass wir uns mit diesen Stereotypen und der Debatte beschäftigen müssen, wenn wir wollen, dass sich etwas ändert.

Interview mit Marion Hackl: „Mütter als Kollegen? Mehr Fluch als Segen! Frau Hackl, wie war das gemeint?“ hier im Blog.

Meine sarkastische Antwort auf diesen Text: „Männer als Kollegen? Mehr Fluch als Segen!“; Wer auch dazu gebloggt hat, ist herzlich eingeladen, in den Kommentaren einen Link zu hinterlassen.

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SilkeAusL
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SilkeAusL

Ich habe mit ALLEM gerechnet, aber nicht mit so einem „harmlosen“ Text, nachdem ich von den ganzen Drohungen und dem Shitstorm gehört habe. Da ich ja etwas mehr über den Hintergrund Bescheid weiß, als die Menschen, die den Text zuerst auf der Brigitte Seite gelesen habe, konnte ich mich zudem noch köstlich amüsieren. Einerseits, weil ich früher, jedoch nicht ganz so extrem!, auch so gedacht habe und total genervt war, dass meine Kollegin grundsätzlich bis zu zehn Minuten nach Arbeitsbeginn erschien(Kind2,damals irgendwo zwischen 8 und 10 Jahre alt,musste noch zur Schule gebracht werden etc. ..Unverschämtheit), jeden Tag mehrmals mit den… Weiterlesen »

Bi
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Bi

Inhaltlich sag ich mal nicht viel dazu, das haben sicherlich schon ausreichend andere getan. Ich kenne jedenfalls ausreichend Gegenbeispiele, bezweifel aber nicht, dass es auch diesen Typus gibt. Aber das sind nicht „die Mütter“. Vielleicht nimmt man bei den anderen nur nicht in gleicher Weise wahr, dass sie ja genauso Mütter sind? Einen Fehler möchte ich jedoch korrigieren: der Anspruch auf Kinderkrankentage beträgt bei Alleinerziehenden 20 Tage pro Kind, insgesamt maximal 50 Tage. Um also auf diese 50 Tage zu kommen, muss man schon mindestens 3 Kinder haben, bei zweien wäre es maximal 40. Für nicht-alleinerziehende jeweils nur die Hälfte,… Weiterlesen »

SL
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SL

Sicher ist dieser Text überspitzt und nicht auf alle Mütter zutreffend, aber auf manche schon. Als erstes sei gesagt, dass ich unverheiratet und ohne Kinder bin. Aber im Büro mit Müttern kann man sich natürlich schon fragen, wie weit das Verständnis für Ausfälle auf Grund von Krankheit der Kinder, oder weil der Haustürschlüssel vergessen wurden, oder… gehen muss. Je nach (Büro) Job können Arbeiten natürlich flexibel erledigt werden und auch mal ein paar Stunden/Tage liegen bleiben, aber falls nicht, und man zeitkritisch Emails und Telefonate abarbeiten muss, kann es für Nicht-Mütter und -Väter schon zu einem Fluch werden. Denn dann… Weiterlesen »

Bea
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Bea

Tscha, so isses, ganz einfach und viele Male erlebt.
Allerdings – die Mütter, die still un dordentlich ihr Ding machen, spürt man ja nicht als Kollegin, also gewinnt man den Eindruck, die überwiegende Mehrheit der Mütter verhält sich wie o.g.
herzlichst
Bea

Regina
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Regina

Ich bin selbst arbeitende Mutter eines inzwischen fast 18-jährigen Sprosses und habe nach einer kurzen Babypause durchgehend Teilzeit gearbeitet. Ich erkenne in den Schilderungen sowohl mich selbst, also auch vermutterte Kolleginnen wieder. Natürlich ist der Text überspitzt formuliert aber die Scheuklappen aufzusetzen und so zu tun, als ob Mütter – oder lieber Eltern?!? – genau so belastbar und flexibel wie Kinderlose wären, bringt die Diskussion doch auch nicht weiter. Gerade hat uns eine alleinerziehende Kollegin verlassen, die die letzten 1 1/2 verzweifelt darum gekämpft hat, ihrem Kindergartenkind und dem Vollzeitjob gerecht zu werden. Beides hat nicht so wirklich gut geklappt,… Weiterlesen »

