Unfreiheit als Mutter – Gedanken aus dem Glashaus

Manchmal hab ich dieses Gefühl, eingesperrt zu sein in meinem eigenen Leben. Als habe ich einen langen, beschwerlichen Weg hinter mich gebracht, nur um aus dem goldenen Käfig der Ehe ins Glashaus der Alleinerziehenden zu wandern.

Das Glashaus ist nicht das Internet, in das ich über mein Leben schreibe, und auch nicht meine Bekanntheit, die ich nicht als lästig empfinde. Denn sooo bekannt bin ich gar nicht, und das Internet vergisst eben doch. Menschen vergessen.

Ich bin nicht so gut im Vergessen. Ich habe nicht vergessen, wie es sich anfühlt, frei zu sein. Die Liste der Dinge, die ich tun muss, damit mein Laden läuft, ist lang. Und die Kinder werden zwar größer, aber die Sorgen nicht kleiner, genauso, wie meine Eltern es immer gesagt haben.

Was ich nie wollte, war mich mit etwas abzufinden. Es liegt nicht in meinem Naturell. Aber vielleicht muss ich genau das endlich lernen? Mich damit abfinden, dass ich unfrei bin und bleiben werde?

Freiheit
Oldiefan auf Pixabay.com

Wie gerne würde ich jetzt zum Beispiel einfach in einen Zug steigen und irgendwohin fahren, mich treiben lassen. Gucken, wo ich lande und wen ich auf dem Weg treffe. Ein kühner Gedanke für jemanden, der seit siebeneinhalb Jahren alleine für drei Kinder sorgt. Ich verwerfe ihn.

Ich kümmere mich weiter um alles und versuche, mich zu fügen. Aber es gelingt mir nur schlecht. Hätte, wäre, sollte, könnte, die Konjunktive helfen mir jetzt auch nicht weiter. Ich muss Wäsche waschen, kochen, einkaufen, staubsaugen, Frühstück und Abendessen machen, mich um Arzttermine kümmern, Kleidung besorgen, Tränen trösten, Zettel für die Schule unterschreiben und da sein. Vor allem muss ich da sein. Weil meine Kinder mich brauchen.

Natürlich fahre ich nicht weg, lasse mich nicht treiben, ich halte die Stellung. Und vermisse dabei meinen Exmann, mit dem ich längst Frieden geschlossen habe, auch wenn das ein langer und schwieriger Prozess war.  Denn wenn er eins gut konnte, dann war das unvernünftig sein. Dummerweise war meine vernünftige Entscheidung, ihn zu verlassen, der Todesstoß für die in mir vorhandene Rest-Unvernunft, und es ist gut, dass ich das nicht wusste, als ich mich trennte. Wahrscheinlich sollte ich darüber auch gar nicht nachdenken, sondern etwas fühlen. Aber was ich fühle ist Trauer, und ich weiß nicht, ob mich das jetzt weiterbringt.

Was ich gerne können würde, wäre unvernünftig sein, ohne jemand anderem, also speziell meinen Kindern, zu schaden. Geht das? Und wenn ja, wie kann ich das anstellen? (Und im Nachklapp gedacht: Schadet es meinen Kindern, dass ich so vernünftig bin? Herrje.)

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Käthchen
Käthchen
4. Juni 2017 20:05

Mir geht es ähnlich und ich sehe es als eine Art biographischen Irrtum an, dass ich Reisetante hier so festsitze (ich war seit 8 Jahren nicht in Frankreich! Und in Anbetracht der hiesigen Sorgerechtsstreitigkeiten wird das auch so bleiben…). Trauer darüber, auch hier. Aber aus der Trauer, wie aus der Wut entstehen für mich manchmal neue Wege. Dieses Jahr: allerletzte Groschen zusammenkratzen und eine Woche Nordsee. Immerhin.

die Sammlerin
die Sammlerin
4. Juni 2017 20:05

Hallo, heute ist wohl der Tag zum Nachdenken.
Bei mir ist es der Gedanke, warum ich zwar Pläne mache , aber sie dann aus Angst meiner Verantwortung als Mutter nicht gerecht zu werden, verwerfe.
Ich träume davon , mein ganzes Leben noch einmal umzukrempeln. Jetzt wo ich nur noch für
ein Kind und nicht mehr für vier verantwortlich bin.
Einer Freundin ging es heute ähnlich, auch wenn sie nicht allein erziehend ist.
Wir wollten auch einfach raus ans Meer.
Letztendlich haben wir es nicht getan.

Ich drück dich mal. Du bist nicht allein mit deinen Gedanken.

