Aber Kinder brauchen doch Ferien!

Als ich im Sozial- und Jugendhilfeausschuss erwähnte, dass ich mir für Konstanz Kindergärten wünsche, die rund ums Jahr geöffnet haben, sah mich die freundliche Kindergartenleitung, die ich schon lange kenne, irritiert an. „Aber die Kinder brauchen doch Ferien!“, wandte sie ein und schüttelte entsetzt den Kopf. Ja, das ist sicher so. Nur haben die Eltern nicht so viel Ferien wie ihre Kindergarten- und insbesondere ihre Schulkinder.

Wer eine Kita mit nur 30 Tagen Schließzeit erwischt hat, darf sich glücklich schätzen in meiner Stadt. Dazu kommen noch diverse Schließtage durch Fasnacht (jeweils halbe Tage), Betriebsausflüge, pädagogischen Tag, früheres Schließen am Tag vor Weihnachten und für den Nikolausausflug, usw. und so fort.

Eltern müssen ziemlich flexibel sein – und zwar gegenüber der Kita, die den Lebensrahmen und indirekt auch den Familienurlaub vorgibt, dem Arbeitgeber und natürlich den Kindern, die krank werden können oder wichtige Arzttermine haben. Für Selbstständige gilt das in noch höherem Maße: da verlangen Kunden termingerechte gute Arbeit – egal, was im Hintergrund zuhause läuft. Und ohne Abgabe kein Geld und keine Folgeaufträge. So einfach ist das.

Schulranzen

Kommen die Kinder in die Schule, dann wird es noch schlimmer. Sie sind zwar größer, aber die Ferienzeit beläuft sich nun auf 13-14 Wochen. Das ist nicht zu wuppen. Ein normaler Arbeitnehmer hat 28-32 Tage Urlaub pro Jahr. Selbst bei zwei Elternteilen, die einen total familienfreundlichen, superflexiblen Arbeitgeber haben, können Paare mit Schulkindern maximal 12 Ferienwochen abdecken. Gemeinsamen Urlaub hätten sie dann nicht, als Familie. Für Alleinerziehende potenziert sich das Problem: viele erfahren keine Unterstützung durch den Ex-Partner und haben sowieso kein Geld, um in den Urlaub zu fahren.

Also müssten die Großeltern her, finden manche, Die aber haben wir dem Dogma der Mobiliät geopfert. Wir sind zum Studieren in eine andere Stadt gegangen, haben für diverse Jobs den Wohnort gewechselt, und leben nun weitab von familiärer Unterstützung. Außerdem haben wir mit dem Kinderkriegen so lange gewartet, bis wir mit dem Studium fertig waren und erste Berufserfahrung hatten. Unsere Eltern sind zu alt, um mal eben schnell auf quirlige Kinder aufzupassen. Oder aber sie reisen um die Welt und genießen den Ruhestand; andere Eltern sind noch voll berufstätig – selbst 30-jährige Eltern mit Großeltern vor Ort können nicht darauf bauen, dass Oma und Opa als Ferienbetreuung einspringen.

Klar, es gibt Ferienprogramme, sogar welche, die von städtischer Seite finanziell gut unterstützt werden, wenn man Anträge stellt und die Bedürftigkeit nachweist. Nur habe ich zumindest Skrupel, meine Kinder zu zwingen, dort hinzugehen – sie wollen es nämlich nicht. Zuhause wollen sie sein und mit ihren Freunden spielen in den Ferien. Da bin aber auch ich und versuche zu arbeiten, Schulferien hin oder her. Denn ich bin selbstständig, weil mich keiner mehr einstellen wollte mit drei kleinen Kindern und weit über 40.

Es ist anstrengend, sich um drei Kinder zu kümmern, selbstständig zu arbeiten und keinerlei Unterstützung zu haben. Und es war beleibe nicht so geplant. Aber ich mache das nun und bin meistens zufrieden.

Aber wenn ich dann, wie gestern in der FAS, lesen muss, dass Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen sollten, und wer das nicht wolle, eben keine Kinder bekommen solle, dann packt mich die kalte Wut. Schlägt Autorin Becker in diesem Zwiegespräch ernsthaft vor, dass Menschen mit Kinderwunsch sich von Schulferien-Gedanken davon abhalten lassen sollten Nachwuchs zu zeugen? Müssen wir nicht eher die Umstände kinderfreundlicher gestalten als noch mehr Menschen davon abzuhalten, Kinder in Deutschland zu bekommen?

