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Saubere Wohnung oder sicherer Blog? Von Prioritäten

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Die Wohnung ist sauber. So sauber, dass es wehtut. Weil mir auffällt, wie schmutzig es hier war, wie staubig, wie sehr alles verlotterte.

Seit Montag haben wir eine Familienpflegerin von der Caritas, deren erste Tat nach dem Kennenlernkaffee war, energisch die Ärmel hochzukrempeln und meinen kompletten Haushalt zu entstauben. Die Familienpflegerin zu bekommen, war am Ende ganz einfach, aber am Anfang furchtbar schwer – nachdem ich schriftlich vom Jugendamt hatte, dass sie mir empfehlen, Haushaltshilfe zu haben, schrieb mein Hausarzt mir dafür sehr unkompliziert ein Attest, und am Tag darauf bewilligte die Krankenkasse uns die Hilfe für 4 Wochen.

Unsere Familienpflegerin liebt Kinder und will helfen, sie hilft, mich zu entlasten. Und im Moment besteht die Hilfe vor allem darin, hier wieder für eine gewisse Grundsauberkeit zu sorgen. [Maskulinistenhater, die Ihr hier mitlest – wie gesagt, es lohnt sich nicht, mir mit dem Jugendamt zu drohen, es ist längst im Boot. Und ich bin froh darüber.]

Putzeimer
Sebra auf Shutterstock.com

Jetzt, wo es hier wieder so sauber ist, merke ich, wie sehr mir diese Sauberkeit gefehlt hat. Und ich glaube wirklich, es ist nicht zu schaffen, für 3 Kinder komplett alleine zu sorgen, nie frei zu haben, berufstätig zu sein, und auch noch den Haushalt zu schmeißen. Das sind 3 Jobs in einem, zu viel für eine Person, und der Versuch, all das zu schaffen, führt direkt in den Burn-Out.

Ich hatte noch keinen, ich habe es immer irgendwie rechtzeitig hinbekommen, laut „Hilfe!“ zu rufen, aber dieses permanente Segeln am Abgrund macht müde, so müde. Noch 3 Wochen, dann ist die Familienpflegerin wieder weg. Und ich habe mich heute bei dem Gedanken ertappt, dass es einfach nur schön wäre, wenn ich eine dauerhafte Haushaltshilfe hätte. Jemand auf Minijobbasis, so wie ich den Systemadministrator für meinen Blog beschäftige. Am Ende ist es eine Frage der Prioritäten.

Wenn ich nicht jeden Monat Geld in den Blog stecken würde, könnte ich mir eine Putzkraft leisten. Wenn schreiben nicht meine Passion wäre, könnte ich mehr putzen. Dann würde ich aber den Wunsch, die Gesellschaft zum Besseren zu verändern, begraben. Will ich das!? Was für eine Mutter möchte ich sein, was für ein Mensch, und was ist gut für meine Kinder?

Ach.

 

Politisches P.S.: Das Geld für Mutter-Kind Kuren wäre sehr gut in Haushaltshilfen für Alleinerziehende als präventive Maßnahme investiert, so wie ich das in meinem Buch beschreibe und durchrechne. 3 Stunden Haushaltshilfe pro Woche wären damit locker drin. Mit 5.000 € kann man auf 2 Jahre gesehen sehr viele Stunden Sauberkeit einkaufen. Und am Ende rechnet sich das, aber es ist nicht darstellbar im Staatshaushalt (Oh, the Irony!) – somit wird es nicht passieren. Schade, dass Zahlentabellen den gesunden Menschenverstand aushebeln.

107 Kommentare

  1. Hej Christine,
    Falls ich das richtig verstanden habe und Du tatsächlich jemanden für 450€ als Systemadmin für Deinen Blog beschäftigst: Nicht Dein Ernst. Das gute Stück läuft doch auf WordPress?!
    Ich weiß ja nicht, was er alles macht, aber das halte ich für völligst over the top.
    Nicht böse sein, ich hoffe, Du weißt, dass ich vom Fach bin und nicht irgendeinen Blödsinn daher rede.
    Das Geld wäre wesentlich sinnvoller in eine Haushaltshilfe investiert.
    LG, Piri

    • Aber auf einer eigenen URL auf eigenem Server. Mit reichlich Hacking und anderen Angriffen. Ich habe da schon sehr viel erlebt in den vergangenen 6 Jahren… (Den Systemadmin habe ich erst seit 1 Jahr, und WordPress ist nur die Software.)

      Nachtrag: Nee, das ist keine 450 € Kraft – so viel würde ich dafür nicht ausgeben, Minijob ist nur die Vertragsart. Aber fürs Gehalt einer Putzkraft würde es gut reichen.

        • There’s no such thing as a free lunch. (Dann sind da hässliche google Anzeigen drin. Und meine Inhalte nicht mehr so richtig meins. Ich glaube, wenn ich das täte, würde ich komplett neu anfangen wollen. Mit einem anderen Konzept/Anspruch.)

          • An deiner Stelle würde ich den Admin auch weglassen. WordPress zu managen ist nun echt kein Hexenwerk :-)
            Guten Hoster wählen, starke Passwörter und WordPress Defender Plugin installieren. Das wehrt schon das Meiste ab. Natürlich ist man nie 100%ig geschützt. Du kannst jedoch das Geld vom Admin monatlich zur Seite legen und wenn mal ein Hack kommt verhältnismäßig günstig jemanden dafür beauftragen. Kommt dir garantiert billiger als monatliche Fixkosten ;-)

    • Der Admin möge uns verzeihen, aber den mußt Du Dir wirklich nicht leisten… Wenn ich WP-Probleme habe (selten genug), dann gibt es in der Twitter-TL und in ein paar Facebook-Gruppen (und hier unter den Antwortern bestimmt auch) so tolle, hilfreiche Unterstützung, daß man auch als „nur“ Blogger und nicht IT-Mensch gut klarkommt…

  2. Es stört mich, dass Du ständig nach dem Staat rufst… ich finde, dass jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist. Ja, auch Alleinerziehende mit drei Kindern. Wie ich nämlich den Bildern entnehmen kann, sind zwei Deiner drei Kinder alt genug, um Dir im Haushalt zu helfen. Und wenn Du eine Haushaltshilfe brauchst, aus welchem Grund auch immer, dann finde ich, solltest Du sie selbst bezahlen und nicht FORDERN, dass der Staat sie bezahlt. Ich bin nicht alleinerziehend, ich habe ein Kind und einen Mann und einen Vollzeitjob (sogar voller als Vollzeit). Ich bin selbstständig. Ich habe ein extrem hohes Risiko eingehen müssen, um meine Firma zu gründen. Keine Förderung vom Staat, keine Entlastungen, gar nichts. Ich habe zum Teil an den Wochenenden gekelnert, als mir einige Euro für den Start fehlten. Ich musste von Anfang an, bevor ich nur einen einzigen Cent verdient habe, über 300,- Euro Krankenkassenbeiträge zahlen. Für nichts. Mein Kind wird bis 15-16 Uhr betreut – vorher in der Kita, jetzt in der OGS. Es hat 2x die Woche schwimmen. Ich bezahle alles selbst, nichts, aber auch gar nichts wird gefördert oder subventioniert. Wenn ich mir eine Haushaltshilfe leisten möchte, überlege ich genau, ob es mir das Geld wert ist. Ich zahle unfassbar hohe Steuern und Abgaben – ungefähr 40-50% dessen, was ich mir selbst erarbeitet habe. Und es nervt zu lesen, wer denn auf was Anspruch hätte in diesem Land. Die Zeit, die man dafür verschwendet sich bei Facebook oder in irgendwelchen Foren zu beschweren wie schwer alles ist, könnte man besser dafür verwenden Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Es sind sicherlich viele Kommata und Rechtschreibfehler in diesem Text.. ich bin so wütend, dass ich meine Gedanken aufschreiben wollte, ohne genau auf Regeln zu achten…

    • Nur ganz kurz: Ich habe auch durchgearbeitet. Über Weihnachten vergangenes Jahr, sämtliche Ferien hindurch (und ja, die Kinder waren natürlich hier), und niemand entlastet mich. Ich hatte seit vielen Jahren keine Ferien und darf nie krank sein. Da meine Kinder die Zukunft dieses Staates mitgestalten und bezahlen sollen, finde ich schon, dass ich mir im Hier und Jetzt Hilfe einfordern darf.

      Achso, und nur weil das offenbar nicht klar war: Ich bin auch selbstständig. Aber nur, weil mich keiner mehr einstellt, trotz bester Zeugnisse. Weil ich alleinerziehend mit 3 Kindern bin. Und ich war auch mal in deiner Situation, als ich sehr viel Geld verdiente und hohe Abgaben zahlte.

      • Ich glaube nicht, dass Sie wegen drei Kindern nicht eingestellt werden, sondern wegen Ihrer Art. Sorry. Zweitens glaube ich auch nicht, dass Sie wirklich Bock auf arbeiten haben. Wenn ich in Twitter schon lesen muss, dass Sie erstmal einen Mittagsschlaf gemacht haben, geht mir das Messer auf. Wenn es nach mir ginge: 90% Entlassungen im Öffentlichen Dienst, Keine Sozialleistungen, Keine Rente, jeder versichert sich selbst, dafür 5-10% Steuersatz. Ich hätte kein Problem damit sie und ihre Kinder verhungern zu sehen, wenn ich im Jahr statt 70 000 EUR Steuern nur ein Bruchteil davon entrichten müsste.

          • und wie lange haben sie darin gearbeitet. laut ihren Rentenanspruch nicht lange. Hatten auch sollche Arbeitskollegen. alle Halbe Jahren den vom Betrieb gekündigt.
            Arbeiten konnten die nicht, aber Jammern.

          • Meine Kündigungen entstanden durch Insolvenz des Arbeitgebers und durch betriebsbedingte Kahlschläge sowie durch befristete Arbeitsverhältnissse an der Uni. Und so etwas passiert vielen Menschen. Mir zu unterstellen, ich könnte nicht arbeiten, ist unfassbar kurz gedacht.

