Elternabend – alleinerziehend ein Problem

Schon wieder trudelt eine Einladung zu einem Elternabend ein, es ist die dritte in diesem Schuljahr für den 1. Klässler, der zweite Elternabend für die 7. Klässlerin steht im April an, und gestern war Elternabend im Kindergarten. Mich als Alleinerziehende mit kleinen Kindern stellt das vor Probleme. Hätte ich mehr Geld, könnte ich mir einen Babysitter nehmen, aber das kostet hier in Konstanz locker 10 € pro Stunde, macht 25-30 € für einen Elternabend, das sind bei 8-10 Elternabenden fast 300 Euro im Jahr.

 

© DOC RABE Media - Fotolia.com
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Als Bezieherin von Wohngeld, die in öffentlich gefördertem Wohnraum wohnt (mit WBS) und mit der Selbstständigkeit als Redakteurin gerade erst angefangen hat, und Mutter von drei Kindern, ist das viel Geld.

Geld, das ist nicht einfach so übrig habe, denn Ende März hat z.B. mein Sohn Geburtstag, der braucht ein neues Fahrrad – oder eben ein ordentliches Gebrauchtes -, muss eine Feier haben, und natürlich auch Geschenke. Neue Schuhe muss ich auch für alle Kinder kaufen im Frühling, und Kleidung sowieso.

Ich kann also nicht auf jeden Elternabend, und seit neuestem sage ich das auch so: „Ich kann nicht kommen, weil ich kein Geld für einen Babysitter habe.“ „Oh“, sagen die Leute dann, „Hast du keine Familie, Nachbarn, Freunde oder Bekannte, die einspringen können?“ Dann seufze ich innerlich und versuche, ruhig und freundlich zu antworten, weil es mich so wütend macht, dass ich nicht einmal zu einem Elternabend gehen kann, und sich offenbar kaum jemand vorstellen kann, dass das nicht an meiner Unfähigkeit, mir Hilfe zu organisieren, liegt.

Weil es mir ein Bedürfnis ist, das im Einzelnen mal aufzudröseln, erkläre ich das mal, und hoffe, dass dies auch ein Politiker liest, viele Erzieher und Lehrer, und Menschen, die in Ämtern sitzen:

Warum ich manchmal nicht zum Elternabend kommen kann

  • Meine Kinder sind jung. Selbst die älteste Tochter ist mit 12 Jahren zu jung, um zwischen 19:30 und 22 Uhr ganz alleine auf ihre 4 und 6 Jahre alten Geschwister aufzupassen. Sie geht auch meist um 21 Uhr ins Bett und braucht ihren Schlaf.
  • Die Jüngste macht im Kindergarten einen Mittagsschlaf, worauf die Einrichtung besteht, und was ich auch in 2 Elterngesprächen nicht ändern konnte. Sie ist abends bis mindestens 21:30, teilweise auch bis 22 Uhr wach, weil sie von 13-15 Uhr tief und fest schläft – es ist also kein „einfaches Babysitten“ mit ferngucken.
  • Eben diese Jüngste hat starke Trotzphasen und ist nicht nur schwer zu bändigen, sondern auch furchtlos, ausdauernd und extrem stinkig. Das ist nichts, was dein müder Nachbar oder eine 12-Jährige abends um sich haben sollten.
  • Verwandte? Habe ich eine Menge, aber nicht hier in der Stadt. Die nächsten Verwandten wohnen 2 Autostunden von mir, und sind meine lieben Eltern, beide Mitte 70, und mein Bruder mit Familie, beide berufstätig.
  • Nachbarn: Viele nette, wunderbare Nachbarn habe ich in der von öffentlichen Geldern errichteten Siedlung, in der ich wohne. Sie haben fast alle Kinder, arbeiten hart für ihr Geld, und sind bis über beide Ohren mit ihrem Leben beschäftigt.
  • Freunde – meine Freundinnnen haben allesamt Kinder, ich habe 4 gute Freundinnen im Ort, die jeweils 3 kleine Kinder, 2 Kinder, 2 Kinder und 1 Kind haben – zwei dieser Mütter sind alleinerziehend und berufstätig, und dementsprechend abends hungrig, müde und müssen sich um Haushalt und eigene Kinder kümmern.
  • Bekannte: An denen mangelt es mir auch nicht. Unter anderem zwei wunderbare andere Alleinerziehende mit 3 Kindern kenne ich gut, die eine Frau arbeitet Schicht im Krankenhaus, die andere ist Witwe und Hebamme mit Dienst auf Abruf.
  • Babysittter: Hätte ich an der Hand, aber wie gesagt kein Geld – dafür muss ich mit 30 € rechnen.
  • Kinderlose Bekannte habe ich übrigens nicht mehr. Und glücklich Verheiratete bleiben am liebsten bei ihrer Familie abends, oder finden, ich habe selbst schuld, alleinerziehend zu sein – die will ich auch nicht bitten.
  • Der Vater der Kinder kommt aus verschiedenen Gründen, die ich  hier nicht ausführen kann, nicht als Kinderbetreuung für einen Elternabend infrage.

Ein Lösungsansatz – aber taugt der etwas?

© Hans-Jörg Nisch - Fotolia.com
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Eine Idee wäre, die älteste Tochter eben doch mit den Geschwistern alleine zu lassen von 19:40 bis 21:45 (auf den letzten Drücker kommend und auf den ersten gehend), und eine Nachbarin/Freundin im Haus zu bitten, auf Anruf der großen Schwester schnell parat zu stehen. Denn ich brauche 15 Minuten vom Elternabend bis nach Hause.

Zweite Idee: Der Lehrerin mitteilen, dass ich kein Geld habe, um einen Babysitter zu organisieren. Aber der Sohn wünscht sich, dass ich zum Elternabend gehe. Dilemma.

Und das wirkt für Menschen, die so ein Problem nicht keinen, vielleicht einfach faul und desinteressiert. Gestern, beim Elternabend im Kindergarten habe ich das so gehandhabt – es war das erste Mal und hat für ziemliches Erstaunen gesorgt, obwohl ja klar ist, dass bei zwei voll vom Staat finanzierten Kindergarten- bzw. Hortplätzen inklusive Mittagessenszuschuss wenig Geld im Haus ist.

Dritte Idee: Babysitter buchen und auf Nummer sicher gehen, dafür notfalls am Monatsende bei „Die Tafel“ Mittag essen und Essen holen.

So, und jetzt Ihr. Kann ich eine 12-jährige mit ihrem 6 Jahre alten Bruder und einer zickigen 4-Jährigen alleine lassen?

