Ich schaffe das nicht, Frau Merkel! #Alleinerziehend

Ich schaffe das nicht, Frau Merkel! #Alleinerziehend

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JulieLouis Pixabay.com
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Ich bin alleinerziehend und selbstständig. Und ich bin heute sehr, sehr müde. Die Müdigkeit ist so groß, dass sie für Wut nicht mehr ausreicht. Es ist dicke, schwere Verzweiflung.

Was ist passiert? Nichts weiter, ich war nur 4 Tage mit den Kindern verreist, auf einem Familienfest in Norddeutschland. Wir fahren fast nie weg, schon gar nicht über Nacht, weil sich das nicht gut mit der Selbstständigkeit und meinen Kindern verträgt. Die Selbstständigkeit ist jung und war nicht ganz freiwillig: Ich wurde mit 45 entlassen, als ich schon alleinerziehend war, aus betrieblichen Gründen, und danach wollte mich leider keiner mehr fest einstellen. Dabei habe ich immer so gerne im Büro gearbeitet, ich brauche Kollegen und das Gefühl, gemeinsam an etwas zu arbeiten. Aber Frauen mit Kindern haben es sowieso schwer auf dem Arbeitsmarkt, Frauen über 45 auch, und als Alleinerziehende könnte ich 50 Tage pro Jahr wegen kranker Kinder fehlen, das tut sich kein Personalchef an. Ich verstehe das sogar. Denn die Kinder sind wirklich dauernd krank.

Vorhin erst musste ich die Jüngste schon am Mittag von der Schule abholen, weil ihr schlecht war. Dabei hätte sie heute einen Ganztags-Schultag gehabt, aber Pustekuchen, sie ist nun zuhause. 4 Stunden konnte ich heute früh arbeiten. Das ist verdammt wenig. Ich komme auf keinen grünen Zweig, es ist ein Wunder, dass ich mich inzwischen aus dem Wohngeldbezug herausgearbeitet habe, dass wir keine Sozialleistungen mehr beziehen, und dass ich finanziell über die Runden komme, 4 Jahre nach Gründung der Selbstständigkeit. Ständig sind Ferien, immer ist irgendwas, Leute mit Kindern kennen das, aber ich mache alles alleine, immer, seit 6 1/2 Jahren, nie bleibt Zeit für mich, der Haushalt dreckt trotzdem ein, ich hole immer neue Zettel mit Terminen und Änderungen aus den Schulranzen der Kinder, gehe zu Elternabenden, kümmere mich um alles, vergesse Dinge, und lasse mich dafür schief anschauen. Keiner tröstet mich oder nimmt mich in den Arm, und „Du machst das gut“ höre ich höchstens von Fremden auf twitter, die mir Mut zusprechen.

Ich hab’s so satt. Frau Merkel, ich ziehe hier drei Rentenzahler von morgen groß. Und ich werde in Altersarmut leben, wie die meisten Alleinerziehenden auch, wie viele Mütter, die nur in Teilzeit oder gar nicht gearbeitet haben, und wie sehr ich mich auch bemühe, ich verdiene nie genügend Geld, um noch etwas Zeit übrig zu haben. Fahre ich ein Mal im Jahr 4 Tage weg, wie gerade erst, wankt mein brüchiges Gefüge rund um die Arbeit und den Haushalt so sehr, dass mit einem Anruf aus der Schule, dass ein Kind krank ist, bei mir der Wunsch wach wird, alles hinzuschmeißen, zu sagen, ich packe das nicht, mich alleine um drei Kinder zu kümmern und zu arbeiten, nie frei zu haben, keinen bezahlten Urlaub, keine bezahlten Krankheitstage, keine Pause, keine Ferien, es geht einfach nicht.

Denn der Kindsvater wird in Deutschland nicht gezwungen, sich um seine Kinder zu kümmern (hier steht Vater, weil 90% der Alleinerziehenden Frauen sind), egal, was das Familiengericht sagt, es klingt so gut, der Vater habe „das Recht und die Pflicht“ für seine Kinder Sorge zu tragen – faktisch ist das eine Floskel, die nichts bedeutet. Die Alleinerziehende kann den Vater der Kinder nicht zwingen, sich zu kümmern, auch nicht per Gerichtsurteil (Ich habe es versucht). So einfach ist das. Er kann weit wegziehen im Gegensatz zu mir, die ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht habe, ich aber darf mit den Kindern nur mit seiner Einwilligung den Wohnort wechseln. Und wenn ich mich nicht um die Kinder kümmere, tut es keiner. Ich schultere alles alleine. Für heute bin ich platt. Und arbeite nicht, obwohl ich das sollte. Ich streike. Ich schaffe das nämlich gerade nicht mehr, Frau Merkel.

199 Kommentare

  1. Liebe Frau Finke, wieder einmal aus der Seele geschrieben ….. kleines Trösterle ….. es kommen auch wieder bessere Tage! Aber ich verstehe Sie sehr gut. Auch wenn ich – dem Himmel sei Dank, angestellt bin, „nur“ ein Kind habe (das allerdings schon in der Schwangerschaft alleine) und eine Mutter habe, die ab und an und im Notfall willig ist, mir mein Mädel abzunehmen, wenn auch meistens nur, um zu arbeiten oder mal eine Nacht durchzuschlafen …. um die 40+Stunden vollzukriegen und mich nicht von meinen sämtlich männlichen und begatteten Kollegen schräg anmachen zu lassen …. Alles Gute und Sie sind nicht alleine mit allem und dieser fürchterlichen Situation Ramona Graf

  2. Ich glaube das Einzige, was dagegen hilft ist, ist dass wir Frauen uns die Möglichkeit holen genauso gut zu verdienen wie Männer und die Möglichkeit holen beim großen Business genauso mitzumischen. Wir müssen uns durchsetzen mit unseren Vorstellungen.

    Dann: Hilfskräfte müssten direkt von der Steuer absetzbar sein. Und wenn der Vater sich nicht kümmert müsste er einfach viel mehr zahlen, damit der /die Alleinerziehende Entlastung bekommen/kaufen kann, denn die Familie wohnt doch meist weit entfernt. So einfach wäre es die Rahmenbedingungen für Aleinerziehende erheblich zu verbessern. Für letztere beiden Punkte könnte man auch eine Petition starten.

    Es ist nämlich eine ganz schön große Schweinerei, was da so passiert. Ich bin alleinerziehend geworden, als meine Kinder schon 14 und 17 waren, und das war auch hart weil es gleichzeitig mit einer Umstrukturierung in meiner Firma (bin selbstständig) passierte, die mich voll forderte. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, wie das mit kleinen Kindern ist und ich ziehe den Hut vor allen Frauen, die diese Aufgaben erfüllen und die Verantwortung ganz alleine tragen, oft am Rande Ihrer Kräfte. Es ist fast nicht leistbar, zumal ja auch oft noch Krankheiten dazu kommen. Und unsere Gesellschaft tut so, als existiere ein solches Problem nicht, als sei es ein Individualproblem und kein strukturelles, als sei das Jammern Anstellerei etc. Deshalb Christine Finke – Chapeau für Ihren Mut diese Themen ans Licht zu bringen. Ich wünsche Ihnen wirklich alles Gute. Und bei einer Petition bin ich dabei.

    Herzliche Grüße aus Berlin Eva-Catrin Reinhardt

  3. Ja. Ich weiß, was du fühlst. Zwar habe ich nur einen Zwerg, dafür aber eine ganz schöne Last an gesundheitlichen Einschränkungen und einen ebenso inaktiven und unzuverlässigen Kindsvater. Wir haben ein ähnliches Alter. Und erst heute sagte mir mein Fallmanager: Sie kämpfen an allen Baustellen und werden doch nie die Spitze des Eisberges erreichen. Beruflich gibt es auch nicht viele Alternativen für Sie, obwohl sie eine intelligente, gebildete, engagierte und ausdauernde Frau mit vielen Erfahrungen haben, die so mancher Studierende nicht erreichen wird. Aber: in Deutschland gehört unter allem ein Qualifikationsstempel (Meister, Bachelor, Studium etc.) darunter, um Qualifikationen nachzuweisen.

    Ich bewundere deinen Mut zur Selbstständigkeit. Da ich aber zusätzlich zu den Kinderkrankheiten selbst ständig ausfalle, wage ich diesen Schritt einfach nicht. Denn Selbst und Ständig funktioniert in meinem Kontrukt leider nicht und Telearbeit ist leider in Deutschland noch eher verpönt, denn gefördert/gewollt.

    Leider wird Mutti das hier nicht lesen… fürchte ich… fühl dich gedrückt! Das Mantra „es wird besser“ kann ich leider für dich nicht vorbeten, weil es eine Lüge wäre.

    Schwesterliche Grüße aus Hannover

    Astrid

      • wenn es ein Bachelor in „ost-tibetanischem Traditionsklöppeln nach post-leninistischem Duktus“ oder etwas ähnlich Sinnvolles ist, dann ja
        nur hat das weniger damit zu tun, dass der Abschluss von einer Frau erworben wurde, sondern vielmehr damit, dass auch ein „summa cum laude“ darin, absolut unbrauchbar ist.

        • Das ist jetzt der letzte Kommentar von dir, den ich vorerst freischalte, bei einigen anderen habe ich mir vorbehalten, das zu unterlassen, Bernhard. Wirklich konstruktiv finde ich das nicht, was du hier beizutragen hast. Viele Grüße, Christine

  4. „Er kann weit wegziehen im Gegensatz zu mir, die ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht habe, ich aber darf mit den Kindern nur mit seiner Einwilligung den Wohnort wechseln.“

    Unsäglich, welche verworrene Denke hinter den ganzen Regeln und Gesetzen steht. Und zum Heulen, wie wenig davon in der Öffentlichkeit bekannt ist.

    – Danke, dass Du das AUCH noch übernimmst, obendrauf auf dem Berg :(
    vg
    almut

    • Als Kind einer Alleinerziehenden kenne ich die eine Seite.
      Als getrennt lebender Vater auch die andere.
      Faktisch sieht es bei mir so aus:
      – Kindesunterhalt wird pünktlich bezahlt
      – in voller Höhe
      – zusätzlich wird das Haus, das gemeinschaftlich während der Ehe erworben wurde (und in dem meine geschätzte Gattin meinen Vorgänger/Nachfolger vögelt) zu 100% von mir bezahlt
      – meine Gattin hat im gesetzten Alter von 26 beschlossen, keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit mehr nachzugehen. Sie ist heute 60.
      – Unser Sohn wird in diesem Monat 16 Jahre alt
      – ich verdiene 6250 Euro im Monat, mir bleiben nach allen Abzügen, Abzahlungen und Unterhalt 245 Euro im Monat zum Leben (ja, halber Hartz IV Satz).
      – meinen Sohn habe ich zuletzt vor 3 Jahren sehen dürfen
      – auf Grund „gesteigerter Erwerbsobliegenheit“ habe ich meinen Beruf aufgegeben, bin fast 300km weggezogen und habe hier eine Tätigkeit aufgenommen, die zwar nicht meinem während des Bestehens der Ehe ausgeübtem Beruf entspricht, aber wenigstens für ein selbst-verdientes Auskommen sorgt.

      Ob es nun jemand glauben will oder nicht, selbst wenn ich deutlich mehr Geld zur Verfügung hätte, wäre ich gänzlich ungeneigt meiner betrügenden (und gelegentlich handgreiflich werdenden) Noch-Ehefrau auch nur einen Cent mehr, als unbedingt nötig (unvermeidlich) zukommen zu lassen.

      Laut geltender Rechtsauffassung ist eine fremdgehende, arbeitsscheue Sozialhilfeempfängerin im Übrigen ein wesentlich besseres Vorbild für einen Teenager Jungen, als ein hart arbeitender (60 h+/Woche) Vater.

      • Das deckt sich überhaupt nicht mit der Gesetzeslage, Bernhard. Getrennte Mütter müssen, wenn das Kind 3 Jahre alt ist, wieder in Vollzeit arbeiten gehen. Dann seid Ihr wohl noch nach altem Recht geschieden worden? Heute ist das alles ganz anders.

        P.S.: 16-Jährige entscheiden selbst, ob sie den anderen Elternteil sehen wollen. Da redet auch kein Gericht mehr rein.

        • und was soll ich tun? Meine verehrte Ex-Gattin unter meinem Vorgänger-Nachfolger (ist ein und der Gleiche) hervorzerren und zur Arbeit zwingen? und wenn ja, wie denn?

          die letzte Anhörung war am 12. September, gibt es schon neueres Recht? ich lasse mich ja gerne belehren.

          P.S.: Nach der Gesetzesänderung des Oktobers des letzten Jahres, nachdem der scheidungsunwillige Teil einen belegbaren Grund vorlegen muss, warum statt eines Trennungsjahres, drei Trennungsjahre anwendbar sein sollen, konnte meine verehrte Herzensdame die Scheidung nicht weiter hinauszögern. zu dem Zeitpunkt hatte sie mir ein Kontaktverbot auferlegen lassen (zu sich, dass sie Adresse und Telefonnummer mit meinem Sohn teilt, ist nebensächlich), ich darf weder hingehen, noch anrufen, noch schreiben, noch mailen. Einem 12 jährigen fast 3 Jahre lang und ohne Widerworte eingeredet, was für ein böser Mensch sein Vater sei, schon hat dieser, verständlicherweise, keine Lust seinen Vater zu sehen.
          Nennt man PAS (parental Alienation Syndrome) – Kindsentfremdung, wird aber quasi nicht diskutiert, weil zu praktisch 100% von alleinerziehenden Frauen verübt.
          Hilfsersuchen beim Jugendamt blieb erfolglos, weil begleitete Treffen Wochenendarbeit bedeutet hätten und da keine qualifizierte JA Mitarbeiterin (es arbeiten ausschließlich Frauen dort) zur Verfügung stehen würde. Dienstaufsichtsbeschwerde ist anhängig.

          Ich bedaure, dass in Deinem Fall der Kindsvater ein Arsch ist (sorry, für die Wortwahl). Nur verwehre ich mich dagegen, jedem Mann nachzusagen, dass deren Leben so sehr viel leichter sei, ist es nämlich nicht.

          • Ich lasse diesen Kommentar stehen, obwohl er viele Fragezeichen bei mir aufwirft. Am Ende gilt: natürlich kommt es immer darauf an, an wen du gerätst, bei den Ämtern genauso wie vor Gericht. Kontaktverbot gilt meines Wissens nur gegenüber der Mutter, nicht dem Kind, das ist ja das, was so viele Frauen empört, die Opfer von Gewalt durch den Vater des Kindes wurden. Begleiteter Umgang ginge ja auch unterhalb der Woche, wenn du das möchtest? (Auch teuer fürs Amt, ich weiß. Aber zu Zeiten, in denen Väterrechte eigentlich recht groß geschrieben werden, sollte das doch machbar sein?)

            P.S.: PAS wird in meinen Kreisen, wenn ich das mal so sagen darf, sehr viel diskutiert, weil das nämlich häufig als Vorwurf des Exmannes kommt. Und es nicht selten nur darum geht, dass die Frau sich selbst schützen will und muss. Und auch ihr Kind natürlich nicht gerne einem gewalttätigen Mann mitgibt. Das wirst du verstehen.

          • Da helfen keine schönen Reden und auch keine Sitzkreise im Rahmen männerrechtlicher Beratungsvereine, da hilft nur totaler Geldentzug.

            Zum Glück konnte ich mich dieser Existenzvernichtungsmaschine rechtzeitig entziehen. Heute versuche Betroffenen zu helfen.

  5. (nur eine sache: das mit dem aufenthaltsbestimmungsrecht und dem um erlaubnis fragen beim leiblichen vater stimmt so nicht. als inhaberin des aufenthaltbestimmungsrecht dürfte, selbst vor dem famger im fall des klagens, das recht auf ihrer seite sein.)

    ansonsten: alles gute!

    • Im Falle des Klagens – vielleicht. Denn ich brauche einen Grund für den Umzug, zum Beispiel einen festen Job in einer anderen Stadt. Es reicht nicht, zu sagen, man wolle lieber dort wohnen, weil es dort bessere Unterstützung (Familie, Kinderbetreuung, Freunde, was auch immer) gibt.

      Aber alleine die Tatsache, dass der Vater im Prinzip Narrenfreiheit hat und die betreuende Mutter dafür ständig nach Unterschriften fragen muss, ist bezeichnend. Kein neuer Ausweis, keine Schulanmeldung, keine Kitawechsel ohne die Unterschrift des anderen Sorgeberechtigten. Nicht einmal ein Girokonto auf Habenbasis für den Teenager kann ich mit meinem Kind eröffnen ohne Unterschrift des Vaters. Mit Sorge hat das wenig zu tun, wenn der Vater sich nicht kümmert. Das alleinige Sorgerecht bekommt die Frau nur ganz selten vor Gericht durch, höchstens in Teilen, wenn der Vater bei wichtigen Dingen wie der Schulanmeldung die Unterschrift verweigert. Ach, und Operationen und Therapien gehen auch nicht ohne Unterschrift. Sermon Ende.

      Danke für die guten Wünsche!

      • ich kenne das. ich arbeite im jugendamt :)) aber ehrlich – in deiner situation würde ich darüber nachdenken mit dem alleinigen sorgerecht, aus meiner erfahrung heraus würde ich sagen du hast gute chancen! weil ja – das ist extrem nervig was du da machen musst.

        • Dem ist leider nicht so. Selbst um das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen, kämpfe ich jetzt schon fast ein Jahr und dem werten Gericht und dem JA fallen immer wieder Gründe ein, warum es auch ohne gehen muss, obwohl es genügend Argumente für meine Sicht der Dinge gibt. Ich bin in der Pflicht, nachzuweisen, dass dich der Kindesvater nicht kümmert und Schwierigkeiten macht, obwohl es offensichtlich ist.

      • Hallo!
        Also ich habe eine Generalvollmacht des Kindsvater. Damit kam ich bisher überall gut durch.
        Vorlagen dafür gibt es beim Jugendamt oder im www
        Liebe Grüße und weiterhin viel Kraft!!
        Melli

        • Danke – danach werde ich mal fragen. Zuerst das Jugendamt, dann den Vater der Kinder. Kann sein, dass ihm das sogar Recht wäre. Ein Lichtblick!

      • Es ist schon ein Armutszeugnis, was alles so in Deutschland abläuft! Stellt euch vor ich wäre der Vater Eurer Kinder, ich soll mehr Zahlen zur Entlastung – Ich 37, gehe in 3 Schichten arbeiten und habe 1000€ Netto – habe einen Beruf gelernt (Schlosser) und komme auf keinen grünen Zweig! Was würde ich zahlen können ?? Sorry das ich das so sage, aber ich bin froh das ich keine Kinder habe ! Obwohl ich nichts dagegen hätte, aber was soll ich denen bieten??

      • Hallo, da hast Du leider leider recht. Ich lebe auch in Do einer Situation mit 2 Kindern. Es ist einfach unfassbar, mit welchen dämlichen Regeln wir uns zusätzlich zu allem anderen noch rumschlagen müssen. Diese Regelung entbehrt doch jeder realistischen und söltagstsuglichen Begründung.

      • Ich habe eine Vollmacht bekommen für alle Entscheidungen. Kann der Vater beim Jugendamt abgeben, und manch einer ist sicher auch erleichtert über den Bürokratieabbau. Man kann das auch für einzelne Bereiche ausstellen lassen und ist evtl. der einfachere Weg als um das alleinige Sorgerecht zu streiten.

        • Meine Sorge war bisher, dass wenn ich diesen Weg gehe, der Vater weniger motiviert ist als bisher, regelmäßig den Unterhalt zu zahlen. Frei nach, wenn ich hier überhaupt keine Rechte habe, dann werde ich bockig. Andererseits habe ich ja den Unterhaltstitel…. Ich denke da nochmal drüber nach.

          • Der Unterhaltstitel nützt dir leider im Ernstfall gar nichts. An der Stelle im Lebenslauf einer AE bin ich nämlich jetzt. Er hat im November das letzte Mal Unterhalt für seine Tochter gezahlt, seit jeher mit kurzer Unterbrechung immer über das Jugendamt, da es anders nicht funktionierte. Der Unterhalt ist tituliert, jetzt hat er wahr gemacht, was er vor Jahren schon angedroht hat: dann habe ich eben einfach kein Einkommen mehr. Mir fehlt mittlerweile die Kohle an allen Ecken und Enden. Jetzt soll das Kind auch noch ins Schullandheim, was alleine ohne Nebenkosten wie Ausstattung 350 Euro für 5 Tage kostet und mir ist momentan noch nicht klar, woher nehmen. Ersparnisse gibt es nämlich nicht mehr, aber nicht weil wir im Luxus schwelgten…
            Also, auf gut Deutsch: mit dem Titel kann man sich im Ernstfall den Hintern putzen.
            Achso, ich bin auch zu alt für Festanstellungen und daher ein im Prekariat lebender Freelancer…

          • Mist. Was mir spontan einfällt: Förderverein der Schule fragen (mir wurde das angeboten) oder über das Bildungs- und Teilhabepaket gehen. Dafür musst du allerdings Sozialleistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag oder Hartz IV beziehen.

            Oder aber, wie ich es getan habe, Prozesskostenhilfe beantragen und das mit einem Anwalt klären. Ist aber nervig und langwierig.

            Alles Gute für dich!
            Christine

          • Ich möchte nur noch mal einige kurze Infos zu den Bildungs- und Teilhabeleistungen einwerfen, weil die oben genannt wurden und vielleicht noch nicht bekannt sind:

            Anspruchsberechtigt sind auch Kinderzuschlag und Wohngeldempfänger, nicht nur ALG II Bezieher. Da sich das mit dem Wohngeld im Moment wohl auch erledigt hat, gibt es noch eine weitere Möglichkeit:
            „Bedarfe für Bildung und Teilhabe nach § 28 SGB II erhöhen den Gesamtbedarf und können
            daher einen Leistungsanspruch nach dem SGB II auslösen. Bei der Prüfung der Bedürftigkeit
            sind in derartigen Fällen die Regelungen des § 5a Alg II-Verordnung zu beachten.“

            Das Jobcenter könnte also prüfen, ob gleich 3 prinzipiell berechtigte Kinder den SGB II Bezug auslösen würden.
            Leider ist das dann auch wieder mit einigem Aufwand verbunden. Amtstermine, regelmäßige Anträge und Vermögensauskünfte, Schulnachweise etc. pp. und das alles für ein paar hundert Euro im Jahr für Schulbedarf, Klassenfahrten und anerkannte Förderstunden oder Vereine. Da muss man natürlich abwägen ob man diese Zeit nicht gleich in die Selbständigkeit steckt und das Geld so aufbringt.

            Schönen Gruß
            Dominik
            (Vater von drei Kindern (nicht alleinerziehend) fühlt mit und wünscht weniger sorgenvolle Zeiten)

      • Das stimmt doch garnicht.
        Schulanmeldung, KiTaanmeldung, sogar der neue Ausweis geht ohne die Unterschrift des anderen.

