Als Alleinerziehende liegst du dem Staat auf der Tasche. Ach ja!?

„Also, nicht böse sein, aber so jemand wie Christine ist ja auch ganz schön teuer für den Staat. Ich zahle meine Steuern ja gern, aber…. [hier abmildernden Allgemeinplatz einfügen].“

Mir blieb die Spucke weg. Ich weiß zwar, dass viele Leute so denken. Aber dass kinderlose Menschen aus meinem nahen Umfeld, die sozial orientiert sind, gebildet und aufgeschlossen, offenbar glauben, was der Stammtisch so denkt, hat mich sehr nachdenklich gemacht. Es war nicht der richtige Moment, um das Thema zu vertiefen, und ich bin demjenigen, der mir den Satz entgegenwarf, auch nicht Gram. Aber ich denke, es ist an der Zeit, hier mal Aufklärung zu betreiben.

Ich bin ja nicht Hans Werner Sinn vom Ifo-Institut und will hier auch keine Berechnung aufstellen, wie wertvoll oder kostspielig ich auf Lebenszeit gerechnet für die Gesellschaft bin. Aber ein paar Punkte lohnt es sich doch, ins Gedächtnis zu rufen.

© AleSem - Fotolia
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Vergangenes Jahr griffen die deutschen Medien die Frage auf, wie viel die Arbeit einer Mutter Wert wäre, müsste man sie mit Geld bezahlen. Dazu gab es eine Studie aus den USA, die zu dem Schluss kam, dass für eine Vollzeit-Mutter ein Jahresgehalt von 97.300 € herauskäme. Mütter, die sowohl Haushalt und Kinder versorgen sowie selbst berufstätig sind, erhielten sogar ein Gehalt, das dem eines Richters, Werbemanagers oder Marketingchefs entspräche. In Deutschland wäre das nicht anders, so z.B. der Tagesspiegel und der Spiegel online.

Mal davon abgesehen, wäre es für den Staat sehr teuer, wenn ich zusammenklappe, in eine Rehaklinik muss oder Schlimmeres, und meine Kinder in einem SOS Kinderdorf leben müssten. DAS kostet richtig viel Geld. Und auch die nächst billige Variante, eine Pflegefamilie, ist kostspielig für den Steuerzahler: pro Kind erhält eine pflegende Familie zwischen 777 und 945 € im Monat pro Kind, je nach Alter. Bekäme ich dieses Geld für die Pflege meiner eigenen Kinder, hätte ich monatlich 2597 € auf dem Konto, nur für die Betreuung (das ist kommunal unterschiedlich, hier die Zahlen aus dem Landreis Konstanz).

Und nur am Rande sei erwähnt, dass der kinderlose Freund, der mir erzählte, wie teuer ich für Deutschland sei, von meinen Kindern im Alter die Rente bezahlt haben möchte. Er wird aller Voraussicht nach weitaus weniger selbst einzahlen als meine Kinder für ihn bezahlen müssen. Dass ich derweil meine Arbeitskraft zurückfahren musste, und das nicht einmal freiwillig, und dafür im Gegenzug mit Altersarmut belohnt werden werde, ist eine der großen Ungerechtigkeiten dieser Zeit.

Wir beziehen Wohngeld und profitieren vom Bildungspaket (Kitaplatz und Hortplatz samt Mittagessen bezahlt, dazu Zuschüsse für Sportverein, Musikverein, Ausflüge und Schulmaterial). Zudem wohnen wir im geförderten Wohnungsbau. Ja, das ist eine feine Sache im Sozialstaat. Aber es ist eigentlich nur eine kleine Wiedergutmachung für die Nachteile, die einem als Eltern und speziell als Alleinerziehende entstehen.

