Jonas war im Kleid in der Schule! #Gender

Als meine Großmutter Elisabeth eine junge Frau war, tat sie etwas ganz unerhörtes: Sie schnitt sich die Haare ab und trug Hosen. Das tat man nicht 1933. Absolut gar nicht. Es war ein Riesen-Tabubruch, und meine 25-jährige Oma schaut sehr vergnügt aus mit ihrem Dandy-Look. Ich glaube auch nicht, dass das Rauchen von Zigarren damals für Frauen Usus war.

Dass Frauen früher keine Hosen tragen durften, findet der 8-jährige Jonas* (der in Wirklichkeit einen anderen Namen trägt) total schräg. Er lacht ungläubig, und kann sich das nur schwer vorstellen. Denn Jonas hat gerade erst ausprobiert, wie es sich anfühlt, wenn man etwas tut, was gesellschaftlich nicht akzeptiert ist. Und es hat mit Hosen und Kleidern zu tun.

Elisabeth Duve 1933
Elisabeth Duve 1933

Jonas‘ Tag mit dem Kleid in der Schule

Mama hat am Morgen gesagt „Du weißt schon was dann passiert!?“, erzählt der 8-jährige Jonas. „Aber ich wollte wissen, ob es in der Schule so ist, wie ich mir das gedacht habe.“ Und deswegen ging Jonas an einem Tag im Herbst 2013 im Kleid zur Grundschule. Jonas ist schlau, freundlich und beliebt in der Klasse – er ist sogar ziemlich schlau. Er musste drum auch nicht lange mit seiner Mutter diskutieren, denn wusste genau, dass ihr Sohn sich im Klaren darüber war, dass ein Junge im Kleid in der Grundschule nicht nur auffällt, sondern auch mit Kommentaren rechnen muss.

„Ich trage öfter mal Kleider zuhause im Sommer, das ist luftig und bequem“, sagt der Zweitklässler. Und einmal, so berichtet er, habe er schon auf einem Ausflug zu einer Burg ein Kleid angehabt, und niemand habe daran Anstoß genommen. Das, so weiß auch Jonas, kann aber gut daran liegen, dass die Leute ihn mit seinen halblangen blonden Haaren, wie sie viele Jungs heute tragen, einfach für ein Mädchen gehalten haben.

Symbpolbild © Irina Reifschneider - Fotolia.com
Symbolbild © Irina Reifschneider – Fotolia.com

In der Schule hingegen kannten alle Jonas als Jungen. Und es hagelte Fragen, Blicke und auch dumme Kommentare. „Ich habe auch manchmal einen Zopf, da sagen die Leute auch schon immer was. Dabei hat der Bruder meiner Mutter auch ganz lange Haare!“ wundert der Junge sich über die Engstirnigkeit seiner Mitschüler. „Die Lehrer haben nicht viel gesagt, außer ’schönes Kleid‘ oder so.“

Was in der Klasse schon schwierig war, weil alle wissen wollten, warum Jonas ein Kleid trug, wurde in der großen Pause zum Spießrutenlauf: „Besonders die Jungs aus der dritten Klasse haben sich lustig gemacht. Die Mädchen haben eigentlich nur geguckt.“ Richtig doof fand Jonas, dass einige Kinder begannen, „Da kommt das Mädchen!“ zu rufen.

Der Tag ging irgendwie herum, aber wohl war dem mutigen Grundschüler nicht in seinem Kleid. „Als ich am Nachmittag auf meinem Roller nach Hause fuhr, habe ich mich blöd gefühlt.“ Er würde das nicht wieder machen, sagt er.

Mein Sohn war total beeindruckt

Schade, dass Jonas gar nicht mitbekommen hat, wie stark er meinen Sohn mit seiner ungewöhnlichen Aktion beeindruckt hat. Der kam nämlich aus der Schule und platzte gleich damit raus: „Mama, der Jonas war heute mit einem Kleid in der Schule! Der war so cool, der hat gar nichts zu allen gesagt, ob wohl ihn fast alle ausgelacht haben!“ „Wow“, staunte ich. „Und was hast du gemacht?“ Der Sohn gestand, dass er erst gar nichts getan, nur gestaunt habe. Aber dann habe es ihn geärgert, dass alle seinen Freund so aufzogen, und er habe gesagt, sie sollten das lassen. „Der Jonas hat so getan, als wäre nichts. Er hat sich einfach weiter ganz normal benommen. Das hätte ich mich NIE getraut! Der ist SO mutig!“, bewunderte mein Sohn den Klassenkameraden mit einem Hauch von Neid.