        Einzig die Banken wollen zwei Unterschriften.

        Ich arbeite auch beim JA und die Gesetze haben sich da doch geändert.

        Im Zweifel müsste der Vater klagen, wenn er die Schule nicht will. Aber das macht kaum jemand und Aussicht auf Erfolg hat es auch nicht wirklich…

        • Also hier brauchte ich noch im März die Unterschrift des anderen Erziehungsberechtigten für die Anmeldung zur weiterführenden Schule (die ich vorher eingeholt hatte.) Und beim Ausweis dasselbe, zum letzten Mal habe ich vor 1 knappem Jahr einen neuen für ein Kind beantragt. Ohne Unterschrift des zweiten Sorgeberechtigten ist da nix zu wollen. Hast du eine Quelle, Sandra? Einen Link? Würde mich sehr interessieren!

          Viele Grüße und vielen Dank,
          Christine

        • Doch, braucht man, ich bin zwar nicht alleinerziehend, aber mein Mann ist oft nicht da. Morgen gehe ich neue Ausweise für die Kinder holen und brauch für jedes Kind eine Vollmacht vom Vater, dass ich die Ausweise auch alleine holen kann.

          Schuleinschreibung steht demnächst an, in den Einschreibungsunterlagen steht, dass gegebenenfalls der Sorgerechtsbeschluss sowie Vollmachten mitgebracht werden müssen.

          • Das ist richtig Suma, du bist aber auch nicht alleinerziehend. Und das ist ein Unterschied. Du lebst mit dem Vater zusammen. Da brauchst du tatsächlich beide Unterschriften…

            Ich habe bisher für keine Schulanmeldung die Unterschrift des Vaters benötigt…
            Einfach unterschrieben, angemeldet und fertig. Hat nie jemand etwas gesagt.

            Da ich selber keine Ausweise ausstelle, kann ich nur sagen, was wir gesagt bekommen.

            Die Aussage der Sachbearbeiterin: Wenn der andere Sorgeberechtigte Elternteil länger als ein Jahr nicht unter der selben Adresse gemeldet ist, wird keine Vollmacht benötigt.
            Beim googeln hab ich zum Beispiel das hier gefunden: http://www.huerth.de/vv/produkte/rathaus/dezernat3/rechtsamt_ewo/kinderreisepass_beantragen.php

          • Interessant! Aber das halte ich für einen Fehler im Text der ausstellenden Behörde (ob ich mal hinschreibe und nachfrage? Wäre eigentlich spannend!). Wäre ja extrem auch komisch, wenn’s nur bei euch anders ist als bundesweit. Aber sicher gibt’s Ämter und Behörden, Schulen und Kindergärten, die weniger genau hingucken.

          • Das ist nicht die Stadt in der ich arbeit und auch nicht die, in der ich wohne.
            Ich habe selbst schon den Ausweis für mein Kind so beantragt. Ca. 2 Jahre her.

            Du kannst gerne schreiben.

            Ich denke es ist eine neuere Regelung und es wird noch nicht überall umgesetzt…

        • Macht kaum jemand? Meiner hat es getan. 3 Kinder -Alleinerziehend. Nie einen Cent gesehen weil er selbstständig ist und „“nichts hat“ UrLaub und Wellnesswochenenden gehen aber ständig. Ich wollte die kleine umschulen in ihre/meine Wohnortnähe. 16 km vom alten Wohnort entfernt. Er hat geklagt und gewonnen. Sie soll ihre sozialen Kontakte nicht verlieren! Und nebenbei wurde beschlossen. Kind 1 zu Mama, Kind 2 zu Papa und Kind 3 Wechselmodell. Super Sache!

      • „Ständig nach Unterschriften fragen??“
        Ist eine recht billige Ausrede

        Wieviele Kitaqechsel gibt es? Bestimmt keinen, Man ist froh einen Platz zu haben.

        Ausweise? Kinder Ausweis ist meines Wissens 10 Jahre gültig.

        Ach ja Einschulung = Unterschrift

        Also wenn ich das mal Überschlage= im Laufe des kinderlebens….5 Unterschriften?

        Nach 27 Gerichtsverfahren, in 7 Jahren, hat es die Kindesmutter geschafft, die Kinder dahingehend zu Beeinflussen, dass sie mich nicht mehr sehen wollen.

        Kraft für einen 28 ten Prozess habe ich nicht mehr….4 Monate kein Lebenszeichen von meinen Kindern…..Haben mich gebrochen.

        Trotzdem tut mir ihr Schicksal leid…ABER AUCH ICH SCHREIE NACH FRAU MERKEL!!! Doch niemand kommt….

        • Der Kinderreisepass und Kinderausweis sind 6 Jahre gültig. Und bei Umzügen muss die neue Adresse (Unterschrift vom Kindsvater bei gemeinsamem Sorgerecht nötig!) eingetragen werden im Ausweis.

          Aber was mich viel mehr erstaunt an diesem Kommentar: 27 Gerichtsverfahren!? Wie kann man das schaffen? Ich habe von Leuten gelesen, die sich 2-3 Mal vor Gericht sahen. Aber 27 Mal? Die armen Kinder.

  6. Sehr schöner Artikel. Ich habe mich als alleinerziehender Vater auch schon oft gefragt, warum die Lage für Alleinerziehende politisch so katastrophal ist. (Steuerklasse 2 ist ja beispielsweise höchstens als nen schlechter Scherz zu verstehen).

    Aber es mangelt wohl aktuell noch an einer Lobby. Und wenn man 24h für seine Kinder da ist, hat man einfach kaum Zeit, Demonstrationen zu organisieren und sonstige Lobbyarbeit zu betreiben.

    Vielleicht braucht es einen „Alleinerziehenden-Warnstreik“ ja tatsächlich mal in Deutschland. Aufmarsch vorm Kanzleramt, Trillerpfeifen, das ganze Programm.

    Besten Dank für den Artikel und Herzliche Grüße aus Bad Salzuflen,
    Daniel

      • Oh, dann wuerde sogar ich aus dem „wilden Sueden“ gen Berlin reisen …. ausser regelmaessig an die Presse zu gehen und wo auch immer es geht, auf die Misstaende hinweisen …. Wir bleiben dran!

      • Ich wäre sofort dabei, und organisiere gerne mit! Danke für Deine Worte, die auch mir aus der Seele sprechen… Seit einem Jahr selbständig und alleinerziehend. Und der Kampf mit einem Kind ist schon enorm. Am Montag war Schulanfang und der Wahnsinn geht wieder los. Ich würde mich sehr gerne mit Dir vernetzen, denn nur zusammen sind wir keine Einzelkämpfer mehr. Liebe Grüsse aus Berlin, Kathrin

        • ich wäre auch dabei, obwohl ich nicht alleinerziehend bin! und mein mann auch!
          diese missstände sind einfach so unglaublich, und sie gehen uns alle was an!

          ansonsten finde ich:
          sie machen „das alles“ unglaublich gut! ich ziehe meinen hut vor ihren und ich empfinde tiefes mitgefühl und wahnsinnigen respekt!

          liebe grüße aus der ferne

      • Ihr schreibt mir aus der Seele, ich hatte bei den vielen Streiks in letzter Zeit auch schon solche Gedanken.
        „Warnstreik“, Demo, Flashmobs gleichzeitig in mehreren Städten – irgendwas großes, öffentlichkeitswirksames! Ich wäre sofort dabei.

    • Hallo!
      Steuerklasse 2 ist ein großer Witz und man sollte wirklich endlich anfangen sich zu organisieren und protestieren. Ich bin auf jeden Fall dabei und kenne viele weitere auch nicht alleinerziehende oder ehemals alleinerziehende die es unterstützen würden. Was ist mit den Vereinen für alleinerziehende? Sind die eingeschlafen?
      Gruß, alleinerziehende ohne Unterhalts Zahlungen und einem fulltime Job.

    • Hallo! Ich bin auch alleinerziehend mit einem Kind und fast vollzeit berufstätig (34 St./Woche). Ich habe mich vor einem Monat scheiden lassen. Und habe mich riesig gefreut, als meine Anwältin mir gesagt hat, dass ich die Streuerklassenänderung erst im neuen Jahr beantragen darf. Da kann ich noch ein paar Monate bisschen mehr netto haben. Aber ich finde es auch total unverschämt, dass Alleinerziehnde schlechtere Steuerklasse bekommen als verheiratete. Das ist total unlogisch. Für Politiker aber logisch – Familienpolitik eben. Ich bin zwar keine Deutsche, aber es regt mich so dermaßen auf, auch wenn ich will, kann ich keine 40 St. mehr arbeiten, ich und mein Kind sehen uns kaum. Aber ich wohne seit 10 Jahren in Deutschland und habe immer gearbeitet und meine Steuerabgaben geleistet. Deswegen werde ich jetzt gleich eine Nachricht an Frau Merkel schicken, dass Alleinerziehende bessere Steuerklasse bekommen sollen. Hier ist der Link für alle Ungleichgültige:

      https://www.cdu.de/kontakt-merkel

      Auch wenn wir keine Zeit für Demostrationen/Petitionen usw. haben, so ein Kontaktformular auszufüllen und eine Nachricht zu schreiben, dauert nicht lange. Klar werden die Gesetze nicht so schnell verändert, aber vielleicht irgendwann. Besser als NIchts!

  7. Ein toller Artikel, der mir direkt aus dem Herzen und der Seele spricht. Auch ich ziehe drei künftige Rentenzahler groß oder eher drei Menschen, die ihre von Altersarmut bedrohte Mama mal irgendwann finanziell unterstützen müssen. Ich hoffe nicht! Es ist schon erschreckend, was in diesem Land passiert und wie die Rechtsprechung ist. Männer können gehen, müssen sogar für langjährige Ehefrauen (mit denen sie vor zig Jahren mal das traditionelle Modell vereinbart haben) nicht zahlen, können (sollen sogar möglichst) noch weitere Kinder in die Welt setzen, obwohl sie ihrer Verantwortung meist für die Erstgeborenen gar nicht nachkommen. Und wenn dann der Lebensunterhalt – sprich Unterhalt für die ersten Kinder nicht mehr reicht, können sie diesen runter fahren bzw. streichen. Vielen Frauen gelingt der berufliche Einstieg nicht mehr und wenn dann unter niedrigen Bedingungen, sie machen einen Fulltime-Job, sind einer irren Doppelbelastung ausgesetzt und bekommen weder die Anerkennung der Gesellschaft noch von der Politik – dem Staat. Man wird wie ein Single besteuert, hat aber Anhang. Die Bezahlung und Arbeitszeiten lassen zu wünschen übrig. Altersvorsorge? Von was? Und dann das gemeinsame „Sorgerecht“ was leider in vielen Fällen nur genutzt wird, um Frauen weitere Steine in den Weg zu legen. Warum darf ein Mann wegziehen, ins Ausland gehen aber eine Mutter nicht? Es wird höchste Zeit, dass sich hier in diesem Land etwas ändert!!! Sonst hoffe ich, dass auch meine Kinder sich irgendwann lieber ins Ausland absetzen anstatt hier diese Politik weiterhin zu unterstützen.

    • THIS.
      Mir ist diese ganze absurde Politik zu „wunschdenkig“ – gemeinsames Sorgerecht ist TOLL, weil sich die Väter ja alle so gern und intensiv um die Kinder kümmern; Unterhalt gibt’s für eine verlassene langjährige Ehefrau nur mehr ganz kurz, weil die Frauen MÖCHTEN ja alle arbeiten…Elterngeld gibt’s für ein Jahr, weil die Kitas ja ohnehin einen SUPERBEN Betreuungsschlüssel bieten und die Frauen darauf brennen, nach einem Jahr endlich wieder an der Supermarktkassa zu sitzen, ach Verzeihung, ihren Vorstandsposten anzutreten…da krieg ich so einen Hals, wenn Politik sich die Welt malt, wiedewiedewitt, wie sie ihr gefällt – Hauptsache billig und ideologiegesteuert.

  8. Gott sei dank, gehöre ich zu den 10%, die sich um ihr Kind kümmern!
    Auch Väter kämpfen um ihr Kind, ihr eigen Fleisch und Blut! Es gibt nichts schöneres, sein Kind aufwachsen zu sehen.

    Denn auch Frauen hauen ab, weil sie Geld riechen…

    Aber jeder hat seine geschichte☝?️

    Du machst das gut, und ja, es sollten für diese allgemein Situationen Gesetze her ??

    • Kämpfen heisst nicht kümmern. Leider verwechseln das die meisten Väter. Wir haben auch so ein Exemplar. Schade eigentlich. Denn neben dem kümmern muss ich dann auch noch kämpfen. Dabei würde ich meine energie viel lieber für kind und beruf aufwenden.

    • Ich muss sagen, den Vater, der sich nach der Trennung mega um sein Kind kümmert, und den die böse Frau davon abhalten will, muss ich erst noch kennenlernen. Aus persönlicher Anschauung und aus meinem Umfeld kenne ich das so nicht; da herrscht das Modell „Vater kümmert sich einen feuchten Dreck/vergisst oder verpasst Termine und Absprachen/muss angefleht werden, damit er mal die Kinder nimmt/zahlt Unterhalt nur ungern“ vor.
      Aber vielleicht hab ich einfach nur ein schlechtes Sample erwischt.

      • Es gehören ja zur Situation immer 2 Leute. Wie und warum es zu diesen Situationen gekommen ist, sei mal dahingestellt. Oft hilft gemeinsame Kommunikation mit einem neutralen Vermittler. Aus meiner Geschichte kann ich kann sagen, dass du als Mann gesellschaftlich durch bist, wenn deine Frau einfach geht, wegen Langeweile, Geld und anderen Männern und du versuchst, das Beste für die Kinder zu tun, den eigenen Schmerz beiseite schiebst, mit Frau, Firma und 2 Kindern 300 km weit weg ziehst, damit du für die Kinder – wie vereinbart- hälftig betreuend da sein kannst. Keiner glaubt dir, dass du trotz Elternzeit, intensiver Betreuung, Haushalt, bringen und holen der Kinder in den KiGa mindestens ebenbürtig bist in der Erziehung. Die „kleine liebe Mama“ drückt sich bei Gericht ein Tränchen raus, der Papa wird strafend vom Richter angesehen, als er auf das vorher vereinbarte Wechselmodell besteht. Alles was vereinbart war, wird gebrochen, gelogen, Meineide und dann noch bei Freunden und Familie verleumdet. Da verstehe ich, dass dann Väter an sich denken und die Reißleine ziehen. Ich nicht, habe die Selbständigkeit wegen der Freiheit für die Kinder gewählt, meine Frau hat nur stundenweise gearbeitet, nun nach dem Umzug für Mindestlohn muss sie mehr arbeiten, kriegt Kindergeld und Hartz 4 und alle Vergünstigungen für Alleinerziehende. Auch habe ich Unterhalt bezahlt, um die Kinder finanziell zu unterstützen. Trotzdem kriegen sie nur übelsten Billigfraß.Wir stehen nun beide vor dem Burnout. Die Kinder sind seit dem Umzug oft krank. Wir wechseln immer Samstag und Mittwoch nach 3,5 Tagen. Oft kriege ich die Kinder samstags abends krank, kann dann meine Termine am Montag in die Tonne treten, stecke mich bei den Kindern an und liege selbst dann mal eine Woche flach.
        Meine Frau sagte, sie wolle Krieg und die Kinder so oft betreuen, wie nur möglich. Nun habe ich mich entschlossen, vom Schlachtfeld zu gehen. Ich werde mich noch kümmern, aber nicht mehr kämpfen. Wenn die Kinder nicht wollen, bleiben sie bei der Mama, auch einzeln. Ich muss an mich denken, denn sonst tut es keiner. Gesundheit ist das wichtigste. Soll die Mutter machen, was sie will. Für mich ist es einfacher zu zahlen und alle zwei Wochen die Wochenenden mit den Kindern was zu unternehmen, denn wir haben beide nur eine Zweiraumwohnung – mit zwei Kindern. Das wird sich bei mir aber bald ändern. Auch wenn die Bindung zu den Kindern sehr stark ist und ein Kind gerne bei mir leben möchte, ist das für mich im Augenblick die beste Lösung. Später wird mindestens ein Kind bei mir leben, da bin ich sicher. Wenn die Mutter ihre Überforderung durch Zusammenbruch physisch erlebt, wird auch das ständige intrigieren und torpedieren guter und richtiger Lösungen für alle Beteiligten aufhören – Einsicht kommt oft nicht vom Reden, Bitten und Zuhören. Wir müssen lernen, dass es nur kooperativ geht, zusammen!
        Die Familie ist die kleinste Zelle der Gesellschaft und wenn eine Gesellschaft schon so weit degeneriert ist, dass nicht einmal das funktioniert, haben wir keine Zukunft. Wenn gesellschaftliche Lernprozesse über Kooperation, Ethik, Zusammenleben, Regeln etc. nicht in der Familie erlernt werden und auch nicht außerhalb in der Gesellschaft, wegen „Freiheit“, „Toleranz“, „Gesetzen“ reglementiert werden und Lernprozesse unterbleiben, kommt das raus, was wir haben. Den Anfang vom Untergang der westlichen Gesellschaft – zu dem Schluss kommen ein knappes Dutzend führender Soziologen. Lasst uns zeigen, dass das nicht stimmt, vernetzen wir uns und unterstützen wir uns gegenseitig! Bitte!

  9. Mir kommt hier immer die andere Seite etwas kurz.
    Ich hätte gern eine halb-halb Trennung gehabt, das hatten wir auch vor der Trennung. Wollte Frau nicht. Und ich denke, das wird kein Einzelfall sein. Sie wird nicht die einzige Frau sein, die das möchte, weil sie meint, die Kinder sind bei ihr besser aufgehoben – denn unser Erziehungsstil ist ein anderer, und sie findet natürlich ihren besser.

    Was ist nun also? Ich arbeite wieder Vollzeit, zahle zunächst einmal ebenso viele Steuern, und von dem was überbleibt, muss ich mehr als ein Drittel gleich weiterleiten. In diesem weitergeleiteten Geld bezahle ich IHR den Wohnraum für die Kinder – dass ich aber genauso welchen bereithalten muss für die Wochenenden, ist – GENAU: mein Privatvergügen. Denn, wie Du schon schreibst: Ich mache das ja FREIWILLIG mit den Kindern. Wenn die abgetrennten Elternteile gezwungen würden, die Kinder zu nehmen, oje! Dann würde man ja Ihren Selbstbehalt auf vernünftiges Maß setzen müssen… Für meinen Wohnraum für mich stehen mir laut der Düsseldorfer Tabelle 380 Euro inklusive Nebenkosten zu – WOW! Damit komme ich klasse hin, da eine Wohnung zu finden, in der ich und drei Kinder mehr als zwei Stunden miteinander verbringen können!
    Ein Auto ist übrigens natürlich auch mein komplettes eigenes Vergnügen, was ich von den übrigen mir laut Gesetz zustehenden 720 Euro wuppen darf. Sie wohnt auf einem Dorf, ich bin für das Holen und Bringen der Kinder zuständig – das soll ich wie genau ohne ein Auto machen? Und es tut mir leid, mein Auto ist, obwohl oder vielleicht auch weil 22 Jahre alt, nicht unter 400 Euro zu halten. Ich finde das eigentlich noch günstig für eine Familienkutsche. Die ich ja auch brauche, denn damit uns die Decke in meiner Dachwohnung nicht immerzu auf den Kopf fällt und um ihnen schöne Erlebnisse und Erinnerungen zu machen, machen ich natürlich viele Ausflüge mit den Kindern. Da ist der Kofferraum meistens voll.
    Was folgt? Ebenjenes von Dir geschildertes: Ich arbeite so viel wie möglich, und habe entsprechend keinerlei Zeit mehr in Notfällen übernehmen zu können. Und ich betone: Es war von ihr genau so gewünscht, dass sie die Kinder allein hat und ich zahlen muss. Und ich hatte dagegen keine Möglichkeit. Und: Ich werde möglichst auch bald umziehen, etwa 100km von hier weg. Denn dort kann man zumindest mit Glück eine Wohnung bekommen, die für mich und die Kinder so groß genug ist, dass sie auch etwas älter noch dort unterkommen können und die warm unter 500 Euro kostet. Hier in der Gegend muss man dafür leider das doppelte ausgeben, das ist für mich nicht mehr drin. Und natürlich ist es gut und richtig, dass SIE nicht einfach ebenso wegziehen kann – denn ich bin derjenige, der fürs Holen und Bringen der Kinder für meine Wochenenden zuständig ist! Wenn sie nun einfach weit weg gehen würde, was sollte ich dann tun, hm?

    • Hallo Benjamin,

      das verstehe ich alles – aber das mit dem Auto ist krass viel Geld. 400 € im Monat!? So viel kostet mich mein Kleinwagen im Jahr, Teilkasko und Steuern zusammengerechnet! Vielleicht lohnt sich doch der Gedanke, die alte Familienkutsche gegen etwas günstigeres, kleineres zu tauschen? Dann bleibt mehr Geld zum Leben, für die Miete, für die Kinder und dich selbst.

      Viele Grüße und auch alles Gute für dich,
      Christine

      • Sie bezahlen für Benzin, Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Kfz-Steuer nur 400 Euro im ganzen Jahr? Dann fahren Sie damit aber nicht sehr viel herum und brauchen nicht einmal eine Tankfüllung im Monat für Ihren Kleinwagen. Geschweige denn Reifenwechsel, neue Scheibenwischer, Inspektion oder gar Ersatzteile und einen Kfz-Mechatroniker.

        • Ja, das stimmt. Ich fahre keine 15.000 km im Jahr, tanke meist nur 1 Mal im Monat für 30 € und habe wenig laufende Kosten durch Reparaturen. Toi, toi, toi!

          (Teilkaskoversicherung und KfZ-Steuer liegen zusammen bei etwa 300 € pro Jahr.)

    • Hallo Benjamin,

      das ist genau der Punkt den ich auch extrem krass finde! Der Unterhaltspflichtige, wenn er tatsächlich gewillt ist seine Kinder zu sehen, muss so viel an Kosten selbst tragen! Man will ja auch ein guter Elternteil sein. Das ist ja auch im Interesse des betreuenden Elternteils (Ja ich bleibe hier neutral und sage bewusst nicht Mutter oder Vater, weil es alleinerziehend in beide Richtungen gibt).

      Wenn man mit den Kindern in den Urlaub fährt, als Unterhaltspflichtiger, dann bekommt man keine Rückerstattung oder eine Minderung des Unterhaltsbetrages für den Zeitraum des Urlaubs. Das finde ich schon eine sehr krasse Regelung! Selbiges gilt ja auch für ein größeres Auto, ein Kinderzimmer für Übernachtungen, Geld für das Bringen und Holen. All das trägt der Unterhaltspflichtige selbst!

      Ich kann da sehr wohl dann den ein oder anderen verstehen, wenn dann diese „freiwilligen Aktivitäten“ eingestellt werden oder auf ein Minimum reduziert werden. Der Gesetzgeber geht einfach davon aus, dass es ja reicht Unterhalt zu bezahlen. Alles andere ist schön und gut, aber muss ja nicht sein. Ist ja freiwillig! Dass dies aber nicht im Sinne beider Elternteile sein kann und ja letztlich nur dem Kind schadet, war wohl wieder keinem klar!