Trotz alledem: die meisten Alleinerziehenden arbeiten, und unter denen, die arbeiten, ist der Anteil der Vollzeit Berufstätigen mit 42 % sogar deutlich größer als unter dem Durchschnitt der Ehefrauen in Deutschland (25%). Alleinerziehende sehen sich nämlich als Ernährerinnen der Familie, und über die Hälfte von ihnen bekommt laut VAMV (Verband der alleinerziehenden Mütter und Väter) keinen oder nur unregelmäßig Unterhalt vom Kindsvater. So etwas motiviert sehr, sich selbst um Lohn und Brot zu kümmern. Alleinerziehende Mütter üben zu 38% „atypische Beschäftigungsverhältnisse“ aus, das sind befristete oder geringfügige Beschäftigungen mit 20 oder weniger Stunden oder Zeitarbeit. Auch ich bin atypisch beschäftigt, nämlich quasi auf geringfügiger Basis selbstständig. Lieber wäre ich, wie viele andere auch, fest angestellt. Dann könnte ich auch mal krank sein, ohne dass gleich das Konto ins Minus rutscht und hätte finanzielle Planungssicherheit. Aber hätte, wäre, wenn…

Grundsätzlich sind prozentual genauso viele Alleinerziehende berufstätig wie Ehefrauen oder Lebenspartnerinnen mit Kindern (Ehefrauen arbeiten allerdings wesentlich häufiger in Teilzeit), sagen die ganz neuen Zahlen vom Destatis, dem Statistischen Bundesamt (Mikrozensus 2013, erschienen Januar 2015). Allerdings müssen Alleinerziehende oft aufstocken, sich die Kita-Plätze vom Sozial- und Jugendamt fördern lassen, und Wohngeld oder andere Leistungen beziehen. 89% der alleinerziehenden Mütter in Deutschland finanzieren sich überwiegend aus eigener Erwerbstätigkeit, 8 % überwiegend aus Transferzahlungen wie Hartz IV oder Sozialhilfe. Das trifft nur auf 1% der Mütter in Paarfamilien zu (Achtung, die „Aufstocker“ sind hier ausgeklammert!).

Aber egal, ob alleinerziehend oder nicht – unterm Strich bleibt es dabei: Kinder in Deutschland sind ein Armutsfaktor, insbesondere allerdings für Alleinerziehende. Was wiederum mit der Besteuerung zu tun hat (Alleinerziehende werden wie Singles besteuert. Steuerklasse II ist ein Freibetrag von lächerlichen 1308 € im Jahr, egal wie viele Kinder im Haushalt großgezogen werden) und mit dem Arbeitsmarkt, und im ganz großen Kontext mit Rollenbildern und Diskriminierung. Auch wenn sie nicht böse gemeint ist. Das musste einmal gesagt werden. Danke fürs Zulesen.

Quelle Destatis, Mikrozensus 2013 zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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aluberlin
aluberlin
17. Januar 2015 20:58

Ich kenne die Zahlen und auch die Problematiken. Es stimmt, Alleinerziehende haben oftmals schlechtere Ausgangsbedingungen. Die Zahl der Aufstocker ist jedoch wirklich nicht zu vernachlässigen! Man kann darüber nicht debattieren mit Menschen die keine Ahnung vom Sozialsystem haben, traurig aber wahr. Lg Alu

Peppels
Peppels
17. Januar 2015 21:36

Ich bin es sooooo leid mich als Alleinerziehende zu rechtfertigen. Ich weiß was ich leiste.
L.g

berit
berit
17. Januar 2015 21:38

Ich hatte eine ähnliche Debatte als es um das Thema ging, wie teuer doch Flüchtlinge seien. Da hab ich der Dame auch erstmal vorgehalten, was ICH bisher den Staat gekostet habe und ob ich jetzt auch ausgewiesen werden soll. Wir stellen das Kindergeld das meine Eltern für mich erhielten, Schule, 7 Jahre Studium mit Bafög (wenngleich auch nicht viel aber egal), vom Staat geförderteres Jobticket, jetzt Eltern- und Kindergeld fürs eigene Kind grade mal hmmm ich glaube es sind jetzt 3 Jahre Vollbeschäftigung gegenüber. Bei den Jobs während des Studiums springt für den Staat ja allgemein bekannt nicht viel rum.… Weiterlesen »