Raspelkurze Haare bei kleinen Mädchen gehen übrigens auch nicht, wie wir im Frühsommer ausprobiert haben. Damals wollte die Jüngste eine Jungsfrisur, richtig kurz wie sie die Buben tragen. Auch ich tat mich etwas schwer damit, das zu erlauben, war danach aber froh. Auch und gerade weil die Umgebung so schockiert reagierte. Wir haben das nun durch, ich hab’s nicht verboten, und mein Kind ist immer toll, egal, was die Leute denken. Vielleicht ist das der Gedanke, den auch Jonas‘ Eltern hatten, als sie ihn im Kleid zur Schule gehen ließen.

Elisabeth Duve mit Otto
Elisabeth Duve mit Otto

Ich find’s gut, dass Jonas sich das getraut hat, und ich habe das Jonas‘ Eltern und auch ihm persönlich gesagt. Und ich kann mir nur an den Kopf fassen, wie beschränkt, kleinkariert und taktlos viele meiner Mitmenschen sind, wenn’s um Rollenbilder geht.

Vielen Dank für das Interview, mutiger Jonas!

Linktipp innerhalb des Blogs:

Kleine Tabus: ein Jungshaarschnitt für ein kleines Mädchen

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Liebling nicht jetzt
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Liebling nicht jetzt

Schlimm, wie gemein die Mitschüler sind. Und traurig, dass da kein Lehrer eingeschritten ist, denn das was Jonas getan hat, sollte nicht als ungewöhnlich gelten, sondern als normal. Oder was ist so schlimm daran, dass ein Junge ein Kleid anhat? Viel schlimmer finde ich, dass die Mitschüler sich so aufführen konnten. In Schweden gelten da völlig andere Maßstäbe.

Julian
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Julian

Sehr schöner Text, aber die Reaktionen sind überhaupt nicht verwunderlich. Mitschüler sind generell die Spiegel ihrer Eltern und dazu sind Kinder ziemlich direkt und grausam gegenüber allem anderen. Wenn bei uns ein Junge mit Kleid aufgetaucht wäre, dann hätte ich auch gelacht. Hätte man mir von Null auf begebracht, dass Jungen Kleider tragen, dann hätte ich nicht gelacht. Hätte hätte hätte… ist aber nicht so.
Jonas ist ein cooler Typ, er macht seine Erfahrungen, aber ich kann auch nicht anders als zu sagen, dass mir Männer in Frauenkleidern einfach suspekt bleiben. Sorry, selbst mit ganz viel Gender-Gedöhns-Toleranz – ich bin ehrlich.

Lisa
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Lisa

Hallo Christine, Was für ein schöner Text. Wie du schon sagst, sind wir leider heutzutage ganz schön eingeschränkt was das Bild von typischen Mädchen und Jungs angeht. Ich muss aber gestehen, dass auch ich mich schwer darin täte, meinen Sohn später einmal mit einem Kleid umher laufen zu lassen. Denn leider sind einem die Meinungen anderer doch oft wichtiger, als man sich eingestehen möchte. Ich bewundere dich deshalb darin, deinen Kindern zu ermöglichen selbst Erfahrungen zu machen, vor die man sie tatsächlich nicht zwingend schützen muss, sondern deren Wert ein so großer ist, dass auch ein paar Hänseleien da wegzustecken… Weiterlesen »

