Neuordnung von Sorge- und Umgangsrecht – so nicht, liebe Bundesregierung!

Als wäre es nicht schon schwierig genug für Alleinerziehende – nein, jetzt drohen auch noch weitere Verschlechterungen für alleinerziehende Eltern.

Das ganze läuft unter dem Deckmantel „moderne Familienpolitik“, ist aber nichts anderes als das Resultat massiver Lobbyarbeit von Väterverbänden und Politikern, die Gleichstellungsfreundlichkeit nur vorschützen.

Worum geht es? Kinderrechte, Kindeswillen, oder doch die Eltern- bzw. Väterrechte?

Vor ein paar Tagen sickerte durch, dass eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und Justiz weitreichende Gesetzesänderungen empfiehlt, die Familien in Trennung und Scheidung betreffen werden. (Hier der Link zum Originaldoc beim BMfSJ)

Eigentlich eine gute Sache, haben wir doch reichlich Reformbedarf. Alleinerziehende sind mit den Pflichten rund ums Kind weitestgehend alleingelassen, Rechte hingegen dürfen die anderen Elternteile (meist Väter) hingegen jetzt schon reichlich einfordern. Den Ansatz, hier Dinge grundlegend neu zu ordnen, ist also erst einmal gut. Was dabei aber herausgekommen ist, ist eine Katastrophe aus feministischer Sicht. Denn weder ist der Gewaltschutz darin berücksichtigt, noch die Kinderrechte.

Das gesamte Papier fokussiert sich auf Elternrechte anstatt auf das Kindeswohl, und unterscheidet auch nicht zwischen Kindeswohl und Kindeswillen. (Das ist ein gewichtiger Unterschied, der in der unten in Auszügen zitierten Stellungnahme des sehr engagierten Vereins Mia e.V. erklärt wird.) Was wir bräuchten, wäre die Umsetzung der Istanbul Konvention, die Deutschland unterschrieben hat, und die Frauen und Kinder vor häuslicher Gewalt schützen soll.

Statt Reformen drohen Verschlechterungen für Alleinerziehende

Was wir bekommen, sind weiter ausgebaute Väterrechte. Das kann es nicht sein. Und deswegen stelle ich auf meinem Blog Platz und Reichweite zur Verfügung, um die eindringliche und sachliche Stellungnahme von Mia e.V. zu verbreiten.

Sie mahnt Verbesserungen bei der Qualifikation von Gutachtern, Verfahrensbeiständen, Mediatoren und FamilienrichterInnen an – dies sind Maßnahmen, die Experten schon lange fordern. Sie erinnert daran, dass steuerrechtliche Reformen nötig sind, gleichstellungsorientierte Folgeabschätzungen der von dieser Expertenkommission ausgesprochenen Empfehlungen, und dass Frauen, die sich bereits in der Schwangerschaft trennen, eventuell lebenslang Macht und Kontrolle durch den Erzeuger des Kinds ausgesetzt sind, wenn diese Änderungen so kommen.

Sorge- und Umgangsrecht
Bild von TotumRevolutum auf Pixabay

Auch ist noch völlig unklar, wie es gehen soll, dass einerseits zukünftig das Sorgerecht nicht mehr entzogen werden können soll, andererseits aber die Ausübung des Sorgerechts einem der Elternteile zugesprochen werden kann.

Wie genau die Problematik aussieht, erklärt das Paper auf S. 7 (Die Stellungnahme hat 11 Seiten. Ich empfehle allen, die sich für Familienpolitik interessieren, es vollständig zu lesen, denn von einer Scheidung/Trennung sind sehr viele Familien betroffen!).

Auszug der Stellungnahme zu den Umgangs- und Sorgerechtsreformen von Mia e.V.

Der Vorschlag der Kommission zum automatischen gemeinsamen Sorgerecht ab Geburt für beide Eltern, so Mia e.V.,

„… erweckt den irreführenden Eindruck, ein gemeinsames Sorgerecht sei in Deutschland für nicht verheiratete Paare nicht möglich. Der überwiegende Teil unverheirateter Paare entscheidet sich jedoch bereits vor der Geburt für ein gemeinsames Sorgerecht, erhält es durch spätere Eheschließung oder auf Antrag des Vaters. Insofern ist ein rechtlicher Automatismus dahingehend nicht nur eine überflüssige, sondern auch hochproblematische Regelung.