Cat
Cat
17. Januar 2015 21:46

Liebe Christine, Bwäh, so eine Aussage wie die, die du oben zitierst, ist ganz und gar unschön. Was, denke ich, wenigstens einen Teil der merkwürdigen Ambivalenz zwischen „sozial orientiert, gebildet und aufgeschlossen“ und „Stammtisch“ erklärt (nein, es folgt nun kein abmildernder Allgemeinplatz, ich denke nämlich nicht, dass du irgendjemandem auf der Tasche liegst ;-)) ist: Die eher suboptimale Kombination von Individualisierung (Kinder = Wahlverwandtschaft), Familienpolitik aus der Hölle (Kinder = Armutsrisiko) und Rentensystem (Kinder = Wirtschaftseinheit). Ich, als Kinderlose, finde dieses Renten-Argument nämlich, so zutreffend es nach aktueller politischer Lage auch sein mag, ideologisch ungefähr so ’nett‘ wie du vermutlich… Weiterlesen »

fujolan
fujolan
17. Januar 2015 23:00

Und du berücksichtigst noch nichtmal die Steuernachteile, die alleinerziehende Eltern gegenüber verheirateten Paaren haben. … Ein Thema, bei dem mich immer noch die kalte Wut packt, den damit werden nicht nur Alleinerziehende, die etwas besser verdienen, geringverdienender gehalten, sondern ihre Kinder gleich noch mit „kurz“ gehalten

Jens
Jens
17. Januar 2015 23:12

„Wir beziehen Wohngeld und profitieren vom Bildungspaket (Kitaplatz und Hortplatz samt Mittagessen bezahlt, dazu Zuschüsse für Sportverein, Musikverein, Ausflüge und Schulmaterial). Zudem wohnen wir im geförderten Wohnungsbau.“

Puh, da gönnt ihr euch ja reichlich… :x

Susi
Susi
21. Mai 2015 15:09
Antwort  Jens

Diese Antwort kann man SO oder SO verstehen. Ich hoffe, es ist ironisch gemeint und Du bist wie viele andere der Meinung, dass ihnen mehr zu gönnen wäre. Hier wird nicht üppig gelebt. Wenn Du diesen Eindruck gewonnen hast, dann solltest Du mal gründlicher lesen.

Sophie (kinderhaben.de)
Sophie (kinderhaben.de)
17. Januar 2015 23:57

Und was mich obendrein ärgert: WENN Frauen (oder Männer, und auch ob alleinerziehend oder nicht) dann arbeiten WOLLEN, wird es ihnen erst recht durch die völlig unzureichende Kinderbetreuung schwer gemacht. Erst heute erlebt: Die einzige Kita im Umkreis, die bis 17h30 betreut: 200 Anmeldungen auf 15 freie Plätze. Echt super, wenn man alleinerziehend ist und Vollzeit arbeitet oder, wie in unserem Fall, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Frag doch deinen Bekannten mal, ob er deine Kinder hüten will, damit du arbeiten gehen kannst um auch ordentlich Steuern einzuzahlen! ;)

Thomas Arbs
Thomas Arbs
18. Januar 2015 00:13

Mit Hans-Werner Sinn waren wir ja recht schnell fertig: Im Jahr, dessen Zahlen er als Grundlage nahm, stieg die Staatsverschuldung, war also größer als das BSP. Daher kostete jeder Bürger, nicht nur Flüchtlinge, auch Deutsche, nicht nur Alleinerziehende, auch Hans-Werner Sinn, mehr als er einbrachte. Seine Feststellung war also trivial, und überließ es uns, die Folgen zu bewerten. Wenn wir alle kosten, sollten wir dann am besten alle zusammen von der Brücke springen? Braucht eine lange Brücke. Aber Hans-Werner könnte ja schon mal vorgehen. Die klassische Familie, am besten 3 Generationen unter einem Dach, ist die ökonomisch günstigste Form des… Weiterlesen »

ben_
ben_
18. Januar 2015 12:29

Unfassbar! Just heute wird unsere erste Tochter ein Jahr alt und wir haben hier das Glück zu dritt (also mit Tochter) zu sein. Ich hab im letzten Jahr sooft gedacht, wie um alles in der Welt Alleinerziehende das nur schaffen können. Inzwischen gibt es nur noch wenige Personengruppen in diesem Land, vor denen ich mehr Respekt habe als Alleinerziehende und ich finde es ist ein Armutszeugnis, dass Alleinerziehende nicht nur um ihren Lebensunterhalt kämpfen müssen, sondern sich scheinbar auch noch dafür rechtfertigen müssen. So wenig Anstand ist wirklich unfassbar.