Ausschnitt aus "Haben Kinder zu viel Ferien?", FAS vom 31.05.2015
Ausschnitt aus „Haben Kinder zu viel Ferien?“, FAS vom 31.05.2015

Vor ein paar Tagen erst machte die Meldung die Runde, dass Deutschland mittlerweile die niedrigste Geburtenrate weltweit hat. Mich wundert das überhaupt nicht. Denn genau DAS ist unser Problem: große Teile der Gesellschaft finden, Kinder seien Privatsache, wie ein Hund, man müsse alleine damit klarkommen, wenn man sich erstmal sowas angeschafft habe. Aber unser Rentensystem ist nicht auf Hundesteuer aufgebaut. Das Private ist politisch in diesem Fall, es geht alle etwas an!

Als ich die Kinder bekam, habe ich keine Sekunde darüber nachgedacht, wie ich später die Schulferien organisieren werde. Ich dachte, das ließe sich schon hinbekommen. Ja, ich war naiv. Denn dass Eltern so sehr im Regen stehen gelassen werden, wie das bei uns der Fall ist, konnte ich mir nicht vorstellen. Auch, dass Mütter bei Bewerbungsrunden diskriminiert werden oder nach der Elternzeit aus dem Betrieb gemobbt werden, lag jenseits meiner Vorstellungskraft.

Da hat Deutschland ganz schön Glück gehabt, denn ich habe mich sogar auf drei Kinder eingelassen. Aber hey, eigentlich sollte ich die wohl gar nicht haben. Denn ich wünsche mir oft, weniger Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, und mehr Zeit für mich alleine oder für meine Arbeit zu haben. Und das ist in Ordnung so, weil meine Situation eine besondere ist. Es bedeutet nicht, dass ich meine Kinder nicht liebe. Sondern dass ich stets am Rande der Überlastung den Alltag jongliere. Wie viele andere Eltern auch, die nicht alleinerziehend sind.

Kreide malen
Jüngste im Ferienglück, gestern

Wir brauchen Sympathie und Wertschätzung, bessere Kinderbetreuung (auch qualitativ!) und gerne auch die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, wie von Frau Schwesig vorgeschlagen. Aber eins brauchen wir sicher nicht: Journalistinnen, die uns vorschreiben, wer Kinder bekommen sollte und wer nicht.

Linktipps: Artikel in der Frankfurter Rundschau „Frauen haben kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt“ vom 14.05.2015

Artikel in der „Die Welt“ vom 29.05.2015: „Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate weltweit“

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Katarina
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Katarina

Als ich die Kinder bekam, habe ich keine Sekunde darüber nachgedacht, wie ich später die Schulferien organisieren werde. Ich dachte, das ließe sich schon hinbekommen. Ja, ich war naiv.

Genau so ging es mir auch, nur mit der Kita. Ich dachte es wäre möglich die Kinder in die Kitabetreuung zu geben und trotzdem mit dem Mann im Schichtdienst zu arbeiten. Pustekuchen. Geht nicht.

Desiree Tietz
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Desiree Tietz

Oh wie war. Beide im Schichtdienst und KiTa sind meist gar nicht kompatibel. Das klappt nur wenn nur einer von beiden Schicht arbeitet.

Sebastian
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Sebastian

Kinder brauchen Ferien (außer in der ersten Klasse, da beschweren sie sich, wann sie endlich wieder in die Schule dürfen), das stimmt. Aber Ferien sind eine Auszeit von der Schule und der Kiga ist keine Schule. Dort haben Ferien – meiner Meinung nach – nichts zu suchen. Die Träger in unserer Stadt sehen das glücklicherweise auch so und unsere Kigas haben abgesehen von den üblichen Weiterbildungen, Betriebsausflügen, Brückentagen, etc. das ganze Jahr über auf. Den anderen Teil Deines Problems verstehe ich nicht so ganz: Ich arbeite im Homeoffice, aber (mittlerweile) als abhängiger Arbeitnehmer mit Kernarbeitszeiten und ohne die zeitliche Selbstbestimmung… Weiterlesen »

susi
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susi

Mag sein, dass Du ein braves, stilles Kind hast, dass Dich im Homeoffice arbeiten lässt. Verdreifache nun Dein Kind und damit den Spielbesuch und Du wirst erkennen, wo hier das Problem ist. Kinder sind verschieden! Manche streiten sogar! Laut! Respekt hin oder her! Manche knallen mit den Türen oder bekommen ganz einfach Hunger oder Durst (nie gleichzeitig). Das ist die Realität und in dieser ist konzentrierte Homeoffice-Arbeit nicht immer möglich. Der Haushalt zeigt dann gelegentlich auch noch sein hässliches Gesicht in Form von Schlammspuren oder Wäschebergen und dem damit verbundenen schlechten Gewissen. Oder lässt Du die maschinellen Haushaltshelfer in Ruhe,… Weiterlesen »

