Aktion #muttertagswunsch geht in die zweite Runde!

Wisst Ihr noch, letztes Jahr kurz vor dem Muttertag? Wir haben das Netz mit Blogbeiträgen und twitterposts geflutet, und am Ende waren unsere Muttertagswünsche in vielen großen Medien und sogar im Familienministerium.

Das soll aber keine einmalige Aktion bleiben, denn manche Dinge muss man einfach öfter und nachdrücklicher sagen, damit sie auch gehört werden. Annette Loers vom Blog mutterseelesonnig, Lisa Ortgies, Julia Schmidt-Jorztig und Susanne Garsoffky von Family unplugged, Sonja vom Mama Notes Blog, Frau TV vom WDR, die Online Redaktion von Eltern und ich, wir setzen also noch eins drauf.

Foto: Annette Loers

Hier unser Aufruf, geschrieben von Annette, und in unseren Blogs zeitgleich gepostet:

Am 14. Mai ist Muttertag. Seit Wochen ist das Mail- und Spam-Postfach voll mit Basteltipps und Wellness-Angeboten, in den Supermärkten locken Pralinendisplays und die Blumenläden laufen langsam zur Hochform auf. Die Kinder werden in den Kitas, Schulen und Horten zum Basteln niedlicher Dankes- und Liebeskärtchen für die Mama animiert. Und überall Bilder von glücklichen Müttern im Kreise der Familie, umringt von glücklichen Kindern und liebenden Gatten.

Am 25. Mai ist Vatertag. Da ziehen die Männer mit Bollerwagen und einer Kiste Bier im Kreise ihrer Lieben durch die Gegend: mit ihren Kumpels. Zum Vatertag wird nicht gebastelt und geschenkt, wird nicht gedankt und entspannt, es wird gesoffen.

So wie Muttertag und der Vatertag aktuell „gefeiert“ werden, zementieren sie die Geschlechterklischees, dass es einem schlecht werden könnte: Die Mütter werden auf die Familie und ihre Arbeit im Haushalt reduziert, die Väter auf Sauftouren unter Männern. Familie in Deutschland 2017, herzlichen Glückwunsch!

Einzig die Erzeugnisse der Kinder rühren mich. Auch wenn ich weiß, dass noch 23 andere Kinder das identische Gedicht von der Tafel abgeschrieben haben, in dem ich als sorgende und fleißige Mutter geehrt werde, so freue ich mich darüber, dass mein Kind mir etwas schenkt.

Wir brauchen dringend modernere Familienbilder, und wenn wir schon dabei sind: wir brauchen dringend familienfreundlichere Strukturen in Deutschland. Das war bereits letztes Jahr der Anstoß, den Muttertag mal anders anzupacken: inspiriert von diversen Muttertagswünschen in den sozialen Medien hatte ich überlegt, was ich mich als Mutter wirklich wünsche, und das sind nicht Blumen, Wellness und Frühstück ans Bett, sondern eine gerechte Steuerklasse als Alleinerziehende, vernünftige und bezahlbare Kinderbetreuung auch für Kinder bis 14 Jahren und finanzielle und gesellschaftliche Anerkennung meiner Erziehungsleistung. Um nur einige zu nennen.

Da ich wusste, dass ich mit diesen Wünschen ganz sicher nicht alleine bin, hatte ich mir Mitstreiterinnen gesucht und zusammen mit Christine Finke und dem Interviewprojekt family unplugged die Aktion #muttertagswunsch ins Leben gerufen: eine Woche vor dem Muttertag haben wir gemeinsam alle Mütter und Väter dazu aufgerufen, ihre Wünsche an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu posten. Innerhalb von Stunden haben Hunderte von Menschen mitgemacht und Twitter geflutet. Über hundert Blogtexte sind erschienen, die Medien haben bundesweit berichtet und wir sind über RTLaktuell bis hin in die Tagesthemen damit gekommen. Wahnsinn!

