Ab 2017 länger Unterhaltsvorschuss – ist nun alles gut?

Ab 2017 länger Unterhaltsvorschuss – ist nun alles gut?

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Unterhaltsvorschuss
Elnur Pixabay.com

Am Freitag um 12:53 twitterte das Familienministerium etwas, das ich zwei Mal lesen musste – es ging um den Unterhaltsvorschuss.

Ziemlich überraschend wurde nämlich folgende frohe Botschaft von Familienministerin Manuela Schwesig verkündet:

Ich teilte die Nachricht auf Facebook und twitter und erntete ungläubiges Staunen. Auf einmal ging etwas, wofür Alleinerziehende über Jahre gekämpft hatten – das war fast zu schön, um wahr zu sein.

Und so schön es ist, wurden auch doch relativ schnell die ersten warnenden Stimmen unter den Alleinerziehenden laut, dass der Staat es den nicht zahlenden Elternteilen nun noch leichter mache, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Das sehe ich anders, und ich will auch gerne erklären, warum. Diese Änderung beim UVH hat nämlich gravierende Folgen, die ich allesamt als positiv einschätze:

1) Der Staat hat nun ein gesteigertes Interesse daran, sich das Geld von den nicht zahlenden Elternteilen zurückzuholen

  • Durch die Ausweitung der potentiellen Bezugsdauer des Unterhaltsvorschusses von maximal 6 auf jetzt 18 Jahre ist auch die Höhe der zu leistenden Zahlungen um ein mehrfaches höher: Platt überschlagen, etwa dreifach. Ohne zu berücksichtigen, zu welchem Zeitpunkt sich statistisch gesehen die meisten Eltern trennen, und dass der UHV in den verschiedenen Altersstufen unterschiedlich hoch ausfällt, nämlich zwischen 145 € und 194 € im Monat. Abgesehen davon kann der UHV auch ein Zuschuss sein, wenn ein zahlungspflichtiges Elternteil z.B. nur 30 € monatlichen Unterhalt zahlen kann, dann springt der Staat für die Differenz ein.
  • Die bisherige Rückholquote liegt bei mageren 23%, wobei es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gibt (Bayern 36%, Hamburg 14%, Bremen nur 11%). Ob dies nur an der mangelnden Zahlungsfähigkeit der getrennt lebenden Eltern liegt, ist noch nicht untersucht. Es würde aber sicher helfen, wenn es den Beistandschaften der Jugendämter oder Gerichten erlaubt wäre, den Kontostand oder die Kontobewegungen des Nicht-Zahlers abzufragen. Bisher ist es nur erlaubt, die reinen Kontostammdaten (und nur im Inland, versteht sich, ein weiteres Problem) abzufragen. Da wäre eine Gesetzesänderung überfällig, und ich sehe sie in zweiter Reihe auf uns zukommen.
  • Im Jahr 2014 (neueste Zahlen laut Bertelsmannstudie) bezogen 455.000 Kinder Unterhaltsvorschuss. Wenn sie ihn erhielten, überwies der Staat aber jeweils nur eine viel geringere Summe als die 145 € bis 194 €, die auf dem Papier stehen. Denn seit 2008 wird auf den UHV das volle Kindergeld angerechnet, sprich, es wird komplett vom Unterhaltsanspruch abgezogen. Rechtlich ist das problematisch, weil beim Unterhalt zahlenden Elternteil das hälftige Kindergeld anrechenbar ist, es also die monatlich zu überweisende Summe des Unterhalt zahlenden deutlich verringert. Auch da rechne ich mit Nachbesserungen, und das ist gut!

2) Alleinerziehende und ihre Kinder profitieren finanziell und emotional

  • Viele Alleinerziehende (38%) beziehen Hartz IV oder Sozialhilfe, etliche stocken auf (35% der Alleinerziehenden in Hartz IV sind Aufstocker). Sie werden trotz guter bis sehr guter Ausbildung (bei 78% der Fall) vom JobCenter bevorzugt in 1 € Jobs und Fortbildungen mit zweifelhaftem Sinn vermittelt. Für einige Familien macht die Ausweitung des UHV den Unterschied zwischen Hartz IV und „Freiheit“ – das kommentierten mir jetzt schon einige begeistert unter der Nachricht, dass der UHV ausgeweitet wird.
  • Der finanzielle und emotionale Druck wird gemindert, und der ist bei Alleinerziehenden nachweislich besonders hoch. Die Altersgrenze von 12 Jahren hing wie ein Damoklesschwert über etlichen Familien.

3) Studien und ihre Schlussfolgerungen zeigen Effekte!

Die Bertelsmannstudie „Alleinerziehende unter Druck“ brachte viele Fakten auf den Tisch und machte Verbesserungsvorschläge. Auch andere Studien nützen, sie werden offenbar im Familienministerium gelesen und ernstgenommen, und wir werden noch viel mehr Untersuchungen brauchen – all dies hilft. (Z.B. darüber, wie viele Alleinerziehende überhaupt keine Unterstützung im Alltag haben, wie viele Kinder von Alleinerziehenden ohne Kontakt zum Vater aufwachsen. Oder woran es liegt, dass der Kontakt abgebrochen ist, auch über die Trennungsgründe und die seelische Gesundheit der Mütter sollten wir mehr wissen.)

4) Signalwirkung für Alleinerziehende und Aktivisten durch Änderung beim Unterhaltsvorschuss

„Es hat sich nichts geändert in den letzten 20 Jahren“, „Die Alleinerziehenden haben es noch schwerer als früher“, solche Aussagen hört frau gar nicht selten von älteren, ehemals Alleinerziehenden. So etwas zu lesen kann einen schon mal runterziehen. Aber dass es offenbar doch möglich ist, politisch etwas zu bewegen, wird vielen Alleinerziehenden Mut machen. Das, was jetzt passiert, ist ein erster Schritt. Und auch wenn er längst überfällig war, so ist er doch sehr zu begrüßen.

Link zur Pressemitteilung des Familienministeriums vom 14.10.2016 (unter Punkt 6 steht die zukünftige Regelung zum Unterhaltsvorschuss)

Link zur Bertelsmannstudie „Alleinerziehende unter Druck“, aus der alle oben zitierten Fakten stammen

192 Kommentare

  1. Es betrifft mich nicht mehr – aber ich finde es großartig. Es war in meinen Augen immer ein riesiges Problem, dass mit dem 12. Lebensjahr, wenn die Kosten eher größer werden, diese Hilfe ersatzlos wegbrach.
    Wünschenswert wäre, dass die Beistandschaften besser personell ausgestattet werden, sprich: verstärkt mit Juristen besetzt. Vieles, was machbar wäre, unterbleibt, weil man nicht weiß, wie es geht – ein übler Fall ist mir in Erinnerung, wo die Mutter dort den Grundbuchauszug für eine Eigentumswohnung des nichtzahlenden Vaters vorlegte und das JA nicht wusste, wie man dort zwangsvollstrecken könnte – Titel war vorhanden! So etwas darf einfach nicht passieren. Und, wie Du schreibst, bei den höheren Summen wird jetzt vielleicht der Druck in den Kommunen größer, sich mit den Nichtzahlern zu beschäftigen.
    Ich bin gespannt, wie es sich in der Praxis auswirkt. Hoffentlich wird die volle Kindergeldzahlung noch korrigiert.

    • Das hat nix mit der personellen Ausstattung auf dem JA zu tun! Ich selbst bin Beistand und arbeite auf dem JA. Das Problem ist ganz einfach, aber leider nicht einfach zu lösen. Wenn jemand bei uns anfängt, dann sind wir froh, dass überhaupt jemand die Stelle haben möchte. Meist junge Damen. Diese kommen oft mit komplett falschen Vorstellungen zu uns. Hauptsache was mit Kinder und Sozial. Kann ja wohl nicht schlimm sein und macht bestimmt Spaß! Die Realität sieht ganz anders aus! Mit Kindern hat man meist keinen Kontakt und wenn dann nur indirekt. Den Kontakt hat man mit den Eltern bzw überwiegend mit quengelnden Müttern, weil der KV mal wieder nicht zahlt und einem die Hände gebunden sind (z.B. der Trick mit einmal am erste und den nächsten Monat am letzten zahlen). Das kann auf Dauer sehr frustrierend sein! Vorallem wenn dann noch der KV verschwindet und nicht auffindbar ist und die vom Jobcenter auch nicht wissen woher er das Geld zum Leben hat. Personell sind wir eigentlich recht gut aufgestellt wenn die Stellen auch besetzt wären. Bewerber haben halt eine falsche Vorstellung vom Job und denken sich nach maximal einem Jahr, dass man für das selbe Geld es um einiges lockerer in der Verwaltung haben kann. Der Wechsel ist ja Dank der Generalisten Ausbildung (Studium zum BA Public Management) recht einfach.

      Kurz: Die Arbeit ist hart und frustrierend und wird nicht entsprechend belohnt! Daraus resultiert Personalmangel!

      • Danke fürs Erzählen, Stefan. Sehr betrüblich. Auch da muss etwas passieren – eine weitere Baustelle.
        Viele Grüße!

      • Ha
        Ist es möglich nochmals zu beantragen wenn man schon 6 Jahre bezahlt bekommen hat und der Vater nur 60,81 Euro bezahlt im Monat weil er in der EU Rente ist?
        Mfg

    • Auch wenn es keiner hören will.
      Jetzt wird wieder ein Anreiz geschaffen sich auf dem Buckel der KV auszuruhen. Und wenn ich lese das 380€ Miete im Selbstbehalt integriert sind, wird mir schlecht.
      Am Ende ist es ermessen des Amtes oder des Gerichts.
      Schafft lieber einen Anreiz für Mütter arbeiten zu gehen und dann nicht nur für Hungerlöhne oder mit mehreren AVerhältnissen.
      Ich kenne beide Seiten !
      Mütter die nicht wissen wie sie über die Runden kommen, und Mütter die über den Unterhalt ,staatliche Unterstützung zu Wohlstand kommen und der KV den Bach runter geht.
      Das einzigste was hier passiert , KV geraten weiter in die Schuldenfalle und das schlechte Gewissen der Bundesregierung wird beruhigt .

      Zum Nachdenken
      Steffen

      • Steffen, die meisten Alleinerziehenden arbeiten. Sie arbeiten fast doppelt so häufig in Vollzeit wie Mütter in Paarbeziehungen, und ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 29,5 Stunden. Und sie sind eben weil die unterhaltspflichtigen Elternteile nicht oder nur unregelmäßig zahlen (75% zahlen nicht/zu wenig/zu selten!), sehr motiviert, zu arbeiten. Die müssen nicht motiviert werden, zu arbeiten. Sie brauchen eine bessere Besteuerung, passende und bezahlbare Kinderbetreuung, und Arbeitgeber, die sie trotz des Alleinerziehendenstigmas einstellen.

        • 29.5 Stunden Wochen Arbeitszeit.
          Es tut mir leid aber ich kann deinen Argumenten nicht folgen
          Ich habe durchschnittlich 50 h die Woche gearbeitet, zuzüglich 15 H am Wochenende Fahrt zum Arbeits bzw. Wohnort.
          Und am Ende bleiben mir nicht mehr als 1080 € .
          Abzüglich der Verpflegung der Kinder an den beiden Wochenenden
          Habe ich gerne gemacht, aber am Ende hat die Gesundheit gestreikt.
          Epileptische Anfälle, Fahrverbot für 1 Jahr , Job verloren und am Ende sogar den Kontakt zu meinen Kindern
          Mittlerweile habe ich 50 % GDB.
          Willst du mich auch zu den nicht zahlenden Vätern zählen?
          Ich will hier nur eins ausdrücken. An staatliche Förderung kann man sich gewöhnen wenn man dafür nichts tun muss.
          Wo bleibt der Anreiz sein leben selbst in die Hand zu nehmen.
          Es ist keiner da, wenn mann , frau nur die Hände aufhalten muss.
          Und wenn diese Regierung meint, kurz vor der Wahl, Geschenke machen zu müssen,
          Sollen sie lieber 220000 Asylbewerber nach Hause schicken und das Geld dafür in Kostenfreie Kindergärten, Schul oder Berufsausbildung oder Studium stecken.
          Damit wäre alle geholfen
          Müttern, Vätern und vor allem unseren Kindern.
          Weiterhin zum Nachdenken
          Steffen

          Ps.
          Wenn sich Arbeit nicht mehr lohnt, weil durch Unterhaltszahlungen nicht mal der Mindestbedarf gedeckt ist, ( auf Jahrzehnte ) habe ich jedes Verständnis für Unterhaltspdlichtige sich diesem zu entziehen. Und ich habe 2 Kinder, das wären über 700 € jeden Monat,
          Ich bin gespannt auf deine Argumente.

          • Das hier alles zu widerlegen, führt zu weit. Aber: „Asylbewerber nach Hause schicken“ ist absurd kurz gedacht. Dass es dir gesundheitlich so schlecht geht, tut mir leid, und zum Glück bist du damit nicht repräsentativ. Tatsächlich ist es nämlich so, dass die alleinerziehenden Mütter ein hohes Risiko haben, zu erkranken. Wenn du darüber mehr lesen willst, informiere dich bei Dr. Alexandra Widmer, die aus der therapeutischen Richtung ihr Fachwissen zu diesem Thema beisteuert.
            Ein letztes noch: einen Mindestsatz, der alleinerziehenden Müttern zur Verfügung stehen sollte, gibt es nicht. Etliche können von 1080 € im Monat nur träumen.

          • Das es Unterhaltspflichtige Elternteile gibt, die ihr „letztes Hemd“ für Ihre Kinder geben, wird niemand bestreiten. Aber ein Großteil drückt sich durch Armrechnen oder erst gar nicht arbeiten. So wie der Vater meiner Kinder: Wohnt bei seiner Mutter, lässt sich von ihr alles bezahlen und kassiert vom Jobcenter noch die Wohnkosten.
            Und dass der Unterhaltsvorschuss dazu führt, dass der erziehende Elternteil nicht oder weniger arbeiten will ist falsch! Im Gegenteil: Mit Unterhaltsvorschuss ist es möglich von Hartz 4 oder Kinderzuschlag und Wohngeld wegzukommen, was jemanden erst recht motiviert zu arbeiten!!! Als ich noch Unterhaltsvorschuss erhalten habe, waren wir auf keine weiteren Leistungen angewiesen. Seit der weggefallen ist, musste ich Wohngeld und Kinderzuschlag beantragen. Und damit ist man eher gezwungen weniger zu arbeiten/ verdienen, da es sonst passieren kann, dass bei 30€ mehr Erwerbseinkommen plötzlich 200€ wegfallen. Und dann steht man/frau ganz dumm da.
            Bezüglich der Arbeitszeit muss ich sagen, dass ich trotz Teilzeit (27,5 h) mit 2 Kindern wesentlich weniger Freizeit habe, als zu Zeiten ohne Kinder und 60 Stundenwoche.

          • Och Steffen..ich habe echt fast Mitleid mir dir. DU hast doch Kinder in die Werlt gesetzt. Und jetzt möchtest du die Verantwortung und alles daraus resultierende auf andere abwälzen? Auch wenn du tust und machst…Deine Meinung hier entlarvt diech als jemanden den es leider viel zu oft gibt. Nämlich den „Ich möchte so gerne mehr von meinem Geld behalten“ Typen, denen es scheissegal ist, das seine Ex Frau sich den Buckel wund rennt und arbeitet um Die Kinder zu versorgen. Mich kotzen solche Verpisser Typen echt an. Steht zu eurer Verantwortung und heult nicht rum, wenn Ihr 100 Euro weniger in der Tasche habt

          • Da ich das auch gerade durch mache muss ich Ihnen recht geben .
            Auch wenn ich allein erziehend bin
            Aber 350 Euro pro Kind sind völlig überzogen .
            Das kann jemand der normal arbeitet nicht aufbringen bei einem Gehalt von 1700 netto .
            Lächerlich wer bekommt das noch !
            Ich arbeite auch vollzeit und Geld stinkt nicht .
            Natürlich nimmt auch bestimmt jede Mutti das Geld sehr gerne mit lachenden Augen an .
            Dennoch sehr unfair den Vätern gegenüber .
            Nun muss ich aber auch sagen es gibt leider Väter die sich aus allem raus ziehen das Kind ablehnen und sie nicht eines Blickes würdigen .
            Die müssten 500 Euro zahlen!!!
            Ich finde es gut das es endlich mal ne Regelung gibt das eine allein erziehende wenigstens den hort Platz mit essengeld decken kann .denn ich muss vollzeit arbeiten da es anders nicht machbar ist dem Kind was zu bieten .
            Also was ich damit sagen will …
            Ich kann beide Seiten verstehen und bin froh das diese neue Regelung in Kraft treten soll denn 194 Euro finde ich sehr realistisch!
            LG nadine

        • Kampf um den Unterhalt – für Alleinerziehende ist das Alltag. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis: Jede zweite Alleinerziehende bekommt überhaupt keinen Unterhalt vom Ex-Partner für die Kinder. Und weitere 25 Prozent erhalten ihn nur unregelmäßig. Alleinerziehende und ihre Kinder sind von Armut bedroht – diesen Zustand kritisieren Sozialpolitiker seit langem. Eine der wichtigsten Ursachen sind fehlende Unterhaltszahlungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung.

          Oder:

          Drücken sich Väter vor dem Unterhalt ?
          Ein Vorwurf den man immer wieder hört und der gerne ungeprüft weiter verbreitet wird. Was sind die Fakten und wie sieht die Zahlungsmoral bei unterhaltspflichtigen Müttern aus ?

          93,5 Prozent der Väter, die sich mit der Mutter das Sorgerecht teilen, gaben an, Kindesunterhalt zu leisten – und immerhin 86,7 Prozent der Mütter bestätigten das. Ein zweifelhaftes Licht werfen Studien übrigens auf die Frauen. Sind Mütter unterhaltspflichtig, dann ist es, so belegen die Zahlen der Proksch-Studie, mit ihrer Zahlungsmoral nicht allzu weit her: 57 % der unterhaltspflichtigen Mütter mit gemeinsamem Sorgerecht und 65 % der unterhaltspflichtigen Mütter, bei denen der Vater das alleinige Sorgerecht hat, gaben an, gegenwärtig keinen Kindesunterhalt zu leisten.“

          Quelle: [Ausgabe Kinderschutz 3/03, der Publikation des deutschen Kinderschutzbundes, Seite 19]

          Männer kommen dem zur folge zu 90 % ihrer Unterhaltsverpflichtung nach, Frauen aber nur zu 40 %.

          Die Zahlen der beiden Studien widersprechen sich erheblich. Wer fantasiert und wer nicht? Oder ist davon auszugehen, dass sich die Zahlungsmoral der zahlungspflichtigen Väter in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert hat. Aber keine Studie gelangt zu dieser Schlussfolgerung.

          • Wenn 93,5 Prozent der Väter, die mit der Mutter die Sorge teilen (was der Großteil ja tut) zahlen würden, hätten wir die Probleme ja nicht – diese Zahl scheint mir absurd. Hast du das aus jener Publikation des deutschen Kinderschutzbundes? (Da wäre interessant, wie die Statistik erhoben wurde.) Ich sehe jedenfalls keinen Grund, an der Zuverlässigkeit der Zahlen der Bertelsmannstudie zu zweifeln.

