Blogparade Something old, something new…

Besitze ich eigentlich noch Geschirr aus der Zeit vor der Ehe? Und seit wann steht der Tripp Trapp im Wohnzimmer? Darüber dachte ich nach, als ich kurz dem Wunschtraum nachhing, mir ein komplettes Besteckservice zu kaufen, anstatt weiterhin in der Besteckschublade ein Sammelsurium von diversen Marken zu versammeln, was stets mit erheblicher Kramerei verbunden ist, wenn ich zwei zueinander passende Besteckteile finden möchte.

Und so sah ich meine Wohnung und ihren Inhalt kurz mit ganz anderen Augen. Was ist alt, was ist neu? Ist alles gut so, wie es ist, oder sollte ich manches mal überdenken?

Ich gehe mal Zimmer für Zimmer durch und schaue, welcher Gegenstand dort der älteste und welcher der jüngste ist (nicht im Sinne von antik versus neuwertig, sondern am längsten versus kürzesten in meinem Besitz, Bücher und Pflanzen ausgenommen). Die Kinderzimmer und das Bad lasse ich aus, da steht zu viel Krimskrams drin. Kommt Ihr mit?

besteckschublade 800

leuchte coppa 800

Wohnzimmer

Ältester Gegenstand

Der Tripp Trapp, Anno 2001 gekauft. Drei Kinder haben drin gesessen und gegessen, und irgendwie steht er immer noch da. Weil die Kinder gerne darauf sitzen.

Nee, halt, es ist die italienische Pendel-Deckenleute „Coppa“. Die ist schon 6 Mal mit mir umgezogen, und ich habe sie mit dem Ex-Mann zusammen auf dem Ku-Damm gekauft, noch zu DM-Zeiten, es muss 1999 gewesen sein, für damals unglaublich teure 3.000 DM. Jeder von uns hat die Hälfte bezahlt, das war unsere erste gemeinsame Anschaffung, noch bevor wir die gemeinsame Wohnung bezogen. Sie leuchtet mit 2 x 500 Watt und ist dämmbar. Wirklich ein gutes Stück. Und so hell!

Pendelleuchte Coppa, das schwarze Dings an der Decke ist der Dimmer.
Pendelleuchte Coppa in ganzer Schönheit, das schwarze Dings an der Decke ist der Dimmer.

Jüngster Gegenstand

Meine To do Tafel aus Schiefer, 90×60 cm groß (Herbst 2014), auf der ich meine Deadlines und wichtige Termine notiere, damit ich sie immer im Blick habe.

Wobei – wenn ich ganz genau bin, ist es die kleine Briefwaage, die rechts unter der Schiefertafel pendelt. Die habe ich von meiner Mutter zu Weihnachten bekommen. Meine Eltern haben exakt die gleiche, ich finde sie unheimlich praktisch!

Schiefertafel 90x60
Schiefertafel 90×60 und kleine Briefwaage

Schlafzimmer

Ältester Gegenstand

Das ist einfach: mein Rifle Jeanshemd mit den Perlmuttknöpfen! Ich hab’s mit Angestelltenrabatt gekauft, als ich im Januar/Februar 1986 Vollzeit in einer Boutique in der Freiburger Innenstadt arbeitete (schweinekalter Winter, ich erinnere mich genau, weil wir die Glasfront stets offen hatten und ich sehr viel Schnee schippen musste). Ich hab’s für 60 DM erstanden, kosten hätte es 100 sollen. Das ist so eine solide Qualität, das Hemd ist echtes Vintage.

jeanshemd 800

Jüngster Gegenstand

Ein schwingender Glockenrock in knallrot einer Karstadt-Eigenmarke, den ich mir im Dezember vom bei „Frau Mutter“ gewonnenen 100 €-Gutschein gekauft habe. Dazu habe ich noch eine rote Strickjacke (ebenfalls Eigenmarke) erstanden, beides war reduziert – auf dem Gutschein sind noch 20 € fürs nächste Schnäppchen. ;)

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Flur

Ältester Gegenstand

Kunstwerke aus Kenia an der Wand. Mein zweites Au-Pair (von insgesamt 3en), Caroline aus Nairobi, hat sie mir mitgebracht, als sie im September 2009 zu uns kam. Darauf zu sehen sind Massai, ein Stamm in Kenia, der unheimlich lang und dünn ist, während die meisten Kenianer anderer Stämme eher klein und drahtig sind.

