Jahresvorschau 2016 – anstatt eines Rückblicks

Ich hab’s ja nicht so mit den Jahresrückblicken. Es kommt mir oft genug so vor, als zöge ich meine Vergangenheit wie Ballast hinter mir her. Sie ist sowieso bei mir. Also schaue ich in diesem Jahr, wie ich es auch schon im Dezember 2012 tat, nach vorne. Was wird im Jahr 2016 passieren? Was wünsche ich mir, was nehme ich mir vor?

Sex und Liebe

Ende Dezember 2012 wünschte ich mir hier im Blog „körperlicher zu werden“ und weniger funktionieren zu müssen für das Jahr 2013. Das hat auch 2014 noch nicht geklappt, konnte ich aber in 2015 mit Karacho und völlig ungeplant umsetzen. Wobei ich natürlich immer noch funktionieren muss. Und von der Körperlichkeit habe ich auch erstmal die Schnauze voll, zu weh tut es, wenn sie plötzlich wegbricht, weil der Mensch, an den man sich gebunden fühlte, sagt, er müsse sich leider zurückziehen. Nee, das will ich so schnell nicht wieder haben. Eigentlich gar nicht.

Fernglas
Antranias Pixabay.com

In 2016 werde ich diesen Schmerz überwinden, mich keinesfalls erneut verlieben, und nur auf mein berufliches Fortkommen achten. Im besten Falle klopft der Mann meines Herzens irgendwann doch wieder bei mir an, ansonsten werde ich zu einem normalem Umgang mit ihm finden. Das hat ja bei meinen anderen Ex-Lieben, bis auf den Ex-Mann, auch geklappt.

Berufliches

Mein Buch wird erscheinen, im März. Das wird eine aufregende Sache. Jetzt gerade habe ich die Buchfahnen, also die bereits lektorierte und gesetzte Version, auf dem Schreibtisch liegen, und letzte eigene Korrekturen vorgenommen. Viel mehr will ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht dazu sagen, außer, dass es um Alleinerziehende gehen wird. Und dass es bei einem großen deutschen Verlag erscheint. Ich glaube, es ist ein gutes Buch, und ich denke, es wird mir ziemlich viele Anfragen rund um Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Alleinerziehende bescheren. Das ist mir recht, ich habe ja nun schon geübt, was Fernsehen, Radio und diverse Print- wie Onlinemedien betrifft, indem ich mich durch die Aktion zur Abschaffung der Bundesjugendspiele im Sommer 2015 in die Schusslinie gebracht habe. Angst vor Medienschelte und Shitstorms habe ich jetzt jedenfalls keine mehr. Und Morddrohungen wird es wegen des Themas „Alleinerziehende“ wohl kaum geben.

Ich möchte auf die Buchmesse in Leipzig fahren, die kurz nach dem Erscheinen meines Buchs vom 17.-20. März stattfinden wird – ich war ewig nicht mehr auf einer Buchmesse, zuletzt als 18-Jährige in Frankfurt, als mein Vater eine Jahresnetzkarte der Bahn übers Wochenende zuhause hatte, und ich mit dieser 10.000 DM-Fahrkarte für einen Tag aus unserem Dorf in die weite Welt fahren durfte. Dieses Mal kann ich als Autorin dorthin reisen, ich hoffe, einige Leute zu treffen, mit denen ich über twitter und Facebook bereits seit längerem gut bekannt bin, und freue mich darauf.

Für den Blog werde ich einen Techniker einstellen wollen und müssen, der als Systemadministrator für mich arbeitet. Das ist ein großer Schritt für mich, denn ich bewege mich gerade aus der finanziellen Not heraus, aber ich bin mit dem Blog an einem Punkt, an dem er zu groß ist, um ohne professionelle Betreuung weitergeführt zu werden. Ich brauche jemanden, der den Server stabil hält, wenn Hackerangriffe kommen oder große Besucherströme eintreffen, der nach Bildoptimierung und Datenbanken schaut, der sich um Backups und Plugins kümmert, und sich mit den Webmaster Tools und den neuesten Algorithmen von google auskennt. Zum Glück weiß ich schon, wer dafür „mein Mann“ ist, und hoffe halt einfach, dass ich das ganze finanziell hinbekomme. Denn auch ein Minijobber als Mitarbeiter ist für mich ein finanzielles Risiko, selbst wenn ich ihn steuerlich absetzen kann.