      Als Sachbearbeiter für Beistandschaften auf einem Jugendamt versuch ich das dann immer den beiden Elternteilen zu erklären. Oft knickt dann der betreuende Elternteil ein und gibt immerhin einen Zuschuss für den Urlaub oder für einen etwas größeren Ausflug. Die Alternative wäre mit den Kindern das ganze Wochenende oder die ganze Ferienwoche zuhause auf dem Sofa vor der Glotze zu sitzen und nichts zu tun. Kinderzimmer und Spielzeug würde es dann auch nicht geben! Auf dem Sofa sollen die Kinder dann schlafen und zwar im Wohnzimmer, denn für ein Kinderzimmer bekommt ja der Unterhaltspflichtige nichts! Ist ja alles freiwillig.

      Viele Grüße und Danke für deinen Kommentar!

      Stefan

  10. Ich wüsste nicht, was ich kommentieren könnte, das aufmunternd und nicht banal wäre. Ich weiß nur, dass ich das, was Sie leisten, keinen Tag hinbekäme. Keinen einzigen. Das nötigt mir größten Respekt ab. Andererseits packt mich die blanke Wut angesichts eines Systems, das Ressourcen verschwendet, Not ignoriert und Motivation und Zuversicht im Keim erstickt. Was tun? Weitermachen. Weiterkämpfen. Und zwar alle gemeinsam.

    • Dankeschön. Und ja, gemeinsam erreicht man mehr – möglichst viele Leute ins Boot holen, das ist auch mein Ansatz. Sonst wird das nie was.

      P.S.: Ich bin sicher, dass Sie das auch könnten. Genauso gut oder schlecht wie ich. Aber danke für die Blumen.

      • Danke für die offenen Worte!!! Sie sprechen mir aus der Seele. Ich bin seit einem Jahr selbständig und alleinerziehend. Seit Montag ist wieder Schule und die Betreungslogistik läuft auf Hochtouren… Mit einem Kind ist der Kampf schon enorm, daher ziehe ich vor Dir meinen Hut! Aber ich finde wir sollten und vernetzen, ich bin auch in Berlin und zusammen ist man kein Einzelkämpfer mehr!! Liebe Grüsse, Kathrin

  11. Das macht einen traurig…. aber ja, armes Deutschland…

    Benjamin hat natürlich schon auch Recht. Das andere Elternteil hat es manchmal auch nicht einfach. Aber das ist eben in jedem Fall anders und zeigt ja nur, dass die Situation vom System nicht gut gelöst ist.

    Weil wenn ich jetzt mal meinen Fall betrachte: 388 Euro im Monat für das Kind zu bezahlen und dafür aber voll arbeiten und Karriere machen zu können ist ziemlich billig. Davon kann ich nicht annähernd die Kinderbetreuung bezahlen die nötig ist, damit ich in meinem Beruf Vollzeit arbeiten kann. Und dadurch verdiene ich vermutlich erst in 12 Jahren soviel wie ich andernfalls schon in 5 verdienen würde, bekomme weniger Rente etc….

  12. hmm, finde mich in vielen, eigentlich fast, allen punkten wieder – auch wenn die ausgangslage hier eine andere war und ist. ich bin mit zwei kindern von zwei vätern alleinerziehend. kindsvater 1 ist nicht existent, weil er das kind nicht wollte und mir anmaßte, eine eigene entscheidung zu treffen, die ihn zugegebenermaßen auch betraf, aber nicht zu ändern war – da die situation nun mal so geschaffen war. mit kindsvater 2 verband mich der wunsch, zsammen eine familie zu sein. allerdings begriff ich zu spät, dass ich vor allem zu geben hatte. er war auch nicht begeistert, als ich schwanger wurde. meine entscheidung für das kind stand aber fest und er konnte sich entscheiden – wir scheiterten als paar nach gut vier jahren. auch, weil er sich und seinen job über alles stellte. gut, er muss flexibel sein in seinem beruf, gut er liebt seinen beruf und kann ohne ihn nicht sein, aber ich muss als freiberuflerin auch flexibel agieren können. und hatte nebenher zwei kinder, job und haushalt. wir hatten aufgrund getrennter wohnorte nie einen gemeinsamen haushalt, was bedeutete, ich hatte auch die last der finanziellen verantwortung immer allein zu tragen. gut, mein fehler, dass ich da nie klare absprachen einforderte geschweige denn finanzielle beteiligung – auch dafür, dass ich den großteil der familiären arbeit schulterte – und wir wissen ja alle, was da noch dran hängt an kita, schule, freunden, kindergeburtstagen, zusätzlichen terminen etc. wenn er dann zu hause war und frei hatte, war ich zugegebenermaßen in der regel so platt, dass ich wenig lust auf freizeitaktivitäten verspürte… ich konnte einfach schlicht und ergreifend oft nicht mehr. ich habe mehr der weniger durchgearbeitet vor und nach schwnagerschaft nummer zwei. lediglich die zeitum die geburt hatte ich mich etwas zurückgenommen – nicht ohne immer wieder online-präsenz zu demonstrieren, wichtige emails zu beantwirten etc. – ich brauchte meine beiden jobs ja, denn irgendwie musste die miete für meine wohnung und den lebensunterhalt ja rein kommen. jetzt lebe ich ruhiger, nicht unbelasteter, aber ich bin mit meinen töchter ok so. kindsvater 2 kommt, wenn es sein job zulässt, hat dann zeit und ist freizeitpapa. mich hat es oft auch wütend gemacht, weil die kinder ja immer den entspannten papa und die oft unentspannte und gestresste mama erleben, wo alles funktionieren muss, die wenig bis kaum zeit hat etc. aber ich bin weit davon entfernt, dinge erzwingen zu wollen, die nicht aus tiefster überzeugung und verantwortung kommen wie bspw. der unterhalt für kind 1. ich weiß ja, dass ich den kürzeren ziehen würde und außer stress nichts davon hätte.
    mir kam neulich der gedanke, dass ich die situation in deutschland sowieso für absurd halte. die demographische entwicklung ist hinreichend bekannt und erzeugt in regelmäßigen wellen für großes entsetzen und zieht allenfalls halbherzige politische maßnahmen hinter sich her. es sind aber nur bestimmte kinder gewollt in diesem land, und zwar die, mit denen die gesellschaft nichts zu tun hat. aber die gesellschaft braucht alle kinder, alle jungen und im übrigen auch alle mädchen. sie sollen ja die künftigen rentenzahler sein – es sind eh zu wenig, doch der staat steht auch in der verantwortung allen menschen die chance zu ermöglichen, für sich selbst sorgen zu sorgen können. es sollte doch kein risiko sein, kinder in die welt zu setzen. aber es ist ein risiko. ich bin sehendes auges da hineingelaufen, von anfang an mit dem wissen, es auch allein schaffen zu müssen. aber ich frage mich immer öfter, warum werden menschen mit kindern so allein gelassen. ich laufe ja schon mit dem makel rum, die kindern unter „diesen umständen“ bekommen zu haben – es ist noch nicht so lange her, da wurden frauen geächtet, die sich selbstständig für ihre kinder entschieden hatten und nicht darauf warten und hoffen wollten, dass der potentielle vater sich auch zu dieser entscheidung und verantwortung durchringen konnte. natürlich ist es im besten fall immer so, dass die entscheidung für ein gemeinsames kind glückselig im lauschigen sonnenuntergang gemeinsam getroffen wurde (wehe, wenn es dann aber nicht so klappt und funktionert), aber ist die heutige realität tatsächlich so verklärt? oder war und bin ich zu unromantisch? ich könnte mir glatt noch ein drittes kind vorstellen, wenn ich nicht so vernünftig wäre.
    ich rede hier auch nicht von almosen oder davon, dass sich menschen mit kindern in irgendeine imaginäre hängematte legen – man ist eh immen in bewegung, wenn mit kindern zusammengelebt wird – sondern eher davon, dass gesamtgesellschaftich verantwortung übernommen werden sollte – das geht los damit, dass auch frauen mit kindern einen selbstverständlichen zugang zu erwerbsleben haben sollten – und nein, frauen müssen sich nicht doppelt anstrengen, um sich in irgendeiner männerdominierten berufswelt zu beweisen. es müsste nur nach qualifikation unabhängig von geschlecht gehen…. frauen geht das hirn bei der geburt ihrer kinder ja nicht verloren, wie irrigerweise immer wieder angenommen wird, wie es scheint… denn irgendwo und irgendwann gehen der arbeitswelt diese ganzen hochintelligenten und klugen und gut ausgebildeten frauen immer wieder verloren. das kann doch nicht sein, oder? wie kann sich eine gesellschaft so einen missstand leisten? und ja, warum lassen sich die menschen so eine ungerechtigkeit gefallen?

  13. Ich bin nicht in deiner Situation, doch zeichnet deine Schilderung und die Kommentare hier ein Bild, als seien die Regelungen und Gesetze seit der Scheidung meiner Eltern in den 80gern noch immer nicht verbessert. Denn die berücksichtigen scheint’s weiterhin nicht (bzw. viel zu wenig), dass es bei den Anforderungen an die Situation nach der Trennung erst einmal um das Wohl der Kinder geht und erst danach um das Wohl der beiden Ex-Partner.
    Das bedeutet für, dass die Lebenssituation nach der Trennung so geregelt werden muss, dass die Bedürfnisse der Kinder gestillt werden – zunächst ohne Rücksicht und notfalls sogar unter Missachtung der Bedürfnisse der Eltern. Die Verantwortung können sie nicht einfach mit der Trennung aufgeben, aber wir, die Gesellschaft, haben die auch, für jedes Kind. So dürfte z.B. Sozialhilfe der Kinder niemals wegen angenommener Leistungsfähigkeit eines Elternteils eingeschränkt werden – Überzahlungen beim leistungsfähigen Elternteil zurück zu fordern ist Sache des Amtes, nicht des Kindes oder des anderen Elternteils.
    Sobald das Kindeswohl geklärt ist, muss das der Eltern geregelt werden, möglichst in Abstimmung mit den gewünschten Lebensumständen der Kinder. Wenn da ein Elternteil wegen Sorgerecht oder ähnlichem profitiert, dann wird man das für den anderen Teil auch aufrechnen dürfen. Aber letztendlich müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Elternteile geklärt werden ohne in die der Kinder einzugreifen.

    (Grundsätzlich finde ich schlecht gemachtes Recht z.B. da, wo es das Geschlecht für relevant hält – ich halte es für unerheblich ob Vater oder Mutter das Sorgerecht hat oder der/die Hauptverdiener/in ist – und völlig absurd wird’s, wo beim Kind geschlechtlich unterschieden wird. Ob das bei Scheidungs- oder Sorgerecht der Fall ist weiß ich allerdings nicht und bin froh, dass es für mich eine rein akademische Frage ist.)

    Aber jeder/jedem, der/die mit solchen Situationen wie Du kämpft gilt mein Mitgefühl und wo sich die Gelegenheit ergibt auch meine Solidarität, sei es auf Ämtern, in Schulen oder im Beruf. Deine Stärke, Christine, die Du auch bei Betonung Deiner Erschöpfung hier beschreibst bewundere ich.

  14. Huhuhuhuhu……………………. hallo…………..hallo………. und schon wieder wurde ich vergessen!
    Es gibt auch alleinerziehende Papis wo oft in Vergessenheit geraten! :)
    Bin alleinerziehend mit 5 Kindern zwischen 6 bis 15 Jahren!
    Aber Ihr Artikel ist sehr gut geschrieben……………
    Vielen Dank!

    • Du ragst halt etwas wie der Spargel aus dem Salatbeet ;-) aber abgesehen davon tiefste Ehrfurcht vor Deiner Familiensituation und alles Gute!

    • Das ist so wie beim generischen Maskulinum – die Handvoll alleinerziehenden Väter sind einfach „mitgemeint“. :-)

  15. Warum wird das nicht wirklich an die Merkel geschickt? Ich würde mich sofort mit der Unterschriftenliste auf die Straße stellen.

  16. Ach menno Christine, und ich wollte Dir doch gute Vibes und Immunität aus der Schweiz schicken, die kleben wohl noch im Bodenseenebel fest! Es gibt nichts was ich Dir mehr wünsche wie eine Woche alleine für Dich – à la einsame Insel (ja, auch ohne Web! ?), um Kraft zu tanken. Aber ein paar Jahre musst Du wohl noch durchhalten. *drück*

  17. Du machst das Sehr Gut! Ich nehme teil an der Streik!!! ich bin seit ein Jahr bei „Wohnungsuche“ ….. I have never been so humilliated in my entire life! Sometimes I think most of the people with kids in Germany keep being married just because money, taxes, a decent house and lifestyle. Those are the „values“ that keep families together, at least for 20, 30 years, till everything is paid off and the rent ensured. The jobs for women are just for „Hausfrauen“ not real jobs, is like the system want us to play the mommy works thing but you dont make a living out of it. we have to raise our voices and make noise, at least we will fell a little better by sharing.

  18. ich lese gerade die weiteren kommentare – auch meinen noch einmal. ich habe schnell und zugegebenermaßen auch etwas wirr und durcheinander geschrieben – ich war so müde.

    ich bin in dem anderen deutschland sozialisiert und mit einem anderen selbstverständnis als frau groß geworden. das ist vielleicht eines meiner persönlichen dilemmatas – nur um das mal nachzuschieben. ich begann meine verschiedenen ausbildungen und beruflichen werdegang nach 1989 und mir dämmerte unbewusst sehr früh, dass nicht alles so zusammengehen wird, wie ich es gern hätte.

    ich finde es bemerkenswert, dass immer noch von einem idealbild „familie“ ausgegangen wird. dabei sind insbesondere in den vergangenen jahren so viele facetten dazu gekommen. die finden in der gesetzgebung aber nicht annähernd berücksichtigung. ich mage eine ausnahme sein, für jedes meiner kinder habe ich mich immer erst im grunde allein entschieden, entscheiden müssen. aber selbst wenn, die entscheidung für ein kind innerhalb einer partnerschaft einvernehmlich getroffen wird, muss sich doch jeder immer selbst fragen: bin ich bereit für diese lebenslange verantwortung? ich meine, was sagen statistiken über die dauer von ehen und partnerschaften? die wie vielte beziehung von wie vielen wird früher beendet als irgendwann mal an- und vorgenommen? und auch egal, wie sich dann im einzelnen um sorgerecht und unterhalt gestritten und geeinigt wird – diejenigen, bei denen kinder leben, also hauptsächlich leben, tragen mehr verantwortung, haben die hauptlast zu tragen. emotional und natürlich auch monitär, egal ob und wieviel unterhalt. auch wenn ich das wort last als zu einseitig und negativ in diesem zusammenhang erachte. aber es ist natürlich, wie wir alle mit kindern wissen, nicht immer alles nur goldig und federleicht.

    also, warum findet die lebenswirklichkeit innerhalb der gesellschaft so wenig bis kaum widerhall? warum werden kinder immer mehr als last, als risiko und bürde empfunden, als kosten-nutzen-faktor und nicht vielmehr als das, was sie im eigentlichen sind: bereicherung und vor allem selbstverständlich. ich meine, es sollte doch niemand ernsthaft darüber nachdenken müssen, kinder zu bekommen oder nicht – außer natürlich rein individuell – aber sozialen status, geld und beruflicher werdegang und persönlicher backround als faktoren würde ich gern ausklammern wollen, die sollten doch keine rolle spielen müssen. ansonsten gäbe es in heutigen zeiten keinen einzigen vernünftigen grund, kinder zu bekommen…

    ich wünschte mir sehr, in einer gesellschaft zu leben, in der kinder eine bereicherung für alle, eben für die gemeinschaft, wären. und in der kinder willkommen und anerkannt sind, in die investiert wird – wohlgemerkt in alle kinder! – emotional wie auch strukturell. das fängt in öffentlichen bereichen und auf öffentlichen plätzen an, geht weiter zu kitas, bezieht sich vor allem auf unsere schulen und universitäten und ausbildungsbereiche. solange aber unterschieden wird und sorge und verantwortung als individuelles problem und evt.sogar als schuld (selbst schuld, dass du den mann verlassen hast odr du verlassen wurdest) abgetan wird, solange kinder im ganzen betrachtet nicht als gesellschaftliche verantwortung betrachtet werden, wird sich nichts ändern.

    sinnbildlich für das was meine: um kinder zu erziehen, braucht es ein ganzes dorf – nur erziehen würde ich eigentlich lieber mit umsorgen beschreiben wollen.

  19. Du machst das sehr gut! Und ich hoffe, daß die reise nach Nürnberg in zwei Wochen trotzdem irgendwie reinpaßt. Und vielleicht doch auch eine kleine Kraftquelle sein wird.

  20. Tja.. wie sagte mein Ex mal so treffend… du wolltest die kinder ja.. jetzt hast hald die Arschkarte.

    So isses auch…

    Ich hab 4 Kids und weis manchmal echt nicht wo mir der Kopf steht..

    Wie du schon sagst.. ständig ist irgendwas.. ständig fliegen Zettel ins Haus.. hier ein Kinobesuch ..bitte zahlen sie 15 Euro… dort ein Wochenendausflug.. besorgen sie bitte dies .. und das.. kommen sie zum Gespräch.. zum Elternabend….zur Schulveranstaltung..

    Dutzende Termine bei Ärzten.. Kontrolltermine…

    Eines meiner kids ist ein besonderes Kind.. ein Extremes Frühchen das eine Besondere Schule und besondere Förderung , Aufmerksamkeit und unzählige Gespräche und Termine bei Ärzten braucht. Noch neben dem normalen Wahnsinn…

    Ich war bis letzten Februar auch noch Selbstständig.. als dann bei mir Tumore im Kiefer entdeckt worden hab ich hingeschmissen… das ging einfach nimmer.. morgens um 5.30 Uhr raus ..nicht vor 1-2 uhr ins Bett… kopfschüttel.. für was ?

    seit August letzten Jahres ist es wenigstens so das der Vater sie alle 14 Tage am We hat… und ich mal zeit habe dinge zu erledigen die sonst immer liegen bleiben… auch mal Ausschlafen…

    ich durfte eine meiner Töchter heute auch aus der Schule abholen…Bauchweh… und auf dem Weg dahin darüber nachgedacht wie lange ich das wohl noch Stemmen kann… das alles… die Verantwortung.. allein

    Ich glaube Väter haben selten eine Ahnung davon was wir wuppen und leisten müssen um das was man Leben nennt am laufen zu halten.. wieviel Sorge und Verantwortung wir tragen..

    läuft dann mal was schief.. hat man mal was vergessen.. wird man gleich schief angesehen… wird der Kopf geschüttelt… ich brauche mittlerweile einen Terminplaner.. und eine große Pinnwand.. weil ich sonst den überblick verlieren würde.. es wird von Jahr zu Jahr immer mehr..was gefordert und verlangt wird.. so ganz selbstverständlich…

    und dann soll man seine kinder noch effektiv fördern und alles tun um ihnen das bestmögliche zu bieten und zu unterstützen.. da kommt dann nur ..wieso hast du nicht.. machst du nicht.. tust du nicht…

    kopfschüttel…..

  21. Ihr dürft nicht immer die Falschen wählen, schaut einmal hinter die christlichen Fassaden und darauf, in wessen Interesse Politik gemacht wird. Angela ist nur zufällig eine Frau.
    Ich weiß nicht, ob ein Mann hier überhaupt zugelassen ist.

  22. Auch ich bin Alleinerziehende mit 3 Kids im Haushalt. Ich kumuliere verschiedene Jobs um die Kasse so gut es geht zu füllen und Freizeit habe ich wirklich nur, wenn ich mir unbedingt etwas gutes tun muss um nicht bei so vielen Verpflichtungen unterzugehen und leider auch, weil mit dem KV schon seit Jahren kein Umgang über 8 Std. am Stück gut funktioniert hat.

    Trotz alle dem bin ich so glücklicher als vorher. Ich habe Gott sei Dank süße Kinder (13, 11 u. 7), die bis jetzt super mitmachen, Jobs, die mir Spaß machen und nicht zu schlecht bezahlt sind. Wartend auf besseres tröste ich mich in dem ich mit sage, dass es wohl der Preis für die „Freiheit“, die ich Dank Trennung und Scheidung nach einer äußerst toxischen Beziehung erhobert habe sein soll!

    Wartend auf besseres wiederhole ich eben hier, denn Frauen in solcher Situationen verdienen definitiv mehr soziale Anerkennung und staatliche Unterstützung!!!

    Auch ich bin bereit dafür aus meinem wilden Süden nach Berlin zu „wandern“ um dort auf die Straße zu gehen….

  23. Hallo
    Väter: „Sich Kümmern ist schön, macht aber Arbeit!“ Dann doch lieber die gemeinsame SorgePFLICHT der Mutter überlassen sowie die damit zusammenhängende alltägliche Verantwortung und nervliche Höchstbelastung! Was muss sich denn nun ändern, die Gesetze, die Männer/Väter, oder gar die Mütter, die einfach mal streiken? Leider wird daraus ja nichts, weil wir unsere Kinder einfach lieben und deshalb das ganze Gekrampfe mitmachen. Das wissen eben auch die Männer/Väter, aus deren Sicht ja auch die Gesetze gestaltet werden. Tja!
    Liebe Christine, Sie machen einen Superjob und ich kann mir vorstellen, dass Ihre DREI Sie ganz doll gern haben. Das zählt!

  24. ich kann das gut nachvollziehen :) bin auch Alleinerziehend. Vollzeit arbeiten, fürs Kind da sein, Haushalt machen…. übrigens ein Teil der 10 %

    Was ich nicht verstehe?!?! Meine Exfrau ist mit den Kindern zweimal umgezogen und nie hat ein Kindergarten, eine Schule oder eine Gemeinde nach meiner Zustimmung gefragt. Die Frau konnte dass alles ohne meine Zustimmung erledigen. Ein Kind kommt zu mir —- Schulanmeldung – Ortswechsel — nicht ohne Unterschrift der Mutter ???

    • Ist bei gemeinsamer Sorge eigentlich so nicht vorgesehen – Umzüge innerhalb derselben Stadt sind kein Problem, fürs Umland gibt es einen Radius, soweit ich weiß (die Idee ist, den Lebensmittelpunkt der Kinder zu erhalten. Und das Gesetz geht wohl davon aus, dass der Vater in der Nähe wohnt). Tja – das ist komisch. Hier fragt die Schule immer nach Unterschriften des anderen Erziehungsberechtigten, bei jeder Neuanmeldung, bei jedem Wechsel.