Sylvia Hubele
Sylvia Hubele
4. Juni 2017 20:32

Doch. Du kannst auch mit Kindern herrlich unvernünftig sein, Schaumküsse zum Abendbrot essen, im Bett die Krümel verteilen (wer nie sein Brot im Bette aß, weiß nicht, wie Krümel pieken ;-)), durch Pfützen stromern und alles spritzen lassen, auf einer wilden Blumenwiese einen Strauß pflücken… na, und so weiter.

Candy Bukowski
Candy Bukowski
4. Juni 2017 20:34

„… ich habe mich nie daran gewöhnt unfrei zu sein. Keine ausreichenden Mittel mehr zu haben. Und keine eigene Zeit…“
Fühle Dich verstanden.

Gadenucht
Gadenucht
4. Juni 2017 20:45

Als ich in der 32. Woche ins Krankenhaus musste wegen Frühwehen und dort 3 Wochen nur lag, wimmerte ich der Psychologin vor „ich habe das Gefühl, ich sterbe“. Und so schön und beglückend und nicht hergebbar das Leben mit meiner Tochter ist – mein altes Leben ist mit ihrer Geburt verschwunden, ein Teil von mir ist verschwunden. Die Fremdbestimmtheit von Beginn der Schwangerschaft an ist geblieben, auch wenn die Freiräume größer werden…
Wir bereiten die Kinder auf ein selbstbestimmten Leben vor, unseres kommt dabei ziemlich kurz.
Trotzdem möchte ich mit niemandem tauschen.

SilkeAusL
SilkeAusL
4. Juni 2017 21:16

Liebe Christine, genau das denke ich seit langem. Ich fühle mich nicht mal wie in einen GLAShaus. Denn da sieht man ja noch, was draußen vor sich geht. Ich fühle mich eher wie in einem dunklen Keller. Oder wie in einer sehr abgeschiedenen Waldhütte(leider ist es hier nicht so ruhig!!DAS käme mir sehr entgegen!). Mein Horizont erstreckt sich vom Kindergarten über die Autobahn, mit all den anderen Genervten und Gestressten zur Arbeit und wieder zurück. Maximal noch zum Einkaufen. Aber selbst dazu komme ich im Moment nicht direkt, sondern erst mit den Kindern. Und auch da fühle ich mich wie… Weiterlesen »

SilkeAusL
SilkeAusL
4. Juni 2017 21:26

Du meinst in 12 Jahren, oder tagsüber? Da ist ja z.B.in der ARD Mediathek schon die(Jaja, ich weiß, aus Jugendschutzgründen…)Blockade:“Sendung kann erst ab 20 Uhr angesehen werden…“
Haha, super! Also doch erst in 12 Jahren… ;)

Claire
Claire
4. Juni 2017 21:22

Liebe Christine, mir ging es ähnlich einige Monate lang. Ich habe mal wieder unwahrscheinlich unter dem Hamsterrad gelitten und tatsächlich das unvernünftig sein vermisst und ich bin seit 2009 alleinerziehend und meine Kinder sind 9 und 2 Jahre alt. Im Moment ist es etwas besser und das hat einen Grund. Meine Kinder und ich, lieben es ins Freibad zu gehen. Dieser Geruch, von Sonne, Chlor und Pommesfett – herrlich. Meine große Kraftquelle im Sommer und mein Grund unvernünftig zu sein (Wäsche waschen, nee – bleibt liegen – Freibad ruft!). Ich habe auch eine gute Begründung, der Sommer und die Freibadsaison… Weiterlesen »

Claire
Claire
4. Juni 2017 21:52

Viel Spaß, Christine….. Hoffentlich haben wir morgen Freibadwetter…..ich trinke dann einen Cappuccino und denke an Dich…….

Caro
Caro
4. Juni 2017 21:23

„… ich halte die Stellung“
Du hälst die Stellung! Dafür hast Du meinen größten Respekt! Wir kennen uns nicht persönlich, aber ich lese Deine Beiträge zu diesem wichtigen Thema. Ich bin nicht alleinerziehend, aber ich ziehe meinen Hut vor Dir, weil Du nicht schweigst, nicht still vor Dich hin rödelst (was höchst verständlich wäre bei der Belastung), sondern irgendwie noch die Kraft findest stellvertretend für so viele andere Betroffene einen überfälligen Kampf zu kämpfen. Eigentlich sollten Dich andere Mütter als eine Art Lobbyistin sehen und sponsern. Vielleicht würde Dir das ein Fitzelchen Deiner Freiheit zurückgeben. Lobbyistinnen unter uns? Ideen anyone?