Zum Schluss haben wir die vielen vielen Muttertagswünsche zusammengefasst und auf sechs Kernforderungen konzentriert. Diese haben wir unserer Familienministerin Manuela Schwesig geschickt, die uns dann tatsächlich nach Berlin ins Ministerium eingeladen hat. Dort wurden wir mit unseren Forderungen angehört, ernst genommen und wir haben über zwei Stunden lang lebhaft diskutiert. Natürlich wurde nicht am nächsten Tag das Sozialversicherungssystem in Deutschland komplett umgebaut, aber in kleinen Schritten tut sich etwas, das haben wir deutlich gespürt.

Deshalb rufen wir, Christine Finke, family unplugged, Sonja Lehnert und ich, mit FrauTV an unserer Seite auch in diesem Jahr wieder alle Mütter und Väter dazu auf: postet und tweetet Euren #muttertagswunsch und #vatertagswunsch!

Wir haben schon viel erreicht, aber es gibt noch viel zu tun, und deshalb müssen wir jedes Jahr lauter werden! Kinder sind keine Privatsache, und Familien sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir retten jeden Tag die Welt, weil wir unseren Kindern schon beim Frühstück Demokratie erklären, beim Mittagessen gerechte Verteilung vorleben und beim Abendessen einen respektvollen und gewaltfreien Umgang miteinander üben. Familien sind keine Randgruppe, wir sind verdammt viele: egal ob allein- oder zusammen-Erziehende, Patchwork jeglicher Konstellation, gleichgeschlechtliche Eltern, Adoptiv- oder Pflege-Eltern: Familie ist da, wo mindestens ein Kind und ein Erwachsener ist. Und Familien brauchen mehr als Pralinen, Blumen und Sauftouren.

Mit unserem #muttertagswunsch und #vatertagswunsch wollen wir nicht nur protestieren und anklagen (aber auch!), sondern deutlich sagen, was verändert werden muss, was abgeschafft gehört und was dringend eingeführt werden sollte, um Familienleben in Deutschland lebenswert zu machen. Für alle!

Wir werden alle Tweets unter dem #muttertagswunsch und #vatertagswunsch wieder zusammenfassen und auch dieses Jahr wieder unserer Familienministerin überreichen.

P.S. Einschalten: der #muttertagswunsch ist am Donnerstag, 11. Mai um 22.10 Uhr bei FrauTV im WDR (und danach in der Mediathek)

Bericht über unseren Besuch im Familienministerium im September 2017

Autorin, Texterin und alleinerziehende Mutter von 3en. Spezialisiert auf Kinderbücher, Vereinbarkeit Familie/Beruf, Alleinerziehende. Seit 2014 auch Stadträtin in Konstanz.

31 KOMMENTARE

  1. #Muttertagswunsch gleich #Vatertagswunsch: Abschaffung der Steuerklassen (nicht nur Ehegattensplitting). Stattdessen hoher Freibetrag pro Kind (z.B. 10.000 EUR steuerfrei / Kind) oder pflegebedürftigen Person. Bei Partnerschaft hälftig pro Person (aber übertragbar auf Ehepartner (falls z.B. nur ein Partner in der Beziehung arbeitet, hätten die dadurch auch keinen Nachteil, wenn sich einer der Partner z.B. um die Kinder oder pflegebedürftige Oma kümmert und in der Zeit nichts verdient – den Steuervorteil hätte dann der verdienende Mann/die Frau)) – bei Alleinerziehenden voller Freibetrag pro Kind.

    #Muttertagswunsch gleich #Vatertagswunsch: ElternzeitPlus ohne Abzug bei (Teilzeit)arbeit. Dann wäre das nämlich ein echter Anreiz, wieder arbeiten zu gehen – und eine echte Unterstützung, falls man wieder arbeiten MUSS. Im Übrigen insbesondere bei Alleinerziehenden eine echte Hilfe: emotionaler Stress wegen Trennung und hoher finanzieller Druck sind schon mehr als genug in dieser doch so wichtigen Zeit – da wäre es eine totale Hilfe, wenn man die Elternzeit strecken könnte, und sein häufig natürlich ungenügendes Elterngeld/ElterngeldPlus ohne Abzüge aufstocken könnte, ohne wieder direkt Vollzeit gehen zu müssen…