Dieser Ansatz wurde in der letzten Sorgerechtsreform 2013 bewusst abgelehnt:“Der Gesetzgeber muss sich am Leitbild orientieren, dass die gemeinsame Sorgetragung in der Regel dem Kindeswohl entspricht; wohlwissend, dass es davon Ausnahmen gibt.​ Die gemeinsame Sorgetragung setzt den Willen des Vaters, sich gleichwertig beteiligen zu wollen​ und eine Initiative des Vaters, mit der er dies erklärt,​ voraus​. Dies kann niedrigschwellig dokumentiert werden, indem der Vater seinen Willen zur Mitsorge durch einen Antrag bekundet. ​Das Antragserfordernis verhindert, dass Väter mitsorgeberechtigt werden, die kein Interesse an ihrem Kind haben.“

Gravierende Probleme ergeben sich in Konstellationen, in denen die Eltern nie in einer Beziehung zusammengelebt oder sich bereits während der Schwangerschaft getrennt haben und die Väter nicht willens sind, Verantwortung für ein Kind zu tragen. Auch diese Väter würden automatisch das gemeinsame Sorgerecht erhalten. Formal gleiche Rechte dürfen jedoch nicht zu einer Benachteiligung von Kindern und Müttern führen. Es ist auf die tatsächlichen Gleichstellungseffekte infolge von Rechtevergaben zu achten.Ein gemeinsames Sorgerecht, das den Interessen des Vaters entgegensteht, kann nicht dem Kindeswohl dienen.

Bereits 2008 stellte das BVerfG fest, dass ein unwilliger Vater nicht zu regelmäßigem Umgang mitseinem Kind gezwungen werden kann. Väter, die bewusst keinen oder äußerst sporadischen Umgang zu ihren Kindern pflegen, wären nun gezwungen, Entscheidungen wie die richtige Schulwahl oder über die Notwendigkeit einer Psychotherapie mit zu treffen. Diese würden jeglicher Grundlage entbehren. Im Konfliktfall oder bei fehlender Rückmeldung im Entscheidungsprozess müsste jedes Mal das Familiengericht anrufen werden. Die Belastungen für Mütter und Kinder, die daraus entstehen, dürfen nicht bagatellisiert werden.

Die aktuelle Regelung, in der unverheiratete Väter einen Antrag auf gemeinsames Sorgerecht stellen müssen, um ihr Interesse am Kind zu bekunden, soll vor den benannten Missständen schützen. Der Antrag des rechtlichen Vaters kann bereits heute nur in sehr seltenen Fällen abgelehnt werden, nämlich dann, wenn die Mutter beweist, dass die gemeinsame Sorge zu einer Gefährdung des Kindeswohls führen würde. Dieses Widerspruchsrecht der Mutter entfiele bei einem Automatismusbezüglich des gemeinsamen Sorgerechts.

Auch ist nicht klar, wie Frauen vor Gewalt und Missbrauch des genetischen und/oder rechtlichen Kindsvaters geschützt werden sollen. Der Antrag zur Sorgerechtsreform, die 2013 in Kraft trat, merkte dazu an:“Der Schutz vor Gewalt muss auch in den Entscheidungen über Sorgerecht (und Umgangsrecht) berücksichtigt werden. Die Unversehrtheit von Frauen und Kindern hat Priorität. Insbesondere für Frauen, die mit ihren Kindern zum Schutz in ein Frauenhaus geflohen sind, ist die Praktizierung eines gemeinsamen Sorge- und Umgangrechts nicht möglich.“

Neben körperlicher Gewalt spielt auch psychische Gewalt eine Rolle, indem Väter über das gemeinsame Sorgerecht Macht und Kontrolle über die Mutter ausüben. Sicherlich ist den veränderten Lebensbedingungen Rechnung zu tragen. Im Vergleich zu früheren Generationen entscheiden sich immer mehr Paare dafür, unverheiratet zu bleiben oder erst später zu heiraten und dennoch eine Familie zu gründen. Im Jahr 2015 lebten beispielsweise 10,54 Prozent aller Kinder unter 18 Jahren im Haushalt ihrer unverheirateten Eltern.

Um die Rechte dieser Väter zu stärken, könnte z.B. ein gemeinsames Sorgerecht begründet werden, wenn die Eltern bei der Anerkennung der Vaterschaft in einem gemeinsamen Haushalt leben. Hier kann ein Interesse des Vaters am Kind angenommen werden. Diese Möglichkeit wurde bereits 2018 auf dem 72. DeutschenJuristentag diskutiert und in Betracht gezogen. Analog zu den aufgestellten Thesen der Arbeitsgruppe würde dies bedeuten, dass der unverheiratete rechtliche Vater, der noch nie mit seinem Kind zusammengelebt hat, Inhaber des Sorgerechts ist, das Recht auf Ausübung aber zunächst bei der Mutter alleine verbleiben müsste, solange kein Antrag gestellt wird.

Unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten für unverheiratete Eltern, die sich bereits vor der Geburt getrennt oder nie eine Beziehung geführt haben und der niedrigschwelligen Möglichkeit für unverheiratete Väter das Sorgerecht zu erlangen, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der vorgestellten These. Notwendig wäre dagegen in jedem Fall eine Aufklärung werdender Eltern hinsichtlich der rechtlichen Tragweite ihrer jeweiligen Entscheidung, solange man nicht das deutsche Sorgerecht von Grund auf reformiert und die Rechte des Kindes in den Mittelpunkt stellt, anstatt das Recht der Eltern am Kind weiter voranzutreiben.“

Kommt mit dem neuen Sorge- und Umgangsrecht das Wechselmodell als Standard durch die Hintertüre?

Dies ist, wie gesagt, nur ein Punkt in den allesamt mit Fußnoten belegten Ausführungen der Expertinnen von Mia e.V. zu den wenig hilfreichen bis desaströsen Vorschlägen der Kommission, die im Auftrag des Justizminsteriums tätig war.

Was bedeutet das also jetzt? Mia e.V. zieht aus den Vorschlägen der Kommission ein Fazit, das ich teile: „Aus dem Thesenpapier ergibt sich der Eindruck, dass durch einen Automatismus im sehr weitreichenden Sorgerecht und dem zeitgleich geforderten Rückzug der gerichtlichen Entscheidungsbefugnisse das Wechselmodell als Standard durch die Hintertür etabliert werden soll.“ (S. 4)

Und auch der Einschätzung „Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Expertengruppe weder Kinderrechte noch das Kindeswohl umfassend und für alle Kinder in ihrem Thesenpapier berücksichtigt hat“ (S. 10)  von Mia e.V. muss ich leider zustimmen.

Auch der Deutsche Juristinnenbund und der Dachverband der Deutschen Frauenhäuser bff werden das Thema Reform des Sorge- und Umgangsrechts aufmerksam und kritisch begleiten, wie mir auf twitter versichert wurde. Das wird auch nötig sein. Denn sonst wird das ganz großer Korks, der Frauen und Kindern schadet. Und dabei ist die Situation schon jetzt wirklich alles andere als rosig für Fraue in Trennungssituationen.

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Nichtsowichtig
Nichtsowichtig
4. November 2019 09:11

1. Wer sind bitte die Experten, die beraten haben. Ist gewährleistet, dass Interessen von Kindern, Müttern und Vätern gleichberechtigt vertreten werden? 2. Welche Konsequenzen gibt es für Eltern, die sich nicht kümmern, bei gemeinsamem Sorgerecht Unterschriften nicht leisten, nicht gleiche Verpflichtungen eingehen, sondern das Kind nur sehen, wenn sie gerade Lust haben? 3. Wo bleibt das Grundrecht auch von Frauen auf emotionale Unvsersehrtheit, personliche Selbstbestimmung ? 4. Dann kann man Frauen, die in Zukunft ein selbstbestimmtes unabhängiges leben führen wollen nur noch die anonyme samenspende empfehlen. So haben sie ihr Kind und können sich den passenden Partner dazu suchen, ohne… Weiterlesen »

karoline
karoline
4. November 2019 15:24

Ich interpretiere das Papier so, dass nun andere Menschen als der leibliche Vater ein Umgangsrecht erhalten sollen, möglicherweise auch der „soziale Vater“?? Also Vorsicht beim Zusammenziehen mit einem neuen Partner.

Jörn Erbguth
Jörn Erbguth
4. November 2019 09:46

Das konservative Familienmodell in Deutschland muss dringend renoviert werden. Noch immer ist „Kinder gehören zur Mutter“ und „Mütter gehören zu ihren Kindern“ fest in unseren Köpfen verankert. Viele übersehen dabei, dass das erste das zweite impliziert und Ursache für die Rückständigkeit Deutschlands in Punkto Gleichstellung ist. Auch der Europarat sowie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mahnen da Deutschland immer wieder an, in Punkto Gleichstellung im Familienrecht doch endlich in die Pötte zu kommen.
Von daher sind diese Reformen überfällig.

