Beobachtungen zu Gleichberechtigung: Wenn Paare einkaufen

Wenn ich einkaufen gehe, und das tue ich oft, denn vier Personen brauchen viele Lebensmittel, dann schaue ich mich dabei immer um. Ich gucke, was die Mitmenschen sich so in den Wagen gelegt haben, und ich sehe mir an, wie sie sich an der Kasse benehmen.

Und was ich da relativ oft beobachte, ist dass Frauen die Waren aus dem Wagen aufs Band räumen, der sie begleitende Mann dabei auf sein Handy schaut oder einfach nur unbeteiligt in die Gegend guckt, und die Frau nach dem Scanvorgang auch noch alles wieder in den Einkaufswagen einräumt. Der Mann zückt derweil sein Portemonnaie und nimmt entweder Bargeld oder eine Karte raus, um den Einkauf zu bezahlen. Und am Ende schiebt die Frau den Einkaufwagen aus dem Laden, wo sie dann gemeinsam zum Auto gehen und wiederum die Frau die Dinge aus dem Einkaufswagen in Taschen packt. Dann verliere ich die Leute meist aus den Augen, aber ich vermute, dass der Mann dann die schweren Taschen ins Auto befördert und sich ans Steuer setzt. Zuhause wird die Frau auspacken, so wie damals bei meinen Eltern.

Gleichberechtigung Einkauf
Alexas_Fotos auf Pixabay.com

Da es ganz sicher kein “Frauen räumen alles ein und aufs Band”-Gen gibt, muss es sich hier also um gelerntes Verhalten handeln. Ich staune mittlerweile, wie selbstverständlich das ist, denn ich habe noch nie gesehen, dass ein Mann alles tat, was wie oben geschildert sonst die Frauen machen, und dass die Frau dabei auf ihr Handy schaute oder den Eindruck vermittelte, das ginge sie alles nichts an. Sind Frauen einfach zu dienstbar und hilfsbereit!? Liegt es an uns? (Antwort wird hier im Text nicht geliefert. Ich meine das wirklich als Frage.)

Ich habe das heute mal umgedreht. Denn heute ergab es sich, dass ich mit der Großen (17) und ihrem Freund (auch 17) einkaufen ging, und wir luden den Einkaufswagen richtig voll. An der Kasse sagte ich “Mensch, macht doch Ihr mal alles, und ich gucke nur zu und zahle!”, und die beiden fanden das interessant (geholfen hatten sie schon vorher), aber ich selbst fand es total schräg. Jemandem zuzugucken, wie er/sie arbeitet, ist nicht in mir drin. Wie machen das all diese Männer, die zum Einkaufen nur mitkommen, um zu bezahlen oder auszusuchen, was eingekauft wird?

Als wir rausgingen, schob der Großefreund den Einkaufswagen, und wir packten alles gemeinsam ins Auto ein. Das war angenehm, weil alles so schnell ging, und auch das Tragen der schweren Taschen nach Hause von Parkplatz zur Wohnung war zu mehreren sehr schön. Aber sowas von ungewohnt.

Andererseits dachte ich, und das prägte sich mir ein, dass es sehr bequem ist, wenn man nicht so viel tun muss. An Privilegien gewöhnt der Mensch sich schnell. Wäre ich ein Mann, würde ich vielleicht denken, es sei normal, dass die Frauen alles machen. Weil sie es immer tun. Und ich glaube, es ist an der Zeit, das zu lassen. Das das aber nicht leicht ist, weiß ich auch – schließlich habe ich lange genug in einer Ehe gelebt. In Beziehungen schleifen sich immer Dinge ein. Aber gut ist das nicht.

Und dann stellte ich mir vor, was passieren würde, wenn überall in Deutschland die mit ihrem Partner einkaufenden Frauen einfach an der Kasse keinen Finger rühren. Die Revolution beginnt im Kleinen.