            Dass Mütter eher nicht in der Lage sind, Unterhalt zu leisten, kann mich mir hingegen gut vorstellen – speziell wenn sie noch andere, eigene Kinder zu versorgen haben, wird es ihnen nicht besser gehen als Müttern auf dem Arbeitsmarkt generell, sprich, sie haben es schwer, gute und gut bezahlte Jobs zu finden. Dann kommt noch der Gender Pay Gap dazu, und vielleicht ist die eine oder andere auch krank und von daher beruflich eingeschränkt? (Womit ich nicht abstreiten will, dass es auch Frauen geben mag und sicher gibt, die keine bessere „Zahlungsmoral“ haben als zahlungsunwillige Väter.)

        • Danke, ich habe nämlich nie auch nur einen Cent vom Kindsvater bekommen und arbeite als Verwaltungsangestellte 39 Stunden die Woche. Mein Sohn wird im Februar 17 Jahre alt. Gern würde ich noch wenigstens 1 Jahr von dem neuen Unterhaltsvorschussgesetz profitieren. Das habe ich mir – und wahrscheinlich viele andere allein erziehende Mütter / Väter auch – echt verdient. Ich musste / muss immer alles allein stemmen und die Kosten werden nicht geringer.

      • Ich kann den Steffen verstehen denn mir ging es ebenso. Ich bin zwar nicht krank oder arbeitslos geworden, habe wie Steffen aber wegen der Unterhaltszahlungen knapp über dem Existenzminimum gelebt sodass ich für alles selbst aufkommen musste was den Bedürftigen bezahlt wird. Ich denke da an Zahnbehandlungen, Grichtskosten usw. Auch ein Auto muss finanziert werden denn beruflich wird flexibilität erwartet und die Wohnung braucht eine gewisse Größe denn die Kinder wollen ja alle 14 Tage ihren Papa sehen. Es ist auch verdammt hart, wenn man den Lohn von den Nebenjobs die man neben der 40 Stundenwoche ausübt, auch abdrücken darf weil der Lohn des Hauptjobs nicht ausreicht um den vollen Unterhalt zu zahlen. Schulden sind da unvermeidlich und die sozialen Kontakte werden auch immer weniger während die Mutter zwei mal im Jahr auf Malle weilte.

        Nun kenne ich auch die andere Seite.
        Mein Sohn lebt jetzt seit fünf Jahren und seit er 12 war, bei mir. Die Mutter zahlt keinen Unterhalt. Sie drückt sich wo sie kann. UVS gibts nicht für meinen Sohn. Meine Tochter lebt seit sie 14 war bei mir. Auch für sie bekomme ich keinen Unterhalt und keinen UVS. Das ist schon bitter denn eine steuerliche Entlastung gibt es ja auch nur sehr gering und es tut in der Seele weh, den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden zu können. Das ging als Unterhaltszahler nicht und jetzt auch nicht da noch immer der Berg an Schulden drückt während die Mutter sich noch immer 2 mal Malle im Jahr leisten kann.
        Von daher wird es höchste Zeit das die säumigen Unterhaltsplichtigen an die Kandarre genommen werden und die Bedürftigen endlich dauerhaft entlastet werden.

      • Schonmal an Mütter gedacht, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Arbeiten können?
        Was ist mit denen? Ich habe jahrelang gearbeitet und immer brav meine Steuern gezahlt und bin von heut auf morgen erkrankt! Und nun sitz ich da, mit einem Kind und bekomme nur 297€ zum leben vom Amt, 80€ verdiene ich noch so dazu und das wars, aber es reicht vorne und hinten nicht, um ein Kind über die Runden zu bringen! Jeden Monat muss ich den Cent dreimal umdrehen, während der Vater regelmäßig zu irgendwelchen Fußballspielen fährt und feiern geht, muss ich schon 2monate vorher etwas Geld zur Seite legen, um mit meinem Kind einmal ins Kino gehen zu können! Und von dem Kleidungsverschleiß fange ich erst garnicht an..
        Natürlich weiß ich,dass es auch viele schwarze Scharfe unter Müttern gibt, die sich wirklich nur auf den Geldern ausruhen, sowas finde ich auch zum k….. , aber man darf nicht ALLE über einen Kamm scheren!

        Und nebenbei, ich habe vor erleichterung geweint, als ich von der Gestzesänderung gehört habe, auch wenn ich es noch nicht ganz glauben kann..

      • Ich arbeite Vollzeit bei einer Airline im Schichtdienst.Der KV hat noch nie gezahlt!!!Als mein Sohn 6 war bekam ich keunen UHV mehr…..mein Gehalt musste auch das au pair bezahlen,da ich sonst meinen job nicht hätte machen können.Schichtdienst…..2 x wurde das Verfahren eingestellt wegen keiner Aussicht auf Erfolg…..der KV bezieht Harz IV und verdient sich natürlich nebenbei nichts dazu….als mein Sohn 12 war wurde er zum ersten mal vor Gericht gestellt….2 x nicht erschienen…vorgeführt….letztendlich 500 Euro an die Staatskasse in 10 Euro Raten….LOL!!!Ich könnte kotzen…sorry!!!Er wird nie zahlen und lachtt doch über den deutschen Staat.Mein Sohn ist 13 ,Schuhgr 43….175 gross,Teenager…der kostet jetzt richtig Geld…..hat Wünsche etc…..diese Drückeberger!!!Sorry kein Verständnis!Uns muss geholfen werden und diese Drückeberger sollen mal endlich ab in den Knast und vorbestraft werden.Oder Zwang zur Jobannahme!

      • Lieber Steffen, es geht nicht um die Beurteilung der einzelnen Väter. Fakt ist jedoch, dass ein Vater genauso in der Pflicht steht wie die Mutter. Denn Kinder kosten nicht nur im Alltag. Die Wohnung muss größer sein, Strom, Wasser, Essen etc. Ich selbst bin geschieden. Seit 10 Jahren bekomme ich nichts mehr vom Kindsvater für meine Töchter. Er ist im Ausland. Für mich ist es schwer, da ich einen anderen Partner habe. Ich habe Lohnsteuerklasse I und auch beim Jahressteuerausgleich keinerlei Vorteile. Mein Freund soll dafür geradestehen? Ja okay, das leuchtet ein, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Er bekommt ja nicht Lohnstuerklasse III weil er eine Freundin mit Kindern hat. Es ist fair, dass Alleinerziehenden geholfen wird. Denn wenn ich Kinder in die Welt setze muss ich sie entweder bei mir haben und versorgen oder zumindest Unterhalt bezahlen. Denn der Unterhalt ist das Eine. Sich immer zu kümmern, sich zu sorgen, sich einzuschränken, von Termin zu Termin rennen, das ist nicht mit Geld auszugleichen. Ohne Kinder hat man ganz andere Ausgaben. Der arme Unterhaltszahlnende!!! Dann sind wir Mütter auch arm dran. Ohne Kinder weniger Miete, weniger Nebenkosten, geringere Kosten bei der Verpflegung, kleineres Auto….ich könnte noch weiter aufzählen.
        Es macht mich echt sauer, wenn eine Mutter, die sich über Unterhalt freuen kann, als „gierig“ hingestellt wird. Nehmt euch doch mal eure Kinder samt allem was da anfällt. Viel Spaß dabei!!!!

  2. Die Nachricht ist phantastisch! Freiheit, das trifft es… Eine kurze Anmerkung zu den Zahlen: auf unseren Bescheiden wird der Mindestunterhalt abzüglich des Kindergeldes angegeben – und das ergibt dann die 194 €. Was wird denn da noch abgezogen?
    Viele Grüße aus Hessen von einer leisen Mitleserin.

  3. Verstehe ich das richtig: der oder die Expartner/in erhält das halbe Kindergeld, auch wenn die Kinder quasi nie bei dieser Person sind und diese Person die Unterhaltszahlungen zusätzlich verweigert?

    • Es ist kompliziert: Die Hälfte des Kindergeldes gehört dem getrennt lebenden Elternteil, und dies wird ihm vom zu zahlenden Unterhalt abgezogen. Die Person, bei der das Kind lebt, erhält aber das volle Kindergeld überwiesen, obwohl es ihr nur hälftig gehört. Das oder die Kinder werde dem Unterhaltspflichtigen auch steuerlich hälftig angerechnet, zu seiner Entlastung. Wenn der Unterhaltspflichtige gar nichts zahlt, kann man sich die Kinderfreibeträge übertragen lassen, aber das ist kein einfacher Prozess und geht nur mit Anwalt.

      Ob die Kinder je bei dieser Person sind spielt keine Rolle. Das finde ich persönlich total bekloppt, denn wie Carola Fuchs gestern bloggte, leistet der betreuende Elternteil ja weitaus mehr als Barunterhalt, und hat erhebliche Einkommenseinbußen, die niemand auch nur beziffert.

      http://www.carola-fuchs.de/gleiche-bildungschancen-denkste/

      • … klingt nach einem „einträglichen Geschäft“ für Unterhaltspreller / Miterziehungsverweigerer. Man macht quasi ein Plus – entweder durch den kassierten Kindergeldanteil oder den zu Unrecht bezogenen Kinderfreibetrag. Somit bleibt am Ende des Monats mehr Geld für nicht getätigte Leistungen – anscheinend ist es dann schnuppe, dass man zu seinem eigenen Nachwuchs womöglich ein mieses oder gar kein Verhältnis hat.
        Hier in CH hatte ich da auch ein hübsches Beispiel dazu: Mutter war bei mir 2 Tage pro Woche angestellt, Vater arbeitete Vollzeit, Eltern seit X Jahren geschieden, Sohn lebte bei der Mutter. Weil sie bisher nur freiberuflich tätig war, wurde das Kindergeld dem Kindsvater überwiesen. Dieser überwies dann frech nicht weiter oder nur Teilbeträge. Als Angestellte bei mir konnte sie dann wenigstens erwirken, dass das Kindergeld an mich bezahlt wurde und ich ihr das natürlich 1:1 flugs überwies. (Der Vater sah dann von dem Geld glücklicherweise nichts mehr. Wenigstens da konnte er nichts mehr drehen – zuvor per kooperierendem Chef Lohnsenkung, damit der Unterhalt für die Exfrau und den Sohn geringer ausfiel… Wie lange man in CH für Exfrauen zahlen muss, weiss ich allerdings nicht.)

      • Den Kinderfreibetrag kann man ganz einfach beim Finanzamt ändern lassen. Formloses Schreiben, muss man nur jedes Jahr wieder neu abgeben.

        • Dann habe ich mich falsch ausgedrückt, Susanne. Ich meinte den Betrag, der mir zur Steuerminderung zusteht. Bei drei Kindern habe ich nur 1,5 auf meiner Lohnsteuerkarte, und das ist auch nicht änderbar, weil es das Recht es Exmannes ist, die anderen 1,5 für sich in Anspruch zu nehmen. Wie heißt das?

          • Die Übertragung der Kinderfreibeträge ist ganz einfach zu beantragen, im Lohnsteuerermäßigungsverfahren oder formlos. Die Voraussetzung ist das der andere Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht zu mindestens 75% nach kommen kann oder will. Es darf auch kein Unterhaltsvorschuß gezahlt werden.
            Mal ganz davon ab, reden wir von einem so geringen Geldbetrag, das sich die Beantragung gar nicht lohnt. Der Freibetrag für Kinder hat keine Auswirkung auf die Steuer, nur auf den Solidaritätszuschlag und auf evtl. Kirchensteuer. Die Steuererleichterung ist im übrigen das monatlich von der Familienkasse gezahlte Kindergeld. Bei der Einkommensteuererklärung wird geprüft, ob sich der Freibetrag auswirkt (Mehr Steuern sparen, als Kindergeld im Jahr bekommen). Das ist erst ab hohen Verdiensten der Fall. Also reden wir im Zusammenhang mit der Lohnsteuer und den Kinderfreibeträgen von ca. 20 € im Jahr, bei einem Verdienst von 40.000,-€. Dafür würde ich den Antrag die Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ändern zu lassen nicht stellen.

          • Also Ich kenne das auch so…zahlt der Unterhaltserbringende nicht mindestens 75% seines Unterhalts, hat er keinen Anspruch auf die Kinder Freibeträge. ..diese kann man mit einem Antrag dann beim Finanzamt jährlich nachtragen lassen…ist bei mir schon Jahre her wo ich das in Anspruch nahm…heute bin ich aus 2. Ehe alleinerziehend u gesundheitlich dermaßen eingeschränkt u berentet ( Herz Op, Rücken Matsch usw) bekomme keinen Unterhalt(KV interessiert sein Nachwuchs seit Trennung vor über 9 Jahren einen Scheiß u mogelt sich durch „Krankheiten“ beim Jobcenter ums Zahlen?)…seit 2 Jahren auch kein UVG mehr…ich reiß mir trotz mieser Gesundheit den Hintern auf( zuverdienst zur Rente) um noch miserabler krank zu werden um meine Kinder zu ernähren…da ist doch was nicht richtig oder? Mir u meinen Kindern wäre mit der Weiterzahlung definitiv geholfen das ich gesundheitlich an mich u somit auch den Weitererhalt der Mutter für meine Kinder denken könnte…während mein Ex sich weiter die Eier schaukeln kann ohne das da mal weitere Konsequenzen tragen?.. armes Deutschland

        • Das habe ich aber genau so beim Finanzamt beantragt: Ich habe 2 Kinder und beide auf meiner Steuerkarte eingetragen, weil mein geschiedener Mann keinen Unterhalt zahlt. Aber nicht formlos, die haben dafür bei uns einen speziellen Antrag.

      • Es ist kein Problem, sich den vollen Freibetrag fuer die Kinder zu holen, ich mache das seit ueber 20 Jahren beim Einkommenssteuerjahresausgleich, da habe ich immer problemlos den vollen Freibetrag bekommen. Selbst wenn es mir nichts gebracht haette, dass ein Vater, der keinen Cent Unterhalt zahlt und keinen Kontakt zum Kind hat und damit auch keine Kosten, dafuer noch einen Freibetrag kriegt, das geht gar nicht, finde ich.

        • Die Übertragung des Kinderfreibetrags auf mich, wenn der Vater nicht 75% des Unterhalts zahlt, hätte bei mir zu einer höheren Steuerzahlung geführt als die alleinige Übertragung des Freibetrags für Erziehung und Ausbildung, also habe ich es gelassen.

          Also bitte vorher prüfen, ob es nicht sinnvoller ist dem Vater den Kinderfreibetrag zu lassen und nur die Übertragung des Freibetrags für Erziehung und Ausbildung zu beantragen.

  4. Es ist wirklich ein positives Signal. Leer gehen weiterhin verwitwete Alleinerziehende aus und die Halbwaisenrenten der Kinder sind da selten ein angemessener Ausgleich, bei meinen Töchtern sind es 51€ monatlich und die Witwenrente ist wegen eigener Einkünfte auf 0 € gekürzt, Steuern zahle ich mehr als eine Alleinverdienerehe/-Familie.
    Es bleibt noch einiges zu tun!
    Am 2.12. ist beim Niedersächsischen Finanzgericht in Hannover ab 10 Uhr mündliche Verhandlung zu den zu geringen Kinderfreibeträge.
    Präsente Öffentlichkeit Betroffener im Saal sehr erwünscht.

    • Von einer Freundinn weiß ich, dass sie die HW-Renten ihrer Kinder mit Unterhaltsvorschuss aufstocken kann. Ob das überall so ist weiß ich allerdings nicht. Evtl. Könntest du ja auf dem Weg auch davon profitieren…

      • Herzlichen Dank für den Hinweis! Das wusste ich nicht. Nun hätte ich es nach altem Recht nicht (lange) bekommen, da ja nur bis zum 12. Lebensjahr, und jetzt wohl auch nicht, da meine beiden jetzt 18 und 23 sind, also in der teuersten Phase (noch Schule und Studium, bald beide gleichzeitig im Studium). Aber prima, dass hier gepostet für mgl. andere Betroffene!!

      • Das ist korrekt. Unterhaltsvorschuss ist eine Bundesgesetz, daher die Anwendung eben einheitlich.
        Sofern die Halbwaisenrente den UV Betrag nicht übersteigt, erfolgt auch nur eine Anrechnung in der von der Rentenversicherung gezahlten Höhe. Allerdings nur, wenn der noch lebende Elternteil nicht neu verheiratet ist.

  5. Ich konnte es kaum glauben, als ich es gelesen habe! Und ich freue mich für die, die davon profitieren werden. Endlich!
    Und dann habe ich überlegt, wie lange über dieses Thema schon diskutiert wird. Mir kommt es vor, als wenn mein Sohn da noch klein war. Jetzt ist er 30 Jahre jung…

  6. Meine Frage wäre noch,
    es ist ja noch nicht durch den Bundesrat und Bundestag.
    Weiß du wann dieses beschlossen wird?
    Erst dann kann man sich wirklich freuen.
    lg katrin

    • Verabschiedung ist wohl für den 16.12. geplant. Gegenzeichnung erfolgt dann noch. Die Umsetzung ist in keinster Weise zu gewährleisten.

      • Das sehen wir dann ja – bei anderen Gesetzesänderungen kann man ja auch Ansprüche geltend machen und sich diese dann anrechnen/ausbezahlen lassen, wenn die Änderung greift und umgesetzt wird. Ich bin jedenfalls zuversichtlich.

      • Also ich bin langsam nicht mehr zuversichtig, dass das Gesetz in Kraft tritt, man liest ja nur noch das es nicht umsetzbar ist, ich erhalte im Januar 17 das letzte Mal UV, dann sind die 6 Jahre rum, mir hätte das neue Gesetz sehr geholfen, da ich keine Ünterstützung vom Amt erhalte

    • Ein Blick auf § 1 Abs. 1 Nr. 2 UhVorschG und die Antwort ist eindeutig:

      „(1) Anspruch auf Unterhaltsvorschuss oder -ausfallleistung nach diesem Gesetz (Unterhaltsleistung) hat, wer 1.
      das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat,
      2.
      im Geltungsbereich dieses Gesetzes bei einem seiner Elternteile lebt, der ledig, verwitwet oder geschieden ist oder von seinem Ehegatten oder Lebenspartner dauernd getrennt lebt, und(…)“

      Stellt sich die Frage ob du mit deinem Ehepartner auch zusammenlebst. Wenn ja, dann kannst du keinen UHV beantragen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass sich durch die Novelle des Gesetzes dieser Punkt ändert.

      • Der neue Mann bezahlt aber keinen Cent für mein Kind nach der Hochzeit..Ist ja auch nicht der Vater..Das Gesetzt muss dahin geändert werden..Warum soll man dann heiraten???

        • also bei mir gingen immer meine Kinder vor, so lange ich UV bekam, haette ich definitiv nie erneut geheiratet. Man soll ja auch nicht heiraten, dies ist eine freiwillige und persoenliche Entscheidung, die man abwaegen muss, bevor man sie trifft.
          Der Staat geht halt davon aus, dass mit der Heirat ein Partner da ist, der sich dafuer entschieden hat, fuer die neu angeheiratete Familie auch einzustehen, man ist daher nicht mehr Alleinerziehend, sondern eben ein Paar mit Kindern, es gibt 2 erwachsene Personen, die Einkommen erzielen koennen und sich gegenseitig unterstuetzen.