jolchen
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jolchen

Omg wenn ich das lese… Natürlich brauchen Kinder auch von der kita Urlaub… Selbst für fiel kleinsten ist das wie Arbeit. Arme Gesellschaft in der Eltern Urlaub machen und Kinder in die kita abschieben… Kinder als Statussymbol… Unglaublich…

Manuela
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Manuela

Ohja, ich kann mich noch so gut an die aufkommende Panik erinnern, wir hatten gerade unseren Laden eröffnet (meine Eltern und ich) und auf einmal waren Ferien. Es schien mir unmöglich das zu vereinbaren. Als ich noch alle drei Zuhause hatte war ich im Studium, das war prima durch die vorlesungsfreie Zeit.
Niedrigste Geburtenrate, wow…das hätte ich nicht gedacht. Mal sehen wann die Politik aufwacht.
Beste Grüße! Manuela

Sven
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Sven

Ich nicke und stimme dir zu. Als unsere Kinder im Anmarsch waren – und davor – haben wir uns keine Gedanken darüber gemacht, wie man die Schulferien wuppen könnte. Und das ist auch gut so. Denn würde man das machen, hätten wir wohl eine noch niedrigere Geburtenrate als sonst schon. Du fragst mit Recht, wann die Politik aufwacht. Och, das wird sich erst einmal noch kleinreden lassen. Man schichtet um, Geld von hier nach dort, besänftigt hier und dort, statt ein Konzept zu entwickeln. Irgendwann fliegt uns das Renten-/Pflegesystem um die Ohren… und dann??

Anna
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Anna

Sprichst mir aus der Seele. Manche Gedanken kommen mir bekannt vor – der mit dem Hund etwa ;o)

tempovoyager
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tempovoyager

EIn Kiga ist doch keine Schule, sondern eine „pädagogisch wertvolle“ Unterbringung während der Elternarbeitszeit.^^ Sprich: ich finde Ferien in Kigas daneben, genau aus den Gründen die Du nennst. Solange nicht ein Umdenken in Politik und Gesellschaft stattfindet wird sich da nicht viel dran ändern, es ist halt komplett darauf ausgelegt dass ein Elternteil daheim bleibt. Oder maximal halbtags arbeitet. Merkt mensch ja auch in Zeiten des Streiks, es is wurst wie die Familien das geregelt bekommen dass der KiGa zu ist. Es betrifft doch eh fast ausschliesslich Frauen, die sollen halt wieder daheim sich um die Kinder kümmern. Vielleicht sollten… Weiterlesen »

Barbara
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Barbara

Ich stimme dir voll und ganz zu. Meine Kita kommt auf 35 Schließtage, die mein Mann und ich im Moment noch abdecken können. Wie es allerdings nächstes Jahr wird, wenn unsere Tochter in die Schule kommt, weiß ich nicht. Allerdings ist für mich getrennter Urlaub keine Lösung, wo bleiben wir denn als Familie und auch als Paar? Ich hoffe, die Politik begreift endlich, daß gute und ausreichende Kinderbetreuung ein Wirtschaftsfaktor ist und nicht nur „Gedöns“.

Yvonne
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Yvonne

Du hast es genau auf den Punkt gebracht. Jeden Punkt kann ich abharken. Das habe ich alles durchgemacht. Und will man dann mal 1x Weggehen kann die Freundin unmöglich ihren Hund alleine lassen, weil sie ja 10 Stunden am Stück gearbeitet hat. Im übrigen haben viele unter 30jährige sogar nur noch 21 Tage Jahresurlaub.