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44 Kommentare auf "Beobachtungen zu Gleichberechtigung: Wenn Paare einkaufen"

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Rübenkind
Gast

Bei uns ganz genau umgekehrt… er hat da ein “System”, in das ich ihm nicht reinfunken soll ;-) und da ich mehr verdiene, zahle ich in den meisten Fällen. Anschließend schiebt er den Einkaufswagen weg, nimmt Kind und Einkaufstasche und wir gehen zum Auto (okay: welches meistens er fährt. Bisschen Klischee muss sein.)

Katinka
Gast

Ist bei uns auch so. Allerdings wollte (und will manchmal immer noch) mein Mann anfangs tatsächlich an der Kasse helfen beim aus- und einpacken. Aber ehrlich gesagt sage ich ihn immer das er das lassen soll. Er ist mir da zu chaotisch und stört mich da nur. Er darf da jetzt das Kind bespaßen und durch die Quengelware an der Kasse bringen ;)

Ausgepackt wird dann aber gemeinsam

Benjamin
Gast

Und genau das wird wohl auch bei den meisten Paaren der Grund für dieses Verhalten sein.

Und warum sind mehr Frauen allein auf Familieneinkauf als Männer? Von meiner Ex-Frau wurde ich nicht mehr allein losgeschickt, weil sie an meinem Einkaufsstil bemängelt hat, dass ich dann nur mit dem nach Hause kam was auf dem Einkaufszettel stand.

Warum fahren auch ich beim gemeinsamen Einkaufen das Auto? Meine jetzige Freundin will das große Auto nicht fahren.

Ich find es übrigens toll, wenn sie bezahlt. Macht sie leider nicht immer.

Anne
Gast

Wir machen nicht (mehr) so oft große Einkäufe zusammen, weil ich das meiste in dem Laden, in dem ich auch arbeite, einkaufe. D.h. auch zahle und heim schleppe ;-)
Wenn wir aber gemeinsam einkaufen, verräumen wir erstaunlicherweise ganz gut gemeinsam aus dem und in den Wagen und ins Auto. (Und was der Mann “falsch” macht, “korrigier” ich dann nebenbei :-p) Und daß es bei diesen Einkäufen zahlt find ich dann auch ok, das tägliche (auch nicht wenige) Gedöns geht ja auf mich (mit dem weit geringeren Lohn).

Annette
Gast
Wir gehen praktisch nie zusammen einkaufen, meist wechseln wir uns ab, wobei der Mann es öfter macht. Dass wir früher, als wir noch Zeit für gemeinsame Einkäufe hatten, so waren kann ich mir nicht vorstellen… Wir haben schon eine ganz gute Arbeitsteilung, vor allem seit ich wieder arbeite. Aber so ein paar Baustellen bleiben. Ich hab seit Tagen einfach mal nur meine rumliegende Kleidung wegeräumt, weder seine noch die der Kinder. Naja, liegt halt noch alles da. (Bis gleich, weil morgen meine Mama zum Kinderhüten kommt und das kann ich dann nicht). Ich übe auch noch, nicht die Spülmaschine umzuräumen,… Read more »
Heike
Gast

Da hab ich aus Versehen nen Daumen gedrückt,sorry.

Annett
Gast

Also hier übernimmt das Räumen und Packen der Mann. Der hat sein System und macht das schon. Beim Bezahlen gibt es kein System, da wir eine gemeinsame Haushaltskasse haben und es egal ist, wer bezahlt. Auf andere habe ich noch nie geachtet, werde das aber jetzt mal machen.

Saskia
Gast
Immer wieder lese ich Ihre Artikel mit Interesse. Sie sind eine sehr kluge Frau und dies bewundere ich. In letzter Zeit scheint mir Ihre Wahrnehmung der Dinge jedoch immer selektiver zu werden und scheint mitunter fast verbittert. Wahrscheinlich müssen Sie Sachverhalte so reduzieren um zu polarisieren und damit Aufmerksamkeit zu erhalten. Alles für den Kampf für die eigentlich gute Sache. Häufig schüttle ich aber den Kopf, da sie so völlig an meiner Lebenswelt vorbei schreiben. Vielleicht ist das nicht mein Verdienst sondern einfach das Glück eine Generation später als Sie geboren worden zu sein. Mein Freund und ich haben ein… Read more »
Susann
Gast