        • Ich freue mich sehr, daß alle, die keine Kinder haben, nun über ihre Steuern, für unsere Kinder mit bezahlen dürfen. :-)

          Leider werden in absehbarer Zeit die Sozialsysteme Deutschlands zusammenbrechen. :-(

          Es ist sehr schade, daß dann alle Mütter, die staatliche Stütze bekommen, in der Gosse landen werden und den starken, erwerbstätigen Männern, vor Hunger, auf Knien, nachkriechen müssen.

          Beten wir, daß uns unsere momentanen, paradiesischen Zustände noch lange erhalten bleiben !

          • Na ja das ist wohl etwas zu schwarz gemalt. Aber es wird sicherlich in den nächsten 10 Jahren zu stärken Kürzungen kommen und daraus resultierende Unruhen. Aber man kann ja noch träumen, das sich die Regierung ab 2017 eines Besseren besinnt und die Kürzungen erstmal dort vornimmt, die aus dem Ausland zugezogen sind und noch keine Beiträge und Steuern gezahlt haben.

  7. Super! Sicherlich hast du Christine mit deiner Öffentlichkeitsarbeit dazu beigetragen, dass es nun soweit ist. Danke für dein Engagement. Mein Sohn ist 14, der Vater hat sich nach Frankreich abgesetzt, ist inzwischen wegen einer Erkrankung auch tatsächlich zahlungsunfähig, ich werde wohl von dieser Regelung profitieren.

    • Absetzen nach Frankreich scheint sehr beliebt zu sein. Habe selbst 5 KVs unter meinen Fällen (bin Beistand) die sich nach Frankreich abgesetzt haben. Bietet sich halt super an! Kein Melderegister so wie bei uns in Deutschland. Man kann einfach irgendwo wohnen und keiner weiß wo man ist. Wir lassen dann immer munter einen Suchvermerk eintragen wenn UHV Forderungen bestehen. Leider wirkt der halt auch nur dann, wenn der KV in Frankreich von den Behörden kontrolliert wird bzw. seine Personalien abgefragt werden. Es gibt ja die Möglichkeit über das DIJuF gegen eine Gebühr (plus 10% KU bei Erfolg) den Unterhalt aus dem Ausland beitreiben zu lassen.

      • Lieber Stefan…das funktioniert hier auch…mein Exmann ist Engländer, lebt in Deutschland, ist nicht gemeldet und wohnt mal hier, mal dort… Unterhalt hat er noch nie gezahlt und sein Leben finanziert er durch Schwarzarbeit…da sein Aufenthaltsort nicht bekannt ist,kann ich nichts gegen ihn unternehmen… Manchmal frage ich mich, warum das in dem bürokratischen Deutschland möglich ist…ich hoffe,das die Neuregelung UHV bald in Kraft tritt, dann geht es vielen alleinerziehenden Mamas vielleicht etwas besser…

        • Liebe Michaela,

          solche Fälle kenne ich auch. Hatte auch mal einen Fall bei dem der KV ständig umgezogen ist und sich nie/selten irgendwo gemeldet hat. Oft war er bei Bekannten. Immerhin kann man einen Titel ja auch in Abwesenheit des KVs erwirken vor Gericht. Leider ist es jedoch unmöglich diesen zu vollstrecken. Deshalb finde ich es auch wirklich gut, dass in solchen Fällen der Staat jetzt bis 18 in die Pflicht genommen wird.

          Eigentlich ist das in Deutschland so nicht möglich, weil wir eine Meldepflicht haben. Wenn die Gemeinde mitbekommt, dass er sich nicht meldet, dann muss er in der Regel ein Bußgeld bezahlen. Höhe etwa 1.500€. Die Gemeinde bekommt das meist über die Stadtwerke (in kleinen Gemeinden die Kläranlage) mit, weil man ja irgendwo sein Wasser/Abwasser beziehen muss. Doch wenn die Person dann schnell wieder umzieht, dann wird es schwer den Bescheid zu vollstrecken. Zustellen und bekanntmachen geht rechtlich ja auch öffentlich per Aushang/Anschlag. Nur wie will man vollstrecken (mahnen, pfänden, Erzwingungshaft) wenn man die Person nicht findet? Eine Kontopfändung ist nur möglich sofern man ein Konto weiß. Bei den vielzähligen Banken nicht einfach (z.B. hat die Sparkasse unzählige Filialen. Filiale X weiß nicht was Filiale Y für Konten hat). Wir haben hier ein technisches Problem. Ich hab da aber auch keine Musterlösung für dieses Problem.

          Schwarzarbeit ist auch so eine Sache. Gerade bei den klassischen Berufen. Handwerker, Metzger, Kfzler. Die arbeiten fast immer schwarz nebenher. Leider kann man das schwer beweisen und somit nicht in die UH Berechnung mit reinnehmen. Schwarzgeld kann man nur pfänden wenn man weiß wo es ist. Wenn man eine Kontopfändung am Laufen hat und der KV sein Schwarzgeld nicht aufs Konto einzahlt, dann kommt man nicht dran. Klar kann man regelmäßig den Gerichtsvollzieher vorbeischicken, doch der kostet auch Geld und dafür muss man auch erst mal in Vorleistung gehen. Doch auch der Gerichtsvollzieher brauch ja eine Adresse. Lohnpfändung ist in dem Fall auch schwer, weil man bei Schwarzarbeit in der Regel ja keinen Arbeitgeber hat.

          Du siehst, es ist nicht so einfach wenn Personen sich so durchs Leben schummeln. Hatte auch mal einen Fall von einem Künstler der bei seiner Lebensgefährtin kostenlos wohnen darf und von ihr versorgt wird. Einkommen hatte er keines und auch keine Ausgaben. Pro Jahr hat er dann 2-3 Kunstwerke verkauft. Waren dann kleinere Bilder für etwa 200-300€. Heißt also, dass er jährlich etwa 400-900€ hatte. Daraus kann man nichts vollstrecken! Aber der KV war wenigstens so kooperativ und hat uns jährlich seine Rechnungen für die Kunstwerke zugeschickt. Pfändung seiner Kunstwerke, Materialien oder Werkzeuge wäre nicht möglich, weil man ihm dann seine Grundlage zur Erwerbstätigkeit entzieht.

          Ich bin deshalb wirklich froh, dass der UHV verlängert wird! Als Beistand fällt mir da ein Stein vom Herzen! Ich muss dann nicht mehr wie bisher den Müttern klarmachen, dass sie kein Geld mehr bekommen und nun selbst klarkommen müssen. Ich kann dann hoffentlich ab nächstes Jahr sagen, dass sie immerhin eine kleine Unterstützung bekommt. Das beruhigt auch meine Seele in manchen Fällen!

  8. Ich bin Alleinerziehend und meine Tochter ist schon 13.Jahre alt. Kann ich ab Januar 2017 dan neu wieder Unterhaltsvorschuss beantragen ?

  9. Hallo, ich habe schon öfters davon gehört. Meine Tochter bekommt schon seit sie 6,5 Jahre alt ist keinen UV mehr. Und der Erzeuger zahlt kein Cent. Ich würde gerne wissen ob ich alle die Jahre das Geld nach gezahlt bekommen ???Oder ob das Urteil erst ab Antragsdatum gilt.

    Ich würde mich über eine Antwort freuen.

    • Nachzahlungen wird es wohl kaum geben, Maria – das kann ich mir nicht vorstellen. Aber neu beantragen ab 1.1.2017, das geht. Immerhin.
      Viele Grüße!

    • Unterhalt kann nur für die Zukunft geltend gemacht werden.
      Rückwirkend ist UVG in Ausnahmen max. für 1 Monat nachträglich zu zahlen.

      • Ich hoffe, das das alles so durchgeht und ab Januar gueltig ist, meinen Neuantrag werde ich dann auf alle Faelle einreichen, dann kriege ich wenigstens noch die fast 2 Jahre was, bis mein 2. Kind 18 wird. Fuer die Zeit vor 2017 wird es nichts geben. Ich habe bei meinem aelteren Sohne selten bis ueberhaupt kein Unterhalt bekommen und wenn, dann nicht viel (60 – 100 Euro). Bei meinem Kleinen gab es 15 Jahre gar nichts, jetzt gibt es etwas Halbwaisenrente, da kann ich aufstockend UV beantragen und werde das auch tun.

        Ich habe und musste immer Vollzeit arbeiten gehen, damit das Geld reicht, die Vaeter haben sich nie gekuemmert. Das geht dann finanziell, aber es macht auch krank, ich bin heute chronisch krank und chronisch muede, ich weiss nicht, wie lange ich noch arbeiten kann und da kann man jeden Euro einfach sehr gut gebrauchen.

  10. Ich habe jetzt schon den öfteren bei Facebook gelesen das viele Eltern bei der UVK angerufen haben und diese sagen, das dies wohl immer noch ein Wunschdenken sei und das es noch nicht beschlossen sei weil man nicht wüsste woher die Gelder fließen sollen

    • Dass die Ämter noch nicht informiert sind, wundert mich nicht. Verwaltung ist langsam. Aber es wird kommen, zum 01.01.2017. Und dann wissen die auch Bescheid. :)

      • Wird wie immer laufen… keiner wird ab 01.01.2017 UHV bekommen, weil so vieles nicht klar sein wird. Angefangen bei der Software die umgestellt werden muss bis hin zu Frage woher das Geld kommen soll. Aber wichtig ist, dass man einen Anspruch drauf hat und den dann auch geltend macht wenn die Gesetzesänderung durch ist. Also UHV auf jedenfall beantragt! Wenn dann z.B. im Februar oder März alles geklärt ist, dann bekommt man rückwirkend zum 01.01.2017 seinen UHV. Kennt man ja auch aus anderen Bereichen wie Tariflöhne oder auch beim Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Einfach mal abwarten und rechtzeitig wenn die Änderung durch ist beantragen!

        • Zahlungen werden durch die Unterhaltsvorschusskasse erst aufgrund einer gesetzlichen Grundlage erfolgen. Und die wird bis Januar bestimmt noch nicht geschaffen sein…

      • Hallo, ich bin alleinerziehende Mutter von 2 Kindern,bereits berentet. Habe eben beim zuständigen Amt angerufen, die gute Frau meinte das Gesetz sei noch nicht rechtskräftig weil die CDU dagegen steuert. Und es sich noch um ein paar Monate verzögert. Bin jetzt ehrlich gesagt etwas verwirrt.

  11. Durch Zufall habe ich kürzlich erfahren, dass auch Halbwaisen Unterhaltsvorschuss bekommen können. Traurig, dass mir das all die Jahre keiner gesagt hat. Jetzt habe ich sofort den Antrag gestellt. Und mache unter meinen verwitweten Bekannten Werbung – keiner hat jemals davon gehört!!!

  12. Meine Tochter ist mittlerweile 14 Jahre alt und ich musste schmerzlich erfahren, dass sie leider seit ihrem 6. Lebensjahr kein Kind mehr ist. Dies hat der Staat durch sein bisheriges UHV-Gesetz so vereinbart. Durch Zwangsscheidung und jahrelangen UH-Kampf, in dem ich einen UH-Titel über 100 % des Regelbetrages erkämpft hatte, hatte ich jedoch nichts als ein beschriebenes Blatt in der Hand und nichts im Geldbeutel. Der KV arbeitet an einer Uni und auch mit Hilfe der Anwälte erhalte ich bis heute keinen UH für meine Tochter. Viele KV haben es drauf, sich ihren Pflichten zu entziehen. Wie wir als Mütter über die Runden kommen sollen, fragt sich der Staat gar nicht. Ich erhalte leider nur Erwerbsminderungsrente aufgrund eines Hirntumors und weiß nicht, wie ich jeden Monat mit meiner Tochter überleben soll. Deshalb hoffe ich, dass der Beschluss des neuen UHV-Gesetz alsbald erfolgt.

  13. Wenn ich das hier lese freue ich mich auf 2017 denn auch ich erhalte keinen Unterhalt und kämpfe vor Gericht seit fast 2 Jahren. Wo ich aber einen kleinen Hals bekomme das immer auf die nicht zahlenden Väter geschimpft wird und immer die Armen Frauen ja Alleinerziehend sind. Ich bin allein Erziehender Vater und die KM kümmert sich nen scheiß. Also ihr lieben Frauen, schimpft nicht nur auf die Männer, der Feind sitzt auch in euren eigenen Reihen!!! Und ich hab im Freundeskreis noch 2 Väter bei denen es genau wie bei mir ist!!! Also kein Einzelfall

    • Klar sind nicht nur die Väter die Bösen. Es wird nur meist aus der Sicht der alleinerziehenden Mütter berichtet, da alleinerziehende Väter eine wirkliche Rarität sind! Ich bin selbst Beistand und habe unter meinen 280 Fällen gerade mal einen alleinerziehenden Vater.

      • Hallo,

        das liegt aber auch daran, dass allein erziehende Väter nicht gewollt sind und mit aller Macht verhindert werden! Ich könnte da Geschichten erzählen, da sträuben sich die Nackenhaare! Mir geht es selbst so und ich könnte mich unglaublich aufregen, wenn es beim Thema Unterhalt immer die bösen Väter sind.
        Nicht nur, dass unterhaltsverpflichtete Mütter eine noch schlechtere Zahlungsmoral haben als die Väter, tut man immer so, als beträfe die Probleme nur die armen Mütter. Warum schreibt man nicht vom alleinerziehenden/unterhaltsverpflichteten Elternteil?

        • Hallo Arne,

          du hast recht, meine Geschichte gehört zu denen der sträubenden Nackenhaare. Kurze Einführung: Bei Trennung erwirkte die Expartnerin eine Gewaltschutzverfügung gegen mich, um die gemeinsame Tochter aus dem Hause zu reißen. Und jetzt Obacht: In der gesamte Verfügung kommen die Begriffe Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung nicht ein einziges mal vor. Aber, es ist inhaltlich festgehalten, dass es die leiblichen Kinder der Expartnerin vorzogen bei mir wohnen zu bleiben, anstatt mit der eigenen Mutter auszuziehen. Alsdann stellte der zahlungspflichtige Vater der beiden die Unterhaltszahlungen ein, sodass ich die beiden Kinder noch mitfinanziert habe. Der geringe Betrag (kaum mehr als das Kindergeld) der mir zur Verfügung stand, wurde mir als „Miete“ angerechnet und erhöhte den Unterhaltsanspruch meiner Expartnerin für unser gemeinsames Kind. Den Unterhalt für meine Tochter bezahle ich nun bereits seit über fünfeinhalb Jahren anstandslos. Andererseits wird mir der Umgang mit meiner Tochter von der im borderlinewahn agierenden Mutter ein ums andere Mal verwehrt, so dass ich gezwungen bin zahlreiche kostspielige Gerichtsverfahren zur Umgangsdurchsetzung anzustrengen. Teilweise sehe ich mein Kind über Monate nicht. Dabei wohnt meine Tochter nur wenige Meter entfernt. Aktuell habe ich sie für drei Stunden in der Woche, mit Umgangsbegleitung. Und das ist nur die spitze des Eisberges.

          Daher teile ich allen hier jammernden Mamas folgendes mit. Ich würde mit jeder von euch hier gerne tauschen. Nehme mein Kind gerne zu mir und verzichte auf jeden Unterhalt sowohl von der Mutter als auch vom JA.

          Danke. Ein angewiderter Vater.

        • Auch ich bin seit zehn Jahren alleinerziehend, die Kinder sind nun 13 und 16. Die Mutter ist in ihr Heimatland zurück. Mir wurde, weil ich nicht schlecht verdiene, erst einmal kein Unterhaltsvorschuss gewährt, einer Kollegin mit dem selben Verdienst aber sofort obwohl der Kindesvater in der selben Stadt wohnt und gemeldet ist. Dabei sollte das Einkommen keine Rolle spielen.Es gibt faktisch schon einen Unterschied bei der Behandlung. Beim zweiten Anlauf ging es dann, hatte aber schon zwei Jahre verloren.
          Ich fände es besser vom unterhaltspflichtigen Elternteil zu sprechen.

  14. Hallo zusammen, ich hätte da eine Frage. Meine Tochter wird im Februar 2017 , 12 Jahre alt. Der Kindesvater hat noch NIE Unterhalt gezahlt! die ersten 72 Monate nach Geburt habe ich für meine Kleine Unterhaltsvorschuß bekommen, dann wurde dieser nach dem alten Gesetzt eingestellt. ich arbeite in Teilzeit und beziehe KEINE weiteren Leistungen. Lebe mit meinem Partner zusammen, der Unterhalt für seinen Sohn zahlt. Kann ich für meine Tochter jetzt einen Antrag auf Unterhaltvorschuss stellen, da ja bis zum 18. Lebensjahr gezahlt werden kann? Ganz lieben Dank schon im voraus

  15. Was ich aber immer noch eine Sauerei finde ist wenn mann neu geheiratet hat bekommt man kein unterhaltsvorschuss. Mein neuer mann zahlt für sein Kind aber mein ex nicht das reist ein großes Loch in unseren Geldbeutel und ist auch nicht gerecht. Da sollte sich noch was ändern

    • Genau das ist ungerecht.Es sollte auch für verheiratete Paare gelten.Denn durch die Heirat ist der neue Mann trotzdem nicht der Vater.Das sollte geändert werden!!!!

  16. Mmh..das Ganze hat wieder Vor- und Nachteile. Wenn alleinerziehende Mutter teilzeitbeschäftigt ist, so wird bei der Wohngeldprüfung der Unterhaltsvorschuss mit angerechnet.-> Kinderzuschuss,/Kinderzulage nicht. Somit fällt eine alleinerziehende Mutter bei der Beantragung zb. Klassenfahrtenkosten, Schulbedarf ..die oft nicht ohne sind raus. Wenn diese Mutter mehr als 1 Kind hat. Sag ich nur als Mutter nur ojee mit 4 Kindern Danke fürs verschieben der Haushaltsgelder des Bundes.

  17. Dafür ist der Unterhaltsvorschuss, zumindest aber 6 Jahre, höher als der Kinderzuschlag. Und man muss nicht mehr an 3 Stellen (Wohngeld, Kinderzuschlag und Bildung und Teilhabe) rumbetteln. Oder man hat weniger Geld nur weil der Kindsvater mal wieder 60€ zahlt und man deswegen aus allem rausfällt.

  18. Also würde meine Tochter 14 Jahre kein Unterhalt bekommen weil ich neu verheiratet bin? Ist für mich aber irgendwie nicht logisch da ja ein bekannter auch für seine Kinder zahlt obwohl seine ex Frau neu verheiratet ist. Ist für mich das gleiche Prinzip am Ende. Meine Tochter kann ja nix für wenn ihr Vater nicht zahlt und ich verheiratet bin. Finde den Kindern sollte das dann genauso zustehen.

  19. Ich bin im Moment nicht berufstätig (WBS) und alleinerziehend, der Unterhalt wird an anderen Stellen wieder abgezogen dann geht das ganze null auf null aus bzw es bleibt sich gleich meiner Meinung nach.