Carla
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Carla

oooohhh, „mein“ Thema, und nur durch Zufall gefunden. Aber mir gefällt es sehr, dass jemand überhaupt mal etwas zu diesem Problem sagt, wenn es auch sehr überspitzt und etwas bösartig daher kommt, denn selbstverständlich trifft das nicht auf alle arbeitenden Mütter zu, aber eben auf einige und zwar genau auf die, die meist auch am lautesten und aktivsten ihre Rechte samt Rücksichten einfordern. Nach meiner Erfahrung sind darunter dann auch gleichzeitig viele Mütter, die auf anderen Plattformen auch gerne mal als „Hubschraubermütter“ bezeichnet werden. In letzter Zeit ist es unglaublich „in“, nicht nur Kinder zu haben, sondern als Frau auch… Weiterlesen »

Bianca
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Bianca

Ihr Kommentar trifft mich. Wenn nicht einmal Sie als Alleinerziehende Verständnis für die Situation von Müttern aufbringen und sich solidarisch zeigen – wer soll denn dann bitte damit anfangen?

Jutta
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Jutta

Hallo Carla,

ich stimme Ihnen vollumfänglich zu! ;-) Habe zwar keine eigenen Kinder, aber die Sonderrechte, die sich Kolleginnen (trotz momentan sehr ausgedünnter Personaldecke!) rücksichtslos herausnehmen, haben mich gerade eben zur Weißglut gebracht! Wenn von 11 Kolleginnen und Kollegen 4 Mütter ‚verdauen‘ muss, dann weiß man, wovon Sie sprechen!

Viele Grüße

Jutta

Maria
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Maria

Also ehrlich, das alles ist ja noch harmlos, dass aber kinderlose Frauen sich derart mokieren grenzt an Gemeinheit. Wobei die wissen sollten, dass Mütter oder Männer allgemein über diese kinderlosen Frauen insgeheim sagen, dass diese doch ab spätestens 50 abtreten sollten (ins Wasser gehen mit Fesseln oder kurz und schmerzlos in die Psychatrie, denn die zehren unheimlich Rentenbeiträge) obwohl sie am Abend und am Wochenende und und und ausruhen können. Aber es gibt nichts schlimmeres als Frauen gegen Frauen !

Bianca
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Bianca

Wenn man mal versucht, die persönliche Ebene („ich kenne aber jemand der…“ und „ich selbst bin sowieso ganz anders…“ etc pp) wegzulassrn, beschreibt die Autorin ein gesamtgesellschaftliches Phänomen: die Logik der Arbeitswelt (messbare Leistung) überlagert im Normalfall die der Lebenswelt (alles andere). Auch in unserer Freizeit und der Familienzeit soll alles einwandfrei auf die Deadline hin funktionieren und wir sollen mit unseren Fitnessarmbändern die richtige Schrittzahl messen. Im Gegenzug dazu, ist es verpönt, wenn die Lebenswelt ihre Logik mit in die Arbeitswelt bringt. Kinder sind Lebenswelt pur – ihr Leben passt sich keiner wirtschaftlichen Logik an. Sie sind eben einfach… Weiterlesen »

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Von der Brigitte zensiert  | ***no status***

[…] Ein wunderbarer Beitrag von @Mama_arbeitet über Berufstätige Mütter.  […]

Jessica
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Jessica

Vielen Dank für die Veröffentlichung. Ich konnte den ursprünglichen Artikel bei Brigitte nicht mehr lesen. Ich habe auch schon mit den im Artikel angesprochenen Müttern gearbeitet, was für mich einer der Gründe war, meine damalige Stelle zu verlassen, da ich damals die einzig Kinderlose war und die liegengebliebene Arbeit gar nicht mehr auffangen konnte. Aber ich habe auch schon mit berufstätigen Müttern gearbeitet, bei denen ihre Kinder und Mutterschaft am Arbeitsplatz gar keine Rolle spielten und die ihre Arbeit genauso gut wie jeder andere bewältigten. Und jetzt arbeite ich mit einer Mutter zusammen, die engagierter und leistungsfähiger als jeder andere… Weiterlesen »

Diana
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Diana

Gut gemacht! Schande über die Mütter…. erst ein Kind anschaffen und dann auch noch den Anspruch haben wieder arbeiten zu gehen. Wobei… die Mütter arbeiten ja nicht, sondern erholen sich ja von zu Hause. Wahrscheinlich sind das sogar Mütter die NICHT gestillt haben, weil sie zu bequem dafür waren. Und die… um Gottes Willen… nicht nur Bio für die Familie kochen. Ich arbeite Teilzeit, mit vielen anderen Teilzeitmüttern und es klappt hervorragend. Absprache, Effizienz und das Wissen um die Situatuion der anderen macht viel möglich. Ach ja, eine Kollegin arbeitet Vollzeit… hat keine Kinder… und diese Kollegin ist bei uns… Weiterlesen »