Schön, dass das bei Euch so zur Zufriedenheit beider und im feministischen Sinn klappt. Ich glaube allerdings, das ist weniger eine Generationenfrage als eine Frage der Zugehörigkeit zu einer sehr bewußt “nicht-klassisch-rollenverteilt” lebenden und entscheidenden kleinen Gruppe. Ich kenne hier oder anderswo kein Paar, dass sich Carearbeit 50:50 teilt und ein Paar, in der die Frau Vollzeit erwerbstätig war und ist, während der Mann in Elternzeit war bzw. jetzt in Teilzeit tätig ist. Das Fass, ob das gewollt oder Resultat von Zwängen ist, mag ich jetzt nicht aufmachen.

SilkeAusL
Gast
Ist das jetzt auch ein “Klischee”, wenn ich sage: Männer denken beim Auspacken des Einkaufswagens aber schon nicht vorausschauend. Wie lege ich alles passend aufs Band, das es auch passend in den Taschen/im Einkaufskorb liegt? NICHT: die Eier und Tomate zuerst, dann ein paar Konserven, dann Klopapier, dazwischen ein paar Schaumküsse, dann wieder etwas schweres…Oder: was in den Kühlschrank muss alles zusammen, damit man es zu Hause als erstes aus dem Auto und schnell in den Kühl-/Gefrierschrank gepackt werden kann. Dann mache ich es lieber selbst, bevor ich zermatschtes Gemüse und Eier habe und in allen Taschen suchen muss, wo… Read more »
Susann
Gast

Ja, das ist ein Klischee. Abhängig davon, ob der/die Einkaufende ein Tetrisschlichter ist oder nicht. Der Liebstebeste ist ein Tetrisschlichter und ich erfreue mich intelligent und minutiös vollgepackter Klappboxen nach dem Einkauf.

Christiane
Gast

Och, ich würde ihn mal machen lassen (alles), wie soll er es denn sonst lernen? Spätestens beim einräumen der zermatschen Eier oder der gedrückten Schaumküsse würde er merken, dass es so nicht funktioniert. Partnerschaft, nicht Angestellte.

Mann
Gast

Ich habe da auch so meine Beobachtungen bei Paaren. Frauen zahlen selten bis nie. Männer zahlen mehrheitlich bar und wenn die Frauen bezahlen, dann mehrheitlich mit Karte. @Rübenkind Coole Sache, wenn Frauen mehr verdienen als Männer. Das will ich auch. Hast Du nicht eine Kollegin oder Freundin?

Sindy
Gast
Ich kaufe am liebsten allein ein 😀 dann geht es schneller und effizienter. An der Kasse habe ich auch ein System zum Draufräumen und Wegesortieren. Das habe ich übrigens von meinem Papa – bei meinen Eltern ist er derjenige, der das Einkaufen übernimmt. Wenn ich mit meinem Mann einkaufe, packen wir die Sachen dennoch gemein aufs Band, das ist selbstverständlich. Und wer bezahlt ist unterschiedlich und auch total egal, denn es geht vom selben Konto ab. Nach Hause fahre meist ich, denn ich sitze am liebsten selbst am Steuer und meinem Mann ist das egal. Ich denke hier muss man… Read more »
Kristina
Gast
Bei uns ist das komplett anders. Den Einkaufswagen räume ich zwar selbst aus und ein, ich trage aber auf gar keinen Fall schwere Taschen und ich räume auch keine Einkäufe aus. Nachdem ich bei uns zu Hause die Selbstständige bin und oft lange abends arbeite, wohin er angestellt und oft um sechs daheim ist, habe ich auch direkt nach dem Zusammenziehen verfügt, dass der Löwenanteil der Hausarbeit an dem kleben bleibt, der früher zu Hause ist. Und ich stelle sicher, dass das auf gar keinen Fall ich bin ;-) ich bin zuständig für den Hund und fürs einkaufen freitags. Waschen,… Read more »
Geekodernerd
Gast
Hallo Christine, muss ich beobachten. Bei uns ist es anders herum. Erst seit etwa gut einem Jahr können wir uns die Zeit leisten, manchmal zusammen einzukaufen, da die Kinder eine Weile alleine bleiben können. Das geniessen wir sehr, beim Einkaufen zu besprechen worauf man jeweils Lust zu kochen hat, usw. An der Band darf ich nicht im Weg stehen, sonst störe ich sein System. Aber aufs Händy schaue ich nicht. Ich zahle aus dem gemeinsamen Konto, die Taschen packen wir zusammen ein, er fährt (mich macht er als Beifahrer nervös). Ausgeladen wird dann mit Kinderhilfe, meistens schnappe ich mir die… Read more »
Simone Hundt
Gast