  20. @anja 19.11.2016
    @mama arbeitet 18.11.2016

    Ich stimme Euch zu, daß es keinen Mindestsatz von 1080 € für Alleinerziehende gibt. Aber auch nicht für den Barunterhaltspflichtigen. Bei den 1080 € sind ja noch 200 € Arbeitsbonus drin.
    Das heisst in meinem Fall, nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, gilts du nicht mehr als erwerbstätig (Krankengeld) und das selbst bei einem bestehenden Arbeitsvertrag.
    Laut D-Tabelle stehen dir dann noch 880 € zu.
    Damit war ich sogar bis zum OLG Brandenburg!
    Und den Rest hast du an die Kinder abzutreten.
    Zum Thema arm rechnen muss ich sagen! Abrechnen kann Mann / Frau nur etwas was notwendig ist für die Weiterausübung seiner Berufstätigkeit.
    Und ich denke Ihr seht es auch so, Arbeit und Lohn sind die Grundvorraussetzungen für Unterhaltszahlungen.
    Problematisch wird es wenn die Steuererstattungen wieder in den Unterhalt mit einberechnet werden. Dann bist du als Barunterhaltspflichtiger ganz schnell am Ende mit deinem Latein.
    Meinetwegen sollen sie Euch den Mindestsatz bezahlen, abers sehen wir es mal richtig, am Ende zahlt der Barunterhaltspflichtige der die Summen nicht strecken kann, wieder die Zeche.
    Das Amt kann noch nach Jahren kommen.
    Ganz zum Schluss noch, das Thema Unterhaltsvorschuß bis 18 Jahre ist alt, nur jetzt wo Hunderttausende Asylbewerber in Land geströmt sind, denen man das Geld hinterher schmeisst(Rückzahlungen wird es wohl nicht geben), wird es wieder Aufgegriffen um die Wahlen zu retten!
    Armes Deutschland!

    Steffen

    • Ich sehe nicht, wo hier Asylbewerbern, die ich lieber „Geflüchtete“ nennen möchte, Geld hinterher geschmissen wird. Und auch nicht, dass das ein Thema ist, das wir mit Unterhaltszahlungen oder dem Unterhaltsvorschuss vermischen sollten. Das hat den hässlichen Beigeschmack von (unangebrachtem) Neid und einer mehr als latenten Fremdenfeindlichkeit.

      Und dass das Amt noch auf Jahre die Unterhaltsschulden des Nichzahlers nachfordern kann, finde ich nur gut und richtig. Denn sonst zahlt am Ende der Steuerzahler, wenn Einzelne sich drücken. Und das darf nicht sein. Allerdings ist die Rückholquote mit nur 23% sehr gering.

      • Dann wollen wir mal diesen Beigeschmack weglassen. Ich will hier auch nur aufzeigen, wo der Sinneswandel der Bundesregierung herkommt. Das Problem ist ein ganz anderes.
        Das ganze Familien bzw. Unterhaltsrecht ist überholt.
        In den letzten 3 Jahren gab es wohl über 4 verschiedene D-Tabellen. Immer wurden die Zahlbeiträge für den Mindestunterhalt erhöht. Aber ganz ehrlich, wieviel hat es den den Alleinerziehende gebracht? Wenn der Barunterhaltspflichtige das Geld vorher nicht hatte, hatte er es danach auch nicht.
        # Deine genannte Rückholquote von 23 % sagt nicht anderes aus!
        Wieviele die hier schreiben, könnten den von Ihren Einkünften (wenn die Sachlage anders wäre) ihrer Unterhaltspflicht nachkommen und den Mindestunterhalt für ein Kind zahlen? Und wer könnte es sogar für 2 Kinder?
        Ab dem 2. Kind wird die Sachlage sogar sehr unrealistisch. Das Rechnen überlasse ich euch mal lieber . Liegt so ungefähr in der letzen Altersklasse bei 1900 € Netto!
        Als Pflichtiger hast du auch keinen Rechtsbeistand durch das JA. Dir bleibt nur der Anwalt. Und wer bekommt Steuerklasse 2 , die Mutter aber nicht der Pflichtige, um es Ihm vielleicht zu ermöglichen seinen Verpflichtungen nachzukommen.
        Wäre es nicht besser durchzusetzen kostenlose Kindergärten mit ganztags Betreuung (ohne Unterbrechung), Ganztagsschulen wie wir es ja schon mal hatten.
        Kostenlose Berufsausbildung oder Studium? Das hätte eher etwas mit Solidargemeinschaft zu tun und würde allen Seiten helfen.
        Vielleicht auch den Druck von den Familien nehmen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
        Wenn jetzt noch jemand sagt , daß zahlt doch wieder der Steuerzahler, der bezahlt die Zuwanderung auch.
        Ich vermische hier auch nicht Unterhalt und Unterhaltsvorschuss. Das hängt alles von einander ab. Faire Regelungen = weniger Nichtzahler = weniger staatliche Unterstützung.
        Ihr solltet eure Blogs dazu nutzen, eine politische Meinungsbildung zu erreichen, denn das Übel sind nicht Mütter, nicht Väter sondern der Unwillen in der Regierung etwas zu verändern!
        LG
        Steffen

        • Ich lasse deine Meinung mal so stehen, Steffen. Aber eins bitte ich dich doch zur Kenntnis zu nehmen: Wie „wir“ unsere Blogs nutzen/einsetzen, ist alleine unsere Sache. Ich habe eine politische Meinung und tue die auch kund. Andere sind unpolitisch, noch andere haben ganz andere Meinungen als ich. Und das finde ich gut. Gleichschaltung wäre jedenfalls ein grauenhaftes Ziel. Last not least: ob die Regierung etwas verändert, hängt maßgeblich von den Wählern ab. Also uns.

  21. Liebe Frauen wie wäre es mal damit den KV nicht zu verlassen? Offensichtlich gehen zwei von drei Trennungen von der Frau aus. Kinder und eine Exfrau können sich nur noch reiche Männer leisten. Ein Mann, der aufgrund von Kindern und einer Exfrau, die ein neues Leben führen möchte, finanziell am Selbstbehalt lebt und das für mindestens 20 Jahre kann durchaus auf die Idee kommen mit 10 Stunden Arbeit in der Woche seinen Selbstbehalt zu verdienen und dann seinen Neigungen und Interessen zu folgen. Für die Selbstverwirklichung findet sich immer etwas Geld. Dies hat die Politik verstanden. Männer zahlen nicht und sie werden nie wieder zahlen. Damit es keinen Aufstand gibt, zahlt der Staat. Der AE ist es egal woher das Geld kommt. Alle sind zufrieden. Kein Mann mit einem guten Job und Geld wird heiraten und Kinder in die Welt setzen. Dies machen nur Männer bei denen nichts zu holen ist. Liebe Frauen ihr wollt potente und starke Männer, doch diese wollen euch nicht, außer für ein paar Nächte. Das ist das Leben. Wer hat Schuld?

      • Der Femininsmus hat keine Schuld. Feminismus will doch vor allem die Gleichberechtigung und die Selbstbestimmung der Frau. Eine Frau kann sich gegen Kinder und Ehe entscheiden, kann Karriere machen, Geld verdienen, Männer haben usw. Wenn man sich allerdings für Ehe und Kinder entscheidet, dann haben sich zwei Menschen verpflichtet für eine lange Zeit ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Aus diesem Deal kann man nicht nach belieben aussteigen. Viele Männer wissen das und viele Frauen offensichtlich nicht.

        • Das ist nur ein Teil der Wahrheit, und ein verzerrter dazu, Martin. Frauen heute müssen nicht mehr mit einem Mann zusammenbleiben, weil das alternativlos ist (wie im Mittelalter, als sie ausgestoßen wurden). Und auch nicht, wenn er die Frau schlecht behandelt, oder einfach, wenn sie unglücklich ist, weil die Ehe lieblos ist. Daran hat schon der Feminismus seinen Teil, und zwar einen, den ich gut finde. Niemand, keine Frau und kein Mann, macht sich so eine Entscheidung leicht, wenn Kinder im Spiel sind. Das ist meine feste Überzeugung.

  22. Ich arbeite in der Unterhaltsheranziehung eines kommunalen Jobcenters und möchte das mal aus Sicht von „Hartz IV“ kommentieren: für viele Alleinerziehende, die auch Hartz IV beziehen müssen, wird sich finanziell wahrscheinlich gar nichts ändern, da UVG ja voll als Einkommen auf Hartz IV angerechnet wird. Profitieren werden in erheblichem Umfang die Hartz IV-Leistungsträger, deren Aufwendungen sich dadurch natürlich 1:1 reduzieren. Es wird also teilweise nur eine Verschiebung von einer in eine andere öffentliche Kasse geben.

    Lediglich die Hartz IV-Alleinerziehenden, die bereits arbeiten (also nur Aufstocker sind) fallen ggf. durch die Ausweitung von UVG aus dem Leistungsbezug und haben damit faktisch auch mehr Geld in der Tasche – was also gerade bei älteren Kindern im Haushalt nun durchaus auch mal ein Anreiz sein kann, trotz Alleinerziehung sich zumindest mal eine Teilzeitbeschäftigung zu suchen.

    Trotzdem kann man die Neuregelung des UVG nur begrüßen, da die seitherige Begrenzung natürlich realitätsfremd und auch nicht begründbar war.

    Wenn man jetzt mal auch noch an die Umsetzung in den Behörden denken würde, was man von der Gesetzgebung aber leider noch nie erlebt hatte, wäre das auch mal schön. Ich sag nur: Verabschiedung des Gesetzes voraussichtlich am 16.12.16, Inkrafttreten dann grad mal 2 Wochen später. Folge für die Behörde: 2 Wochen Zeit, um mit einer wahrscheinlichen Verdreifachung der Fallzahlen umzugehen (zusätzliches Personal (soll ja auch noch geeignet und geschult sein), Raumbedarf, etc.)). Es wird bei der Umsetzung in der Praxis dank unserer Politiker mal wieder das blanke Chaos herrschen. Also liebe Alleinerziehende, denkt bitte auch mal daran, bevor ihr (mal wieder) auf die Behörde schimpft, die eurem Antrag dann nur schleppend bearbeitet.
    LG

    • Ja das wird nicht leicht für Euch. Mir kommt das Geld aber mehr als recht, da ich mit meinen Kindern 200 Euro unter Harz 4 liege. Und nein ich bekomme keinen kinderzuschlag oder Harz 4 da ich Eigentümer eines Hauses bin und das wird in Deutschland leider Bestraft.

  23. Ich bin seit zwei Jahren alleinerziehend und arbeite 30 Stunden in der Woche in der Berliner Verwaltung. Ich fühle mich nicht von Armut bedroht, da ich über ein gutes Einkommen verfüge, bin aber unendlich froh, dass der Unterhaltsvorschuss ausgeweitet wird.
    Der Vater, mit dem ich ansonsten ein gutes Verhältnis habe und der sich auch regelmäßig und verlässlich um unseren Sohn kümmert, zahlt keinen Unterhalt. Nach Prüfung seiner Einkommensverhältnisse hat das Jugendamt festgestellt, dass von ihm „nichts zu holen“ ist. Mir wurde vor zwei Jahren von der Unterhaltsbeistandschaft gesagt, dass es schwierig werden wird, vom Vater Unterhalt einzufordern, wenn der Unterhaltsvorschuss wegfällt.
    Ich sehe die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses auf jeden Fall als ein Stück Freiheit an, vor allem für meinen Sohn und einen unbeschwerten Umgang mit seinem Vater. Letztlich hätten sich eventuelle zukünftige Unterhaltsstreitigkeiten zwischen mir und dem Vater nur negativ auf unseren Sohn ausgewirkt. Und ob sich der Vater nun über das Jugendamt ärgert, dass ihn dann noch lange Zeit wirtschaftlich überprüfen wird, ist mir relativ schnuppe.
    Ich weiß, dass ich keine Zukunftsängste haben brauche, und das ist meine Freiheit.

    @Martin: Der Mann hat übrigens mich verlassen, und zwar war es die Klassiker-Geschichte. Trotz allem bin ich nicht ansatzweise so verbittert, wie Du es Deinen Worten nach zu urteilen, zu sein scheinst.

    @UH: Nicht alle Alleinerziehenden -egal ob Mann oder Frau- leben von Hartz IV oder sind Aufstocker. Es gibt auch Alleinerziehende, die bzw. deren Kinder, von dem Unterhaltsvorschuss in voller Höhe profitieren.

    • @UH: Allerdings kann ich Deine Argumentation zur Verabschiedung und Umsetzung des Gesetzes und die daraus resultierenden personellen und organisatorischen Probleme in den Jugendämtern total nachvollziehen. Leider wird sich bei den meisten Alleinerziehenden eine Schimpferei auf die Ämter nicht verhindern lassen.

    • Wenn man nur 1 Kind zu versorgen hat, kann man fehlenden Unterhalt evtl noch ausgleichen. Aber bei 2 und mehr Kindern wird das schon schwerer! Und je älter sie werden umso schwerer.
      Ich habe 2 Kinder und seit dem Wegfall vom Unterhaltsvorschuss sind wir voll in den Mühlen der Ämter: Wohngeld und Kinderzuschlag. Horror!

  24. Warum Dinge einfach machen, wenn es auch kompliziert geht. Warum Alleinerziehenden helfen, wenn man sie auch einfach weiter im Regen stehen lassen kann?
    Diese Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn ich das aktuelle Tauziehen um die Erweiterung des UVG verfolge. Da wird mit Zahlen jongliert, die besagen, dass die Masse der Alleinerziehenden von dieser Gesetzesänderung ja gar nicht profitiert. Trifft diese Aussage denn überhaupt auf die vielen Alleinerziehenden zu, deren Kinder schon 12 und älter sind? Ich bezweifle dies stark. Vielmehr bin ich überzeugt, dass sich sehr viele Betroffene, die den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder mit ihrem Arbeitslohn allein bestreiten müssen, extrem über die staatliche Unterstützung freuen würden. Sehr viele Aufstocker wären endlich nicht mehr auf Hartz 4 angewiesen. Viele könnten den Absprung wagen, weil sie mit Lohn und UVG zusammen wirklich mehr Geld zur Verfügung hätten.
    Es wird auch behauptet, dass das neue Gesetz so kurzfristig nicht umgesetzt werden kann. Ich werde zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten, während meine 3 Kinder die schulfreie Zeit allein daheim verbringen. Was machen denn die Mitarbeiter der Behörden in diesem Zeitraum?
    Warum sollte es nicht möglich sein, das Gesetz so zu gestalten, dass ab dem 1.1.2017 tatsächlich diejenigen Alleinerziehenden Unterhaltsvorschuss erhalten, die gar nicht von der ARGE abhängig sind oder nur aufstocken. Angeblich sind das ja nicht so viele, sodass die Behörden das doch schaffen könnten.
    Mir persönlich würde der Unterhaltsvorschuss enorm helfen. Ich bin seit mehr als 11,5 Jahren alleinerziehend. Meine 3 Söhne sind inzwischen 14, 14 und 12 Jahre alt. Seit gut 5,5 Jahren arbeite ich in Vollzeit – oft auch mit zahlreichen Überstunden. Davor habe Teilzeit gearbeitet und musste natürlich auch mit Hartz IV aufstocken. Da mein Lohn provisionsabhängig stark schwankt, habe ich auch immer wieder mal „Hartz IV – Monate“, in denen ich am Ende sogar weniger Geld zur Verfügung habe, als mit Hartz IV.
    Der Kindesvater zahlt seit fast 9 Jahren keinen Unterhalt. Um seinen eh schon seltenen Kontakt zu den Kindern nicht zu gefährden, habe ich seinerzeit auf eine Unterhaltsklage verzichtet und den Unterhaltsvorschuss in Anspruch genommen, der aber vor über 3 Jahren ausgelaufen ist. Seither muss ich alle Kosten alleine tragen inkl. satter Rechnungen für 3×2 Zahnspangen.
    Auf für mich unverständliche Weise hat das für uns zuständige Jugendamt in Leipzig seinerzeit weder eine Beistandschaft eingerichtet noch in den 6 Jahren der UVG-Zahlung jemals einen Einkommensnachweis vom Kindesvater eingetrieben. Die Aufforderungen durfte er quasi ungestraft ignorieren.
    Nachdem sich der Kontakt des Vaters zu den Kindern trotz meiner „Rücksichtnahme“ immer weiter verschlechtert hat, habe ich im Sommer 2014 eine Unterhaltsklage eingeleitet, die im Februar 2016 zu einem Unterhaltstitel führte. Aber weder dieser Titel noch eine Kontopfändung und die gerichtlich angeordnete Vermögenserklärung, die der Vater abgeben musste, haben uns auch nur einen müden Cent gebracht. Und das obwohl der Vater Immobilien an seine 3. Ehefrau verschenkt hat und dieser Vorgang rein rechtlich gesehen eigentlich rückgängig gemacht werden müsste, da er ja Schulden zu begleichen hat. Für ein weiteres Kind aus zweiter Ehe zahlt er zwar keinen Unterhalt, aber er zahlt Schulden aus UVG-Leistungen an das dafür zuständige Jugendamt in Zwickau zurück. Dabei besagt das Gesetz doch ausdrücklich, das aktueller Unterhalt Vorrang vor der Begleichung von Unterhaltsschulden hat.
    Der Vater ist seit vielen Jahren selbständig und verdient natürlich „offiziell“ viel zu wenig, um Unterhalt zahlen zu können. Aber der Gesetzgeber zwingt ihn auch keineswegs, seiner gesteigerten Erwerbsobliegenheit nachzukommen, um evtl. doch Unterhalt zahlen zu können. Warum seine Firmenkonten leer sind, er aber trotzdem Kredite von Banken bekommt, eine jungen Porsche Cayenne S fährt und sein großes Haus saniert interessiert keine Behörde und kein Gericht.
    Angesichts dieser Tatsachen frage ich mich, warum es in unserem Rechtsstaat überhaupt Gesetze zur Unterhaltspflicht gibt, wenn diese nicht durchgesetzt werden (können).