54 KOMMENTARE

  1. Ich denke, Du kannst Deine Große mit den beiden Kleinen alleine lassen. Ich kenne Deine Tochter zwar nicht aber normalerweise sind 12-jährige durchaus in der Lage stundenweise auf ihre kleinen Geschwister aufzupassen. Vielleicht die Kleinen schon vorher mit Büchern / CDs ins Bett verfrachten?

    Mit Nachbarin als Backup und Dir am Handy, falls was ist. Elternabende kann man ruhig gegen 21 Uhr mit dem Hinweis auf den fehlenden Babysitter verlassen, das mache ich auch regelmäßig so.

    Lg, Deine

    Zirkusdoktorin

  2. Hallo Christine,
    das ist wirklich eine verzwickte Idee.
    Ich habe in einer ähnlichen Situation angeboten bekommen, dass eins der Kinder bei der Kindergartenfreundin schläft und ich sie morgens dort abhole und von dort in den kindergarten bringe.
    Mir hat das damals nichts gebracht, weil da ja immernoch das andere betreuungsbedürfteige Kind hatte.
    Deine große Tochter würde es aber durchaus entlasten, wenn sie „nur“ auf den Bruder aufpassen müsste.
    Der hätte auch nen Ansporn besonders lieb zu sein, weil es ja „sein“ Elternabend ist.

    Ich würde niemandem in meinem Kindergartenbekanntenkreis zumuten, abends auf meine beiden und die eigenen Kinder aufpassen zu müssen. Aber eins finde ich okay.

    Vielleicht ist die Variante eher was für dich!
    LG Tina

  3. Erstmal:

    Ja, ich hoffe auch, dass Politiker, die das entscheiden deinen Beitrag lesen.

    Zweitens:

    Ob du deine 12-Jährige mit den Kleinen allein lassen kannst, kann von außen niemand beurteilen. Ich kann mir Kinder vorstellen, bei denen das gut klappt, aber auch solche, bei denen es nicht geht.

    Alternativen:
    Die Kleinen übernachten einzeln bei Freunden, dafür nimmst du dann auch mal deren Kids. Die 12- Jährige allein ist ja kein Problem.

    Die Jüngste übernachtet auswärts, die 12-jährige kann nur mit dem 6-Jährigen allein bleiben.

    Insgesamt, alles schwer und leider ohne perfekte Lösung, es braucht bezahlbare Kinderbetreuung auch für Abendtermine. Ich befürchte, bis es da in Konstanz was passendes gibt, sind deine Kinder alt genug um sie allein zu lassen.

  4. Will mich ja eigentlich nicht in die Schar der nutzlosen Ratgeber einreihen, aber… die Kleine mitnehmen (wenn sie sowieso so spät einschläft)? Dann hat man auch immer einen guten Grund, früher zu gehen. Die Große mit dem Mittleren allein lassen. So kommst du auf den Elternabend, vielleicht brauchst du allerdings danach einen Tag frei zum Erholen. Und die anderen Eltern werden auch genervt sein. Aber wen kümmert das?

    • Ich habe mal meine 1-Jährige auf eine Eigentümerversammlung mitgenommen. Das ging schon. Allerdings sind andere Eltern ja gnadenlos, wenn eine 4-Jährige um 21 Uhr noch nicht im Bett ist. Ich weiß nicht, ob man sich den Blicken / Bemerkungen aussetzen muss.

  5. Die Anzahl Elternabende entsetzt mich!! In CH gibt’s pro Schuljahr genau einen, zu Beginn. Weitere Fragen regelt man individuell mit dem Lehrer. Ich finde es eine Frechheit und würde Dir empfehlen, den Elternabend eine halbe Stunde zu besuchen und dann mit deutlichen Worten zu gehen! Mache konstruktive Vorschläge für sinnvollere Zeiten (und Anzahl …). So kommt Deine Älteste pünktlich ins Bett und Du enttäuschst Deinen Sohn nicht, denn Du bist ja schliesslich hin. Protokoll einfordern nicht vergessen! Küsschen!

  6. Kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Einen Versuch ist es allemal wert.

    Und wenn es gut klappt, dann überraschst du deine Große mit einem ‚Frauennachmittag‘ in einem schönen Café (ein Stündchen reicht ja)
    Sie wird mit dieser (zum Glück seltenen) Aufgabe wachsen. :-)

    Ich habe zwar zum Glück die Oma(60) und nur ein Kind, aber ich muss morgens immer früh raus und meine Tochter oft schon um 7 im Frühhort abgeben. Länger als bis 21:00 tue ich mir keinen Elternabend an. Was ich verpasse, kann ich ja im Protokoll nachlesen, bzw. bei den Elternvertretern erfragen.

    Alles Liebe
    Vumenblase

  7. Ich kann deine Bedenken gut verstehen. Meine Tochter ist 13 und wäre wohl in der Lage auf zwei jüngere Geschwister aufzupassen aber du hast Recht-es ist eine grosse Aufgabe und mir wäre auch nicht wohl dabei.
    Falls du unbedingt zum Elternabend musst finde ich die Lösung mit Handykontakt und Nachbarin Bescheid sagen am besten. Ich schwänze die Elternabende seit 10 Jahren, es ging meist nicht anders. Ich wünsche dir viel Glück und Kraft! Halt durch!

  8. Ja, krass, so viele Elternabende. Ich kenne das nur so, dass es 2 im Jahr gibt. Wären aber immer noch 6 bei 3 Kindern …
    Raten kann man da von außen ja nicht so viel, finde ich, du kennst die Kids am besten und wichtig ist, dass du mit gutem Gefühl gehen kannst und nicht die ganze Zeit wie auf heißen Kohlen sitzt. Ich (<– also ganz subjektiv gemeint) würde vermutlich die Variante 1 mal ausprobieren (wäre ja auch für angenehmere Termine schön, wenn das klappt ;-) ).
    Noch ne komische Nerd-Idee: sich über google-Hangout oder ähnliches live zum Elternabend zuschalten lassen ….

  9. Also die Online-Idee finde ich geradezu genial!

    Hier mal meine bisherigen Erfahrungen: Als 12jährige habe ich auch abends öfter auf zwei kleine Mädchen aufgepasst, später kam noch ein kleiner Bruder dazu. Allerdings wohnten meine Eltern zwei Häuser weiter, da konnte ich notfalls anrufen. (Ist aber nur einmal passiert)
    In Notfällen arbeite ich gerne mit Belohnungen, damit meine drei sich gut benehmen, wenn ein Babysitter da ist (der auch hier in Bonn annähernd 10 Euro kostet). Meist wünschen sie sich eine Packung Tic Tac oder Kaugummis. Bei einem Einsatz gab es einen Regenschirm für jedes Kind (2,75 beim DM). Daer Belohnungstrick hat nur einmal nicht geklappt, war aber auch nicht so schlimm, dass der Babysitter geflüchtet wäre.

