Am Zeitschriftenregal vorbeigehen? Unmöglich!

Hach, wie hübsch – gestern, bei Edeka,sprang mir die neue Zeitschrift „SEASON“ von Gruner und Jahr sozusagen in den Einkaufswagen. Liegt gut in der Hand, und verspricht mir, „Alles, was Sie in den nächsten zwei Monaten brauchen“ für 2 €. Wer kann dazu schon nein sagen?

Ich habe einen kleinen Zeitschriftenfimmel. Neben der Konstante, dass ich alle paar Jahre gerne die Wohnung und manchmal auch die Stadt wechsele, verbindet mich eine tiefe Zuneigung mit dem Zeitschriftenregal. Schon als Schulkind gab ich fast mein gesamtes Taschengeld für Hefte wie „Mädchen“, „Popcorn“ oder Pferdezeitschriften aus. Wenn nur ein Viertel der Deutschen so viele Zeitschriften kaufen würde wie ich, dann ginge es der Print-Industrie wesentlich besser!

Besonders magisch ziehen mich Erstausgaben an. Wer mir auf twitter folgt, weiß, dass ich gerne Fleisch zubereite und esse, und so habe ich ganz folgerichtig die Erstausgabe von „BEEF!“ im Keller liegen. Das Magazin proklamiert zwar, „Für Männer mit Geschmack“ gedacht zu sein, aber das hat mich nicht vom Kauf abgehalten.

Es gibt so viele wunderbare Zeitschriften – ich hätte am liebsten ein Abo von 10 Magazinen (neben der obligaten „Bravo“, die die Tochter bezieht, der täglichen „Die Welt“, und der „Hörzu“ fürs Fernsehen). Und rein rechnerisch würde ich mit einem Abo wohl auch besser fahren, denn weil ein Abo-Kunde für den Verlag wertvoller ist als ein Laufkunde (wegen der Anzeigenpreise), gibt’s oft sehr attraktive Prämien beim Abschluss eines Vertrags. Und ich kaufe sowieso jede Ausgabe von „Brigitte Woman“ und der „Freundin Donna“, die beide zu meinen Lieblingsmagazinen gehören.

Mir kommt gelegentlich auch die „Emma“ ins Haus (leider sehr teuer, mit 12 €), selbstredend habe ich fast jede Ausgabe von „Eltern“ der letzten 11 Jahre verschlungen, und lese noch immer gerne „Baby&Co“, obwohl meine Kinder aus dem Säuglingsalter nun wirklich schon lange raus sind. Später trat „Nido“ in mein Leben, an dessen Erstausgabe ich natürlich ebensowenig vorbeikam wie an „Mum“. Und dann kam letzten Herbst noch die „Brigitte Mom“ dazu, von der es im Mai eine zweite Ausgabe geben soll, auf die ich sehr gespannt bin. Von Anfang an habe ich auch das einzige Magazin „Für berufstätige Mütter und Väter“, das „Lob“, verfolgt. Allesamt klasse Lektüre, die ich sehr empfehlen kann!

Das immer noch faszinierend tiefgründige und unterhaltsame „brand eins“ las ich schon, als es noch ganz neu auf dem Markt war, es muss so um 2001 in Hamburg gewesen sein, dass ich die erste Ausgabe in die Hände bekam und mich festlas. Ach, und wer erinnert sich noch an das Internetmagazin „Gold.de“? Gar keine schlechte Idee, allerdings fiel es der Internetblase von 2001 zum Opfer…

Was „SEASON“ nun probiert, ist im Prinzip eine Weiterentwicklung von „Gold.de“ – die neue und gute Idee daran ist, dass sämtliche im Heft vorgestellten Trendaccessoirs (Mode, Wohnen, Schönheit, Gesundheit, Reise) direkt per Eingabe der Seitenzahl, nehmen wir als Beispiel mal die Seite 14, nach der URL „www.season.de/14“ angeklickt werden können. Und dort gibt’s einen Link zum Händler, denn „SEASON“ verkauft nicht selbst, sondern hat offensichtlich kluge Kooperationen geschlossen. Teilweise werden sehr ähnliche Modelle von anderen Firmen verlinkt, weil der im Heft gezeigte Artikel online nicht lieferbar ist, was ich absolut in Ordnung finde. Und nicht nur in Ordnung, sondern großartig und wegweisend für die Zukunft ist das Redaktionskonzept: Die Chefredakteurin Bettina Wündrich schreibt im Editorial, dass sie Neues ausprobieren, und die Konferenzen und Anwesenheitszeiten auf vormittags begrenzt haben. Nachmittags wird telefoniert und vom Home Office aus gearbeitet. Schon alleine deswegen wünsche ich diesem Heft ein sehr langes Leben und ganz viel Erfolg!

Die Qualität der Texte im neuen SEASON ist übrigens bemerkenswert gut, es waren auf Anhieb drei längere Artikel dabei, die mich sowohl stilistisch als auch vom Ansatz her überzeugt haben: ein Text übers Fasten (langweilt mich sonst, das zu lesen), einer über Zufriedenheit im Alltag, und dazu noch eine Strecke über Väter und Elternzeit. Alles in allem unterhaltsam, nicht platt, bunt und prall wie das Leben! ;)

Vielleicht wundert Ihr euch gerade, dass eine Bloggerin und Internet-Redakteurin so viel Papier lesenderweise verbraucht. Mein Herz gehört tatsächlich beiden Medien – jegliches zu seiner Zeit. Auf dem Sofa und im Bett eine Mußestunde mit einer Zeitschrift zu genießen, ist für mich Luxus und Glück. Da kann mir kein Kindle und kein Internetauftritt mithalten.

P.S: Ihr braucht nicht zu glauben, dass die oben genannten Magazine eine vollständigen Einblick in meinen Zeitschriftenkonsum geben :). Ich lese und kaufe auch manchmal „Familie & Co“, die „Bunte“, „emotion“, habe das erste Heft von „couch“ durchblättert und viele mehr!

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Tina
Gast
Tina

Wo zum Henker nimmst du Zeit dafür her, so viel zu lesen und dann auch noch fernzusehen?
Ich bin ganz glücklich wenn ich mein welt der wunder, NEON und vielleicht noch das ein oder andere Buch lese. Fernsehen fällt aus.

Also bin ich wahrscheinlich doch mehr online als alles andere.
Trotzdem: das Zeitschriftenregal ist auch mein Altar… wobei, eigentlich alles, was geschriebene Worte enthält. Und wenns die Zusammensetzung von Waschpulver oder Ketchup ist. Lesen, ist mein Leben.

hostmami
Gast
hostmami

Mist, lauter Zeitschriftenideen…. Und ich hatte mir doch gerade vorgenommen meinen Haushalt zu konsolidieren. …

Nadine aka Buntraum
Gast
Nadine aka Buntraum

Fehlt nur noch „Mit Kindern wachsen“ – kann ich wärmstens empfehlen vor allem für kleine und große Kinder! Ansonsten habe ich eine ähnliche Meise, also ich liebe Zeitschriften, aber ich habe es mittlerweile geschafft, mich vom Kaufen erfolgreich abzuhalten. Verträgt sich einfach nicht mit meinem nachhaltigen Geist und zum Lesen komm ich sowieso nicht mehr. Ich geh deshalb in kein Zeitschriftengeschäft mehr hinein, selbst die Buchläden meide ich mittlerweile und finde es unglaublich schade, so dermaßen „draußen“ zu sein. Aber die Zeit…die Zeit. Ach ja „Die Zeit“ lesen wir nämlich auch noch… und für so ein Zeitabo sollt’s ein Zeitabo… Weiterlesen »

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