Katharina
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Katharina

Ich hab das bei meinen beiden Großen auch durch. Beide sind mit Kleid in der Kita gewesen, beide, als sie ungefähr drei oder vier waren und völlig unabhängig voneinander (der Altersabstand beträgt 9 Jahre). Sie haben das beide ein paar mal gemacht, aber irgendwann die Schnauze voll gehabt von den Kommentaren und Sticheleien (auch von Erwachsenen). Mein Ältester ist dann noch mal mit 8 Jahren in rosa Chucks in die schule gegangen, aber leider auch nur einmal. Und da hab ich im Nachhinein von einer anderen Mutter gehört, dass ihr Sohn davon ganz begeistert war, nur leider hat er das… Weiterlesen »

L.N.Myschkin
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L.N.Myschkin

Ich weiß noch das ich in dem Alter – und manchmal heute noch – Mädchen etwas beneidet habe wegen der Kleider. Ich wollte kein Mädchen sein, aber ich fand es unfair. (Wohlgemerkt, ich fand es nicht unfair von den Mädchen sondern einfach unfair das „man“ das nicht tat..) Getraut ein Kleid anzuziehen habe ich mich allerdings nicht. (Erst später, aber das ist eine andere Geschichte und war für eine Party.)
Was ich damit sagen will: Sehr gut Jonas!
Und danke für die Geschichte.

Clinus
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Clinus

Da frage ich mich, welche Defizite schleppen die anderen Kinder durchs Elternhaus mit sich herum, dass sie nicht offen und tolerant auf so eine Situation reagieren können?
Lieber Gruss, S.

Skythe
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Skythe

@Lisa Bist du sicher, dass wir leider heutzutage ganz schön eingeschränkt sind…? Ist es nicht viel mehr so, dass Jungs im Kleid oder Mädchen mit kurzen Haaren noch vor 50, 70 Jahren verprügelt oder ausgeschlossen worden wären? Von vor 100, 200, 500 Jahren ganz zu schweigen! Heute ist es zumindest in deutschen Großstädten schon länger normal, dass metrosexuelle Männer androgyn oder weiblich gekleidet herumlaufen. Man sollte die Kirche also im Dorf lassen – die Welt ist heute liberaler, nicht eingeschränkter. @Thema Wenn man sich gegen die Norm verhält, wird das immer und überall zu Spannungen, Ablehnung und Unverständnis führen. Es… Weiterlesen »

Liebling nicht jetzt
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Liebling nicht jetzt

@skythe: wenn du die Geschichte als Argument anführst, solltest du vielleicht auch berücksichtigen, dass Jungs bis zu ihrem 6. Lebensjahr vom 16. bis 19. Jahrhundert bodenlange Kleider trugen, während der Biedermeierzeit ein Kleid mit Hose darunter. Und was in diesem Zusammenhang auch interessant sein mag: Rosa gilt erst seit den 1920er Jahren als weiblich, vorher war es sehr lange Zeit die Babyfarbe für Jungs, Mädchen trugen hellblau. Alles kann sich also ändern und ein bisschen mehr Toleranz in dieser Hinsicht täte wohl allen gut. Vor allem von einem Lehrer würde ich erwarten, dass er so einen Grundsatz auch vermittelt.

Frau November
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Frau November

Ihr Vergleich hinkt. Man geht nicht nur deswegen nicht nackt zur Arbeit, weil es normal ist, angezogen zu erscheinen, sondern vor allem, weil es rücksichtslos wäre, Mobiliar, das einem nicht gehört, mit den eigenen Körperflüssigkeiten in Verbindung zu bringen. Man geht nicht in Gelb zu einer Beerdigung, weil diese Farbe in unserer Gesellschaft mit Sonne und Freude assoziiert wird und man die Gefühle der Trauernden nicht verletzen möchte, indem man ihnen signalisiert, dass man trotz oder vielleicht sogar wegen des Todes ihres Angehörigen heiter und vergnügt ist. Wenn aber ein Junge im Kleid in die Schule geht, schadet das niemandem.… Weiterlesen »

Sabine Engelhardt
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Sabine Engelhardt

Man darf anders denken als seine Zeit, aber man darf sich nicht anders kleiden.