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Das Bloggen der Anderen (35) | Familienbetrieb

[…] Reaktionen den Artikel von Marion Hackl aus dem Netz genommen hatte, hat Christine den Beitrag auf ihrem Blog veröffentlicht und außerdem noch Marion Hackl interviewt. Und zwar nicht, weil sie die im Artikel beschriebenen […]

Brad Roderick
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Brad Roderick

„Selbstredend werden gefühlt alle Aktivitäten den Nachwuchs betreffend innerhalb der Arbeitszeit organisiert. Ganz egal ob Au Pair-Suche, Terminvereinbarung beim Logopäden oder Verabredungen mit anderen Müttern oder die Koordination des Kindermädchens; alles erfolgt in Gegenwart der arbeitenden Kollegen und meist unter Zuhilfenahme der gegebenen technischen Infrastruktur.“ Sorry, aber dem muss ich doch vehement widersprechen. Ich habe auch so einige Mütter als Kolleginnen und hatte noch nie ein Problem mit ihnen. Widersprechen will ich aber der Aussage, Mütter würden ihre Freizeit während der Arbeitszeit planen. Das ist schlichtweg gelogen. Das können nämlich viele gar nicht. Nicht jeder arbeitet im Büro! Auch wenn… Weiterlesen »

Delilah
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Delilah

Die “Freizeit von der Arbeit aus organisieren“-Sache hat aber auch Gründe: Wenn ich von 8:00 bis 18:00 (bei mir leider häufig) bei der Arbeit bin und der Arzt/die Bank/die Versicherung/die Handwerksfirma…etc die Öffnungszeiten Montag bis Freitag, 8:30 bis 17:30 hat (leider häufig!), wie soll ich denn da anders Termine vereinbaren, als während der Arbeitszeit?!?
Und ich bin nicht mal Mutter und selbst ich komme meistens nur mit Hängen und Würgen innerhalb der 7-Tage-Frist zur Post, um Pakete auszulösen. Packstation gibts hier nicht und alle Nachbarn sind auch berufstätig.

Mary
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Mary

Na ja, und wenn alle so denken, steigt so langsam das Durchschnittsalter und auch das Rentenalter in Deutschland. Das belastet die kinderlosen karrieregeilen Kollegen doch auch, wann sie aufgrund sinkender Geburtenraten bald bis 70 arbeiten müssen, oder?

aba
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aba

Ah ja, kinderlos=karrieregeil. Mutter=warmherzig und selbstlos. Schön, daß es keine Stereotypen gibt.

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Männer als Kollegen? Mehr Fluch als Segen!

[…] Nachtrag vom 18. Mai 2015: Der Originaltext hat bei mir im Blog als Gastbeitrag ein neues Zuhause gefunden. […]

Margret
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Margret

Ich bin froh, dass dieses Tabu-Thema endlich jemand anspricht. Als ungewollt (!! habt ihr gehört, „karrieregeile Egoisten“-Fraktion?) kinderlose Frau musste ich bei jedem einzelnen Job, den ich seit meinem Berufseinstieg hatte, die zum Teil erheblichen Ausfallzeiten von Müttern kompensieren. Im extremsten Fall habe ich über einen Zeitraum von einem halben Jahr in einem hektischen Sekretariat den Arbeitsanfall von zwei Vollzeitstellen übernommen und war am Ende dieser Periode selber völlig erschöpft. Das grandiose Scheitern der „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, wie wir es tagtäglich erleben, mag scheinbar niemand wahrhaben. Alles, was dabei entstehet, sind verhärtete Eltern/Kinderlose-Fronten und genau das permanente Angefeinde,… Weiterlesen »

Jutta
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Jutta

Super formuliert! Das trifft den Nagel auf den Kopf!

Sve
Gast
Sve

Seit ich als Mutter von 2 Kindern in Teilzeit arbeite, habe ich weder Zeit zum surfen, noch zum ausgiebigen Kaffeeklatsch mit den Kollegen. Eben weil ich pünktlich gehen muss, arbeite ich zielstrebig durch. Das war vor meinen Kindern in Vollzeit ganz anders! Da haben alle Kollegen im Büro ab Mittag gaaanz ruhig gemacht. Um diese Zeit starte ich durch zu Job 2 und 3 (Kinder und Haushalt) und zwar unbezahlt und ungesehen.
Trotzdem flöten mir mittags die Kollegen „Tschüüüss schönen Feierabend“ zu. Feierabend? Wann?