    • Deine Schilderungen zu Deinem Ex-Mann und seinem Lebensstil sind in Anbetracht dessen, dass es niemanden zu interessieren scheint, wovon er sich das leisten kann, wirklich krass.
      Was mir aber im Zusammenhang mit den Jugendämtern aufgefallen ist, dass sie von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich agieren.
      Mein Ex hat noch ein weiteres Kind, für das er keinen Unterhalt zahlt. Das Kind lebt in Schleswig-Holstein und das dortige Jugendamt ist ihm damals massiv auf die Füße getreten und hat viele Punkte, wie z.B. Fahrtkosten zur Wahrnehmung des Umgangs, nicht anerkannt und er wurde zur Zahlung verpflichtet, um den damaligen Unterhaltsvorschuss wenigstens ein wenig auszugleichen.
      Hier in Berlin ist man da offensichtlich großzügiger. Fahrtkosten werden anerkannt -er lebt inzwischen wieder in Bremen- und somit ergibt sich bei seinem Einkommen keine Zahlung. Dies würde aber auch gelten, wenn der Unterhaltsvorschuss für meinen Sohn mit 12 wegfallen würde.
      Bei Antragstellung wurde ich damals übrigens gleich an die Beistandschaft weitergeleitet, und ich habe sie auch gewollt. Nur das die Dame dort auch gleich meinte, dass wird später schwierig werden.
      Meiner Meinung nach müsste der Staat bei säumigem Unterhaltszahlungen viel härter durchgreifen und Strafen androhen und dann ggf. auch tatsächlich umsetzen. Mal sehen, wieviele Väter und Mütter auf einmal zahlen würden, wenn Sie z. B. mit einem Bein im Gefängnis stehen würden oder Ihnen der Führerschein abgenommen werden würde.
      Und ein wenig zur Verteidigung der Ämter: in allen Bereichen im öffentlichen Dienst wurde über Jahre an Personal eingespart, bestes Beispiel ist hier u.a. die Polizei. Bei steigenden Fallzahlen kann das noch vorhandene Personal die Arbeit nicht immer zügig bewältigen. Ständiger Stress und Druck führt zu krankheitsbedingten Ausfällen des Personals, was die Bearbeitungsdauer noch weiter ansteigen lässt.
      Auch hier ist meiner Meinung nach die Politik gefragt. Es muss wieder Personal eingestellt werden, damit die Arbeit zur Zufriedenheit der Bürger erledigt werden kann.

    • Die Gesetze werden durchgesetzt. Der Gerichtsvollzieher hat die Vermögensauskunft eingeholt und festgestellt, dass kein Vermögen vorhanden ist. Ich kann meinem Freund meinem Porsche leihen, er kann auch das Haus seiner Freundin sanieren, machmal wird man auch von einem Geschäftspartner zu einer Projektkonferenz in die Karibik und auf ein 500 g Filet eingeladen. Eine Trennung kann einen Mann hart traumatisieren. Das führt ohne Zweifel zu einer Erwerbsunfähigkeit, die nachhaltig sein wird.

  25. @Jana: du bist nicht die Einzige, die zwischen den Jahren arbeitet. Auch in den Behörden wird gearbeitet. Innerhalb von 2 Wochen wird es aber keine Stellenneubesetzungen geben können. Das wird in der Praxis wie folgt ablaufen müssen (es gibt leider rechtliche Vorgaben zu beachten, sog. „postfaktische“ Betrachtungen sind derzeit zwar allgemein sehr beliebt aber nicht wirklich hilfreich): Stellenpläne als Teil der Haushaltspläne müssen geändert und (in Zeiten leerer öffentlicher Kassen) oftmals erst durch die Aufsichtsbehörden genehmigt werden, dann erst können zusätzliche Stellen ausgeschrieben werden, Bewerber müssen „gesichtet“ werden, es müssen Schulungen stattfinden. Das wird dauern. Wenn es denn überhaupt Interessenten und auch geeignete Bewerber gibt. Dinge sind nicht immer so einfach, wie es von „außen“ scheint. Das wird realistisch min. 4-6 Monate dauern.

    Organisatorisch soll es auf „Weisung“ der Familienministerin aber zumindest eine Vorrangbearbeitung für Alleinerziehende geben, die nicht von Hartz IV abhängig sind.

    Logisch beziehen nicht alle UVG-Berechtigten auch Hartz IV. Die Mehrheit (ca. 3/4) der Kinder ist aber auch in Hartz IV, wird also ggf. gar nicht profitieren.

    Es soll hier jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass ich gegen die UVG-Änderungen bin -ganz im Gegenteil-. Viele (die meisten ALG II-Bezieher) werden aber wohl finanziell nicht besser gestellt werden.

    zu den Selbständigen: eine Durchsetzung titulierter Unterhaltsansprüche ist hier ungleich schwieriger als bei abhängig Beschäftigten (wo man einfach ins Gehalt pfänden kann), aber nicht unmöglich. Nur: wer offiziell weder pfändbares Einkommen noch Vermögen hat kann eben nicht gepfändet werden!!

    Rechtlich ist es jetzt schon so, dass jeder Pflichtige gegenüber minderjährigen Kindern gehalten ist, soviel zu arbeiten, dass er den Mindestunterhalt sicherstellen kann, weshalb Mindestunterhalt auch immer eingeklagt werden kann. Leider gibt es halt auch sog. „Titel ohne Mittel“. Man könnte auch durchaus mal eine Strafanzeige (§ 170b StGB) in Erwägung ziehen (und sei es nur als zusätzliches Druckmittel). Ich hab’s leider auch schon erlebt, dass Väter, die selbst im Hartz IV-Bezug standen, unter Hinweis auf die Erwerbsobliegenheiten erfolgreich auf Unterhalt verklagt wurden. Dass man da erst mal nichts wird holen können sollte aber schon bei Klageeinreichung klar gewesen sein. Weshalb man in Kenntnis der finanziellen Lage des Vaters hier überhaupt klagt, sollte auch mal hinterfragen werden.

    Dass man bei manchen Schuldnern nicht unbedingt zum Zug kommt, liegt jedenfalls nicht zwangsläufig an der „Unfähigkeit“ der Behördenmitarbeiter. Auch Anwälte kommen da oft nicht weiter.

    Manche Mütter (ausdrücklich manche, nicht alle) hätten auch besser mal den Ratschlag „Augen auf bei der Partnerwahl“ befolgt. Es sind jedenfalls nicht vorrangig die „Behörden“, die an der zerrütteten familiären Situation Schuld sind, dann aber gerne als „Sündenbock“ herhalten müssen, wenn der Pflichtige nicht „bluten“ muss/kann oder eben halt andere Probleme (Umgang, etc.) aufploppen.

  26. Ich bin zunächst mal mehr als glücklich über die Gesetzesänderung. Ich habe zwei Kinder, 5 und 8 und ihr Vater hat uns vor drei Jahren über Nacht verlassen. Aus 14tägigen Papawochenenden wurde von ihm aus ein Wochenende pro Monat. Er ist zwei Stunden weit entfernt weggezogen und holt die Kinder nicht mehr ab, möchte sie auf der Hälfte übergeben bekommen. Seine neue Freundin war nach einer Woche schwanger und so beschloss er in Elternzeit zu gehen, verminderte dadurch sein Einkommen, was natürlich eine Klage vom Jugendamt nach sich zog. Seitdem gab es keinen Cent Unterhalt oder irgendeine Beteiligung zu speziellen Kosten. Ich habe eine halbe Stelle um alles allein mit meinen Kindern regeln zu können und verdiene Netto so gerade 1000 Euro. Ich habe zwar einen neuen Partner, aber er hat finanzielle Verpflichtungen seinen Kindern gegenüber, denen er auch nachkommt. Zudem muss er sich nicht um meine Kinder kümmern, insbesondere nicht finanziell, wir wollten uns als Paar, nicht als
    Elternteilersatz. Von daher bin ich traurig, dass wir sozusagen gezwungen sind nicht zu heiraten, da ich sonst finanziell nicht mehr zurecht käme. Aber dass ich nicht mehr dauernd darüber nachdenken muss was bloß in 3 Jahren werden soll, lässt mich wieder ruhiger schlafen.

  27. Die Erhöhung zum 01.01.2017 wurde am Dienstag „abgesagt“. Die CDU/CSU Bundestagsfraktion wird der Änderung zum 01.01.2017 nicht zustimmen. Ich gehe davon aus das die Ausweitung erst zum 01.07.2017 beschlossen wird.

  28. Gerade lese ich das Positionspapier des DStGB dazu:

    http://www.dstgb.de/dstgb/Homepage/Aktuelles/2016/%22Kommunen%20k%C3%B6nnen%20geplante%20%C3%84nderungen%20beim%20Unterhaltsvorschuss%20so%20kurzfristig%20nicht%20umsetzen%22/Fakten%20und%20Positionen%20des%20DStGB%20zum%20Unterhaltsvorschuss.pdf

    …und hoffe, dass ich das hier zur weiteren Diskussionsgrundlage einstellen darf.

    Gestolpert bin ich darin über die „87% aller Bezieher von Unterhaltsvorschuss, die im Leistungsbezug nach SGB II“ seien – am Ende auch nochmal eindrücklich graphisch dargestellt (ohne allerdings aufzugliedern in sog. „Aufstocker“ und andere).

    Und aus der weiter oben genannten Bertelsmann-Studie (S.9) geht hervor, dass insgesamt 37,6% der Ein-Eltern-Familien SGB-II Leistungen bezögen.

    Wie passen diese Zahlen zusammen?

    Momentan erkläre ich mir die Diskrepanz zum einen so, dass es Alleinerziehenden mit zunehmendem Alter der Kinder (wo ja nach der bisherigen Regelung spätestens ab 12 J. dann auch der UHV wegfällt) eben doch um einiges besser zu gelingen scheint, in halbwegs auskömmliche Arbeitsverhältnisse zu finden – zumindest aber unabhängig von der Arge zu leben.
    Was nicht heißen muss, dass nicht auch einem Teil der verbleibenden – nicht im SGB-II-Bezug stehenden – 62,4 % der Ein-Eltern-Familien mit dem ausgeweiteten UHV sehr geholfen wäre, gerade wenn sie knapp nur an Hartz iV vorbeischrabben oder dies durch andere Transferleistungen (wie Kinderzuschlag, Wohngeld etc.) vermeiden.
    Zugleich sind in den 62,4 % aller Ein-Eltern-Familien natürlich auch jene enthalten, in welchen tatsächlich Unterhaltszahlungen des anderen ET geleistet werden, so dass weder ALG-II noch UHV nötig sind.

    Hach, ich finde diese vielen Zahlen und Statistiken manchmal echt verwirrend und denke mir doch, dass kein Weg an der Beschäftigung damit vorbeiführt, wenn ich mir eine Meinung zu diesem politischen Vorstoß bilden will.
    Es scheint mir auch immer wieder interessant, wer welche Zahlen wie verwendet, s.o.: beim DStGB prangt die 87% (…“im SGB II-Bezug“!) – und ich könnte fast mitlesen „…für die doch bitte mal der Bund weiter aufkommen könnte, statt uns Kommunen damit zu belasten – wo es doch „in all diesen Fällen zur Anrechnung des vorrangigen Unterhaltsvorschusses auf die SGB II Leistungen kommt“, mit anderen Worten eh keinen spürbaren Vorteil für jene UHV-Bezieher gibt.

    Ich frage mich bei dem allen halt immer wieder, wie man hierin zu einem Ausgleich zwischen Kommunen/Ländern/Bund (jaja, ich weiß, große Fragen!;-) finden könnte, und andererseits, wie den so sehr differenzierten Lebenswirklichkeiten von Alleinerziehenden wirklich sinnvoll Rechnung getragen werden kann. Auf welchen gemeinsamen Nenner sollte /wird man sich einigen? Welche Be- und Entlastungen kommen mit der Ausweitung des UHV tatsächlich auf uns alle zu (die Kommunen, die UHV-Stellen, die Beistände, die Gerichte, andere Behörden… last not least die eigentlich betroffenen Familien?! Wer von all den, ob nun voll, oder nur halb, oder gerade nur so nicht im ALG-II Bezug lebenden soll bei all diesen gegenseitigen An- und Abrechnungen denn noch durchblickern? Wie könnte man die vielen staatlichen Maßnahmen zur Förderung von Familien allgemein (und Ein-Eltern-Familien im speziellen) so bündeln, dass zum einen Bürokratie (und damit auch Ausgaben) abgebaut würde? Um damit auch eine bessere Durchsicht für jene zu erreichen, die auf UHV-Leistungen angewiesen sind, weil der andere Elternteil aus welchen Gründen auch immer nichts zahlt? (zu den Gründen, weshalb Unterhalt nicht bei den betroffenen Familien ankommt, wird ja auch dringend weitere Forschung empfohlen!)
    Nunja, stundenlang kann man hier sicher noch fortfahren mit Fragen über Fragen…komplexes Thema halt! Und welche Ideen habt Ihr dazu?

    • Liebe MaMo,

      ja, es ist kompliziert. Aber ich finde, es ist verdammt nochmal Aufgabe der Fachleute, sich da was auszudenken, was zum Wohle der Kinder funktioniert. Und es dann der Politik so darzureichen, in Form einer Vorlage, dass man zu einer vernünftigen, finanzierbaren und auch umsetzbaren Lösung kommt.

      Was ich auch sehr bizarr finde, und was auch in den weiterführenden Docs steht, ist dass manche Bundesländer ihre Kommunen die volle finanzielle Last der Unterhaltsvorschüsse alleine tragen lassen, während andere 80% übernehmen, und anderswo ist es noch anders. Das ist verdammt unpraktisch, wenn man bundesweit etwas regeln will, weil die Widerstände naturgemäß sehr unterschiedlich hoch sind. Föderalismus ist Teil des Problems.

  29. Ouhh Wow! Während ich noch am „Meinung-bilden“ bin, habt Ihr schon eine Petition auf die Beine gestellt – echt klasse und vielen Dank dafür auch an Dich Christine!!
    Nun, über Deine Stadtrats-Einblicke bist Du für mich gerade auch sowas wie ein Fachleut;-) – daher meine Frage an Dich, was Du (als Kompromiss zwischen Bund und Ländern) davon hieltest, tatsächlich eine Ausweitung des UHV (zumindest erstmal) nur für jene Ein-Eltern-Familien vorzunehmen, die nicht rein im SGB-Bezug leben?
    Mir schlägt u.a, so arg das Argument des riesigen „Verschiebebahnhofs von Bund zu Kommune“ entgegen und ich erlebe beruflich auch so häufig Familien (im Alg-II-Bezug), denen es – momentan noch – völlig egal ist, woher der UHV kommt (von Arge oder UHV-Stelle) und die eben erst später – meist wenn die Kinder älter sind – von der Ausweitung des UHV profitieren würden.
    Dafür aber momentan natürlich nicht gerne auf vergünstigte Schwimmbadeintritte und eine adäquate Kitaplatzversorgung etc. verzichten wollten, welche auch die Kommunen durch die UHV-Ausweitung nun in Gefahr sehen… – also, was spräche dafür, was dagegen? Was meint auch die weitere Community hier dazu?
    Liebe Grüße,
    MaMo

    • Nachdenken finde ich generell gut – aber die Idee ist ja gerade, dass solche Alleinerziehende aus Sozialbezug rauskommen und Licht am Ende des Tunnels sehen, die das wollen. Und das wiederum motiviert andere, zu arbeiten und da raus zu wollen. So denke ich das.

    • Ja, auch ich finde es toll, dass ihr die Petition gestartet habt und habe natürlich gleich unterschrieben und an Freunde und Bekannte weitergeschickt.
      Bezüglich der Kosten des neuen UVG erwähnte Frau Schwesig in ihrer Rede zum Haushalt, dass sie sich mit Herrn Schäuble darauf verständigt hat, dass der Bund die Kosten, die er durch das neue UVG spart, an die Länder weitergibt.
      @MaMo: Wenn eine Familie trotz Unterhaltsvorschuss noch ALG II bezieht, behält sie ihre Ansprüche auf Bildung und die Teilhabe.

      • In Verbindung mit Wohngeld und/oder Kinderzuschlag oder vergleichbar geringem Einkommen (statt ALG II) behält sie ihre Ansprüche auf BUT ebenso.
        Andere Ansprüche, wie z.B. die Übernahme von Betriebskosten-Nachzahlungen würde sie allerdings auch verlieren.

  30. O.K., dann mal ein Beispiel in aller Kürze:
    Alleinerziehende KM mit drei Kindern (10 J., 8 J. und 5 J.), voll im Alg-II-Bezug, würde gerne in ihrem gelernten Beruf als Maler-Lackiererin arbeiten. Ist aber vollkommen unrealistisch, u.a. weil sie momentan ohnehin an ihre Grenzen stößt, ja im Grunde überfordert ist.
    Die Unterhaltsvorschüsse der Kinder laufen bald aus und die Arge wird dies sodann kompensieren, wohlgemerkt, OHNE, dass die KM spürbar mehr im Geldbeutel haben wird.
    Und nun mal angenommen, diese Mutter wird auch in den nächsten 3-x Jahren noch nicht über einen Minijob hinausgekommen sein, weil zu stark mit Kinderaufzucht und sich selbst beschäftigt und überhaupt, keine Arbeitsplatzangebote vorhanden: wie entlastend wäre es u.U. für die Kommunen, diese Realität anzuerkennen und eben den Bund über AlG-II weiter übernehmen zu lassen?
    Vielleicht?…Ich hab keine Ahnung, ob das nicht einem Gleichbehandlungsgrundsatz-XY widersprechen würde; ist nur so’ne Idee, die eben auch anerkennt, dass das „Licht am Ende des Tunnels“ nicht ausschließlich über die Inaussichtstellung des UHV – und auch leider nicht nur über den Wunsch, endlich wieder arbeiten zu wollen, entsteht bzw. entdeckt werden kann,
    Davon ab, müsste parallel natürlich etwas in Richtung Titulierung des Unterhaltes laufen, so der andere ET sich herauszuhalten meint. Könnten hier nicht freie Rechtsberatungsstellen oder Juristen beauftragt werden, für die jeder bedürftigen Familie ja kostenlose Beratungsscheine bzw. PKH bewilligt würden? Was wiederum die UHV-Stellen entlasten würde?
    Der KJGD wird über Neugeburten informiert, das Jugendamt über aktuelle Scheidungen – oder gar nicht vollständige U-Hefte:-/ – wieso könnten dann nicht auch die Jobcenter ihre „(rein im Alg-II-Bezug befindlichen) Kunden“ bei ungeklärten Unterhaltsansprüchen direkt an entsprechende Stellen weiter verweisen, welche nicht zwingend die Unterhaltsvorschussstellen zu sein bräuchten?

    Hier hat doch kürzlich ein Unterhaltsbeistand geschrieben – was meint der denn dazu, wenn er einen Teil seiner – u.U. auch komplizierten – „Fälle“ auslagern könnte?

    Und wie gesagt, alle anderen, seien es „Aufstocker“ oder jene, die über den ausgeweiteten UHV plus ggfls. andere Transferleistungen realistisch anstreben wollen/können, unabhängig vom Jobcenter zu leben, sollen Ihn ja auch beantragen können incl. Beistandschaft etc. – so meine Fiktion gerade.

      • Ergänzend fällt mir zu dem Beispiel oben gerade noch ein, dass dann die Arge vielleicht auch eher auf die Idee käme, für eine solche Frau mal eine wirklich sinnvolle Maßnahme springen zu lassen, denn was will sie mit einem – zumindest hier in Berlin gießkannenhaft ausgeschütteten – „Pflegebasiskurs“, wo sie froh ist doch endlich mal wenigstens den Windeln ihrer Kinder entwachsen zu sein! Als Maler-Lackiererin bräuchte sie vielmehr auffrischendes Wissen darüber, was man heutzutage für den Quadratmeter an Farbe etc. berechnet, auch ein Führerschein für den Job wäre hilfreich, aber nee, ist nicht – bislang!