Rebecca
Rebecca
5. Juni 2017 07:07

Das nicht damit abfinden können ist auch meine Triebfeder – ich verlor bei meiner Trennung vor 5 Jahren alles was ich mir in den 15 Jahren Selbständigkeit davor mühsam aufgebaut hatte. Mit dem Baby auf dem Arm war es mir nicht möglich den Ruin aufzuhalten. Seither arbeite ich Tag und Nacht jede Minute um wieder nach vorne zu kommen, chronische Müdigkeit und ich fühle mich so unfrei und unglücklich wie zu keiner anderen Zeit meines Lebens. Das einzige was mich antreibt ist die kleine Perspektive eines besseren Lebens für meine beiden Kleinen und mich. Aber der Weg von ganz unten… Weiterlesen »

Korinna
Korinna
5. Juni 2017 09:59

Ich frage jetzt mal etwas provokant, meine es aber wirklich nicht provokant, sondern weil es mich wirklich interessiert: wolltest Du eigentlich immer eine große Familie und meinst Du, das Du als Nicht-Alleinerziehende mit 3 Kindern (also mit Partner) das Leben führen würdest, das Du immer wolltest? Obwohl es als Außenstehende natürlich schwer zu beurteilen ist, so lese ich zwischen den Zeilen bei Dir oft, das Du so ein freiheitsliebender Mensch bist, gerne auch mal alleine bist, Dich gerne treiben lassen würdest, sehr gerne im Berufsleben stehst, Dinge in der Gesellschaft voranbringst usw… Natürlich würdest Du Deine Kinder um nichts in… Weiterlesen »

Supersansa
Supersansa
9. Juni 2017 21:04
Antwort  Korinna

Also, ich hab Alleinerziehend und Nicht-alleinerziehend durch, und der Unterschied ist schon frappant – wenn ein Parter da ist, kann man sich Freiräume schaffen, das beginnt beim Duschen in Ruhe und endet beim Kurzurlaub ohne Kinder mit Freund/innen. Von finanziellen Freiräumen gar nicht zu sprechen.
Als Allelinerziehende/r bist du FAST IMMER der einzige Ansprechpartner, der einzige Zuständige, der einzige vor Ort – es mag die superengagierten Trennungsväter geben, aber zu meiner Zeit waren das eher Einhörner, allein auf weiter Flur. Und das schafft einfach viel mehr Unfreiheit, als man das mit einem Partner erlebt.

vailson
vailson
5. Juni 2017 12:41

Zwei Stellen in dem Blog stoßen mir besonders auf: „Was ich nie wollte, war mich mit etwas abzufinden. Es liegt nicht in meinem Naturell. Aber vielleicht muss ich genau das endlich lernen?“ Ja genau liebe Madame Finke. Mit dem Ehemann ganz einfach zufrieden sein und sich damit abfinden, dass eine Ehe eben auch mal bedeutet selbst ab und zu auf das eigene Wollen zu verzichten. Allerdings jetzt ist es auch schon zu spät verehrte Finke, denn deine Kinder wachsen bereits seit etlichen Jahren ohne Papi auf. Hast du gemacht! „Was ich gerne können würde, wäre unvernünftig sein, ohne jemand anderem,… Weiterlesen »

Supersansa
Supersansa
9. Juni 2017 21:05
Antwort  vailson

Liebe/r Vailson,

Sie scheinen einen schlechten Tag zu haben, sonst würden Sie nicht auf Basis mangelnden Wissens so harsch urteilen. Ich wünsche Ihnen für morgen alles Gute!

B.
B.
5. Juni 2017 14:13

Ich bin seit 2 Jahren alleinerziehend. 2 Kinder, der Große hat Asperger, also ganz sicher ist hier auch nicht alles nur easy, sowieso weil ich finde arbeiten mit Kindern gehört verboten. Aber was mich tatsächlich erschreckt, ist das ewige Gestöhne von Alleinerziehenden. Ja, ich habe deutlich mehr um die Ohren seither, eben weil ich arbeiten muss, was vorher nicht der Fall war. Alles andere bezüglich der Kinder, Termine, Schule, Kindergarten, Asperger und und und, die hatte ich auch mit Partner. Und hey, ich war 22 bei meinem 1. Wunschkind und damals war mir schon klar das man mit Kinder nie… Weiterlesen »

Claire
Claire
5. Juni 2017 16:30
Antwort  B.