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Qualität – was ist das? | Mopf-Blog

[…] einen Beitrag von Mama arbeitet bin ich auf die Frage gestoßen, was eigentlich qualitativ gute Kinderbetreuung ist. Ich bin auf […]

Karin
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Karin

Wir haben hier Hortbetreuung, die die Hälfte der Schulferien abdeckt. Das ist OK – natürlich gehen da meine Kinder auch nicht immer gern hin. Aber sie müssen eben (also insofern „zwingen“ wir sie schon) und wenn sie da sind, ists auch OK. Und natürlich hatten wir zunächst keinen Platz, mussten ein Jahr kämpfen, gegen Schulleitung, Eltern, die Stadtverwaltung, den Träger,… Dann gings doch, die Plätze wurden verdoppelt, was allen zugutekommt (nicht nur in den Ferien). Unterstützt haben uns wenige renitente Eltern die ehrenamtlichen Stadträte – und wir uns selbst, es ist eine Elterninitiative geworden mit allem Engagement, was dran hängt.… Weiterlesen »

Bea
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Bea

Tscha, da wünsch ich mir doch tatsächlich – und nur in dieser Beziehung – glaubt mir – die DDR zurück – alles, war abgedeckt, jedes dieser (!!!!) Probleme gelöst. Dieser unökonomische Winzstaat hatte wenigstens das im Griff.
Und zwar völlig.
Da fragt man sich doch, wieso das eines der reichsten Länder der Welt nicht kann – außer dumm reden.
Sorry – bin ich echt sauer drüber !!!
Gruß
Bea

Mama notes
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Mama notes

Ja, das wird mir alles blühen und ich weiß es. Noch ist alles gut: Meine Kita schließt nur 2 Wochen im Sommer, dann über Weihnachten und zu den gesetzl Feiertagen. Das kriegen wir gut hin.
Ich halte die Füße still bis Kind1 nächstes Jahr in die Schule kommt. Wessen Job als erstes abkömmlich ist, ist ja auch klar: Meiner. Selbständig, teilzeit. Zwar hab ich vor, das mit dem Mann genau abzusprechen, aber wie es wirklich läuft.
Unsere Eltern können jedenfalls gesundheitlich nicht in der Lage, Schulferien und Feiertage etc. zu übernehmen.

mauerunkraut
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mauerunkraut

Deutschland ist nicht kinderfeindlich, sondern elternfeindlich.
Rentenzahler sollense bekommen, aber selbst sehen, wie sie damit klar kommen.

Doro Böhm
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Doro Böhm

Warum sind die Alten-Alltagskosten sozialisiert währen die Kinder-Alltagskosten Elternsache sind?
Warum muss jede innerfamiliär erbrachte Care-Arbeitsleistung der Gesellschaft geschenkt werden?
Wieso wird Kinderlosigkeit kräftig finanziell honoriert während gleichzeitig über zu niedrige Geburtenzahlen gejammert wird?
Warum fordert niemand die finanzielle Gleichstellung von Eltern und Kinderlosen?
Schluss mit der Elternausbeutung, macht mit: http://www.Elternklagen.de

Antje
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Antje

Danke für diese Gedanken zum Thema! Ich habe einen sehr flexiblen Arbeitgeber, einen Mann in Schichtdienst (für die Kinderbetreuung ein Vorteil) und Eltern, die auch gerne langfristig planen, um Krippenschliesszeiten abzudecken. Aber dennoch wird mir jetzt schon mulmig, wenn ich an Schulferien denke, denn die Großeltern sind weit Weg und können unsere Kleine nicht mal eben für ein paar Stunden oder einzelne Tage holen. Über diese Dinge habe ich mir vor dem Kind keine Gedanken gemacht und ich stimme zu, dass das besser so war. Andererseits habe ich auch immer naiv gedacht, mit Homeoffice läßt sich vieles abdecken. Auch da… Weiterlesen »

Dirk (@Dgerkrath)
Gast
Dirk (@Dgerkrath)

Liebe Christine, kann ja nur für meine Tochter sprechen, aber für sie trifft der Satz schon zu. Man merkt ihr das schon an, dass sie Auszeiten braucht, auch jetzt schon vom Kindergarten her. Dass sie froh ist, Zeiten nur mit Mama oder Papa zu verbringen. Der Kindergarten ist toll, sie muss sich aber hin und wieder tatsächlich von ihm erholen. Bei ihr merkt man schon auch, dass in-den-Kindergarten-gehen richtige Arbeit ist, von der sie eben auch Erholung braucht. Das dürfen wir uns eben nicht bei jeden Kind so easy vorstellen. Inwiefern man das realisieren kann, den Kindern solche Auszeiten zu… Weiterlesen »

Linnea
Gast
Linnea

Dass Kinder auch mal Erholung von der KiTa brauchen, sehe ich auch so und merke es auch bei meinem Sohn immer wieder. Unsere Einrichtung hat da allerdings eine sehr elternfreundliche Variante gewählt: Schließzeit ist nur an Weihnachten, im Vertrag werden die Eltern dazu verpflichtet, irgendwann im Jahr weitere zwei Wochen am Stück „Urlaub“ für das Kind einzutragen. Wann man die allerdings nimmt, ist freigestellt, die KiTa selbst hat auch im Sommer durchgängig offen. Damit ist die Planung für Familien schon ein gutes Stück erleichtert. VG Linnea