  25. Jetzt, da ich dies alles hier lese, entsteht wieder ein dicker Kloß in meinem Hals.
    Ich habe zwei künftige Rentenzahler allein großgezogen, Kind 2 ist gerade 18 geworden, Kind 1 schon 23 (Unterhalt wurde in all den Jahren gar nicht oder nur in homöopathischen Dosen gezahlt) . Die vielen Jahre, die ich teilweise mit Hartz IV, diversen Jobs und obendrein noch mit Psychoterror von Seiten des KV verbracht habe, möchte ich gar nicht in epischer Breite erzählen.
    Dass ich beruflich nicht so Fuß fassen konnte, wie es mit meiner Ausbildung möglich wäre (Universitätsabschluss mit Promotion), versteht sich von selbst. Auch heute noch arbeite ich weit unter meiner Qualifikation und muss noch froh sein, festangestellt zu sein, obwohl sich bei mir alle Symptome eines Bore-Out bemerkbar machen. Aber in meinem Alter (frische 50) ist es praktisch unmöglich, sich beruflich noch einmal weiterzuentwickeln, dass einem noch Chancen eröffnet werden, man ernstgenommen wird. In meinen alten Beruf zurückkehren: unmöglich, nach fast 2 Jahrzehnten „Auszeit“. Und das alles mit der Perspektive Altersarmut. Und ich kann NICHTS DAGEGEN TUN.
    Manchmal möchte ich einfach meinen Kopf nur noch an eine Wand schlagen.
    Und ganz ehrlich: ich mag mich überhaupt nicht leiden, so „jammerig“. Bin ich eigentlich gar nicht. Schon wegen der Kinder nicht. Den Großteil der Zeit verdränge ich das Thema. Aber wenn ich dann die vielen Stimmen hier lese… wie gesagt, dann habe ich wieder den Kloß im Hals.

  26. Ich habe 4 Wunschkinder, seit der von meiner Exfrau betriebenen Trennung darf ich, so sie denn will, Spiel und Spaßpapa sein.
    Ach ja, zahlen natürlich auch, ein Leben mit meinen Kindern aber nicht mehr!
    Ich währe gerne sofort alleinerziehend, lieber allerdings getrennt Erziehend, da Kinder beide Eltern brauchen!
    Mir fehlt zum Jammern jegliche Kraft, die brauche ich zum Überleben dieser Situation!

  27. Danke fürs Aussprechen. Als Alleinerziehender Vater seit 14 Jahren von 2 Kindern kenne ich die beschriebenen Situationen sehr gut. Bei meiner 3/4 Stelle habe ich mehr geleistet als meine Vollzeitkollegen, nicht nur so fühlt! Es durfte ja auch nix schief gehen, da alles von mir abhängig war und ich auch nicht die Zeit hatte zu trödeln. Jeder Fehltag wegen Krankheit der Kinder wird mit rümpfender Nase gerade mal so toleriert. Jeder Chef, Personaler, etc der Kinder hat, weiss was es bedeutet, da ist der Bürojob Urlaub dagegen. Ob ich auf Merkel warten kann und möchte? Nein! Ich habe gekündigt, mich selbstständig gemacht, habe kein schlechtes Gewissen mehr gegenüber meinen Kindern und dem Job, verdiene weniger, brauche auch weniger und bin ein entspannter Vater geworden. Kann nur raten, redet direkt mit euren Chefs und verändert was, der Rest wird dann nachziehen. Da muss sich was ändern und ich glaube auch, je mehr Männer es nun betrifft, desto schneller wird sich auch was ändern, denn sonst wird der Job Kindern einfach mal so auf die Frau geschoben und das war nicht fair.

  28. sehr toller text. respekt für diese starke frau.

    leider finde ich den umstand, das er an frau merkel gerichtet ist, sehr verwunderlich. was kann diese frau dafür? persönlich? es gibt kein einziges indiz im text, das darauf hinweist.

    es ist ein deutschlandweites problem das seit jahrzehnten in der entwicklung ist und nun heute diesen zustand erreicht hat. deutschland ist schuld. die bevölkerung ist schuld. weil wir nichts machen und uns mit allem zufrieden geben. auch wenn man unsere rechte einschränkt.

    und ja, natürlich sind auch politik und politiker maßgeblich an dieser entwicklung beteiligt. aber einer einzigen frau die schuld an deinen umständen zu geben ist einfach nur schwach und vollkommen fehlgeleitet.

    gib gerne der cdu als ganzes die schuld, mit ihrer konservativen politik die nach und nach dieses land zerstört (meiner meinung nach). selbst das wäre vertretbarer, wenn man zumindest ansatzweise eine vernünftige argumentation voranstellt. oder diesem land und unserer bevölkerung, die nichts macht, aber immer artig mitleid mit dir hat, ohne konkret etwas zu tun und aktiv zu werden.

    • Das kann ich erklären – weil Frau Merkel im Zusammenhang mit den Geflüchteten sagte, „Wir schaffen das!“, und als meine Kanzlerin ist sie sowieso oberste Ansprechpartnerin neben Frau Schwesig.

      Und ich gebe nicht der CDU die Schuld, obwohl das in der Tat nicht die alleinerziehendenfreundlichste Partei ist, sondern sehe ein gesamtgesellschaftliches Problem. Bei dem die Politik tätig werden sollte, in dem sie bessere Rahmenbedingungen schafft. So ist das gemeint.

      Viele Grüße!

  29. @Benjamin
    Danke für die andere Sichtweise.
    Das Problem liegt vermutlich darin, dass man solche Situationen (bzw. Gründe für Alleinerziehung) nicht pauschalisieren kann und deshalb ist die Gesetzeslage und die Rechtsprechung auch so schwierig.
    Da gibt es eine Trennung, aus welchen Gründen auch immer, und dann sind da Kinder, die diese Trennung nie endgültig sein lassen können. Es muss in jedem Elternkopf klar sein, dass Kinder auf ewig eine Verbindung zwischen den Elternteilen herstellen. Das muss den Kindern auch so beigebracht / vorgelebt werden (Erziehung zur Verantwortung!). Dann werden zukünftige Generationen diesbezüglich vielleicht auch anders miteinander umgehen. Wünschenswert wäre es in jedem Fall für die Kinder!
    Die Erwachsenen müssen miteinander kommunizieren. Die Trennung muss aufgearbeitet werden und dann müssen sich beide Seiten wieder vernünftig und sachlich begegnen können. Wenn das klappt und jede Seite der anderen Seite auch Verständnis entgegenbringen kann, dann dürfte die Aufgabenteilung doch machbar sein, wenn selbstverständlich auch nicht immer reibungslos (aber was bitte ist reibungslos?).
    Klar ist das Theorie, aber es ist erstrebenswert diese in die Praxis umzusetzen.
    Ich wünsche allen getrennten Eltern die Einsicht zur Verantwortung und das Verständnis, warum es heißt: zum Wohle des Kindes. <3

  30. Mir stehen grad etwas die Tränen in den Augen (halb Selbstmitleid halb unbändige Wut). Meine drei sind mittlerweile 22, 25 und 28, haben eine Ausbildung abgeschlossen bzw stehen im Studium. Es waren harte Jahre ohne Atemholen, auch wenn der Vater sich kümmerte. Damit alles für die Kinder friedlicher läuft, hatte ich auf einen Titel verzichtet. (Wir wurden dann eh zu einem Minderfall…wo dann das Unterhaltsgeld mal um 3% erhöht wurde, der Selbstbehalt des Vaters um 6%. Also gabs weniger…)
    Seit 2 Jahren sind alle Kinder aus dem Haus. Da ich nur gelegentlich Arbeit hatte, komme ich aus Hartz IV nie wieder raus. Abgesehen davon, dass meine Gesundheit jetzt eh nicht mehr so doll ist.
    Aber es geht mir gut soweit. Auch wenn das hier eben total anders klingt. Das war die Erinnerung durch deinen Post an alles, was geschafft worden ist. Ich könnte auch ein Buch schreiben, besonders über den Wechsel damals von Sozialhilfe zu Hartz IV. Drama!!!! Aber wenn ich ehrlich bin, ich will mich nicht mehr erinnern. Das Verhältnis mit meinen Kindern ist liebevoll, innig und wunderbar. Das alleine zählt heute für mich.
    Liebe Grüße, halte durch!!! (und dein Ex ist ein Dummkopf, dass er sich die Kinder entgehen lässt. Und ein Ar…..ist er auch.)

  31. […] Ich schaffe das nicht, Frau Merkel! – Eine andere berufstätige Mutter hat mal an einem Tag hingeschmissen und statt dessen verbloggt, was sie als alleinerziehende Mutter mit drei Kindern alles schaffen muss, jeden Tag. Ein klares Plädoyer für bessere Unterstützung von Alleinerziehenden und woran es mangelt. Es bleibt nur zu wünschen, das Frau Merkel den Brief auch liest. […]

  32. […] „Ich hab’s so satt. Frau Merkel, ich ziehe hier drei Rentenzahler von morgen groß.“ Ein Thema, das wohl vielen (alleinerziehenden) Müttern Bauchschmerzen bereitet: Die Sorge, wenn es nicht reicht. Die Sorge, irgendwann in Altersarmut zu versauern. Und einfach mal müde sein. […]

  33. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Lebenssituation Alleinerziehender (w/m) sehr fordernd ist, schließlich bricht bei uns das Chaos auch regelmäßig aus (3 Kinder, beide Vollzeit). Was mich an dem Artikel ärgert ist die generelle Verunglimpfung der Väter. Ich bin der weibliche Vorstand einer Patchworkfamilie und wir bekommen von der Mutter meines Stiefsohns auch keine finanzielle und organisatorische Unterstützung. Natürlich ist die Situation zugespitzter, wenn man keinen neuen Partner (w/m) hat, der zumindest organisatorisch hilft. Finanziell muss man als angeheiratetes Stiefelternteil ja sowieso voll einspringen, weil der Unterhaltsvorschuss dann direkt wegfällt.

    Bitte verzichten Sie doch auf Väterbashing und formulieren genereller.

    Danke.

    • Hallo Anja,

      dieser Kommentar hinterlässt mich etwas ratlos. Wo ist denn hier Väterbashing? Ich erzähle, wie es in diesem Einzelfall aussieht, und wie die gesetzlichen Grundlagen sind.

  34. Hallo, ich habe jetzt leider aus Zeitgründen nicht alles lesen können. Ist es nicht prinzipiell so, dass wir es als Familien oder auch ganz besonders alleinerziehnde generell unglaublig schwierig haben in Deutschland ??? Ich weiß nicht wie es in anderen Ländern so läuft, aber seitdem ich Kinder habe zweifle ich noch mehr an unserem System wie vorher schon. Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder. Mein Mann ist Schichtarbeiter. Wir haben diese Probleme von wg alleinerziehend und Patchwork, Unterhalt etc. zum Glück nicht. Dafür viele, viele andere, die wir zum Glück zum Teil abgearbeitet haben, aber trotzdem noch lange nicht alle Hürden und Probleme (Bsp. Legasthenie oder 5 Jahre Logopädie eines unserer Kinder – um hier nur mal kurz einige aufzuzählen) bewältigt. Seitdem unsere Kinder auf der Welt sind, sind wir (aber doch meistens ich, da Papa ja berufstätig) von morgens bis abends am rennen, machen, schauen etc. das unsere Kinder das bekommen was sie brauchen, sei es an Therapie und andere Dinge. Der Druck an den Schulen ist enorm. Gerade in Baden Württemberg wo wir leben. Da haben Kinder teils schon in der Grundschule einen 40 Stunden Job inkl. Hausaufgaben. Unser Sohn hat leider Legasthenie und ist etwas lernschwacher und langsamer. Das heißt aber nicht das er dumm ist. Er braucht einfach nur mehr Zeit. Die zeit bekommen lernschwache Kinder aber meistens nicht an den Schulen. Ich will garnicht erst drauf eingehen was wir, vor allen Dingen ich, die letzten 4 Jahren an Marathon hinter uns gebracht haben, nur um meinem Sohn den Stoff von der Schule zu vermitteln, wo die Schulen entweder nicht die Zeit dafür hatten oder einfach nicht gewillt waren zu vermitteln. Es gab Zeiten wo ich zusammengebrochen bin, einfach weil ich nicht mehr konnte. Es gab auch Zeiten wo ich dachte ich stehe kurz vorm Burn Out. Diese von mir hier geschilderten Dinge sind nur ein grober Auszug aus unserem Leben. Es gibt noch weit aus mehr Sachen mit denen wir uns die letzten Jahre rumgeschlagen haben. Das hier zu erzählen würde aber zu weit gehen und vom Thema ablenken. Ich wollte dies nur einfach mal schildern, um zu zeigen, dass nicht nur alleinerziehende absolut überfordert sein können, sondern auch ganz normale Familien. Ich kann sowieso in keinster Weise nachvollziehen, wie alleinerziehende das alles hinbekommen. Wenn doch ich als verheiratete Frau schon am absoluten Limit bin. Wo nehmen diese Frauen oder zum Teil auch Männer die Kraft her ??? Obwohl es Frauen ja sowieso meiner Meinung nach dreimal schwerer haben wie Männer, auf Grund unseres Ansehens in der Gesellschaft. Wir kämpfen, kämpfen kämpfen und wofür ??? Das wir, wie hier ja schon geschildert, später in der Altersarmut landen ??? Und wofür das ganze ??? Bestimmt nicht für die Politik und unser Land. Ja ich gebe zu. Ich wollte die Kinder und ja ich gebe auch zu ich habe sie bewusst in die Welt gesetzt. Aber ich gebe nicht zu gewusst zu haben, was da mittlerweile alles von einem abverlangt wird. Ich fühle mich tagtäglich als schwimme ich gegen den Strom und ertrinke trotzdem. In den Rädern der Mühle gefangen. Deswegen die Frage.

    Ist es nicht mal endlich an der Zeit unserer Politik die Augen zu öffnen ??? Könnten wir nicht alle zusammen eine Demonstration anzetteln und auf verschiedene Probleme im Alltag mit Kindern hinweisen ??? Wir kämpfen alle doch tagtäglich im verborgenen jeder für sich. Wieso nicht zusammen stark machen. Verein gründen für Familien/Alleinerziehenderechte oder so. Es gibt doch für alles mögliche Ansprechpartner. Wieso nicht auch durch sowas die Situation für Eltern mit Kindern, egal ob alleinerziehend oder nicht, erträglicher machen und auf die Probleme aufmerksam machen ??? Egal ob es da um Sorgerechtsstreit, Mitbestimmungsrechte oder andere Probleme geht. Einfach alles rund um Mutter, Vater, Kind. Gemeinsam ist man stärker. Was halten Sie davon ???

    • Liebe J.,

      ich sehe das ähnlich – nicht nur Alleinerziehende haben es schwer, es ist auch für Familien ein Riesenstress, Familie und Beruf zusammenzukriegen, finanziell über die Runden zu kommen, und dabei noch etwas Zeit zum Durchatmen zu finden. Die Alleinerziehenden sind halt die Spitze des Eisberges, sie haben es noch schwerer, wenn sie tatsächlich alles alleine machen. Zumal viele in Armut leben und auch noch schief angeguckt werden.

      Was die Idee mit dem Aufstand betrifft: das habe ich schon oft gedacht. Wir sollten einen Sitzstreik mitsamt unserer Kinder vor allen Rathäusern machen. Und einen Tag lang nicht das tun, was wir tun sollten. Alle Eltern zusammen, ein Zeichen setzen. Ich wäre sofort dabei. Aber organisieren kann ich das momentan nicht.

      Viele Grüße!
      Christine

  35. Auch mir haben Sie mit Ihrem Beitrag aus der Seele gesprochen.
    Ich bin seit 10 Jahren alleinerziehend mit 3 Kindern, das Älteste schwerbehindert.
    Der Vater hat sich nur selten bis gar nicht gekümmert, trotzdem ist das Verhältnis heute gut.
    Auch ich arbeite, unfreiwillig, weit unter meinen beruflichen Möglichkeiten, in 3 Schichten im Call Center. Was das heißt, darf sich jeder gerne selber ausmalen.
    Mein Problem sind, neben dem fehlenden Geld und Zeit, die nicht vorhandenen und bezahlbaren Wohnungen.
    Mein Ältester hat jetzt einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker gefunden.
    Wir haben uns gefreut, weil wir dachten, es wird doch noch alles gut.
    Aber nein, wieso auch?
    Sein Einkommen wird bei mir voll angerechnet. Im Prinzip ist er also unterhaltspflichtig für seine jüngeren Geschwister.
    Er darf lediglich den Freibetrag von 120 € für sich beanspruchen.
    Also muss er jetzt ausziehen, obwohl er gar nicht will, damit er sich seine Ausbildung überhaupt leisten kann.
    Dafür steht mir offiziell nur noch eine 3-Zimmer Wohnung zu.
    Heisst für mich: Ich werde auf dem Sofa schlafen müssen, und gehe trotzdem 3-schichtig für den Mindestlohn arbeiten, bei einem Anfahrtsweg von 2 Stunden einfach.
    Ich habe mal mit Arbeitskolleginnen, die in Klasse 1 besteuert werden, die Lohnabrechnungen verglichen.
    Ich habe sagenhafte 67€ mehr in der Tasche!
    Ist das der Schutz für die Familie, der uns viele Jahre lang so vollmundig versprochen wurde?
    Wo bleibt die gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung?
    Für mich bleibt, nach einem Leben voller Arbeit, ohnehin nur die Grundsicherung auf Sozialhilfeniveau.
    Meine 17-jährige Tochter beginnt in diesem Jahr eine Ausbildung zur Erzieherin.
    Ihr Kommentar zum Thema Lebensplanung :,, Ich fühle mich durch diesen ganzen Stress so traumatisiert, dass ich selber keine Kinder haben will.“
    Dem ist, glaube ich, nichts mehr hinzuzufügen.

  36. Liebe Christine,
    ich habe drei Kinder, arbeite, bin nicht alleinerziehend und weiß schon oft nicht mehr, wie alles zu zweit zu schaffen sein soll…. Ich habe größten Respekt vor deiner Leistung, deinem Durchhaltevermögen und -willen, deinem Mut, jeden Tag neu anzugehen, deiner Hingabe und Fürsorge für deine Kinder… Du bist eine wunderbare Mutter und eine tolle Frau, gern würde ich dir Zeit für dich und Stärke für die schwachen Stunden schenken.
    Alles Liebe.
    Ute

    • Liebe Ute,

      vielen Dank. Ich bin tatsächlich auch oft mutlos und habe das Gefühl, gar nichts mehr zu geben zu haben. Und dann geht’s irgendwie doch, weil es ja muss. Aber es ist wirklich sehr anstrengend. Und deine netten Worte tun mir gut.

  37. Puh, das ist hart und ich empfinde gerade tiefes Mitleid mit dir und blanke Wut auf unsere Regierung!!! Ich selbst bin zwar nicht alleinerziehend, aber meine Schwester, und ich sehe ihren täglichen Kampf und die mangelnde Unterstützung seitens des Staates. Ich habe enorm großen Respekt vor solchen starken Frauen wie dir. Weiter so!
    LG
    Elena

  38. Hallo,
    Ich habe gerade das Buch fertig verschlungen.
    Danke! Danke! Danke!
    Ich hab zum ersten mal mitbekommen, dass das was ich erlebe und mich so wütend macht, gar nicht nur mein ganz blödes Einzelschicksal ist, sondern anscheinend „normal“.
    Wobei…was habe ich für ein Glück: trotz meiner 45 jahre, einem sehr willensstarken Kind, Krankheit, Hausbaustelle und totaler Arbeitsüberlastung habe ich einen Mann für mich begeistern können der verantwortungsbewusst trotz Schichtarbeit und effektivem Selbstbehalt unter Harz4 Niveau nicht nur für seine Töchter da ist, sondern auch für uns tut was er kann, meinem 4 jährigen Kind hilft mit seinen Klammer-, Trotz- und Wutanfällen klar zu kommen und wieder Vertrauen aufzubauen.
    Das ist, trotz aller Schufterei, zwei Haushalten, zwei Ex-Partnern und verpflichtungen aller Art mehr als ich mir nach der Trennung vorstellen konnte.

    Deshalb mein Rat an die Autorin: Mit Singlebörsen ist es wie mit der Lotterie – geringe Chancen auf einen brauchbaren „Gewinn“, viele Nieten, aber wer nie Lotto spielt KANN auch nicht gewinnen.

    • Nein, es ist kein Einzelschicksal – es ist strukturell. Vielen Dank für deine Rückmeldung zum Buch, und für die Anregung. Aber Lotto spiele ich auch nicht. :)

  39. Ich habe jetzt die Kommentare nur so überflogen. Eine Beistandschaft beim JA hast Du für die Kinder? Dann müssen die sich um den Unterhalt kümmern. Das hatte ich auch. Hab nur immer mal wieder beim JA Druck gemacht, weil die auch lahm arbeiten.

    Wegen den Unterschriften….jedes FamGericht ist zwar anders, aber ich habe mir – entgegen aller Vorurteile, dass das alleinige Sorgerecht nicht so ohne Weiteres vergeben wird – das alleinige Sorgerecht zusprechen lassen und nur, weil ich mal 1 Unterschrift hinterherrennen musste. Habe geschildert, dass der Vater sich seit Jahren nicht gemeldet hat, Kontakt von selbst abgebrochen hat und die Unterschrift für den Reisepass verweigert. Ich weiß ja nicht, wie es bei Euch so genau ist, ob der Kontakt zwischen Vater/Kindern noch besteht, aber einen Versuch ist es wert ;) Wenn Du Hilfe brauchst, gib Bescheid, ich helfe gerne beim Antrag.

    LG
    Ivi

  40. Der Staat bietet Hilfen, die jeder in Anspruch nehmen kann. Auch eine Frau mit 50 Jahren bekommt einen Job als Angestellte, wenn die Ausbildung passt und die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Frauen lieben es Fächer zu studieren, die oftmals auch Laberfächer genannt werden. Diese Fächer machen Spaß, doch auf dem Arbeitsmarkt haben diese Ausbildungen keine Relevanz und werden schlecht bezahlt. Bestimmt ist das Leben als Alleinerziehende mit drei Kindern weder einfach noch besonders entspannend, doch der Staat muss das nicht ändern und auch die Argumentation mit drei Rentenzahlerm ist mehr als albern, weil ich mit meinen sehr hohen Sozialabgaben Alleinerziehende und ihre Kinder jeden Monat bezahle, damit aus den Kindern Steuer- und Rentenzahler werden, denn Alleinerziehende zahlen selten hohe Steuern oder Krankenkassenbeiträge.

    • Alleinerziehende haben die höchste Vollzeiterwerbsquote unter den Müttern, nämlich 42%. Die sind nicht faul – trotzdem ist es sehr schwierig, einen Job zu finden, der auch genügend Geld abwirft. Das hat mit der Besteuerung (Steuerklasse II ist fast wie ein Single), Voruteilen, dem mangelnden Ausbau von Kinderbetreuung und Schwierigkeiten bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun. Und so leben ebenfalls 42% nahe der Armutsgrenze. Es ist nicht alles so einfach, wie Du Dir das denkst, Wolf.