Liebe B., ich frage mich, warum Du den Blog hier liest, wenn Du das Gejammer nicht mehr hören kannst? Ich denke, jeder kann anderer Meinung sein, aber muss es immer so extrem wertend sein? Sollten wir Alleinerziehenden nicht zusammenhalten, weil wir wissen, dass es immer mal schwierige Phasen geben kann, alleine mit Kind? Es ist ja eine Tatsache, dass man nicht mehr so frei entscheiden kann mit Kindern und das ist je nach Tagesform und Persönlichkeit mal besser und mal schlechter auszuhalten. Ich finde “ begrenztes Gejammer“ völlig in Ordnung, solange es nicht zur Dauerschleife wird. Respekt, Christine, dass Du… Weiterlesen »

B.
B.
5. Juni 2017 14:56

Och, ich genieße meine kinderfreie Zeit durchaus. Ich freue mich zum Beispiel abends darauf wenn sie dann schlafen und ich noch eine Weile für mich sein kann. Oder wenn sie bei Freunden sind. Ich genieße es auch allein einzukaufen wenn sich das ergibt. Aber ich jammere nicht danach. Und ich lebe Freiheiten für mich dann zusammen mit meinen Kindern. Und, vielleicht ist das halt auch ein großer Unterschied. Ich bin einfach glücklich. Ich sehe immer das halbvolle Glas und ja, ich kotze manchmal auch… Gehört ja dazu. Aber Selbstmitleid ist nicht meins. Und das kommt leider, wirklich leider zu oft… Weiterlesen »

Magic
Magic
7. Juni 2017 09:47

Bin zwar nicht angesprochen, beteilige mich aber einfach mal aus dem Off: Es gibt viele Beweggründe, einen Blog zu lesen. Z.B. Amüsement. Als kompletter Gegenentwurf zu Frau Dr. F. (Mann, seit zwanzig Jahren glücklich verheiratet, zwei wohlgeratene Kinder, eher rustikale Bildung, gleichwohl üppig alleinverdienend, abbezahltes Haus, zwei Autos, ein Motorrad, drei bis fünf Reisen im Jahr) amüsiert es mich einfach, Zeuge des Scheiterns einer selbstverliebten Akademikerin zu werden. Ist so ungefähr die Motivation, mit der man sich bisweilen auch Horrorfilme oder Doku-Soaps aus dem Prekariat ansieht.

Magic
Magic
13. Juni 2017 07:51

Meine treusorgende Gattin – die ich heiß und innig liebe – ist auch nach zwanzig Ehejahren noch eine echte Schnitte. Söhnlein überbrückt die Zeit zwischen Abi (1,3) und Studium mit einem Jahr bei den Fallschirmjägern, Töchterlein ist ihrerseits auf gutem Wege zum Abi und genießt ihre Jugend in vollen Zügen. Letzte Familienreise (Ostern) ging in den Harz, vorletzte (Herbst 16) nach Paris. In den Sommerferien steht eine Radreise entlang der Elbe auf dem Programm, anschließend geht es zwei Wochen mit dem Wohnmobil (gemietet, ich bin Amtsrat in der Landesverwaltung, nicht Krösus) durch Norditalien. Für den Herbst ist Binz auf Rügen… Weiterlesen »

MaMo
MaMo
8. Juni 2017 14:30
Antwort  Magic

Harrharr…wohl eher zu viel Sparkassen-Werbung geguckt, was?
Jaja, das Netz ermöglicht etliche Wunder; in 0,nix lässt sich scheinbar jede erwünschte Identität annehmen und man bleibt nicht länger, was man ist, sondern wird, was man gerne wäre – echt magic.
Allerdings gilt meist: Wer am lautesten herausposaunt, wie erfolgreich, zufrieden und frei er sei, der ist dies in realita am allerwenigsten. Der hat u.a. all das, womit er sich brüstet, am meisten nötig – und noch viel mehr!

ISto
ISto
19. Juli 2017 23:02
Antwort  Magic

Uuuh, da hat ja jemand akademische Komplexe :D Keine Sorge, Sie sind genau so wertvoll wie jemand der studiert und promoviert hat, auch wenn Sie ausgebildeter Friseur wären, und trotz abbezahltem Eigenheim und Motorrad :D

Wolfgang R
Wolfgang R
5. Juni 2017 18:04

Ich habe meine Kinder nie als Ursache für Unfreiheit gesehen. Ich habe auch keinen Verzicht empfunden. Es warm und ist einfach nur eine andere Art von Freiheit. Ich war dreimal bei einer Vater-Kind-Kur – und habe es genossen, in der Zeit ein grosses Stück Verantwortung abgeben zu können. Ich hatte allerdings das Glück, dass ich meine Kinder ab und zu über ein Wochenende bei Oma „parken“ konnte und dadurch auch eigene Bedürfnisse nicht zu kurz kamen.