😂 also, wir haben 2 Kinder, etwas über 2 Jahre alt und 7 Monate. Wenn wir alle 4 Einkaufen gehen, sitzt der Große im Wagen und ich habe die Kleine entweder in der Trage oder im Liegebuggy. Papa saust mit dem großen durch die Gänge, immer an mir vorbei, dass ich alles in den Wagen packen kann. An der Kasse räumt Papa mit aus und alleine ein, ich bezahle vom Haushaltsgeld… Wir haben Wagentaschen, die werden dann direkt eingeräumt, also am Auto nur umheben. Alles durchorganisiert, aber von mir! Papa hat da nicht viel mitzureden, Papa darf nur arbeiten… 😂😉

Susann
Gast

Wir machen das immer gemeinsam. Räumen gemeinsam auf das Band, der Liebstebeste räumt nach der Kasse in den Einkaufswagen und dann in den Kofferraum. Zuhause räumt mal er weg, mal ich, mal wir beide.
Aber was natürlich eine richtige Beobachtung ist: Privilegien werden schnell zur Selbstverständlichkeit.

Lucyfe
Gast

Ist hier komplett andersrum: ich wähle, sortiere aufs Band, er lädt es zurück in den Wagen, ich zahle. Zuhause räume ich es weg. Passt einfach

B.
Gast

Sie haben uns noch nicht getroffen beim Einkaufen ;-)
Fahren tun wir abwechselnd… Bezahlen auch. Ein- und ausräumen hauptsächlich er oder wir zusammen. Also irgendwie ganz normal halt.
Übrigens waren wir heute erst gemeinsam einkaufen und ich habe während er die Sachen aufs Band gelegt und wieder eingeräumt hat, auch die Leute beobachtet….Und mir fiel eher auf wie viele Männer mit ihren Kindern ohne Frauen einkaufen waren, bzw der Großteil der Männer die Sachen ein- und ausgeladen haben. Das hat sich ganz schön verändert in den letzten 10 Jahren.

Sabine Keller
Gast

Liebe Frau Finke,
Aus meiner Sicht ein von uns Frauen selbst geschaffenes Problem – wer erzieht denn die kleinen Jungs? Und ich hab selbst im Kolleginnenkreis (junge Akademikerinnen) mitbekommen, dass bei gleicher Erwerbstätigkeit die Frauen den Hauptteil der Hausarbeit managed. Da kann ich nur sagen: einer der’s macht, ein anderer, der es mitmacht. Mein Mann wurde glücklicherweise nicht von Mama verwöhnt und würde sich angesichts seiner garstigen Ehefrau nicht ansatzweise trauen, am Kassenband auch nur eine Hand Richtung Handy zu schieben.
In diesem Sinne herzliche Grüße
S. Keller