          • dann machen sie.
            ich alleinerziehnder Vater, langezeit unterhaltspflichtig an meine Ex
            heute. Kind bei mir Anzahl meiner Arbeitszeit 50+ (Mutter zahlt nichts keine Unterstützung vom Staat)
            Reperatur am Auto und Motorrad (ja wir fahren Motorrad und mein Sohn sitzt auf 140Ps seit dem er laufen kann) mache ich selber und mein Sohn 12 Jahre alt athistische Züge hilft mit, Hausputz mache ich selber.
            Schulische Leistung bei mir damals schlecht Englich Deutsch und Französisch gerade so bestanden, kein Abitur bei mir vorhanden trotzdem seit 3 Jahren Mitarbeiter auf Nebentätigkeit an der Uni. Neben meinen regulären Arbeitsverhältnis von 40 Stunden
            fangen sie an: sie sind eine Frau sie können das: Reifen wechsel Bremscheiben wechsel, Küche bauen warum brauchen sie da hilfe??? verstehe ich nicht. Nehmen sie ihre Kinder und führen sie sie an die tätigkeiten rann, kaufen sie ihnen einen Bollerwage und sie können den Einkauf machen und für die Nachbarschaft einen Brötchenbringedienst einrichten und ihr Taschengeld verdienen. Sie glauben mir nicht dann können sie meinen Sohn fragen
            Sie sind eine Frau das beste was Gott je erschaffen hat.
            wie hat es unsere Bundeskanzlerin gesagt: wir schaffen das.

          • Also, an Gott glaube ich nicht. Und ich halte Männer nicht für weniger „gut“ als Frauen. So oder so: Alles Gute für Sie und Ihren Sohn.

        • danke werden wir haben.
          beherzigen sie bitte andere Tipps und Sichtweisen, es kann auch anders gehen.
          Ihre Kinder werden es ihnen danken.
          zu meinen Sohn er ist stolz auf sich, auf das was er kann und was er leistet. er ist sehr selbstständig und ein Ass in Geschichte. Schulische Leistung gehen so, besser wie bei mir. Aber das Leben ist nicht nur Schule das Leben ist Mut und Entschlossenheit und nicht auswendig lernen sondern begreifen.
          mir steht es nicht zu einer Frau Dr. das leben zu erklären. Dafür habe ich nur die 10 Klasse bestanden.
          ich wünsche ihnen jedenfalls alles gute.
          und danke ihnen das sie mein Kommentar veröffentlicht haben.
          Mit besten Gruß
          Jens

        • @Gerd: Diesen Nachtwächterstaat hatten wir einmal. Bis sich die preussischen Militärbehörden über den schlechten Rekrutennachwuchs beschwerten, über halbverhungerten, krummgewachsene Abkömmlinge schlesischer Weber und über Landarbeiterkindern, die keine schriftlichen Anweisungen lesen konnten. Dann erst gab es Arbeitszeitgesetze, Einschränkung von Kinderarbeit sowie staatliche Schulpflicht.

          Merkwürdigerweise riefen die Großbanken in der letzten Bankenkrise um 2008 am lautesten nach staatlichen Hilfen, dass diese aus Steuermitteln von Millionen von „Untertanen“ stammte, störte plötzlich nicht mehr.

          @Admindiskussion: Der „GULP Stundensatz Kalkulator“ ruft etwa 70 Euro pro Stunde bei einem selbstständigen WordPress-Admin auf, bei fünf Stunden Arbeit in der Woche kommen die 400 Euro schon hin – mit Süddeutschlandaufschlag.

          • Und der Admin ist nur als Minijobber beschäftigt (Vertragsform) – die vollen 400 € erhält er gar nicht. Danke für die Relativierung des Lohns, trotzdem.

    • Sorry, aber mit Partner mit 1 Kind und alleinerziehend mit 3 Kindern zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen und geht mal gar nicht. Als ich vor 18 Jahren noch 1 Kind und einen Partner hatte konnte ich auch noch für 3 arbeiten, als Alleinerziehende ist das definitiv etwas völlig anderes. Und aus meiner Sicht fordert sie nicht, sondern macht einen konstruktiven Vorschlag für eine sinnvolle Veränderung.

    • Ich möchte nur eines anmerken, warum sollte sie von ihren gezahlten Steuern keine Förderungen stellen dürfen? Ich finde eine Haushaltshilfe für alleinerziehende eine bessere Investition als z.b. Militär, Diätenerhöhung 820€, Reiche, usw.
      Ich bin immer sehr irritiert das Frau, Frauen fertig machen anstatt zusammen zu halten, schade.

    • Danke. Ich, als ehemaliger Alleinerziehender, fühle mich sehr verstanden mit diesem Beitrag. Ich habe zunehmend den Eindruck Frau Dr. gehen ihre Kinder auf den Keks und ist sich zu fein richtig Geld zu verdienen, egal mit was. Echte Luxusprobleme ohne Ende. Und nein. Ich bin kein Hater nur ein offener Weltbürger ohne Schubladendenken. Es nervt einfach ohne Ende. Dieses ewige Gejammere, Forderungen und Rechtfertigungsversuche in jedem zweiten Satz. Zitat: “ Ich habe auch …“; niemand entlastet mich; keine Ferien; darf Hilfe einfordern;…; darf nie krank sein.

    • Hallo Maria,

      ich habe auch ein Kind, einen Mann und einen Job (aktuell ca. 40 Stunden/Woche). Unser Kind ist 1,5 Jahre alt, geht in die Kita – mein Mann ist selbstständig. Wir zahlen auch sehr viele Steuern. Ich empfinde das schon als ein Pensum, was ich nie zuvor hatte und denke manchmal, ich komme an meine Grenzen. Und trotzdem:

      Es ist ein Witz im Vergleich zu dem, was Alleinerziehende leisten.

      Wir Frauen müssen aufhören, uns auf so unsinnige Art zu kritisieren – stattdessen sollten wir uns unterstützen. Kürzlich sagte eine Kollegin, die neben mir die einzige Frau im Führungskreis ist (aber noch keine Kinder hat), dass sie manchmal genervt ist von der „feministischen Beschwerdementalität“ – wir sollten doch lieber handeln. Ich sehe das anders. Wenn Frauen wie Christine sich nicht die Mühe machen, den Mund aufzumachen, werden Alleinerziehende gar nicht gesehen, gehört – es ist der Grundstein, damit überhaupt ein Handeln erfolgen kann. Hier geht es um Agenda Setting. Hier geht es darum, die Politik darauf aufmerksam zu machen, wie sie das Geld, was bereits zur Verfügung steht, bestmöglich verteilen kann (anstatt es z.B. für unsinnige Mutter-Kind-Kuren zu investieren). Und ganz ehrlich: Wenn Alleinerziehende durch die hunderte von erarbeiteten Euro, die mein Mann und ich jeden Monat an Steuern zahlen, mehr unterstützt werden – dann zahle ich die Steuern gerne.

      Ich kann verstehen, dass Du kein Fan von Gejammer bist, das bin ich auch nicht. Aber das ist nicht das, worum es hier geht. Hier geht es um Frauenrechte, und um das Recht der Kinder, gleichberechtigt aufzuwachsen, ganz egal in welche Familie sie geboren wurden.

      • Ihre Antwort finde ich spitze. Ich hoffe,dass möglichst viele von uns eine Führungskraft finden, die ihr Format hat. Es müsste mehr davon geben.

    • Hallo Maria, deinen Unmut in allen Ehren. Leider suchen wir Alleinerziehende uns unsere Situationen nicht aus Langeweile aus. Ich finde es unverschämt, wie du Christine und auch andere Alleinerziehende angreifst. Sei froh, dass du einen Ehemann hast, der dich unterstützt und auf den du dich verlassen kannst. Ich wünsche dir, dass du nie durch Verlust deinen Ehemann verlierst und den Druck, den wir Alleinerziehende haben, ausgesetzt sein muss.

    • @Maria …NICHT alleinerziehend… NUR ein Kind!!! Also keine Ahnung vom Leben mit 3 Kindern alleine verantwortlich!!! Boahhh ich kotz im Strahl wenn ich so ein Dünnschiss lese!!! Ein Kind ist kein Kind! Bin auch mit 3en alleine… oh warte jetzt kommt gleich, selbst schuld!

      Das sind doch die typischen dummen Kommentare, die alleinerziehende Menschen nicht brauchen!

      Und Christiane… Du rechtfertigte dich doch nicht… Das haben wir nicht nötig…

        • Doch ein Kind ist kein Kind!
          Bisher konnte ich die Aussage auch nicht ganz nachvollziehen.
          Kurz zur Info: Ich bin alleinerziehend mit 2 Kindern, keine Großeltern (noch nicht mal mehrere hundert Kilometer entfernt, was auch schon helfen würde) und der Vater hat seit über 8 Jahren keinen Kontakt zu seinen Kindern (ist ihm zu stressig).
          Nun war mein Großer für 2 Wochen auf Sprachreise und es war sowas von entspannt!!! Obwohl ich arbeiten war, kam es mir vor wie Urlaub (ok Ostern war ja ein verlängertes Wochenende +2Tage frei). Ein Kind streitet nicht, macht weniger dreckig usw.
          Nach dieser Erfahrung habe ich mir vorgenommen sowas irgendwann zu wiederholen, wenn ich es finanziell irgendwie hinbekomme. Vielleicht ja mit dem verlängerten Unterhaltsvorschuss :-))

  3. Ich bin total begeistert von deinem Blog. Ich bin mit 3 Kinder Alleine und gehe 5 Tage die Woche 7 Stunden arbeiten, mein Haushalt leidet ganz schrecklich. Manchmal in ich so ko, dass ich froh bin, wenn ich einfach mal nichts tun muss. Zusätzlich müssen ja noch lauter Termine unter einen Hut gebracht werden. So eine Hilfe wäre manchmal echt toll.