Werbung will ich auf dem Blog trotzdem nicht schalten, weil es mir widerstrebt. Warum das so ist, habe ich hier beschrieben. Der Blog ist für mich eine Mischung aus Kunst und Ehrenamt, und ich will das gerne weiter so behalten. Als meine Spielwiese mit Narrenfreiheit.

Was meine Auftragslage als freie Journalistin betrifft, so merke ich jetzt schon, dass ich nicht mehr für alle Zeit habe, die anfragen. Den Kinderbuchverlag aus Stuttgart will ich gerne weiter bedienen, auch den Familienservice aus München. Ansonsten brauche ich Luft für spannende, sporadisch eintreffende Anfragen von Magazinen wie dem mamablog.ch und großen deutschen Printmagazinen, die im Jahr 2015 Texte von mir wollten. Für einen neuen Firmenkunden aus dem Bereich Bildung erscheint Anfang Januar 2016 mein erster Text, das könnte auch eine längerfristige, gute Zusammenarbeit werden. Mal sehen.

Blogger-Aktivitäten: Konferenz #denkst! und Workshops

Im April 2016 (am Samstag, den 23.4.) spreche ich auf der Elternbloggerkonferenz denkst! in Nürnberg über ein Thema, mit dem ich mich auskenne: „Wie mache ich eine Welle im Internet?“ Das ist ein bisschen mutig von mir, denn ich habe viele Jahre lang keine Vorträge mehr gehalten. Aber als Universitätsdozentin ging das ja auch, also werde ich es hoffentlich hinbekommen. Trotzdem habe ich Mufffensausen. Ich kenne mich mit der ganzen Technik überhaupt nicht aus. Früher hatte man ja noch Overhead-Folien!

Dann würde ich gerne nochmal auf einen Workshop gehen oder an einem Thinktank teilnehmen, wie ich das im Dezember 2015 in Berlin für das Bundesfamilienministerium getan habe, als es um „Gutes Familienleben in der digitalen Gesellschaft“ ging. So etwas macht mir einen Heidenspaß, auch wenn es immer anstrengend ist. Aber es bereichert und ich habe das Gefühl, dass mein Wissen gut genutzt wird. Außerdem trifft man dabei die spannendsten Leute.

Stadtrat

Hier würde ich gerne etwas mehr Gelassenheit und Routine entwickeln. Es ist mir völlig unbegreiflich, wieso ich mit Spitzenpolitikern und Wirtschaftsbossen in einem Raum sitzen kann und auf Augenhöhe diskutieren, aber im Gemeinderat kaum den Mund aufbekomme. Zum Teil liegt das an den Mikrofonen, an die ich mich nur mühsam gewöhnt habe, aber zum Teil auch an meinem Eindruck, es gäbe dort im Stadtrat gar nichts, was ich noch sinnvoll beitragen könnte, wo doch die anderen schon so viel und so sehr von sich selbst überzeugt reden.

In den Ausschüssen und Beiräten, in denen ich sitze, ist das anders, da fühle ich mich wohler. Aber der Gemeinderat ist halt auch ein wichtiger Teil der Stadtratstätigkeit. Ich hoffe, dass ich öfter mal Lust habe, etwas zu sagen, weil ich denke, dass es sich lohnt, um der Sache willen.

© rcfotostock - Fotolia
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Privates

Im kommenden Jahr werde ich endlich, endlich nicht mehr Autofahren müssen, um Kinder zur Schule zu bringen. Darauf freue ich mich sehr, weil das furchtbar nervt. Sie gehen dann alle in Schulen, die zu Fuß oder mit Rad/Roller gut selbst zu erreichen sind. Juhu!

Ins Kino möchte ich mal wieder gehen, in einen Film für Erwachsene, am liebsten etwas Nachdenkliches, und zwar am Abend. Das habe ich seit Jahren nicht mehr getan, genausowenig, wie ich im Theater war (zuletzt im Jahr 2000, vor der Geburt der Großen. Das war noch in Hamburg!)