      Abgesehen davon werden nicht nur Alleinerziehende, sondern Mütter generell auf dem Arbeitsmarkt häufig diskriminiert. Es können ja auch nicht alle Chemie studieren oder Ingenieurin werden, es muss schon zu den Talenten passen. Wer in einem begehrten Fach einen Abschluss hat, hat es leichter, das ist klar.

      • Ich bin seit einem 3/4-Jahr alleinerziehende Mutter von 2 Kindern, 5 und 9 Jahre alt, und ich arbeite 30 Stunden die Woche als promovierte Physikerin. Ich bin froh, dass ich bei einer Top-Ausbildung inkl. summa cum laude-Promotion so einen gutbezahlten Teilzeit-Job habe und mit das „alleinerziehend“ sein leisten kann. Ich zahle sehr hohe Beiträge und benötige zum Glück finanziell keine weiteren Hilfen.
        Hut ab aber vor denen, die nicht eine „vortreffliche“ für das alleinerziehende Modell geeignete Berufswahl vor den Kindern getroffen haben und sich dies so leisten können. Ich habe meine Teilzeit-Bedingungen und Gehaltsforderungen stets nur durchbekommen, da ich so eine exzellente Ausbildung habe. Andere haben dies nicht und sind damit schnell von einem Arbeitgeber erpressbar. Hilfe gibt es da dann auch nur bedingt. Diese Frauen müssen daher durch den Staat, der die Kinder für die Zukunft braucht, auch anteilig unterstützt werden und sei es durch Hilfe zur Selbsthilfe.

  41. es gibt aber auch Väter, die würden sich gern um ihre Kinder kümmern, dürfen es aber nicht, weil die Mütter es strikt verweigern :-(

    • Mag sein – sind halt wenige. Und ich kann das wirklich nicht verstehen – außer, wenn Gewalt vorgefallen ist.

      • Es sind gar nicht so wenige, er redet nur keiner drüber. Und der Grund dürfte in den meisten Fällen sein das die Mutter nach einer gescheiterten Beziehung den Ex-Partner nicht mehr in ihrem Leben haben will. Dazu muss keine Gewalt im Spiel gewesen sein

  42. Leistet der Vater keinen Barunterhalt? Ich ging immer davon aus, daß ein Elternteil (meist der Mann) Barunterhalt leistet und der andere Elternteil Betreuungsunterhalt. Kann nicht der §170 angewendet werden?
    Was soll Frau Merkel da machen?

    • Doch, das tut er, wenn auch nur den Mindestunterhalt. Und damit darf ich mich sogar glücklich schätzen, denn 75% der Alleinerziehenden erhalten keinen oder nur unregelmäßig Unterhalt. Aber es geht ja nicht nur ums Geld, Martin. Es ist unfassbar anstrengend, sich rund ums Jahr alleine um drei Kinder zu kümmern. Und nein, dass es so kam, ist nicht meine Schuld und DAS habe ich mir so nicht ausgesucht.

      Was Frau Merkel da machen kann, als unsere Regierungsschefin? Nachteilige Besteuerung Alleinerziehender beenden, Unterhaltspreller härter verfolgen, unkomplizierte, niederschwellige Hilfsangebote einrichten, die strukturelle Benachteiligung Alleinerziehender a) sehen und b) endlich aufheben.

  43. Um Schuldzuweisungen ging es mir nicht. Ob Alleinerziehende ungerecht besteuert werden, kann ich nicht beurteilen. In Österreich sind die Steuern allgemein zu hoch.
    Was soll oder kann ich mir unter einer härteren Bestrafung von Unterhaltsprellern vorstellen? Soll der Staat die Unterhaltspreller mit Führerscheinentzug bestrafen? Das wäre meiner Meinung nach kontraproduktiv.
    Was darf ich mir unter einer strukturellen Benachteiligung vorstellen?

    • Man könnte ja mal damit anfangen, den Beistandschaften vom Jugendamt Einblick auf Kontobewegungen und Kontostand zu gewähren, den haben sie nämlich nicht. Was die Strafen betrifft, so glaube ich, am abschreckendsten wirkt es, wenn die Nichtzahler Angst haben müssen, erwischt zu werden. Und das dürfte dann ruhig eine Vorstrafe geben.

      Strukturelle Benachteiligung in Stichworten: Benachteiligung im Steuersystem (zu hohe Sozialabgaben), Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt und bei der staatlichen Arbeitsvermittlung (landen oft in 1 € Jobs), besonders hohe Armutsquote trotz guter bis sehr guter Bildung und hoher Arbeitsbereitschaft (hat dann auch gleichzeitig Altersarmut zur Folge, trotz Aufziehens von Rentenzahlern).

      Genaueres kannst du hier nachlesen, in der neuen Bertelsmannstudie Alleinerziehende unter Druck. Abgesehen davon gesellschaftliche Abwertung, Schuldzuweisungen und Versagen von Unterstützung. Das sind dann „softe“ Strukturen.

      • Es scheint sehr unterschiedliche Jugendämter zu geben, als ich wegen zu geringem Einkommens nicht den vollen Unterhalt zahlen konnte wurden vom Jugendamt nicht nur die Offenlegung aller Konten verlangt sondern auch der Nachweis dass ich mich um einen Zuverdienst bemühe, mir wurde gesagt ich solle doch nach Feierabend an einer Tankstelle arbeiten.

        • Gleiches wird auch von Müttern verlangt, Jürgen. Wenn das Kind 3 ist, ist fast alles zumutbar. Und die Jugendämter haben normalerweise keinen Zugriff auf Kontobewegungen und Umsätze, das ist bemerkenswert. Bestand also ein begründeter Verdacht bei dir, dass du Einnahmen verschweigst?

  44. Hallo ihr lieben,
    Ich habe gerade zufällig diese seite entdeckt und nachdem ich deinen Bericht gelesen habe liebe“mama arbeitet“ da hatte ich dad Gefühl jemand spricht mir aus der Seele!
    Ich bin seit 8jahren alleinerziehend mit zwei kindern und könnte ein buch schreiben was ich bei Gericht bis hin zu anderen Müttern (verheiratete) so erlebt habe.
    Ja frau merkel was passiert hier in deutschland????
    Es kann doch nicht sein das es heißt die kinder sind älter als 3 die frau kann arbeiten gehen.
    Und dann im gegenzug kann der vater aber nicht gezwungen werden seine kinder die Hälfte der ferien zu betreuen???? Hallo zeigen sie mir den arbeitgeber der einem soviel urlaub gewährt(bezahlt natürlich) !!!
    Nein sowas gibt es nicht
    Hier ist eine Gesetzes Lücke
    Ist er nicht bereit seine Kinder zu betreuen dann sollte er zur kasse gebeten werden.
    Es kann auch nicht sein das man jahre lang um den kindesunterhalt kämpfen muss während der vater auf den Malediven urlaub macht.
    Arbeiten kinder haushalt geldsorgen……usw.das ist definitive zuviel!!!!

  45. Es auch mir wie aus der Seele geschrieben, was mir noch blüht, Mutter-Kind-Kur, geht auch nur mit Zustimmung des KV.
    Ebenso versuche ich seit 4 Jahren die Zustimmung zur Taufe meiner jüngsten zu bekommen (auch gerichtlich mit Androhung von Zwangsgeld, ha ha ha).
    Aber die Ferien muss ich mit Hort abdecken.
    Elternabende sind nicht drin, da ich keine Verwanden in der Nähe habe. Antwort der Schule: „da müssen Sie sich eben bei jemand informieren“.

  46. Liebe Christine,
    Ich fühle mit dir. Seit 15 Monaten bin ich alleinerziehend mit Junior, von Anfang an.
    Ich bin heute auf deinen Blog gestoßen und er macht mir Mut. Als Frau alleine ist es nicht einfach, als Frau alleine in einer Stadt wie Konstanz, mit einem Mangel an Kinderbetreuungsplätzen und Stau und Gedränge überall und wie in deinem Fall mit mehr als einem Kind noch viel schwerer.
    Ich habe selbst drei Jahre als noch nicht Mutti in Konstanz gearbeitet und gelebt. Im ersten Jahr mit Junior bin ich aus finanziellen Gründen aufs Land gezogen. Jetzt, wo ich eigentlich wieder arbeiten gehen müsste, damit ich uns einigermaßen gut über die Runden bringen kann, hapert es nicht etwa an einem Job in Konstanz. Der ist gegeben. Aber es gibt keinen bezahlbaren Wohnraum für eine alleinerziehende mit Kind trotz Annoncen im Internet, Flyern, wobak usw. Und selbst wenn es die Wohnung gäbe, gibt es keine bezahlbaren Krippenplätze oder eine Möglichkeit zur Kinderbetreuung. Ohne Wohnung keinen Kinderbetreuung, ohne Kinderbetreuung keinen Job, ohne Job keine Wohnung. Ein Teufelskreis.
    Auf Hilfe von irgendwelcher Seite hofft man (frau) vergebens. Den Ämterwahnsinn, den ich bis heute hinter mir habe, all die herabwürdigenden Worte. Und man steht da und muss sich überlegen.. was ist mir wichtiger, meinem Kind Geborgenheit zu schenken oder Essen auf seinem Teller.
    Es ist ganz ganz traurig, dass Wohnraum für eine Familie die eben nur aus Mama und Kind besteht weniger kosten soll als eine, in der noch ein Vater wohnt. Als seien aus Prinzip Wohnungen für alleinerziehende günstiger, nur weil dort weniger Personen wohnen.
    Ein Kind, zumindest meines, wächst auch verdammt schnell. Und selbst günstige Klamotten oder Second Hand ist erstaunlich teuer, wenn man eh jeden Cent mehrmals umdrehen muss. Ein Lob auf die Nähmaschine, die aus Mamas Klamotten Kleidung für den Junior zaubert.
    Aber dann ist man ja müde. Und sollte eigentlich arbeiten. Und Haushalt machen und so viele Dinge. Kein Platz um auch mal man selbst zu sein. Immer in Bereitschaft .
    Ich finde das toll, dass Sie so ehrlich schreiben, wie es im Leben einer alleinerziehenden wirklich aussieht. Vielleicht wacht die Gesellschaft ja irgendwann auf.
    Ich wünsche Ihnen ganz viel Stärke

    • „dass Wohnraum für eine Familie die eben nur aus Mama und Kind besteht weniger kosten soll als eine, in der noch ein Vater wohnt. Als seien aus Prinzip Wohnungen für alleinerziehende günstiger, nur weil dort weniger Personen wohnen.“ – Ihnen ist schon bewusst, dass mehr Personen mehr Platz benötigen. Oder haben Sie den Erzeuger des Kindes über Nacht in den Wandschrank neben das Bügelbrett gestellt und wundern sich nun, dass dieser „’nen langen Schuh“ gemacht hat?
      In Deutschland ist es üblich, dass Miete oder Kaufpreis, nach Größe der Wohnung bestimmt werden (Euro / qm). Also gilt: weniger Personen = kleinere Wohnung = geringerer Preis. Es wäre Klischee zu behaupten, simpelste Mathematik wäre „unweiblich“, nicht wahr?

      • Was Julia meint ist, dass es wenig passenden Wohnraum für Alleinerziehende gibt, der auch bezahlbar ist, schätze ich. Als Alleinerziehende musst du ja auch überhaupt erstmal einen Vermieter finden, der dich nimmt – oft sind das am ehesten die städtischen Wohnbaugesellschaften, weil man auf dem freien Markt als Alleinerziehende ungefähr so gerne gesehen ist wie Singles mit drei Hunden und einem Klavier.

  47. Ich versteh dich so gut! Ich bin selbst alleinerziehend und selbstständig und es ist ein ständiger Balanceakt. Die Selbständigkeit gibt mir zwar viel mehr Freiraum aber der finanzielle Druck ist auch etwas gestiegen. Danke für deinen Post!

  48. Ich wünschte wir Alleinerziehenden könnten unsere Situation irgendwie verbessern. Ich bin auch alleinerziehend, seit über 7 Jahren, mein Sohn ist jetzt 9. Ich bin seit 7 Jahren vollzeit berufstätig mit einer Stelle, die meistens mehr als 40 Stunden in der Woche beinhaltet…finanziell ist es trotzdem knapp…
    Mein Sohn ist großartig und mein Lebenselixier, wir sind ein super Team.
    Ich habe die ganzen Jahre Tag ein, Tag aus funktioniert, jeden Tag… 24 Stunden am Tag… Eine Familie, die mich unterstützen kann, ist nicht da. Für Freunde oder Bekannte habe ich leider so gut wie keine Zeit… arbeiten bis zum umfallen, Hausarbeiten kontrollieren, einkaufen, Essen machen, Haushalt schmeißen, Sohn zum schlafen gehen knuddeln, Lebensweisheiten mit auf dem Weg geben und tot aufs Sofa fallen… Ich bin müde… So sehr müde… Aber ich muss funktionieren, mein Sohn ist mir das wichtigste auf der Welt.
    Ich ziehe vor allen Alleinerziehenden den Hut, egal ob Frauen oder Männer. Aber ich würde mir für unsere Situation von der Gesellschaft/Politik/Arbeitgebern mehr Unterstützung wünschen. Die ständige alleinige Verantwortung: richtige Entscheidungen treffen, finanziell den Kopf über Wasser halten, dass man selbst um jeden Preis immer funktionstüchtig ist und dass das Kind bloß nie krank wird, die missbilligenden Blicke anderer Eltern auf dem Elternabend, weil ich eine „Elternaktion“ für die Schüler auf Grund meiner Arbeit wieder nicht mitmachen kann…. All das macht mich so müde, und ich weiß langsam nicht mehr, woher ich die Kraft für den nächsten Tag her nehmen soll…
    Heute ist ein nicht so guter Tag… Morgen wirds bestimmt besser…
    Ich wünsche allen, die in einer ähnlichen Situation sind viel Kraft und Durchhaltevermögen. Danke fürs zuhören.

  49. Liebe Christine,
    auch von mir vielen Dank für Deine treffenden Artikel! Ich bin vor ein paar Tagen auf diesen Artikel gestoßen, weil es mir eben ganz genauso ging (und immer mal wieder geht) wie Du es beschrieben hast. Ständig das Gefühl zu haben, auf mindestens 20 Baustellen gleichzeitig käpfen zu müssen und mit der Angst im Rücken: entweder reicht das Geld nicht, oder die Zeit mit den Kindern kommt zu kurz (oder sogar beides..?).
    Ich bin als Alleinerziehende zwar in soweit noch „privillegiert“, dass ich als Ingenieurin auf dem Arbeitsmarkt noch gern gesehen bin und ich auch für eine Teilzeitstelle noch ein akzeptables Gehalt bekomme. Aber dafür war ich die letzten 3 Jahre 2 mal arbeitslos (die letzte Stelle habe ich aufgegeben weil dort der Arbeitsdruck zu hoch war und das ging mir neben meinem Zweiten Job als Mutter zu sehr an die Nieren). Die letzten 3 Monate ohne Job (und wenigstens teils ohne Schule :-)) waren dann recht entspannend! Fange nächste Woche nen neuen Job mit 25 Stunden an und hoffe nur, dass ich dann zuhause auch noch alles „gewuppt“ bekomme, ohne am Rande meiner Kräfte zu sein. Familienfreundliche Arbeitgeber gibt es eben nicht überall…
    Dann habe ich auch noch ein großes Glück, dass ich mit meiner Mutter in einem Haus wohne und sie, obwohl schon über 80, die Kinder auch mal beaufsichtigen und ins Bett bringen kann. Das macht schon mal vieles einfacher (Elternabende, Krankheitsfälle und so). Wie lange ich darauf noch bauen kann, weiß man allerdings nicht. Dafür kommt bei mir noch die Problematik hinzu, dass ich zwei auffällige (vermutlich ADS-Kinder, Alter 8 und 9) habe, die auch in der Schule mal ausrasten oder sich im Unterricht „wegträumen“ und ich dann von Arzt zu Therapeut rennen muss, um einfach mal herauszufinden, was denn los ist. Dann wird man auf der Arbeit angerufen, dass der Sohn sofort abzuholen ist, da er sich weigert am Unterricht teilzunehmen und es mal wieder Steit mit einem anderen Kind gegeben hat – die Schule ist aber 40 Minuten von der Arbeitsstelle entfernt…
    Letztes Jahr wollten wir (die Lehrerin und ich) übers Jugendamt eine Integrationskraft (oder sonstige personelle Unterstützung) für die Schule bekommen, dort hieß es aber das ginge nur bei attestierter Krankheit bzw. Behinderung (z.B. Autismus), die nicht mit Medikamenten (ausreichend) behandelbar ist -also nicht bei ADS. Dann bot man mir an, mir doch vielleicht stattdessen Unterstützung für Zuhause zu stellen – worauf ich nicht nein sagte! Leider war dann das Ergebnis dieser Unterstützung, dass ich mich dann monatelang vorwiegend allein(!) mit einem Herren des sozialen Dienstes ein- bis zweimal die Woche zu treffen hatte, um mich über Fragen der Erziehung zu unterhalten! Das war zwar auch manchmal ganz hinfreich, aber immerhin wieder ein weiterer Termin, den ich koordinieren musste unter den gefühlt tausend anderen Dingen, die auf mich im Haushalt warten oder die Schule und Behörden von mir verlangen. Wenn das Jugendamt keine anderen Hilfen zu Verfügung stellen kann, kann ich auch bestens darauf verzichten! Vorträge und Kurse zu Erziehungsfragen gibt es auch anderweitig. Das macht echt wütend! Ich glaube, das ist den Entscheidern gar nicht bewußt, dass bestimmte Erziehungsproblematiken auch daher rühren, dass man sich eben den ganzen Tag getrieben fühlt und dann auch im Umgang mit den Kindern manchmal so dünnhäutig und gereizt ist, dass man nur noch Schreien kann…. Ich hatte mir mein Familienleben auch mal einfacher und harmonischer vorgestellt.
    JA, wir Alleinerziehenden habe schon besondere Herausforderungen zu bewältigen. Sicher trifft das auch auf andere Familien zu, aber ich glaube der Fakt, dass man zunächst mal niemand Erwachsenen an seiner Seite hat hat, der einem Arbeit abnimmt oder zumindest auch mal lobt, stärkt, in den Arm nimmt und ermutigt ist das, was am Ende das Zermürbende ist. Und jeden Tag steht man wieder vor neuen Herausforderungen…
    Daher ist es gut, so eine Plattform wie diese zu haben, um zu sehen: man ist nicht allein mit seinen Sorgen! Doch so gut es auch tut, von anderen Betroffenen ähnliche Berichte zu lesen, so traurig ist doch der Fakt, dass es offenbar ganz vielen so geht, die sich nicht nur von der Politik allein gelassen fühlen. Der enorme Druck sorgt dann auch noch dafür, dass man am Ende des Tages so k.o. ist, dass man auch gar nicht mehr die Energie hat aufzustehen und zu protestieren! Die Idee mit dem Sitzstreik finde ich daher toll. Wenn wir alle uns solidarisieren, vernetzen und uns gegenseitig Mut geben, könnte es funktionieren, dass wir uns Gehör verschaffen! Zeit wäre es!

    Also Kopf hoch Ihr starken Mütter und Väter, die es allein schaffen, Kinder groß zu ziehen! Wir alle machen einen tollen Job, der es auch verdient, entsprechend entlohnt zu werden! Dafür müssen wir uns einsetzen!

    • Liebe Mary,

      ich fühle mit dir, das muss furchtbar anstrengend sein, auch noch wegen „auffälliger“ Kinder in die Schule zitiert zu werden, extra Gespräche mit dem Jugendamt zu haben, und all der Zirkus rundrum. Wie du schreibst, vieles wäre einfacher, auch im Umgang mit den Kindern, wenn der Druck geringer wäre. Und zwar der von allen Seiten: der finanzielle, der zeitliche, der von der Schule und auch der gesellschaftliche. Es wird von uns Alleinerziehenden erwartet, dass wir funktionieren wie eine herkömmliche Familie. Aber das ist unmöglich in meinen Augen.

      Dass du sogar als Ingenieurin immer wieder am Hadern bist, töstet mich. Denn „Du hast halt das Falsche studiert“ kann nicht der Quell aller Probleme sein, das wäre zu kurz gedacht.

      Viele herzliche Grüße!
      Christine

  50. Die Politik sollte hier auf jeden Fall ansetzen. Mir ist manchmal unverständlich wie manche die AfD wählen wollen (alleinerziehende), ohne deren Programm zu kennen.

    Ich kenne leider alleinerziehende Mütter. Diese müssen sich durch das Leben durchschlagen. Sehr anstrengend wird es, wenn im Haushalt mehrere Kinder sind. Habt ihr versucht schon mit Vereinen und anderen Beratungsstellen dieses Problem zu beleuchten?

    L. Grüße. Alex.

  51. Sehr stressig alleine mit drei Kindern. Allerdings würde der Ex-Vater sich um die Kinder kümmern, wenn die rechtlichen Bedingungen stimmten. Mit Sorgerecht inklusive Aufenthaltsbestimmungsrecht nur bei der Mutter hat er keine Rechte auf Augenhöhe. Dem Familiengericht sind die Väter ziemlich egal, ganz im Gegenteil zu der Ausführung hier im Blog. Es ist auch bekannt, dass bei der umgedrehten Konstellation der Mutter eine Ex-Mutter durch Beschluss des Familiegerichts zu sein, gerade deren Zahlungsmoral extrem schlecht ist. Die einzige Möglichkeit ist den Ex-Vater wieder zum Vater zu machen. Dazu müssten die Rechte und Pflichten auf Augenhöhe gerecht geteilt sein. Solange das nicht der Fall ist wird es keinerlei Verbesserung geben.

    • Lieber Dieter, das mag in Ihrem und in vielen Fällen stimmen. Aber es gibt auch Väter, die sich einen Dreck um rechtliche Rahmenbedingungen scheren. Und die einfach ihr Ding durchziehen.

      • Und es gibt Mütter, die Väter aus dem Haus prügeln, um hinterher Unterhalt zu verlangen. Ist ein Tabuthema, aber „Gleichberechtigung“, wie sie in Deutschland praktiziert wird, bedeutet (staatlich geförderte) 6538 Frauenhäuser, Männerhäuser 2.

        So gesehen, hat Dieter völlig Recht, so wie es zur Zeit praktiziert wird, sind Ungerechtigkeiten vorprogrammiert.
        Wenn ein unterhaltspflichtiger Mann seine Arbeitszeit auf 25 Stunden die Woche beschränken würde, um sich in der zusätzlichen Freizeit um seine Kinder zu kümmern, kommt die Rechtsprechung aber ganz schnell mit der „Erwerbsobliegenheit“-sklatsche. Dabei spielt selbst die Gesundheit des Mannes keine Rolle.
        Wenn aber eine Frau, selbstverständlich hat sie Aufenthaltsbestimmungsrecht, was de facto einem 99% Sorgerecht entspricht, ihre Arbeitszeit reduzieren will um sich um ihre Kinder zu kümmern, dann wird da gesellschaftlich bewundert, wie „gut sie es auf die Reihe bekommt“.