A.
A.
5. Juni 2017 18:55

Ja, das „Gejammere“… mir wurde bewusst vor Ende der Schwangerschaft gesagt, dass wir mit einem Vater nicht zu rechen hätten. Das halbe Umfeld (seins!) erzählte nur noch von dem traurigen, einsamen, unfreien Leben als Alleinerziehende, dass auf mich warten würde. Jeder kannte „so eine“, die – ach die Arme! – ganz allein sei mit dem/den Kindern. Und nie mehr richtig glücklich. Wenn man sich für Kindet entscheidet, ist das Leben, wie man es kannte, IMMER vorbei. Freiheit komplett adé, das weiß doch nun wirklich jeder. Wer das nicht möchte: keine Kinder bekommen. Mit dem alleinerziehenden Status hat das nichts zu… Weiterlesen »

B.
B.
5. Juni 2017 19:20

Ich lese auf vielen Blogs still über allerhand Themen ab und an einfach mal mit. Querbeet, einfach aus Interesse. Und es fällt mir aber leider bei den Blogs der Alleinerziehenden oft auf das viel gejammert wird. Das es jetzt hier deinen Blog getroffen hat wo ich jetzt mal meinen Senf dazu gegeben habe ist reiner Zufall. Mich abheben oder rechtfertigen habe ich zum Glück nicht nötig, weil ich mit meinem Leben sehr zufrieden bin. Weil ich schon immer ein positiver Mensch bin und war und das beste aus allem mache. Und ich wünsche euch von ganzem Herzen, das auch ihr… Weiterlesen »

Herta
Herta
6. Juni 2017 16:55

Hallo, ich finde, wenn die Kinder größer werden, dann werden auch die Freiheiten größer. Christine, deine Große ist doch schon so gut wie erwachsen. Sie hilft dir sicher auch ab und zu? Jedenfalls hatte meine Mutter an uns Kindern im Teenager-Alter eine große Unterstützung. Wir haben eingekauft, gewaschen und gesaugt, im Garten geholfen und auch noch die Oma besucht. Ist das heute nicht mehr üblich? Die anderen beiden sind 8 und 10 oder 11. Die intensiven Betreuungs- und Pflegezeiten sind auch hier vorbei. Gönne dir doch mal eine Auszeit am Wochenende! Hier werden auch durchaus mal sonntags Verabredungen getroffen. Dein… Weiterlesen »

Birgit
Birgit
6. Juni 2017 22:38

Generell kann ich das, was Du mit „Unfreiheit“ beschreibst, gut nachvollziehen. Und auch, dass es notwendig ist, sich gegen die Ungerechtigkeit zu wehren, dass diese Unfreiheit durch Care-Arbeit hauptsächlich auf den Schultern der Frauen lastet. Ich schätze es sehr, dass Du, Christiane, Aspekte dieser System- und Genderungerechtigkeiten aufzeigst und ansprichst. Trotzdem finde ich auch, dass mit dem wachsenden Alter der Kinder vor allem die physischen Belastungen abnehmen (sollten) – da im Haushalt geholfen werden kann (was der ganzen Familie gut tun kann – durch Übernahme von Verantwortung, Lernen der Selbständigkeit, gegenseitige Unterstützung), Verabredungen außer Haus getroffen werden können, Abends mal… Weiterlesen »

Antoinette
Antoinette
7. Juni 2017 19:49

Auch ich lese seit einiger Zeit, was Du und andere schreiben. Heute schreibe ich was mir beim Lesen schon öfter durch den Kopf ging. In dem Haushalt, in dem Du vermutlich groß geworden bist, gab es Deine Mutter, die dafür nahezu alleine zuständig war. Sie war das, was heute Kindermädchen, Putzfrauen, Bring- und Holdienste etc. im Niedriglohnsektor für Familien leisten, in denen, dank gut bezahlter Erwerbstätigkeit, Mütter / Partnerinnen / Ehefrauen diese Dienste nicht mehr leisten müssen. (Auch wir (!) hatten ein Putzfrau erst ab dem Zeitpunkt, als ich (!) sie bezahlen konnte ;-)) Der Beruf Journalist ist in den… Weiterlesen »

misi
misi
9. Juni 2017 08:46

„Ich musste als Kind übrigens rein gar nichts im Haushalt helfen und fand das gut so.“ Klar, das hätte ich auch gut gefunden! Ich habe schon mit ca. zehn Jahren alles Mögliche im Haushalt mitgeholfen – Treppenhaus geputzt, Geschirr abgetrocknet etc. und hatte oft keinen Bock darauf. Aber eine Familie ist kein „Eltern-Hotel“, schon gar nicht, wenn nur ein Erwachsener da ist. Fordern Sie doch von Ihren Kindern etwas Unterstützung, etwas Hilfe ein, auch wenn Sie es in Ihrer Kindheit selber nicht so erlebt haben. Es würde den Kindern gut tun (Verantwortung übernehmen, organisieren lernen, Ihnen HELFEN) und Ihnen etwas… Weiterlesen »