Hanna
Hanna
4. November 2019 12:58
Antwort  Jörn Erbguth

Es gibt sehr viele Ursachen für die Rückständigkeit Deutschlands in Punkto Gleichstellung (von Frauen). Kinder sind es nicht.

Carola Gerlach
Carola Gerlach
5. November 2019 07:36
Antwort  Jörn Erbguth

Im Familienrecht geht es nicht um Gleichstellung, sondern um Kindeswohl.

Esther
Esther
8. November 2019 22:03
Antwort  Jörn Erbguth

Ich kann mich da Jörn nur anschließen. Die Reformen sind bitter nötig. Leider noch nicht umfassend. Mit einhergehend wünsche ich mir Abschaffung des Ehegattensplittings und steuerliche Besserstellung von Eltern (nicht Müttern!) die Kinder betreuen. Ich glaube, am Anfang gibt es immer viele Skeptiker, aber bald wird sich das einspielen. Das rückständige Famileinrecht ist auf jeden Fall eine (aber nicht die einzige) Ursache für die mangelnde Gleichstellung von Mann und Frau.

Anna
Anna
17. November 2019 21:53
Antwort  Jörn Erbguth

Und dann kommt der Erzeuger nach 10 Jahren ohne sich je um Junior gekümmert zu haben, lässt die Vaterschaft feststellen und bekommt auch heute schon einfach das halbe Sorgerecht. Warum? Weil der Gesetzgeber der Meinung ist, dass ein Kind zum anderen Elternteil Kontakt haben muss. Der ist praktisch gesehen erst Mal ein fremder. Ja, auch eine Mutter hat mit ihren Kindern ein Recht auf ein selbstbestimmtes leben. Und nach 10 Jahren ganz sicher ohne den Erzeuger….
Frauen, die frei leben möchten und ihre Kinder im frieden grossziehen, empfehle ich eine samenspende….

Christoph
Christoph
17. Juni 2020 08:40
Antwort  Anna

So, ich bin ein Scheidungskind. Meine Mutter hat sich für einen anderen Mann entschieden, als ich fünf war. Der neue Stiefvater war auch für mich fremd! Und der hat mich von sechs bis 13 (da habe ich dann endlich zurück geschlagen!) regelmäßig verprügelt, weil er hatte ja das Sorgerecht durch Heirat bekommen. Wurde im Schwimmunterricht regelmässig beiseite genommmen, um die Striemen auf dem Rücken zu erklären. Gab aber keine Konsequenzen… Den Kontakt zu meinem nicht gewalttätigen richtigen Vater hat meine Mutter erfolgreich hintertrieben, wir haben heute keinen Kontakt mehr, sie hat den unterbundenen Kontakt zu den Kindern immer als Waffe… Weiterlesen »

Christoph
Christoph
17. Juni 2020 13:18

Es war DDR-Recht, ich war zu jung und Dir traue ich da auch keine Erfahrung zu. Nicht böse gemeint. Habe auch den Nachnamen vom Stiefvater bekommen….

Gruß
Christoph

Basti
Basti
12. November 2019 11:45

Wäre es für eine Mutter ein selbst bestimmtes Leben, wenn sich nach der Geburt des Kinder der Vater trennt, mit dem Kind auszieht und bei Gericht erfolgreich Unterhalt für die nächsten Jahr(zehnte) einklagt? Ab und zu würde er der Mutter noch Umgang mit dem Kind gewähren, wenn er gerade etwas selbst bestimmte Zeit haben will. Ich denke das Selbstbestimmung auch für Väter gelten sollte ;) Nicht im Residenzmodell aber mit der Möglichkeit das Kind bis zu 50% betreuen zu können und nicht durch Kindsunterhalt finanziell und Kindsentzug emotional ruiniert zu werden. Was habt Ihr dagegen? Geht es nur ums Geld/Unterhalt?… Weiterlesen »

Basti
Basti
14. November 2019 14:04

1. Wenn Väter und Kinder bei eigenem Wunsch 50 % der Zeit miteinander haben, hat das doch nichts mit Kinder teilen zu tun. Es wird nur die Zeit geteilt. 2. Kindswohl ist doch nur der Kerngedanke einem Elternteil meist gegen den Willen des anderen Elternteils und der Kinder die Kinder und das Geld des anderen Elternteils zu geben. 3. Damit werden Kinder zu dem was sie nicht sein sollen. Besitz eines Elternteils. Das das nicht dem Kindswohl dient haben weltweit schon sehr viele Studien bestätigt. –> Wenn Kinder kein Besitz sein sollen und bestmögliche Chancen auf ein gesundes Aufwachsen haben… Weiterlesen »