        Keine Frage das Gender-Pay-Gap muss weg, das bedeutet dann aber auch, dass Mann und Frau nach ihren Möglichkeiten zu gleichen Teilen Kindern gegenüber unterhaltspflichtig werden.

        • Das stimmt nicht, Bernhard. Von Alleinerziehenden erwartet der Gesetzgeber, dass sie Vollzeit arbeiten, wenn das Kind 3 ist. Was die neueste Bertelsmannstudie als Unding bezeichnet, völlig zu Recht, da weder Haushalt noch Kindererziehung nebenher machbar sind.

          Abgesehen davon entspricht das Aufenthaltsbestimmungsrecht ganz sicher nicht zu 99% dem Sorgerecht. Frag mal die Frauen, die deswegen massiv Ärger mit dem Kindsvater haben. Der kann bei der Wahl der Schule mitreden, beim Impfen, bei der Kita, bei allen medizinischen Fragen und Therapien, nicht einmal ein Konto auf Guthabenbasis kann frau ohne Unterschrift des anderen Sorgeberechtigten fürs Kind eröffnen.

          • Es kommt eben auf die Tatsachen an. Die meisten Ex-Väter würden mehr tun für die Kinder und mehr zahlen, wären sie mehr einbezogen und rechtlich gleichgestellt. Dazu gab’s doch eine Studie vom Familienministerium. Klar gibt es Einzelfälle die anders liegen. Überhaupt müsste man fragen, warum die Familie nicht besser rechtlich geschützt wird und die Leute es so erstrebenswert halten alleine zu erziehen. Ist es denn so schwer ein paar Zacken von der Krone zum Wohl der Kinder und der Familie abzubrechen?

        • Es gibt keine „Gender-Pay-Gap“ beim Einkommen, nur eine Schieflage bei der geschlechtsspezifischen Berufswahl. Wobei die aus- und weiterbildungsspezifischen Aufwendungen einen wesentlichen Einfluss auf das spätere Einkommen bilden.
          Von tarifrechtlicher Seite werden Frauen und Männer vollkommen gleich behandelt.

          • Für die tarifliche Seite stimmt das. Aber es sind ja bei weitem nicht alle Betriebe tarifgebunden.

            Zur Info hier die Fakten, vom Deutschen Statistischen Bundesamt
            https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension1/1_5_GenderPayGap.html

            Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass sogenannte „Frauenberufe“ aufgewertet werden, wenn Männer sie in nennenswerter Zahl ergreiffen, was sich auch in den Löhnen niederschlägt. Der Gender Pay Gap hat natürlich tiefsitzende gesellschaftliche Ursachen.

          • Hallo,

            dir ist aber schon klar das es sich in deiner Quelle um den unbereinigten Pay Gap handelt. Das heißt hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

            Nicht berücksichtige wurden unter anderem, Frauen arbeiten in Berufen die schlechter bezahlt werden, sie arbeiten weniger, haben meist eine Ausbildung die auf dem Arbeitsmarkt nicht so gefragt ist etc.

            Bereinigt liegt der Unterschied bei 3 – 5 % und das ist ein sogenannter statistischere Unschärfebereich und hat nichts mit der Gesellschaft oder irgend einer Benachteiligung zu tun.

            Ich bin erstaunt das diese Mähr immer noch verbreitet und geglaubt wird.

            So noch was zu meiner Lebenssituation:
            alleinerziehend, drei Kinder, Vollzeit arbeitend, erhalte keinen Unterhalt.

            Und ich bin ein Mann

    • Ich bin alleinerziehende von 2 Kindern, 5 (adhs) und 9, und arbeite 30 Stunden/Woche. Der Vater hat sich seit der Trennung kündigen lassen, ist nun arbeitslos und verlangt von mir Trennungsunterhalt, obwohl er bis zur Trennung immer voll gearbeitet hat. Er nimmt die Kinder einmal die Woche und jedes zweite Wochenende, aber ein zusätzlicher Betreuungstag ist ihm nicht möglich, da der Sprit fürs Auto hin- und zurück 4,- € kostet und die Kinder so viel essen. Dazu sagt er, sei der Kindesunterhalt zu hoch (Stufe 3 nach Tabelle). Ich solle auf einen Teil davon verzichten. Ebenso seien die Geschenke für Weihnachten für die Kinder mit dem Unterhalt abgegolten.

      Ich würde dem Vater der Kinder gerne mehr Betreuungszeit ermöglichen, aber bei der Argumentationskette fehlen mir die Worte. Schade, dass es anderen Vätern anders geht und ihnen die Zeit mit den Kindern verweigert wird. Ich jedenfalls würde eine hälftige Betreuung wunderbar finden. Aber ich lebe ja mit einem Betreuungstag pro Woche schon im Luxus.

  52. Wenn manche Betriebe nicht tarifgebunden sind, dann werden die Löhne und Gehälter frei, bzw. zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt, bzw. ausverhandelt. Da ist jeder seines Glückes Schmied. Das ist aber noch lange keine Diskriminierung, sondern der freie Markt.

  53. Hallo!
    Ich finde, Sie haben sehr plakativ geschrieben „der Kindsvater wird in Deutschland nicht gezwungen, sich um seine Kinder zu kümmern“. Wenn der Kindsvater sich um sein Kind kümmern möchte, die Kindsmutter jedoch 450 km weiter weg in ein gezogen ist, und der Kindsvater sich trotzdem um sein Kind kümmern will, es theoretisch sogar vom Gericht zugesagt bekommt ist es immer noch die Mutter, die dem Kind die Besuch vom ach so bösen Vater verwehren kann. Ja, Sie meinen, es gebe kein PAS… Warum gibt es dann Gutachter, die genau dieses bestätigen? Sie glauben nicht, wie schnell ein 6 jähriges Kind innerhalb weniger Wochen den Vater nicht mehr Vater nennt und die geliebten Großeltern auf einmal nicht mehr braucht…
    Jetzt, nach fast 12 Jahren nicht sehen, darf sich der Kindsvater vom Kind anhören, dass sich der Vater nicht gekümmert hat…
    Ja, es mag solche Vater wie von Ihnen geschrieben geben, aber genauso hart wie machnerorts geschrieben sollten auch Mütter bestraft werden, die nachweislich den Kindern den Vater und dessen Familie vorenthalten!

    • Hallo engagierter Vater, das ist alles schön und recht, aber nicht Thema dieses Blogs. Und die gesellschaftlichen Realitäten sehen einfach anders aus. 89% der Alleinerziehenden sind Frauen, und die wenigsten enthalten den Vätern ihre Kinder vor. Außer, wenn es Gewalt in der Ehe gab. Bitte kommentieren Sie woanders weiter.

      • Hallo!
        Ich bin kein Vater, sondern die Ehefrau eines verlassenen Vaters.
        Ich verstehe Ihre Frustation und Ihre Wut. Aber wenn Sie ein öffentliches Blog und ein Buch schreiben, dann muss Ihnen auch bewusst sein, dass es Kritiken oder auch eine andere Meinung gibt.
        Es mag sein, dass 89% der Alleinerziehenden Frauen sind. Woher wissen Sie, dass diese zu fast 100% den Vätern die Kinder nicht vorenthalten? Glauben Sie wirklich, dass eine Trennung nur in Frieden verläuft, der Vater sich dann nie wieder blicken lässt oder Mutter und Vater super miteinander zum Wohle des Kindes arbeiten?
        Die Realität ist nun einmal, dass Ehen und Beziehungen in die Brüche gehen. Und dann steht meistens das Ego der Eltern im Weg, den Kindern dieses Beziehungsende in Frieden beizubringen.
        Also, wenn Sie schon schreiben, dass der Kindsvater nicht gezwungen wird, sich um seine Kinder zu kümmern, dann sollten Sie auch schreiben, dass es ebenso keine Mittel gibt, die Kindsmutter zu zwingen, den Kontakt beizubehalten. Und beileibe ist es nicht so, dass Gewalt in der Ehe/Beziehung gegeben haben muss (ich hoffe sehr, dass Sie dies nicht im Ernst meinen, dass es nie passiert, dass Frauen den Vätern die Kinder nie vorenthalten, ausser bei Gewalt…)
        Wie gesagt, die Realität ist eine andere und es lohnt sich, auch über den Tellerrand zu schauen…
        Ich wünsche Ihnen viel Kraft, die nächsten Jahre zu überstehen und vielleicht lassen Sie mal den Kindsvater diesen Blog mal lesen.

        • Hallo Frau Ärgerlich,

          da haben Sie mich falsch verstanden. Ich schrieb „die wenigsten enthalten den Vätern ihre Kinder vor“, nicht „zu fast 100%“, und wie Sie daraus richtig erkennen, gibt es dazu keine genauen Zahlen, sonst würde ich sie nämlich zitieren. Aber es gibt Zahlen darüber, dass Väter, und das pauschalisiere ich aufgrund der bestehenden Mehrheiten (89% der Alleinerziehenden, wie gesagt, sind Frauen), die keinen Unterhalt zahlen, auch gleichzeitig ihre Kinder nicht sehen. Somit bleibt den Alleinerziehenden beides versagt: finanzielle Unterstützung fürs Kind und auch tatkräftige Hilfe bei der Erziehung, und auch mal ein Hauch von Freizeit.

          Das PAS gibt es, das zweifle ich nicht an. Aber ich kenne tausender Alleinerziehender, und keine einzige sagt ohne guten Grund, sie wolle ihr Kind vor dem Vater schützen, und besteht deswegen auf begleiteten Umgang oder eine Pause im Umgang. Die wenigen kranken Seelen, seien es Männer oder Frauen, die aus Rache darüber, dass sie verlassen wurden, dem Expartner die Kinder vorenthalten, tun mir von Herzen leid, und vor allem die Kinder. Denn die leiden am meisten darunter. Ich glaube, wir sind da trotz aller Differenzen beeinander.

          P.S.: Wie Sie richtig sagen, dieser Blog ist öffentlich, genauso wie mein Blog. Insofern muss ich den Kindsvater ihn nicht „lesen lassen“. Es steht ihm frei.

          • Hallo!

            Ja, die einzigen die unter der ganzen „Racheorgie“ leiden, sind die Kinder. Und ehrlich gesagt, sind wir froh, dass „unser“ Kind bald 18 wird und selber Entscheidungen treffen kann…
            Und ja, ich verstehe Männer nicht, wie sie ihre Kinder stehen/verlassen lassen können, mit denen man viele Jahre zusammen gelebt, geliebt und gelitten hat.

            Aber dennoch ist es so, dass leider einige Mütter die Kinder als „Waffe“ gegen den Vater benützen. Da wird wird die Gewalt- und Angst-Karte immer gezückt und auch wenn nachgewiesen wird, dass dem nicht so ist, wird bei den Kindern diese weiterhin eingeredet. Aus diesem Grund meinte ich, dass es PAS gibt. Sie glauben nicht, wie schnell ein 6-jähriger Angst vor dem eigenen Vater hat und schnellstmöglich zur Mutter zurück will. Trotz Ermahnung vom Jugendamt an die Mutter, dem Kind Freiraum zu geben, haben wir uns irgendwann entschieden, den Kontakt ruhen zu lassen. Denn wenn man sieht, wie ein Kind innerlich zwischen Mutter und Vater zerissen ist, sich sozusagen entscheiden muss, dann ist es der bessere Schritt. Natürlich dürfen wir uns jetzt anhören, der Vater hat sich nicht gekümmert und ihm war sein Kind egal… Da wir anwaltliche Vertretung nehmen mussten, sind uns leider auch viele andere Fälle dieser Art bekannt.

            Ich finde deswegen die Diskussion, nur Väter die Unterhalt prellen zu bestrafen, den falschen Ansatz. Denn es gibt leider viele Fälle, bei denen der Vater der Geldesel ist aber aus dem Leben des Kindes ausgeschlossen und schlecht geredet wird. Beide Seiten sind verpflichtet, den Kindern einen guten Start zu ermöglichen. Kinder „gehören“ niemanden.

            So schwer es auch klingen mag, wir halten uns daran, dass alles Schlechte aber auch das Gute zu einem zurück kommt. Irgendwann werden Kinder sehen und auch verstehen, was im Leben gut ist und eigene Entscheidungen treffen können. Wenn der Vater Ihrer Kinder kein Interesse hat, wird er selber sehen, was ihm irgendwann fehlen wird. Aber Sie konnten Ihren Kindern, trotz aller Hürden, einen erfolgreichen Start in ein gutes Leben ermöglichen. Und letzendlich ist es das, was am Ende zählt.

            Beste Grüße, M

  54. Hallo, es treibt mir manchmal die Tränen in die Augen, wenn ich mir meine alleinerziehende Tochter anschaue…zwei Grundschulkinder, einen „Teilzeitjob“ 35 Stunden, der mit Fahrtzeit sehr schnell ein Ganztagsjob ist. Eine Schule, die wegen jedem „Pubs“anruft, man möge das Kind abholen (es hat Bauchweh, Kopfweh, sich gestoßen, das Knie aufgeschlagen, einfach keine Lust) Es gab mal einen Vater, der zahlte den Minimalunterhalt, auch wenn er richtig Kohle machte. Das überprüfen zu lassen, hätte aber Geld gekostet, Geld, dass leider nicht übrig war. Er konnte sich relaxed darauf beschränken, alles zu boykottieren, was meine Tochter gern getan hätte, durfte an seinen Besuchswochenende aber hetzen, bis der Arzt kam. Alles kein Problem, Väter dürfen das! Schicksal, gerechte Strafe, Zufall, nennen Sie es wie Sie wollen, er ist verstorben und damit fiel der Unterhalt mal eben weg. Vorsorge für seine Kinder hatte er nicht getroffen, wieso und wovon denn auch. Drei Urlaube im Jahr kosten eben….Halbwaisenrente: Pro Kind 101,- Euro…bis zum 12.Lebensjahr aus öffentlichen Mitteln aufgestockt auf 193,. Euro. Danach werden Kinder automatisch billiger und schließlich ist die Frau Schuld, wenn der Mann nicht ordentlich vorsorgt. Klar, im Job darf sie fehlen, wenn ein Kind krank ist….wird immer noch mit 60% bezahlt :( Nein, nein, Zuschüsse aller Art, wie Ferienbetreuung, Mittagessen in der Schule etc.gibt es auch nicht mehr, weil das ja immer aus dem Einkommen des vergangenen Jahres berechnet wird und da gab es ja noch Unterhalt….Von Ferien und der Betreuung der Kinder wollen wir hier gar nicht erst reden, es ist einfach nur eine Schande für unser reiches Land! Pfui Teufel, möge sich jeder Politiker, der solche Gesetze mitgetragen hat und mitträgt schämen

    • Liebe Frau Godau,

      genau solche Geschichten kenne ich leider zur Genüge, das ist nicht ein bedauerlicher Einzelfall, dass ist systemisch. Weil der Staat es durch seine Gesetzgebung zulässt, und weil unsere Gesellschaft dagegen nicht aufbegehrt. Vielen Dank, dass Sie mir das hier als Kommentar hinterlassen haben. Und Ihrer Tochter mitsamt Kindern wünsche ich das allerbeste.

      Herzlich, Christine Finke

    • Auf der anderen Seite sollen die Besuchsväter Betreuungsunterhalt für die Ex und Barunterhalt für das Kind abdrücken. Selbst das ist dann noch zu wenig. Dafür werden die Unterhaltspreller immer mehr, subjektiv.
      Versickert das Geld in der Verwaltung?

      • Ich glaube, Martin, Sie haben keine Ahnung, wie viel so ein Kind kostet. Alleine der Mehraufwand bei Miete und Strom, dann Essen, Bildung, Kitakosten, Kleidung, hier eine Zahnspange, dort 50 € für eine Klassenfahrt. Und außerdem kann der betreuende Elternteil seine Berufstätigkeit meist nur noch eingeschränkt ausüben. Das kommt noch dazu.

        • Na beim Geld hört sich bei mir der Spaß auf. Wenn der Staat für die Kinder aufkommen soll, ist der monatliche Satz viel weniger, da geht es ja auch. Sobald Kinder 12 Jahre alt sind, ist doch keine Rundumbetreuung mehr notwendig. Niemand hat behauptet, daß es Kindererziehung für lau gibt, aber wenn die Sätze für den Barunterhalt immer höher werden, dann darf sich niemand über den Anstieg der Unterhaltprellerei wundern.
          Seit dem ich mich für Scheidungsopfer engagiere, sind mir schon einige Fälle von Exekutionen unter das Existenzminimum untergekommen.

          • Das kommt aber nur vor, wenn das Gericht Schwarzarbeit vermutet (dass dem Unterhaltspflichtigen weniger als der gesetzliche Selbstbehalt bleibt). Und viel zu selten. Übrigens ist der monatliche Unterhaltsvorschuss vom Staat auch zu gering, das stellte kürzlich erst die Bertelsmannstudie „Alleinerziehende unter Druck“ fest.

            Und nun, werter Martin, werde ich keine weiteren Kommentare von Ihnen freischalten. Dieser Blog ist mein Hobby, ich verdiene kein Geld damit, und ich habe nicht endlos Zeit, Ihnen zu antworten bzw. Ihre Fehlannahmen richtigzustellen. Danke für das Interesse, es gibt aber sicher auch andere Blogs, wo Ihre Zeit sehr sinnvoll eingesetzt ist. Kommentieren Sie bitte dort.

  55. Die Unterstützung des Staates ist eine Katastrophe. Ich bon zwar nicht alleinerziehend, da wir hier in der Pfalz erst wenige Jahre leben, haben wir hier auch keine Unterstützung und so managen wir unser Leben mit Zwillingen auch alleine, was ein ziemlicher Kraftakt ist. Kitaplätze sind hier koszenlos, wir haben aber knapp 3 Jahre auf einen Platz warten müssen. Jetzt haben wir ein Platz, aber nur bis 15 Uhr. Es wird geschrien dass Nachwuchs gebraucht wird, kommt dann aber Nachwuchs wird einem das Leben sehr schwer gemacht und das vorwiegend vom Staat. Es ist nicht möglich ohne familiäre Hilfe einen Ganztagsjob auszuführen. Es ist ein Staatliches Armutszeugnis. Ich verstehe dich sehr gut. Wir sind mittlerweile auch ratlos.
    Liebe Grüße
    Sven
    https://svellby.de/

  56. Ich wäre bei solch einem Streik oder einer Demo auch sofort dabei. Gibt es schon Initiativen, die Forderungen formuliert haben und diese mit hunderttausenden Unterschriften an die entsprechenden AnsprechpartnerInnen überreicht haben? Wäre das nicht im Vorfeld der Bundestagswahl eine sinnvolle Aktion?

  57. Wenn ein Kind entsteht, sind – bis jetzt – noch immer zwei Personen daran beteiligt. Die Haltung von Jugendämter und Jugendgerichten, die Kinder der Muttter weitgehend allein zu überlassen, grenzt den Dad aus. Aber zu einer halbwegs gelungenen Erziehung – dem besten Verständnis von Kindeswohl – gehören zwei Elternteile, unumgänglich. Und Männer lernen, sie begegnen der herablassenden Allianz von Ex-Frauen, Gerichten und feministischen Behörden mit Verweigerung der Kooperation. Wenn es zwecklos ist, zu kämpfen, weil mann den Kontakt zu den Kids vor Gericht fast immer verliert, lohnt es sich nicht, zu kämpfen.
    Aber dann gibt es halt auch kein Geld.
    Was nutzt es, einen Anspruch zu erhalten, den die Mutter nicht durchsetzen kann, weil der Vater durch die Trennungsmodalitäten (Lügen, PAS) traumatisiert ist – nichts. Im Gegenteil, den die teuren Anwälte und Gerichte greifen dann auf ihr Geld zu.
    Kluge Mütter akzeptieren die Bedürfnisse des Vaters nach gleichrangigem Kontakt, binden die Dads ein – und erhalten dafür auch mehr – nicht nur finanzielle – Unterstützung.

    • Das ist eine sehr befremdliche, schlimme Einstellung. Wer sich von Exfrauen Gerichten und „feministischen“ Behörden herabgesetzt fühlt, und als Fazit „dann gibt es halt auch kein Geld“ zieht, zeichnet ein krasses Bild. Danke für diesen Kommentar, der genau zeigt, wo der Kern des Problems ist. Nämlich nicht bei den Exfrauen. Die dürfen das Unheil, das das verletzte Ego des Exmannes anrichtet, dann aber ausbaden. Schlimm. Wirklich schlimm.

  58. Bei allem Verständnis für die Unzufriedenheit mit deiner Gesamtsituation stoßen mir bei Deinem Post ein paar Sachen sauer auf. Ich habe selbst eine aussereheliche Tochter und bin seit 20 Jahren selbständig. Da ich mit der Mutter meiner ersten Tochter nicht verheiratet war und sie mir den Kontakt zu ihr verbot bestand meine einzige Erziehungsleistung jahrelang nur darin pünktlich den Unterhalt zu überweisen. Kontakt habe ich erst wieder seit mein Kind selbst entscheiden durfte – das nur mal aus der anderen Sicht! Du sagst, daß Du seit 6 Jahren selbständig bist. Ich weiss was das heisst und habe allerhöchsten Respekt davor allerdings finde ich es ehrlich gesagt (bitte nimm es nicht persönlich) armselig, daß Du hier auf die Tränendrüse drückst von wegen dass Du auf keinen grünen Zweig kommst u.s.w. ich habe in der Anfangszeit meine andere Tochter mehr als einmal mit im Büro gehabt und wenn es mit Deiner Firma nicht läuft dann gibt es Hilfe! Hier kann ich Dir z.B. die Wirtschaftsweisen empfehlen. Für Deinen zahlungsunwilligen Kindesvater gibt es auch eine unkomplizierte aber sehr wirksame Lösung: den schwarzen Mann! (Gibt es wirklich – einfach mal googeln) Schlussendlich: was genau hat Frau Merkel mit Deiner Situation zu tun? Oder anders herum: was erwartest Du konkret von der Regierung?

    • Andreas, meine Selbstständigkeit funktioniert, denn wir leben davon – aber frei kann ich nicht nehmen und krankwerden auch nicht. Wir sind seit einem Jahr raus aus den Sozialleistungen, was eigentlich ein Wunder ist, rein statistisch sind Alleinerziehende mit 3 Kindern fast immer arm. Nix Trändendrüse. Ich bin stolz darauf. Aber es gibt anstrengende Tage, und es ist schon happig, nie frei oder Urlaub zu haben. Und das nicht nur, weil ich selbstständig bin, sondern weil sich der Vater der Kinder aus freien Stücken nicht kümmert.

      Was ich von der Regierung erwarte, kannst du hier nachlesen: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/keine-privatsache

      Übrigens arbeite ich im Home Office. Und auch in den Ferien. Die Kinder sind immer um mich herum, wenn nicht gerade ausnahmsweise mal Schule ist. Ach, und eines noch: ich bin seit 4 Jahren selbstständig, seit 6,5 Jahren alleinerziehend. Und sich mit Mitte 46 ohne Kontakte selbstständig zu machen ist kein Zuckerschlecken, da helfen auch die Wirtschaftsweisen nix.