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
(1830 – 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Fast 100 Jahre ist sie schon tot, und sie hat leider immer noch recht.

klaus k.
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klaus k.

natürlich darf man anders denken aber warum soll ein Junge keine Mädchenkleider tragen ich habe immer Mädchenkleider getragen auch jetzt trage ich Damenwäsche. alles was an Frauenkleider warum nicht ist doch nichts schlimmes wir leben doch in einer freien WELT KANN JEDER TUEN UND LASSEN WAS ER MÖCHTE Ich trage meine Frauenkleider weiter wems nicht passt braucht nicht hinzuschauen also lasst diese Menschen doch so leben wie sie wollen ich habe mich geoutet und jeder weiss das ich sie trage man tauscht sich auch aus wie man schminkt fingernägel lackieren alles was Frauen mögen das mag ich so das wollte… Weiterlesen »

siluro
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siluro

Skythe, du vergleichst Äpfel mit Birnen!
Ein Kleid ist gesellschaftlich anerkannt. Aber eben leider nur in Kombination mit dem von den Mitmenschen als „richtig“ wahrgenommenem Geschlecht. BDSM-Outfit oder Nudist_innen-Outfit sind nirgendwo anerkannt, außer in kleinen ausgewählten Kreisen. Dann aber wenigstens unabhängig von allen Geschlechtern.

Andrea
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Andrea

Was ein toller Blogbeitrag! Die „Liebste Farbe“ meinen Sohnes war eine ganze Zeit lang „Pink“. Mein Mann hat dann immer von Magenta gesprochen :-) Auch heute (7) spielt er noch immer lieber mit Mädchen und wenn ich ihn aus dem Hort abhole knüpft er mit ihnen Armbänder und malt. Auch wenn Fußball, Radfahren und Co genauso sein Ding ist. Aber ansprechen darf man es bei ihm nicht – denn er weiss, wie die Jungs in seinem Alter ihn deswegen auch hänseln können. Das haben wir letztes Jahr sehr hart erfahren müssen. Schade – das hier in manchen Köpfen so starre… Weiterlesen »

Tina
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Tina

Wichtig ist mir hier, dass das kein Problem einzelner Menschen ist, dass sie mit einem Jungen im Kleid nicht klar kommen, sondern ein gesellschaftliches. Männer und „Männlichkeit“ gelten als „mächtiger“, und wenn jemand freiwillig auf diese „Macht“ verzichtet, indem er_sie sich feminin präsentiert, stellt er_sie die gesellschaftlichen Verhältnisse in Frage. Das führt zu Gegenreaktionen, die letztlich dazu dienen, die Verhältnisse aufrecht zu erhalten.

Stephan Fleischhauer
Gast
Stephan Fleischhauer

Einiges der geschilderten Verhaltensweisen finde ich für Kinder sehr untypisch. Dass Frauen früher keine Hosen tragen durften, findet der 8-jährige Jonas* (der in Wirklichkeit einen anderen Namen trägt) total schräg. Er lacht ungläubig, und kann sich das nur schwer vorstellen. Ein Achtjähriger, der ungläubig lacht, wenn man ihm historische Sachverhalte schildert? Seriously?? Ebenfalls ausgesprochen ungewöhnlich: Aber ich wollte wissen, ob es in der Schule so ist, wie ich mir das gedacht habe. Dieser Achtjährige hinterfragt ganz selbständig gesellschaftliche Normen und macht diesbezüglich gezielt Experimente?? Wie kommt er gerade auf Kleider? Es gibt tausende andere Normen, die er hinterfragen könnte. Er… Weiterlesen »

Mara
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Mara

Mmh, Kleid hin oder her – jede, auch kleine Abweichungen von der Norm, kann „gefährlich“ werden, das kann schon ein anderes Getränk sein. Mir blutet das Herz, wenn meine Kinder solche Erfahrungen machen (müssen). Jonas Mut finde ich sehr beeindruckend.