  2. #Muttertagswunsch :
    – Steuerklasse 3 für Eltern nicht für Ehepaare
    – fexiblere, günstigere Kitas
    – vollzeit Gesamtschulen mit modernen Lernkonzepten und genügend Lehrern
    – Kinder und Baby Zubehör auf die refuzierte Mehrwertsteuerliste
    – Barrierefreiheit für Kinderwagen in Bus und Bahn
    – Wickeltische im seperaten Raum oder auch auf dem Männetklo
    – Mehr Hebammen
    – Mehr Familienparkplätze und Einkaufswagen mit Babysavehalterung
    – mehr und besser Ausgestattet Spielplätze
    😄🙈 Abschaffung aller Schiebetüren durch die ein Kleinkind blitzschnell entschwinden kann

    Grüsse
    Mama Doppelte Portion

    • Bitte keine Ganztagsschulen. Das passt einfach nicht zu allen Kindern. Das sächsische System aus Halbtagsschule und Hort in kommunaler oder freier Trägerschaft ist super. Der Hort übernimmt nahtlos, auch bei Unterrichtsausfall. Der Hort betreut in allen Ferienzeiten, wirklich immer. Die Kosten für das erste Kind betragen z.B. in Chemnitz, 65 Euro pro Monat. Dafür kann das Kind 6 h betreut werden, in den Ferien 8 Stunden pro Tag. Zusätzlich benötigte Stunden kosten 1 Euro pro Stunde. Ein zweites Kind kostet 39 Euro.

  3. Mein Muttertagswunsch ist, dass Verfahrensbeistände einer Kontrolle unterliegen und nicht willkürlich von einem Familienrichter eingesetzt werden kann. Derzeit können Verfahrensbeistände tun und lassen, was sie wollen und richten damit zum Teil großen Schaden an. Egal, ob man sich bereits über sie beschwert hat, sie können immer wieder trotz bestehender Zweifel in einem Familienrechtsstreit als eine Art „Gutachter“ den Richter in seiner Meinungsfindung beeinflussen. Wenn ein Elternteil zuvor schon die Vorgehensweise des Verfahrensbeistandes kritisiert hat, kann man sich ja schon denken, wie die Beurteilung dieses sogenannten Sachverständigen aussehen wird. Bezahlt wird dieser Verfahrensbeistand von den Eltern.
    Das ist schlichtweg skandalös!!!!
    Wenn ich als Elternteil vielleicht ohne mein Zutun aufgrund von Anträgen des anderen Elternteils in ein familiengerichtliches Verfahren einbezogen werde, dann kann das Einschalten eines Verfahrensbeistandes den Verlauf zusätzlich und erheblich beeinflussen. Aus diesem Grund muss unbedingt (so wie es sonst bei Gutachten die Regel ist!!!) ein Verfahrensbeistand gefunden werden, der zumindest von den Kindern gewünscht und als vertrauenswürdig eingestuft wird.
    Derzeit unterliegt die Wahl des Verfahrensbeistand einzig und allein der Entscheidung des vorsitzenden Richters! Das ist einer der Gründe, warum familienrechtliche Auseinandersetzungen so unglaublich manipuliert sind. Es sind nur auserwählte erwünschte „Sachverständige“ beteiligt und sie finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es bestehen die günstigsten Voraussetzungen dafür, richterlichen Beschlüsse herbeizuführen, die einem Handel auf einem orientalischen Marktplatz vergleichbar sind. Mit dem Focus auf das KIndswohl hat dieses Szenario häufig nichts mehr zu tun. Und auch das ist skandalös!

    • Ja. Und dann denken wir mal weiter, an erzwungene Wechselmodelle, bei denen die Kinder befragt werden sollen – das kann doch so überhaupt nicht funktionieren, zumindest nicht zum Wohle des Kindes. Absurd und schlimm.