Andrea
Andrea
7. Juni 2017 08:00

Liebe Christine, wir könnten dir auch vorschlagen, dein politisches Engagement zurück zu schrauben – aber gerade das wollen wir ja gar nicht! Davon profitieren wir alle. Es ist vielleicht eine Typfrage, ob man sich immer Kinder gewünscht hat und sich im Leben mit ihnen trotzdem als unfrei empfindet oder eben nicht (bei mir ist das auch gerade mal wieder Thema, nicht alleinerziehend mit zwei Kleinkindern). Aber du hast ein paar Gedanken niedergeschrieben, hast niemandem für irgendwas die Schuld gegeben – verdammt noch mal, wenn man das auf seinem eigenen Blog nicht darf, wo dann? Ich finde das kann man auch… Weiterlesen »

Kristiana
Kristiana
7. Juni 2017 10:14

Ich glaube, dass hat auch einfach etwas mit unserem Alter zu tun. Jenseits der 40 und gar 50 werden die Optionen einfach weniger. Ich denke nicht, dass das an den Kindern liegt. So sehr man sich um sie kümmern muss, so sehr verunsichert einen auch der Tag, an dem sie ausziehen. Mit steigendem Alter ist man auch einfach erschöpfter. Beim Mann heißt das dann „Midlife Crisis“ und ist mit einem Motorrad gelöst. Frauen müssen sich irgendwie anders arrangieren und sollten aufpassen, nicht dem Alkohol zu verfallen. Bei Gesprächen mit Freundinnen kamen wir aber zu dem Schluss, dass auch wieder andere… Weiterlesen »

Susann
Susann
10. Juni 2017 12:05

Liebe Christine, ich kenne dieses Gefühl, wenn auch nicht ganz so stark. Und oft geht es eher in die Richtung „Mir ist alles zu viel.“ Allerdings war das auch vor den Kindern so. Wann immer ich unzufrieden mit meinem Leben bin (und ich finde immer was!), ich war auch vor den Kindern nicht immer glücklich. Wie war das bei dir? Kannst du dich erinnern, ob du dich auch früher schon manchmal unfrei gefühlt hast? Aus meiner Pubertät kenne ich das auch noch gut. Und als es mal ganz schlimm war, bin ich mit einer Freundin einen Monat in den Urlaub… Weiterlesen »

Anja K.
Anja K.
18. Juni 2017 17:46

Liebe Christine, teilweise kann ich dein Gefühl des unfrei sein verstehen. Mit Kindern ist das so. Mein Bruder (2 Kinder, NICHT alleinerziehend, Oma und Verwandte seiner Frau und viele helfende Freunde vor Ort) nannte es Fremdbestimmung durch die Kinder. Als Alleinerziehende ohne Unterstützung und wenig Geld (auch ich gehöre dazu) ist das natürlich noch anstrengender. ABER: Auch dann kann man sich schöne Auszeiten schaffen, in dem man in Urlaub fährt. Natürlich sind das keine Reisen mehr nach Australien, New York oder die Seychellen wie zu meinen kinderlosen Zeiten und keine so tollen Hotels mehr. Aber ich habe in den letzten… Weiterlesen »

Herta
Herta
10. Juni 2017 14:10

Hallo, auch Verheiratete haben oft wenig Geld zum Verreisen. Wir können das auch nicht. Ich hab allerdings auch schon gehört, dass manche Kinder am Urlaubsort nur wichtig ist, ob es dort WLAN gibt. Zum Glück sind meine Kinder nicht so – je älter sie werden, um so besser kann man sie überall mit hinnehmen. Wir hatten schon Wanderungen, Schlossführungen, Städtereisen. Kann man alles gut mit ihnen machen, seitdem sie das Baby- und Kleinkindalter hinter sich gelassen haben. Ich finde, mit Kindern über sechs kommen ganz viele Freiheiten wieder zurück – vorausgesetzt sie haben keine körperlichen oder geistigen Behinderungen. Das einzig… Weiterlesen »

Isabella
Isabella
10. Juni 2017 18:03

Irgendwo gibt es auch da eine Mitte. Die Freiheiten leben, nur eben mit den Kindern. Wegfahren und anderen Begegnen kann man auch mit Kindern im Gepäck. Mit der Freundin Kaffee trinken gehen, aufs Meer starren, Musik machen, tanzen und hüpfen und lachen – alles mit Kindern machbar. Ich denke das Entscheidende ist, den Kindern zu vertrauen, ihnen alles zuzutrauen und es einfach wagen. Ich war mit meinen beiden Kleinen schon so einiges machen, und der Aufwand hat sich immer gelohnt. Oft habe ich wegen ihnen und durch sie noch mehr Freude gehabt und tolle Menschen kennen gelernt. Also nur Mut,… Weiterlesen »