BIG J
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BIG J

Toller Beitrag… ich finds auch sehr ungewöhnlich, daß ein Junge mal ein Kleid ausprobiert obwohl es das nicht sein sollte! Ich hatte mit 11 / 12 auch so eine Phase, in der ich unbedingt ein Junge sein wollte und wurde mit meiner Kurzhaarfrisur und den Schlabberklamotten ständig gemobbt, ständig tippte mir im Zug jemand auf die Schulter „Wir wollten mal sehen ob du ein Junge oder ein Mädchen bist“ usw… schrecklich. Seitdem kann ich nur noch lange Haare tragen…

Liebe Grüße vom Vorstadtterror

Sebastian
Gast
Sebastian

Dieser Blogbeitrag ist wohl einer der wichtigsten die ich in den vergangenen Monaten hier und anderswo lesen durfte. Denn er macht Hoffnung. Ich bin begeistert von der Offenheit, mit der einerseits Jonas Eltern ihr Kind erziehen, wie sehr sie ihm vertrauen und seinen enormen Mut vor mögliche Gefahren stellen, die Selbstfindung und das Erleben ihres Sohnes vor Standards, Rollenbilder und gesellschaftliche Norm. Gleichzeitig finde ich es bemerkenswert, dass Christine sich dieses Thema aussucht und in ihrem Blog darüber berichtet. Es ist ein Thema, dass nicht allen schmeckt, manche vielleicht sogar verschreckt. Mit dem Pro für Toleranz kann man schnell ein… Weiterlesen »

Anne
Gast
Anne

Liebe Christine, lustigerweise war das unser großes Thema des vergangenen Jahres: Unser Junge, der partout Mädchenkleider tragen will, und die darauf reagierende Umgebung. Unserer ist kleiner als der Jonas, und er hatte noch nicht begriffen, das die schiefen Blicke und Kommentare nicht einem bestimmten Kleid galten, sondern der Tatsache, dass er sowas überhaupt trägt. Ich denke, Tines Gedankengang ist dazu am wichtigsten: Wenn Mädchen wie Jungs sein wollen – auch optisch – ist das akzeptiert, sie orientieren sich ja da am „Stärkeren“, „Mächtigeren“, und das anzustreben ist keine Schande. Aber Jungs, die sich freiwillig am scheinbar „Schwächeren“, „Unterlegenen“ orientieren, sind… Weiterlesen »

Eve
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Eve

Mir kommt es so vor, als wären die Rollenerwartungen bei Kindern noch viel strenger als bei Erwachsenen. Bezüglich Haarlängen, Schmuck und Beinkleider.
Schöner Post! Ich hoffe Jonas erfährt das noch, wie sehr er deinen Sohn beeindruckt hat.

Bele
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Bele

Ich staune. Auch unser Sohn ging mit Kleid (weil er die seiner kleineren Schwester so schön fand) in den Kindergarten und nach einem erstaunten Kommentar eines anderen Kindes erklärte die Erzieherin kurzerhand, dass es in vielen Ländern üblich sei, dass Männer Röcke oder kleidähnliche Gewänder trügen. Das könne nun jeder so handhaben, wie es ihm gefalle. Ende der Kommentare und Diskussionen und der Rest des Tages verlief in normalem Spiel. Übrigens in einer ganz normalen städtischen Kita, wenn auch in einer Großstadt, die viel Kostümierung gewöhnt ist. Erstaunt war ich, dass einige Eltern das Kind schlicht nicht erkannten, weil er… Weiterlesen »

Jürgen
Gast
Jürgen

Ich habe selbst einen Patenjungen in Dresden der sich in dem Alter so verhalten hat, trug Rock und Strumpfhose, lackierte sich die Fingernägel. Aber die Umwelt reagierte gut. Es gab Fragen aber keine blöden Kommentare, sogar offen ausgesprochene Achtung von Erwachsenen für den Mut des Jungen. Mutti war und ist cool drauf. Steuerte das Ganze. Es hat sich irgendwann wieder verlaufen,aber es ist nix wirklich Böses passiert. Fand ich echt gut.