  4. Hi Christine,
    das mit den Prioritäten kenne ich gut. Ich bin seit der Geburt meines Sohnes vor 2,5 Jahren alleinerziehend. Direkt nach der Geburt hatte ich für 4 Wochen eine Haushaltshilfe. Sie hat für mich gekocht, eingekauft, geputzt und gewaschen. Die Beantragung war recht problemlos. Die notwendigen Formulare habe ich mir bereits vor der Geburt von der Krankenkasse zuschicken lassen. Das Ärzteformular hatte ich bei meiner Gynäkologin deponiert und das eigene Formular hatte ich inklusive frankiertem Umschlag mit in meiner Krankenhaustasche. Einen Familiendienst hatte ich auch schon rausgesucht. Den Tipp für diese Vorgehensweise bekam ich von meiner Ärztin. Ich schreibe das deshalb so ausführlich, weil du ja viel gelesen wirst und das evtl. für die eine oder andere Alleinerziehende hilfreich ist.
    Grundsätzlich könnte mein Haushalt übrigens auch Unterstützung gebrauchen. Als ich noch 30h/W gearbeitet habe, gönnte ich mir alle 14 Tage den Luxus einer Reinigungsfrau. Seit einem halben Jahr habe ich allerdings meine Arbeitszeit auf 25h/W reduziert und baue mir neben Kind und Job meine Selbstständigkeit auf. Dreifachbelastung!!! Und auch ich entscheide mich dann für das an der Selbstständigkeit arbeiten und nicht für den Haushalt. Das sieht man deutlich und es nervt mich fürchterlich.
    Den Gedanken mit der Haushaltshilfe als Prävention finde ich super!!! Ich habe seit 2,5 Jahren keinen einzigen freien Tag gehabt. Das schlaucht! Inzwischen plane ich auch eine MuKI-Kur, weil mein Sohn langsam in einem Alter ist, wo das für mich auch Sinn macht. Ich habe von so vielen Mütter mit U3 Kindern gehört, die in Kurheimen waren, die auf Mütter mit sehr kleinen Kindern nicht ausgerichtet waren. Das fängt bei der Kinderbetreuung an und hört bei kindersicheren Räumlichkeiten auf.
    LG Jasmin

  5. Bitte nicht mit dem Bloggen aufhören! Ich liebe deine Texte und sie geben mir unglaublich viel Mut, denn beim Lesen habe ich das Gefühl nur halb so „alleine“ zu sein.
    Derzeit beginne ich mein Herzensprojekt in die Tat umzusetzen – genauer eine feministische Selbsthilfegruppe junger Mütter zu gründen, die auch dem Anspruch genügen soll für politische/gesellschaftliche/soziale Probleme und deren Folgen zu sensibilisieren…
    Ich habe ein wenig Angst vor „Anfeindungen“ und „wütenden Nachrichten“ (s.o.), denke aber, dass ich das auf jeden Fall hinkriegen werde. Es verfestigt sich in mir – beim Lesen dieser hasserfüllten Zeilen- die Ansicht, dass es mit der Solidarität unter Frauen schlechter bestellt ist als ich befürchtete.
    Also bitte, bitte, bitte, bitte ^^
    Ich komm auch und putz deine Bude … für umme :D :D :D – Ich liebe Fenster putzen und bügeln *g*

  6. Danke! Das spricht mir vom Herzen. Ich bin zwar (nur) mit einem Kleinkind allein erziehend und arbeite auch aus dem selben Grund wie Du von zu Hause aus und selbstständig, aber ohne Betreuung hätte ich ja auch nicht mal das geschafft…Ich stimme zu, Haushaltshilfe hat größere Priorität als jegliche Ferien, Kuren und Ausflüge! Schade irgendwie aber es hilft zu wissen, wir sind nicht allein. Das versteht sowieso grundsätzlich und tatsächlich nur die (der) jenige, die (der) wirklich m.u.t.t.e.r.s.e.e.l.e.n.a.l.l.e.i.n ist mit Kind und Habe.

  7. 3 Kinder und alleine! Hut 🎩 ab du hast die Haushaltshilfe verdient. Ein Kind bekommt man immer unter! Und bevor du umkippst. Du musst für dich sorgen. Auch für’s Alter! Außerdem versteh ich immer noch nicht warum alleinerziehende schlechter steuerlich dastehen als verheiratete. Warum nicht mal eine Haushaltshilfe. Wenn ich denke ich habe 2 Kinder alleine zu versorgen und 3 Kinder sind einfach 3 Kinder! Die vielen Termine der Kinder von Zahnarzt bis Elternabende, was alles alleine gestemmt werden muss und die ständige Verantwortung für alles zu haben, kostet sehr viel Kraft und Energie. Jemand der es nicht selbst erlebt, kann wohl kaum mitreden. Ich wünsche jedem, dass er es nie durchmachen muss. Dein Blog ist super halte durch nehme Hilfe an ohne schlechtes Gewissen.

  8. Ich bin schockiert, was manche hier schreiben und bin traurig darüber.
    Ich mach aber das und ich dies, mich macht das wütend.
    Ganz ehrlich, es gibt genug Menschen, die Hilfen und Gelder bekommen, die Ihnen nicht zu stehen!
    Warum soll eine Frau , die drei Kinder hat, das nicht bekommen und warum nicht dauerhaft?!
    Ich hab Mann und ein Kind. Wenn der Papa mal beruflich paar Tage weg ist, ist es ganz anders zu hause. Als Mama kann man mit Partner viel besser abschalten, mehr Sicherheit etc.
    Ich mag auch nicht alles an deinem Blog, aber wenn mir ein Beitrag nicht zusagt klick ich weg und sag nicht aber ich.ich ich ja tolle Einstellung …NICHT
    Ich habe Respekt vor dir und würde dir die Haushaltshilfe auch dauerhaft gönnen!
    Weiter so

  9. Trifft aber nicht auf alle zu… ich habe 2 Kinder 3 Jobs und mein Haushalt läuft …. ich sage nur Organisation ist alles… ich habe genug Geld und genug Freizeit um dieses Auszugeben ….

  10. Schon in einer vergleichsweise privilegierten oder besser nicht vergleichbaren, weil viel viel einfacheren Situation, nämlich verheiratet mit einem engagierten Mann, nur ein Kind und teilzeitarbeitend finde ich, dass Job, Haushalt und Kind ein ziemlich straffes Programm sind. Im Ansatz kann ich mir nicht vorstellen, das allein zu schaffen, schaffen zu müssen. Das Mindeste, was der Staat tun kann, ist seine Entlasungsmaßnahmen auf Sinnhaftigkeit zu prüfen.

  11. Ich kenne nicht viele deiner Blog-Einträge und ich weiß nicht viel von seiner Situation geschweige den kann ich mich da hineinfühlen da ich selber nur ein Kind habe und trotz das ich Alleinerziehende bin habe ich meine Mutter die mir hilft… nein fast schon zusammenarbeitet mit mir und meinen Sohn. Aber ich habe auch eine Ausbildung gemacht in der mal das Thema Time Management auftauchte.
    Es geht im groben darum sich die Zeit genau einzuteilen und sich Prioritäten zu setzen. Vielleicht wäre das was für dich? Infos gibt es genug über die Suchmaschine.

    Ich finde selber das Kuren nie wirklich eine Lösung sind, es ist evtl. Kurzfristig alles schön und entlastend aber der Alltag ist trotzdem Zuhause und wartet auf einen das ändert sich ja nicht. Und mann besser das Geld woanders hineinstecken könnte, leider wird sich das wohl nicht so schnell ändern. Vielleicht hilft dir ja mein Tipp.
    Und sonst versuch ein Mittelweg zu finden zwischen sauberen Haushalt, zeit mit den Kinder und ohne, Zeit für deinen Blog und deine Arbeit und sonstigen Aktivitäten.

  12. So viel fürs Blog auszugeben kommt mir seltsam vor – ich habe etwa ähnliche Zugriffszahlen bei einem selbstgehosteten WP-Blog und muss gar nichts ausgeben. Dafür gibt es kostenlose Plugins. Check das mal in Ruhe und kündige dem Typen, das Geld kann man besser investieren. Und eigentlich könntest Du bei Deinen Zahlen ähnliche Beträge und mehr über Koops verdienen. Wenn Du ein, zwei Mla im Monat was machst und das ordentlich kennzeichnest, wird das jeder Deiner Leser ok finden.

  13. Liebe Christine,
    dein Blog würde mir fehlen. Sehr. Aber das mit den Prioritäten ist eine Überlegung wert. Du hast mit deinem Blog schon sehr viel dazu beigetragen, die Gesellschaft zu verbessern und tust es inzwischen auch auf anderen Wegen. Ich finde, du darfst es dir auch mal leicht machen – oder wenigstens leichter.
    Lieben Gruß!

  14. Hej. Ohne auch nur annähernd Deine Menge an Aufgaben und Deine krassen allein zu bewältigenden Jobs/Termine/Verantwortungen usw zu haben: selbst ich in meiner vergleichsweise komfortablen Situation habe oft ein „alles zuviel“-Gefühl und träume von einer Putzfee, die alles hier einfach mal ein bißchen angenehmer/wohnlicher/sauberer/geordneter hält…. und wenn ich dann Deine Artikel lese, komm ich aus dem Bewundern nicht mehr raus, daß und wie Du das alles schaffst!!!! (Und ein bißchen schäme ich mich….)
    Gibt es eine Chance, daß nach den 4 Wochen verlängert werden kann?
    Genieß diese Wochen jedenfalls erstmal, liebe Grüße!
    (P.S.: Mir wurden auch schon mehrfach Kuren nahegelegt, meine Antwort war immer „Danach ist doch zuhause alles wie immer!! Oder noch schlimmer!!!! ^^ Superster Vorschlag, Dein P.S.!)
    (Und bitte nicht das Bloggen einstellen!! So wichtig!)

  15. Lach, das Thema ist sehr gut getroffen und ja, hier wäre eine Verschreibung einer Haushaltshilfe schon top, statt Mutter und Kind- Kuren……
    Da fällt mir grad zu ein, dass auch hier gerade reichlich gespart werden soll. Es wurde nämlich ein § 40 im SGB V Abs. 2 Satz 2 verändert, der es den Krankenkassen erlaubt, Zusatzeigenleistungen zu erheben, wenn man wie bisher in seine Wahlklinik für eine Mutter und Kind Kur möchte. Da kommen schon mal locker 700.-Euro zusammen. Bisher ist es wohl so, dass da nur kleinere Krankenkassen solche zusätzlichen Eigenleistungen erheben und große nicht.

  16. Ich bin froh, viele Kommentare mit Gegenwind zu lesen!

    Hier werden Prioritäten falsch gesetzt. Geld für Blog (und somit Ruhm) aber nicht für eine nötige Haushaltshilfe wenn man es selbst nicht schafft.

    Ich bin auch alleinerziehend. 2 Kinder. Berufstätig mit 30 Wochenarbeitsstunden auf 2 Jobs verteilt. Noch nie Geld vom Staat. Keine Putzfee.

    Gut, jetzt hab ich doch tatsächlich nicht so ein Schwein von Exmann, der nicht zahlt. Aber er zahlt nicht das, was er eigentlich müsste, weil er sonst selber nichts mehr zu essen hätte.
    Aber es reicht, um mit meinen Jobs und dem Kindergeld zusammen bei niedrigen Ansprüchen das Beste aus der Situation zu machen.

    Es sind oft die Ansprüche….der Vergleich zum Leben „vor der Trennung.“
    Es ist aber nicht mehr vor der Trennung!

    Natürlich kann ich nur von mir und meiner Einstellung zur Sache sprechen.
    Das Glas ist immer halb leer oder halb voll…..
    Und wenn es halb leer ist – mach es voll!! Selber.

