Öffentlich geförderter Wohnraum: Alleinerziehenden-WGs, please!

Wieso, frage ich mich heute noch mehr als sonst, wo mich der Sommerferienkoller mal wieder überrollt, gibt es eigentlich keine Förderprogramme vom Bund für den Bau von Alleinerziehenden-WGs? Es kann doch nicht sein, dass da noch keiner drauf gekommen ist?

Die Sache ist nämlich die: ich wohne in einer Stadt, in der Wohnen sehr teuer ist. Und ich habe Glück, weil ich günstigen Wohnraum erwischt habe, dank Wohnberechtigungsschein. Wir leben zu viert auf 89 m² im sozialen Wohnungsbau, der heute nicht mehr so heißt, sondern „öffentlich geförderter Wohnraum“ ist. Gebaut hat unser Mietshaus die städtische Wohnbaugesellschaft, und die Wohnungszuschnitte sind vielseitig: es gibt 2-5 Zimmer-Wohnungen, einige davon sogar barrierefrei.

In dieser Wohnung können wir 15 Jahre mietpreisgebunden leben, und Mieterhöhungen dürfen allenfalls moderat ausfallen (an den Mietspiegel gebunden, der ein eigenes, ärgerliches Thema ist, weil dort nur die Neuvermietungspreise berücksichtigt werden) – die Hälfte der Miete zahlt sozusagen der Staat, der den Wohnungsbau bezuschusst hat.

Alleinerziehende haben kein Geld, um 7-Zimmer-Wohnungen anzumieten

Hier im Viertel wohnen viele Familien mit Kindern, denn Kinder sind in Deutschland ein großes Armutsrisiko, und ich kenne keinen, der nicht arbeitet – meist sind beide Eltern berufstätig als Maler, Verkäuferin, Sachbearbeiter usw. Professoren wohnen nicht bei uns im Block, und Lehrer auch nicht, aber etliche Alleinerziehende. Kein Wunder, denn wir haben ja auch ein Armutsrisiko von 43,8 % und mittlerweile ist jede fünfte Familie in Deutschland eine Einelternfamilie.

Meine alleinerziehenden Nachbarinnen schuften ziemlich viel, und die anderen Alleinerziehenden aus meiner Stadt, die ich kenne, haben auch immer mehr Termine als Zeit und Geld (ein weitverbreitetes Problem unter Alleinerziehenden). Sie können nicht einfach mal ausgehen und ihre Kinder alleinlassen, und Geld für einen Babysitter haben sie auch nicht. Mir geht das genauso. Wenn ich mal irgendwohin möchte, und das weiter weg sein soll als der Supermarkt im Ort, dann muss ich mir bezahlte Hilfe organisieren oder aufwändig planen. Denn meine ebenfalls überlasteten Nachbarn einzuspannen, das käme mir nur im absoluten Notfall in den Sinn.

Alleinerziehenden WG
Bullerbü. Efraimstochter auf Pixabay.com

Spezielle Wohnkonzepte für Alleinerziehende müssen her

Warum gibt’s eigentlich keine Alleinerziehenden WGs, wo wir alle friedlich zusammen wohnen könnten und uns gegenseitig helfen? Dafür bräuchte es natürlich spezielle Wohnkonzepte, besondere Schnitte der Wohnungen, und evtl. auch zwei Bäder pro WG – bei uns reicht ja für vier Leute das eine Bad auch gerade mal so aus, wie soll das gehen, wenn wir 2 Erwachsene und 7 Kinder wären? Ich würde sehr gerne so leben. Das könnte auch in einer WG mit 3 Alleinerziehenden sein, dafür wären dann aber schnell mal 10 Zimmer nötig, was es hier überhaupt nicht gibt.