Preston rose
Preston rose
11. Juni 2017 17:07

Liebe Christine, Bitte weiter machen mit dem Blog, weitere Chancen nutzen öffentlich auf die Situation der Alleinerziehenden und deren Kinder aufmerksam zu machen. Öffentlich und medial Lärm machen. Sie sind Sprachrohr für viele. Die Stille Masse merkt, hoppla es geht anderen ähnlich, bin nicht alleine. Vorreiter und Vorbilder wie Sie sind wichtig. Die eine oder der andere Alleinerziehende darf gerne eigene Wege finden. So merken die Entscheidungsträger, die Politik, die allein- oder getrennt erziehenden sind viele Wählerstimmen. Ich muss nicht in allen Details mit ihnen einer Meinung sein, sowas ist nicht wichtig. Wir sind doch tolerant und Kompromissfähig. Sie setzen… Weiterlesen »

Marie
Marie
11. Juni 2017 17:12

Hallo, guten Abend, natürlich ist es klar, dass das ganze Leben sich ändert, wenn man die Verantwortung auf sich nimmt, ein bis mehrere Kinder groß zu ziehen. Aber genauso ändern sich die Umstände im Laufe so einer langen Zeitspanne – ich z.B. (nicht allein erziehend, materiell gesichert pipapo) bin schlicht älter und dabei unendlich müde geworden in diesen Jahren. Ich liebe meine Kinder über alles, aber ich habe einfach keinen Bock mehr, meine Bedürfnisse dauerhaft anpassen zu müssen. Im Gegensatz zu Christine habe ich die Möglichkeit zu kleinen und mehrtägigen Fluchten und ich kann so so so gut verstehen, wie… Weiterlesen »

Joachim ganz Sauer
Joachim ganz Sauer
11. Juni 2017 18:19

… als Alleinerziehender Vater mit zwei Kindern ist das schlimmste Leid die Emanzipation. Es sind die Frauen, die überall in Behörden sitzen und ihren Männerhass ausüben. Die Sahnehaube sind viele weibliche PolitikerINNEN, kinderfeindlich bis in den letzten Knochen und obrigkeitshörig. Um es mit den Worten von Sarrazin zu sagen:“ Niemand will kleine Nazis haben. “ Diese Frauen haben Politik im Kindergarten gelernt, lesen nie ein Buch ( Sarrazin würde ihnen gut tun ) und bilden sich ein , junge arabische und dunkel Männer ins Land rufen zu müssen um ihnen fettes Geld vor die Füsse zu werfen. Vom Sex mit… Weiterlesen »

Claire
Claire
11. Juni 2017 20:32

Sehr geehrter Joachim ganz sauer, bitte benutzen Sie den Islam nicht für Ihre möglicherweise verständliche Wut. Der Islam ist nicht mehr oder weniger frauenfeindlich wie die Bibel. Ich arbeite mit Flüchtlingen, habe eine Weiterbildung gemacht den Islam betreffend und habe so den Einblick bekommen, dass das Frauenbild kulturell bedingt ist. Wenn wir uns daran erinnern, war das Frauenbild vor 60 Jahren in Deutchland auch ein ganz anderes. Heute ist das Frauenbild jedoch immer noch nicht fortschrittlich genug und ich finde, Sie können einzelne schlechte Erfahrungen, die Sie gemacht haben, nicht auf alle Frauen beziehen und dann noch den Islam da… Weiterlesen »

USH
USH
11. Juni 2017 20:18

Was soll man zu einem Schreiber sagen, der so etwas verfasst? Dass er eine arme Sau ist, weil seine Sicht auf die Welt und das Leben so erbärmlich subjektiv ist? Ferndiagnostisch darüber urteilen, mit wem ihn seine Ex und warum betrogen hat? Und, ob sie ihm das Auto abgenommen hat? Ach was…zu viel der Ehre für eine misogyne Wurst.

Klaus
Klaus
12. Juni 2017 03:45
Antwort  USH

Misogynie ist ein abstrakter Oberbegriff für soziokulturelle Einstellungsmuster der geringeren Relevanz bzw. Wertigkeit von Frauen oder der höheren Relevanz bzw. Wertigkeit von Männern.
.
Aha. Wieder ein neues Wort kennengelernt.