    Mir fällt noch ein, dass es in unserer Stadt so etwas wie Familienpaten gibt, die von einem Familien unterstützenden Dienst vermittelt werden, und von der Caritas hatte ich auch einmal eine ehrenamtliche Dame, die mich bei den Zwillingsbabys bei Arztbesuchen unterstützt hat. Vielleicht gibt es ähnliches ja auch in Konstanz?

    Oder du machst einen Naturalientausch (äh, heißt das so?) – Babysitten gegen Nachhilfe o.ä.; bis auf Mathe kannst du das bestimmt. ;) Das habe ich mal bei einem Schüler aus der Nachbarschaft so gehandhabt, das klappte gut – war aber nur ein Kind.

    Und ansonsten: In spätestens zwei Jahren wird alles viel einfacher, aus einigen Problemen wächst man ja auch raus. :)

  10. Absolut vertrackte Situation. Danke für diesen Artikel. Ich muss zugeben, darüber habe ich mir, die ich mit Oma und Opa quasi nebenan gesegnet bin, noch nie Gedanken gemacht.

    Gibt es denn keine älteren Nachbarn, die gerne mal Ersatzoma oder -opa spielen möchten?

    Und mach dir nicht soviel Gedanken darüber, ob du das jemandem zumuten kannst. Fragen kostet nichts und Nein sagen kann auch jeder, wenn es ihm zuviel ist.

    Lieben Gruß
    Birgit

  11. Liebe Christine,
    ich kenne dieses Problem. Als Elternsprecher bin ich in der Grundschule meiner Tochter des öfteren damit konfrontiert worden. Ich habe damals zusammen mit der Klassenlehrerin einen Modus ausgehandelt, dass auch Alleinerziehende, die nicht zu jedem Elternabend kommen können, einfach, weil sie sich keinen Babysitter leisten können, über das, was auf dem Elternabend vorgegangen ist, umfassend informiert werden. Allen Eltern wurde nach dem Elternabend ein ausführliches Protokoll zugeschickt – das kann man den Kindern ruhig mitgeben. Die Eltern, die nicht teilgenommen und Fragen oder Anmerkungen zu dem haben, was besprochen und entschieden wurde, setzen sich mit dem Klassenelternvertreter in Verbindung und besprechen die Einwände, Vorschläge und Meinungen. In der Regel geht das ganz gut telefonisch. Klar, der Elternvertreter muss natürlich bereit sein, das ausführliche Protokoll zu schreiben und zu kopieren und nochmal extra Zeit für Telefonate aufwenden. Aber das gehört auch irgendwie zu seinem Job, oder? Für tatsächlich besondere ‚Härtefälle‘ habe ich bei den Eltern auch schon mal zusammenlegen lassen und so haben alle Eltern den einen oder anderen Babysitter finanziert – geht natürlich nicht immer.

  12. Liebe Christine,

    Meine Schwester und ich haben mit 13/14 unsere kleinen Brüder (damals ca. 4 und Säugling) abends gehütet wenn unsere Eltern mal weggingen. Das war in den Achzigern und Handy gab’s noch nicht.

    Eventuell würde ich in Betracht ziehen, die Kleinste mitzunehmen. Das könnte zwar für alle anderen nervig werden, aber einmal pro Schule/Lehrperson müsste im Prinzip reichen, damit die merken, um was es geht.

    Wir haben das Problem selber noch nicht, mein LG musste aber sein Mandat im Einwohnerrat niederlegen weil wir nicht beide gleichzeitig an Sitzungen konnte, weil Kurzer sich nur zuhause hüten lässt, Schwie-Ma aber mit seiner kompromisslosen Art überfordert ist und meine Mutter, die es gut könnte, seit ihrem Schlaganfall Fatiguen hat und sich nicht mehr traut, abends Auto zu fahren und auch nicht auswärts übernachten möchte.

  13. Würde ich das machen, meine Kinder allein zuhause lassen, und die sind auch in dem Alter deiner Kinder, würden unsere Nachbarn uns beim Jugendamt anzeigen. Was sie auch schon getan haben. Und auch das JA ist der Meinung, das Kinder erst ab 14 Jahren Babysitter machen dürfen. Also mach es nicht, wenn was passiert, bist du dran schuld.

  14. Hallo,

    Ich kann Dein Problem recht gut nachvollziehen. Ich würde der grossen auch nicht die zwei Kleinen zumuten wollen.

    Der Hort meiner Kinder löst das Problem folgendermaßen: Das Elternabend findet direkt in Anschuss an die übliche Betreuungszeit. Für den Tag organisieren Sie zwei FSJler die 90 Minuten die Kinder und deren Geschwister bespaßen. Die Person, die das Kind in der Regel nach dem Hort betreut besuch den Elternabend (bei manchen Kindern ist es die Oma, da die Eltern noch eine oder zwei Stunden arbeitet).

    Weitere Idee: schicke Deinen Text (den ich übrigens hervorragend finde, ich liebe Deine Art zu schreiben) an die Schulleitung, mit der Bitte eines Zuschusses von 20€ aus dem Förderverein. Wenn Klassenreisen auf die Art finanziert werden können, vielleicht auch die Mitwirkung bedürftiger Eltern in begründeten Fällen.

    Weitere Ideen für eine private Lösung des Problems: Die Idee die kleinen zu „verteilen“ hast Du schon bekommen, wahrscheinlich ist es für Dich auch nicht so schwierig Dich für diese Gefälligkeit zu revanchieren. Und halt zur Not die jüngste Mitnehmen. Zu den Kindergarten-Elternabenden würde ich sie erst recht Mitnehmen, um Dein Anliegen wg. Mittagsschlaf Nachdruck zu verleihen.

    Frag die Babysitter deiner Bekannten ob Sie auch auf einen Tausch eingehen würden. Jüngere Leute brauchen vor allem Geld, aber ältere Leute brauchen oft Hilfe bei Möbel aufbauen, Sperrmüll wegbringen, zum Arzt bringen/holen, Gartenarbeiten, usw., die Du am vormittag erledigen könntest.

    Wegen des anstrengden unzumutbaren Babysittens von drei Kindern würde ich an Deiner Stelle völlig unpädagogisch handeln, es sind vergleichsweise wenige Termine. Bestechen, besonderes Erlauben (Kinderfilm bis 20:30, alle Kinder liegen im Mama-Bett und hören Geschichten, keine Ahnung worauf Deine anbeissen) oder ähnliches, um das Babysitten zu vereinfachen. Aber zuerst musst Du 1/2/3 Personen an der Hand haben, die Abends keine eigenen Kindern zu hütten haben.