Wenn der Bund ein Förderprogramm auf die Beine stellen würde für Alleinerziehenden-WGs, das städtische Wohnbaugesellschaften abrufen könnten, dann könnten Stadträtinnen wie ich so ein Projekt beantragen und dafür Mehrheiten suchen. Ohne Fördergelder wird nix passieren, das ist für Wohnbaugesellschaften zu riskant. Und dass Alleinerziehende kein Geld haben, sich einen schönen Bauernhof zu kaufen oder eine 7-Zimmer Wohnung in einer Stadt zu mieten, dürfte auch keine Überraschung sein. Es fehlt uns an bezahlbarem, geeignetem Wohnraum, in dem wir leben können und uns gegenseitig unterstützen.

Einzelne städtische oder private Projekte gibt es bereits. Aber das sind Tropfen auf den heißen Stein, die über einen Pilotcharakter nicht hinauskommen. Dabei sind diejenigen, die dort leben, meist schwer begeistert!

Erwachsene brauchen andere Erwachsene als Gesellschaft

Die Kinder würden definitiv profitieren, denn entlastete Mütter sind gute Mütter. Und wenn immer jemand da ist zum Spielen, ist das auch nicht verkehrt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf würde viel leichter fallen, wenn alle unter einem Dach sind und sich abwechseln können, es gäbe mehr Freiräume für die einzelnen Alleinerziehenden, und jemanden, mit dem frau in der Küche sitzen kann und einen Tee trinken, wenn ihr danach ist. Denn immer alleine sein mit Kindern, das ist nix über Jahre. So lieb man sie auch hat – Erwachsene brauchen andere Erwachsene. Auch und gerade Zuhause.

Jetzt wäre noch gut, wenn ich wüsste, wie man das politisch anschiebt, außer durch Bloggen. Wenn die mitlesenden Berufspolitiker sich vielleicht angesprochen fühlen würden? Ich helfe jedenfalls gerne mit bei jedweden Überlegungen. Hört Ihr mich? Huhu?

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Mutterseele
Mutterseele
29. Juli 2017 18:59

Ich bin dabei, und ich will genau in dieses Haus auf dem Bild, hach…
Im Ernst: in der Stadt (in der ich lebe ) sind große Wohnungen Mangelware, ab 5 Zimmer hört der Spaß komplett auf. Also wohnen alle Alleinerziehenden in ihren kleinen Wohnungen und drehen am Rad zwischen Kindern, Job, Alltag, Haushalt. Wieviel schöner es wäre, zusammen am Rad zu drehen! Indem man z.B. Wohnungen zusammen legt durch Verbindungstüren, Treppen o.ä., es wären kleine bauliche Maßnahmen, die uns das Leben echt leichter machen würden!

MaMo
MaMo
29. Juli 2017 23:20

Auf die Gefahr hin, dass das jetzt verwöhnt klingt oder so, aber mit 43 J. wollte ich aktuell nicht mehr direkt in eine WG innerhalb einer gemeinsamen Wohnung zurück, die Zeiten liegen hinter mir. Innerhalb eines Mehrfamilien- , meinetwegen auch ausschließlichen Eineltern-Familienhauses zu leben und sich gegenseitig zu unterstützen, o.K., könnte hilfreich sein. Als Großstädterin empfinde ich die Durchmischung hier momentan allerdings ideal so wie sie ist: 7 Parteien, 2 davon Eineltern-Familien (mein Kind fährt nächste Woche wieder in den Urlaub mit der entsprechenden Nachbarsfamilie), 2 Wohnparteien, in denen zwar jeweils zwei Kinder leben, aber dafür Großeltern mit dazu, 1… Weiterlesen »

Anna
Anna
30. Juli 2017 08:28

Du sagst es !!! Ich bin dabei !!

