#12von12 im Mai 2019

Es ist Muttertag, das nur nebenbei. Und das erste Mal seit April 2018, dass ich wieder Zeit für die #12von12 finde.

Nach dem Ausschlafen springt der Kater auf meine Brust, das macht er immer – sehr lieb von ihm. Ich bin quasi gezwungen, noch etwas liegenzubleiben.

Der Sohn und die Jüngste haben gemeinsam Brötchen geholt. Fürs Muttertagsfrühstück. Dass ich den Muttertag abschaffen will, hält sie davon auch nicht ab, und gegen frische Brötchen habe ich wirklich nix.

Ich hole die #FAS aus dem Briefkasten und ziehe erstaunt die Augenbrauen hoch: Ausgerechnet dieses konservative Blatt titelt mit der Abschaffung des Muttertags? Drinnen ist, wie ich später lese, tatsächlich reichlich muttertagskritischer Content. Und der Artikel auf S. 4 hält den Tenor auch.

Während die Kinder eine Überraschung vorbereiten, muss ich in meinem – also Jüngstes und meinem Zimmer – warten. (Ich habe ja kein eigenes Zimmer.) Dabei bewundere ich die ersten aufgehängten „Malen nach Zahlen“ Bilder, die Jüngste über ihrem Bett aufgehängt hat. Huskies und Einhörner stehen hier gerade hoch im Kurs.

Und meine Muttertagsüberraschung ist: Eine rote Wachstischdecke für den Balkontisch, mit den von mir so geliebten Polkadots! Darüber bin ich so gerührt, dass ich tatsächlich ein Tränchen verdrücke. Das ist ja ein tolles Geschenk, auch wenn ich ausdrücklich keins wollte! Wir weihen die Tischdecke gleich mit einem Balkonfrühstück ein.

Nach dem Frühstück ist mir kalt – es ist sehr, sehr frisch heute in Konstanz gewesen. Statt Wonnemonat Mai ist es Wärmflaschenmonat Mai.

Der zweite Teil des Muttertagsgeschenks ist Johannisbeerlikör – das ist süß, weil ich den Kindern gelegentlich scherzhaft sage: „Ich brauche Schnaps!“, wenn es stressig oder nervig wird. Und weil ich weder Schnaps Zuhause habe noch jemals welchen trinke, ich finde Schnaps eklig.

Aber dass ich Johannisbeerlikör als junge Frau gerne mochte, habe ich mal erzählt. In Ermangelung von Likörgläsern trinke ich ein Gläschen aus einem der vielen auf irgendeine Art bei mir gelandeten kleinen Gläsern.

Im Bad schaut mich mein Schmuckständer vorwurfsvoll an. Ich habe ihn sehr lange nicht mehr entstaubt, und das mache ich jetzt.

Kein Wunder, dass er so staubig ist, denke ich, während ich meine Hände ansehe – ich trage keinen Schmuck mehr, bis auf meine kleinen Ohrringe, die ich dauerhaft im Ohr habe. Früher war das anders.

Draußen ist es so kalt, dass die Menschen, die am Balkon vorbei gehen, Winterjacken und Wintermützen tragen. Mich fröstelt.

Dem Kater geht’s wohl ganz ähnlich, er hat sich ins Schuhregal zurückgezogen. Das macht er nur, wenn er nicht so gut drauf ist.

Zum Abendessen gibt’s Spare Ribs, die ich gestern beim Wahlkampf auf dem Wochenmarkt gekauft habe. Und dann müssen wir auch bald ins Bett, denn morgen früh um 5:30 klingelt wieder der Wecker. Deswegen sind das auch nur 11 Bilder. (Hättet Ihr’s gemerkt!?)