Susanne
Gast
Guter Punkt. Habe unmittelbar meine Jungs (9, 11) für heute zum Einkauf und Kochen verpflichtet. Ich hasse einkaufen, wenn es mein Mann nicht tut, tut’s niemand. Bin jetzt aber alltagsalleinstemmend (ist das besser als das übergriffige “unter der Woche auch alleinerziehend”? Ich hoffe. Beschreibt jedenfalls die Realität, habe aus beruflichen Gründen mit Kindern die Stadt gewechselt – andere würden es “Karriereschritt” nennen – und bin im Schnitt zwei bis vier Wochen am Stück ohne Papaunterstützung). An unsere Supermartkasse gibt es haufenweise Väter-Mitbringsel (“bester Papa der Welt”). Für Mütter: Fehlanzeige. Klar, wieso auch, die steht ja da und bringt mit (so… Read more »
Anonyma
Gast
Ich finde das richtig beobachtet, dass es oft bei Paaren eine solche Arbeitsteilung gibt, mit der die patriarchale “symbolische Ordnung” beständig hergestellt wird, die da lautet: Er ist der Chef! Dazu gibt es schöne Artikel von Antje Schrupp auf ihrem Blog, zum Beispiel der zum Autofahren und warum beim gemeinsamen Familienausflug Frauen, die üblicherweise die ganze Woche das Familientaxi steuern (das wiederum machen Männer eher nicht), dem Herrn des Hauses das Steuer überlassen und offensichtlich das Fahren verlernt haben (das war bei meinen Eltern immer so!). Anderes Beispiel: Wer dekantiert den Wein und schenkt den Gästen ein? Das mögen Kleinigkeiten… Read more »
Katharina
Gast
Oder WEIL ich schon die ganze Woche die quängelnden Kinder kutschiert& den Van in viel zu kleine Parklücken manövriert habe, mir von hinten gegen den Sitz getreten wurde, es mich total nervt, bei Regen durch LKW Kolonnen zu schlängeln ist es fein, sich einfach einmal kutschieren zu lassen und beim Blick aus dem Beifahrerfenster den Tagträumen nachzuhängen. Wein dekantieren die Snobs, das Volk trinkt Bier und der Mann läuft runter in den Keller um es zu holen, während die Frau weiter quatschen kann. Alles eine Frage der Perspektive. Wenn es so läuft, ist SIE Prinzessin oder Diva, wenn es andersherum… Read more »
die Olli
Gast
Hmm… vielleicht hilft manchmal auch einfach hinter die Fassade gucken. Nur weil es nach aussen hin den Anschein dieser angeblichen “symbolischen Ordnung” hat, muss das ja gar nicht unbedingt der Fall sein. Bei uns zahlt scheinbar er – aber er hat halt nur meistens unser gemeinsamen Einkaufsgeld, weil wir ja nicht extra zwei Geldbeutel mitschleppen müssen. Einräumen mach dann ich – während er zahlt. Das spart Zeit und erfreut die Leute die hinter einem an der Kasse stehen. Hat aber irgendwie nix damit zu tun, dass er angeblich der Chef sei. Alles andere machen wir ja eh beide (aufs Band… Read more »
Sanne
Gast

Da bei uns meist ich einkaufen gehe, und mich in den betreffenden Geschäften gut auskenne, bin ich weitaus effizienter als mein Mann, wenn wir doch mal zufällig gemeinsam einkaufen. Aufs Band und ins Auto kommt es aus o.g. Gründen auch durch mich. Bezahlen ist egal – gemeinsame Kasse. Schleppen und ausräumen ist dann seins. Und ja, Hilfe wird angeboten, aber es gibt Sachen, da bin ich wesentlich schneller, wenn ich sie allein erledige.

Dirk Görtz
Gast
Eigenständiges, selbstverantwortliches Einkaufen ist eine ziemliche komplexe und anspruchsvolle Aufgabe, wenn man mal darüber nachdenkt. Es gehören da eine Menge Kompetenzen dazu, die Männer häufig nicht haben oder eben gar nicht haben wollen. Wer einkauft muss eine komplette Menüplanung im Kopf haben, für eine ganze Familie, das muss schmackhaft sein und gesund, kreativ, bei knapper Kasse auch sparsam. Das setzt voraus, dass man kochen kann, dass man Wissen hat über Ernährung, die Nahrungs- und Genussmittel, usw. . Männer sind das nicht gewohnt, aus verschiedensten Gründen. Vielleicht weil sie von Mama gleich bei ihrer Frau eingezogen sind, warum auch immer, würde… Read more »
Nerd oder Geek
Gast
Dann mache ich ein bisschen was richtig. Wann immer es geht, beziehe ich die Kinder in die Planung mit ein. Mit 11 und 14 sind sie dafür Verantwortlich, dass ihre Wünsche für die Brotdose da sind, d.h. rechtzeitig in die Einkaufsliste geschrieben werden. Der nächste Level ist dann, genug einzukaufen, dass immer was da ist, aber nicht so viel dass es verdirbt. Letzten Sommer habe ich Haushaltsgeldbeutel eingeführt. Da kommen Sonntags 5 bis 10€ rein, daraus dürfen Sie selbständig “dringend fehlendes” nachkaufen, solange es einigermaßen gesund ist. Habe es vor allem deswegen eingeführt, um mir die morgendlichen Diskussionen zu ersparen.… Read more »
Ute
Gast