Mama mit herz
Mama mit herz
30. Juli 2017 08:39

Hu hu wäre super aber der staat denkt schon so nicht an uns als Alleinerziehende hat man es schwer ! Allein Arbeit zu finden die gut bezahlt ist wo man kind Haushalt und Arbeit untern Hut bekommt! Wenn du viel Arbeitest musst du Steuern zahlen die Arsch teuer sind. Dann kann man direkt zuhause bleiben Gehalt ist wie Hartz 4 alles abgezogen. Geht man arbeiten Teilzeit wird dir alles verrechnet sogar Kindergeld find ich ne Frechheit. So ne wg mit den richtigen Müttern wo man sich gut versteht wäre super aber Vater staat denkt nicht wirklich an uns. denkt ihr… Weiterlesen »

Billy
Billy
5. August 2017 19:04
Antwort  Mama mit herz

Gehalt ist wie Hartz 4. … genau. Endlich sagt mal wer die Wahrheit. Danke.

Carolin
Carolin
30. Juli 2017 11:45

Frau Dr. Finke, Sie arbeiten doch überhaupt nicht. Twittern und etwas Bloggen ist für mich keine Arbeit. Das was Sie machen, können Sie von überall machen. Wieso ziehen Sie aus der Wohnung nicht aus und von mir aus nach Magdeburg in eine Plattenbauwohnung. Diese sind groß und günstig. Dadurch entlasten Sie dann den Steuerzahler, der Ihre Wohnung finanziert und jemand anderes kann dann einziehen, der einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, die auch gebraucht wird. z.B. eine Friseurin, die die Haare schneidet oder eine Backereiverkäuferin, die Brötchen verkauft. Diese Menschen sind nützlich und werden auch im reichen Konstanz benötigt. Sie dagegen werden… Weiterlesen »

Carolin
Carolin
30. Juli 2017 12:10

Was ich damit sagen möchte ist, dass alles was Sie machen lediglich Hobby ist. Sie haben 40 000 Twittereinträge. Für jeden Eintrag rechne ich jetzt einmal 5 Minuten. Das sind knapp17 000 Stunden. Das sind bei 40 Stunden pro Woche mehr als 8 Jahre Arbeitszeit. Wenn Sie nur 30% davon als selbstständige Journalistin mit 20 EUR pro Stunde abrechnen könnten, dann wären das 100 000 EUR zusätzlich. Ihr Stadtratsmandat, in allen Ehren, ist Hobby. Sie bewirken hier überhaupt nichts. Im Gegenteil, Sie schreiben, dass ihre Kinder heute noch klammern. Diese Zeit sollten Sie lieber in Ihre Familie investieren und den… Weiterlesen »

Carolin
Carolin
30. Juli 2017 12:29

Ihren Einträgen nach erwartet Sie allerdings nur wenig Rente. So regelmäßig gearbeitet werden Sie daher nicht haben. Und das mit Twitter täuscht. Das kenne ich von anderen Messengern. Ich lege mein Handy auf der Arbeit zur Seite. Wenn es in der Familie eine Notfall gibt, dann rufen die Kinder meine Sekretärin an. In dem Moment wo ich auf das Handy blicke, bin ich aus den eigentlichen Gedanken draußen. Sie waren wahrscheinlich nie drin und haben sich stattfessen über andere Dinge Gedanken gemacht, über die Sie schreiben möchten. Dann kommen noch Ihre ganzen „Follower“ mit rein. Ich vermute, dass Sie deren… Weiterlesen »

Louisa
Louisa
31. Juli 2017 11:28

puuuuuuuhhhh, so viel verqueres Denken…solche Individuen stellen den Klotz am Bein bei der Weiterentwicklung der Gesellschaft dar…

liebe Carolin, hoffentlich schauen Sie niemals Gedanken verloren aus dem Fenster, setzen sich kurz hin zum Kaffee trinken, lesen eine Zeitung/Buch oder schauen gar Fernsehen…falls doch, schreiben Sie die Zeiten dafür lieber in eine Excel Tabelle…