  4. Meine Muttertagswünsche:
    Ich wünsche mir, frei von finanziellem Druck und Existenzängsten leben zu können. Damit ich meinem Kind endlich die Mutter sein kann, die es verdient hat.
    Ich wünsche mir Zeit. Für mich, damit ich zu Kräften kommen kann.
    Ich wünsche mir Zeit für mich und mein Kind, die nicht von Druck und Erschöpfung geprägt ist.
    Und ich wünsche mir diese Zeit regelmäßig und selbstverständlich.
    Von der Politik brauche ich dafür:
    Ein Grundeinkommen. Wenn schon nicht für alle, dann doch für die Kinder. Bedingungslos.
    Flexiblere und bezahlbare Kinderbetreuung, auch für Schulkinder und auch zu Randzeiten.

    Und ich wünsche mir, dass Frauen (und auch Männer) wie ihr die Politik in diesem Land machen.
    Ich bin euch so unglaublich dankbar für euren Einsatz!

  5. Meine Muttertagswunsch: flexiblere Arbeitgeber. So dass das schlechte Gewissen verschwindet, wenn wegen einer Schulveranstaltung mal eine Stunde eher von der Arbeit los muss. Keine hochgezogene Augenbraue, wenn das Kind „mal wieder“ krank ist & man zu Hause bleiben muss. Keine wichtigen Meeting nach 15:00…

    Und noch erwähnt sei: zum Muttertag gibt es bei uns ein Sektfrühstück mit Freunden, dann nehmen die Männer die Kinder & verlassen die Wohnung. Und wir Frauen widmen uns bis in den späten Abend „Frauenfilmen“, Gesprächen, leckeren Kuchen & auch Wein.
    Zum Männertag dann das Ganze anders herum.

  6. Ich weiß, es ist vielleicht ein bißchen zu kurz gedacht, aber ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Wohnung. Ich würde mir wünschen, dass ich als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern nicht den Eindruck hätte mich besonders anstrengen zu müssen oder aus diversen Gründen bei der Wohnungsvergabe den Kürzeren zu ziehen. Ich würde mir wünschen, dass sich insbesondere Vermieter auch ihrer sozialen Rolle bewusst sind. Sich auch dessen bewußt sind, was es gerade für Kinder heißt (und deren Eltern) sich mit irgendwelchen Provisorien über Wasser zu halten bis es endlich (hoffentlich, hoffentlich) mit der nächsten Wohnung dann mal klappt. Und wie man das auffangen kann und soll, wenn es denn wieder nicht geklappt hat. Es schlaucht so unendlich, immer diesem Wunsch „eigene Wohnung“ hinterherzuhecheln und zu sehen wie die Hoffnungen immer weiter schwinden.
    Ich würde mir irgendwie auch mehr und einfachere Anlaufstellen wünschen, für Alleinerziehende, für Familien in Trennungssituationen.
    Ach, und dann würde ich mir wirklich noch wünschen, dass Familienrichter_innen in diesem Land endlich wirklich etwas über die Kinderrechte lernen und verstehen, welche Rolle die Kinderrechtskonvention in unserem Land tatsächlich spielen sollte und das solche Sätze „und dann zwingen wir das Kind einfach mal zum Umgang und dann geht das schon“ einfach nicht okay sind. Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Interessen der Kinder wirklich gehört und bei Entscheidungen einbezogen werden, denn das ist unsere Pflicht!

  7. #MuttertagsWunsch
    * Anerkennen im Staat: Mutter ODER Vater + Kind /-er = Familie … nicht erst mit beiden Elternteilen
    * mehr Möglichkeiten für AE … der Partner ist nicht ersetzbar, aber vllt Erzieherlehrlinge Jobs (vom Staat bezahlt) als Lernplattform, wenn Mutter ODER Vater mal Kino oder zum Friseur wollen
    * mehr Akzeptanz in der Gesellschaft für Mütter ODER Väter (AE) insbesondere bei der Jobsuche bzw Anstellung

  8. + eine Reformierung des Schulsystems von Grund auf (wir als AE können uns Nachhilfe kaum leisten und müssen in dem Fall auch das noch zeitlich stemmen)
    + ein Jura-Studium, was eng mit einem Psychologiestudium gekoppelt wird (wobei ich keine Ahnung habe, wie es da derzeit aussieht – in jedem Fall brauchen wir informierte Richter und Anwälte, die ggfs Persönlichkeitsstörungen erkennen)
    + schnellstmögliche Ratifizierung und Umsetzung der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen vor physischer UND psychischer Gewalt: Opferschutz vor Umgangsrecht!