Und ich werde 50 werden. Das ist ziemlich furchtbar. Andererseits ist mir klar, dass ich mich freuen kann, überhaupt so alt zu werden und dies auch noch bei guter Gesundheit und mit drei tollen Kindern. Also werde ich mich wohl dazu aufraffen, diesen Tag zu feiern. Wie und mit wem weiß ich noch nicht. Aber ich werde es tun. Bei meinem 40. Geburtstag bin ich mit dem Mann und den Kindern nach Island verreist, den 30. habe ich mit vielen Freunden in Berlin gefeiert und viel Spaß dabei gehabt. Also wird das auch beim 50. Geburtstag klappen.

Vielleicht sehen wir uns ja im kommenden Jahr? So oder so, ich wünsche euch auch alles Gute für 2016!

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Christine FinkeehrlichgesagtUschi aus AachenChristianeLernbegleiterin Letzte Kommentartoren
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Susan
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Susan

Das ist eine wirklich tolle Einstellung, besser vorausblicken als zurück! Ich wünsche Dir alles Gute für 2016

Kati
Gast
Kati

Liebe Christine, ich lese deinen Blog seit einiger Zeit und bewundere dich für deine Kraft und deinen Willen dich nicht unterkriegen zu lassen! Du machst das wirklich so so klasse! Ich selbst wurde, wohlgemerkt als Einzelkind, von einer allein erziehenden Mutter großgezogen, und noch heute wünschte ich, sie hatte auch nur einen Hauch von deiner Stärke und deiner positiven Einstellung gehabt. Dann wäre meine Kindheit sicher anders verlaufen. Ich selbst bin zwar nicht allein erziehend, fühle mich oftmals aber so und finde auf deinem Blog nicht selten den Trost und die Zuversicht, die mir hilft mein Alltag zu bewältigen. Ich… Weiterlesen »

Susi
Gast
Susi

Alles Gute, liebe Christine, und auf dass alles so klappt wie gewünscht! Es sei Dir von Herzen gegönnt!

Lernbegleiterin
Gast
Lernbegleiterin

Liebe Christine,
da schimmert sie schon wieder etwas hindurch – die Kraft, die bei besserem Wohlbefinden aus Deinen Texten strahlt. Gut so! Ich wünsche Dir für 2016 Gesundheit an Leib und Seele. Ich freue mich auf viele neue inspirierende, nachdenkliche und erfrischende Texte von Dir. Schön auch zu lesen, wie gern das andere Leser_innen hier tun.

Christiane
Gast
Christiane

Alles Gute fürs nächste Jahr, Christine! Ich habe deinen Blog neu entdeckt und bin sehr froh darüber. Seit 5 Jahren bin ich nun mit meinen 3 Mädels allein. 2 gehen inzwischen aufs Gymmi. Eine -die ähnlich wie deine Jüngste sehr tobsüchtig und schwierig ist- wurde eingeschult…..(unter Geschrei und sich auf den Boden werfen…..). Derzeit bin ich körperlich und psychisch heftig in einer Krise. Wieder mal arbeitslos (ich bin zu häufig wg Krankheit ausgefallen).U.s.w. etc……Ja, auch ich habe keine Verwandtschaft hier, Babysitter sind teuer. Es hat mich getröstet und mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert: Andere kennen es auch! Ich hoffe… Weiterlesen »

Uschi aus Aachen
Gast
Uschi aus Aachen

Liebe Christine,

alles in allem lese ich bei Dir: es geht aufwärts! Das ist so toll, ich freue mich mit Dir… Hab heute einen fröhlichen Start in dieses vielversprechende 2016!

Sonnige Grüße aus Aachen
von Uschi

ehrlichgesagt
Gast
ehrlichgesagt

Liebe Christine, ich bin wahnsinnig beeindruckt von dir und davon, was und wie du alles schaffst! Es freut mich unsagbar, dass es beruflich bei dir in diesem Jahr in so grossen Schritten voran gegangen ist denn wenn es jemand verdient, dann du! Ich wünsche dir, dass es im kommenden Jahr so weiter geht! Dazu wünsche ich dir noch noch einen Schwung Leichtigkeit, auch für dein Privatleben, denn ich fände es schade, wenn du dich ganz von der Liebe und der Körperlichkeit verabschieden würdest (nicht nur, weil du so toll darüber schreibst …), auch wenn der erste Versuch nach langer Abstinenz… Weiterlesen »