Carolins Gewissen
Carolins Gewissen
30. Juli 2017 13:20
Antwort  Carolin

Es ist einfach furchtbar wie entwertend ihre Kommentare sind. Was geht nur in ihrem Kopf vor, den sie ja offensichtlich haben, sonst wären sie nicht da wo sie sind – Partnerin in einer Steuerkanzlei und 4 Kinder – Hut ab. Es ist mir unbegreiflich, wie selbstverständlich sie hier urteilen, wahrscheinlich weil sie sich hier geschützt und sicher fühlen. Würden sie als Carolin Irgendwas, Partnerin der Steuerkanzlei so und so, Chefin der Sekretärin Frau X und Mama der reizenden Kinder A, B, C, D so einen Kommentar öffentlich hinterlassen? Nein ich glaube nicht, weil sie Angst hätten, dass er Auswirkungen hat… Weiterlesen »

Kati
Kati
30. Juli 2017 14:42

Ein Arbeitgeber wird einen Menschen nach seiner Produktivität für die Firma bewerteten und auch bezahlen. Deshalb ist es auch so schwer für viele Menschen einen gut bezahlten Job zu erhalten. Wir Frauen müssen, ich spreche aus Erfahrung, diesbezüglich oftmals noch mehr abliefern als Männer, um zu überzeugen.

Sylvia
Sylvia
30. Juli 2017 12:57
Antwort  Carolin

Guten Tag Carolin,
es ist eine Schande. Ihr Kommentar, man möchte es nicht glauben, dass eine Rechtsanwältin solche Aussagen macht.
Wozu soll ein Umzug Sinn machen? Die Kinder benötigen sehr wohl ihr Umfeld und als Anwältin sollten Sie wissen, dass der Kindsvater einem Umzug zustimmen muss.

Frau Dr. Finkes Blog ist wichtig.

Silke
Silke
31. Juli 2017 15:03
Antwort  Carolin

ich find das super, dass man sich gleich im Eröffnungspost als Fake outet. Sie schreiben, dass nur die Menschen wertvoll sind, die gebraucht werden – nun eine Mutter, die ihre Kinder den Haushalt führen lässt und nicht mehr als eine Stunde je Woche darin investiert – ist die wertvoll? Die Kinder erledigen den Einkauf und den Haushalt, dürfen aber die Sekretärin anrufen, wenn es einen Notfall gibt. Hmmm also ich bin auch Vollzeit berufstätig – übrigens sozialversicherungspflichtig – aber mein Kind darf mich jederzeit anrufen, weil ich eben auch Mutter bin und nicht nur Arbeitnehmer. Leider sehen das nicht alle… Weiterlesen »

Christina
Christina
1. August 2017 19:35
Antwort  Silke

Ein Troll oder die Frau eines Einstgeliebten…drängt sich mir da auf…
So viel negative Energie gegen Unbekannt, im Ernst?

Pia Ulbricht
Pia Ulbricht
12. Dezember 2017 20:08
Antwort  Carolin

Ohne Worte. Da mich der vorhergehende Text sprachlos und traurig macht…

Kerstin
Kerstin
30. Juli 2017 12:25

Ich finde es echt schlimm, dass es immer negative Sprüche geben muss. Ich bin Texterin, arbeite mehr als Vollzeit und kann überall arbeiten. Aber soll ich deshalb in einem Plattenbau ziehen, weil meine Ausgaben so Shit hoch sind? Wer mehr wissen will, bevor er/sie mich auch beschimpft, schaut auf

Der Post ist spitze, lass dir nichts einreden. Ich hab übrigens gerade die Idee, dass Alleinerziehende ein Zimmer anbieten können, so für die Ferien. Für andere Alleinerziehende, die sich sonst Urlaub nicht leisten können.

LG Kerstin

Dori
Dori
30. Juli 2017 12:45
Antwort  Kerstin

Ich kann verstehen, dass so eine Wohnform reizvoll erscheint. Allerdings arbeite ich seit langen Jahren im Immobilienbereich und halte es für unwahrscheinlich, dass jemand das baut.
Man möchte Wohnungen bauen, die flexibel nutzbar sind und einen möglichst grossen Interessentenstamm ansprechen und zwar über Jahrzehnte. Keine Sonderformen, die in 10 Jahren so nicht mehr nutzbar sind und umgebaut werden müssen.
Ich fände es realistischer, nebeneinander liegende 3- oder 4-Zimmerwohmungen evtl. Der Wohngenossenschaften zu reservieren und evtl. Zu verbinden. Ich denke das ist langfristig tragfähiger und erfordert keinen Neubau.