  9. Ich wünsche mir, dass die Gesellschaft aufhört, Alleinerziehenden vorzuschreiben, wonach sie zu streben haben, und anfängt, sie darin zu unterstützen, glücklich im hier und jetzt zu sein.

  10. Toll, dass die Aktion in die zweite Runde geht! Im vergangenen Jahr habe ich zum Muttertag meinen Blog gestartet :)

    Wo kann man denn Eure sechs Kernforderungen nachlesen? Die vermisse ich im obigen Artikel und würden mich brennend interessieren!

    Viel Erfolg (und Durchhaltevermögen) – und viele unterstützende Weggefährten wünsch ich Euch. Toll, dass sich schon was bewegt hat; wir bleiben dran #MamaPower.

    Lieben Grüße,
    Isabel

    • Die Forderungen ergeben sich jedes Jahr neu, und zwar aus dem, was auf twitter und in den Blogs so gepostet wird. Damit sind wir immer aktuell – das ist der Plan. Lieben Dank und liebe Grüße!

  11. Super Aktion!
    Wünschenswert ist eine vernünftige Regelung von Betreuungszeiten ohne Gehaltseinbußen. 14 Wochen Urlaub auf 2x6Wochen aufzuteilen ist unmöglich. Wenn dann noch Kinderkrankentage dazu kommen, müsste eigentlich gleich ein Elternteil daheim bleiben. Alleinerziehende sind gleich ganz außen vor. Das geht nicht!

    Ein Verbot der Schreiben-nach-Gehör- Praxis.

    Statt Steuerboni, die Geringverdienern/ Mindestlohnern gar nix (!) bringen, lieber direkte Zuschüsse.

    Hebammen, Hebammen, Hebammen! Es ist eine Qual eine Hebamme zu finden (obwohl es jeder Schwangeren zusteht! Ich selbst habe keine für die Vorsorge gefunden, obwohl ich ab der 12. SSW gesucht habe.) und für Hebammen selbst gibt es vonseiten diverser Bestimmungen sehr viele Negativa. Das muss sich ändern!

    Zeitgemäße Arbeitsgesetze. Spät- und Nachtschichten sollten wieder Ausnahmen werden und nicht die Regel sein, auch 6 Uhr anzufangen ist mit Kind eigentlich unmöglich. (Dabei muss aber klar auch das Lohnverhältnis geändert werden, viele können sich nur mit Schichtzuschlägen über Wasser halten.) 6-Stunden-Arbeitstage. Deutliche Anhebung des Mindestlohns. Strengere, engmaschigere Kontrollen, dass Arbeitsgesetze auch eingehalten werden (v.a. Arbeitszeit und Arbeitsschutz)

    Und so ganz nebenbei würde ich mir wünschen, dass dem Sexismus in der Werbung Einhalt geboten wird.

    • Ich möchte aus aktuellem Anlass noch hinzufügen:
      Weniger Bürokratie, wenn man ein Kind bekommt. Ich habe keine Ahnung, wann ich das alles machen soll und die Fristen sind auch nicht gerade hilfreich. Das stresst!

      Nebenbei weiß ich gar nicht wie Alleinerziehende das schaffen, innerhalb von 7 Tagen nach Geburt beim Standesamt gewesen zu sein, um die Geburtsurkunde zu bekommen?!