Charlotte
Gast
Charlotte

Das scheint mir die vernünftigste und familienfreundlichste Lösung zu sein. Wir haben drei feste Wochen Schließzeit im Sommer und zwischen Weihnachten und Neujahr; d.h. aber, dass die Erzieher ihre restlichen Urlaubstage außerhalb dieser Ferien abfeiern können/müssen und dann fehlten sie im Kita-Alltag. Wenn es komplett frei zu legende Ferienwoche für die Kinder gibt, ist das Problem nicht dann noch gravierender? Oder liegt es an dem schlechten Betreuungsschlüssel in unserer Einrichtung?

Yorikke
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Yorikke

Als es hieß, ich könne keine Kinder bekommen, entschied ich mich, meine Traumberuf zu ergreifen und zur See zu fahren. Und auf einmal wurde ich dann doch mit fast 40 Jahren überraschend schwanger. Als sich dann die Frage nach Abtreibung oder nicht stellte, besuchte ich verschiedene Beratungsstellen und auch mehrere Jugendamtmitarbeiter, um festzustellen ob ich Kind und Beruf unter einen Hut kriegen könnte. Gerade vom Jugendamt wurde mir sehr viel Unterstützung zugesagt. Mir wurde dort zugesichert, dass ich auf keinen Fall auf meinen Beruf verzichten müsse und ich mich 1/2 Jahr vor Ende der Elternzeit dort melden solle, um eine… Weiterlesen »

Susi
Gast
Susi

Ich kann euch alle verstehen. Aber ihr beschwert euch, Entschuldigung, auf hohem Niveau. Ich lebe in der Schweiz, dort ist es normal (oder sagen wir mal „häufig“), dass Frauen in der Schwangerschaft kündigen oder nach der Entbindung längere Zeit nicht mehr arbeiten gehen. Kita? Hatte ich nie und die Preise in Deutschland sind wirklich traumhaft günstig. Hier wäre eine private Kinderkrippe für 2 Tage für 2 Kinder auf monatlich 2800 Franken (= in etwa dasselbe in Euro momentan) gekommen. Da war mir klar: ich arbeite erst mal nicht. Natürlich ist das Gehaltsgefüge hier höher. Aber die Preise fürs Leben sind… Weiterlesen »

Susi
Gast
Susi

P.S. Als kleines Sahnehäubchen obendrauf: Kindergarten in CH heisst Schulferien wie in der Schule! Bei uns geht also das Herumjonglieren bereits früher los …

Christian Springfeld
Gast
Christian Springfeld

Die Schweiz deckt das Defizit an eigenem Nachwuchs dann ja mit deutschen Zuwanderern… ;-)

Susi
Gast
Susi

… stimmt! :-)

Tina vom Tulpentopf
Gast
Tina vom Tulpentopf

Als normaler Arbeitnehmer habe ich die gesetzlichen 20 Tage Urlaub im Jahr. Mein unglaubliches Glück ist, dass der Kindergarten nur 2 Wochen Schließzeit hatte ein paar Brückentage dicht war. Ab diesem Sommer fällt nun auch das weg, da dann beide Kinder zur Schule gehen und der Hort nur an Brückentagen dicht ist. Grundsätzlich gilt aber: Will ich meine kleine Familie als Alleinerziehende ernähren, muss ich Vollzeit arbeiten gehen. Da geht es auch in den Ferien nicht nach dem Willen der Kinder und schon gar nicht nach meinen. Also müssen sie in die Ferienspiele. Von 7:30-16:45 Uhr. Das ist bei über… Weiterlesen »

Micha
Gast
Micha

Bei uns gibt es in der Grundschule eine Offene Ganztagsschule, d.h. Nachmittagsbetreuung mit vielen Angeboten + komplette Betreuung über die Ferien (außer Weihnachten). Es ist also nicht überall so, dass erwartet wird, dass die Eltern sich das schon irgendwie aufteilen. Wie unmöglich das ist und wie unmöglicher als Alleinerziehende hast du ja super beschrieben.