Dori
Dori
30. Juli 2017 13:49

Als Förderprogramm wäre von Seite des Bundes evtl “ Soziale Stadt“ denkbar.
Oder wirklich „Stadtumbau Ost oder West“
Dann wäre der bauliche Umbau in Plattenbauten nicht so unrealistisch ?
Die Programme sprechen allerdings eher benachteiligte Stadtteile an. Ich weiss nicht, ob Konstanz dafür benachteiligt oder arm genug ist.

Pietra
Pietra
31. Juli 2017 21:39

So etwas vielleicht – selbst die „Arbeitervariante“ hat häufig 6-7 Zimmer. Inzwischen sind diese Häuser in der Regel in 2-3 Wohnungen aufgeteilt: https://de.wikipedia.org/wiki/Bremer_Haus

Julia Vegas
Julia Vegas
30. Juli 2017 17:38

Einfach selber anfangen. In diesem Land gibt es Alleinerziehende im öffentlichen Bewusstsein nicht…. einfach wie in London leben… das Unmögliche machbar machen, sich ohne Angabe der Kinder bewerben… alles außer die Alleinerziehenden- Realität ignorieren und das Leben macht Spaß.
Übrigens: Deutschland ist ein Armutsrisiko wenn man Kinder hat und es ist nirgendwo in Westeuropa so schwer Kinder aufzuziehen und als Frau zu arbeiten…. Kopf hoch und darüber lachen und ab und zu die Länder wechseln, wenn es woanders besser ist

Carsten
Carsten
31. Juli 2017 02:41

+1 Aber vielleicht noch weiter denken: Neue Konzepte des #Zusammenwohnens müssen her.

Maskulinistin
Maskulinistin
31. Juli 2017 11:41

Hallo Frau oder Herr Carol/in,

sie schreiben: „… Ich selbst bin Rechtsanwältin und Partnerin in einer größeren Steuerkanzlei und hätte in meiner Ausbildung Frauen wie Sie, zu hunderten AUF dem Schreibtisch…..“

Darf ich fragen, waren das Mandanten von ihnen?

Haben sie von diesen Hunderten Frauen Geld erhalten, welches offensichtlich von der arbeitenden Bevölkerung stammt ?

Als sie sich für diesen Beruf Rechtsanwalt entschieden haben, wussten Sie das dies mit schwerster Arbeit verbunden ist und dass sie auf Mandanten stoßen KÖNNTEN ?

Bea
Bea
31. Juli 2017 21:27

Leider bin ich weder Berufspolitikerin, noch habe ich eine Idee, wie so ein total geiles Projekt in die Wege geleitet werden könnte… Ich ahne aber, dass das wohl damit zusammenhängt wie oder ob Alleinerziehende und ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden. Ich denke schon seit einer Weile darüber nach, dass ich nichts lieber hätte als noch mit weiteren Erwachsenen zusammenzuwohnen, weil diese Alleinerziehendenisolation manchmal ja schon wahnsinnig macht. Aber wie du schon schreibst.. Selbst wenn es Pilotprojekte gibt… solange wir und unsere Bedürfnisse nicht auf einer politischen Agenda stehen, hamstern wir weiter jede für sich in die Altersarmut und noch mehr Isolation.… Weiterlesen »