Jüngster Gegenstand

Die praktische Handtasche, die meine Mutter mir zu Weihnachten geschenkt hat. Genau die Gleiche besitze ich schon in einer Nummer kleiner, und das auch schon in der zweiten Ausführung. Bei Handtaschen bin ich altmodisch: sie müssen klassisch sein und von hoher Qualität. Ich kaufe lieber keine Handtasche als minderwertigen Ramsch. Und nix mit Schnallen, Riemchen, Gebamsel.

Küche

Ältester Gegenstand

Mein Holzbrett aus Olivenbaum von Nonno Mazzantini aus der Toskana. Das habe ich noch als junge Studentin, so um 1987 herum, von meiner ehemaligen Austauschfamilie mitgebracht. Die Mazzantinis waren so etwas wie meine Wahlverwandtschaft in Italien, ich habe viele Monate bei ihnen verbracht. Mitten in den familieneigenen Weinbergen, Olivenbäumen, zwischen Pisa und Florenz. Der Olivenbaum ist bis heute mein Lieblingsbaum. Und irgendwann werde ich auch mein einst flüssiges Italienisch wieder entrosten. Bis dahin nehme ich das Brettchen für meine Brote und denke an das gute Essen und das wunderbare Klima in der Nähe von Vinci.

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Jüngster Gegenstand

Okay, jetzt wird es peinlich. Das muss das Küchenradio von Aldi sein. Ich hab’s vor etwa 1 Jahr gekauft, weil ich keine Musikanlage habe, kein Radio, gar nix, hier ist immer Stille (bis auf Kindergeräusche). Und ich dachte, man müsse doch mal Radio hören, am Leben teilhaben, über neue Titel Bescheid wissen, und überhaupt ist es normal, ein Küchenradio zu haben. Nun – ich hab’s mal programmiert, dann zog ein Kind den Stecker, um den Toaster zu benutzen, und weg waren die Programme. Seitdem staubt das Radio auf dem Fenstersims ein. Könnte ich eigentlich verschenken.

Nee, halt. Im November habe ich mir selbst als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk zwei neue Pfannen gekauft, und zwar aus reinem Edelstahl. Die alten verloren ihren Teflonboden und waren quasi unbenutzbar. Ein Wink des Schicksals. Und dann stand ich eines Tages diesen reduzierten Pfannen gegenüber, die „Nimm mich mit!“ riefen. Wer braucht schon Weihnachtsgeschenke?

edelstahl pfannen

Balkon

Ältester Gegenstand

leuchtwürfel im gartenDie beiden Leuchtwürfel, keine Frage. Sie standen schon auf dem Balkon der Maisonette-Wohnung in der Konstanzer Altstadt, danach auf der Terrasse des großen Hauses, in dem wir wohnten. Und nun seit knapp 3 Jahren auf meinem Balkon. Gekauft vor etwa 12 Jahren, und nach einer Reparatur der Zuleitungen vor 3 Jahren wieder wie neu. Ganz tolle Teile, die geben ein wunderschönes Licht, sommers wie winters, und sind wetterfest. Waren aber auch teuer. So ein Dings kostet etwa 200 €. Eines.