Manche Kommentare beantworten die Frage nach dem “Warum macht er es nicht?” ganz direkt:
weiblicher Perfektionsanspruch

Wann immer ich möchte, dass er/sie etwas macht, dann muss ich akzeptieren, dass es nicht genau so gemacht wird, wie ich es machen würde. Ich muss akzeptieren, dass manches nicht genau dann gemacht wird, wenn ich es tun würde (bevor Besuch kommt…).

Wer Hilfe nur akzeptiert, wenn sie genau so kommt, wie man selbst es tun würde, wird irgendwann alles selbst machen. Denn niemand macht es ganz genau so wie man selbst.

Jörg Rupp
Gast
Eigentlich wollte ich nur schreiben, dass es bei uns so ist, dass meine Frau so gut wie gar nicht einkaufen geht – und ich das alles mache. Aber wenn ich heir lese “ich korrigiere meinen Mann”, dann kann ich jeden verstehen, der da schlicht und ergreifend nichts tut. Ich würd noch nicht einmal mitgehen, wenn meine Frau meinte, mein Einpackverhalten zu korrigieren. Was für Unverschämtheiten hier formuliert werden, ist unglaublich. Das sind (um mal bei der hier herrschenden und auch im Blogbeitrag präsentierten Verallgemeinerungstendenz zu bleiben) dann vermutlich die Frauen, die sich beschweren, dass ihr Mann so gar nicht hilft… Read more »
susi
Gast

In diesem Fall hilft nur ein offenes Gespräch, denn die Korrektur- oder Meckermethode ist wirklich zum k*tzen. Wenn der oder die PartnerIn künftig Hilfe braucht, muss er oder sie sich als Pedant zurücknehmen. Hat viel mit gutem Delegieren zu tun. In einer modernen Partnerschaft sollte das ohne albernes „dann mach ich halt nix mehr“-Getrotze doch möglich sein?

Sanne
Gast

Ich persönlich finde, es hat nichts mit Perfektion zu tun, wenn man nicht möchte, dass die Bananen zerdrückt oder die Tiefkühlware aufgetaut daheim ankommen. Und wie Stefan weiter unten schreibt, ist das auch nicht geschlechtsspezifisch, sondern der- oder diejenige, der oder die sich mit Küche und Kochen befasst, setzt da einfach andere Prioritäten.

Susi
Gast

Darum habe ich bewusst neutral geschrieben, Sanne. (Ist ja heutzutage leider Usus, dass man eine Seite Disclaimer einbauen muss, um alle alle alle mit einzubeziehen) Aber Du kannst den Menschen doch nicht die Lernfähigkeit absprechen, Fehler wie zerquetschte Bananen oder aufgetaute TK Produkte zu wiederholen? Wer so etwas bringt, bemerkt es beim Einräumen und dann passiert es normalerweise nicht mehr. Ok, nun definieren wir noch ‚normalerweise‘ 😉

Stefan
Gast
Interessant! Bei uns ist das irgendwie komplett anders. Aber nicht nur das Einkaufen. Wir haben eh ein umgedrehtes Rollenmodell. Beim Einkaufen suche ist meist aus was wir brauchen. Meine Partnerin kocht ja auch nur ganz selten. Sie packt sich nur ein paar Dinge ein, die sie sich eben wünscht. Ein bestimmtes Joghurt oder eine Packung Chips. An der Kasse packe ich die Dinge auf das Band. Auch lade ich die Sachen wieder in den Einkaufswagen ein. Sie bezahlt. Warum? Ich bezahle die Miete und die Nebenkosten. Sie die Lebensmittel und Verbrauchsgüter. Haben wir so aufgemacht. Auch lade ich alles ins… Read more »
Vreni
Gast