  17. Schöner Schritt, Hilfe zu holen, auch wenn es nur vorrübergehend ist.
    Vielleicht kannst Du in Zukunft einmal die Woche jemanden da haben der Dich im Haushalt unterstützt, das könnte eventuell auch finanzierbar sein (keine 20 Euro die Stunde). Dann würde immer eine gewisse Grundsauberkeit herrschen und „größere“ Dinge könnten Dir abgenommen werden.

    Wir haben einmal die Woche jemanden da, der uns einmal die Wohnung in Schuss hält. Das war ein schwerer Schritt dahin, aber letztendlich die beste Lösung. Es nahm uns eine sehr sehr große Last von den Schultern und erhöht unsere Lebensqualität unbeschreiblich.

    Und – lass Dich von den ganzen Miesepetern hier nicht entmutigen: Dein Weg ist für Dich der richtige ;o)

    K.

  18. Vielen Dank für diesen offenen Beitrag. Toll auch, dass Du die Kommentare freischaltest. Wenn ein Typ namens Gerd sagt „Ich hätte kein Problem damit sie und ihre Kinder verhungern zu sehen, wenn ich im Jahr statt 70 000 EUR Steuern nur ein Bruchteil davon entrichten müsste.“, dann gehört Größe dazu, dass zu veröffentlichen. Der arme nicht-arme Gerd, so viele Steuern.

    Ich freue mich, dass Du Hilfe für 4 Wochen hast. Und ich werde mich auch endlich um eine dauerhafte Putzhilfe kümmern. Leider wollen die meisten nur Schwarzarbeit, da Minijobs in Haushalten an einige Bedingungen geknüpft sind. Schwarzarbeit geht gar nicht, die Wohnung bei Frühlingssonne betrachtet auch nicht.

    • Das Problem kenne ich von früher, als ich noch Haushaltshilfen beschäftigte – es ist wirklich schwierig, jemanden zu finden, der ordentlich auf Steuerkarte arbeiten will. Auf 20 Bewerber kommt 1, der/die dazu bereit ist. Wenn ich wieder Geld dafür ausgeben sollte, würde ich es über einen Reinigungsservice machen – bei uns macht die Caritas das auch für freie Auftraggeber, ohne Attest vom Arzt. Und es gibt gerade in größeren Städten diverse Anbieter, google das mal. Hat den Vorteil, dass man das auch als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen kann. Aber das muss ich dir ja nicht sagen. ;)

      Viele Grüße!

  19. Hallo Christine, ich finde die Idee einer regelmäßigen Hilfe auch gut. Jedoch würde ich nicht die Mütter-Kind-Kuren abschaffen- sondern das Ehegattensplitting und ein Kindersplitting einführen.
    Ich denke, dass die Hilfen die es für Mütter gibt, nicht ausgedünnt werden sollten, sondern angepasst an die einzelne Situation erbracht werden.
    Schade, dass es hier Frauen gibt, die einfach nicht verstehen (können) welche Leistung von Alleinerziehenden erbracht wird. Deswegen schreibe bitte weiter. Es darf nicht sein, dass in einem wohlhabenden Land Kinder- egal welcher Herkunft- in Existenzieller Not Leben müssen.
    Klar, weiß ich nicht, ob ein Geld Blog kosten „darf“, dass ist deine Entscheidung.
    Dieser seltsame Mann der andere gern verhungern sehen möchte- hoffentlich hat der sich nicht Fortgepflanzt- und sitzt alleine und frustriert vorm PC. Hoffentlich hat der bald keinen Job mehr, ehrlich. Sowas möchte ich nicht als Kollege haben. Und wieso liest der überhaupt hier mit- wenn er schon überhaupt nicht versteht über welche Themen und aus welch guten Gründen diese hier geschrieben werden.
    Ps: Nicht alleinerziehend ist mein Status- und trotzdem erkenne ich die Grenzen systematischer Ausgrenzung. Liegt vielleicht am Geschlecht.

    • Hallo Franziska,

      ohja, das Ehegattensplitting will ich auch abgeschafft bzw. auslaufen sehen! Meine Idee, was die Haushaltshilfen statt Mutter-Kind Kuren betrifft, ist auch nicht, die Kuren ganz abzuschaffen, es gibt ja offenbar Frauen, die das ganz toll finden und davon profitieren. Ich stelle mir vor, dass frau wählen darf, was sie möchte. Wie so eine Art Scheckverfahren. Bei mir war die Kur ein eher gruseliges Erlebnis, ich würde jederzeit eine Haushaltshilfe bevorzugen. Ich habe mal eine Umfrage auf Facebook dazu gemacht unter meinen Leserinnen, und da kam raus, dass etwa 20% lieber eine Hilfe hätten, aber 80% mit den Kuren sehr glücklich sind.

      Ach, und was den mitlesenden Mann, der meine Kinder gerne verhungern sehen würde, betrifft: ich denke, der kommt über eine Maskulistenseite hierher, wo ich regelmäßig in den Kommentarspalten und auch im Blog verunglimpft werde. Ich schätze auch, dass dem sehr, sehr langweilig sein muss.

  20. Hallo
    ich finde es toll, dass die Autorin nach jahrelanger Alleinverantwortung für drei Kinder mal ein paar Wochen entlastet wird. Das sich mache Menschen darüber aufregen zeigt nur, dass diese Menschen selbst sehr unzufrieden sind und das Leben nicht so einfach wuppen, auch wenn sie das behaupten.
    Ich selbst habe (bisher) keine Kinder und arbeite Vollzeit und zahle auch einiges an Steuern. Meine Schwester ist alleine mit 3 Kindern (Grundschule und Kindergarten). Tauschen möchte ich nicht. Mutti macht und tut seit Jahren alles alleine für ihre Kinder, bekommt nur schlecht bezahlte Arbeit und muss sich von anderen Leuten noch dumme Sprüche anhören. Sich selbst gönnt sie nichts, muss aber ertragen, dass die Kinder nicht die Kindheit haben können die man ihnen wünschen würde.
    Und zum Thema Forderungen stellen. Das kann man nicht genug… wird eh nur ein kleiner Teil umgesetzt, wenn überhaupt.
    Lustig wäre die Vorstellung, dass die Männer/Frauen welche sich vor ihrer Verantwortung drücken, zu Zwangsarbeit verdonnert werden. Das würde dann einen Teil der Kosten für die Haushaltshilfen der Alleinerziehenden decken.

    Ich wünsche allen Lesern sonnige Tage.

  21. Liebe Christine,

    mal was anderes: danke, dass du so ehrlich über deinen Haushalt sprichst. Mir hat das einfach gutgetan zu lesen, dass auch bei anderen nicht immer alles blitz blank ist.
    Ich finde es gut, dass du unliebsame Kommentare freischaltest, denn sie entlarven sich meist von selbst. Kann man die Schreiber bei Beleidigungen und Drohungen eigentlich anzeigen? Oder sind sie zu feige, ihre Identität preiszugeben?
    LG

    Stefanie

    • Liebe Stefanie,

      das lohnt sich nicht – Anzeigen bewahre ich mir für ernstere Vergehen auf. Viele Grüße zurück!

  22. Erstmal freue ich mich, dass Sie etwas zur Ruhe kommen und Unterstützung erhalten haben.
    Auch ich sehe wenig Sinn in Mutter-Kind-Kuren und fände anstatt dessen einen Anspruch auf Familienhilfe/Familienpfleger bei Überlastung wesentlich sinnvoller.
    Eine Frage habe ich aber auch: Ihr großes Kind ist entweder schon 17 oder wird 17. Ihr Mittlerer ist auch nicht mehr so klein. Inwieweit helfen die beiden im Haushalt mit? Wäre da noch etwas mehr Hilfe seitens der Kinder möglich, damit Sie etwas entlastet werden? Ich selbst hatte mit gerade 18 bereits in meiner eigenen Wohnung gelebt und mußte mich entsprechend selbst um meinen Haushalt kümmern. Ich weiß, dass heutzutage Kinder oft nicht mehr so in die Hausarbeit eingebunden sind und ich könnte mir auch vorstellen, dass man das den Kindern zu der schweren Situation nicht noch weiter aufbürden möchte. Allerdings ist die Familienhilfe erstmal nur eine vorübergehende Lösung, so dass Sie danach wieder vor dem gleichen Problem stehen.

    • Das große Kind ist 16 und macht gerade Abi (Klasse 11), da bleibt wenig Zeit, mich zu entlasten. Gelegentliches Geschwistersitten ist drin, und Kochen auch. Ich finde aber auch, das reicht – sie soll ja auch noch Freizeit haben.

      • Als Mutter eines Abiturienten vom vergangenen Jahr weiß ich, dass es keineswegs unmöglich ist, auch in dieser Phase regelmäßig den Staubsauger in die Hand zu nehmen und danach nass durchzuwischen. Andere Jugendliche in diesem Alter müssen schließlich auch eine 40-Stunden-Arbeitwoche + lernen für die Berufsschule schultern. Wenn Sie sich und Ihren Kindern die Pflege einer Wohnung überschaubarer Größe nicht zumuten wollen, habe ich dafür vollstes Verständnis, sehe aber nicht ein, dass die Allgemeinheit dafür zahlen soll. Außerdem gäbe es aus meiner Sicht ja noch die Möglichkeit, Ihr politisches Engagement + Ihre Social-Media-Präsenz etwas zurückzufahren oder in eine Zeit zu verschieben, in der die Kinder Sie nicht mehr ständig brauchen. Zudem stimme ich Ihrem Argument, Ihre 3 Kinder würden ja immerhin in der Zukunft die Zeche für Kinderlose bzw. Menschen mit weniger Kindern zahlen, nur bedingt zu. Das stimmt nämlich nur, wenn Ihre Kinder nicht (sehr) lange studieren, dann in einem nicht besonders gefragten Bereich promovieren und daraus resultierend keine lückenlose Erwerbsbiografie haben. Ob das anders wird, können Sie heute noch nicht vorhersehen, weshalb Ihr gern genutztes Argument meiner Meinung nach auf wackligen Beinen steht. Es ärgert mich, dass für Ihre Forderungen auch Menschen zahlen sollen, die sich tagtäglich ihr kleines Einkommen selbst verdienen (Einzelhandel, niedere Tarifgruppen öffentlicher Dienst…usw..), abends klaglos ihre Wohnung putzen und ihre dreckige Wäsche waschen und sich ebenfalls keinen Urlaub oder Theaterbesuch oder sonstwas leisten können. Sollen die dann auch alle eine Haushaltshilfe bekommen? Ich bin übrigens als Kind einer alleinerziehenden, weil verwitweten Mutter, aufgewachsen. Ich habe neben Abitur und Studium gearbeitet, bin ordentlich im Haushalt eingespannt worden, und meine Mutter ist zeitweise selbst putzen gegangen, und das nicht, weil sie sich darin selbst verwirklicht hat. So geht`s nämlich auch.