LG, Micha

Katinka
Gast
Katinka

Als Kita- Erzieherin sehe ich es auch so: Kinder brauchen Ferien! Auch KitakInder. Denn auch die Kleinen brauchen mal Pause vom Alltag, vom Trubel und Lärm usw. Aber ich finde, keine Kita darf festlegen, wann das Kind Ferien braucht. Wir empfehlen Eltern, dem Kind Ferien zu ermöglichen, haben im Sommer aber keine Schließzeit. Schließlich machen die Familien Pläne, so wie es für sie günstig ist.

Turtle
Gast
Turtle

Ein oder mehrere Kinder zu bekommen ist tatsächlich eine rein private Entscheidung. Und das ist auch richtig so. Für die Kinder zu sorgen ist allerdings eine Sache bei der die gesamte Gesellschaft eine Verpflichtung hat die Eltern zu unterstützen. Kinder kriegen ist privat, Kinder haben braucht Solidarität von allen.

1+1=5
Gast
1+1=5

Wow, ich dachte echt schon, wir wären die Einzigen. Wir sind selbständig, Home-Office und unterwegs, haben drei Zwerge, zwei davon in Schulen, eins im KiGa. Allein schon die Nebenkriegsschauplätze, wie Aikido, Konzerte, auf denen die Kinder selber spielen oder Teilnahmepflicht besteht, rauben einem den Nerv. Man kann heutzutage einfach weder qualitativ noch quantitativ mehr Zeit den Kindern schenken, wenn man nicht Großeltern & Co. im Background hat. Wir haben das nicht, so liegt seit >3 Jahren beispielsweise ein lieb gemeinter Gutschein für ein Candlelightdiner ungenutzt bei uns herum – wie soll es auch gehen? Dein Artikel hat mich tief beeindruckt!… Weiterlesen »

Marie
Gast
Marie

Selbständigkeit erfolgt aus Freiwilligkeit, hättet ihr ja nicht machen müssen. Herumjammern geht mal gar nicht!

Melebert
Gast
Melebert

Bei diesen Worten merke ich erst wie privilegiert ich bei meine drei Kindern war. Die Kitas hatten zwar auch Schließzeiten, aber nicht mehr als zwei Wochen. Und auch in der Grundschule gibt es selbst in den Ferien Hortbetreuung und während der Schulzeit Hort. Ohne dem wäre ein Beschäftigung beider Elternteile gar nicht möglich. Diese Möglichkeiten sind aber ein Relikt aus DDR-Zeiten und weil die Leute sich hier in Sachsen das gar nicht mehr anders vorstellen können. Die Folge von derlei Infrastruktur ist natürlich, dass z.B. Dresden die Stadt mit der höchsten Geburtenrate in Deutschland ist. Wirtschaftspolitik ist nämlich nicht nur… Weiterlesen »

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Lesestunde #4 | papaquatsch…t

[…] Aber Kinder brauchen doch Ferien (Mama arbeitet) […]

Christian Springfeld
Gast
Christian Springfeld

Oh, danke! Das tut gerade sehr gut, so etwas zu lesen. Wir leben als sechsköpfige Familie (beide berufstätig) in einer kleinen, überalterten Stadt südlich von Hannover. Dort ist man gerade dabei das beitragsfreie Kindergartenjahr wieder abzuschaffen und die Gebühren für Familien mit Kindern um 300 Euro und mehr monatlich zu erhöhen! Im Extremfall müssen wir mit Mehrkosten von 4.500 Euro in einem Kindergartenjahr rechnen (http://familie.springfeld.de/). Statt Zustimmung schlägt einem (überwiegend) genau diese „Kommt mal klar. Dann schafft Euch doch einfach keine Kinder an!“-Haltung entgegen (http://familie.springfeld.de/index.php/9-kontroverse-diskussion). Tut gut, hier auf Gleichgesinnte zu treffen.

Clara Fall von Pudding
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Clara Fall von Pudding

Ich bin von dem Problem nicht persönlich betroffen, da ich keine Kinder habe. Als Grundschulkind bin ich allerdings in den Hort gegangen, das nannte sich dann Ferienspiele. So gut wie alle meine Klassenkameraden waren auch im Hort und in den Ferien haben wir jeden Tag coole Ausflüge gemacht. Viel schöner als zu Hause rumgammeln. Erinnere mich nicht daran, ob der Hort in den Sommerferien durchgängig offen war, aber zwei Wochen lang war ich auch mit meinen Eltern im Urlaub also mit beiden Elternteilen… aber in Berlin kann man sich eh nicht über mangeldene Kinderbetreuungsmöglichkeiten beschweren. Das sieht in Konstanz wahrscheinlich… Weiterlesen »