Wendulinde
Wendulinde
11. Juni 2017 20:48

Ja so sind sie! Diesen Frauenhassern würde ich nicht so viel Zeit widmen, das haben sie nicht verdient und sie rauben dir absichtlich die Zeit. Damit schließen sie aus, dass du sinnvolle Arbeit erledigen kannst. Haben die mit mir auch schon gemacht. Einfach abperlen lassen und weiter machen, was wichtig ist.

Mona
Mona
13. Juni 2017 13:06

Wo kommen nur all diese ekligen Kommentatoren her – und warum treiben die sich alle bei dir rum? Bei anderen Mama-Blogs sind sie mir zumindest noch nicht aufgefallen. Liegt das nur daran, dass du auch Schattenseiten thematisierst? Die gibt es nunmal. Und „Unfreiheit“ ist eine der wichtigsten. Ich bin zwar nicht alleinerziehend, aber trotzdem kann ich nicht immer machen, wonach mir gerade der Sinn steht, weil ich Kinder habe. Ich finde ganz einfach, das ist es wert. Weil die Sonnenseiten überwiegen. Aber ich finde auch, den Schatten darf man trotzdem benennen (und weil es gerade so gut passt – ich… Weiterlesen »

Mona
Mona
13. Juni 2017 18:32

Respekt, dass du damit umgehen kannst. Ich moderiere auch die Seite einer willkommensinitiative und muss sagen, dass ich inzwischen Hasskommentare und Provokationen gnadenlos lösche. Ich habe einfach festgestellt, dass die für Argumente komplett taub sind und mich das viel mehr. Beschäftigt und runterzieht als gut für mich ist. Ich hoffe, das ist bei dir nicht auch so! Ich habe dazu neulich dieses Zitat gesehen und fand es recht passend: «Mit dummen Menschen zu streiten, ist wie mit einer Taube Schach zu spielen. Egal, wie gut du Schach spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren,… Weiterlesen »

Herta
Herta
13. Juni 2017 17:08

Hallo, hat man denn als kinderlose Frau so viel mehr Freiheiten und Optionen? Meine beiden Freundinnen haben beide weder Partner noch Kinder, aber weder machen sie Weltreisen noch haben sie einen überbordenden Bekanntenkreis oder pflegen zahlreiche Hobbys. Die eine hat eine Arbeit, die sie nicht besonders mag, aber da nicht rauskommt, weil für etwas anderes der Horizont nicht reicht. Das ist nicht böse gemeint, aber es gibt tatsächlich alleinstehende Frauen, denen es nicht vergönnt ist, einen supertollen, vielseitigen Job zu haben, in dem sie aufgehen können und sich bestätigt fühlen. Meine andere Freundin ist rechte Hand vom Chef und arbeitet… Weiterlesen »

Sarah
Sarah
16. Juni 2017 18:57

Puh, ich hab was dummes getan und die Kommentare hier gelesen und manche davon…aber na ja. Jedenfalls war dann meine Zeit abgelaufen und ich konnte selbst nicht mehr kommentieren ;) Ich hab an keiner Stelle das so gelesen, dass du das als Wettbewerb hinstellst wer am unfreiesten sei: die Kinderlosen oder die Eltern in Partnerschaften, die getrennt Erziehenden oder die ganz Alleinerziehenden. Ich glaube aber zu wissen was du meinst (und das obwohl ich in meiner Partnerschaft mit Kindern ja relativ viele Freiräume habe). Manchmal treibt es mir die Tränen in die Augen wenn ich unsere kinderlosen Nachbarn beobachte (das… Weiterlesen »

Vera
Vera
17. Juni 2017 09:30

Hallo zusammen!
„Was ich gerne können würde, wäre unvernünftig sein, ohne jemand anderem, also speziell meinen Kindern, zu schaden. Geht das? Und wenn ja, wie kann ich das anstellen?“
Ich fände es schön, diesen Gedanken von Frau Finke noch einmal aufzugreifen. Allerdings: sich treiben lassen, eigene Wünsche und Bedürfnisse verfolgen und umsetzen – das ist doch Vernunft.
Auch wenn das eine ganz individuelle Sache ist – wo und wie klappt es denn?
Liebe Grüße, Vera (alleinerziehend)

Wendulinde
Wendulinde
19. Juni 2017 05:31

Reisen mit SGB II? Ich war die letzten 19 Jahre nicht verreist und Kuren gibt es nur mit Krankheit. Übrigens zahlen wir in SOZIALKASSEN nicht aber in HARTZ IV ein, gewöhnt euch doch ab von einem Vorbestraften zu reden, der Herr Hartz ist, wenn ihr Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch meint. Hartz IV ist ein Schimpfwort und zieht arme Menschen in den Dreck.