Was mich motiviert

Gestern machte sich Bloggerin Tina Barheine Gedanken darüber, welche Rolle Kommentare unter ihren Blogposts spielen und warum sie es eindeutig bevorzugt, wenn die Kommentare direkt im Blog abgegeben werden und nicht auf Facebook oder google+. In meiner Antwort auf ihren Post (direkt unterm Text, natürlich ;)) schrieb ich, dass für mich ein Kommentar eine Hommage an den Autor ist, weil er zeigt, dass sich jemand mit meinen Gedanken auseinandersetzt.

Der Eckendenker spinnt den Gedanken heute weiter und bekennt, nachdem er Tinas Post gelesen hat, dass ihm die Kommentare egal sind. Kurz zuvor hat er in Tinas Blog die Frage aufgeworfen, für wen man eigentlich bloggt.

Und genau hier möchte ich nun weiterdenken – Tina spricht von „Schreibwut“, der Eckendenker will sich nur „seinen Kram von der Seele schreiben“, und ich will Resonanz – so schreibe ich das ja auch in meiner Rubrik „Über mich“. Darüber hinaus motiviert mich der Gedanke, in die Köpfe der Leute zu kommen. Menschen, die ich nicht kenne, zu erreichen, und wohlmöglich sogar ein bisschen den Bauch gepinselt zu bekommen, z.B durch ein öffentliches Lob auf twitter.

An dieser Stelle hole ich mal ein wenig aus. In meinem früheren Leben, also bevor ich Kinder bekam, war ich Akademikerin. Fast 7 Jahre lang war es (neben der Lehrtätigkeit) mein Job, mit „meiner“ Professorin zusammen Bücher herauszugeben. Zuerst tat ich das als wissenschaftliche Hilfskraft (Hiwi), dann als wissenschaftliche Assistentin. Das habe ich sehr gerne gemacht, und aus dieser Zeit entspringen etwa 7 wissenschaftliche Bücher, von denen viele Sammelbände mit Aufsätzen sind. Anfangs arbeiteten wir noch mit WordPerfect für DOS, du meine Güte….

Geblieben sind mir davon verstaubende Bücher im Keller und ein Hang zum Redigieren, (mir macht das wirklich Freude!), aber irgendwann Ende der 90er Jahre wurde mir klar, dass aus einem Jahr Arbeit mit so einem Buch nur wenige hundert Exemplare entstehen, die von maximal 1000 Studierenden und 100 Koryphäen gelesen werden. Das lag natürlich auch an dem Fach, auf das ich mich spezialisiert hatte: Altenglisch. Nun, das war mir jedenfalls zu wenig an Publikum. Und meine Zeit an der Uni war eh abgelaufen, ich fühlte ich dort falsch (bin nach wie vor sehr froh, dass ich nicht die Habilitation angestrebt habe – ein Angebot hatte ich!).

Durch einen Zufall kam ich zum Journalismus – und war angefixt, nachdem ich den ersten Artikel im Hamburger Abendblatt veröffentlich hatte. Ganzseitig, über zwei Seiten sogar, in der Wochenendbeilage. Damals lag die Auflage, wenn ich mich recht erinnere, bei 200.000, und als Leser proklamierte der Verlag das vielfache. Ja, das war es, was ich wollte!

Später schrieb ich frei für Familie&Co und Baby&Co, die ebenfalls mehrere 100.000 Leser erreichen, was mir regelmäßig – ich sage das jetzt, wie es ist – orgiastische Glücksgefühle bescherte.

Und dann, ab 2007, durfte ich ein Internetportal für Schwangere und Eltern aufbauen, im Auftrag eines norwegischen Kinderbuchverlags, der Deutschland mit seinen Büchern erobern wollte. Da hatte ich dann 240.000 Visits im Monat, und Resonanz, wie man sie sich besser nicht wünschen kann. Mit der liliput-lounge konnte ich mich richtig austoben – es war eine tolle Zeit, die erst im Sommer 2011 endete, als dem Verlag finanziell etwas die Puste ausging.

Ich muss auf Entzug gewesen sein – denn direkt nach meinem kurzen Italienurlaub im August 2011 begann ich diesen Blog. Schreibwut trifft es ganz gut, Resonanzhunger vielleicht auch, und ein bisschen ist auch die Hoffnung dabei, dass mich der Blog im Endeffekt doch beruflich voranbringt, denn ich möchte zeigen, was ich kann.

So, nun wisst Ihr Bescheid :).

Und Kommentare sind für mich ein Geschenk, ich will nämlich nicht nur vor mich hinschreiben, sondern interagieren. Deswegen versuche ich auch, auf jeden Kommentar zu antworten. Am liebsten habe ich sie auch hier im Blog, da bleiben sie präsent und bereichern meine Einträge.

Also: beschenkt mich mit Kommentaren. Ich steh‘ drauf!