Sabine
Sabine
18. Januar 2015 14:31

Liebe Christine, ich lese schon seit geraumer Zeit Deinen Blog und finde ihn sehr super. Ich wünschte mir, es hätte ihn schon gegeben als ich alleinerziehend wurde. Das war vor 10 Jahren und es hätte mir einiges erspart. Ich hab mir immer selbst die Schuld an allem gegeben. Inzwischen weiß ich, es liegt am System. Was mich ein bisschen stört, ist dass Du immer Vollzeit Deiner Beschäftigung vorziehst. Ehrlich gesagt, beneide ich Dich um Deine Freiheit. Ich bin Vollzeit beschäftigt und hab genauso Einbußen bei Krankheit der Kinder. Ich selber mach so gut wie nie krank, wegen Angst um Arbeitsplatzverlust… Weiterlesen »

Lieschen Müller
Lieschen Müller
24. Juni 2015 22:28
Antwort  Sabine

Hallo Sabine, ich kann Dir für die Kur noch das Müttergenesungswerk empfehlen. Sie machen auch den Papierkram großteils für Dich! Im Moment werden eigentlich viele Kuren bewilligt, damit die Häuser ausgelastet werden. Ich war selbst letztes Jahr 3 Wochen mit meinen 2 Kindern zur Kur. Wir sind auch eine Einelternfamilie und ich war völlig fertig. Kannst du nicht Teilzeit machen? Wenn Du unbefristet und mindestens schon ein Jahr beschäftigt bist, kannst Du TZ beanspruchen! LG und alles Gute Dir! Zum Artikel, solche Äußerungen sind unter der Gürtellinie. Sorry, aber diese Person würde ich nicht mehr als gebildet und aufgeschlossen bezeichnen.… Weiterlesen »

Sabine
Sabine
18. Januar 2015 14:50

PS: Ich arbeite derzeit als Bauzeichnerin. Bin eigentlich studierte Ingenieurin. Arbeite als ungelernte Quereinsteigerin. Darf mir jeden Tag blöde Kommentare meiner Kollegen anhören (alles Bauzeichner). So ist es im Osten. Halte durch. Weil es mir wichtig ist. Dass meine Söhne lernen, dass man durch Arbeit Geld verdient und nicht durchs Amt.

Sebastian Klein
Sebastian Klein
18. Januar 2015 15:06

Zwei Gedanken schießen mir zu diesem Bericht durch den Kopf: a) Wie verroht ist unsere Gesellschaft unter der neoliberalen Agenda geworden, dass die Frage, ob das Leben eines Menschens am Ende ein finanzielles Plus oder Minus für das imaginäre Kollektiv „Gesellschaft“ ein auch nur irgendwie relevanter Faktor sein kann? Zumal es ja klar ist, was diese „Gesellschaft“ zu der wir angeblich alle gehören mit dem erwirtschafteten Plus anstellt: Es nach oben umverteilen. b) Was ist denn die Alternative zur Alleinerziehung, wenn es mit dem Partner nicht mehr klappt? Aufopferung des eigenen Lebens, zugunsten eines (angeblichen) finanziellen Plus für die Gesellschaft?… Weiterlesen »

Jenny
Jenny
18. Januar 2015 17:37

Bei mir ist es umgekehrt: Der Staat liegt MIR auf der Tasche. Dass Alleinerziehende besteuert werden wie Singles, obwohl sie ganz allein eine Familie versorgen müssen, ist eine schreiende Ungerechtigkeit.