    Liebe Grüße,

    Cecilia

  15. Wie machen das denn die anderen alleinerziehenden Freundinnen und Bekannte? Dort wird es ja auch Elternabende etc geben und wenn man sich gegenseitig mit Babysitten hilft, ist das schon viel einfacher. Klar ist man abends müde und hungrig aber sie sollten nicht im Vorhinein schon eine Absage der Personen einkalkulieren und somit gar nicht erst fragen (selbsterfüllende Prophezeihung ist in beide Richtungen möglich). Helfen sie denn nie oder werden bei sowas nicht gefragt? Grad ein Netzwerk von helfenden Müttern ist so wertvoll für alle Beteiligten, allerdings muss man auch erstmal anfangen und ggfs auch mal eine Absage vertragen.
    Alles Gute und viele Grüße
    Sabine

  16. Liebe Christine,
    ich danke dir für diese Niederschrift, so kann ich beim erneuten Einstieg ins Grundschullehrer-Dasein nach der Kinderpause auch dies mit berücksichtigen. Bisher wusste ich nur, dass alle gern schnell fertig werden wollen und ich in dem Dilemma stecke in möglichst kurzer Zeit viel Sinnvolles zu sagen und andererseits die Fragen derer, die gerne „schwafeln“ nicht zu unsanft abzuwürgen…
    Wie gefällt dir denn der Protokoll-Vorschlag? Ich weiß, man ist dann nicht dabei, aber wenigstens informiert. Aber wozu dann überhaupt einen Elternabend, frage ich mich dann, und nicht gleich Informationen per Email plus Einzelgespräche…?
    Die Vorschläge hier sind schon so detailliert, dass ich nun nichts Schlaues hinzuzufügen weiß, deshalb an dieser Stelle einfach beste Grüße und gutes Durchhaltevermögen!
    Monika

  17. Hallo Christine,

    das Jugendamt ist nicht immer „der Böse“, die haben auch super Hilfsangebote. Ich weiß nicht, wie das in eurer Stadt ist, aber frag mal nach, ob die evtl. den Babysitter bezahlen oder noch andere Angebote haben.
    Ansonsten (auch wenn du’s vielleicht nicht so toll findest): Laß den Vater blechen. Egal ob, er das (Mit-)Sorgerecht hat oder nicht, werden ihm seine Kinder doch was bedeuten & gerade wenn’s um ihre Bildung geht, kann er bestimmt was extra dazu beisteuern. Da wird, je älter deine Kinder werden, ehh finanziell noch einiges auf euch zukommen (Ausflüge/Klassenfahrten, Bücher & wer weiß was für Sonderkosten).

  18. Dieses Dilemma kenne ich sehr gut, denn ich war bis vor kurzem alleinerziehend mit meiner vierjährigen Tochter.
    In unserer Berliner Kita gab es einmal den Versuch, den Elternabend zwischen 16:00 und 17:00 Uhr durchzuführen – mit Kinderbetreuung, da die Kita ja noch offen hatte. Ich fand’s prima. Gescheitert ist es allerdings an den nicht-alleinerziehenden Eltern, denen war der Zeitpunkt einfach zu ungünstig ^^
    Ich denke, es ist wichtig, wenn man als Alleinerziehende(r) in der Kita oder Schule auf seine Situation aufmerksam macht und sich mit anderen Alleinerziehenden zusammenschliesst und ggf. Druck auf die Einrichtung ausübt. Es muss den Eltern ermöglicht werden, an Elternabenden teilzunehmen und zwar persönlich (auch wenn es mit E-Mail, Google, Skype Alternativen gibt). Sonst ist das schlichtweg Ausgrenzung!
    Elternabende können auch am späten Nachmittag durchgeführt werden und die Einrichtung und die Eltern können eine Kinderbetreuung vor Ort organisieren.
    Liebe Grüße, Anke

  19. Liebe Christine,

    auch ich kenne das Dilemma gut. Und ich kann Yvonnes Aussage bestätigen: auch bei uns gab es (allerdings nicht von den Nachbarn…..) eine Anzeige beim Jugendamt, als ich die Kinder alleine gelassen habe. Ich bin dann dort zu einem Gespräch eingeladen worden, bei dem mir deutlich mitgeteilt wurde, dass ich meine Kinder nicht alleine zu Hause lassen darf. Das ist unverantwortlich und gefährdet das Kindeswohl. Das ist zumindest die Aussage der Sachbearbeiterin. Nicht mal den 13jähren durfte ich alleine zu Hause lassen (auch nicht, wenn die anderen beiden betreut waren).

    Ich kann Dir also nur dringend davon abraten, die Kinder alleine zu lassen. Ich kann mir vorstellen, dass das auch in Deinem Fall zu unschönen Verwicklungen führen könnte.

    Ich habe für die Elternabende teilweise mit einer anderen alleinerziehenden Mama die Kinder getauscht. Wenn ich Elternabend hatte, haben meine drei bei ihr geschlafen, wenn sie Elternabend hatte, haben ihre beiden bei mir geschlafen. Und wenn das nicht möglich war, habe ich geschwänzt. Das habe ich dann auch so bei der Lehrerin angegeben. „Ich kann leider nicht zum Elternabend am …. kommen, weil ich niemanden habe, der nach den Kindern gucken kann.“

    Liebe Grüße

    Nadja

  20. Hallo Christine,

    noch eine Option: Nehm das kleinste Kind mit in Kita zu Elternabend. Vielleicht kann es derweil in der Spielecke spielen.

    Vielleicht wird es den anderen Eltern so bewußt, dass die Betreuung ein Problem darstellt für den ein oder anderen – egal ob allein erziehend oder nicht. Die Mitnahme verkürzt auch definitiv die Elternabendzeit an sich – niemand stellt die beliebten sinnlosen Fragen! ;-) Ach: und so sieht die Kita auch, wie mobil der Mittagsschlaf macht! ;-)

    Bei uns werden Elternabende immer am Nachmittag gemacht und eine zeitgleiche Betreuung der kleinen Kindergartenkinder ist gewährleistet.

    Die 12erin und der 6er schaffen 2 h allein zu Hause bestimmt – abends oder am Nachmittag.

    Liebe Grüsse,
    Julia

  21. Hallo Christine,

    bei uns in der Kita finden die Eltermabende ab 16:30 statt, vielleicht kannst Du das, zumindest für Deine Jüngste als Vorschlag einbringen. Dann sind alle Kinder noch wach und könnten entweder bei Freunden untergebracht werden oder pädagogisch unwertvoll Fernsehen schauen.