  31. Wie ich in meinem vorigen Beitrag schon geschrieben habe, soll, laut Frau Schwesig, der Bund dieses Geld, was er durch Zahlung von Unterhaltsvorschuss spart, an die Länder zahlen.
    Und als Mutter (von 2 Kindern), die auch schon (vor fast 6 Jahren) Unterhaltsvorschuss und ALG II zusammen erhalten hat, kann ich folgendes dazu sagen: Ich war öfters froh darüber Unterhaltsvorschuss zu erhalten, denn der war zuverlässig am Anfang des Monats auf dem Konto. Ganz anders das ALG II. Da musste ich, zwischen den Bezugszeiträumen öfters wochenlang auf das Geld warten!
    Darum finde ich es von der CDU so scheinheilig zu behaupten dass es den Alleinerziehenden nicht zugemutet werden kann 2-4 Monate zu warten, bis sie dann ihr Geld haben, wenn das neue UVG eingeführt wird. Aber bei ALG II und Kinderzuschlag ist das regelmäßig der Fall. Das kann zugemutet werden???
    Ich warte z.B. Seit fast einem halben Jahr auf den Kinderzuschlag, da die Kindergeldkasse nicht in der Lage war diesen korrekt zu berechnen. U.a. war sie noch nicht einmal in der Lage den ab 1.7.2016 gültigen Betrag von 160€ einzusetzen. Jetzt musste ich Klage einreichen und das dauert, wie wir alle wissen. Wenn ich Glück habe, sehen wir mit einem Jahr Verspätung das Geld. Da erscheinen mir die 2-4 Monate Wartezeit wie das Paradies auf Erden!!! Sorry, aber über die Aussagen der CDU könnte ich an die Decke gehen. Von wegen die Kreise und Städte hätten das neue Gesetz noch nicht eingeplannt: Selbst als Leie findet man im Internet Beschlüsse (wie z.B. Aus Pforzheim) wo man sehen kann, wie die Behörde mit einer Antragswelle umgehen will. Und ich habe auch schon mehrere Haushaltsbeschlüsse gesehen, in denen mit zusätzlichen Kosten gerechnet wird. Also alles nur Ausreden der CDU.

  32. @Anja, Deinen Frust zum Kinderzuschlag kann ich gut nachvollziehen. Auch meine Erfahrung ist die, dass schon bei dessen Beantragung im Vorfeld besonders undurchsichtig ist, wer ihn überhaupt erhält, und selbst spezialisierte Sozialberatungsstellen verfügen kaum über die geeignete wie aktualisierte Software, die zu erwartenden Ansprüche zu errechnen.
    Mich wundert auch etwas, dass er z.B, in dieser Gesamtevaluation (S. 55 ff.)

    https://www.bmfsfj.de/blob/93954/25490622c47497e47acbcfa797748cfb/gesamtevaluation-der-ehe-und-familienbezogenen-massnahmen-und-leistungen-data.pdf

    so gut abschneidet. …Naja, wenn er denn mal richtig und pünktlich käme! wirst Du jetzt vielleicht sagen. Drum ist für mich auch Dein Einwand verständlich, dass der UHV zum Anfang des Monats auf gewisse Weise ein Stück mehr Planungssicherheit bietet, überhaupt ermöglichen versetzte Zahlungszeitpunkte (UHV, Kindergeld, ggfls, Wohngeld, AlG_II, nicht zuletzt Einkommen aus Erwerbstätigkeit;-) insgesamt wohl eine bessere Einteilung des Geldes. Auf der anderen Seite führen aber auch gerade diese Hin- und Her-Rechnereien zwischen Jobcenter und UHV-Stellen zu Zahlungsausfällen bei UHV-Neubeantragungen; in manchen Fällen ist noch nicht mal die Vaterschaft geklärt, und schon meint die Arge „abgeben“ zu können an die UHV-Stellen, vorzeitige Leistungskürzungen natürlich inbegriffen… auch nicht so prickelnd.

  33. Es wäre einfach super ! Ich lebe mit vier Kindern alleinerziehend. Da der Vater keinen Unterhalt zahlen kann, war ich immer nur hart am Arbeiten, um die Kinder zu versorgen. Meine beiden Großen sind nun volljährig. Aber ich freue mich unglaublich für meine Zwillinge ! Es ist nicht nur die finanzielle Entlastung- es hat sich auch einfach viel Wut angestaut. Der Vater konnte nie wirklich zur Verantwortung gezogen werden. Aber wie ich das alles allein packe- das hat keinen interessiert. Es wurde höchste Zeit für dieses neue Gesetz !

  34. Ich bin Alleinerziehender Vater und habe noch nie Unterhalt von der Mutter meiner Kinder bekommen und werde bestimmt auch nie welchen bekommen.
    Unterhaltsvorschuss wahr im Sommer ausgelaufen was ein großes Loch hinterlassen hat.
    Ich bekomme 35 Euro Wohngeld womit ich die fast 400 Euro nicht kompensieren kann.
    Ich bekomme eine Unfallrente die so Grade für mich reicht und ein bisschen mehr.
    Da ich Eigenheim Besitzer bin aber es noch nicht ganz abgezahlt ist habe ich weniger wie Harz 4. Würde ich Miete zahlen würde ich das Geld Dafür bekommen bis 500 Euro. Da es aber mein Eigentum ist werden von den 300 Euro abtrag nur 30 Euro übernommen. Nur die Zinsen.
    Dadurch bekomme ich auch keinen kinderzuschlag da ich durch diese Rechnung ja angeblich genug zum leben habe was aber nicht stimmt. Es ist wirklich so das ich ohne Haus 200 Euro im Monat mehr hätte da das Amt lieber eine hohe Miete zahlt wie ein kleine Abtragung .

    Ich freue mich sehr über den Unterhaltsvorschuss da er bei mir nirgends angerechnet wird und wir das Geld voll zur Verfügung haben.

    Dann sollen doch erst mal nur die bearbeitet werden die nicht vom Amt leben das ist dann doch locker zu schaffen. Und die anderen 85% können doch auch länger warten da sich für sie eh nichts ändert, sie bekommen ihr Geld auch so voll weiter.

    Mfg
    Patrick

    • Bei mir ist der Fall ähnlich. Bei uns sind es sogar fast 300€. Auch ich habe ein Haus, das noch nicht abbezahlt ist. Durch die niedrigen Zinsen sind die Wohnkosten so gering, dass wir ganz knapp unter der Höchsteinkommensgrenze liegen. Eigentlich! Aber das Amt hat versäumt die neuen Kinderzuschlagsbearbeitung einzusetzen und somit waren wir drüber und der Kinderzuschlag wurde abgelehnt. Jetzt liegt alles beim Sozialgericht.
      Wenn du nur 30€ Zinsen bezahlst, dann ist das Haus doch fast abbezahlt, oder? Da gibt es nämlich Urteile, dass das Amt dann auch die Tilgungsraten bis zu den angemessenen Wohnkosten übernehmen muss. Schau mal im Internet.

      • 85 % des Hauses muss bezahlt sein dann übernehmen sie das. Da fehlen mir aber noch ein paar Prozent. Wenn es ab Januar den Unterhaltsvorschuss gibt geht es ja wieder 400 Euro sind viel Geld.

  35. @MaMo
    Nur die Feststellung der Vaterschaft ist nur einmal zu bewältigen, aber der Kampf um ALG II oder Kinderzuschlag geht weiter bis man raus ist.

    Bei der Evaluation ist auf Seite 188 folgender Abschnitt zu finden:
    444. Die Verhaltenseffekte sind im Durchschnitt gering. Hinter dem Mittelwert verbergen sich allerdings zwei gegenläufige Effekte: Am unteren Einkommensrand des Kinderzuschlags steigen für die Familien die Arbeitsanreize, um durch Mehrarbeit in den Genuss des Kinderzuschlags zu kommen. Am oberen Rand hingegen schmälert die „Abbruchkante“ die Arbeitsanreize. Denn eine Arbeitsausweitung über diese Grenze hinaus wird durch den Verlust des Kinderzuschlags und einen entsprechend hohen Transferentzug unattraktiv. Um dasselbe verfügbare Einkommen wie im Kinderzuschlagsbezug zu erhalten, muss eine Paarfamilie mit zwei Kindern rund 500 Euro Bruttoeinkommen im Monat mehr erwirtschaften, eine Alleinerziehende mit einem Kind rund 300 Euro. Insgesamt führt der Kinderzuschlag aber eindeutig zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Stabilität von Familien (ZEW 2013a: 148 ff., 309 ff.).

    Und genau darin liegt das Problem des Kinderzuschlags. Denn beim Überschreiten der Höchsteinkommensgrenze fällt der halbe Kinderzuschlag schlagartig weg. Bei der Berechnung wird zuerst geschaut, ob man durch vorhandenes Einkommen den Bedarf nach SGB II decken kann. Wenn nicht wird weitergerechnet, ob man unter der Höchsteinkommensgrenze liegt. Und dabei kann es sogar, wie mir im Juni 2015 passieren, dass das Einkommen ( bei uns waren das 1xGehalt, 2x Kindergeld und 1x Unterhaltsvorschuss ) nicht für die Deckung des Bedarfs reicht, aber das Einkommen über der Höchsteinkommensgrenze liegt! Deswegen habe ich Anfang 2016 auch eine EPetition beim Deutschen Bundestag eingereicht (ID Nr. 63478, falls es jemand interessiert ). Gerade Eltern, die wenig Kindesunterhalt oder Waisenrente erhalten, sind besonders betroffen, da dies auch die Höchsteinkommensgrenze senkt, aber gleichzeitig nicht den Bedarf vollständig deckt. Gleichzeitig wird aber Kindesunterhalt, Waisenrente und auch Unterhaltsvorschuss, im Gegensatz zum Kinderzuschlag, beim Wohngeld angerechnet. Somit kann es sein, dass Eltern durch geringe Unterhaltszahlungen schlechter gestellt sind, als ganz ohne Unterhalt.

    • Genau so ist es mir auch gegangen, wenn auch aus anderen Gründen. Habe eine weitere Ausbildung zum Erzieher begonnen um meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach der Kinderpause zu verbessern. Da bekam ich dann Meisterbafög, was zum einem aus einem Zuschuss besteht, zum anderen aus einem Darlehensanteil, der später zurückgezahlt werden muss, den man allerdings als Alleinerziehende beantragen muss, da man ohne nicht klar kommt und er auch wenn man ihn nicht in Anspruch nimmt beim Wohngeld angerechnet wird. Meine verheirateten Kommilitonen konnten getrost darauf verzichten und standen sich mit Gehalt des Partners sehr gut da. Hinzu kommt, dass wer Bafög bezieht keinen zusätzlichen Anspruch auf Hartz4 hat egal ob der Bedarf gedeckt ist oder nicht und da Kindergeldzuschlag unter die selben Gesetze fällt, ist es da gleich. “ Es tut uns leid, Ihr Bedarf ist nicht gedeckt, aber Kindergeldzuschlag bekommen Sie trotzdem nicht. Mein Gedanke… selbst schuld, wer sich bildet. Jetzt arbeite ich bekomme Wohngeld und etwas Unterhalt und für den Jüngsten Unterhaltsvorschuss, wegen dem Wohngeld auch Bildungspaket. Bekomme ich wegen dem neuen Unterhaltsvorschuss kein Wohngeld mehr, dann auch kein Bildungspaket. Wobei der Unterhaltsvorschuss,den es zusätzlich gibt nicht annähernd soviel ist wie Bildungspaket. Gut ist das ganze für all die Mütter von vielleicht ein oder max. 2 Kindern, die selbst genug verdienen um ohne jegliche sonstige Sozialleistungen auszukommen und den Unterhaltsvorschuss als Bonus oben drauf bekommen.
      Es sollte sich grundlegend etwas ändern für alle mit Kindern. Und wir wollen nicht mal über die Patchworkfamilien reden, wo der nicht leibliche Elternteil für die Kinder des Partners mit aufkommen muss, sei es das die Verheirateten keinen Unerhaltsvorschuss bekommen und die im Hartz4 sind noch schlechter dran , wenn nur der nichtleibliche Elternteil arbeitet, da wird sein Einkommen auf Kinder verteilt, die nicht seine sind. Wir sollten auch aufhören von Männern oder Frauen zu reden… das löst das Problem nicht, sondern verhärtet die Fronten.

      • Liebe Heike,
        das mit dem Unterhaltsvorschuss sehe ich anders. Je mehr Kinder umso mehr lohnt sich die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses. Denn je mehr Personen versorgt werden müssen, umso mehr Einkommen ist notwendig, um für alle zu sorgen. Wenn die Kinder also Unterhaltsvorschuss erhalten, muss der oder die Alleinerziehende nur noch den eigenen Unterhalt erwirtschaften.
        Du bekommst ja für dein jüngstes Kind Unterhaltsvorschuss. Wenn der wegfallen sind das fast 200 € weniger, und dann? Bildung und Teilhabe ist nicht annähernd soviel wie Unterhaltsvorschuss. Noch nicht einmal, wenn es wie bei mir 2 Buskinder sind. Das sind immerhin bei uns 66€ Schulbuskosten, die das Amt übernimmt. Insgesamt sind das also ca. 90-100€ pro Monat an Bildung und die Teilhabe.Dazu noch 80€ Wohngeld. Aber Unterhaltsvorschuss wären bei uns ca. 470 € für beide Kinder zusammen. Also würde das Gesetz bei weitem nicht nur Alleinerziehenden helfen, die jetzt schon ohne Sozialleistungen auskommen! Ganz im Gegenteil!!!!! Es würde vor allem den Alleinerziehenden helfen, die mit ihrem Einkommen (egal ob Arbeitseinkommen oder Rente) den eigenen Lebensunterhalt decken können und nur wegen mangelnder Unterhaltszahlungen für die Kinder zum Hartz IV Empfänger werden.

        • Naja wir haben Unterhalt und nur für den Kleinen Unterhaltsvorschuss in Höhe von 72 Euro , da käme dann für die Großen der Differenzbetrag dazu, je Kind . Wenn dadurch das Wohngeld wegfällt ca 150 ist ja der Betrag von 100€ UVG pro Kind, die dazu kommen schon fast weg.
          Bildung und Teilhabe sind bei uns im Moment auf den Monat gerechnet ca 200€ und wir bekommen kein Monatsticket, weil mein jüngstes Kind auf eine Integrative Grundschule geht, was er auch braucht und aber laut Amt unsere Wahlschule ist.
          Dann bleibt immer noch ein offener Differenzbetrag von 150 € weniger. Man muss ja auch beim Bildungspaket die Klassenfahrten und den Essenszuschuss in der Schule mit einrechnen.
          Gut wenn wir im Moment keinen Unterhalt bekämen, würde die Rechnung etwas anders aussehen. Andererseits hätten wir dann auch ein höheres Wohngeld. Außerdem hinkt das ganze System insgesamt. Ich muss z.B. trotz das ich Wohngeld und Bildungspaket beziehe die Gerichtskostenbeihilfe zurückzahlen, weil ich ja jetzt soviel verdiene, da darf ich lachen und die Kosten für die Schulbeförderung meines Kindes darf ich nicht mal von der Steuer absetzen, weil laut Staat alle Kosten für Kinder mit dem Kindergeld abgegolten sind.

          • Hallo Heike,
            wenn ich das richtig aus deinem Beitrag entnehme, hast du 3 Kinder. Für die 2 Größeren würdest du jeweils ca.100€ Unterhaltsvorschuss dazu erhalten, also zusammen 200€. Wenn du bisher ca. 150€ Wohngeld erhältst, würde sich dies mit dem neuen Unterhaltsvorschuss auf ca. 50€ reduzieren. Anders als bei ALG II wird beim Wohngeld nicht 1:1 abgezogen, sondern so ungefähr 2:1. Also für 100€ mehr Einkommen entfallen 50€ Wohngeld. Somit würdet auch ihr vom neuen Unterhaltsvorschuss profitieren. Rechne es doch einfach mal mit einem Wohngeldrechner im Internet durch. Der von biallo.de ist nicht schlecht.

  36. Diese einseitige Sichtweise geht mir ziemlich auf die Nerven. Es sind bei weitem nicht immer die bösen Väter, die sich vor den Unterhaltszahlungen drücken. Ich bin selber alleinerziehender Vater und die liebe Mama hat noch nie auch nur einen Cent an Kindesunterhalt gezahlt. Ich arbeite trotz Kind ca. 50 Stunden pro Woche, wohne in einer Mietswohnung und kann mir keinen Urlaub leisten. Die Mutter arbeitet nur stundenweise, residiert mit ihrem Mann im Eigenheim und gönnt sich jedes Jahr mindestens zwei Fernreisen. Interessiert das das Jugendamt? Nein, diese faulen Vollidioten lassen sich seit Jahren mit Ausreden und falschen Versprechnungen abspeisen. Von daher bin ich froh, wenn der erweiterte UHV kommt. Denn entweder er kommt wirklich bei uns an oder unser mütterfreundlicher Staat schaut doch mal genauer hin und Madame kann dann auf einmal doch zu ihrer Verantwortung stehen.

  37. Als erstes muss ich mal dazu sagen , dass ich es sehr schade finde dass dieses Gesetz erst jetzt Kommt , ich habe für meine Tochter die 2017 18 Jahre alt wird , nicht einen Cent weder zu DM noch zu Euro zeiten bekommen ! Ich habe weder Harz 4 noch sonst irgendwelche Hilfen bekommen ! Für mich Klingt das sowieso komisch , denn ich bekomme 190 € Kindergeld im Monat. Wenn Sie das volle Kindergeld anrechnen und der höchste Satz beim UVG bei 194 € liegt , bekommt man 4 € und die können Sie sich in den Arsch stecken , die brauche ich auch nicht ! Unverschämt über so was überhaupt zu schreiben , aber der grösste Teil der Menschen lässt sich sowieso nur blenden .

    • Hallo Karin,
      da hast Du Dich wohl leider falsch informiert. Ab Januar 2017 soll der UHV für Kinder bis 6 Jahre 150,- €, für Kinder bis 12 Jahre 201,- € und für Kinder bis 18 Jahre 268, € pro Monat betragen. Das Kindergeld wurde hier bereits abgezogen, daher sind dies die Zahlbeträge.

  38. Wir, sprich ca. 9 alleinerziehende Mütter und 1 Vater, dazu die 10-x Kinder sitzen alle in einem Boot – und sollten uns nicht gegeneinander ausspielen lassen!

    Der Frust derjenigen, die nicht mehr von der Ausweitung des UHV profitieren werden, ist dabei völlig nachvollziehbar.
    Bei uns kam die Trennung der Kindeseltern 2010, als Sohni knapp 8 war, d.h. nach 4 Jahren war Schluss mit UHV und nun ist er 14 Jahre alt, könnte also noch etwas von der Gesetzesänderung haben.
    Von 268 Euro pro Monat für Kinder von 12-18 Jahren ist bisher die Rede; übrigens ZUSÄTZLICH zum Kindergeld, so keine sonstigen Transferleistungen bezogen werden. Zumindest unsere Situation würde sich dadurch mit Sicherheit blendend verbessern!

  39. So wie ich Grade gelesen habe kommt es jetzt doch nicht zumindest nicht zum 1 Januar!
    Das ist doch wieder ein tritt in den Ar…. für alleinerziehende.

