Twitterer im Interview: Tomster und Dandyliving

Ihm folge ich schon ziemlich lange, vielleicht 3 Jahre? Aber sie habe ich erst vor ein paar Monaten entdeckt, dabei hat sie die wesentlich höhere Followerzahl. Ich glaube, ich kam über Herr Buddenbohms Lieblingstweets zu Tomster.

Dass Tomster und Dandyliving ein Paar sind, wusste ich bis vor etwa 2 Monaten auch nicht – dann twitterten sie ein Bild, das mir auf einmal die Augen öffnete. Dabei war es kein Geheimnis, wenn man in Tomsters Account zurückguckt, dann kann man ihn, Dandyliving, gut erkennen. Er wurde halt nur als „mein Freund“ und nicht als @dandyliving präsentiert, genauso wie er von „die Frau“ spricht anstatt von @namenlos4, wie Tomster auch heißt.

Als ich anfing, Dandyliving zu folgen, hatte er einen farbenfrohen Header, der nach Künstler aussah. Ich dachte, er sei Galerist oder Maler. Später war ich etwas verwirrt, weil auf einmal Bilder von drei Kindern in seinen Tweets auftauchten. Diese drei Kinder kommen auch bei Tomster vor. Ob sie gemeinsame Kinder sind oder Patchwork, das kann ich nicht sagen.

Interessant ist auch, dass sie eventuell eine bereits erwachsene Tochter hat, denn ein Tweet lässt mich das denken, auf dem sie mit einer sehr ähnlich aussehenden jungen Frau zu sehen ist. Die drei Kinder, die wir auf geposteten Fotos sehen, sind etwa 5, 6, 7 und alle blond. Sie sehen aus wie Geschwister. Meine Güte, Kinder im Jahresabstand, oder Zwillinge darunter? Das müsste anstrengend sein, aber die beiden jammern eigentlich nie.

dandyliving header

 

Tomster Header

Header und Profil

Die Header der beiden wirken sehr unterschiedlich: Er mit dem Graffiti, das ein anderer fotografierte und er sich zu eigen machte (doch Künstler?), sie mit dem nahezu pilcheresken Strand-Wellen-Bild. Da hören die Ähnlichkeiten mit Pilcher aber auch schon auf, denn Frau Tomster hat eine sehr trockene, teils gnadenlos zynische Schreibe, die fern jedes Weichzeichners ist. Ihre Selbstbeschreibung ist das Gegenteil von niedlich: „Man sagt, ich befinde mich immer irgendwo zwischen intelligent, witzig, charmant und besoffenem Russenzuhälter.“

Er, Dandyliving, kommt eher als klassischer Macho rüber, was man ihm aber irgendwie auch nicht ganz abnimmt, er spielt mit der Rolle, das hat etwas sehr charmantes. Der österreichische Akzent, den seine Follower seit der Einführung der Videos auf twitter nun kennen, tut dazu sein Übriges. Von daher passt der Nickname schon sehr gut. In seiner Accountbeschreibung steht „Tägliches, allzutägliches“.

Ob Tomster einen Akzent hat? Keine Ahnung, denn Videos postet sie nicht. Was ich weiß: sie hat mindestens eine Katze, er mindestens einen Hund, und sie lieben die Natur und ihre Haustiere. Er lebt mit ihr in Tirol, in Österreich, in einem Haus das so idyllisch aussieht, dass man Heidi drin verorten könnte (oder ist das ein Ferienhaus?) und sie stammt aus Hessen (Gießen?), wo sie auch jetzt gerade für 3 Wochen ist, und sie liebt Bäume, die sie besonders gerne im Winter fotografiert.

Ich kann mir keinen Reim darauf machen, was Tomster beruflich macht. Sie ist verdammt witzig und schlau, solche Leute stecke ich gerne, und das auch oft fälschlicherweise, in die Werberschublade. Bei ihm bin ich genauso ratlos. Beide sind extrem cool und gutaussehend, das ist geradezu unheimlich.

Vernetzung

Offenbar sind beide befreundet mit @Bohm, den ich hier auch schon als Twitterer im Interview vorgestellt habe, aber das ist mir erst aufgefallen, als ich ziemlich weit zurückgescrollt habe (im Mai 2013 haben die beiden mit ihm gemeinsam gefrühstückt).