    In Stuttgart gibt es vom Jugendamt ausgebildete Jugendliche, die babysitten, soweit ich weiß umsonst für Familien mit Einkommen, die unter einer bestimmten Grenze liegen. Vielleicht gibt es sowas bei Euch auch?

    Und noch eine Idee aus Stuttgart: Hier gibt es einen Tauschring, der mit der virtuellen Währung Eiswürfel handelt. Eine Stunde Arbeit kostet 8 Eiswürfel, egal welche Art von Arbeit. Vielleicht gibt es sowas in Konstanz auch und da könntest Du dann einen Babysitter engagieren.

    Ich hoffe, Du findest eine für Dich angenehme Lösung….

  22. Ich habe ein paar Komentare gelesen und ich bin schon genervt.
    Ich bin auch alleinerziehende Mama und ich arbeite seit meine Tochter 3 geworden ist. Sie ist jetzt 12 und nach so vielen Jahren habe ich gemerkt, wie viel ich in der Erziehung verpasst habe. Für mich kamen auch keine Elternabende in Frage, weil ich Nachtschicht auch arbeite, und morgens eine Stunde brauche, wenn wir die Kinder zur Schule bringen (habe Zeit zum Schlafen nur so lange, wie meine Tochter in der Schule ist, Nachtschicht ist nicht einfach) und ich brauche nicht erzählen, wie andere Mamis(Hartz IV Empfängerinen und Hausfrauen) über mich geredet haben … Und wenn die Lehrerin mich fragt: „Haben Sie überlegt, den Job zu kündigen?“ oder der Schulleiter sagt, dass meine Tochter eine Mutter braucht (?).
    Ich war ständig verzweifelt und habe immer gedacht :“Was mache ich falsch?“ Und jetzt bin ich so weit gekommen, dass nach ich nach 9 Jahre meinen Job kündigen muss, weil das JUGENDAMT NICHT FÄHIG ist mir eine Tagesmutter zu vermitteln. (Grund-Schichtarbeit?). Naja,in Moment bin ich krankgeschrieben (chronischer Erschöpfungszustand). Es scheint, ich habe einen riesen Fehler gemacht nur weil ich gearbeitet habe! Meiner Tochter ging’s nicht gut und mir auch nicht! Ich werde kündigen und Zeit für meine Tochter und mich nehmen!

  23. Ich habe vergessen…
    Ein 12 Jahre altes Kind darfst du laut Gesetz nicht alleine lassen und ein 12-jähriges Kind darf nicht auf kleinere Kinder aufpassen! Das ist deutsches Gesetz!

  24. Irrwitzigerweise darf man aber laut Gesetzeslage ein krankes Kind nur bis zum Alter von 12 Jahren mit unbezahlter Freistellung pflegen. Bei älteren Kindern muß man dann also Urlaub nehmen, wenn das Kind bspw. mit einer starken Erkältung einen Tag Pause machen sollte? Ich regel das inzwischen über Überstunden (die ich eigentlich für die nicht betreuten Schulferien bräuchte), aber die muß man sich ja auch erst einmal „erarbeiten“.

    Alleine lassen würde ich sie auch nicht, aber die Idee mit der „Übertragung“ finde ich schon ganz cool. Zumindest wird dann das Problem deutlicher als wenn Du nicht auftauchst, was eher unter „Desinteresse“ gedeutet wird.

    Weiter starke Nerven und viel Kreativität mit dem Alltag!

  25. Du hast hier viele Kommentare bekommen und ich habe nicht alle gelesen – nur überflogen. Hoffe ich wiederhole nichts, was schon vorher diskutiert wurde.

    Da Problem scheint aber nicht selten zu sein: Das Einkommen (egal woher) reicht nicht aus, um Dienstleistungen (hier: Kinder-/Babysitten) zu kaufen, die man wirklich braucht.

    Die Idee: Tausch statt Geld.

    Es gibt fast immer Leute, die das können, was du brauchst und etwas brauchen, was du kannst. Und oft auch kein Geld dafür haben.

    Beispiele:
    – KünstlerInnen, die keine Werbetexte schreiben können.
    – Mütter, die Vormittags jemanden zum Aufpassen brauchen
    – Eltern, die Nachhilfe für ältere Kinder / Jugendliche suchen
    – Menschen, die das Internet verstehen wollen
    – Menschen, die im Urlaub jemanden brauchen, der Tiere füttert, Zeitungen/Prospekte austrägt / Blumen gießt / nach der Wohnung schaut /
    – Menschen, die jemanden brauchen, was im Internet recherchiert / was auf Ebay verkauft
    – Menschen, die jemanden brauchen, der für sie was einkauft / sie wohin fährt

    nur so spontane Ideen.Gibt bestimmt noch viel mehr.

    Nicht alles, was wir können, lässt sich zu Geld machen. Aber das heißt ja nicht, alles darauf zu reduzieren.

  26. Bin gerade auf meiner Suche nach „alleinerziehend + Kinderbetreuung“ auf Deine Seite gestoßen…
    Danke, daß Du das mal thematisierst ! Ich habe zwar nur 1 Kind, aber das Problem haben wir auch. Mein Sohn (8) mußte schon öfter abend allein bleiben, seit er 7 war. Ich bin dann immer mit einem miesen Gefühl gegangen, aber gottseidank ging bis jetzt alles gut. Mein aktuelles Problem ist, daß ich eine 2-jährige Umschulung machen muß (wir haben Hartz4) und früher aus dem Haus muß als mein Sohn, er hat zudem 2 Therapietermine in der Woche und außerdem bleiben noch ein paar Ferientage übrig, wo er nicht betreut werden kann. Von Krankheit will ich gar nicht erst reden…. Naja, vom Jobcenter würde es 130 € /Mo geben….. ein Tropfen auf den heißen Stein…. Wie das gehen soll, weiß ich nicht…..

  27. Ich wäre neugierig ob ihr eine Idee habt wie man eventuell so ein Elternabend anders organisieren kann. Ich leite drei Kindertagespflegestellen und mache auch Elternabende. Manche Eltern haben kein Betreuungsproblem aber natürlich haben wir auch Alleinerziehende. Was wäre die ideale Lösung. Was wäre mit Elternnachmittag mit Kinderbetreuung.

