Jahresvorschau 2018 – statt eines Rückblicks

Diese Jahresvorschau zu schreiben ist ein bisschen heikel. Denn alles, was ich mir in meiner Jahresvorschau für 2017 vage ausgemalt hatte, ist eingetroffen.

Bis auf das Treffen mit Manuela Schwesig. Wobei – ich hatte im August das Vergnügen und die Ehre, unsere neue Familienministerin Katarina Barley in ihrem Ministerbüro zu treffen, und mit ihr ein einstündiges Gespräch zu führen. Wir tauschten uns intensiv aus über Alleinerziehende, Trennungen und Kinder, Gewalt gegen Frauen, und was zu tun wäre. Das war ein wirklich besonderer Moment, den ich mir so für meine Jahresvorschau nie hätte träumen lassen.

Wie soll ich mich also ganz unbedarft gedanklich an das kommende Jahr heranstasten, wo das, was ich im Dezember vor einem Jahr schrieb, fast 1:1 wahr wurde? Ich habe nämlich wirklich einen neuen Buchauftrag bekommen, der mich von quasi übermorgen bis Mitte August 2018 beschäftigen wird (Deadline), und bis Jahresende, wenn ich die Korrekturen und die Fahnen mit im Blick habe. Es wird kein Roman, den schreibe ich dann wohl später, sondern diesmal ein reines Sachbuch, und das für einen sehr renommierten Auftraggeber zu anständigen Konditionen.

Ich habe nicht nur ein Kinderbuch für den Stuttgarter Verlag geschrieben, sondern gleich zwei, und richtig dicke. Das würde ich eigentlich auch gerne weitermachen, und wenn die Kinder nicht so viel krank sind und es Zuhause rund läuft, sollte es auch gehen.

Auch der Wunsch, einen Preis zu gewinnen, wurde wahr: Auf der Blogfamilia wurde mein Blog mit dem 1. Preis ausgezeichnet, und bei den Emotion Awards schaffte ich es ins Finale und bis zur großen Gala nach Hamburg. Dass ich bei der Verleihung der Goldene Blogger im Januar nicht Bloggerin des Jahres wurde, ist da schon fast egal – denn allein die Nominierung war der Knaller!

Dann hatte ich noch die geradezu größenwahnsinnige Vorstellung, ich könne mich in einer politischen Talkshow ausprobieren. Die Redaktion von Maybrit Illner meldete sich, und so kam es, dass ich im Mai nicht nur Frau Illner, sondern auch Andrea Nahles und Jens Spahn im Fernsehstudio gegenüberstand, um mit ihnen zu diskutieren.

Jahresvorschau 2018

Aber halt, das ist ja hier kein Rückblick – eine Vorschau soll es sein! Ich lege also los und greife zu den bewährten Kategorien:

Berufliches

Das Buch, das ich im August abzugeben habe, wird mich ziemlich auslasten. Die Kolumnenschreiberei schaffe ich aber noch gut nebenbei, und da ich jetzt schon für 2 Konferenzen gebucht bin, sehe ich meinen Schwerpunkt in Richtung politische Bloggerin und Autorin wandern.

Es wird bei meiner Tätigkeit als Speakerin und Lobbyistin neben der Situation der Alleinerziehenden vermehrt auch um Gewalt gegen Frauen gehen, das Thema kristallisiert sich jetzt schon heraus – das hat damit zu tun, dass Deutschland die Istanbul Konvention nun auch umsetzen wird nach der Ratifizierung des Abkommens, und dass es nicht so viele Frauen gibt, die sich als ehemals Gewaltbetroffene outen und dann auch noch fachkundig über die politischen Rahmenbedingungen diskutieren wollen. Außerdem habe ich in den vergangenen beiden Jahren festgestellt, dass mir Radio und TV-Auftritte liegen, sodass neben den Konferenzen und Podiumsdiskussionen das Jahr 2018 wohl ein Jahr der Öffentlichkeitsarbeit wird. Es gibt da auch noch 1-2 Talkshowformate, die mich sehr reizen würden – von einer liegt schon seit dem Herbst eine Anfrage vor, aber ich konnte es terminlich nicht einrichten. Ich hoffe, dass es in 2018 dann klappt.

Blogger-Aktivitäten

Ich würde sehr gerne einige Blogger-Konferenzen einfach so besuchen, zum Spaß und aus Freude am Netzwerken. Aber ich fürchte, das mache ich dann doch wieder nur wahr, wenn ich eingeladen werde, um dort vorzutragen. Noch sind meine Kinder nicht so groß, dass ich einfach mal so wegfahren kann, und nach jahrelanger Armut beäuge ich meinen Kontostand etwas argwöhnischer als andere Leute.

