Facebook für den Blog und privat

Seid Ihr auf Facebook mit Leuten befreundet, die Ihr nur virtuell kennt? Oder solchen, die Ihr gar nicht kennt? Ich ändere gerade mein Verhalten in sozialen Netzwerken, konkret Facebook, und lege darum mal wieder eine Runde Blogphilosophie ein.

Denn seitdem ich die Facebookgruppe bloggende Eltern gegründet habe, erreichen mich auch Freundschaftsanfragen von Menschen, mit denen mich nur verbindet, dass sie ebenfalls einen Blog schreiben und Kinder haben. Und obendrein, seitdem mein Blog beliebter wird – was mich sehr freut – auch Anfragen von Lesern. Bis vor ein paar Wochen hätte ich denen noch freundlich abgesagt, um meine Facebook-Nutzung privat zu halten.

Manche Blogger, und auch manche Privatmenschen mit Job, haben deswegen zwei Facebook-Accounts: einen als z.B. „Mama arbeitet“ und einen als „Christine Finke“. Ich nicht, denn auf twitter bin ich auch beides, so wie im echten Leben, nämlich die Bloggerin und die Person, und wie Ihr vielleicht gelesen habt, auch relativ offenherzig, was meine Privatsphäre betrifft. Auch ist das Profilfoto bei meiner Facebookpräsenz dasselbe wie überall – ich hab’s gern einheitlich, weil ich eine Einheit, wenn auch mit vielen Seiten, bin :).

Einige bekannte Blogger, so wie Maike von Wegen, die den Blog mutterseelenalleinerziehend betreibt, handhaben es so wie ich und trennen nicht (sichtbar) zwischen der öffentlichen Figur und der Privatperson auf Facebook. Wir haben uns nicht abgesprochen, aber ich mag, wenn ich sie lese, ihre Einstellung und ihre scharfen Analysen sehr, und empfinde mich somit als in bester Gesellschaft :).

Manchmal denke ich aber auch, die anderen machen’s richtig – die Mittelmassmama hat einen öffentlichen Account ausschließlich als Bloggerin, und genauso die sehr beliebte Mamamiez, und auch Tinas Tag hat eine eigene Facebookseite.

Es ist wahrscheinlich öffentlichkeitswirksamer, und einfacher für die User, die Bloggerin von der Privatperson zu trennen. Aber es wäre zum Einen mehr Arbeit, noch einen Social Media Account zu bedienen, und außerdem kenne ich die wenigsten Leute, die mir auf twitter folgen, und schreibe dort trotzdem munter über Blasenentzündungen, Kindermund, meine Wohnungseinrichtung, unsere Unternehmungen und den Alltag. Ohne jedoch Kinderfotos zu posten, auf denen die Gesichter der Kinder zu erkennen sind, das widerstrebt mir.

Und da ich auf twitter teilweise die gleichen Fotos und Inhalte poste (wenn auch mit anderen Worten) wie auf Facebook unter meinen Freunden, ist es albern, jene anfragenden neuen Freunde auf Facebook abzuweisen, habe ich diese Woche beschlossen. Ich ändere also gerade mein Nutzerverhalten.

Das kann ich tun, weil ich die Listen von Facebook einsetze, und also meine Facebookfreunde in „Bekannte“, „Familie“, „Gute Freunde“, „Konstanz“, usw. einteile (das geht so: erst die Freundschaftsanfrage annehmen, dann die Liste wählen, man kann die Freunde auch mehrfach einsortieren oder umsortieren. Es gibt vorgegebene Listen, die Ihr beliebig durch „+Liste erstellen“ ergänzen könnt). Nur wenn ich etwas für „Freunde“ poste, ist es also nach meinem Gebrauch quasi öffentlich, und trotzdem immer noch versteckter als auf twitter, wo jeder mitlesen kann, auch User ohne eigenen twitter-Account.

Bei Facebook muss man immerhin selbst angemeldet sein und mir auch etwas offenbaren, denn im Gegenzug erhalte ich zumindest einige Informationen über den neuen Facebook-Freund.

Die Kategorie „öffentlich“ für das Posting auf Facebook wähle ich gelegentlich, wenn ich etwas teilen will, das meiner Meinung nach alle interessieren kann, die Kinder haben oder sich für meine Person interessieren. Dabei ist mir sonnenklar, dass das ist, wie mit dem Megaphon in die Welt hinausschreien, und ich wähle meine Worte und Bilder mit Bedacht – als Redakteurin habe ich dafür (hoffentlich) ein gewisses Fingerspitzengefühl und Erfahrung.

Falls Ihr also überlegt, ob Ihr mit mir auf Facebook befreundet sein wollt, von mir aus fragt gerne an. Ihr landet dann bei den Bekannten, die Mama arbeitet/Christine Finke gefiltert lesen.

Achtung Falle – Extratipp:

Es empfiehlt sich übrigens sehr, die kompletten bereits eingestellten Fotoalben, Pinnwandfotos und Beiträge kurz durchzugucken mit der Funktion „Anzeigen aus der Sicht von XY“ (wie das geht, habe ich hier beschrieben), denn die bereits geposteten Beiträge auf Facebook, die für alle Freunde sichtbar waren, bevor man Listen nutzte, müssen teilweise in ihrer Sichtbarkeit geändert werden (durch den kleinen Bleistift, in der Chronik, der sich bei Draufklicken öffnet).

LInktipps innerhalb des Blogs:

Wie öffentlich darf ein privater Blog sein?

Privatsphäre – meine Extremposition

Die neue Facebook Timeline: Freunde für die Öffentlichkeit unsichtbar machen

Bloggende Eltern – Facebookgruppe

Mama arbeitet auf twitter

Hinterlasse einen Kommentar

avatar