  12. Ich wünsche mir, dass meine Kinder in der Hausaufgabenbetreuung der Grundschule auch wirklich betreut werden. Ich wünsche mir, dass ich, wenn ich nach der Arbeit meine Kinder in der Schule abhole, die Hausaufgaben ordentlich und richtig gemacht sind.
    Zur Zeit gibt es eine „Aufpasserin“ für 120 Kinder. Sie kontrolliert nur, dass die Kinder ruhig die 45 min. Dort absitzen. Zuhause muss ich täglich lange nacharbeiten und erklären, obwohl wir nachmittags Alle müde vom Tag sind.
    Obwohl ich nur Teilzeit arbeite, ist das Pensum mit zwei Grundschulkindern trotz OGS alleine so kaum zu schaffen.

  13. Ja, Lesen durch Schreiben – oder Schreiben nach Gehör, wie Nickel schrieb, erfordert unendlich viel Mitarbeit der Eltern. Von alleine schaffen die Kinder das nicht. Wenn die Eltern nicht viel Zeit investieren können, hinken die Kinder schnell in der Klasse hinterher. Das ist wirklich nicht ok. Es ist meiner Meinung nach wirklich Aufgabe der Grundschule ALLEN Kindern vernünftig Lesen und Schreiben beizubringen.

    • Zumal es auch pädagogisch völliger Nonsens ist. Es ist wesentlich schwieriger, etwas umzulernen, das man „schon immer“ so gemacht hat, als es gleich richtig zu lernen und anfangs eben ein paar Fehler zu machen. Die Kinder sollten nicht so verwirrt und verunsichert werden.

  14. Ich wünsche mir:
    1.Eine Kindergrundsicherung und gleichzeitige Abschaffung des Ehegattensplittings. Dann ist der Erhalt des Geldes an Kinder geknüpft und nicht an Ehe. Und gerade Geringverdiener und die Mittelschicht würden sehr davon profitieren. Man könnte dadurch den Kinderzuschlag abschaffen, den sowieso nur ein Drittel der Berechtigten erhält. Und beim Kindesunterhalt gäbe es auch weniger Streitpotenzial.
    2. Eltern sollten während sie Kinder erziehen (also solange Kindergeld bezogen wird) von der Zahlung zur Pflegekasse befreit werden.
    3. Für Eltern mit Teilzeittätigkeit sollte es nicht nur bis zum 10. Geburtstag des Kindes einen Rentenbonus geben, sondern länger.
    4. Kostenlose Schulbustickets. Wo ist denn da die Chancengleichheit, wenn man sich den Weg zur Schule, trotz Schulpflicht, nicht leisten kann?
    5. Weniger Ausfall an Schulstunden (bei uns fallen ca 10-20% aus, eine Woche ohne Ausfall hat absoluten Seltenheitswert!!!) und kleinere Klassen.
    6. An Schulen mehr Förderunterricht. Sowohl für begabte Schüler, als auch für Schüler mit Förderbedarf. Nicht jeder kann sich Nachhilfe leisten.
    7. Kein weiteres Absenken des Lernniveaus. Im Gegenteil, es sollte wieder angehoben werden. Damit Hauptschüler auch wieder rechnen und schreiben können nach der Schule und somit ausbildungsfähig sind. Und Abiturienten nicht nur eine Studierberechtigung, sondern eine Studiefähigkeit haben!

  15. Ich wünsche mir mehr unbefristete Arbeitsverhältnisse – auch für Wissenschaftler/-innen -, damit Mütter nach Mutterschutz und ggf. Elternzeit einen Job haben, zu dem sie zurückkehren können. Väter, die Elternzeit nehmen, nach der Elternzeit natürlich auch. (Derzeit gibt es an Unis viele Projektstellen, die während Mutterschutz und/oder Elternzeit einfach auslaufen.)

  16. Ich wünsche mir, das ich von meiner Witwenrente keine Steuern zahlen muss. Meine Kinder haben Ihren Vater verloren, ich meinen Mann. Sein Einkommen fällt weg, wir müssen jetzt von meinem Teilzeitjob und Rente leben. Davon muss ich Steuer zahlen.