fujolan
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fujolan

Erstmal: Bin ich die Einzige, der körperlich übel wird beim Lesen des FAS-Textes? Was für eine sensationelle Unverschämtheit der Autorin/des Autors, sich anzumaßen, zu wissen, welche Arbeitszeit # uns ein Auskommen sichert # für uns familienkompatibel ist # von uns gewünscht wird. Danke, mir ist schlecht. Es erleichtert mir das Herz (und das Leben), dass der Text in dem Land, in dem ich lebe, weder veröffentlicht noch verstanden würde. Ja, wir haben hier zwei Monate Sommerferien. Aber alle Schulen sind Ganztagsschulen mit Hortbetreuung ab 15.30. Es gibt >85% Kita-Plätze (3 Monate-3 Jahre) und über 95% Kindergarten-Plätze (ab 3,5 Jahren). Und… Weiterlesen »

Jenny
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Jenny

Wo gibt es denn so viele Schließungstage? Bei uns sind das 3 Wochen Sommerferien und dann noch 2 Brückentage und Weihnachten/Neujahr. Da bleibt aber noch Platz für freigewählte Tage. Fürs Schulkind gibt es den offenen Ganztag, das KiGakind ist im Kindergarten. Und ich finde Ferien wichtig. Ich arbeite auch zu Hause, lasse aber beim Schulfrei auch schonmal das Kindergartenkind hier. Freunde entspannen die Situation. Ich bin auch für eine Verbesserung, insbesondere für Alleinerziehende, denn die haben oft die A-Karte. Auch müssten alle Familien mehr und besser (und damit meine ich nichtmal finanziell) unterstützt werden. Finanziell sollte geguckt werden, dass ein… Weiterlesen »

Anna
Gast
Anna

Also…ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll! Am besten bei der frechen Autorin, die meinte den „schlauen“ Spruch los zu lassen. Wenn ich weniger arbeiten gehen würde könnte entweder mein Kind oder ich nicht mehr leben da einfach zu wenig Geld nach Hause schwappt. Das es momentan auch nicht der Knüller ist lass ich mal aussen vor weil wir immer sehr gut zurecht gekommen sind! Unser jetziger Kita hat geschlossen: 3 Wochen im Sommer, Weihnachten/Neujahr, entweder 1 Woche Ostern oder 1 Woche Herbst PLUS alle Brückentage und was sonst noch so an Fortbildungen bei denen anfällt. Bisher konnte ich… Weiterlesen »

Anna
Gast
Anna

(Blödes Handy :D)
… Mütter und Väter wirklich mal was zu verändern. Stattdessen sollen und MÜSSEN Eltern sich kaputt arbeiten und verbiegen das es dem Arbeitgeber passt. Und das kann es nicht sein!

Kerstin
Gast
Kerstin

Du sprichst mir aus der Seele! Solch beschränke Journalisten braucht kein Mensch. Ich kenne beide Situationen, mit und ohne Partner. Deutschland ist absolut kinder- und familienfeindlich. Leider. Alle Eltern (Ausnahmen bestätigen die Regel) möchten gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen. Aber doch bitte auch so, dass es umsetzbar ist. Es MUSS sich dringend etwas ändern an unserer Familienpolitik! Vorbilder gäbe es genug….

Daniela
Gast
Daniela

Ich bin doch echt erschrocken von den Antworten der meisten Mütter hier. Ich möchte nicht noch mehr Kinderbetreung! Ich möchte flexibelere Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten, so dass ich mein Kind nicht in den Ferien von einer Fremdbetreuung zur nächsten schicke.
Dazu gehört dann auch eine flexible Kinderbetreuung, aber nicht nur…

Caroline
Gast
Caroline

Haha. Danke fürs Augen öffnen. Meine Tochter kommt nächstes Jahr in die KiTa. Ich frage mich gerade ob ich jemals wieder Vollzeit arbeiten werde. :D (Angestellt ohne möglichkeit von Heimarbeit und der Arbeitsort ist etwa 50 Minuten von meinem Wohnort entfernt.)
Das ich mich auf eine Altersarmut einstellen kann war mit ja klar, aber das ich nichtmal mehr großartig was ansparen kann… Au Backe.