  59. Hallo Christine,
    ich habe den Kommentarverlauf Ihres Artikels nur quergelesen. Das ist alles nicht neu und ich erzähle jetzt auch nicht meine Geschichte en détail. Nur so viel: Ich bin leider auch einer der Väter, die lediglich noch dazu dienen, den Kindesunterhalt zu überweisen. Jugendamt, Familienhilfe ,Beratungsstelle – alle haben das Handtuch geschmissen. („Sie kennen doch ihre Frau – da können wir nichts machen. SIE müssten zum Gericht gehen…“) Am „Ende“ habe ich der Mutter eine Vollmacht ausgestellt – um unsere Töchter zu schützen. Ich sehe beide nicht mehr – seit fast 3 bzw. 1 Jahr nicht mehr – obwohl sie nur 500 Meter entfernt wohnen. „Je her dir das Sorgerecht entzogen wird, desto besser“ – sagen Zwölfjährige. „Aus freien Stücken“, versteht sich.
    Ich lese leider immer nur vom „bösen Vater“, von der „bösen Mutter“… So vielfältig die Gründe sind, weshalb Menschen zueinander finden und sich wieder trennen, so vielfältig sind die Gründe und Umstände, weshalb Kinder einen Elternteil „verlieren“. M.E. wird viel zu wenig vom Kind her gedacht. Da muss sich ein gesellschaftspolitischer Wandel vollziehen – und an dem müssen Eltern mitarbeiten. Sonst würde sich ja auch offenbaren, dass es am Ende doch nur ums Geld und nicht um das „Wohl“ des Kindes geht. Das wäre ja dumm.
    Ich stimme zu, dass es viele Väter geben mag, die sich ihrer Verantwortung entziehen. Aber gleichermaßen gibt es auch Mütter die dies tun, die ebenso keinen Unterhalt zahlen oder sich nicht um ihre Kinder kümmern. Bei genauer Betrachtung würde sich vielleicht manch einer die Augen reiben…
    Das System muss geändert werden. So lange per se ein Elternteil die Kinder zu sich nehmen kann und der andere zahlen muss, wird sich nichts ändern. Einen m.E. guten und konstruktiven Anfang hat Jürgen Rudolph mit der Cochemer Praxis gemacht.
    Es wird immer Extreme geben, auf die man individuell reagieren muss, aber zunächst kann man doch davon ausgehen, dass Kinder beide Eltern lieben. Diese Plattitüde „Die Kinder wollen ja gar nicht zu dir“ musste ich mir auch gefallen lassen – ebenso unsere Töchter. Ja, auch unsere Kinder. Denn zu guter Letzt ist es ihr Umgangsrecht und meine -pflicht. Eltern sind es ihren Kindern schuldig, den Umgang in deren Sinne zu regeln und sie nicht zu benutzen. Per se müssten Eltern gehalten sein sich gleichberechtigt um die Kinder kümmern zu dürfen und zu müssen. Die langfristigen, auch gesellschaftlichen Folgen eines fehlenden Elternteils werden m.E. völlig unterschätzt. Oder wundert sich noch jemand über die Verrohung, die sich immer mehr zeigt.
    Jeder muss bei sich selbst anfangen. So, wie mit allen anderen Dingen auch. Und so, wie sich das Residenzmodell – mit allen individuellen Abweichungen – etablieren konnte, so könnte auch das Doppelresidenzmodell etabliert werden – mit den gleichen individuellen Lösungen. So lange Begriffe wie z.B. „alleinerziehend“ in Gesellschaft und Politik kultiviert werden, wird sich nichts ändern. Welch eine Demütigung für die Elternteile, die „nur“ Unterhalt überweisen und ihr/e Kind/er nur alle 14 Tage sehen können oder dürfen! Den Status „alleinerziehend“ könnten sicher viele selbst abstellen. Es hängt vermutlich nur all zu oft davon ab wie und worüber Eltern mit einander reden. „Alleinerziehend“ – das ist auch ein bequemes Vehikel – weil es für manchen auch finanzielle Vorteile generiert. Glaubt jemand wirklich, dass die „90 Prozent“ der „Alleinerziehenden“, Frauen sind, weil sich die Väter das alle so selbst ausgesucht haben?
    Ich lese zu selten Darstellungen aus Sicht derer, die eigentlich betroffen sind. Kinder – die i.d.R. gar nicht reflektieren, geschweige denn kritisieren können, was da mit ihnen gemacht wird. Sie werden dann gerne älter gemacht als sie es tatsächlich sind, obwohl ihnen eigentlich die intellektuelle Reife fehlt selbst manche Entscheidungen beurteilen oder treffen zu können.
    Eine Kampagne wie z.B. „Vater ist was du draus machst“ ( http://www.vaeter.nrw.de ) empfinde ich persönlich als realitätsferne Beleidigung, eine klischeehafte Unterstellungen. In welcher Zeit leben wir? Es wird viel lauter darüber diskutiert, ob homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen, als zielorientiert darüber, wie „normale“ Paare mit der Verantwortung für ihre Kinder umgehen.
    Jeder kann – muss – bei sich selbst anfangen…
    Freundliche Grüße
    Ralph

    • Lieber Ralph,

      ich gebe Dir vollkommen Recht. Ich habe Akteneinsicht in die JA-Akte nehmen können. Ich habe mich geschämt, dass wir als Eltern nicht in der Lage sind, vernünftig miteinander zu kommunizieren. Nach 10 Jahren bis heute nicht. Es ist traurig, dass alles schwarz auf weiß noch einmal zu durchles(B)en.

      Das ist nicht entschuldbar, auch wenn ich die Verantwortung für die Kinder gefühlt allein tragen musste. Die Kinder leiden unter diesem Konflikt. Ich habe aber immer unterstützt, dass meine Kinder einen regelmäßigen Umgang mit ihrem Vater haben. Ich habe diesen gerichtlich regeln lassen, um Verbindlichkeit für meine Kinder und mich zu schaffen. Ich gebe mich mit Unterhalt unter dem Niveau des Unterhaltsvorschusses zufrieden. Ich arbeite Vollzeit und versuche meinen Kindern eine schöne Kindheit zu bereiten.

      Der Alltagsdruck ist oft sehr groß und es gab viele Situationen in denen ich mich sehr allein gefühlt habe. Gerade, weil mein Sohn Förderung bedarf. Man kommt hier oft an die Grenzen der eigenen Kraft.

      Ich versuche mir und und meinem geschiedenen Mann zu verzeihen, auch wenn das unendlich schwer ist. Meine Schuld ist genauso groß wie seine am Scheitern unserer Beziehung und damit auch an unserer Familie.

      Ich kenne viele Seiten der Medaille. Ich habe alleinerziehende Väter, getrennt lebende Eltern kennengelernt, die sich engagiert um die Erziehung Ihrer Kinder kümmern ohne und mit Einvernehmen der Mutter. Ich habe Mütter kennengelernt, die die Kinder als Druckmittel gegen den Vater benutzen, Väter, die sich Ihrer Verantwortung entziehen. Für mich ist problematisch, wenn Frauen Ehegattenunterhalt bekommen, wenn sie arbeiten könnten. Es sei denn, das Kind ist durch Behinderung auf Pflege der Mutter angewiesen.

      Im Falle einer Trennung müssten (auch von staatlicher Seite gefördert und gefordert) Meditationen/ Gespräche stattfinden, die den Eltern die Möglichkeit geben, trotz aller Trennungsemotionalität, auf einer neuen, sachlichen Ebene weiter als Eltern für die Kinder da zu sein. Beide Elternteile müssten dazu verpflichtet werden, solchen unterstützten Gesprächen nachzukommen, wenn sie weiterhin das Sorgerecht für die Kinder haben wollen. Größere Kinder sollten später involviert werden, um gemeinsam an einem Modell zu arbeiten.

      Die Stellung von Alleinerziehenden muss gestärkt werden, durch Gleichstellung der Steuerklasse, Höhe Unterhaltsvorschuss, mehr Beratungsangebote…..

      Ich habe vieles versucht, aber wenn ein Elternteil nicht will und sich entzieht…

      Trotzdem schäme ich mich für meine Fehler und mein Unvermögen in manchen Situationen sachlich mit Situationen umgehen zu können. Ich möchte mich auch nicht mehr als „Opfer“ betrachten. Ich trage selbst die Verantwortung dafür, dass ich ein ausgeglichenes, glückliches Leben führe und dieses meinen Kindern auch bieten kann.

      Wie Du schreibst: Jeder kann – muss – bei sich selbst anfangen…..

      Lieber Ralph, danke für Deinen Beitrag.

      Viele Grüße
      S.

  60. Sie schreiben mir aus der Seele….

    Bei einem Streik wäre ich auch sofort dabei.

    Seit vielen Jahren bin ich alleinerziehend und mittlerweile ein gesundheitliches Wrack. Sorgen, die man alleine tragen muss, dauerhafte Geldnot, Schulden, Konflikte mit dem Kindsvater, tausend Baustellen, kein Geld für Erholungsurlaub, keine Unterstützung und die Arbeit, die mit dem Kind anscheinend nicht vereinbar ist. Wie soll man auch morgens um 7:30 Uhr anfangen, wenn die Schule erst um 7.45 Uhr beginnt, etc.
    Der Druck hat mich krank gemacht.

    Der Vater hat sich indessen alles schön wieder aufgebaut, schließlich hat ist er ja flexibel und hat das Kind nur mal jedes 2. Wochenende. Er ist aus seinem Job nie raus gekommen.

    Man kämpft und kämpft sich durchs Leben, aber man kommt einfach nicht an.

  61. Hallo,

    erst einmal Respekt für Ihre Offenheit, die Situation so schoungslos anzusprechen.

    Respekt auch dafür, drei Kinder ins Leben zu begleiten.

    Ich (männlich, 45) bin selber kinderlos, kann also nur „erahnen“ welche Leistung Sie jeden Tag erbringen.

    Es wäre jedoch fair, wenn Sie mal erwähnen, wie die Unterhaltslast Männer teilweise auf Hartz IV Niveau drückt. Und es sind ja meistens Männer, die zahlen müssen. FRauen bleiben dann lieber zun Hause.
    Frauen, die Ihre Männer bei der Schediung ausnehmen wie eine Weihnachtsgans, samt bösen Unterstellungen
    (ja das habe ich selber erlebt)

    Als Mann bin ich mir aber auch sicher, dass jeder Mann, der wirklich Vater werden wollte, auch später seine Kinder NIEMALS hängen lassen wird, es sei denn die Frau versucht die Kinder als Druckmittel aufzubauen.

    Letzendlich haben Sie als Frau sich aber auch für diesen Mann entschieden, auch beim Kinderwunsch hatten Sie die letzte Entscheidung.

    Leider ist mir jetzt nicht bekannt, wie alt Ihre Kinder sind. Aber man kann Kinder ja mit in die Verantwortung einbeziehen.

    Wie gesagt trotzdem habe ich Respekt dafür, dass Sie das veröffentlichen.

    MFG

    • Ich habe meine Kinder nie als Druckmittel eingesetzt, und ich kenne auch andere Frauen, die im Gegenteil, lange versucht haben, sich friedlich mit dem Exmann zu einigen – zum Wohle der Kinder. Das klappt manchmal nicht, weil einige Männer offenbar denken, nach der Beziehung/Ehe müssten sie nun ungerechtfertigterweise für etwas zahlen, von dem sie nix mehr haben. So richtig kalt gedacht. Und nein, das kann frau nicht vorher wissen. Auch wenn das ein naheliegender Gedanke ist.

      • Noch einmal – ich habe großen Respekt vor Deiner Leistung und das Du darüber redest. Ich bin selbst bei einer „Mutter“ aufgewachsen, die es nicht geschafft hat,
        weder sich durchzuboxen, noch die Kinder ordentlich durchzubringen.

        Schläge, mangelnde Zuneigung usw…haben bei uns allen drei Kindern Narben hinterlassen.
        ..von fehlenden Geld usw.. will ich nicht reden. Für „Mutters“ Zigaretten hats immer gereicht…aber für die Schulbücher ?

        In meiner Verwandschaft sind es meist die Frauen, die den Hasenfuß machen und
        dann natürlich nur das wollen, „was mir zusteht“.
        Da werden die Kinder als Druckmittel eingesetzt. Mir ist dort kein Mann bekannt, der so etwas macht.
        Klar muss ein Mann für seine Kinder sorgen, aber ich finde die Exfrau sollte in der Lage sein, sich selbst alleine zu versorgen.
        Dafür gibt es Kitas, Kindergarten, Schule usw…für die Kinder. Und sorry, wenn einem Schulkind schlecht ist, kann es trotzdem mal einige Stunden zu Hause alleine verbringen.
        Oder es ist so krank, dass es ins Spital muss.
        Ich habe fast den Eindruck Du willst Vater und Mutter ersetzen (eine Art Supermutter) – aber das wird Dich auf Dauer überfordern.

        Übrigens: ich werde in einigen Jahren für meine „Mutter“ Unterhalt zahlen müssen
        (weil die Ihr ganzes Leben fast NICHT gearbeitet hat) und als Dank für unendliche Prügel und einen besch.. Start ins Leben. Ich werde auch versuchen, das zu vermeiden, mit allen Tricks.

        P. S.: Ist Dir einigentlich bekannt, dass Du auf der Seite von Dino Bräunig (Männermagazin) ziemlich übel beleidigt wirst ? Gibt leider auch Vollpfosten unter der Männern. Sorry.

        • Hallo Andy,

          ich glaube, so weit sind wir gar nicht auseinander. Dass ein Mann für seine Kinder sorgen sollte, auch nach einer Trennung, ist gesetzt. Ich habe auch nie Unterhalt für mich vom Exmann bekommen und hätte das auch nicht gewollt. Und dass ein Kind mal ein paar Stunden alleine sein kann, sehe ich auch so – nur findet das Jugendamt es nicht okay, wenn es krank alleine zuhause ist.

          Das mit der Schmäh- und Hetzschrift habe ich natürlich mitbekommen. Schau mal auf twitter unter #wasichanChristineFinkeschaetze, dann siehst du auch, was große Teile der Netzwelt davon halten.

          Viele Grüße!

        • Lieber Andy,

          vielen Dank für Deinen offenen Beitrag. Ich würde mich freuen, wenn Du aus Deiner Sicht als betroffenes Trennungs-Kind einmal schildern könntest, was Du Dir an Unterstützung gewünscht hättest in dieser Zeit. Was würdest Du mir als alleinerziehender Mutter mit auf den Weg geben wollen, was ich unbedingt tun bzw. unterlassen sollte. Ich würde mich sehr über Deine Antwort freuen. Es wäre eine große Hilfe für mich.

          Ich hoffe, dass Du jetzt als erwachsener Mensch, ein erfülltes und glückliches Leben führen kannst, trotz der traumatischen Erlebnisse in der Kindheit, die mir sehr leid tun.

          Viele Grüße
          S.

  62. Wenn es um das Thema säumigen Kindesunterhalt geht, dann denkt man automatisch an Väter, die keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen. Tatsächlich sind neun von 10 Alleinerziehenden weiblich.
    Es gibt aber auch alleinerziehende Väter, das sind immerhin 10 Prozent der Alleinerziehenden. Eine Untersuchung des Bundesjustizministeriums zeigt, dass 65 bis 75 Prozent der unterhaltspflichtigen Mütter keinen Kindesunterhalt an den alleinerziehenden Vater zahlen.
    Der Anteil der barunterhaltspflichtigen Mütter ist praktisch spiegelbildlich zum Anteil der Geschlechterverteilung der Alleinerziehenden. Nach unterschiedlichen Untersuchungen gibt es bei 35 bis 45 Prozent der alleinerziehenden Mütter Probleme mit den Zahlungen des Unterhalts für ihr Kind. Entweder wird dieser gar nicht gezahlt, nur teilweise, oder unregelmäßig.
    Der Anteil der Frauen, die keinen Kindesunterhalt zahlen ist also schätzungsweise doppelt so hoch.

    • @single, zugegeben, dass ich Deinen Rechenexempeln ab ca. der Hälfte nicht mehr recht folgen konnte, aber unabhängig davon hatte ich hier schon an anderer Stelle mal getippt: Wir, d.h. 9 alleinerziehende Mütter plus 1 Vater, dazu die 10-X Kinder sitzen alle in einem Boot und sollten uns nicht gegeneinander ausspielen lassen!
      Und wenn Du Zahlen so magst, dann kannst Du in dieser Studie:

      https://www.boell.de/sites/default/files/web_190917_e-paper_wersig_refomunterhaltsrecht_v101.pdf

      auf Seite 8 nachlesen, dass nicht einmal 1/2 ALLER Kindesunterhaltsberechtigten sich überhaupt an einen Juristen oder das Gericht wendet, und nur 1/4 eine Unterhaltsklage anstrengt – nur mal, weil Du eingangs so lax vom „säumigen“ Unterhalt schreibst. Was sagst Du dazu?

      Und was hieltest Du von dem, in der Studie auf Seite 8 weiter angeführten, Modell des „Child Maintenance Service“ nach britischem Vorbild?

      Insgesamt aber nochmal zu den nicht ausreichenden Unterhaltszahlungen (ob von Vätern oder Müttern): die Gründe hierfür scheinen vielfältig (siehe S.7 der Studie), sind zum anderen noch schlecht erforscht – und dies gilt unwohl für AE beiderlei Geschlechts!

  63. Mama arbeitet! Das Dilemma unseres vermeintlichen Sozialsystems!

    Selbst Täter und Opfer dieses Systems zu sein, habe ich aufgegeben zu kämpfen, denn nur wer Geld hat, kann es sich leisten das System für sich zu nutzen. Wer auf Beratungsscheine oder Rechtsschutzversicherung hofft hat verloren! Weshalb? Weshalb sollten Top-Berater und Anwälte für Lau arbeiten oder arbeiten wollen? Sie dürfen zum Beratungsgespräch, man verspricht – vielleicht auch missverständlich – zu helfen… der oder die Hilfesuchende findet Hoffnung und dann? … aus der Traum! Der Einsatz endet nach der ersten Zahlung, Akten werden nicht studiert, es muss reichen, ein Schreiben aufzusetzen…. dann muss wieder Geld fließen… nun haben sie Ihr letztes Geld in eine Hoffnung, einen Traum investiert… weshalb? Lesen Sie diese Geschichte, die von Liebe geblendet, Dummheit und falschen Entscheidungen gepflastert ist… das Urteil: lebenslänglich!

    Nun die Geschichte: auch diese Mama arbeitet, bald… eine Chance? Karriere? Es klingt wie im Drei-Groschen-Roman: Vorstellungsgespräch… erste kleine Projekte… dem Sohn steht die Schließung eines Vorhofseptumdefektes bevor, was an sich unbedenklich ist, aber Aorta etc. müssen überprüft werden und Ärzte sind unsicher ob Brustkorb geöffnet wird. Der Junge – ein ruhiger Sonnenschein, soll noch vor der Einschulung sein Schirmchen erhalten. Heute ist also OP Termin ich laufe im Garten des Klinikum Grosshaderns umher die Minuten wollen nicht vergehen… eine Nachricht auf meiner Mailbox: die Assistentin des Geschäftsführers lässt mir ausrichten, dass sie gerne mit mir arbeiten möchten… ich solle mich melden!
    Nein mein Kopf ist nicht frei… ich warte…nach drei Stunden kommt mein Sohn aus dem OP. Alles gut, keine weiteren Probleme und es reichte der Katheter (also kein Reißverschluss)
    Nach drei Tagen wieder zuhause kurz vor den Sommerferien telefonierte ich mit dem Geschäftsführer: er sei begeistert, sehe soviele Möglichkeiten etc. er schicke mir einen Letter of Intent (nein wir spielen nicht bullshit Bingo), eine Absichtserklärung, denn er fährt erst mal in Urlaub… die Absichtserklärung kam natürlich nicht… auch wenn es meinem Sohn super geht, so bekomme ich jedoch keinen Unterhalt, wusste aber auch nicht, dass ich dieses vom Jugendamt erhalten könnte… (bin aber vielleicht zu reich dafür, ja das war Sarkasmus ) ich sorgte für mich und meinen Sohn und kam so irgendwie um die Runden… der Job wäre der Weg in ein besseres Leben gewesen und so kam es dann doch: Er, der Geschäftsführer einer Zeitarbeitsfirma rief an… ein Projekt mit dem Betriebsrat eines Maschinenbauers… ich soll den Workshop moderieren…Hurra! Ich sagte zu ohne lange zu überlegen…. so begann die Zusammenarbeit… dann war ich bei den Führungskräftemeetings, sollte ein Handbuch erstellen um best practices und allgemeine Arbeitsabläufe und Kompetenzen zu beschreiben! Ich habe schon immer an der Weiterentwicklung von Organisationen und Menschen gearbeitet, herrlich… wenn auch etwas trocken….
    So arbeitete ich und engagierte mich zu 200%. Im Dezember kamen wir uns näher, so nah, dass ich im April von der Schwangerschaft erfuhr… naja wir lieben uns wo ist das Problem…und er ist ungebunden.
    Keiner kann einen vor solch einer Dummheit schützen! Und wenn ich sage Dummheit meine ich drei Jahre des blinden Vertrauens in eine Zukunft, die es nicht geben wird… er ist verheiratet und hat drei Kinder und auch mit anderen Kolleginnen ein Verhältnis!
    Sein Sohn wurde 3 Jahre und was denkt ihr ist passiert? Seine Zukünftige, mit der er zusammen ziehen wollte, eine Zukunft plante, setzte er via SMS ein berufliches Ende!
    Ein Schock! Alles verfinsterte sich, obwohl diese on-off-Beziehung mit einem 12 Stunden Arbeitstag immer schwieriger wurde… so war alles: Zukunft, Freunde, Familie alles weg. Ich arbeitete für seinen Erfolg, nicht für unseren! Die starre hielt einige Monate er beauftragte zwar weiter aber verweigerte die Zahlung… ein Schreiben, welches wohl zu vorsichtig an die Staatsanwaltschaft ging, hatte eher einen verheerenden Ausgang: man unterrichtete den Beschuldigten, weil man dessen Einverständnis bräuchte, um die beschlagnahmten Emails (aus einer bereits bestehenden staatanwaltlichen Ermittlung wg UWG-Verstoß) einsehen zu können, um die Scheinselbständigkeit nachzuweisen. Nun hat also unser Staat den Vater meines Kindes informiert, dass ich wg. Scheinselbständigkeit und Täuschung vorgehen möchte… so hatte dieser Gelegenheit alles zu vernichten… natürlich haben weder Krankenkasse nicht Finanzamt oder eben Staatsanwaltschaft etwas unternommen.In einem Telefonat erklärte er mir kühl, dass er am längeren Hebel sitze, wenn ich Verträge nicht unterzeichne und somit auf 50% meines Hinorares verzichte, würde ich jahrelang nur vor Gericht kämpfen ohne je einen Cent zu sehen. Er habe die besten Anwälte und würde mit der Scheinselbständigkeit nicht durchkommen! Mama erhielt kein Geld konnte keinen Anwalt oder Steuerberater bezahlen… es kam wie es kommen musste, der Versuch eine Selbständigkeit aufzubauen ohne Geld… „das was ich für eine Firma kann, kann ich auch für andere“
    Fahrtkosten der vergangenen Jahre ca 150.000 km und Honorare wurden zurück behalten…Ich ging zum Anwalt der zumindest den Unterhalt einfordern sollte… fürchterlich, was der Vater schrieb… „hatte er diese Frau, mich, jemals geliebt?“ Er sagt ja, sie ist schuld, dass es so gekommen ist…
    das Gericht veranlasste den Vaterschaftstest und zu 99,99 % ist er der Vater….
    Also einigte man sich zum Unterhalt
    Doch es gab keinen Weg mehr aus dem Dilemma: die Geister, die sie rief holten sie: das Finanzamt ermittelte natürlich gegen Mama und nicht gegen Papa und dessen Firmen und Mutterkonzerne…
    Mama wurde depressiv… alles ging den Bach hinunter… Konten gepfändet, tägliche Besuche von Vertretern der Gläubiger… nichts konnte mehr bezahlt werden, schließlich konnte Mama die neue Selbständigkeit nicht halten, Banken kündigten Dispo… , der Staat ging mit so einer Härte vor und nutzte die eigene Schlagkraft um meine Existenz jäh zu beenden
    Mama war dann Arbeitslos Hartz IV aber Jobcenter brauchte Ewigkeiten zur Bearbeitung, es gab kein Geld… Mama machte weiter Schulden musste aus dem Haus raus! die Räumung war gerichtlich angeordnet und dennoch keine Unterstützung vom Jobcenter… ebenso wurden das Geld, welches geliehen wurde bei Hartz IV angerechnet, trotz Darlehensvertrag… Schlaflosigkeit, Existenzangst als täglicher Begleiter und Mama hat es geschafft, durch das soziale Netz durchzufallen…
    Natürlich hat das Finanzamt keine Ruhe gegeben und Depressionen und Angst reichten nicht aus, der Staat hat sein Ziel und dieses wird unermüdlich bekämpft. Letzten Endes kam es zur Verurteilung, weil Mama nicht mehr gekämpft hat, weil Mama keine Kraft mehr hatte und obwohl in den Akten nichts vorlag für eine vorsätzliche Steuerhinterziehung hat Mama, um dem ganzen ein Ende zu setzen, alles zugegeben….Mama kann nicht mehr!
    Da Mama mit den beiden Kindern, die heute 14 und 7 Jahre sind zu teuer wohnen, nach den Regelsätzen oder Pfändungsfreibeträgen müssten sie ausziehen… aber es gibt keinen Wohnraum und keinen Vermieter, der an Mama vermieten würde! Mama arbeitet zwar wieder und muss weil sie verurteilt ist zum Vollzeitjob und der täglichen Fahrzeit von 2,5 Stunden (Fahrtkosten werden ebenso nicht berücksichtigt) noch 33,33 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Mama wollte das eigentliche Bürozimmer untervermieten, am besten evtl an eine Frau – gerne auch älter – aber die Miete würde gepfändet werden und die Wohnkosten somit nicht reduziert… es ist im übrigen egal wo sie wohnen und wie die Kaufkraft der jeweiligen Region ist… die Mietexplosionen und realen Mieten werden nicht beachtet…
    Mama muss von ihren 1980€ 110 an das Finanzamt bezahlen und natürlich die Fahrtkosten für den Vollzeitjob von einfach 50km und für die gemeinnützige Arbeit 20km einfach selbst tragen. Mama hat starke Probleme mit den Gelenken, schon seit der Kindheit, aber das interessiert nicht! Der Vater muss auch nicht zur Betreuung des Kindes zur Verfügung stehen, was er natürlich nicht tut, er muss keine Kinderbetreuung bezahlen, weil Mama erst um 20 Uhr heim kommt.