Bitte unterstützt die Kapagne für Steuergerechtigkeit für Alleinerziehende:

https://www.vamv.de/politische-aktionen/kampagne-steuerklasse-ii.html

Lieschen Müller
Lieschen Müller
24. Juni 2015 22:31
Antwort  Jenny

Hab ich längst gemacht!! :-D Schade, warum sind es trotzdem nur so wenige, die bisher unterschrieben haben???

Gaby
Gaby
19. Januar 2015 07:30

Arbeiten wir alleinerziehende sind wir Rabenmütter arbeiten wir nicht, liegen wir dem Staat auf der Tasche – gemeckert und gezetert wird immer – egal, was man wann warum und wie tut
Es tut nur weh, wenn man sieht wie unbedacht und gemein manche kommentieren oder sogar versuchen „anzugreifen“ dabei…
aber das ist und bleibt eine never ending story
liebe Grüße

Rosalie
Rosalie
19. Januar 2015 10:47

Also ich finde es ganz schön unverschämt von deinem Bekannten, dich so anzugehen. Von einem kinderlosen Mann – buhu – der hat ja mal ganz andere Sorgen, als du! Ich trau mich da gar nix zu sagen, weil ich denk, ich hab’s durchaus einfacher und sollte den Ball echt flach halten. Jedenfalls, du brauchst dich für gar nix zu rechtfertigen. Solange du mit deiner Situation klar kommst, habe alle anderen den Mund zu halten. Und wenn du um Hilfe ruft, haben die anderen, die die Möglichkeit haben, ihre Hilfe anzubieten. So läuft das nämlich in Wirklichkeit. Ich wäre da sicher… Weiterlesen »

Isabell Knaup
Isabell Knaup
20. Januar 2015 10:20

Danke! Ich war jahrelang alleinerziehend, und durfte mir sowas mehr als einmal anhören. Wobei die Krönung ja noch war, dass ich meine Kinder ja nur bekommen hätte, damit ich das Kindergeld noch kassieren könnte und nicht arbeiten muss!

Ich teil den Artikel gerne auch auf meiner Seite, und ich denke, besser hätte ich das auch nicht schreiben können!

Liebe Grüße und viel Kraft, Isa

Andrea
Andrea
23. Januar 2015 15:10

Die finanziellen Vorteile für Alleinerziehende in Deutschland sind ein Witz!!! Eigentlich gibt es gar keine!!! Ich bin berufstätig und habe gelesen, das man 4000 Euro pro Jahr Kinderbetreuungskosten (auch von Verwandten) abziehen kann. Kennt das schon jemand und ist das überhaupt legal?

Danke und liebe Grüße <3
Andrea

Claudia
Claudia
29. Januar 2015 14:54

Das mit den Betreuungskosten stimmt so, genau genommen sind es 2/3 der tatsächlichen Kosten und höchstens 4000 €. Ein Beschäftigungsverhältnis müssen bei zusammenlebenden Eltern beide und bei der/dem Alleinerziehenden derjenige, haben, bei dem das Kind wohnt. Interessant für getrennt lebende Eltern ist die Möglichkeit, den Erziehungs und Betreuungsfreibetrag vom nicht oder weniger als 75 % des gesetzlichen Unterhalts zahlenden anderen Elternteil von Amts wegen übertragen zu lassen. Dafür reicht der Unterhaltsvorschussbescheid o.ä. vom Jugendamt als Nachweis. Muss man in der Anlage Kind ankreuzen, durchschnittlich kommen dann noch mal 200 € pro Kind an Steuern zurück. Keine Riesensumme, aber ohne großen… Weiterlesen »

Adriana
Adriana
3. Februar 2015 15:09

Ich habe etwas gemischte Gefühle bei deinem Artikel. Mir gehen tatsächlich die Sozialleistungen in unserem Staate zu weit und ich würde mich über mehr Geld in der Tasche bei gleichzeitig mehr Eigenverantwortung freuen. Wenn ich jeden Monat fast die Hälfte meines Einkommens abdrücken muss, dann bekomme ich tatsächlich einen ziemlichen Hals auf alle freiwillig untätigen Alleinerziehenden und freiwillig untätigen sonstigen Personen. Ich betone hier freiwillig untätig und nehme all diejenigen, die keinen Job finden oder aus anderen Gründen nicht arbeiten können aus. Mir ist auch generell egal, ob und wie viel meine Mitbürger arbeiten solange sie nicht erwarten, dass ich… Weiterlesen »

