12 Gründe, warum Putzen keine gute Idee ist

Fürs Prokastinieren bin ich nicht bekannt, im Gegenteil. Es ist eine Marotte von mir, mit allem, was ich anfange, zu früh fertig zu sein.

Die Magister- und die Doktorarbeit habe ich Wochen vor der Deadline abgegeben, zu Verabredungen komme ich notorisch überpünktlich, und lästige Dinge wie die Steuererklärung, Überweisungen und alle möglichen Anträge mit Formularen habe stets zeitig parat.

Nur das mit dem Putzen klappt irgendwie nicht. Staubsaugen ist ja schon doof (laut, heiß, blödes Kabel im Weg), das Bad sauber halten funktioniert halbwegs, Geschirrspülmaschine ausräumen und Wäsche aufhängen mache ich sogar gern. Bügeln fällt aus wegen „Ist nicht“ und Aufräumen sowie Lebensmitteleinkauf betrachte ich als Hobby bzw. Vergnügen.

© vvoe - Fotolia.com
© vvoe – Fotolia.com

Ich sollte jedoch dringend mal wieder den Boden putzen. Die Kinder machen mich darauf aufmerksam, dass es krümelig sei, wenn sie barfuß in der Wohnung laufen. Und ich sehe auf dem holzgemaserten Linoleum, mit dem unsere Bleibe ausgelegt ist, dass bloßes Staubsaugen hier nicht mehr hilft. Aber ich mag nicht. Dabei dauert das doch nur zwei Stunden! Unter uns: ich bin Meisterin darin, Gründe zu finden, nicht zu putzen.

Meine beliebtesten 12 Gründe, warum Putzen keine gute Idee ist:

  1. Das lohnt doch jetzt gar nicht, weil bald wieder eines meiner Kinder oder ich selbst Geburtstag habe (Januar, März, Juni, September).
  2. S.o., weil bald Weihnachten/Silvester/Fasnacht/Ostern/Halloween ist und hier sowieso alles vollgekrümelt wird (deckt die Monate Dezember, Februar, April, Oktober ab) .
  3. Vor dem Wochenende macht Putzen auch nicht wirklich Sinn, es bleibt ja keine 10 Minuten sauber.
  4. In den Ferien kann ich gar nicht putzen, denn die Kinder müssen dafür aus dem Haus sein. Sonst stehen die im Weg rum und machen überall Tapser (speziell im Juli und August).
  5. Der Mann zum Ablesen des Strom- und Wasserverbrauchs hat sich angekündigt. Und der zieht die Schuhe nicht aus. Es wäre blöd, vorher zu putzen.
  6. Das Wetter ist viel zu schön, um die Zeit mit Putzen zu verschwenden!
  7. Ich habe zu arbeiten. Ganz wichtige Aufträge im Home Office warten.
  8. Die Freundin, die ich zu selten sehe, fragt, ob wir mal wieder Kaffee trinken wollen. Das ist natürlich viel wichtiger als Putzen. Man muss auch Prioritäten setzen.
  9. Sport oder Putzen? Keine Frage, es ist viel besser für alle, wenn ich schwimmen gehe und für meinen Körper und meine Seele etwas tue.
  10. Ein bisschen Staub und Schmutz ist ja auch gesund. Sagen doch all diese Studien, dass zu viel Sauberkeit nicht gut fürs Immunsystem der Kinder ist?
  11. Putzen macht asozial. Ist es erst einmal sauber, mag ich eigentlich gar keinen mehr in die Wohnung lassen. Weder Kinder, seien es eigene oder fremde, noch Freunde.
  12. Wenn ich sterbe. werde ich bestimmt nicht denken, „Hätte ich doch mehr geputzt.“ Das ist DAS Totschlagargument. :)
© VRD - Fotolia.com
© VRD – Fotolia.com

12
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
6 Kommentar Themen
6 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
7 Kommentatoren
beritChristine FinkeFrau KreisMarcoSusanne Letzte Kommentartoren
neueste älteste meiste Bewertungen
Tina
Gast
Tina

Lass`mich raten: dieser Post entstand aus der Not heraus, gleich Putzen zu müssen, oder? :-)

LG, Tina

Katharina
Gast
Katharina

@Tina: Oder als Grund, um nicht zu putzen? @Christine: Wir haben – aus Notwehr heraus! – den „Putzmontag“ erfunden. Langer hat Spätdienst und fängt erst um 1300 an, also stehen wir früh auf und bringen gemeinsam die Hütte auf Vordermann. Realistischerweise schaut das dann so aus, dass die beiden XY das Kinderzimmer aufräumen und ich räume Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Dreckschleuse auf, wasche ab, lege Wäsche zusammen, wasche noch eine Maschine oder zwei, putze das Bad, sauge Staub, nehme alle Böden und das Treppenhaus feucht auf und koche danach für die gesamte Familie. Tönt doch nach einer fairen Arbeitsteilung und… Weiterlesen »

Susanne
Gast
Susanne

Noch n Grund, den ich sehr ernst nehme:
„Wer viel putzt, viel die Umwelt verschmutzt.“
;-)

Marco
Gast
Marco

Ich sag einfach mal wie es ist. Ich putze eigentlich ganz gerne. Das verschafft mir irgendwie mentalen Frieden. Und der Zugewinn an Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden ist einfach wunderbar. Was ich aber nicht mag, Sachen beim Putzen zur Seite räumen. Voll nervig! Deswegen versuche ich immer, alles so zu strukturieren, dass man nichts umstellen muss. Trotzdem muss Putzen zwangsweise auch mal wegen anderen wichtigeren Dinge prokastiniert werden. Und dann macht es keinen Spass mehr. Wenn Druck und Zeitnot entsteht. Die Nummer 12 hat mich trotzdem zum Nachdenken gebracht. Danke Christine. :-)

Frau Kreis
Gast
Frau Kreis

Das letzte Argument ist auch mein liebstes. Gerade argumentiere ich mit „Es hat geschneit, und die Kinder trampeln eh alle fünf Minuten mit nassen Stiefeln wieder in den Flur!“ Sehr schön ist es auch, wenn das entsprechende Putzmittel ausgegangen ist und der örtliche Supermarkt es nicht führt (und ich natürlich nicht das umweltfeindliche Zeugs dort kaufen will …) Ähm ja …

berit
Gast
berit

Finde putzen auch hochbefriedigend. Wobei ich bügeln nicht dazu zähle, da macht man ja schließlich nichts sauber. Und Staub wischen auch nicht, weil weil weil…. na deshalb halt :D Aber als Ausgleich zur geistigen Arbeit im Studium und später im Job, finde ich es gut, das ich danach wenigstens ein Ergebnis sehe :D