  17. Ich wünsche mir:
    – Eine Bündelung finanzieller Hilfen (Grundeinkommen für Kinder?). Ämter-Marathon schlaucht. Zur Zeit muss ich alle 6 Monate unsere komplette Finanzsituation neu justieren, weil alles von allem abhängt, und ja, ich arbeite daran, das nicht mehr zu brauchen.
    – Eine Hausaufgaben-Betreuung, die den Namen verdient, auch an weiterführenden Schulen
    – Flexible Angebote an Kinderbetreuung, etwa für Fortbildungen
    – Lesen-durch -Schreiben abschaffen. Ich habe ein Kind mit einem Aussprache-Problem (in Behandlung). Wie soll das gehen?

  18. Meine Muttertagswünsche:
    + sichere Geburten und tatsächliche Wahlfreiheit des Geburtsortes durch massive Verbesserung der Arbeitsumstände der Hebammen
    + ein Steuersystem, das nicht die Ehe sondern Kinder begünstigt
    + genug Kitaplätze
    + ein Bildungssystem, das ALLE mitnimmt und nicht Kinder aus gebildeteren Familien bevorzugt
    + eine gerechte Anerkennung meiner Leistung als Mutter in der und für die Gesellschaft
    + keine Angst vor Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt haben zu müssen, als Mutter oder Frau im gebärfähigen Alter

  19. #muttertagswunsch
    Ich wünsche mir zum Muttertag dass ich nicht mehr komisch angeschaut werde, wenn ich sage, meine Kinder gehen nicht in den Kindeegarten. Weder beim Kinderarzt, noch in anderen Kreisen. Ich wünsche mir dass stayathomemoms in Dtl wieder das normalste auf der Welt sind – für alle die das gern so möchten. Und das sich niemand sofort anfängt zu rechtfertigen und angegriffen zu fühlen, wenns bei ihr anders gemacht wird. Ich weiß von vielen Müttern die zumindest die ersten drei Jahre zu Hause bleiben würden, aber es ist finanziell nicht drin. Ich wünsche mir dass das möglich wird für jeden, der das will.

    #Vatertagswunsch – den hab ich auch noch ;) Ich wünsche mir dass es für Väter in Führungspositionen nicht mehr selbstverständlich ist dass sie sich der Arbeit verknechten müssen, dass an 1. Stelle die Arbeit kommt und damit auch schon soviel Zeit verbraucht ist, dass für die Familie und für die Väter selbst nur noch minimal Zeit ist. Ich wünsche mir eine 30 Stundenwoche – kein Witz! ;) Wir wollen doch arbeiten um leben zu können und nicht leben um zu arbeiten. Ich wünsche mir dass die Ungerechtigkeit aufhört und ein Bäcker, eine Krankenschwester etc nicht so unglaublich viel WENIGER verdient wie die Arbeitnehmer ganz oben.Ich wünsche mir dass die Väter UND Mütter hier bei uns ihren Wert nicht über das was sie machen fühlen sondern über das was sie sind: liebevolle, zufriedene, dankbare Eltern.

  20. Ich wünsche mir mehr Zeit für mein Kind und mich,
    bessere bzw. ehrlichere Frauen in meinem Umfeld- echte Freundinnen halt statt unschwelligem Neid, Missgunst und Pseudomitgefühl, weil mich gewagt habe, mich zu trennen anstatt mein Kind in einer Horrorehe großzuziehen, einen liebevollen? Ehrlichen? treuen Partner, auf den ich schon die Hälfte meines Lebens warte ….

  21. Mein Muttertagswunsch:
    Dass die SPD aufwacht und noch das neue Unterhaltsvorschussgesetz durchbringt, anstatt wie ein beleidigtes Kind rumzuzicken wegen der Wahlniederlagen. Mit so einer Rumzickerei werden die Chancen bei der Bundestagswahl gewiss nicht besser. Und das wäre schade.

  22. -30 Stundenwoche mit dem Gehalt einer Vollzeitstelle.
    -Grundeinkommen für Kinder, wo das „Kindergeld/Einkommen“ nicht für Betreuungskosten draufgeht.
    -Statt Kitagebühren würde ich lieber für einen Urlaub sparen wollen.

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