Jüngster Gegenstand

Der wiegt am schwersten: es ist der Fuß des Sonnenschirmständers, auch schon 2,5 Jahre alt. Mir war nie klar, wie schwer so ein Teil ist. Bis ich als Frau ohne Mann erstmalig im Baumarkt einen Sonnenschirmfuß kaufen wollte und die Wahl hatte zwischen hässlichen Plastikdingern, die man mit Wasser füllen soll, riesigen intransportablen Betonplatten und dem 30-kg-Modell, das ich nun auf dem Balkon habe. Der ist so unspektakulär, dass ich darauf verzichte, ihn hier zu zeigen.

leuchtwurfel 800

Something borrowed habe ich nicht finden können. Es heißt ja: „Something old, something new, something borrowed, something blue….“, aber Blaues gibt es: den Ikea Kindertisch auf dem Balkon.

Und einen blauen Hocker aus Holz, den ich noch als Studentin etwa 1995 in Berlin in der Nähe der Hackeschen Märkte kaufte, bevor es da so hip und teuer wurde. Das ist dann wohl mein ältester Besitz. Etwas Altes und Blaues.

blauer hockerSo, und nun Ihr? Mir hat’s Spaß gemacht, über die Dinge in meiner Wohnung nachzudenken. Zeigt Ihr mir eure ältesten und neuesten Schätze?

Deadline gibt es keine. Ich verlinke eure Beiträge gerne hier unter dem Artikel. Schreibt mir einen Kommentar, eine Mail, oder verlinkt einfach hierher, dann bekomme ich einen Pingpack und sehe euren Text. Ich bin gespannt!

 

Teilnehmer:

Beitrag bei Elternhandbuch vom 05.02.2015

Beitrag von 40something Blogazine, Autorin Silke R. Plagge vom 01.04.2015

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Anke
Gast
Anke

Im Wohnzimmer sitze ich auf meinem uralten Schlafsofa. Das stand Ende der 90er in meinem Jugendzimmer, dann in meiner ersten Studentenbude, dann in unserer ersten gemeinsamen Wohnung, dann in der nächsten Wohnung und nun im eigenen Haus. Dank Federkern ist es aber immer noch knackig!
Noch älter ist mein Schreibtisch, der den gleichen Weg mit mir gegangen ist. Den hab ich schon seit Ende der 80er.
Danke für deine Einblicke!

ehrlichgesagt
Gast
ehrlichgesagt

Ich vermisse ein Foto von der Handtasche… ;-)

Anja
Gast
Anja

Schöne Dinge – schöne Wohnung! Im Zuge meiner Trennung habe ich gerade ganz viel Altes aussortiert und gemäß einem Neustart abgeändert und umgestaltet. Das Neuester in meiner Wohnung ist im Moment mein weißer Schubladenschrank im Arbeitszimmer, diesen Status wird er aber bald verlieren gegen einen coole Sessel, den ich mir vor kurzem in einem unvernünftigen Anfall von Spontaneität für mein Wohnzimmer gekauft habe. Mein ältestes Möbelstück ist mein weißes Klavier! Früher habe ich immer bedauert, dass es weiß ist. Ich hätte ein schwarzes Klavier bevorzugt. Heute, wo Weiß meine Lieblingsfarbe für Möbel ist – in friedlicher Koexistenz mit Holz -,… Weiterlesen »

Anja
Gast
Anja

Die Stühle haben vor 25 Jahren natürlich 10 DM gekostet! :-)

Judith
Gast
Judith

Bleibt nur noch die Frage: hast du eigentlich extra für die Fotos aufgeräumt? Bei meinen Bildern sieht man im Hintergrund IMMER irgendwas rumstehen *g*

Lisa
Gast
Lisa

Wow, da kommt man wirklich ins grübeln. ;)
Ich bin mal im Geiste durch die Wohnung gestreift und:
Das älteste was sich in unserer Wohnung befindet ist eine Ikea-Schubladenkomode, die ich noch in meiner ersten eigenen Wohnung kaufen musste, weil es beim Umstellen der Möbel meinen Kleiderschrank zerlegt hatte. :D
Das neueste Teil hier ist eher schwierig zu finden…hmm…ich glaube, das ist der Looper, den mein Mann vorgestern für seine E-Gitarre gekauft hat (irgend so ein kompliziertes, elektronisches Extra-Dings).