    • Ich persönlich fände die von dir vorgeschlagene Idee gut – aber nur, weil ich Freiberuflerin und alleinerziehend bin, schätze ich. Andere Eltern müssten dann ja Urlaub nehmen. Da müsste sich gesamtgesellschaftlich die Idee etablieren, dass Elternabende entweder Arbeitszeit sind oder Eltern dafür freizustellen sind ohne Bezahlung. Und das sehe ich leider nicht kommmen…

      Aus meiner Sicht wäre ein Babysitter für Alleinerziehende eine gute Lösung, einer, der vom Jugendamt gestellt oder bezahlt wird.

      Viele Grüße!

    • Eine Idee habe ich: Elternsamstage anstatt Elternabende. Samstags Nachmittags findet sich auch leichter eine Alternative als in der Woche am späten Abend. Man kann da schon mal die Kinder verteilen oder eben mitnehmen und auf dem Gelände spielen lassen. Man kann bei Kaffee und Kuchen gemütlich die Sachen durch gehen ohne die lästigen Gedanken über allerlei Probleme die man an einem Abend hat. Frühzeitige Bekanntgabe der Termine wäre auch ein guter Anfang um voraus planen zu können wegen Arbeit und der gleichen. ;)

  28. Habe nicht alles gelesen, deshalb bitte ich um Entschuldigung, falls der Vorschlag schon kam. Wenn der Vater nicht für die Betreuung der Kinder in Frage kommt, kann dann nicht er die Teilnahme am Elternabend übernehmen? Ist er in der Lage, ordentlich mitzuschreiben und ggf. nachzufragen, wenn etwas unklar ist? Oder ist er aus der Verantwortung für seine Kinder so weit raus, dass das keine Option ist?

    • Hallo Gisbert,

      der Vater zeigt kein Interesse, sich an Elternabenden oder überhaupt am Alltag zu beteiligen. Leider. Ich hätte mir das sehr gewünscht.

  29. In unserer kita macht immer ein Erzieher oder Praktikant aus einer anderen Gruppe in einem anderen Raum die kinderbetreuung. das muss natürlich bezahlt werden aber da mehrere Kinder betreut werden sind es nie mehr als 2 oder 3 €.

  30. Hallo,
    ich habe deinen Beitrag erst eben gelesen und bitte verzeihe meine Schreibart bin eher die Mathematikerin. Ich habe das selbe Problem! Einen 12j. Sohn und daraufhin kleinere Kinder. Elternabende erst 19:30Uhr, 3 von 4 Orte sind nicht Fußläufig zu erreichen. Dies würde bei dem längsten Weg bedeuten das ich 1 1/2h benötige um hin zu kommen und zurück dann 2h wegen der Uhrzeit (bin Bus/Bahnabhängig). Ich müsste also spätestens um 18 Uhr los und käme frühestens um 23:30 Zuhause an. Ich hab meinen 12j. einmal auf seinen 7j. Bruder aufpassen lassen um mal eben den Müll in den Keller zu bringen. Daraus wurde ein böser Schuh, bei einem AOSF Verfahren wurde dies angesprochen und mir negativ ausgelegt, der Junge müsse ja auf seinen kleinen Bruder aufpassen das ginge gar nicht. Das dies nicht einmal 5 Minuten waren kümmerte den Amtsarzt nicht (die hatte zwar ohnehin eine ziemlich verschobene Wahrnehmung aber sie ist eben in einer besseren Situation als ich asoziale Alleinerziehende Mutter). Man muss sich einfach die Frage anders stellen: Würde man einen Babysitter einstellen der erst 12 Jahre alt ist? Dazu kann niemand von einem 12j. Kind erwarten bis 24 Uhr auf die kleinen aufzupassen (die aufpassenden bekommen oft kein Auge zu in der Zeit) und diesen am nächsten Tag in die Schule zu schicken? Komischerweise werden diese Tage immer mitten in der Woche veranstaltet. Auch ich habe niemanden der mal einspringt nicht mal am Tag geschweige den in der Nacht. Und mal ehrlich… ich soll meine Kinder irgendwelchen Nachbarn oder Bekannten anvertrauen? Nur um dann zu hören im Falle von Missbrauch oder ähnlichem ich sei selbst Schuld? Nee ganz sicher nicht. Dann müssen die Lehrer, Erzieher/Betreuer etc. eben damit leben das ich nicht kommen kann….

  31. Ich bin zwar nicht alleinerziehend, aber mein Mann arbeitet in der Woche 600 km entfernt. Selbst wenn ich mir den Babysitter leisten könnte, oder die Großeltern da wären: das will ich gar nicht, ich sehe meine Jungs sowieso viel zu wenig, um mir dann noch gemeinsame Zeit durch Elternabende abzwacken zu lassen, wo meist nur gelabert und Klein-Klein-Probleme erörtert werden.

  32. das kenne ich so gut! Na klar, man kann eine 12jährige mit einem 4 jährigem alleine lassen, aber doch nichts abends! Deine Tochter wird den Kleinen wohl kaum ins Bett bringen können und sich artig selbst auch noch bettfertig machen. Wenn du dann um 10 eintrudelst, sind alle hellwach, was viel Spass am nächsten Morgen macht, in meinem Fall ist der ganze nächste Tag hinüber, ich kann mich übermüdet nicht auf die Arbeit konzentrieren und die Kinder kommen müde in die Kita. Die Essenz der meisten Elternabende kann man meist auch in einer kurzen Rundmail zusaammenfassen, Spart Zeit für ALLE Beteiligten.

  33. Dieses Problem trifft ja generell viele Eltern, AE oder nicht.. Hier im Ort ist es auch so, dass z.B. die Männer unter der Woche oft geschäftlich unterwegs sind, oder erst um 9 oder 10 daheim aufschlagen. Alleinerziehend mit Mann nennt sich das wohl. Elternabende beginnen in der Regel um 19 Uhr. Vor 17 Uhr wäre ungünstig, weil da sowohl AE als auch Frauen mit Partner halt noch arbeiten. Und man kann sich nicht für jeden Elternabend einfach ne Stunde früher verabschieden, Je nach Anzahl der Kinder kommt da nämlich einiges zusammen!
    Ansätze gibt es hier folgende:
    Man wechselt sich mit einer anderen Mutter ab bei den Elternabenden (der man die Stimme etc bei Abstimmungen überträgt ) und nimmt nur jedes zweite Mal einen Babysitter.
    Man beginnt relativ früh im sozialen Netzwerk, die Kinder auch mal über Nacht bei Freunden mit Kindern zu „parken“. Eine Hand wäscht die Andere. Und wenn das Kind einer Freundin gerade eine extrem anstrengende Phase hat, dann ist das so. Immerhin muss die Mama da auch durch.
    So ab 7/8 bleiben hier sehr viele Kinder auch mal für 2 Stunden allein daheim, mit Handy auf Abruf. Mein großer Sohn (8) muss sich morgens um 7 auch selbst fertig machen und zur Schule gehen, weil ich um 7 anfange zu arbeiten damit ich zumindest nachmittags etwas von den beiden habe und Papa meist nicht da ist( AE mit Mann). Das schaffen die! Von daher denke ich, ja, Du kannst ein 12-jähriges Kind mit einem 6-jährigen und einem 4-jährigen alleine daheim lassen für 2 Stunden. Oder die 4-jährige mitnehmen.

