Tampons Kindern erklären

„Mama, kommst Du mal? Ich will dir zeigen, wie gemütlich ich mein Bett gemacht habe!“

Mama steht bei geöffneter Tür im Badezimmer, wie eigentlich immer, denn Privatsphäre war früher, und ist kurz davor, sich einen frischen Tampon einzuführen. Allerdings wähnte sie sich noch für mindestens 10 Sekunden alleine. Die Jüngste (7) wird in 2 Sekunden auch im Bad stehen, ihre Stimme ist schon ganz nah. Was jetzt? Panisch den Slip wieder hochziehen? Nee. Immer schön bei der Wahrheit bleiben. Ist ja nicht peinlich.

„Äh, ich komme gleich. Ich will nur noch kurz einen Tampon einführen.“
„Einen was!?“

„Einen Tampon, hast du doch schonmal gesehen. Den brauchen Frauen, weil sie manchmal bluten, aber das tut nicht weh.“

Jüngste steht in der Tür und guckt.

„Du weißt doch, da vorne ist das Loch für Pipi, hinten eins für Stinker, und in der Mitte, aber das haben nur Frauen, eins für den Tampon. Du hast das auch, aber deins ist ganz klein. Da kommt nix raus und nix rein.“

„Achja! Meins ist winzigklein, wie eine Stecknadel. Da kommen später die Kinder raus!“, nickt Jüngste und spaziert zurück in ihr Zimmer. „Kommst du jetzt gucken?“

Fertig. Tampon erklärt.

Tampons
sergey0506/Shutterstock.com
Bloggerin, Autorin, Texterin und alleinerziehende Mutter von 3en. Print und Online. Spezialisiert auf Kinderbücher, Vereinbarkeit von Familie & Beruf, Familienthemen.

5 KOMMENTARE

  1. Mein sohn hat auch schon die tampondose im bad ausgeschüttet und auch die menstruationstasse entdeckt. Ich erkläre es so wies ist..kein großes ding. Manchmal wenn ich auf klo sitze fragt er ob ich jetzt einen tampon brauche…:-D
    Lg Carola

  2. Ich hab meiner Tochter (6) auch schon erklärt, wofür meine Monatsbinden sind, nachdem sie mal ganz erschrocken war, dass ich blute. Peinlich finde ich das auch nicht, aber ich muss schon sagen, dass ich dabei und beim großen Geschäft die Badezimmertür zumache und wenn jemand trotzdem reinkommt darum bitte, dass derjenige wartet bis ich fertig bin. Ich finde soviel Privatsphäre kann ich mittlerweile von meinen Kindern (6 und 8) erwarten.

  3. Oh, das ist herrlich! So stelle ich mir das auch vor. Allerdings ist meine Tochter ja knapp 3 und mein Versuch, ähnlich offen darüber zu reden, hat mal so gar nicht geklappt. Sie ist noch in der alles-nachmach-Phase. Und ich bin schwer dagegen, dass sie sich diverse Gegenstände in die Scheide steckt, weil das Nachspielen ihr wichtiger ist als meine Erklärung, dass das nur für Erwachsene ist. Also achte ich seither auf Privatsphäre beim Wechseln von Tampon oder Menstruationstasse. Aber ich freue mich, hier zu lesen, dass ich mit der Erklärung einfach nur ein wenig warten muss und das irgendwann doch noch so offen passieren kann.

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