Anna
Anna
31. Juli 2017 22:13

Ich glaube, ich bräuchte gar keine speziellen Wohnungen oder Durchbrüche, nur ein Umfeld, in dem alle ähnliche Bedürfnisse haben: Interesse für die Mirhausbewohner, sich gegenseitig unterstützen, die Kinder mal kurz betreuen, abends im Gemeinschaftsgarten ein paar Sorgen teilen… Ich habe in so einem Haus gewohnt, günstig, da ein wenig hellhörig und etwas alt, mit grossem Garten, gemeinsamer Werkstatt, alles ein wenig chaotisch, aber die Türen waren überall offen, die Kinder sind überall herumgesprungen, ich konnte mein Babyphone zur Nachbarin geben und auf Elternabende gehen, es gab abends immer jemand, mit dem man reden konnte, es wurde mitgekocht und mitgebacken für… Weiterlesen »

Klara
Klara
1. August 2017 08:22

Erstmal möchte ich sagen: Frau Finke, Ihr Blog ist wichtig. Danke, dass Sie schreiben.
Zum Thema: Ich finde die Idee nicht schlecht. Aus meiner Erfahrung als Bauplanerin und Bewohnerin eines Mehr-Generationen-Hauses muss ich aber anmerken, dass es bei gemeinschaftlich genutzten Flächen auch immer Konfliktpotential gibt. Ich denke eine Wohnform mit verbundenen Wohnungen und einigen gemeinschaftlich genutzten Flächen (z. B. Waschküche, Spielzimmer, Garten) ist noch am realistischsten bewohnbar. Bei Bedarf könnte ich ein paar Grundrisse zeichnen.

Kailine
Kailine
1. August 2017 10:45

Frau Dr. Finke :-), so etwas gibt es doch schon längst – und zwar in unserer Partyhauptstadt als Projekt „Jule“. Oder ganz profan zum Selbersuchen auf spezialisierten Wohnungsportalen..

https://www.wg-gesucht.de/artikel/wg-fuer-alleinerziehende-gemeinsam-herausforderungen-meistern

Billy
Billy
5. August 2017 20:23
Antwort  Kailine

Berlin Marzahn startete 2012 das Wohnprojekt „Jule“ (Junges Leben). Marzahn-Hellersdorf.
Wunderbar !

Kailine
Kailine
1. August 2017 10:54

Nachtrag zum Projekt „Jule“ – ursprünglich hatte ich im Tagesspiegel davon gelesen, aber der Focus scheint hier mehr auf blutjungen Müttern aus prekären Verhältnissen zu liegen.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/wg-fuer-alleinerziehende/6705800.html

judith
judith
1. August 2017 11:18

Ehrlich gesagt, konnte ich nicht alle Kommentare lesen – ich kriege dann so Beklemmungen, dass ich das nicht aushalte… Deshalb hat vielleicht ja auch schon jemand was ähnliches gesagt. Also, erstens Danke für Deine Denkanstöße und Einwürfe! Die sind superwichtig. Danke auch für dieses Forum! Zu der Frage der Alleinerziehenden WGs. Ich finde die Idee grundsätzlich gut – sträube mich nur innerlich so ein bißchen dagegen nach dem Staat zu rufen. Weil ich auch nicht weiß, ob ich es so gut finde, wenn er alles bis ins Detail regelt und regeln soll. Andererseits denke ich, dass es allerdings am Staat… Weiterlesen »

Arela von Schön
Arela von Schön
4. August 2017 14:18

Ich habe den Eindruck, du bist sehr einsam und fällst mit der WG-Idee, vielleicht konsequenterweise, von einem Extrem ins nächste, von mutterseelenalleine quasi zur ständigen Präsenz anderer Erwachsener. Eine WG mag passen wenn sich mehrere Personen finden, die sich ähnlich sind und den absoluten Willen dazu haben. Es kann aber genauso schnell schiefgehen, mehr noch, wenn beide Erwachsene auch Kinder haben. Natürlich hört sich das toll an, dass man immer Gesellschaft hat und dass jeder mal auf die Kinder aufpasst. Immer Gesellschaft in einer WG bedeutet aber auch, ständig auf einen Dritten einzugehen und zwar auf einen Dritten, mit dem… Weiterlesen »