20
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
8 Kommentar Themen
12 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
8 Kommentatoren
Wie ich blogge - ProzessbeschreibungMama arbeitetLisahostmamiDesperateWorkingMum Letzte Kommentartoren
neueste älteste meiste Bewertungen
Kaddi
Gast
Kaddi

Liebe Christine! Wird hier eigentlich geduzt oder gesiezt… da habe ich mich ja schon einmal böse in die Nesseln gesetzt. Ich glaube, ich hab das auch – nach dem Aus meiner Blogs auf Edelight war ich auf Entzug. Nur dass ich mich da nicht so austoben konnte, wie ich wollte – aber viele Artikel liebe ich noch immer sehr! Die vielen Zugriffe und auch die Resonanz – ach war das schön. Und nun steh ich etwas auf der Bremse, man möchte ja nichts falsch machen, aber sich trotzdem selbst treu bleiben. Gar nicht so einfach. Aber ja, ich blogge auch… Weiterlesen »

Kaddi
Gast
Kaddi

Also ja, es ist schon eine Grenze das Du einfach so, aber wenn sie behutsam aufgeweicht wird und nicht zu sehr ins kumpelhafte abdriftet, finde ich das Du wesentlich sympathischer. Es gibt nur ganz wenige Blogger, die unbedingt das Sie wollen und das dann auch gnadenlos durchsetzen. Ist dann Geschmackssache. Ich muss auch an Frau Birkenbihl denken, die mochte das Du nicht. Das Sie hielt für Frau Birkenbihl die Distanz, die sie für ihren Autismus benötigte. LG Kaddi

Susi
Gast
Susi

Hallo Kaddi,
ich bekomme in FB von „Hildegunst von Mythenmetz“, einer Fabelfigur aus der Feder von Walter Moers, die Wall-Einträge. Weil diese Figur selbst so ausgefeilt schreibt, wird er (ein Lindwurm) von jedem gesiezt, sehr lustig zu lesen. Es ist schon eine Art besonderer Respekt, der aus solchen Kommentaren zu lesen ist. Wobei ich das Duzen an sich nicht für respektlos halte, es kommt ja auch immer auf die Wortwahl an.
Gruss, Susi

Susi
Gast
Susi

Liebe Christine, ah, jetzt muss ich den ganzen Kommentar nochmals schreiben … die Blogsoftware ist sehr streng, wenn man die Mailadresse vergisst, dann teilt sie einem das auf einer separaten Seite mit und mit Back ist alles weg. Mist! Natürlich sind Kommentare wichtig, sie sind doch sozusagen das Salz in der Suppe. Man erkennt, dass man gelesen wird und teilweise entwickeln sich spassige Diskussionen. Wer braucht schon kein Feedback? Ohne Echo – das wäre auch nichts für mich. Deine Form des Blogs finde ich eine gute Idee. Die technischen Möglichkeiten sind inzwischen ja glücklicherweise gut… so etwas hätte ich mir… Weiterlesen »

Petra
Gast
Petra

Guten Morgen, Ein kleiner Beitrag zu Siezen – Selbst der „große“ Stefan Niggemeier wird in den Kommentaren geduzt. Würde ich nie machen, wenn ich ihm im wahren Leben über den Weg laufen würde. Allerdings wird der Spreng vom „Sprengsatz“ gesiezt. Macht entweder das Alter oder die Medienpräsens in den Talkshows. Und ein etwas längerer Beitrag zum Bloggen. – Ich habe das Bloggen aus Frust angefangen; es ist Therapie um nicht in Depressionen zu verfallen. In der Zeit, in der ich über neue Posts nachdenke, kann ich nicht über den Job nachdenken. Mir als schreiberischen Laien fliegen die Wort auch nicht… Weiterlesen »

Kaddi
Gast
Kaddi

Also wenn wir grad dabei sind, fänd ich schön über weitere Kommentare per Mail informiert zu werden. Liebe Grüße PS: Achso gibt natürlich für alles ein Plugin…

Tina
Gast
Tina

Hallo Schwester im Geiste,
ich finde toll, was du bisher gemacht hast in deinem Leben, aber ich denke auch, dass die echten Herausforderungen noch vor dir liegen. Und vor mir – also quasi vor uns. Nach dem Studium ohne weitere Verpflichtungen Karriere machen ist nicht immer leicht, aber schwerer ist es doch, noch einmal ganz von vorn und ganz allein und mit einem geliebten Klotz am Bein durchzustarten.

Die Bloggerszene gefällt mir deshalb, weil man hier eben doch nicht allein ist. Egal was man vorhat, es gibt immer jemanden, der mitmacht, mithilft, mitliest und – tada! – mitkommentiert.

Weiter so!
LG Tina

DesperateWorkingMum
Gast
DesperateWorkingMum

Liebe Christine,
obwohl meine Vor-Kommentatorinnen mit dem Salz in der Bloggerszene schon meine Meinung vorweggenommen haben, möchte ich dich trotzdem mit einem Kommentar beschenken! Freue mich auf weitere Posts und auch darüber, dass ich offensichtlich nicht die einzige Frustbloggerin bin.

p.s. ich würde das du bevorzugen, weil ich das, was ich hier bisher gelesen habe, sehr sympathisch finde

hostmami
Gast
hostmami

Liebe DWM!!Auf diesen Blog freue ich mich wirklich sehr! LG hostmami

trackback
Wie ich blogge - Prozessbeschreibung

[…] Was mich motiviert […]