        • Das sind ziemlich viele Kritikpunkte. Einem möchte ich gerne etwas entgegnen: mein Engagement in den Social Media und in der Politik ist für mich sinnstiftend. Es darf nicht zu Lasten meiner Kinder gehen, das ist klar. Aber es darf mir gut tun.

          • Hier geht es um Anspruchsberechtigung: wer hat was zugute, wer bezahlt dafür. So sehr ich Dir, Christine, die Haushaltshilfe und die temporär frei verfügbare Zeit gönnen mag, so berechtigt ist es natürlich auch, zu fragen, ob tatsächlich die Allgemeinheit dafür aufkommen soll. Eine gesellschaftliche und letztendlich politische Detailfrage, die für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig ist: wem geht es wann so schlecht, dass die Solidargemeinschaft einspringen muss? Wenn der professionell gewartete Blog und die Freizeit der fast volljährigen Tochter in die Waagschale geworfen werden, ist die in einigen Kommentaren hervorgebrachte Kritik sehr nachvollziehbar.

          • Deswegen denke ich ja auch darüber nach. Aber grundsätzlich bleibt meine Meinung: Alleine Kinder großzuziehen, ist unfassbar anstrengend. Finanziell kaum zu stemmen, und auf Dauer auslaugend. Damit bin ich nicht alleine. Von daher sehe ich die Solidargemeinschaft durchaus in der Pflicht. So wie ich mich auch in der Pflicht sehe, anderen zu helfen.

          • Du hast in Deinem Leben Entscheide gefällt, die für Dich richtig waren und es noch sind, diese hatten aber Konsequenzen, die für Dich unerwartet und mit riesiger Anstrengung verbunden waren. Aber eben, es waren Entscheide, kein Schicksalsschlag. Ein Fall für die Solidargemeinschaft? Ich finde, das ist ein sehr schmaler Grat.

          • Liebe Nora, glaube mir – kein Jugendamt und kein Arzt geben solche Empfehlungen/Atteste leichtfertig heraus. Vielleicht hat ja auch eins meiner Kinder eine chronische Krankheit, von der hier nie etwas stand, weil das niemanden etwas angeht. Oder ich Krebs, oder sonst etwas, von dem du nichts ahnst. Oder aber ich bin so überlastet, dass das einfach nötig ist. Und die Überlastung resultiert sicher nicht daraus, dass ich blogge.

          • Natürlich darf es Ihnen gut tun, und es darf aus meiner Sicht sogar ein wenig zu Lasten der Kinder gehen, die können – natürlich in angemessenem Rahmen – auch ab und zu zum Wohle der Mutter zurückstecken. Was mir nicht gefällt sind die wiederholten Forderungen, die Allgemeinheit solle für aus Zeit- und Erschöpfungsgründen entstandene Defizite verschiedener Art finanziell in die Bresche springen. Das möchte ich persönlich nämlich nur zur Aufrechterhaltung eines würdigen Lebensstandards, nicht für Luxus, und da gehören Reinigungskräfte – ich habe selbst eine und sehe sie als meinen größten Luxus überhaupt – nicht dazu.

          • Ja, Christine, das weiss ich natürlich alles nicht, und eine Krankheitssituation ist selbstverständlich anders zu beurteilen.

  23. Zum Thema öffentlicher Dienst: Gerade dort wird an Personal gespart bis zum es geht nicht mehr!! Wo will dieser Tünnes denn die 90 % hernehmen, die er entlassen will?? Wir sind jetzt eh schon am Rande der Funktionsunfähigkeit. Aber rumrandalieren, wenn man im Bürgeramt oder Straßenverkehrsamt stundenlang sitzt, weil ja soooo viel überflüssiges Personal da ist, das tun diese Typen. Meine Diagnose : verminderte Denkfähigkeit aufgrund von Eiweissvergiftung durch Samenrückstau- kommt ja bei diesen Makulinistenwürstchenträgern öfter vor, welche Frau lässt sich denn mit so etwas ein! Liebe Christine, einen Tipp : ein Internet-/ Twitter-/ blogfreier Tag, morgens etwas Haushalt (Grundreinigung) und ab mittags mit ner guten Freundin in den Wellnessbereich der Therme! Das wäre sinnvolles Zeitinvestment!!! Glück auf

  24. Ich würde mich für sie freuen, wenn Sie Ihre Hilfe behalten könnten. Ich liebe Ihren Blog und Ihre schonungslose Offenheit. Alleine 3 Kinder großzuziehen ist sicher keine leichte Aufgabe. Ich denke, Sie bewältigen dies bravourös. Weiter alles Gute !

  25. Oh wow.
    Ich lese bei dir selten die Kommentare mit und bin jetzt echt geschockt. Das ist ja schrecklich, was du dir hier reinziehen musst!
    Wie hälst du das aus? Vor allem von Menschen, die überhaupt keine Ahnung haben? Und selbst wenn sie welche hätten – wie anmaßend!?
    Mein Beleid.

    Zum Haushalt: die Sache ist ja auch einfach, dass es keinen Spaß macht, zumindest mir nicht. Klar, kann Abwaschen auch eine Art Meditation darstellen, besser entspannen könnte ich mich allerdings mit geschlossenen Augen in meinem Bett.
    Warum ist es so verpönt, sich für ungeliebte Aufgaben Hilfe gegen Geld ins Haus zu holen? Warum muss frau immer alles alleine schaffen? Warum soll das Leben aus harter Arbeit und Mühsal bestehen und jede Erleichterung ist unzulässig und ein Zeichen von Schwäche?
    Warum muss solch ein Weltbild schon auf Kinder übertragen werden? Wieso dürfen die nicht einfach sich und die Welt entdecken, rumschlumpern, quatschen, träumen, schlechte Laune haben, neben all den Pflichten, die es doch eh schon in ihrem Leben gibt?
    Faulheit gibt es doch auch gar nicht, das ist ein reines Konstrukt. Irgendetwas tue ich immer, vielleicht nicht sichtbar, vielleicht fällt es bei der recht zufälligen Bewertung von gut und schlecht in letztere Kategorie. (Lesen zum Beispiel kann so einfach beides sein, je nach Buch und Zeitpunkt.)

    Naja, das hilft dir nun alles nicht weiter, ich wollte nur mal liebe Grüße da lassen. (Ich war einige Jahre mit einem Kind alleinerziehend, bin es jetzt nicht mehr mit zweien. Und ich bin so müde. So, so müde. Und der Boden ist so wahnsinnig krümelig. Wie muss es dir da gehen? Wobei, selbst Schuld mit deiner Ruhmessucht..;))

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen die baldige Möglichkeit eine langfristige Haushaltshilfe zu bekommen. Auf welchem Wege auch immer. Sehr gern finanziert von den 70.000€ obigen Todesschwadronisten, da wäre sicher auch die Reinigungskraft begeistert.

    Solidarische Grüße :)

  26. Ich bin mit zwei Kindern alleine, dass jüngere davon ist chronisch krank und braucht Betreuung für zwei. Geld für Unterhalt habe ich seit Jahren nicht gesehen. Ich kann Ihre Situation daher ganz gut nachvollziehen. Ich lese aus dem Artikel eine Überforderung heraus, die ich ebenfalls sehr gut nachvollziehen kann. Ich habe eine ähnliche Situation – mein Haushalt war so verwahrlost, dass es mir und den Kindern peinlich war Besuch mit nach Hause zu bringen – so gelöst, dass ich jeden Tag eine Viertelstunde putze, immer an der Stelle wo es gerade am nötigsten tut und mich am meisten nervt. Täglich eine Viertelstunde, nicht mehr, ich putze dann nicht das ganze Bad sondern nur das Waschbecken und am nächsten Tag die Wanne. Einmal in der Woche wischen meine Kinder die Böden, das können schon ältere Grundschulkinder. Zweimal im Jahr werfe ich mit den Kindern zusammen gnadenlos alles raus, was nicht mehr gebraucht wird. Auf die Art haben wir sehr wenig Zeug, das Unordnung verursachen kann. Für umfangreichere Putzarbeiten inseriere ich in einer Nachbarschafts-Tauschbörse und biete an, dass ich für jemanden, der mir die Fenster putzt, behördliche Schreiben verfasse oder auch Liebesbriefe oder eine Rede für den 70. Geburtstag der Schwiegermutter. Auf diese Weise hat sich bisher immer noch jemand gefunden, der mir Arbeiten abnimmt, die ich in meinem eng getakteten Alltag schlecht unterkriege und zu denen ich auch keine Lust habe (ich hasse Fensterputzen, aber ich schreibe gerne und gut. Es gibt Leute, die gerne putzen! Ganz nebenbei habe ich auf diese Weise die interessantesten Menschen kennen gelernt). Natürlich habe ich auf diese Weise immer noch keinen absolut super rein blanken Haushalt, aber es ist jedenfalls so, dass ich mich nicht mehr schämen muss jemanden reinzulassen und ich kann diese Arbeiten ohne Überforderung erledigen. Auf die Idee hat mich übrigens eine Verhaltenstherapeutin gebracht, die mich mit solchen Ratschlägen vor dem Absturz in eine ernsthafte Depression gerettet hat.

  27. Ich habe bereits vorher kommentiert und möchte jetzt doch noch einmal meinen Senf dazugeben. Erst einmal vielen Dank an alle, die ihr da so kräftig mitmischt.
    Ich bin sehr jung Mutter geworden und musste sehr vieles noch „lernen“. Ständig stand ich unter Druck, die Wohnung musste sauber sein, die Wäsche musste gewaschen sein, die Küche musste blitzen sowie das Bad. Von Familie und Bekannten beäugt, beobachtet, belächelt etc.
    Natürlich habe ich es nicht geschafft und bekam wegen den Kleinigkeiten ständig den Kopf gewaschen. Aber ehrlich 2 Kinder, Studium, Arbeit, Haushalt… Wer bekommt so was unter einen Hut? Niemand. Trotzdem wurde mir das Gefühl vermittelt nicht richtig zu sein, mich ständig verteidigen zu müssen (jetzt geht sie auch noch zum Amt, da kommt noch das jugendamt…)
    Mit nun 3 Kindern, 8,6,3, also „aus dem gröbsten“ raus, sehe ich das alles natürlich entspannter, in Gesprächen mit den nachfolgenden Mamas zwischen 18-25 Jahren, stelle ich immer wieder fest, dass sie GENAU die gleichen Probleme haben, Ängste und sorgen.
    Die Hauptsorge ist beim Jugendamt aufzufallen. Selbst wenn also eine Haushaltshilfe / frühe Hilfe notwendig und gut wäre, haben diese Mädchen angst, denn sie kennen fast nichts außer Verurteilung und Abneigung. Sie sind eben noch im reifeprozess und den denken sie ganz alleine meistern zu müssen. Ob sie das schaffen? Ich weiß es nicht – hoffentlich.
    Dieser Text macht ihnen Mut, er zeigt, dass es vielen so geht, wie sinnvoll und erleichternd eine familienhilfe sein kann. Du zeigst Stärke indem du zu deinen „Fehlern“ stehst, dir Hilfe holst und als gutes Beispiel voran gehst.