AlexC
AlexC
8. Dezember 2019 22:57

Kinder sind kein Besitz. Genauso ist es! Ein Kind gehört weder der Mutter noch dem Vater, noch hälftig den beiden. Kinder haben ein Recht auf beide Eltern und es kann nicht sein, dass ein Elternteil alles blockieren, Kommunikation verweigern und das Kind für sich allein reklamieren kann, während der andere Elternteil nur zahlen soll. Das hat rein gar nichts mit Kindeswohl zu tun, was in Deutschland passiert. Eltern müssen dazu bewogen werden sich zum Wohl der Kinder einigen zu MÜSSEN, was die Betreuung der Kinder angeht, siehe Australien. Jeder Fall ist anders und pauschal einem Elternteil die elterliche Sorge zu… Weiterlesen »

Nora
Nora
14. November 2019 11:08

Ein Problem besteht ja jetzt schon: Wenn zB der Kindsvater die Vaterschaft noch nicht anerkannt und gegenüber der Kindsmutter gewalttätig ist, die Mutter den eigentlich notwendigen Schritt macht, ihn anzuzeigen, kommt in der Regel ein Prozess in Gange, bei dem die Vaterschaft geklärt und anerkannt wird und der Kindsvater wird eingeladen, das geteilte Sorgerecht anzunehmen. Was dann häufig in solchen Fällen angenommen wird, da es dem Kindvater eine weitere Möglichkeit gibt, Macht aus zu üben gegenüber der Kindsmutter. Auch wenn zB der Kindsvater die Kindsmutter einmalig oder mehrmalig die Kindsmutter vor dem Kind/den Kindern verbal-agressiv und/oder körperlich VOR dem Kind/den… Weiterlesen »

Frau A.
Frau A.
15. November 2019 05:53

Das Gesetz würde eine Katastrophe darstellen. Das mag noch gehen bei Eltern, wo ein Mann mit Werten und echten Vatergefühlen vertreten ist. Aber was ist mit den Frauen, bei denen das nicht der Fall ist und das m.E.ganz überwiegend so, wo sich Väter sang- und klanglos verabschieden. Ganz ehrlich, für intakte Familien brauchen wir die Gesetze nicht, die gehen nicht vor Gericht. Und ganz zu schweigen von den Müttern die sowieso Repressalien ausgesetzt sind durch die Väter. Ich für meinen Teil habe riesen Angst davor und es ist nicht so, dass ich mich nicht sowieso schon alleingelassen fühle. Das Resultat… Weiterlesen »

Steff
Steff
18. November 2019 10:19

Eine Frechheit. Väter bekommen immer mehr Rechte, Rechte, Rechte. Aber ob sie sich auch an ihre Pflichten halten, das interessiert scheinbar niemanden. Natürlich gibt es Fälle, bei denen die Mutter die Sorgerechtsmacht ausnutzt. Aber wie viele Fälle gibt es, wo der Vater alles einfordert, was ihm in den Kram passt und alles einfach NICHT übernimmt/ macht oder tut, was ihm evtl zu viel sein könnte? Geht man nämlich zum Jugendamt, um einzufordern, dass der Vater, der auch das halbe Sorgerecht hat, sein Kind regelmäßig holt oder Termine an Kita/Schule wahrnehmen soll, heißt es nur, man könne den Vater nicht zwingen…… Weiterlesen »

Isa
Isa
3. Januar 2020 21:04
Antwort  Steff

Du hast so recht. Ich bekomme in diesem Land keine Kinder mehr. Der Vater kommt zuerst, dann das Kind und die Mutter hat alle Pflichten und keine Rechte

Wendula Strube
Wendula Strube
29. Dezember 2019 15:11

Es immer wieder schade, dass die Petition http://change.org/alleinerziehend nicht erwähnt wird. Da durch die Hintertür auch die Bedarfsgemeinschaft für unverheiratete Paare, die von anderen Fördermaßnahmen, als Hartz IV, zum Beispiel Unterhaltsvorschuss betroffen sind, nun diese Familienform übergeholfen bekommen, ist das in der Petition geforderte #EqualTax bzw. Bedarfsgemeinschaftsplitting nur konsequent. Also liebe Damen und Herren der bürgerlichen Mitte, unterstützen Sie die Petition, Sie kommt auch Ihnen Zugute! Niemanden wird etwas genommen, aber viele bekommen dadurch mehr Geld! Übrigens „Feiern wir uns selbst, weil uns niemand feiert!“ Jeden letzten Samstag im Monat an der Weltzeituh, am Alexander Platz in Berlin, um 17-20… Weiterlesen »