    Ich habe ausgerechnet, dass mein Dilemma so lange ich lebe anhält. Und falls Ihr denkt, eine Insolvenz würde helfen? Nein, seit 2014 nicht mehr: jetzt heißt es lebenslänglich

    Ich schaffe das auch nicht, Frau Merkel

  64. Auch auf die Gefahr hin, daß mein Beitrag wieder gelöscht wird: ich habe mit dem Verlauf dieser Diskussion hier so meine Probleme. Einerseits liebe Christine schilderst Du uns Deine Lebensgeschichte und dass Du alles nicht mehr schaffst, andererseits scheinst du ja doch immer noch genügend Zeit für Deine Karriere zu haben – oder hast Du für Deine Bücher Ghostwriter? Dem Verkauf Deiner Bücher wird doch sicherlich ein solches Forum auch nicht wirklich schaden. Ich fühle mit jedem Einzelnen und bedauere die individuellen Schicksale. Ich möchte auch nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen und Sachen sagen wie „selbst Schuld“ – das steht mir einfach nicht zu. Es gibt jedenfalls auch die andere männliche Seite welche nicht besser aussieht – Ich hatte hier meine Erfahrungen schon mal geschildert aber augenscheinlich werden nur konforme Kommentare mit entsprechendem Tränendrüsenpotential geduldet – was solls!? Und meine letzte Frage: Was bitteschön hat die Kanzlerein mit der ganzen Sache zu tun??

    • Ich lösche fast ausschließlich destruktive und beleidigende Kommentare, oder solche die am Thema vorbeigehen und offensichtlich gecopypasted sind, dies vorab. Dazu gehört dieser neue Kommentar von dir nicht. Hier also meine Antwort:

      Natürlich habe ich keinen Ghostwriter. Das Schreiben ist mein Ventil, und gesellschaftlicher Auftrag. Ich schaffe Öffentlichkeit für ein Thema, das, weil es Kinder betrifft, für uns alle wichtig ist oder sein sollte.

      Die Frage, was Frau Merkel damit zu tun habe, ist weiter oben schon beantwortet.

  65. ich habe es auch einmal versucht, mit einer Internetseite zu überleben. Leider habe ich fast nur Geld investiert (über 2000 Euro!) und nichts damit verdient. Deshalb meinen großen Respekt @Mama arbeitet, dass du so eine tolle Seite aufgebaut hast und die auch scheinbar noch gut läuft. Ich muss jetzt wieder als Verkäuferin arbeiten (für knapp 1300 Euro pro Monat) und das Geld reicht vorne und hinten nicht. Aber ich will nicht vom Staat leben, ich will von keinem abhängig sein. Ich habe gesehen, ab 2017 gibt es endlich mehr Unterhaltsvorschuss von Staat (das steht zumindest hier: http://wir-sind-alleinerziehend.de/aenderungen-2017/), aber auf Nachfrage beim Jugendamt haben die mir gesagt, dass ist noch nicht sicher und ich kann auch noch keinen Antrag stellen für den neuen Unterhalt. Mein Ex zahlt natürlich nichts. Kennt sich hier vielleicht jemand damit aus, der mir hier weiterhelfen kann was ich machen muss?

    Weil Frau Merkel: Ich schaffe das auch nicht.

    Danke und LG,
    Conny

    • Es ist sicher, Conny – zum 01.07. kommt der erweiterte Unterhaltsvorschuss. Den Antrag würde ich vielleicht erst im Juni stellen, wenn die Ämter ihre Prozesse soweit geordnet haben….

      P.S.: Mit dieser Seite verdiene ich kein Geld, da stecke ich auch nur welches rein. Aber sie macht mir und anderen viel Freude. Danke für dein Lob!

  66. Danke für die Antwort. Achso, das wusste ich nicht. Ich dachte, das kommt schon ab jetzt.

    Also mir macht Deine Seite auf jeden Fall große Freude und viel Spaß, mach einfach weiter so!

    LG,
    Conny

  67. Die Gehälter/Löhne sind in Deutschland ganz allgemein zu niedrig und die Lebenshaltungskosten viel zu hoch. Es kann weder der geschiedene unterhaltspflichtige Vater noch die alleinerziehende Mutter ohne Anstellung leben.

  68. Ich kenne das sehr gut und kann jeden Satz bestätigen! Ich habe drei Kinder, das jüngste war 1 Jahr als ich alleinerziehend wurde, der Vater ist dann 600km weit weg gezogen. Ich mache ALLES allein, immer.
    Ich finde es eine Schande, dass Alleinerziehende überhaupt Steuern zahlen! Verheiratete bekommen Steuerentlastung, auch ohne Kinder. Warum? Ich arbeite so hart um meine Kinder zu guten Menschen zu erziehen, die später sicher einmal einen Job haben und und Steuern zahlen werden. Ich versuche ihnen ein ’normales‘ Leben zu bieten, aber es fehlt immer an etwas und jeden Monat die Sorge ob das Geld reicht…. Von Altersarmut möchte ich gar nicht erst anfangen…
    Ich möchte keine Steuern mehr zahlen. Ich möchte dass das Menschen ohne Kinder tun.

    • Sie haben Kinderfreibeträge. Sie bekommen Kindergeld. Bestimmt bekommen Sie weitere Vergünstigen und Zuwendungen. Dies alles bezahlt der Staat aus Steuermitteln. Meine Familie zahlt eine hohe 5 stellige Summe an Steuern und zwar jedes Jahr, damit auch Sie ihre Kinder zu guten Menschen erziehen können. Es gibt in Deutschland nur ca. 3 Mio. Haushalte mit einem steuerpflichtigen Einkommen von über 70.000 € im Jahr. Wollen Sie sich nicht bei meiner Frau, meinen erwachsenen Kindern und mir bedanken, dass wir Sie jedes Jahr mit unseren Zahlungen unterstützen?

        • In einer solidarischen Gesellschaft unterstützen die Starken die Schwachen. Ich möchte, dass vor Entscheidungen besser nachgedacht wird. Muss man drei Kinder haben oder reicht auch ein Kind? Muss man sich trennen oder kann man Kompromisse machen? Eine Familie durchzubringen ist durch einen Alleinverdiener nicht mehr zu leisten. Deshalb gehören zu einer Familie auch Vater, Mutter und Kind. Das kann doch nicht so schwer sein. Ich habe es auch geschafft. Aber wenn ich richtig nachdenke, dann leisten wir uns auch mehrere Milliarden für einen Flughafen, der nie fertig wird. Da ist das Geld bei Kindern besser investiert. Also alle mehr nachdenken.

          • Da finden wir zueinander: in einer solidarischen Gesellschaft unterstützen die Starken die Schwachen. Und diese Rollen können auch wechseln. Ich habe auch jahrelang mehr Steuern gezahlt, als z.B. ein Erzieher verdient, als ich noch Gutverdienerin mit Karriere war. Und genau da kam das dritte Kind, und eine Trennung zeichnete sich nicht ab. Es ist nicht alles so planbar…

  69. Liebe Autorin von „Mama arbeitet“,
    ich kann nachfühlen was Sie (be)schreiben. Überhaupt komen mir viele Gefühle bekannt vor, die durch die diversen Kommentare des Blocks schwirren. Wut auf gefühlte und tatsächliche Ungerechtigkeiten; Frust und Hoffnungslosigkeit; Trauer über die Situation; Angst vor der Zukunft; Erschöpfung und noch mehr Erschöpfung; gelegentlich gekränkter Stolz (meist von männlicher Seite – „eine kleine Spitze wird doch noch erlaubt sein“) ABER auch schöne Gefühle wie Stolz auf geleiste Arbeit (juhu Gratulation: Gut gemacht!) und Freude darüber das eigene Schicksal zu meistern.

    Als ich heute über diesen Beitrag gestolpert bin, habe ich nach Lösungen gesucht – die ich hier nicht gefunden habe. Ich wollte nämlich wissen, wie ich mein (im Moment sehr müdes) Schicksal als mehr oder weniger Alleinerziehende meistern kann. Also, genauer gesagt nicht wie, denn meistern tue ich es ja, genau wie die anderen hier, eh schon die ganze Zeit. Ich wollte wissen, wie ich so meistern könnte, dass ich bessere Laune hätte. Unser schönes Deutschland wird sich nämlich in unserer Angelegenheit nicht so schnell zum Besseren wenden. Denn auch, wenn sich bestimmte Gesetze ändern würden, es gibt Dinge, die bleiben eine gigantische Herausforderung. Meine Thesen zum Thema:
    1) Kinder in der Entwicklung zu liebesfähigen, verantwortungsvollen und selbstständigen Menschen zu begleiten ist ein anstrengende und kräftezehrende Angelegenheit.
    2) Deswegen besagt ein afrikanisches Sprichwort ja auch bekanntermaßen: „Es braucht ein Dorf um ein Kind zu erziehen“- die mit Dorf, werden sich nicht im Forum aufhalten, denn sie werden nicht erschöpft sein. Also brauchen Kinder starke Elern, die das wuppen, indem sie in sich selbst ruhen.
    3) Um in sich Selbst zu ruhen braucht man wiederum das Gefühl von einem sinnerfülltem Leben (dafür eignen sich Kinder hervorragend), man braucht das Gefühl sozial eingebunden und akzeptiert zu werden ( nicht von jedem Troll, aber von wichtigen Menschen – müßte machbar sein) und man braucht genug Zeit um für sich zu sorgen (Schlaf, Sport, gesunde Ernährung, Zeit zum Nachdenken). Und hier an der „Zeitfront“ haben Eltern im Allgemeinen und Alleinerziehende im Besonderen einen Mangel, denn sie brauchen unendlich viel Zeit für die Erziehung, für die Beziehung zu ihren Kindern, um sich um sich und die Kinder zu kümmern, den Haushalt, die Arbeit (oder Geldsorgen).
    4) Ein Teil der Zeitsorgen sind selbstgemacht – und damit meine ich NICHT die abgeknapsten Minuten mit der Tasse Kaffee. Ich meine damit die Zeit, die man verschwendet um sich über Dinge aufzuregen, die man nicht ändern kann. (Logo, kurz abkotzen muss drinnen sein – aber dann gehts weiter). Ich meine die Zeit, die man damit verbringt Anforderungen von Anderen zu erfüllen, die gerade nicht oberste Priorität haben. Ich meine die Zeit, die man damit verschwendet darüber nachzudenken ob „die Gesellschaft, die Arbeitgeber, der/die Ex“ fair zu einem sind (wir sind alle manchmal unfair, deswegen sind wir Menschen).

    Ich habe mir zum Kraftsparen schon ein paar Überlebensregeln zugelegt:
    -> Konzentriere Dich auf Dein Leben, dazu brauchst Du eine positive Vorstellung davon, wie Du es konkret haben willst
    -> vermeide ein „Opferbewusstsein“, auch wenn es für Dich blöd gelaufen ist, es macht die Dinge noch schlimmer, wenn Du an Wut, Frust… zu lange festhaltest
    -> Gehe kreativ mit Ungerechtigkeiten um, frei nach dem Motto „aus den Steinen, die mir jemand in den Weg legt lässt sich noch etwas schönes bauen (macht „Mama arbeitet“ mit ihren Blog)
    -> Versuche für Dich zu sorgen, Du bist wichtig! Mit Deiner Gesundheit und Deinem Wohlergehen steht und fällt das Familieklima. Beute Dich nie aus, Du bist wichtiger als Geld!
    -> Lerne zu verzeihen, auch wenn Dich niemand um Verzeihung gebeten hat. Es ist für Dein Wohl wichtig. Übrigens Verzeihen heißt nicht Vergessen.
    -> Gib Dein Bestes und akzeptiere dabei deine Grenzen. Damit kannst Du immer stolz auf Dich sein.
    -> Lerne Nein zu sagen (z.B. “ Danke, dass Du gefragt hast aber nein“) und rechtfertige Dich nicht dafür. Rechtfertigungen sind Angriffsflächen!
    -> Versuche fair zu bleiben. Auch wenn der andere sich nicht kümmert, nicht zahlt, Dich betrogen hat… erfülle Du Deine Verpflichtungen und bestehe darauf, dass der andere sie auch einhält (auch wenn ihr beide wisst, dass er/sie sich immer drücken wird – es stellt klar, was Du willst – bleibe freundlich und wiederhole Dein Anliegen dabei in regelmäßigen Abständen wie eine Schallplatte)
    -> denk daran, dass Deine Kinder irgendwann groß sein werden. Sorge vor indem Du Freundschaften, eine Beziehung, Hobbies und eine berufliche Perspektive anstrebst. Ansonsten werden die Kinder sich an Dich gebunden fühlen, weil Du so viel für sie geopfert hast.
    -> Glaub an das Prinzip der mittleren Gerechtigkeit, das besagt, dass Dir im Leben gute und doofe Dinge begegnen. Im Schnitt gleicht sich alles aus. Wenn Dein Leben bisher doof war, dann muss es logischer Weise aufwärts gehen : )
    -> Denke viel, denke tief, denke anders (vgl. Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein)
    -> verschwende Deine Energie nicht in Angelegenheiten, die keine Aussicht auf Erfolg haben.

    Alles in allem gesehen: Ja, da läuft viel falsch. Aber wir wissen doch eigentlich alle, dass Deutschland nicht besonders Kinderfreundlich ist. Und eigentlich haben wir alle Männlein und Weiblein trotz allem viel Tolles: Wir haben eine Demokratie, relative Sicherheit, so viele Freiheiten und unsere Würde ist im Grundgesetz verankert. Auch wenn Hartz 4 wenig ist: Wir verhungern nicht! Auch wenn uns die anderen doof finden: Wir können drauf pfeifen und still in uns reinschmunzeln, weil wir wissen was wir leisten. Eltern, die sich kümmern und um ihre Kinder sorgen, die gehen an ihre Grenzen und oft auch darüber hinaus – und das verbindet sie mit Menschen aus allen Zeiten und in allen Ländern. Die Welt ist ungerecht, und wir ziehen trotzdem Kinder groß. Ätsch bätsch Pessimismus – wir bringen die Zukunft!
    Vielleicht sollten wir uns eine neue Sprachregelung überlegen:
    Eltern = Zukunftsbringer
    alleinerziehende Eltern = Zukunftsbringer mit starker Persönlichkeit
    alleinerziehende Eltern in schwierigen Umständen = Zukunftsbringer mit herausragender Persönlichkeit (extrem huldigungswürdig)
    Eltern die sich nicht kümmern = Zukunftsbringer mit Persönlichkeitsentwicklungsbedarf
    Kinderlose Menschen, die Kinderreiche (auch schon ab einem Kind) unterstützen = Hilfs-Zukunftsbringer
    Kinderlose Menschen mit Desinteresse = arme Ahnungslose
    Eltern- oder Kinderhassende Menschen = bemitleidenswerte Geschöpfe, deren oft trollähnliche Verbalabflüsse tendenziell auf narzisstische Persönlichkeitsdefizite hinweist

    Ach und by the way: Jetzt habe ich die Antwort auf mein Launeproblem doch noch gefunden: Mir einfach mal nicht so leid tun, denn ich bin cool: Ich bin ein Zukunftsbringer mit mindestens starker Persönlichkeit, vielleicht sogar mit herausragender Persönlichkeit. Tut gut das mal gesagt zu haben.

    • Liebe Madam Sonnenschein,

      normalerweise schalte ich Kommentare, die länger sind als der Ursprungstext, nicht frei. In diesem Falle tue ich das aber, weil ich denke, du möchtest wirklich etwas Sinnvolles beitragen. Vielen Dank also für diese Antwort, aber bitte zukünftig nicht ganz so lang, falls du nochmals hier kommentierst.

      Viele Grüße,
      Christine

      P.S.: Der Text ist, wie sehr viele andere Texte hier, eine Momentaufnahme. Es ist eben ein Blog, kein politisches Magazin oder so. Will sagen: dieses Gefühl, dass alles zu viel wird, taucht zwar regelmäßig in meinem Leben auf, wenn viele Umstände schwierig sind. Aber es dominiert mein Leben nicht. Vieles von dem, was du als Abhilfe vorschlägst, gehört zu meinem Alltag.

  70. same same christine –
    die öffentliche stimme fehlt – die, die sensibilisiert, thematisiert, lauthals Empörung schreit und letzendlich die politik aktiviert…so dass die Gerichte endlich mal gezwungen werden handlungsfähig zu werden. Die Ruhen sich gerade auf Ihrer „Machtlosigkeit“ aus. Es fehlt Deutschland leider an visionierten und mutigen Richtern, die standhaft genug sind, die Rechte und auch die Pflichten auf beiden Köpfen zu verteilen. Good old Germany.
    Schau mal, wenn 200 neue Petitionen bezüglich des gleichen Anliegens eingereicht werden dürfte das doch endlich mal auf dem Tisch von Frau Schwesig landen?
    https://epetitionen.bundestag.de/epet/peteinreichen.html

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen…
    dass grundsätzlich beide Eltern zu gleichen Teilen für Betreuung und Finanzierung der leiblichen Kinder verantwortlich sind.
    Solange das Kindeswohl nachweislich nicht gefährdet ist (körperliche, psychische Gewalt) müssen beide Eltern die Verantwortung für die gemeinsame Kinder zu gleichen teilen tragen. Auch nach einer Trennung.
    Entzieht sich ein Elternteil seiner Verantwortung müssen Konsequenzen (wie Ordnungsgeld, Sozialstunden, Gefängnis,… ) folgen.

    Begründung: Jedes Elternteil muss nach einer Trennung für die eigene finanzielle Sicherheit sorgen, heißt erwerbstätig sein (es gibt keinen gegenseitigen Unterhaltsanspruch). Wenn jedoch ein Elternteil komplett die Betreuung der Kinder verweigert (z.B. aus Bequemlichkeit, beruflicher Selbstverwirklichung, neue Familie,…) fallen aktuell automatisch ALLE Pflichten zu 100% dem anderen Elternteil zu. oft zzgl. der alleinigen Finanzierung (insbes.bei Selbstständigen wird meist gar kein Unterhalt geleistet). Burnout, Arbeitslosigkeit, Hartz 4 und/oder Kinderarmut sind oft die Folgen. Und das alles ohne Konsequenzen für den verweigerten Part. Das
    Kindeswohl wird aufgrund der aktuellen Gesetze nicht in den Fokus gestellt, die UN-Kinderrechtskonvention mißachtet………

    Somit ist den Eltern geholfen, die Ihr Kind gerne sehen möchten (und nicht dürfen) und auch denen , die mit allen Pflichten alleine gelassen werden.

    • Liebe Sandra, ich finde, das geht absolut in die richtige Richtung. Ist halt schwierig in der Umsetzung, und könnte zu einer Prozessflut führen. Was aber nichts daran ändert, dass es in der Sache richtig ist, vom getrennt lebenden Elternteil auch Pflichten per Gesetz einfordern zu können. Und das mit den Sozialstunden halte ich eh für eine gute Maßnahme, wenn z.B. ein Elternteil partout keinen Unterhalt zahlen kann. Wie viel der betreuende Elternteil um die Ohren hat, fragt ja auch keiner. Da müssen 4 Sozialstunden oder so pro Woche drin sein, um seine Schulden bei der Gesellschaft abzutragen.

      Viele Grüße und danke für diesen Kommentar!
      Christine

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