    • Danke, Jacqueline. Das mit der Angst vor dem Jugendamt höre ich auch relativ oft. Und manchmal ist die gar nicht so unbegründet – ich habe das Gefühl, dass Alleinerziehende dort eher als defizitär gesehen werden (was ja auch irgendwo stimmt, weil wir mehr Unterstützung bräuchten). Und dass manche Jugendamtsmitarbeiter dann Familien, die Hilfe suchen oder bräuchten, unter Druck setzen, wo eigentlich Verständnis und Hilfe notwendig wären. Dazu hätte ich gerne mal Zahlen, auch was die Inobhutnahmen und Zwangsmaßnahmen betrifft (es gibt ja einen Unterschied rechtlicher Natur zwischen freiwilliger Familienhilfe und aufgezwungener). Das ist ein spannendes Thema, das ich im Auge behalten werde.

      Es freut mich, dass du mich als vorbildlich siehst – mir fällt nämlich tatsächlich sehr oft auf, was ich alles falsch mache. Aber das ist ja schonmal ein erster Schritt. Und Hilfe zu suchen finde ich mehr als wichtig. Überlebensnotwendig.

  28. Ich habe auch drei Kinder und bin Vollzeit berufstätig, zum Glück nicht alleinerziehend sondern mit sehr engagiertem Partner. Trotzdem bleibt neben Beruf, Kindern, Terminen usw. der Haushalt auch immer liegen, v.a. putzen, was hier keiner gerne macht. Haushaltshilfe wäre toll, ist hier in München ab 25€ pro Stunde aber nicht erschwinglich.
    Die Lösung für uns war ein Roboter, der zumindest die Böden saugt und wischt und uns damit entlastet. Tagsüber, während wir arbeiten bzw. in Schule und Kindergarten sind, und abends kommt man in eine saubere Wohnung. Er putzt jeden Tag, seitdem wird es erst gar nicht mehr richtig dreckig. Es gibt schon günstige Modelle, die 2 Jahre Garantie haben (Putzhilfe für die gleichen Ausgaben 1h/Woche für max. 4 Monate…), und sie werden immer billiger …
    Vielleicht ist das ja für Dich auch eine Lösung im Anschluss an die Haushaltshilfe?
    Wir binden unsere Kinder (8,6,4) in andere Aufgaben im Haushalt auch mit ein (Wäsche aufhängen, wegräumen, Abendessen machen, einkaufen etc., ihr Zimmer aufräumen sowieso), aber putzen tut hier keiner gerne…

    Ich bin auch gegen Ehegatten- und für Kindersplitting (bin nicht verheiratet, wir zahlen auch beide Steuerklasse 1), und Deine Idee mit dem Scheckverfahren für alleinerziehende Familien finde ich super! „One size fits all“ funktioniert eben nicht, so kann jede Familie die für sich beste Lösung finden

    Ich wünsche Dir alles Gute!

  29. Ich sehe es ähnlich wie Nora. Ich kann mit Schwarz-Weiß Denken generell nicht viel anfangen und sehe die Dinge gerne differenziert. Ich kann hier weder mit den Kommentaren etwas anfangen, die sich ständig zu 100% mit Frau Finke solidarisieren und alles kritiklos abfeiern, noch mit den unsäglich unsachlichen und beleidigenden Kommentaren, die unter die Gürtellinie zielen.
    Wie ich neulich schon einmal unter einem anderen post geschrieben habe, finde ich schon, das man als Alleinerziehende (r) von 3 Kindern ein stückweit eine Teilverantwortung für seine Situation hat. Ein Schicksalsschlag ist nämlich etwas anderes. Hier differenziere ich und finde das genaue Hinschauen beim Verteilen von Sozialleistungen, Vergünstigungen, Kuren etc. sehr wichtig.
    Manchmal denke ich, die Menschen wollen heute einfach zu viel. Wenn ich ein freiheitsliebender Mensch bin, der sehr gerne arbeitet und auch Zeit für sich selbst braucht – wieviel Raum KANN dann überhaupt noch eine große Familie einnehmen? Oder umgekehrt, wenn ich ein Familienmensch bin, der sich eine große Familie wünscht, MUSS es dann noch der ausfüllende Superjob sein? Vielleicht geht alles auch mal eine Nummer kleiner, dann ist die Fallhöhe nicht immer so hoch.
    Das meine ich mit Teilverantwortung. Das und die damit verbundene einseitige Sicht und Opferrolle ist es auch, die mir bei allem vorhandenen Verständnis hier (und auf ähnlichen blogs) manchmal ein wenig gegen den Strich geht.
    LG Mia

  30. Jede(r) kann nach belieben in der Freizeit machen was er will. Die einen betreiben einen Blog, andere machen Sport. Das ist alles kein Problem.

    Da Sie mit Ihrem Blog jedoch offensichtlich nur geringe Einnahmen generieren, ist es halt leider nicht mehr wie ein Hobby.

    Jetzt diesem Traum hinterherzuhängen, davon leben zu können, nützt nichts und ist realitätsfremd.

    Die Mehrheit der Frauen / Männer würden und müssten in Ihrer Situation einer Arbeit nachgehen, auch wenn diese vielleicht nicht der eigenen (akademischen) Qualifikation entspricht.

    Ich frage mich auch ernsthaft, wieso die Wohnung gem. Ihrer eigenen Aussage so verdreckt war? Ihre Kinder sind ja nicht mehr so klein und Sie arbeiten von zu Hause aus. (wieviele Stunden?

    Dann hätte man doch täglich wenigstens 30 Minuten Zeit um Reinigungsarbeiten durchzuführen?

    • Hallo Peter, da Sie ernsthaft fragen und ich Ihnen das abnehme, versuche ich mal, zu antworten. Also erstens: Dass ich mit meinem Blog keine Einnahmen erziele, ist Absicht. Ich möchte das nicht. Es ist für mich eben sowas wie ein Hobby, Kunst, ein Ehrenamt. Aber es ist kein realitätsfremder Traum – dieser Blog ist sehr erfolgreich. Er ist gesellschaftlich relevant, er hilft Betroffenen, er ist sinnvoll. Auch für mich. Und ich stecke gerne und aus Überzeugung Geld da rein.

      Auch ich gehe einer Arbeit nach, die nicht meiner Qualifikation entspricht – als Freiberuflerin auf Zuruf Texte zu schreiben, ist nie mein Traum gewesen. Ich tue es aber, und es ist immer noch ein guter Job, wenn auch nicht besonders gut bezahlt und Null abgesichert. Lieber wäre ich fest angestellt, aber mit 50 Jahren, Doktortitel und 3 Kindern bin ich für Personalabteilungen ein rotes Tuch.

      Drittens: die Wohnung dreckt ein, weil hier 4 Menschen und 2 Katzen leben. Mit dem Haushalt verbringe ich täglich etwa 2 Stunden Zeit mit solchen Dingen wie Wäsche, Lebensmitteleinkauf, Kochen, Staubsaugen und Geschirrspüler ein- und Ausräumen. Und dann wollen die Kinder ja auch noch spielen, reden, haben Arzttermine, man muss Dinge besorgen – der Tag ist kurz. Zu kurz, um alles zu schaffen. Ich muss immer Prioritäten setzen, mehr noch als andere.

      Ich hoffe, jetzt ist es etwas klarer?

  31. Ich bin alleinerziehend mit zwei Kindern und berufstätig und oft bis 11 oder 12 Uhr nachts auf den Beinen, um Haushalt und Co. zu schaffen. Das ist nicht schön aber für mich normal.
    An Ihrer Stelle würde ICH das Geld definitiv in die Putzfrau stecken. Ich fände es zwar schade, ich mag Ihren Blog. Aber bei mir würde meine eigene Familie IMMER vor der Gesellschaft kommen. Wenn der Rest der Welt uns nicht hilft, brauchen wir der Welt auch nicht helfen.

  32. Meiner Meinung nach ist das ein interessanter Ansatz, der hier von einigen vollkommen missverstanden wurde. Ich könnte es verstehen, wenn die eine oder der andere sich ungerecht behandelt fühlt, wenn du gefordert hättest alle Alleinerziehenden sollen eine Haushaltshilfe haben. Aber ich lese nur – besser wäre es in solchen Situationen das Geld (das ohnehin investiert wird) statt in eine Kur in eine Haushaltshilfe zu investieren. Das ganze wurde auch noch logisch begründet.
    Besonders unschön finde ich immer, wenn damit argumentiert wird, was man selbst alles schaffen würde. Das ist und darf kein Maßstab sein. Es sind eben keine zwei Leben vergleichbar und wir kennen doch auch nie die ganze Geschichte.

    Grundsätzlich finde ich den Vorschlag die Kinder an der Hausarbeit mehr zu beteiligen sinnvoll. Aber: Es sind nicht meine Kinder, ich kann gar nicht wissen, ob und welche Zusatzbelastungen für sie sinnvoll wären.

    Ganz besonders allerdings ärgert es mich, wenn gesellschaftliches/politisches Engagement als unnötiges Hobby abgetan wird, das man ja auch bleiben lassen könne zugunsten eines ordentlichen Haushaltes. Eine Gesellschaft in der alle so denken möchte ich mir nicht ausmalen. Wir alle profitieren von Ehrenämtern und dem Engagement Einzelner – Menschen, die sich Gedanken machen und für einen Fortschritt in der Gesellschaft einsetzen wären andere entspannt auf der Couch liegen.

  33. Oh, ich erinnere mich mit Schrecken: Drei Kinder, Studium und Selbständigkeit. Ganz ehrlich, der Haushalt war nie so, wie er sein sollte. Jede Woche waren die Kinder dran, abwechselnd Bad und Küche zu putzen. Natürlich war der Erfolg nur mittelprächtig.
    Was ich in der Zeit gelernt habe: Gelassenheit. Dann blitzt es eben nicht überall. Es geht nicht alles auf einmal. Und es kommt eine Zeit, in der sind die Kinder groß und die Wohnung ist wieder sauber.
    Liebe Grüße!