Adriana
Adriana
3. Februar 2015 20:44

Ich stimme mit dir überein, Alleinerziehende sind steuerlich benachteiligt. Es ist eine Frechheit, dass kinderlose verheiratete Paare steuerlich besser gestellt werden als Alleinerziehende. Und noch trauriger ist es, dass sich daran in naher Zukunft nichts ändern wird, weil die zu Unrecht Begünstigten lauter schreien können als die paar Alleinerziehenden. Aber ich verstehe nicht inwiefern Eltern beruflich generell benachteiligt sind. In der Jobsuche mögen Kinder vor allem für Frauen hinderlich sein, aber das liegt in meinen Augen mitunter auch an der falschen Verteilung der Betreuungsplätze, dem prophylaktischen Probleme suchen und den „frauenfreundlichen“ Gesetzen. Mit letzterem meine ich, dass unsere Gesetze so… Weiterlesen »

Adriana
Adriana
6. Februar 2015 07:13

Bei den meisten Punkten oben stimme ich dir zu, vor allem was die Steuerklasse II und die Steuervorteile für sich nicht kümmernde Väter anbelangt. Aber staatlich bezahlte Babysitter für Elternabende und ein Mal pro Monat am Abend Ausgang?! Ich glaube, diese Sachen liegen doch im Verantwortungsbereich der einzelnen. Ein freier Abend ist auch für Paare mit Kindern ein Luxus und den Elternabend kann man sich entweder komplett schenken oder mal bei Nachbarn etc. anfragen Recht auf Arbeit ist auch so ein zweischneidiges Schwert. Arbeit gibt es bei uns genug, nur die einen Arbeiten sind für die meisten zu unattraktiv da… Weiterlesen »

Adriana
Adriana
6. Februar 2015 13:13

Ich bin Mutter, Alleinerziehend und Biologin. Ich habe momentan einen ganz guten Job, bin mir aber bewusst, dass dies auch ganz anders hätte aus gehen können. Die Weisheit, dass Arbeitslosigkeit mit falscher Karriereplanung zusammenhängt habe ich schmerzlich im Laufe meines Berufslebens erfahren müssen. Man muss seinen Familienstatus bei Bewerbungen nicht angeben. Ich mache es nicht, Lüge aber im Gegenzug bei Rückfragen auch nicht. Ich bin einfach auf einen Beruf mit möglichst wenig Dienstreisen angewiesen und die Arbeitszeiten müssen innerhalb regulärer Kindergarten- bzw. hortzeiten liegen. Elternabende – fehle ich bei den meisten und lasse mir dann von anderen berichten oder ich… Weiterlesen »

Adriana
Adriana
6. Februar 2015 18:39

Mit deinem Bloggen bist du natürlich schnell enttarnt. Ich hatte bei gefühlten zig Bewerbungen nur ein einziges Mal massive negative Kommentare nach dem Motto „wie stellen Sie sich das eigentlich vor“ … kam von einer Frau, selber kinderlos. Ich frage mich heute noch woher die Gute wissen wollte wie gut oder schlecht die hiesige Kinderbetreuung ist. Männer sind in Vorstellungsgesprächen diesbezüglich meiner Erfahrung nach gelassener. Meine Tochter lässt sich auch nicht wirklich gerne parken, fügt sich aber dann schnell ihrem Schicksal. Es kommt aber auch eher selten vor, weil ich mir auch keinen grossen Kopf mache wenn ich Elternabende oder… Weiterlesen »

Seefurz
Seefurz
7. Februar 2015 19:01

Wo ist eigentlich der Vater? Wird dem Unterhalt abgepresst? Wieso jammert jemand die ganze Zeit rum, die nicht mal in der Lage ist, den Kindern eine Familie zu geben?