pa-bii
pa-bii
14. Februar 2020 07:57

Wer hierzulande als Vater das Sorgerecht haben will, kann es haben. Wieso sollen die Väter, die es auch nach 10 und mehr Jahren nicht haben wollten, es nun doch automatisch und auf dem Silbertablett serviert bzw. hinterhergeworfen bekommen? Über viele Dinge kann und muss man unter getrennt lebenden Eltern sprechen – schwer genug! Es gibt keine Pauschallösung. Nicht für alle stimmt das Wechselmodell. Auch nicht für alle Kinder. Um das Kindeswohl zu definieren und herauszufiltern, bedarf es gut ausgebildeter Experten, das kann man beim besten Willen keiner Lobby überlassen. Die Pauschallösungen sind doch das Problem! Es ist eben alles NICHT… Weiterlesen »

Anonym
Anonym
22. Februar 2020 00:00

Sehr geehrte Frau Finke. Ich habe gerade in Ihrem Text gelesen, dass Mutter und Kind vor etwaiger Gewalt des Kindesvaters geschützt werden sollen. Habe bisher leider die Erfahrung gemacht, dass vermeintlicher Narzisst alles Hocheskaliert und am Ende den erweiterten Umgang bekam. Dieses Modell ist dem Wechselmodell ähnlich. Unterscheidet sich nur geringfügig bei der Ferienaufteilung – gemaess Suenderhauf. Es interessierte niemandem was schriftlich belegbar an verbaler oder durch andere Bsp belegbare Gewalt uns angetan wurde. Oder gar, dass Kind sich trotz geringem Alter gegen den Umgang wehrte. Nun hat Exmann uns hinterrücks bei den behandelnden Ärzten gesperrt-durch Androhung Klage und §Verweis… Weiterlesen »

Anonym
Anonym
22. Februar 2020 15:22

Lieben Dank Frau Finke. Konnten die anderen Frauen sich wehren und wenn wie? Um so mehr man sich zu dem Thema beliest, informiert und umso länger dieser Prozess mit dem Ex vor Gericht dauert (wir sind ca jedes halbe Jahr dort vorstellig) und umso dreister die Angriffe werden um so geschockter ist man über die Auslegung der „Rechtslage“ Seiten der Gerichtsbarkeit für Frau und Kinder. Nicht einmal die Gutachterin konnte diesen Mann zur Vernunft/Ruhe bringen. Frag mich gerade wirklich ob dieser Psychoterror bis zum 14 Lebensjahr uns wirklich zumutbar ist – haben demnach noch vermutlich 9 Jahre harte Jahre vor… Weiterlesen »

Bernd
Bernd
26. Februar 2020 19:22

Ok, ich habe Ihren Blog schon vor einem guten Jahr entdeckt, finde ihn gut. Ich bin Vater, 3 kleine Jungs, 8, 5 und bald 4 Jahre alt! Den Ältesten ab der 10 Woche an drei Werktagen komplett, den Mittleren ab dem 10. Monat dazu bekommen, den Jüngsten am dem 20. Monat dazu bekommen. Kinder krank, Papa zu Hause, Mama arbeiten. Mama Sitzung im job, Papa zu Hause bei den Kindern. Papas Job als Freiberufler im Mai extrem gut gelaufen (9.000,-€ plus Umsatz!), bleibt in den Sommerferien zu Hause – Mama fragt: „Wann gehtst Du endlich arbeiten!“ – Immer da gewesen… Weiterlesen »

Clara
Clara
4. Juli 2020 19:35
Antwort  Bernd

Deine Geschichte ist einfach die Ausnahme. Das Gros der Väter sorgt sich nach der Trennung nur noch, wenn es gerade passt. „Oh, heute sollte ich das Kind nehmen? Habe ich vergessen, ich fahre doch gleich weg.“ Oder: „Ich muss die Trennung verarbeiten, indem ich einen Vollzeitjob annehme. Dann kann ich die Kleine leider nur noch am Wochenende sehen [statt Hälfte:Hälfte, auch nach der Trennung].“ Teilnahme an den Kita-Elternabenden – Fehlanzeige! Geschenke für die Tochter – damit darf sie nicht bei Mama spielen. Etc. etc. pp. Das ist der normale Vater aus dem 21. Jahrhundert. Und er verdient keine Gesetze, die… Weiterlesen »