Beide haben eine beeindruckende Zahl an Favs vorzuweisen, sie lesen also auch und schreiben nicht nur blind vor sich hin. Tomster hat 162.000 Favs verteilt, das ist die höchste Zahl, die ich je sah, und Dandyliving fast 60.000 Favs (zum Vergleich: ich finde schon, dass ich viel fave, und habe „nur“ 36.600 mal das Sternchen geklickt.) Und beide folgen unter 600 Leuten, sie noch weniger als er, obwohl sie mit 16.900 Followern ihn mit 11.800 etwas abhängt.

Sie sind noch nicht lange auf twitter, alle beide – erst seit Mai 2011 (er) und Oktober 2012 (sie). Ich gehe in den Keller zum Weinen, denn ich bin schon seit August 2009 dort und weitaus weniger populär.

2) Interview

Tomster, ich würde zu gerne wissen, was es mit deinem Nick auf sich hat. Und warum das auch noch in Kombination mit „namenlos“?

Tomster ist einfach eine Kombination aus zwei Twitternamen. Zu einem aus @tomvanorten und zum andern aus dem Nick „Hipster“ vom Account @szenebezirk, zwei meiner Lieblingstwitterer. Leider schreibt Szenebezirk nicht mehr. Die Wortschöpfung namenlos4 ist äußerst unspektakulär. Ich hab mich bei Twitter angemeldet, mir ist nichts eingefallen und namenlos 1-3 war schon vergeben. Ich bin da pragmatisch.

Dandyliving, wieviel Dandy steckt in dir?

Naja. Ein Lebemann bin ich ja schon immer gewesen. Aber ansonsten sind meine Berühungspunkte mit weiteren Merkmalen eines Dandys eher gering. Ich bin halt doch bloß ein kleiner unschuldiger Junge vom Land. *namenlos4 lacht laut*

Beide: Wie kamt Ihr zu twitter?

Namenlos4: Ich bin gekommen, weil meine Freundin @PhysallisBlue meinte „Ey, meld dich mal bei Twitter an. Da sind so verrückte Leute wie du!“ Und die Dinge nahmen Ihren Lauf.

Dandyliving: Ich hab schon 2009 angefangen (und mich 2011 kurz gelöscht, deswegen liest man als „Eintrittsdatum“ 2011), weil ich durch den österreichischen Nachrichtenmoderator @ArminWolf auf Twitter aufmerksam wurde.

Verratet Ihr mir, in welcher Branche Ihr arbeitet?

Namenlos4: Ich bin im medizinischen Bereich tätig.
Dandyliving: Ich bin gelernter Handwerker, aber seit einigen Jahren im Büro als Techniker.

Dandyliving, twittern Österreicher anders als Deutsche? Mir kommt meine österreichische TL manchmal viel direkter, wuchtiger und auch eigenwilliger rüber. Oder ist das Einbildung?

Österreicher twittern definitiv anders. Viel politischer. Und auch viel weniger. Der Prozentsatz der twitternden Österreicher ist verschwindend gering. Um einiges geringer als er es in Deutschland schon ist. Die populärsten aktiven österreichischen Accounts sind fast durchwegs Journalisten oder Sportler. Trotzdem folge ich vielen wie zB @Kosak-Daniel, @friedrichpendl, oder @Tschahnschpange als praktisch rein österreichisch twitternde Accounts gleich gern, wie auch @ritakasino oder @gallenbitter, welche im gesamtdeutschen Sprachraum etwas mehr bekannt sind.

Drei Kinder, zwei berufstätige Erwachsene. Ist die Vereinbarkeit von Famlie und Beruf ein Thema bei euch?

Dandyliving: Schon. Klar.
Namenlos4: Es funktioniert halt, weil mein Mann sehr fleißig ist im Haushalt. Immer kocht und viel putzt *Dandy lacht verlegen und wird rot*
Nee im Ernst. Wir sind uns einfach in den wichtigsten Themen einig. Das vereinfacht einiges.
Dandyliving: Arbeiten und drei Kinder im Patchwork bedeutet einfach eine genaue Planung der Woche. Aber egal wie gut du das dann machst, spontanes Umplanen und Neuorganisieren ist da ganz normal, aber wenn’s weiter nichts ist, ist das schon ok.

Ein Tag ohne twitter ist…. (bitte vervollständigen, beide) :)

Dandyliving: vermutlich ein sehr schöner.
Namenlos4: wahrscheinlich möglich.

Vielen Dank!

Linktippp innerhalb des Blogs:

Weitere Twitterer im Interview (Gebbi Gibson, Pokerbeats, alles b., Herr van Bohm, Akkordeonistin, Kalle – Kropunder, Hauptstadtmädchen, Mann vom Balkon).

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