Also wird es wohl darauf hinauslaufen, dass ich mehr oder weniger unspektakulär vor mich hin blogge und eher am heimischen Schreibtisch als auf großen Events anzutreffen bin.

Stadtrat/Politik

Das wird ein spannendes Jahr – denn am Ende des kommenden Jahres muss ich entscheiden, ob ich nochmal für die Kommunalwahlen antrete und weiterhin gerne Stadträtin wäre. Momentan ist die klare Antwort: einerseits ja, weil das eine interessante und verantwortungsvolle Tätigkeit ist, andererseits nein, denn das ist unheimlich zeitintensiv und ich denke oft, dass meine Fähigkeiten an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt wären bzw. mein politischer Hebel eher auf Bundesebene liegt. Am liebsten würde ich die Wähler fragen, ob sie mich wiederhaben wollen, aber dafür müsste ich mich ja aufstellen lassen.

Privates und Liebe

Nachdem ich vergangenes Jahr schrieb, statt Sex und Liebe stünden Selbstliebe und Gesundheit auf dem Programm, wäre ich dann doch wieder bereit für etwas Knistern. Aber  bitte nix mit Zahnbürste in meinem Bad, und auf keinen Fall mit Liebeskummer. Leicht sollte es sein, unverbindlich, aber von Ernsthaftigkeit getragen, was den gegenseitigen Respekt und die jeweiligen Lebensumstände angeht. Ich habe einfach zu lange nicht mehr geküsst, so langsam hätte ich mal wieder Lust dazu!

Die ersten Wochen und Monate des neuen Jahres werden unter dem Motto #Umräumen2018 stehen, denn ich habe beschlossen, dass ich mein winziges Schlafzimmer an den Sohn (11) abtreten werde, der bisher sein Zimmer mit der Jüngsten (8) teilen muss. Das geht nicht mehr gut, die beiden zoffen sich zu viel, und mir geht das auf die Nerven, sodass es mir lieber ist, wir organisieren dass neu und komplett anders. Ein Spaziergang wird das aber nicht werden, denn wir brauchen neue Möbel, die Kleinkindsachen haben nun wirklich ausgedient, und ordentlich ausgemistet und gemalert werden muss auch. Im Prinzip ist das ein kleiner Umzug.

Tja, und wenn im September die Große 18 Jahre alt wird, habe ich das erste Kind groß bekommen. Der Sohn wird im März 12, die Jüngste noch im Januar 9 Jahre alt. Vielleicht schmiede ich in genau einem Jahr, bei der Jahresvorschau für 2019, dann meinen neuesten Traum weiter, ein Sabbatical in Italien zu verbringen. Ich würde dort gerne ein Buch schreiben (dann den Roman!) und die Kinder kämen zu der Auszeit, die ihnen seit 8 Jahren fehlt. Im Juli 2019 endet meine Gemeinderatszeit, und ich wäre frei und bereit für ein Abenteuer. 2018 wird das Jahr des aufziehenden Abenteuers, das habe ich im Gefühl!

Und nun wünsche ich euch alles Gute, ich freue mich auf Begegnungen mit euch, ich lese euch gerne, und will euch nicht missen. Habt ein schönes, gesundes, rundum gutes neues Jahr!

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Autorin, Texterin und alleinerziehende Mutter von 3en. Spezialisiert auf Kinderbücher, Vereinbarkeit Familie/Beruf, Alleinerziehende. Seit 2014 auch Stadträtin in Konstanz.

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7 Kommentare auf "Jahresvorschau 2018 – statt eines Rückblicks"

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gitti
Gast

Hat die Große schon Pläne, was Sie nach der Schule machen möchte? Auch studiuren und wenn ja was?

Känguruh
Gast

Hört sich verlockend an !!
Ich wünsch dir ein glückliches neues Jahr, LG

fee
Gast

Alles Glück dieser Welt für Dich, für alle Projekte! Ich verfolge Deinen Blog schon lange und finde, Du hast Dir den Aufwind wirlich hart erarbeitet. Ich wünsche dir ein gutes Jahr 2018!

Claudia
Gast

Sabatical mit Kindern. Wie machst du das? Geht das? Würde mich auch sehr reizen

Katja
Gast

Christine Finke -mittlerweile prominente Bloggerin und Buchautorin räumt sang- und klanglos ihr kleines Schlafzimmer ….es sollte anders sein!
Ich wünsche dir ,dass Dir eine bezahlbare größere Wohnung angeboten wird.