  34. Der Staat wird nicht fördern, was langfristig keine Nutzen bringt, wie z.B. eine Haushaltshilfe. Geld ist nur dann sinnvoll angelegt, wenn die Frau für einige Wochen entlastet wird, um parallel dazu einen Lehrgang zu besuchen, der direkt zu einem sicheren Job führt. Oder die Kinder werden einige Zeit in den Obhut genommen, damit sich die Frau um sich selbst und ihre Probleme erstmal kümmern kann, um dann wieder ihr eigenes Leben in Griff zu bekommen. Auf jeden Fall gibt es zahlreiche alleinerziehende Männer und Frauen, die ihr Leben gut in Griff bekommen, obwohl der Partner nichts bezahlt. Diese kümmern sich auch erst einmal um Dinge, die zwingend wichtig sind, wie Sauberkeit, Arbeit ausführen oder so lange und intensiv Arbeit suchen, bis man eine hat, Optimierung der Geldausgaben zum Beispiel durch Wechsel eines zu preiswerteren Strom oder Gasanbieter und vieles mehr, erst danach kommen hat dann Hobbies dran wie Blog schreiben oder ähnliches. Schon ich habe damals in der Schulzeit meine Hobbys hinten anstellen müssen, um das Leistungspensum zu schaffen, dafür kann ich heute gut Arbeit und Hobbys miteinander vereinbaren und ich arbeite hart in der freien Marktwirtschaft.

    • Weißt du, was es kostet, die Kinder in Obhut zu nehmen, Paul? Da spart der Staat kein Geld. Ein Pflegekind kostet den Staat monatlich etwa 800 € (kommt aufs Alter des Kindes und das Bundesland an), und Heimunterbringung ein vielfaches. Da kommen schnell 3.000 € pro Kind im Monat zusammen.

      Es ist viel günstiger für den Staat, und für das Gemeinwesen (jetzt mal gesundheitspolitisch gedacht), eine Haushaltshilfe zu finanzieren. Als akute Hilfe und auch als Präventionsmaßnahme. Das hat nur noch keiner durchgerechnet, und es sich auch sicher nicht einfach, das in Excel-Tabellen darzustellen. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das sinnvoll wäre.

      Außerdem ist es absurd, den Alleinerziehenden, die unter systemischen Bedingungen leiden und ständig am Routieren sind, anstelle von Hilfe mit Inobhutnahme zu kommen. Das macht wirklich gar keinen Sinn und führt die Tradition der Stigmatisierung und Bevormundung Alleinerziehender aus dem Mittelalter und dem vergangenen Jahrhundert fort.

  35. Liebe Christiane, ich bin sofort bereit, meinen kleinen,
    Ausgaben für meine Miniinseln im Alleinerziehendenalltag zu reduzieren und Dir das Geld zukommen zu lassen, damit Du bitte auch weiterhin eine Putzhilfe bezahlen und diesen Blog weiter schreiben kannst (das könntest Du natürlich nicht alleine von meinen 2,50 Kaffeegeld in der Woche, aber von ein paar mehr abgesparten Kaffees schon). Ich kann so etwas nicht, was Du machst hier mit Deinem Blog, aber ich finde es so unglaublich wichtig. Ich fühle mich schon oft, nicht immer, sehr vertreten von Dir und bin so froh, dass Du uns eine Stimme gibst.

  36. Hallo Christine,
    Es gibt tatsächlich die Möglichkeit deines Scheckverfahrens.Diese Lösung nennt sich im Behördendeutsch : Persönliches Budget.
    Ziel soll es sein,dass der Leistungsempfänger ’sein’Geld so ausgibt wie er es richtig hält.
    Die Behörde kann ja manchmal die Dinge nicht so günstig einkaufen und hat auch nicht immer die Sachkenntnis.
    Ausserdem sollen die Rechte der Bürger damit gestärkt werden.
    Blöd nur,dass deine Leistungen aus verschiedenen Töpfen kommen.
    also die Kur und die Familienpflegerin von zwei verschiedenen Behörden und damit verschiedenen Töpfen bezahlt werden.
    Du siehst ,Gesetz und Realität finden nicht recht zusammen.
    Versuch dich dochmal zu diesem Persönlichen Budget beraten zu lassen. Evtl. Haben da andere Tipps zu.
    lg

    • Achwas – davon habe ich noch nie gehört, und ich bin relativ gut informiert, danke für den Hinweis! Wer berät denn da? Welches Amt?

  37. Hallo Christine, also das Persönliche Budget ist eine Leistung aus dem Sozialgesetzbuch 9, Kurz SGB IX.
    Das SGB 9 ist von der Sytematik Trägerübergreifend, sprich jede Sozialbehörde muss bei Ihren leistungen auch diese Regelungen beachten.
    Es gibt auch die Möglichkeit eines Trägerübergreifendes Budget zu machen. da ich aber weiß wie ungern Behörden zusammenarbeiten, glaube ich, ist die Möglichkeit noch nie genutzt worden.
    Also bei der Rentenversicherung (von der die Mütter-Kind-Kuren bezahlt werden) gibt es das persönliche Budget.
    Ob es die Jugendamtmitarbeiter kennen, weiß ich nicht.
    Oft können Behindertenverände da beraten- bei denen werden die Sozialassistenten gerne über das Budget bezahlt.
    Gründsätzlich würde ich die Behörde mal kurz fragen, ob es sowas schonmal bei denen gab…
    und dann mal fragen, ob man nicht auch verschiedene Leistungen zusammenfassen kann.
    Der gesetztestext ist hier https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__17.html
    Siehe Absatz 2.
    ;) Viel Erfolg!
    Ps: Mehr Info über PN , wenn du magst,

      • Habe da auch noch nie von gehört, dass dieses persönliche Budget durch andere Sozialversicherungsträgerleistungen genutzt werden kann. SGB IX und der gepostete Gesetzestext bezieht sich doch auch explizit auf „Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen“? Gerne bitte mehr Infos…!

        • Hallo, doch es ist vom Gesetzgeber so gewollt,dass alle Teilhabe-Leistungen aller vorhandenen SGB s in Form eines pers.Budgets erbracht werden können bzw müssen (Rechtsanspruch)
          Welche Leistungen als Teilhabe Leistungen gelten hängt an dem jeweiligen Leistungsbereich.es ist z.b denkbar,dass du die Leistung für eine stationäre Reha der gesetzl RV für auszählen lässt und die davon eine günstigere Kur in Polen einkäufst.
          Oder einen Zuschuss zur Teilhabe am sozialen Leben in Form von Sporttraining dir auszahlen lässt und dir einen Sportcoach oder ein E-Bike leistest.
          Trägerübergreifend ist auch explizit gewünscht vom Gesetzgeber.
          Aber das passiert in ganz Deutschland im Jahr nur ca.400 mal.
          Also,klar dass die allermeisten das nicht kennen.
          ABER:Weiterbildung ist auch für die Menschen im Amt Pflicht ;)
          Anfragen daher am besten in der Servicestelle der Sozial leistungsträger.

  38. Liebe Christine,

    ich lese dich wirklich gerne, bin auch in vielem mit dir einer Meinung, aber das jetzt hier… Also ich bin auch der Meinung, dass deine Kinder alle drei inzwischen in einem Alter sind, wo sie dir helfen können. Ich selbst bin mit 12 Jahren für meine Mutter einkaufen gegangen, habe Staub geputzt und gespült. Meine Schwester hat abgetrocknet – Spülmaschine gab es nicht. Mein Sohn hatte heute seinen ersten Ferientag. Er hat mir selbstredend beim Putzen geholfen (Bett bezogen, Putzmittel hin und her geschleppt etc.). Das war gar kein Problem. Danach bin ich als Freiberuflerin auch wieder an den Schreibtisch gegangen.
    Hättest du drei Kinder unter fünf Jahren im Haus oder ein schwer behindertes Kind (mit einem schwerst pflegebedürftigen Kind bekommt man übrigens oft gar keine Putzhilfe gestellt! Die darf Frau schön selbst bezahlen und zwar vom Pflegegeld!), könnte ich es verstehen, aber so…
    Dein jüngstes Kind ist acht Jahre alt, die anderen meines Wissen fast elf und 17. Sorry, aber zu viert dürfte es kein Problem, eine kleine Wohnung ohne Garten in Ordnung zu halten. Das geht. Bestimmt. Probier es mal.

    Viele Grüße
    Herta

  39. Der eine oder andere Kommentar ist schon so, dass einem klar wird, warum dieser Blog besser professionell gehostet wird (und nicht alle paar Tage wegen einer Hacker-Attacke offline genommen werden muss).
    Derb finde ich, wieviele Leute meinen, reinreden zu müssen oder „Ratschläge“ geben zu müssen.
    Nur nochmal zur Erinnerung: Alleinerziehende sind steuerlich schlechter gestellt aufgrund des bekloppten Ehegattensplitting.
    Ein wenig mehr Steuergerechtigkeit – und schon hätte Christine eine finanzielle Sorge weniger und die Möglichkeit, sich temporär Entlastung im Haushalt einzukaufen.

  40. Die Kommentare à la „einfach mal besser organisieren/ich hatte es viel schwerer und auch geschafft/man muss sich nur ein bisschen zusammenreißen/teil Dir doch das Geld besser ein/setz‘ die Prioritäten richtig/bitte keine „Forderungen“ stellen/Erschöpfung von Alleinerziehenden ist ein persönliches Problem“ sind nicht nur wenig zielführend, sie bringen uns vor allem als Gesellschaft nicht weiter. Wir brauchen Frauen wie Christine Finke, die an die Grenzen der Belastbarkeit und manchmal vielleicht sogar darüber hinaus gehen, die neben einem anstrengenden Alltag irgendwie die Kraft finden, um die strukturellen Fehler in diesem Land aufzuzeigen und ihnen politisches Gehör zu verschaffen. Die uns daran erinnern, dass wir eine Solidargemeinschaft sind. Eine Gemeinschaft zudem, die Kinder dringend braucht, um die vielen Sozialleistungen unserer alternden Gesellschaft in Zukunft irgendwie bezahlen zu können. Wir brauchen Politik für die Familien von heute, nicht (nur) die von gestern.
    Nur durch mutige Lobbyarbeit für Einelternfamilien wie die von Christine Finke können wir an den unleugbaren strukturellen Ungerechtigkeiten für Alleinerziehende etwas ändern. Der laute und nicht immer sachliche Gegenwind unter diesem Post beweist in erster Linie eins: Wir brauchen mehr Beispiele, Vorbilder wie sie.
    Sie müssen nicht mit ihr einer Meinung sein, aber respektvoll zuhören sollten Sie. Das ist nicht die Basis einer von demokratischen Grundsätzen getragenen Gesellschaft – Sie könnten vielleicht sogar etwas lernen.