Billy
Billy
6. August 2017 01:41
Antwort  judith

Warum bekommst du keine Wohnung ? 1. Weil Alleinerziehende a priori als asozial gelten. Nachzulesen in Vermieterforen. 2. Du bekommst keine bezahlbare Wohung, weil du keinen Job hast. 3. Du bist keine Beamtin. Nix öffentlicher Dienst. 4. Du bist Deutsche, Wohnungsbaugesellschaften bei uns nehmen zuerst Flüchtlinge oder Asylanten. Ich habe das persönlich erlebt, als ich wohnungslos mit 2 Kindern da stand. Und wer seinen Mund aufmacht kriegt nix, Beiträge werden zu dieser Thematik gleich nicht veröffentlicht. – Morgen 18:00 hab ich wieder einen Termin zur Wohungsbesichtigung. Abstand wird verlangt. Und klar, meine Kinder werden die Wohnung wieder nicht kriegen, aber… Weiterlesen »

Angie
Angie
9. August 2017 22:38

Ich finde die Idee einer WG- noch besser – zusammen liegende Wohnungen super. Es müsste ja nur Aufenthaltsraum/ Küche geteilt werden, der Rest darf gerne getrennt sein. Allerdings müsste sowas bundesweit realisiert werden. Gerade auf dem Land gibt es noch viel weniger Angebote für Alleinerziehende und man ist wirklich mutterseelenallein. Keine Treffs, keine Gleichgesinnten, keine Angebote, keine Hilfe, keine „Sozialwohnungen“ – nichts. Ich schaue auch schon lange nach sowas – aber im Süden (Ulm) ist man diesbezüglich erst recht ein bunter Hund. Also bitte, bitte alle Ideen und Hilfen hier weiter veröffentlichen. Zumindest für die nächsten Alleinerziehenden Mamas und Papas… Weiterlesen »

Benedikt
Benedikt
28. August 2017 20:10

Gute Idee, macht das doch, was hält Euch davon ab?
Sucht Euch ein schönes, grosses Haus auf dem Land, alle anfallenden Kosten werden durch die Anzahl an Köpfen geteilt. Autos bräuchte man auch nicht mehr so viele, da reichen 1 – 2 gemeinschaftliche, muss man entsprechend organisieren. Den Staat braucht man dazu nicht wirklich. Stellt eine entsprechende Truppe auf, schmeisst zusammen und los geht es.
Macht das!

Lothar
Lothar
30. August 2017 12:40

Bei der großen Anzahl von Alleinerziehenden wäre das ein sehr teures Projekt und es würde auch die Markpreise für Wohnraum beeinflussen.

Kara K
Kara K
3. Oktober 2017 18:29

Ich selbst bin auch seit zehn Jahren alleinerziehend mit mittlerweile 2 Kindern und arbeite gern und freiberuflich, allerdings nicht Vollzeit, da ich meine Kinder nicht neun Stunden täglich in eine Betreuung geben will (Grundschule mit Hort und Krippe). Zum Glück wohne ich sehr günstig mitten in der Stadt unweit ostdeutscher Plattenbausiedlungen:-) Mein Mehrfamilienhaus ist durchmischt, hier leben drei Singles und drei Väter, deren Kinder nur gelegentlich da sind und wir drei. Leider außer meinen keine ständig anwesenden Kinder im passenden Alter. Aber ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Nachbarn und kann mir mal Butter borgen oder füttere die Katze… Weiterlesen »

Anja und Lillith
Anja und Lillith
24. März 2018 23:38
Antwort  Kara K

Die Idee ist mega. Ich selber suche mit meiner 9jährigen Tochter sowas in Ulm, vielleicht kann mir ja jemand helfen oder hat Lust mit uns beiden eine WG zu gründen.

Ranni
Ranni
23. April 2019 21:10

Genau solche Projekte würde ich auch gerne in Gang bringen. Ich überlege schon seit Jahren, so etwas umzusetzen Mein Traum vom Wohnen für Alleinerziehende.