Marcel
Gast
Marcel

Hört doch endlich mal auf, von so einem Quatsch wie „starkem und schwachem Geschlecht“ zu reden! Ständig wird von Gleichberechtigung gefaselt, aber nur, wenn es um Frauen geht. Die Grenzen liegen in EUREN Köpfen, nicht in den Köpfen der Kinder! Die Erziehung im Elternhaus ist sehr wichtig für die Entwicklung eines Kindes. Statt Fernsehen, Internet und Smartphone sollten sich viele mal mehr mit Ihren Kindern beschäftigen und Dinge nicht einfach als „Blöd“ oder „das macht man nicht! “ abtun. Erzieht Kinder zu Individuen und nicht zur Marke „Dumm und fastfoodfressend vorm Internet hängend“ Kinder entwickeln sich mit den Menschen in… Weiterlesen »

Tony
Gast
Tony

Interessantes Thema – erst gestern habe ich mich das erste Mal damit beschäftigt; da zeigte mein Sohn (1,5 Jahre alt) sehr eindeutig, dass er Interesse an den „Mädchen-„Kleidern seiner Schwester hat. Und ja, ich habe ihm eines angezogen und er war überglücklich (und soooo zuckersüß :-)) Aber es gibt mir zu denken – noch ist es für Kindergarten kein Thema. Ich verstehe nicht, dass hier unsere Gesellschaft so engstirnig ist. In anderen Kulturen tragen Männer Kilts, Sarongs, Kurta… nur bei uns nicht. Und ich spreche jetzt nicht von Rosa-Glitzer-Tüll-Rüschen-Dingern… also kriegt er von mir ein etwas längeres Tunikashirt geschneidert. Ich… Weiterlesen »

NicoleS.
Gast
NicoleS.

Mein Sohn ( damals schon 10) hat sich mal sehr für meine Strumpfhosen interessiert. Ich habe ihn abends mal im Bad ertappt, als er eine schwarze Feinstrumpfhose von mir über seinen Arm gestreift hat. Er fand das seidige Material so schön, also habe ich sie ihm gleich mal angezogen und er hat sie bis zum Zubettgehen anbehalten. Ich hatte das Gefühl, daß ihm das sehr gefallen hat, also habe ich ihm am nächsten Morgen , als er gerade aus seinem Zimmer war, eine hautfarbene Strumpfhose zu seinen normalen Wollstrumpfhosen dazu gelegt. Als er wieder kam habe ich ihm gesagt, es… Weiterlesen »

Michael
Gast
Michael

Hallo zusammen! Ich habe keine Kinder, kann mich aber gut daran erinnern, dass ich als kleiner Junge gerne die Röcke einer Freundin anprobierte, was sie und ihre Mutter mich auch gerne machen ließen. Die Leidenschaft ist geblieben, heute bin ich ein „Vorkämpfer“ oder „Aktivist“ (man nehme den Begriff, der einem zusagt) der Männerrockbewegung, für die volle Emanzipation aller Menschen, zuerst in Kleidungsfragen und dann weiter. Vor dem kleinen Jonas (oder wie immer er heißen mag) habe ich viel Respekt. Den wünschte ich mir mal für den Durchschnittserwachsenen! Schade nur, dass sein Freund, der ihn bewundert, sich nicht wirklch mit ihm… Weiterlesen »

Rolie
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Rolie

Also dass es so starke Kinder gibt hätte ich nicht gedacht! Schade dass es ihm am Schluss dann zuviel geworden ist….und zwar nicht schade seitens seiner Reaktion, sondern dass er soviele negative Reaktionen ertragen musste. Ein Kleid bei einem Jungen….tja .. in der Schule hört halt die „persönliche Freiheit“ des Einzelnen laut Grundgesetz auf. Wenn ich denke was meine Jungs für eine Angst haben, das „falsche“ anzuziehen ….ja nichts mädchenhaftes…Männlichkeit definiert sich leider immer noch durch Abgrenzung vom Weiblichen….drum kann ich es kaum fassen was sich der Junge getraut hat. Ein alleinerziehender Papa mit Dreien…der aufgehört hat Männlichkeit zu definieren…aus… Weiterlesen »

Jana
Gast
Jana

Zu diesem Post http://blacklab-design.blogspot.de/2013/09/happy-birthday.html?m=1 gibt es auch gleich einen Kommentar, in dem es heißt das auf dem Foto ein süsses Mädchen ist.
Auch hier wieder Klischee Denken.
Das ist mein Sohn und seine Haare gehen inzwischen bis zum
Popo :-)