  40. Hallo Frau Finke, ich habe gestern im Heute Journal ihren Beitrag gesehen. Ihre Offenheit habe ich bewundert. Hut ab! Gott sei Dank war ich nie in der von ihnen beschriebenen Situation, aber die Belange von uns Frauen interessieren mich schon immer. Gern möchte ich wissen, ob – wenn Väter den Unterhalt nicht zahlen, sie immer noch vom Jugendamt den Umgang mit ihren Kindern bewilligt bekommen. Ein Elternteil, dass den Verpflichtungen nach einer Trennung nicht nachkommt, müsste in meinen Augen alle Rechte verlieren. Ist dies der Fall?

    • Vielen Dank!

      Umgang und Unterhalt sind getrennte Dinge. Das ist einerseits gut, andererseits ein großes Problem, denn Studien sagen uns, dass gerade die Väter, die nicht zahlen, auch den Umgang mit dem Kind nicht wahrnehmen. Somit ist die Alleinerziehende so gut wie nie entlastet und eben auch finanziell stärker belastet.

      Es gibt auch keine Aufschläge im Unterhalt, wenn sich ein Vater gar nicht kümmert – man könnte ja meinen, er müsse der Mutter dann gelegentlich einen Babysitter zahlen, damit sie auch mal einen Abend im Monat rauskönne oder so. Das ist alles nicht vorgesehen vom Gesetz.

      Zusammenfassend: Das Sorgerecht und die Zahlungsfähigkeit oder -willigkeit des anderen Elternteils werden vom Gesetz streng getrennt.

  41. Ich bin auch alleinerziehende Mama von 2 Kinder und voll berufstätig. Bekomme aber leider keinen Unterhaltsvorschuss mehr. Für meine Große seit über 2 Jahren nicht mehr und für meine Kleine ist er jetzt gerade ausgelaufen.

    Wie gesagt ich bin voll berufstätig und verdiene auch nicht unbedingt wenig Geld aber ohne dieses Geld vom JA ist es schon ziemlich eng.

    Ihr anderen Elternteile müsste euch mal in unsere Situation versetzen. Wir müssen alleine für alles aufkommen. Nicht nur essen und ein Dach über dem Kopf. Es sind doch viel viel mehr Kosten.

    Ich bin froh und erfreut darüber das dieses Gesetz endlich geändert wurde.

    Liebe Grüße

    

  42. Ich freue mich für meine Kids. Bisher war das Problem, dass sie statt Halbwaisenrente UVG bekomnen, da der Vater zu früh verstorben ist. Und diese war ja nur begrenzt, nun hat man wenigstens eine kleine finanzielle Sicherheit bis sie 18 sind.

  43. hallo ich hätte da mal eine Frage. Heisst es das ich für meine 12 jährige tochter und für meinen 8 jährigen sohn uvg erneut beantragen muss obwohl die 6 Jahre ausgeschöpft sind?
    oder gibt es einen unterschied wenn die väter unbekannt sind ????

    über antworten würde ich mich freuen

    liebe grüsse

  44. @jasmin, ja, sofern das neue UVG-Gesetz wirklich inkraft treten sollte, würdest Du UHV neu beantragen können bzw. (nach jetziger Regelung) müssen, falls Du AlG-II-Leistungen beziehst – auch bei ungeklärter Vaterschaft.

  45. Wo kann man sich eigetlich über tiefergreifende Regelungen bezüglich der Zahlungen erkundigen?
    In meinem Fall weiß ich z.B. nicht, ob es mir überhaupt zusteht, da die Mutter des Kindes nicht unterhaltspflichtig ist, obwohl sie ein Einkommen hat, das den Selbstbehalt übersteigt.
    Was mich auch interessieren würde, wie es sich mir dem Kinderfreibetrag verhält.
    Aufgrund der Nichtzahlung des Unterhaltes der Mutter steht mir der volle Betrag zu. Halbiert sich dieser, wenn mal den Unterhaltsvorschuss erhält?
    Fragen, auf die ich noch keine Antwort gefunden habe.

    • All dies sollte das Jugendamt beantworten. Und die Sache mit dem Kinderfreibetrag ein Steuerberater. Alternativ vielleicht der VAMV, der Verein alleinerziehender Mütter und Väter? Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass man ein Recht auf Unterhaltsvorschuss hat, wenn der andere Elternteil nicht unterhaltspflichtig ist. Das ist ja eine Ersatzleistung des Staates, ein Vorschuss.

  46. Hallo, weiß man eigentlich wann sich die Damen und Herren Politiker wieder treffen um über die Finanzierung zu sprechen. Ist es eigentlich schon geklärt ob es den UV rückwirkend zum 1.1.17 gibt oder nicht.
    Viele liebe Grüße

  47. Hallo zusammen ,
    ich habe mir alle Kommentare durhgelesen und kann jeden einzelnen verstehen. Ich bin aleinerziehender Vater von 3 Jungs im alter von 8 , 10 und 12 Jahren. Ich gehe 30 Stunden in der Woche arbeiten und meine Freizeit mit meinen Jungs ist echt begrenzt. Ich habe noch eine Tochter von 15 Jahren die mit meiner Ex Frau zu Ihrem neuen Partner gezogen ist. Finanziell komme ich mitlerweile so gerade über die Runden . Um meinem Job nachgehen zu können ,gehen meine beiden jüngsten nach der Schule zur OGS und mein Großer hat Hausaufgaben Betreung nach dem Schulunterricht. Das kostet mich 210 Euro im Monat für alle 3 Jungs. In 14 Jahren Ehe sind leider Schulden angefallen die ich aleine Bezahlen darf , da meine Ex Frau aus erster Ehe in die Privatinsolvenz gegangen ist und ich somit Kredite immer aleine unterschrieben habe . Sie macht eine 2 Jährige Ausbildung und bekommt vom Amt Leistungen von denen ich nur träumen kann . Aufgrund das sie bei Ihrem neuen Lebenspartner wohnt , hat sie mit nur einem von 4 Kindern mehr Geld zur Verfügung wie ich mit 3 Kindern und 30 Stunden Arbeitsvertrag . Dem zuständigem Amt erzählt sie das sie zwar gemeinsam in dem Haus wohnen , aber alles getrent grechnet wird . ( 2 Kühlschränke, gtrennte Schlafräume ect. ) Aber egal. Ich freue mich wenn ich für meinen 12 Jährigen wieder Unterhaltsvorschuß bekomme, da es mich wieder etwas entlasten wird und ich meinen Jungs wieder mehr bieten kann .

  48. Schön, das freut mich; mir war er bislang nicht gegenwärtig (und bzgl. Twitter&Co bin ich wohl eh „hinterwäldlerisch“;-) – aber was man bei einem einenden Thema nicht alles für interessante Menschen kennenlernt?! Schon seine Biographie (2. Bildungsweg, 3 Kinder etc.) finde ich spannend und eben, dass er auch unermüdlich immer wieder Alleinerziehenden-Anliegen zu thematisieren scheint.

  49. Es gibt wohl insgesamt eine Menge Nachholbedarf. Genauso kann es nicht sein, dass der Unterhaltsvorschuss nicht gezahlt wird, wenn die erziehende Mutter oder der erziehende Vater wieder heiraten. Wir sind im 21.Jahrhundert. Der Unterhalt für die Kinder wird ja auch nicht gestrichen. Zum Beispiel ist man auch für das Finanzamt nicht mehr alleinerziehend und bekommt dann Steuerklasse 1 zugeordnet, wenn ein volljähriges Kind, welches sich nicht mehr in der Schulausbildung befindet mit im Haushalt wohnt. Da wird wohl mal schnell über Nacht aus dem Bruder oder der Schwester ein Erziehungsberechtigter? Ich dachte es ist ein Witz, aber der Beamte vom Finanzamt hat mir das schnell erklärt, dass es einfach so ist. Anderes Beispiel: Hartz4 warum gibt es für Aufstocker keine extra Freibeträge für die Kinder sondern genauso 100 € und ein bisschen wie bei jemandem der keine Kinder hat.

    • Meine Meinung zu diesem Beitrag: Sicherlich sollte ein zahlungsfähiger Kindsvater in so einem Fall bezahlen. Ist dieser aber nicht vorhanden, so kann bei wiederverheirateten Frauen nicht auch noch der Staat einspringen, denn sonst wären diese Patchwork-Familien ja besser gestellt als Familien mit `eigenen` Kindern. Und das kann auch nicht sein. Verheiratete Frauen sind schlichtweg auch nicht mehr alleinerziehend.

      • Was sind denn das für mittelalterliche Ansichten??? Dann sind sich Patchworkfamilien nicht besser gestellt. meistens tun sich eh zwei mit Kindern zusammen. Der neue Mann mit Einkommen zahlt für seine eigenen Kinder brav Unterhalt und der Vater der anderen Kinder zahlt nicht, dann soll der neue Mann noch für die Kinder aufkommen, die nicht seine sind? Das kann doch nicht dein ernst sein. Und wenn das Familieneinkommen dann nicht für alle reicht, geht man Hartz4 beantragen, damit sich der Vater der Kinder weiter auf Nichtzahlen ausruht.? Ich rede da aus Erfahrung, wir in meiner zweiten ehe lange Aufstocker, weil der Kindsvater nicht zahlte und sonst ins Hartz4 fallen würde, aber nicht er musste Aufstocken, sondern wir. Und dann kam noch die Hartz4reform für die Krankenversicherung, wo mein neuer Mann mich und die Kinder, die nicht seine waren mit Familienversichern musste, was in Selbständigkeit nicht billig ist. Wie gesagt man kann das nicht auf Männer oder Frauen festmachen, aber mit den Erfahrungen, die ich in der Vergangenheit gemacht habe, würde ich nicht mit einem mann zusammenziehen, der nicht genügend Unterhalt für seine Kinder bekommt, geschweige denn heiraten und ich kann jeden Mann verstehen, der es gleich hält. Freilich kann man sagen, wenn man sich liebt, aber auf Dauer funktioniert das nur, wenn das Einkommen ohne Probleme für den Unterhalt reicht. Um die ganzen Staatskosten zu reduzieren, sollte man erstens über generelle Reformen nachdenken und sie dann auch in die Tat umsetzen und man sollte eher darin investieren Paaren in Kriesen zu helfen und auch den einen oder anderen Elternteil bei einer Trennung unter Strafe dazu zwingen, ihre Konflikte friedlich mit z.B. der Hilfe des Jugendamtes zu lösen. dann würde sicher der ein oder andere begreifen, dass davon rennen nicht immer die Lösung ist. In der Hinsicht wird nämlich lächerlich wenig getan. Zitat Amt: „Man kann einen Vater ja nicht dazu zwingen!“. Aber eigentlich ist die elterliche Sorge laut Gesetz ein Pflichtrecht. Aber zu der Pflicht werden nur die Elternteile veranlasst, bei denen die Kinder wohnen, aber wenn den anderen nimmt man nicht in die Pflicht, sondern verhilft ihm nur zu seinem Recht, falls Mutter oder Vater es ihm Verweigern.
        Ich find Unterhaltsvorschuss ist wie es heißt ein Vorschuss auf den Unterhalt und der muss unabhängig davon gezahlt werden, ob man neu verheiratet ist. Außerdem kann nicht alles irgendwo unterschiedlich gehandhabt werden beim Unterhaltsvorschuss gilt man als neue familie wenn man verheiratet ist und bei Hartz4 schon, wenn man zusammenlebt.. wo führt dieses Durcheinander hin.

  50. Heißt das ich kann für meine Mädels einen neuen Antrag stellen
    sie sind fast 16 Jahre alt und mein Exmann hat noch nie Unterhalt bezahlt

  51. Also ganz ehrlich: Zwar heißt dieses Form „Mama arbeitet“, aber wäre es nicht bitte möglich in allgemeinen Kommentaren den nichtzahlenden Vater durch das nichtzahlende Elternteil zu ersetzen? Wie ich bereits sagte, gibt es auch mehr als genug alleinerziehende Väter, die von der Mutter keinen Kindesunterhalt erhalten (ich bin einer davon). Prozentual gesehen sind zwar weit mehr Mütter alleinerziehend, was ja schon schlimm genug ist, aber ebenso zahlen prozentual gesehen viel weniger unterhaltspflichtige Mütter auch wirklich Unterhalt als unterhaltspflichtige Väter, was ja noch um einiges schlimmer ist.

    Wie gesagt, geht es mir nicht um konkrete Fallbeispiele sondern um allgemeine Äußerungen!

    Grüße!

    • Hier liegt ein grundlegendes Missverständnis vor: Das ist hier kein Forum, sondern ein privater Blog.
      Grüße zurück!

  52. Also bitte, das macht doch nun wirkich absolut keinen Unterschied bezogen auf mein Anliegen. Es ist einfach unfair und letztendlich falsch, wenn immer und überall von den „unterhaltsverweigernden Vätern“ gesprochen wird. Ob sonstwo oder hier ist doch Jacke wie Hose. Da der Spiegel, der Stern oder die Bild nicht wirklich Interesse an meiner Bitte haben, habe ich sie hier geäußert und eigentlich auf Verständnis und Einsicht gehofft. Und ob Unwahrheiten in einem Forum oder einem Blog verbreitet werden, ist mir ziemlich egal. Eine Lüge bleibt nunmal eine Lüge, selbst dann, wenn ich Sie auf die Mauern des Kölner Dom´s sprühe.

    Aber gut, es war ja nur eine Bitte…

    Erneute Grüße!

    • Tja, das kann man so sehen. Und ich gestehe an dieser Stelle, dass ich auch nicht „gendere“, also nicht von PolizistInnen spreche oder schreibe, dass ich sage, jemand sei „Lehrer“, auch wenn es sich um eine Frau handelt, und keinesfalls als Sprach- und Sittenwächter (nicht gegendert!) gelten will. Diskussionen darüber kann man führen, aber nicht unbedingt hier.

      Als weiterführenden Text empfehle ich „Aber die Väter sind doch auch arm dran?“ aus diesem Blog:

      https://mama-arbeitet.de/standpunkt/alleinerziehend-aber-die-vaeter-sind-doch-auch-arm-dran

  53. Nein, da muss ich leider widersprechen. Weshalb, erkläre ich Ihnen auch gerne: Man kann das nicht so sehen, sondern man sollte das so sehen! Was sollen denn immer diese feministisch angehauchten und weichgespülten Unterscheidungen zwischen der ach so armen Mama und dem ach so lieblosen und verantwortungslosem Vater? Geht es nicht um die Kinder oder manch einem nur um das Plus in der Geldbörse?

    Und vielen Dank für den Link. Habe mir alles durchgelesen und fühle mich bestätigt. Allein der Titel „Aber die Väter sind doch auch arm dran?“ ist schon ein Schlag ins Gesicht. Das „auch“ impliziert doch, dass die Mütter selbstverständlich arm dran sind und das Fragezeichen am Satzende stellt die Situation der Väter als sehr fragwürdig dar. Das ist sie aber nicht! Jedes Elternteil hat mit der Geburt des Kindes eine Verantwortung übernommen und muss zu dieser stehen. Nur der Fakt, dass die Mutter das Kind zur Welt bringt, macht sie nicht zu einer Heiligen. Hätte ich dies der Mutter meines Kindes abnehmen können, hätte ich es ohne ein Wort getan.

    Und ich kenne beide Seiten, denn ich war ca. 10 Jahre lang unterhaltspflichtiger Vater, der immer und zuverlässig den vollen Unterhalt für sein Kind gezahlt hat und die teilweise krankhaften und die Kinderseele schädigenden Ausfälle der Mutter ertragen musste. Für mein Kind war ich jedes – nein, nicht jedes zweite oder vierte – Wochenende dar und sämtliche Ferien hat mein Kind zu 90% bei mir verbracht. Wie konnte ich mir das leisten? Nur dadurch, dass ich mehr als Vollzeit arbeitete, mich selbstständig machte und mich selber komplett vernachlässigte. Seit drei Jahren lebt mein Kind bei mir und ich beziehe deshalb noch lange kein Hartz 4, sondern arbeite genauso wie früher. Weil ich es muss! Aber ohne jede Unterstützung durch die Mutter, die seit dem Wegzug des Kindes ein Haus gekauft hat, mehrere Male im Jahr in den Urlaub fährt, neu verheiratet ist und nur stundenweise arbeitet, weil sie ja schließlich auch Freizeit braucht. Und all das mit Unterstützung des Jugendamtes.

    Und da stellen Sie wirklich die Frage, ob wir Väter auch arm dran sind? Das kann ja wohl nicht ihr Ernst sein.

    Grüße!

    • Das tut mir sehr leid für die betroffenen Kinder. Egal, welches Elternteil nicht zahlt und erkrankt ist, es ist eine Katastrophe für die Kinder. Ansonsten werden sich unsere Meinungen wohl nicht weiter annähern. Trotzdem alles Gute. (Nicht sarkastisch gemeint.)

    • Ich bin auch alleinerziehender Vater von dreien und die Mutter kümmert sich nicht im geringsten um Ihre Kinder. Hauptsache Party. Ich merke es ja bei den Ämtern, Frauen müssen begreifen, dass auf der sonnigen Frauenseite auch dunkle Seelen unterwegs sind. Es sind nicht immer nur die bösen Männer.

      Zu Snipes selber: Seien Sie froh, dass Sie arbeiten dürfen. Denn mit meinen dreien ist es unmöglich zu arbeiten. Sobald ein Arbeitgeber hört das ich drei Kinder habe und eines noch zur Kita geht heisst es „Wir melden uns“.

  54. Danke für die schnelle Antwort, aber haben Sie mein Posting überhaupt vorher gelesen? Hier ist niemand erkrankt (außer das System und das den einen bevorteilende Denken aus Urzeiten vielleicht), denn der Mutter geht es wunderbar! Und nochmals Nein, denn es ist keine Katastrophe für die Kinder, sondern für die Eltern. Mein Kind hat alles, was es braucht und noch eine ganze Menge mehr. Um das zu finanzieren kann ich mir z.B. keine Krankenversicherung mehr leisten. Blöderweise springt hier auch niemand ein und der Staat (den ich im übrigen um einiges mehr finanziere als eine sich im Hatz 4-Bezug befindliche Mutter), kümmert sich einen Dreck um unsere Situation. Die Kinder muss man aber deshalb nicht vorschieben und andere mit Mitleid ködern. Das ist nicht der richtige Weg und wie sicher auch Sie wissen, brauchen gesunde Kinder gesunde Eltern. Und dafür ist nicht nur das liebe Geld verantwortlich, sondern die innere Einstellung. Und genau die passt so oft nicht, denn der eine reißt sich ein Bein für seine Kinder aus und der andere liegt auf der Couch. Gleiches Recht und gleiche Pflichten für alle, das war schon immer meine Devise.

    Werde mir morgen mal Ihr Buch kaufen und querlesen. Mehr als zwei Stunden sollte ich nicht benötigen, da mir der Inhalt schon jetzt klar ist.

    Spenden Sie den Erlös aus dem Verkauf dann für mein Kind? So wäre eine Annäherung doch noch möglich und eine Horizonterweiterung lege ich gratis noch obendrauf.

    Grüße!