    • Das ewige Argument: „Kinder zahlen später eines Tages in die Sozialkassen ein.“ kann ich nicht mehr hören. Wer weiß denn, ob es in 20 Jahren unser Sozialsystem überhaupt noch gibt? Den Mann verlassen zu haben, ist kein vom Schicksal über einen herein gebrochenes Unglück, sondern eine bewusst getroffene Entscheidung, die eben nun ihren Tribut fordert.
      Kinder kosten nicht nur die eigenen Eltern Geld und Mühe, sondern auch die ganze Gesellschaft und das ist richtig so. Alles kann aber die Gesellschaft den Eltern nicht abnehmen, z.B. nicht die Konsequenzen, die eine Mutter leider tragen muss, wenn sie aus freiem Entschluss ihren Mann verlässt.

      • Aber Kathrin, man verlässt einen Mann doch nicht aus einer Laune heraus. Schon gar nicht, wenn gemeinsame Kinder da sind. Da von „Tribut fordern“ zu sprechen, und zwar einem, der zu Lasten der Kinder geht, finde ich wirklich daneben.

        • „Tribut fordert“ jede Entscheidung, die man im Leben trifft: den Mann nicht verlassen zu haben, hätte einen anderen Tribut gefordert… Ich hoffe, Sie nicht verletzt zu haben mit meiner Äußerung, falls doch, bitte ich um Entschuldigung.

  41. Frau Meyer war wahrscheinlich nicht selbst in der Situation eigene Kinder zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären,weshalb Kinder die sich Ihre Eltern nicht aussuchen können, Konsequenzen zu ertragen,die die Kinder nicht auswählen konnten.
    Da zeigt sich ein antiquiertes Menschen und Familienbild.
    Indem wir die Eltern oder Alleinerziehenden unterstützen , kommt dies den Kindern zugute. Und an gesunden, psychisch stabilen Kindern hat jeder etwas.
    Den umgänglichen Nachbarn, die netten Kollegen, freundliche, respektvolle Vorgesetzte.
    Alle profitieren von einer guten Kinderstube, welche nur ohne Armut und Existenzsorgen zu schaffen ist.
    Frau Meyer, mein Beileid ,dass Ihnen da anscheinend in der Kindheit etwas fehlte.

  42. „Und an gesunden, psychisch stabilen Kindern hat jeder etwas.“ Unbedingt!
    „(…)mein Beileid ,dass Ihnen da anscheinend in der Kindheit etwas fehlte.“ Lieb gemeint aber gar nicht nötig; in wohl jeder Kindheit fehlte irgend etwas, weil Eltern ihren Kindern nicht „alles“ geben können, so wie auch die Gesellschaft Eltern und Kindern nicht „alles“ geben kann… Und dennoch ist es notwendig, dass alle: Eltern und die Allgemeinheit (der Eltern ja ebenfalls angehören) ihr Mögliches zur Unterstützung der Familien tun.

    • P.S.: Meiner hohen Wertschätzung der Familie liegt tatsächlich ein „antiquiertes Menschen- und Familienbild“ zugrunde, das haben Sie zutreffend erkannt.

  43. Frau Meyer, ich freue mich, dass Sie sich melden und nun nochmal Ihren Kommentar überdenken. Kinder aber nur etwas zuzugestehen,weil diese irgendwann mal Beiträge in die Steuer- oder Rentenkassen zahlen, zeigt deutlich aus welcher Leistungsabteilung Sie stammen.Auch wenn aus diesen Kindern mal Künstler oder Blogger ohne wirtschaftlich messbares Ergebnis werden, ist ein gesellschaftlicher Wert entstanden.
    Sicher, mangelfreies Kinderleben muss nicht das Ziel sein.
    Aber welchen Mangel die Kinder erleben sollten, muss in derWahlfreiheit der Eltern liegen ( z.b.Fernsehen oder Süssigkeiten oder so)
    Einen Mangel in den Grundbedürfnissen z.b Zuwendung,Teilhabe an sozialen Leben,Essen,Bildung sollte nicht toleriert bzw.von Ihnen als sinnvoller Tribut dargestellt werden.

  44. Wahnsinn, was hier wieder für eine bunte Vielfalt an Kommentaren geschrieben wurden.

    Ich jedenfalls kann Dich total verstehen. Unsere Bude ist ebenfalls die reinste Räuberhöhle – denn oft sind wir (meine 3 Kinder und ich) einfach nur noch platt nach einem 8Std Arbeitstag. Den haben ja übrigens auch dir Kinder inzwischen.
    Was dazu kommt- wir hatten nach der Trennung solche schlimmen Nachwehen, so dass ich den Bedarf an richtig heftigen Auseinandersetzungen mit den Kindern echt gedeckt habe. Für eine blitzblanke dauerordentliche Bude werde ich unseren hart erkämpften humorvollen Umgang miteinander NIEMALS aufgeben. Es gibt echt Wichtigeres im Leben. Das zum Thema „Kinder mehr einspannen“
    Hat jemand mal 3 Kinder dauerhaft zum Mithelfen angetrieben ohne dass der Haussegen jeden Tag schief hängt? ?? Oh und wir haben schon zig Familien Sitzungen, Pläne und Ideen durch. Es klappt einfach nicht. Wir hassen starre Regeln. Wir finden es schöner nach einem anstrengenden Tag zusammen auf dem Sofa zu kuscheln, Eis zu essen und dabei Trash im TV zu sehen, und dabei zu sagen “ Okay, aber MORGEN spülen wir!“
    Und dann geht es auch. Ich kann einfach keine Kriege und Dramen wegen so etwas wie Haushalt ertragen. Es ist nicht mein Lebensinhalt.
    Das Gute ist, wenn ich meinen Kindern dann sage, hey bring mal bitte eben den Müll runter, dann tun sie es.
    Das beste Mittel ist, Besuch einzuladen ;)
    Dann räumt der 14 jährige innerhalb von 15 Min sein Chaos auf, hihihi.
    Mich nervt Haushalt. Bei uns isset unordentlich, staubig, Wäscheberge türmen sich. So what. Irgendwann wird es auch wieder besser.
    Wenn ich mal wieder zu Geld komme, leiste ich mir als erstes eine Haushaltsperle. Hust,lach. Wennn….

    Christine, ich bin sehr froh über Deine TextE hier.
    Danke für Dein Engagement.

    Liebe Grüße, Eva

  45. Hallo Eva, das ist alles völlig o.k., was du schreibst. Ich glaube, niemand putzt gerne (bis auf meine Mutter! Ja, die putzt wirklich gerne, hat es auch professionell gelernt und damit Geld verdient). Wir haben alle „Besseres“ zu tun: Berufstätigkeit, Freizeit etc. Ja, auch meine Kinder putzen nicht sonderlich gerne, ich auch nicht. Und ja, ich habe eine Putzfrau zur Entlastung. Aber die bezahle ich halt selbst und bürde deren Kosten nicht der Allgemeinheit auf. Es mag Gründe geben, um eine Putzfrau „vom Amt“ oder einem sonstigen „Sozialtopf“ finanziert zu bekommen: Zum Beispiel, wenn sich die Mutter von drei kleinen Kindern das Bein gebrochen hat und niemanden hat, der mal durchsaugen kann. Ich gönne sie auch armen Rentnern, die sich nicht mehr selbst helfen können oder behinderten Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht selbst das Putztuch in die Hand nehmen können. Ich beteilige mich gerne an den Kosten. Habe auch schon mal gratis für eine kranke Freundin geputzt, die wegen einer schweren Grippe völlig auf Eis gelegt war. Wie gesagt: Gründe gibt es genügend, um eine Putzfrau finanziert zu bekommen. Bei dir und deinen schon recht großen Kindern, Christine, sehe ich jetzt eher eine gewisse Unlust am Putzen (die sei dir gegönnt!) als Grund für eine Putzfrau. Auch das wäre völlig o.k., wenn du sie selbst finanzieren würdest. Und da bin ich dann ganz bei Gina und Nina, die zu Recht fragen: „Wem geht es wann so schlecht, dass die Solidargemeinschaft einspringen muss? Wenn der professionell gewartete Blog und die Freizeit der fast volljährigen Tochter in die Waagschale geworfen werden, ist die in einigen Kommentaren hervorgebrachte Kritik sehr nachvollziehbar.“ oder „Natürlich darf es Ihnen gut tun, und es darf aus meiner Sicht sogar ein wenig zu Lasten der Kinder gehen, die können – natürlich in angemessenem Rahmen – auch ab und zu zum Wohle der Mutter zurückstecken. Was mir nicht gefällt sind die wiederholten Forderungen, die Allgemeinheit solle für aus Zeit- und Erschöpfungsgründen entstandene Defizite verschiedener Art finanziell in die Bresche springen.“ Ja, das sehe ich auch so.

    • Und wenn es noch anders wäre, Herta? Wenn es einfach nicht zu schaffen ist, selbstständig zu sein, 3 Kinder zu versorgen, und neben Geld verdienen, Haushalt und Kindern das Putzen einfach zu kurz kommt, weil frau einen gewissen Ausgleich braucht, um intellektuell nicht zu versauern (Blog)? Ich würde wahnsinnig werden, wäre ich nur Hausfrau und Mutter. Das kann und will ich nicht, wollte ich nie. Und nein, ein Volkshochschulkurs wäre keine Alternative.

      Dass der Blog so groß und bekannt geworden ist, ist nun tatsächlich ein gewisses Handicap – weil er auch des Themas wegen von Hatern und Hackern sehr angegriffen wird. Wäre es ein Blog über Blumen und Nähen, dann bräuchte ich auch keinen Systemadmin. Aber es ist eben ein gesellschaftliches Anliegen, das ich habe. Und das mir wichtig ist.

  46. Das ist Punkt für Punkt gut nachzuvollziehen und absolut verständlich. Nur ist es keine Staatsaufgabe, die Bevölkerung vor dem Versauern zu bewahren, sonst müsste er in der Tat den Besuch von Volkshochschulkurse finanzieren.
    P.S.: hier geht es jetzt auch nicht mehr um die Familienhilfe, die Dir ja ärztlich für begrenzte Zeit und sicher gut begründet verschrieben wurde.

    • Wow – nein, das wusste ich nicht! Fast könnte man ja sagen „Great minds think alike“, wenn es nicht so arrogant wäre. Danke für den Link!

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