Michael
Gast
Michael

Hallo nochmal,

hier gibt es noch einen sehr interessanten Artikel zum gleichen Thema, aber einen anderen Jungen:
http://www.huffingtonpost.de/seth-menachem/mein-sohn-traegt-kleider—und-ich-finde-das-voellig-in-ordnung_b_5591157.html

Herzliche Grüße,
Michael

Chukk Beslowair
Gast
Chukk Beslowair

Hej. Zugleich ein sehr lesenswerter und bestürzender Artikel. Sich selbst auszuprobieren und zu finden ist ein selbstverständlicher Wunsch. Meine bisherigen Erfahrungen in dieser Hinsicht: Ich trug einen Kilt. Zum Beispiel in einer Großstadt und während meines Besuches eines Musikfestivals. Ich könnte mir gut vorstellen das öfter zu tun, auch vielleicht mal ein „komplettes“ Kleid auszuprobieren. Allerdings müsste ich hier, auf dem flachen Land, ernsthaft befürchten angegriffen zu werden, psychisch und physisch. Auch wenn es traurig ist sich durch diese Drohkulisse von Experimenten abhalten zu lassen, ist mir zu bewusst wie schnell jemand schwer verletzt sein kann (ich hatte bereits die… Weiterlesen »

Michael
Gast
Michael

Hallo Chukk,

Du bist erwachsen, oder? Schau mal hier herein: http://www.rockmode.de Da geht es um Männer, die gerne Röcke tragen.
So mancher wünscht sich, als Junge so eine Mutter gehabt zu haben, wie die, um die es hier geht.

LG, Michael

klaus kaufhold
Gast
klaus kaufhold

Ich trage sehr gerne Kleider auch Strumpfhosen warum nicht, es ist ein schönes Gefühl, wenn ich im Kleid bin und es trage ich lasse mir auch nicht vorschreiben wann und wo ich es trage. ich trage es einfach es gehört zu mir. ich liebe es und es wird auch so bleiben. ich trage schon mein ganzes Leben DW. Frauenkleider und Unterwäsche warum soll ich auf das verzichten, wer will es mir vorschreiben. na also niemand hat das recht mir das vorzuschreiben. ich fühle mich wohl und trage Kleider immer und wo und wann ich es möchte. ich fühle mich wohl… Weiterlesen »

Yves Brandt
Gast
Yves Brandt

Hallo zusammen, als ich ca 5 Jahre alt war habe ich mich auch schon Angefangen für die unterschiedlichen Bekleidungsformen der Geschlechter zu Interessieren. In den Fokus nahm ich aber mehr den Rock und mir fiel schon sehr Früh auf, das Mädels Hosen, Kleider und Röcke trugen und Jungs bzw. Männer nur Hosen. Wenig Später begann ich mich dafür zu interessieren, wie sich Frau bewegt, wenn sie nen Rock oder ne Hose Anhat. Besonders konnte ich das bei meiner Tante sehen, wenn sie sich übern Gartenzaun mit den Nachbarn unterhalten hat zog sie ihre untere Beinhälfte nach hinten/oben und drehte sich… Weiterlesen »

Yves Brandt
Gast
Yves Brandt

Hallo Mama arbeitet, vielen dank für deine Reaktion. Von 100% ist vielleicht heute ein Anteil von 5 – 10% Erotik dabei, ist ja auch nichts schlimmes. Damals konnte ich zwischen Erotik und Praktikabel noch nicht unterscheiden und dachte somit auch nicht daran. Mir ging es Primär nur um das Leben und das Gefühl von Mode. Wer lebt, Fühlt und wer Fühlt, lebt. Mir geht es beim Tragen eines Rockes nur um die damit verbundenen Emotionen im Sinne von Gefühl. Ist ja das gleiche. Irgendwie muss ich ja das Gefühl beim Tragen eines Rockes beschreiben und die Beobachtung, wenn Frauen im… Weiterlesen »

Yves Brandt
Gast
Yves Brandt

Ich danke fürs lesen und verstehen.
Hatte vergessen ein Feedback zu deinem Artikel dazulassen.
Ich finde den Artikel echt Spitze, vor allem wie du damit Umgehst.
Ich beneide deinen Sohn für die Mama.

Mit freundlichen Grüßen
Yves Brandt