    • Liebe Schlingeline,

      hier beginnen Elternabende um 20 Uhr – und wir wohnen durch einen Umzug recht weit weg vom Kindergarten und auch der Grundschule, deswegen geht das mit dem Abwechseln beim Kindersitten nicht, denn die Kinder wohnen zu weit auseinander, dann müsste man ja abends um 22 Uhr noch Kinder durch die Gegend fahren und ins Bett bringen. Ansonsten eine gute Idee.

  34. Moin,
    ich habe deinen Post jetzt erst gelesen- da dieser aber trotz allem aktuell ist – hier meine Antwort. Einfach nein. Grund 1: Der Gesetztgeber selbst siehe auch so.
    Grund 2: Es ist nicht deine Pflicht deinen Alltag durchzuwirbeln um fremdbestimmte Termine einzuhalten. Es sollte Pflicht für Lehrer/Erzieher zu sein in Einladungen entsprechende Themen schon mit anzugeben damit man im Vorfeld schon mal seine Meinung dazu kundgeben kann und im Anschluss sollte ein Protokoll an die Eltern verschickt werden.
    Grund 3. dein Bauchgefühl. Ich habe 2 Jungs im Alter von 14und fast 12 und ich konnte sie schon immer auch mal länger alleine lassen. Aber es gibt Tage da geht es nicht. Da brauchen sie mich weil ich vllt. eh schon den ganzen Tag arbeiten war oder weil es einem nicht so gut geht.
    Grund 4: Ein Elternabend im Jahr oder auch 2 sind reine Infoveranstaltungen. M.M. nach sind diese reine Zeitverschwendung da dies im Klassenverbund nichts bewegen. Es werden Elternvertreter gewählt die man nicht kennt, Klassenfahrten beschlossen die man sch nicht leisten kann und man mitwählt weil man sich nicht vor 30 fremden Menschen outen will oder man wird mit Dingen einfach überrumpelt wie dem teuren Atlas oder,oder…
    Fazit: Nein du mußt nicht zum Elterabend.
    Liebe Grüße Kati
    Berufstätig, alleinerziehend, mit alleinerziehenden Freunden und Omma und Vater weit weg

    • Liebe Kati,

      ja, den Gesetzgeber habe ich auch im Blick – wobei mit Nachbarn im Haus, die informiert sind, eine erträgliche Grauzone erreicht ist. Aber es ist klar, dass wenn etwas passiert, die Haftung bei der Person ist, die die Kinder sich selbst überlassen hat, hast schon Recht. Und Gründe 2-4, jo. Es ist oft Zeitverschwendung und den teuren Taschenrechner haben wir nicht gekauft (80 €, Wahnsinn!), sondern geliehen. Weil in BW Lernmittelfreiheit herrscht, und das war ein Elternabend, auf dem ich echt aufgefallen bin, weil ich sagte, das können wir uns nicht leisten. DA haben die Eltern und die Lehrer aber geguckt…

      Viele Grüße!
      Christine

  35. Liebe Christine,
    von der Variante „große Schwester passt auf“ rate ich ganz klar ab: als ich das das letzte mal gemacht habe und es Probleme gab, hat der Vater eine Kinderschutzmeldung beim Jugendamt gemacht. Heute weiß ich, dass mein jüngerer Sohn deshalb oft „Probleme“ macht, weil er vom Asperger-Syndrom betroffen ist, einer Form des hochfunktionalen Autismus. Bitte denke an diese viel zu selten erkannte Behinderung, falls Deine jüngste weiter schwierig bleibt: nicht schlafen, oft wütend und der Vater ein A-loch (womöglich auch Asperger), das kenne ich auch von meinem Sohn. Als ich in unserem Kinderladen darum bat, ihn keinen Mittagsschlaf mehr machen zu lassen, wurde ich sogar der Folter bezichtigt. Viele solidarische Grüße Inga

    • Liebe Inga,

      ich kann dazu hier nur vorsichtig antworten, aber immerhin mischt sich der Kindsvater hier gar nicht ein, nachdem er sich auch 5 Jahre komplett aus allem rausgehalten hat. Das Problem habe ich zum Glück nicht. Ich hab’s aber schon oft gelesen und gehört, dass auch Väter, die sich praktisch um rein gar nichts kümmern, dann gerne mal das Jugendamt kontaktieren und die wildesten Anschuldigungen loswerden, denen das Amt dann natürlich nachgehen muss. Wirklich ätzend, sowas.

      Viele liebe Grüße,
      Christine

  36. Seit ich alleinerziehend bin, seit Juli 2013 habe ich an keinem einzigen Elternabend mehr teilnehmen können (Kindergarten).

    Der Grund hierfür liegt ähnlich:
    a) unregelmäßiger bis garkein Umgang mit dem Vater, den ich nie bitten würde
    b) alle freunde sind entweder selbst auf dem Elternabend und der Partner betreut die Kinder – und nein mitten in der Woche übernachtet mein Kind nicht woanders, da sie dann erst spät einschläft und es wie gesagt mitten in der Woche ist.
    c) verwandtschaft gibt es hier aber gut 1,5 Stunden weit entfernt am anderen Ende von Berlin, eine Tante. Diese Tante wird für folgendes eingesetzt: alle paar Monate, wenn das Kind dauerkrank ist und ich auf Arbeit nicht 2 Wochen am Stück fehlen kann. ODER alle paar Monate, weil ich mal in die Therme will. Aber auf keinen Fall für einen Elternabend, auf dem über Zahnpasta diskutiert wird.

    Ich gebe zu, es ist für mich nicht zu wichtig am Elternabend teilzunehmen, ich nehme an den Basaren teil, ich putze den Kindergarten mit, an Garten und Hausaktionen (2 mal im Jahr), aber ich werde nicht 2 – 3 Stunden in einer Woche, in der ich 30 Stunden arbeite und keine Freizeit habe und wirklich nur noch müde bin, jemanden finden, der auf mein Kind aufpasst, nur weil ich dann über unwichtiges Zeugs reden muss.

    Ich habe den Erziehern gesagt, sie mögen mich über Wichtiges persönlich informieren, ggf. finden wir auch einen Gesprächstermin.