Sabine F.
Sabine F.
7. Februar 2015 19:53

Ist ja nur ein Furz: Kommt nie gelegen, stinkt – und ist gleich wieder weg.

Anna
Anna
7. Februar 2015 20:02

An Adriana, ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was das Thema Ausbildungswahl hier zu suchen hat. Es ist ja schön, wenn sich jemand herrlich anpasst, um ja genau so zu sein wie sich Wirtschaft und Industrie den perfekten Arbeitsborg wünschen. Aber ich dachte immer, wir lebten in einer pluralistischen Gesellschaft, die es auch aushalten sollte, wenn jemand in seinem Beruf künstlerisch tätig sein, anderen helfen oder meinetwegen Brötchen verkaufen möchte. Dass diese Menschen und ihre Arbeit oft nicht wertgeschätzt werden in unserer auf Erfolg getrimmten Gesellschaft und deswegen immer zu wenig verdienen werden, DAS ist direkt der nächste Skandal nach der… Weiterlesen »

Anna
Anna
7. Februar 2015 20:06

…hoppla, bin zu früh auf Abschicken gekommen. Fazit: Den Leuten, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft auch im Altenheim, in den Medien, in Verlagen, hinter der Theke, im Theater und wo sonst noch überall funktioniert, die unseren Alltag bunt und lebenswert machen, denen vorzuwerfen, dass sie in dieser kranken Wirtschaftsgesellschaft nicht monetär gewürdigt werden, weil sie den falschen Ausbildungsplan hatten, das finde ich reichlich traurig!

Dana
Dana
2. März 2015 11:35

Also ich muss sagen, ich kenne diese Problematik nur zu gut und oft kommt die Anerkennung zu kurz, denn manchmal möchte man sich auch gewertschätzt fühlen. Wenn ich dann noch solche recht jungen Mamas höre die sich ernsthaft fragen warum ich denn überhaupt arbeiten gehe…. da bleibt mir dann die Spucke weg.
Dennoch danke für den informativen Artikel. Beste Grüße

Ann
Ann
4. März 2015 11:07

Dieser Eintrag ist so mutig und so notwendig. Das musste alles mal gesagt werden! Es gibt Dinge, die den Staat mehr kosten, viel mehr kosten und da wird weniger zurück kommen? Ich sage nur Banken retten…
Diese Rechnungen, die Du aufstellst sind wichtig und es ist gut, wenn man das mal so zusammengefasst lesen kann.

Grüße,
Ann

Michael
Michael
8. Mai 2015 07:50

Ich kann das Klagen nicht so ganz verstehen! Wir, meine Frau und ich sind beide voll berufstätig und haben drei Kinder. Keine Familie in der Region und erst, relativ, neu zugezogen. Die soziale Vernetzung ist also nicht so toll! Wir haben die gleichen Probleme wie jeder Alleinerziehende auch! OK, wir können uns aussuchen wer bei den Kindern bleibt wenn mal wieder die Grippe wütet aber da hört es auch schon auf. Mich würde auch einmal die steuerliche Besserstellung interessieren! Ich mache jedes Jahr den Jahresausgleich, ich konnte da nichts finden. Wäre da eine Patchwork Familie ohne Trauschein nicht günstiger? Und… Weiterlesen »

Roland K.
Roland K.
28. Juni 2015 17:52

Mal ein klein wenig betreff Steuer (jetzt mal ganz unabhängig davon, wie gerecht diese sein mögen): Die „Vorteile“ einer kinderlosen Familie sind nicht ganz so gross wie dargestellt. Warum? Entweder werden ZWEI Partner in der Kombination Steuerklasse IV/IV oder III/V bewertet. IV und I sind identisch- da bist Du mit Klasse II tatsächlich sogar etwas günstiger dran. Richtig ist, daß in der Politik eine Art „Eiertanz“ stattfindet, weil es keinerlei ernsthaftes Konzept darüber gibt, WIE denn die Zukunft auszusehen habe – es wird nur tagesaktuell geflickschustert und die entsprechenden Passagen in den Parteiprogrammen sind Absichtserklärungen, die solche bleiben! Vermutlich wirst… Weiterlesen »