Ich beobachte auch viele Männer, die alleine Einkaufen oder mit Kindern, ganz ohne Frauen. Im Laufe der Jahre hat mein Mann gemerkt, wie gut es ist, nach System aufs Band zu legen und einzupacken (kaputte Eier, geplatzte Sahne, matschiges Obst). Und auch die Kühlware in eine Tasche, damit die als erstes versorgt werden kann und der Rest zur Not einfach stehen gelassen wird. Jetzt macht er es von alleine so und wir verräumen alles gemeinschaftlich aufs Band, in die Taschen oder ins Auto.

Einmalandersmitscharf
Gast

Unsere Einkaufs-Choreografie geht so: Ich schreibe die Einkaufsliste. Im Supermarkt sucht er dann die Basics zusammen und ich die Zutaten für die Hauptmahlzeiten. An der Kasse räumen wir gemeinsam die Sachen aufs Band. Wieder in den Wagen räumen macht er meistens, auch das Bezahlen. Dann schiebe ich den Wagen zur Seite und ich packe den Rucksack voll und er den Einkaufstrolley. Die bringen wir dann zu Fuß nach Hause und packen dann gemeinsam beides aus.

Wir haben also sowohl Soloparts als auch Pas de deuxs .

Robin
Gast
Mein Stiefvater konnte beim Einkaufen mit meiner Mutter nicht auf sein Handy starren, weil er nie mitgegangen ist. Das hat sie immer allein erleidigt und natürlich auch allein gekocht nebst dem gesamten anderen Haushalt. Und ja, sie hat genau wie er Vollzeit gearbeitet. Bei meinem Freund und mir ist das inzwischen anders, wobei ich auch häufig allein einkaufen gehe. Aber wenn er mitginge und dann nicht helfen würde… auf so eine Idee ist er noch nicht gekommen. Das würde ich mir auch nicht gefallen lassen. Allerdings bin ich diejenige, die den Einkaufswagen überhaupt füllt und dabei habe ich letztens auch… Read more »
Lothar
Gast

Ich kaufe auch lieber alleine ein. Es geht viel schneller und ich spare rund 30% an Ausgaben für Nutzloses.

Die Vera
Gast

Ich habe vor vielen Jahren von meiner Freundin erklärt bekommen: “Am einfachsten ist es, wenn einer zahlt und einer räumt.” Da meine Freundin Mutter von Drillingen ist und ich ihre Kompetenz in Sachen Effektivität nicht anzweifle, hab ich das System übernommen.
Was soll ich sagen: Es funktioniert sehr gut.
Klar, bei Großeinkäufen hilft auch der Zahlende mit, aber vorausgesetzt, die Einkäufe werden vom gemeinsamen Haushaltskonto bezahlt ist das Räumen nach den Vorstellungen von einem Beteiligten effizienter als das Durcheinander wenn zwei nach ihren Vorstellungen “Räumen”.

Teresa
Gast

Bei uns ist es genau umgekehrt. Mein Mann hat ein bestimmtes System und da darf ich nicht reinfunken. Wenn ich einräume, ist es ihm zu chaotisch. ;-)

Sonnenfräulein
Gast
Hiesige Supermarktkassen sind nichts für verliebte Paare. Da wir nachts und am Wochenende arbeiten, gehe ich gern allein mittags nach dem Ausschlafen Einkäufe erledigen. Da bin ich manchmal die Einzige im Laden. Diese Ruhe ist toll. Dass ich am Samstag Nachmittag bei Tageslicht die Innenstadt aufsuche, passiert mir nicht mehr so schnell wieder. Da ist einfach zuviel los. Das brauche ich nicht noch in meiner Freizeit und will da auch überhaupt nichts beobachten. Im Urlaub ist das anders. Ich sass im Januar 2015 gelangweilt am Drehkreuz Abu Dhabi und sah einen einheimischen arabischen Mann in Tracht – umringt von seinen… Read more »
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