Das mit den Bratpfannen kenne ich übrigens auch! XD
Bei mir werden es aber wohl Kochtöpfe als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. ^^

Patricia
Gast
Patricia

Das find ich eine schöne Blog-Parade, leider fehlt mir gerade die Zeit einen Post zu schreiben… Gedanken habe ich mir trotzdem gemacht: Das älteste Möbelstück in unserem Zuhause ist wahrscheinlich die (Wickel-)Kommode, die bei unserer Tochter im Zimmer steht. Als ich schwanger wurde wollte ich unbedingt eine schöne alte Kommode als Wickeltisch, habe dann eine im Brockenhaus (Second Hand) gefunden. Das Teil war recht günstig, ich wollte sie aber weiss streichen und dazu musste sie vom Schreiner behandelt werden (die Farbe war zu stark um abgeschliffen zu werden), alles in allem wurde es dann doch recht teuer. Aber sie ist… Weiterlesen »

rrho
Gast
rrho

Die Briefwaage haben wir auch – ein Meisterwerk an einfacher, reduzierter Funktionalität – so klein, und sieht auch noch gut aus. Und man kann sie zum Anlass nehmen, mit den Kindern über Physik zu sprechen. ;-)

Martin
Gast
Martin

Hallo Christine,

ich hab mir erlaubt deine Blogparade in unsere Übersicht der aktuellen Blogparaden auf http://www.blogstareltern.de/elternblogparaden-im-januar-15-bis-februar-15/ mit aufzuführen.

ciao
Martin

berit
Gast
berit

Jetzt überleg ich auch. Das älteste Stück, im Sinne von am längsten in unserem Besitz… sicher eines der Bücher, die hier rumstehen, ansonsten würde ich auf die Shisha tippen,die ich mir im Grundstudium zugelegt habe.

Ewel
Gast
Ewel

Als Kunsthistorikerin werde ich etwas neugierig: du hast schöne Landschaftsbilder (Bäume und Baumallee) und ein Stillleben an deinen Wänden hängen. Sind es Originale? Sie kommen in deiner schlichten Wohnung gut zur Geltung!
Ich hätte nur das Stillleben etwas niedriger gehängt passend zu der Schiefertafel. Nimm es mir bitte nicht übel, wo würde das hinführen, wenn jeder sich in deine Deko einmischen würde ;)

Nicole
Gast
Nicole

Liebe Christine, wunderbare Idee für einen Beitrag und eine Blogparage. Deine Besteck-Kiste hat mich sozusagen zu einer Re-Strukturierung meiner Küche inspiriert. Na, so ähnlich jedenfalls :) Liebe Grüße aus dem Norden und hier mein Beitrag: http://nicmag.de/?p=3865

Das Elternhandbuch
Gast
Das Elternhandbuch

Hi Christine,
Danke für die nette Idee :-)
Hier unser Beitrag: http://das-elternhandbuch.de/2015/02/05/lego-chaos-und-antike-kunstwerke/

Viele Grüße
das Team vom Elternhandbuch

PollyEsther
Gast
PollyEsther

Ich finde den Wohnzimmertisch wirklich hübsch!

Delilah
Gast
Delilah

Ältester und neuester Gegenstand in einem: Mein Schreibtisch, stand seit 1952 im Büro meiner Großmutter. Letztes Jahr ist sie gestorben und ich habe ihn übernommen, einerseits aus Erinnerungsgründen (als Kind dran gespielt), andererseits weil er wunderschön ist.

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Alte Küche, dezent umgemöbelt

[…] trifft es sich grad ganz passend, dass Christine Finke auf ihrem Blog mama-arbeitet.de, eine Blogparade ins Leben gerufen hat, die das Miteinander von neuen und alten Gegenständen oder Möbeln zum Thema […]