    Sorry so egoistisch bin ich, es ist nicht so, dass ich mich dafür interessiere, nur es ist einfach nicht möglich und auch nicht wichtig genug, die Themen lese ich im Protokoll nach.

    • Liebe Ulrike,

      das sehe ich mittlerweile genauso. Als Alleinerziehende musst du doppelt und dreifach mit deinen Kräften haushalten, es ist unverantwortlich, sich zu viel zuzumuten, und das kann auch ein Elternabend sein, den man nur aus Pflichtgefühl antritt. Wenn ich Zeit habe und es mir möglich ist, komme ich gerne. Aber ich reiße mir kein Bein mehr aus dafür. Es ist allerdings so, dass es meinen Kindern wichtig ist, dass ich hingehe. Da sitze ich dann schon zwischen zwei Stühlen….

      Viele Grüße,
      Christine

  37. Liebe Christine,
    witzig. Ich plane gerade einen Elternabend und lese das daher auch aus der Lehrerinnensicht! An deiner Stelle würde ich deine „Nicht-Erscheinen-Gründe“ knapp dem Lehrer darlegen und um sämtliche Infos per Papier/Email bitten! Wenn ich die Lehrerin deines Sohnes wäre, würde ich das sofort machen und evtl dir einen Termin bei dir Zuhause anbieten, falls du Fragen hast, die besser persönlich geklärt werden sollten!
    Grüße
    Katja

  38. Halli Hallo.
    Schön, daß sich jemand mal dem Thema widmet. Die Thematik ist für alleinerziehende wirklich schwierig (oder auch für Paare, bei denen der andere Elternteil die Betreuung ncht übernehmen kann)

    Vergangene Woche bekam ich zeitgleich zwei Einladungen zu Elternabenden in einer Woche (Kindergarten und Schule)- Beide wichtig, und ich würde so gern gehen. Aber es wird nicht gehen.

    Wenn ich (wie so häufig) bei solchen Terminen absagen muss, dann kommen sie wieder…diese bemitleidenden Blicke und Sätze, wie „ach, das ist aber schade…hast du denn keine Familie, Oma,Opa, Freunde oder Nachbarn, die einspringen könnten?“ Nein, hab ich nicht :-( und irgendwie scheint es jedesmal so, als glaube man mir das nicht.
    Natürlich könnte man sich bei anderen Leuten an den Rockzipfel hängen und sie bebetteln, bitte bitte auf meine beiden Kinder aufzupassen damit ich zu diesen wichtigen Terminen könnte. Aber die Leute in meinem Umfeld setzen sich mit meiner/unserer Thematik gar nicht auseinander. Man fühlt sich dann echt lästig.
    Vor allem, wann sollte ich mich revancieren können? Ich arbeite selber gut mehr als 40 bis 50 Stunden die Woche. Und sich „nicht“ zu revancieren, geht auch nicht.

    Ich fände es gut, wenn solche Termine mal auf die Nachmittage verlegt werden würden,und man die Kinder mitbringen könnte.
    Diese könnten dann auf dem Schulhof oder einem anderen Raum der Schule basteln oder malen.

    Aber da Eltern, welche die Betreuung in den Abendstunden nicht organisiert bekommen, in der Minderheit sind, ist daran wohl kaum zu denken.

  39. Das klingt mega anstrengend. Hut ab!

    Wir leben in einer Patchworkfamilienkonstellation.
    Da ich meine zwei Stiefkinder bereits seid sie 2 und 3 sind kenne und sie auch komplett miterziehe, fand ich es sehr wichtig, dass wir uns mit der Kindsmama abwechseln was die Elternabende betrifft! Denn es ist doch generell etwas anderes wenn man direkt von der Lehrerin die Infos bekommt und nicht von der Mama die vll doch, für uns wichtige Infos weglässt.

    Ich finde es sehr schade das der Papa sich da nicht mit einbringt! Sei es auch mal auf eine. Elternabend zu gehen!

    Ich war damals mit meinen 11 Jahren sehr reif und habe desöfteren auf meine zwei kleineren Schwestern aufgepasst wenn meine Mama spätdienst hatte:) habe meine Schwestern auch vom Kindergarten nach der Schule abgeholt. Aber das war damals. Heut fast schlichtweg nicht denkbar.

    Wenn du deiner großen vertraust dann probiert es aus. Natürlich mit der Nachbarin als Joker die die große dann in Anspruch nehmen kann.

    Lg:)

  40. Ich bin offiziel nicht Alleinerziehende aber irgendwie doch…? Mein Mann arbeitet und Abends hat schule noch…. Ich habe zwei kleine Kinder 3 und halb Jahre alt und 1 und halb Jahre alt… Oma arbeitet auch Opa wohnt weit weg… alle meine Freundinnen haben selber 3-4 Kinder…Nachbarn sind alt und könnten nicht auf zwei kleine kindern aufpassen. Babysitter muss mann bezahlen und vertauen kann ich auch nicht an fremden… Meine Kleine würde nur weinen ohne mich. Echt schwer so ein Elternabend besuchen… oh und hab noch garnicht geschrieben das ich jede Nacht 3-4 Stunde schlafe nur ? also ich bin Abends fertig, kaputt ?

  41. Geht mir genauso. Hinzu kommt, dass mein Kind chronisch krank ist und sich keiner traut. Es könnte nämlich sein, dass … da haben alle Angst.
    Ich verdiene mit 35 Std. so „viel“, dass ich Hortplatz, Ferienbetreuung usw. alles selber zahlen muss. Unter dem Strich habe ich damit weniger Geld als jemand, der Anrecht auf kostenlosen Platz und 1-Euro Mittagessen statt 3-Euro hat. Ich zahle GEZ, bekomme keine Vergünstigungen darf nicht zu den Tafeln gehen usw. (..) Interessiert auch keinen, ich verdiene halt über der Grenze.

    Meine Lösung:
    Kind wird mitgenommen. Das sorgt für irritierte Blicke und all die Schuldzuweisungen, die ich auch bekomme, wenn ich NICHT zum Elternabend, Kommunionsveranstaltung oder was auch immer gehe. Daher mache ich es mir an dieser Stelle einfach.
    Macht nämlich vom Ansehen her keinen Unterschied.
    Alternativ könnte man lügen und sagen, dass man leider genau da arbeiten muss. Oder die Kinder der allein erziehenden Nachbarin beaufsichtigt, die auch mal zum Elternabend muss. Das macht aber nur Sinn, wenn es ohnehin nichts zu besprechen gibt und man eine zuverlässige Quelle für die entgangenen Informationen hat.

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