Manu
Gast
Manu

Ganz ehrlich, wenn ich solche Beiträge lese wird mir ganz anders. Natürlich verstehe ich das es Familien gibt die es nur mit 2 Gehältern schaffen und deshalb eine dauerhafte Lösung für die Kinderbetreuung brauchen. Aber mal ehrlich ist das der Sinn von Familie? Eltern die beide Vollzeit arbeiten, ihre Kinder in Betreuungen unterbringen und Abends so fertig vom harten Arbeitstag sind, dass die Kinder nur noch Ballast sind?? Meiner Meinung nach hat der Deutsche Staat da ein Horrorsystem entwickelt in dem es nur noch um´s Überleben, anstatt um´s Leben geht. Liebe, Fürsorge und Wertevermittlung, all das was man früher noch… Weiterlesen »

Charlotte
Gast
Charlotte

Viele Frauen aus der Eltern und Großelterngeneration haben aber „Hauswirtschaft“ o.ä. gelernt, d.h. sie haben sich auf die Rolle der Hausfrau und Mutter eingestellt und sind dafür auch weitergebildet worden (zumindest ist dies in vielen Familien in meinem Bekanntenkreis so). Wenn nun aber über 50% der Studierenden Frauen sind, sind zukünftig über 50% der Mütter (also wenn alle Frauen Kinder bekämen) für etwas anderes ausgebildet und viele möchten sich in dem gewählten Bereich, für die eine längere Ausbildung absolviert wurde, auch betätigen. Somit ist die Situation eine andere, auch wenn viele Männer und Arbeitgeber sich dieser Situation nicht bewusst sind.

Andreea
Gast
Andreea

Hallo Manu, sehr erfreulich dass Ihr von einem Gehalt leben könnt. Darf ich fragen wieviel Dein Mann verdient? Und wieviel Geld hast Du dann nach der Scheidung? Du bist bestimmt Ärztin oder Anwältin und kannst im Falle eines Falles dich selber versorgen. Das hoffe ich für dich. Es geht um Sozialisierung des Kindes, nicht abstellen. Was kannst Du denn schon Deinem Kind bieten, so als Hausmutti? Ich habe es durchexerziert und ja, es ist schön – aber nur für Dich. Das Kind braucht Dich nicht, aber mach es ruhig von Dir abhängig. Du bist es ja auch von Deinem Mann… Weiterlesen »

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Links für Mai und Juni | mariahofbauer

[…] Die leidige Diskrepanz zwischen Urlaub und Schul- bzw. Kindergartenferien […]

SilkeausL
Gast
SilkeausL

Aus aktuellem Anlass gestern nochmal eine verspätete Meinung von mir dazu… Habe mich gestern nämlich mit Einem aus unserem Elternrat aus dem Kindergarten unterhalten, der über etwas mehr Hintergrundinfos Bescheid weiß, als ich. Ich war bisher der Auffassung, die Schliessung der KiTa in den letzten drei Wochen der Sommerferien begründe sich daraus, dass auch viele der Erzieherinnen schulpflichtige Kinder haben. Tatsächlich aber scheint es vielmehr Bequemlichkeit des Trägers zu sein, so schon mal drei Wochen des Urlaubs von allen Erziehrerinnen abarbeiten zu können, ohne wieder in Überstunden zu rutschen. DIE sind nämlich in der KiTa ein riesen Problem. Ich hörte… Weiterlesen »

Anke
Gast
Anke

Hier in Norwegen beginnt das Problem (auch?) erst richtig mit der Einschulung, die uns nun im Sommer bevorsteht. KiGa ist auch im Sommer 3 Wochen geschlossen, dazu müssen die Kinder noch eine Woche Ferien irgendwann im Jahr nehmen. Dafür zahlt man im Juli keine KiGa Gebühren. Hier sind 3 Wochen zusammenhängender Urlaub für Arbeitnehmer gesetzlich garantiert, das betrifft ja die meisten Eltern und eben auch die Angestellten. Das lässt sich auch für uns Freiberufler wuppen. Mal schauen, wie das in der Schule ist. Auch da sind die 3 Wochen Ferien, aber zeitgleich mit dem KiGa, so dass dann eben alle… Weiterlesen »

Sabrina
Gast
Sabrina

Also wenn ich solche Sätze lese wir in dem Ausschnitt dann packt mich die Wut. Ich liebe meine Kinder wirklich innig ich geh aber auch gern arbeiten und mag das Geld auf dem Konto. Wenn man jetzt immer frei macht nur weil die Kids frei haben dann hat man ganz schnell keinen Job mehr. Und was dann? Hartz4 ? Das ist auch keine Lösung.

Mathias Klages
Gast
Mathias Klages

Den Nagel zu 1000% auf den Kopf getroffen. So ist es.