    • Ja, Snipes, ich habe gelesen vor dem Antworten – der Eindruck, dass die Mutter des Kindes krank sei, entstand durch diese Äußerung: „krankhaften und die Kinderseele schädigenden Ausfälle der Mutter“, das deutet für mich auf eine psychische Erkrankung hin. Denn gesunde Erwachsene verhalten sich nicht so.

      Bei den gleichen Rechten und Pflichten ist noch ein Punkt, an dem wir übereinstimmen. Das ist nur leider in der Praxis in weiter Ferne.

    • @ Snipes
      Sie schreiben:
      Mein Kind hat alles, was es braucht und noch eine ganze Menge mehr. Um das zu finanzieren kann ich mir z.B. keine Krankenversicherung mehr leisten.

      Ich finde es unverantwortlich keine Krankenversicherung zu haben. Vorallem wenn man ein Kind hat! Dies ist wichtiger als alle anderen materiellen Dinge . Und da ihr Kind, wie Sie selbst schreiben, noch eine Menge mehr hat, als es braucht, kann es nicht am Geld liegen.

      • Hallo Anja,

        ganz ohne Krankenversicherung geht es in D ja überhaupt nicht. Aber dadurch, dass die Kosten bei Selbstständigen in der PKV genauso hoch sind wie die in der freiwilligen GKV, bin ich in den sogennanten Notlagentarif gerutscht. Man ist dort zwar versichert, aber nur für Notfälle. Es lässt mich also niemand auf der Straße verbluten ;-)

        Mit KU oder UHV wäre dies höchstwahrscheinlich nicht passiert, also liegt es doch am lieben Geld.

        Grüße!

  55. Schön wäre, wenn ich tatsächlich einen Antrag stellen könnte! Nur leider wurde ich gestern von der zuständigen Mitarbeiterin des Amtes mit folgenden Worten wieder weggeschickt:
    “ Alles ist völlig undefiniert. Wir dürfen keine Anträge annehmen, da die Finanzierung nicht geklärt ist. Schaun Sie doch auf die Internetseite von unserer Familienministerin und verfolgen Sie den Werdegang.“
    Was nun ? Alles Schall und Rauch ?

  56. Hallo Snipes ! Ein Stück weit kann ich ihre „Empörung“ verstehen. Sie sollten jedoch grundsätzlich davon ausgehen, dass alleinerziehende Mütter sich gegenüber alleinerziehenden Vätern nicht hervortun wollen, wenn sie von ihrem Dasen als Alleinerziehende in der weiblichen Form schreiben/reden. Da gibt es gewiss keinerlei Diskriminierung den alleinerziehenden Vätern gegenüber. Ich denke, jeder alleinerziehende Vater darf sich genauso gemeint fühlen, wenn in der Öffentlichkeit von alleinerziehenden Müttern die Rede ist.
    Die Fakten, die der verlinkte Artikel über die Unterschiede zwischen alleinerziehenden Müttern und Vätern herausstellt, entsprechen meiner Meinung nach der Realität.
    Schade, dass sie sich hier auf den Schlips getreten fühlen :(
    Kämpfen sie denn auch dafür, dass alleinerziehende Mütter im gleichen Job den gleichen Lohn erhalten, wie alleinerziehende Väter? Oder dafür, dass sie in der Gesellschaft so geachtet und respektiert werden, wie alleinerziehende Väter?

  57. Als betroffener Vater von drei Kindern kann ich nur sagen „Ruhig mit den Pferden“. Denn es gibt noch kein Gesetz und so wie wir unsere Regierung kennen ist dass geschriebene nur heiße Luft. Selbst das zuständige Bundesministerium schreibt das dieses ab 01.2017 in Kraft tritt. Aber das ist falsch. Die Jugendämter geben das eindeutige Signal „Wenn überhaupt, dann vielleicht zum Ende 2017“ Und meine Sachbearbeiterin sagt schließlich auch: „Kalkulieren Sie nur mit dem Geld was auf dem Konto ist“. Weiser Rat bei so vielen Versprechungen in den letzten Jahren und der sage und schreibe 2 Euro Kindergeld Erhöhung….

  58. Noch einmal zur Klarstellung: Es geht mir nicht darum, dass ich mich auf den Schlips getreten fühle, sondern darum, dass in den ganzen Zeitugsartikeln etc. zu dem Thema UHV immer von der armen Mutter die Rede ist, die verarmt, weil der verantwortungslose Vater nicht zahlt. Die spiegelt in meinen Augen das Denken unserer Gesellschaft wider und das finde ich einfach nur schade. Journalisten und Politiker etc. sind immer sehr bedacht, alles möglichst neutral zu formulieren. In Artikeln zu Anschlägen durch Asylbewerber oder Flüchtlinge wird auch immer vermieden, auf die Herkunft dieser wirklich einzugehen, selbst wenn diese zweifellos geklärt wäre. Sollte z.B der Spiegel sich wagen, in einem solchen Artikel von „es waren wahrscheinlich syrische Zuwanderer“ zu sprechen, wäre der Aufschrei in der Bevölkerung nicht zu überhören, denn man kann doch hier niemanden diskriminieren weil er „wahrscheinlich“ an einer Sache beteiligt gewesen war. Das muss dann aber erst zu 100% bewiesen sein. Warum ist dies bei den Themen UHV, Trennungskinder oder Alleinerziehende nicht möglich? Kann doch nicht so schwer sein.

    Zu Jana D.: Zumindest in meiner Firma machen wir keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wenn es um das Gehalt geht. Wir erwarten aber auch die gleiche Vorbildung und eine identische Einsatzbereitschaft. Beides ist aber leider nicht immer gegeben und ich nenne gerne ein aktuelles Beispiel: Wir hatten im Herbst eine 26-jährige Bewerberin im Hause, die bereits Mutter von drei Kindern war. Jedes Kind hatte einen anderen Vater und zwei der drei Väter waren sogar unbekannt. Das Mädel hatte zwar vor einigen Jahren eine Ausbildung absolviert, musste sich aber die Jahre danach logischerweise um die Kinder kümmern. Also keine Berufserfahrung. Sie bewarb sich daher um eine Teilzeitstelle, obwohl wir damals eine Vollzeitkraft suchten. Alles kein Problem, wir sind da sehr flexibel. Nur was gar nicht ging, war die Tatsache, dass sie das Gespräch damit begann, was sie denn alles nicht tun würde. Keine Überstunden sehe ich anhand der Situation ja noch ein, aber auch sonst keinerlei Wille zu wirklichem Einsatz? Ich habe in meiner Position als Geschäftsführer schon Dutzende Male des Hof gefegt oder das Klo gewischt. Meinen Kollegen (ich nenne sie mit Absicht nicht Angestellte) bringe ich auch gerne mal einen Kaffee an den Arbeitsplatz. All dies war für besagte Bewerberin undenkbar. Und warum? Weil sie ihrer Meinung nach ihr Lebenswerk mit dem Austragen von drei Kindern bereits vollendet hat. Ah ja, mit 26… Es war zwar schon klar, dass sie bei uns leider keine Anstellung angeboten bekommen würde, trotzdem fragte ich nach dem Gehaltswunsch. Und was soll ich sagen? Ihre Forderung – nicht Vorstellung – lag wirklich 40% über der marktüblichen Entlohung eines in Vollzeit arbeitenden, gut ausgebildeten und leistungswilligen Mitbewerbers. Schließlich muss sie ja drei Kinder versorgen und erhält für keines Unterhalt. Wie auch, denn zwei der Väter waren ja unbekannt und der dritte nicht leistungsfähig. Aber ist dieser unstete Lebenswandel mein Problem? Nicht wirklich, oder?

    Und dies ist bei weitem kein Einzelfall, denn wir haben solche Gespräche mehrmals pro Jahr. Auf der anderen Seite ist mir kein Bewerber bekannt, der solch unverschämte Forderungen stellt, weil er eben irgendwie nicht aufgepasst hat und aus Versehen drei Frauen geschwängert hat und deshalb für drei Kinder unterhaltspflichtig ist. Selbstverständlich bewerben sich bei uns aber auch unterhaltspflichtige Väter, nur eben anders! Diese sind nämlich bereit alles zu machen und alles, was sie nicht können, neu zu erlernen. Das ist für mich ein sehr großer Unterschied.

    Aber natürlich ist dies nicht die Regel, aber trotzdem ein Teil der Realität. Und auch aus diesem Grund fällt es mir zunehmend schwerer, das Märchen von der komplett verarmten, einsamen und im Stich gelassenen Mutter zu glauben, die von dem so bösen Erzeuger im Stich gelassen wird.

    O.g. Bewerberin hat bis heute mit Sicherheit immer noch keinen Job, denn sie hat am Ende des Gesprächs selber zugegeben, dass sie sich nur „für das Amt“ beworben hat. Na ja, wer sich das leisten kann, der jammert offensichtlich auf recht hohem Niveau.

    Nichts für ungut und ihr dürft mich jetzt gerne in der Luft zerreißen.

    Grüße!

    • Hallo Snipes, das geht jetzt aber komplett weg vom Thema des Unterhaltsvorschusses. Der für die Kinder gedacht ist weil (meist) Väter nicht zahlen. Bitte von weiteren Kommentaren, die das Thema verfehlen, absehen.

  59. Hallo,
    Nun ist es ja bereits Januar. Ich hatte vorsorglich direkt einen neuen UVG-Antrag gestellt und auf die neue Lage verwiesen. Nun wurde dieser abgelehnt mit mit der Begründung dass das Gesetz nicht beschlossen sei.
    Daher meine Frage, wie sieht es denn nun aus? Hat jemand Info wann die Herrschaften das nun verabschieden?
    Gruß

  60. Hallo es ist immer schön Nachrichten zu gucken.

    Über 5 Milliarden Überschuss aber für alleinerziehende ist kein Geld da.

    Ich frage mich echt ob es jetzt überhaupt noch kommt oder einfach tot geschwiegen wird.

    Es soll ja jetzt ein Kindergeld kommen was an die Höhe des Gehaltes gebunden sein soll. Ich denke mal das geht jetzt vor. Ich hoffe aber sehr das der Unterhaltsvorschuss noch kommt aber wirklich dran glauben tu ich nicht mehr.

    Schönes Wochenende

  61. Ich bin selber auch gerade in dem Prozess, den UHV anzufragen. Ich denke, jeder hat so seine Erfahrungen, warum Unterhalt nicht gezahlt wird, sei es von der Mutter oder vom Vater. Toll, dass es eine Möglichkeit gibt, in irgendeiner Weise Geld für die Kinder vom Staat oder über den Staat zu bekommen. Ich bin Mutter, Vollzeit arbeitet und keinerlei Oma oder Tante in der Nähe hat zur Unterstützung.

    Ich glaube, man könnte viel Bürokratie, Kosten, Frust und Ärger sparen, wenn die Steuerklasse für die Alleinerziehenden (Steuerklasse II) angepasst werden würde. Es kann nicht sein, dass jemand der sich um Kinder kümmern muss, mehr oder weniger gleichgestellt ist mit einem kinderlosen(Steuerklasse I) bzw schlechter gestellt ist als mit Verheiratete kinderlosen, Steuerklasse III/V . Der Unterschied zu Steuerklasse I und II betrifft ca. 20 EUR, und zwischen Steuerklasse II und III über 400 EUR (abhängig vom Gehalt natürlich).
    Warum nicht Steuerklasse II der Steuerklasse III anpassen? Da wäre einem schon mit geholfen ohne viel Bürokratie. Und bei der Steuererklärung muss dann beides angegeben werden – Sprich Unterhalt bekommen und Steuerklasse II.
    Klar ist das andere Elternteil in der Verantwortung zu zahlen. Der/Die ist nicht davon befreit – Keine Diskussion!!! Aber auch da kann man schauen, ob es eine Obergrenze gibt. (Ich kenne jetzt die Düsseldorfer Tabelle nicht im Detail).

  62. Ich habe mich von dem KV 2002 getrennt – und das hatte auch Gründe, die ich hier nicht beschreiben will -da waren meine Kinder 1+3 J, und bin direkt arbeiten gegangen. Ich habe keinen Unterhalt bekommen, und musste noch Schulden, die er auf meinen Namen gemacht hat, abzahlen. Ich habe mir den A…. aufgerissen, während er sich ein schönes Leben gemacht hat. Er hat vor einigen Jahren ungefähr 3 Jahre lang 300 Euro für beide Kinder bezahlt. Mittlerweile zahlt er wieder nicht, macht sich aber weiterhin ein schönes Leben, fliegt drei Mal im Jahr in Urlaub, was angeblich alles seine Partnerin bezahlt.
    Ist das gerecht, ist das wirklich das richtige Verhalten eines VATERS?
    Ich bin dankbar, dass es diesen Vorschuss bis 18 gibt, so dass wenigstens mein fast 16 jähriges Kind noch ein wenig Gerechtigkeit erfährt. Nicht alle Männer sind, wie der Vater meiner Kinder, und nicht alle Mütter reißen sich den A…. auf, aber oftmals machen es sich die Väter einfach zu leicht. Das ist eine Tatsache, und alle, die hier gegen die Mütter wettern, dürfen die faulen Väter nicht vergessen, die uns in unsere prekäre Lage gebracht haben, und zukünftig bringen.

  63. Ich bin seit 15 Jahren alleinerziehender Vater und habe nie Unterhalt von der Mutter gesehen. Der Unterhaltsvorschuss endete nach den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen. Was ist nun mit der Zeit bis zur Verabschiedung des neuen UVG? Kann ich für all die Jahre, in denen ich keinen Cent gesehen habe nachfordern oder ist das Ergebnis, dass ich – und auch andere Alleinerziehende – jertzt in die Röhre schauen. M.E. ist es so nicht gerecht. Auch für Kinder, die vor der Neuregelung dem Grunde nach Anspruchsberechtigt waren, müssten auch berücksichtigung finden. Das wäre den Eltern gegenüber fair, die jahrelang einbußen in Kauf nehmen mussten. Jetzige Kinder werden hier besser gestellt. Das muss vom Gesetzgeber nachgebessert werden!…

    • Hallo Uli, das wäre ja lustig, wenn man für all die Jahre irgendwas nachfordern könnte, auch wenn es deinem Gerechtigkeitsempfinden entspricht. Wenden wir das auf mehrere Bereiche an, dann ist der Staat aber sowas von schnell pleite…! Ich kann verstehen, dass du dir wünschst, das alles wäre früher passiert – aber darf ich mal gegenfragen, ob du dich jemals dafür engagiert hast, dass sich Dinge ändern? Und siehst du, dass Engagement Dinge ändern kann, ohne Engagement hingegen nix besser wird?

  64. Ich bin jedenfalls sehr erfreut, dass der Unterhaltsvorschuß nun kommt…….wenn auch etwas später als angekündigt. Es hat sich solange für die Alleinerziehenden nichts bewegt, ich habe wirklich nicht mehr damit gerechnet jemals wieder Unterhalt zu bekommen und nun profitiere ich immerhin 3 Jahre von dieser Regelung! Ich habe es immer als sehr ungerecht empfunden, dass ich quasi wie ein Single besteuert wurde, dabei aber doppelte Last tragen muss. Nun ist für mich ein Stück weit Gerechtigkeit hergestellt… Aus meiner Sicht auch ein wichtiges Signal an alle Frauen, mit einer Tragweite, die möglicherweise wieder zu mehr Geburten führt. Es gibt keine Garantie , dass eine Beziehung/ Ehe hält, nun kann frau es eher wieder wagen Kinder in die Welt zu setzen. Und mit der Unterhaltsverpflichtung ist es so eine Sache…keineswegs möchte ich Personen in Schutz nehmen, die sich um den Unterhalt herum drücken. Doch man hört ja immer wieder, dass die Schere von Arm und Reich auseinander klafft- der Mittelstand wegbricht- und die Männer am unteren Ende der Einkommensskala können schlichtweg kaum bezahlen. Es kann viel passieren, der Partner könnte auch sterben oder arbeitsunfähig werden…nun springt in so einem Fall die Allgemeinheit ein . Danke Manuela Schwesig und Mama-arbeitet für Euer Engagement !

  65. Meine Tochter wurde am 28.09.2016 12 Jahre alt. Was kann ich jetzt tun um weiterhin Unterhaltsvorschuss zu erhalten? Das Gesetz soll ab April 2017 in Kraft treten. Soll ich noch in diesem Monat (Januar) beantragen?
    Danke, dass Sie sich die Mühe machen und all diese vielen Fragen beantworten!
    Beste Grüße
    Nancy

    • Nicht ganz, das Gesetz tritt zum 01.07.2017 in Kraft. Also hat die Beantragung (beim Sozial- und Jugendamt) auch noch Zeit. Alles Gute!

  66. Ich habe gelesen, dass man den Antrag jetzt stellen soll, weil noch nicht klar ist, ob zum 1.7. der Beschluss ergeht und rückwirkend zum Januar gilt, dann erhalten all die die im Januar den Antrag gestellt haben, der aber jetzt abgelehnt wir, rückwirkend das Geld. Solche Entscheidungen gab es in den letzten Jahren schon öfter.

    • Öh – also davon habe ich nie gelesen, und das Familienministerium teilte auch mit, dass das zum 01.07. gelten wird. Das war ja Teil des Kompromisses.

  67. Naja, schön ist es für die Mütter die es noch beantragen können weil die Kinder noch keine 18 Jahre alt sind. Dieses Gesetz hätte schon viel früher Inkraft treten müssen und sollen. Ich bin seid über zehn Jahre alleinerziehende Mutter und mein Sohn wird jetzt 18 J.. Ich hätte schon so ein bisschen Unterstützung gebrauchen können, dann hätte ich viel mehr meinen Sohn unterstützen können. Egal was ich bisher beantragt habe ob Wohngeld & Kindergeldzuschuss, alles wird abgelehnt da ich angeblich zu viel verdiene. Lach…, habe gerade mal Mindestlohn und Kindergeld, bin immer noch Alleinerziehend und jetzt kommt so ein Gesetz raus, was auch wieder nicht für mich in Frage kommt. Also werde ich weiterhin meine Centstücke zweimal umdrehen müssen und weiterhin kürzer treten.
    Also an alle alleinerziehende Mütter die noch keine Kinder haben die das 18 Lebensjahr vollendet haben, beantragt das Unterhalsvorschuss es ist für euch und keinen anderen…
    Liegen Gruß

  68. Hallo, meine Kinder sind nun 14 Jahre alt.
    Ich bin neu verheiratet(er ist nicht der KV), aber mittlerweile getrennt- Scheidung läuft.
    Kann ich denn wieder Unterhaltsvorschuss beantragen?
    Lieben Dank

    • Aus eigener Erfahrung, dann wenn Du nachweist, dass die Scheidung bzw. Trennung läuft. Getrennte Wohnung oder für Scheidung ein Schreiben vom Anwalt.

    • Es hat aber was mit Gleichberechtigung der Kinder zu tun. Sie suchen sich das nicht aus, dass Mama oder Papa wieder heiratet. Sie sind einfach nur Kinder, die von ihrem leiblichen Elternteil keinen Unterhalt bekommen und brauchen alle den Unterhaltsvorschuss unabhängig von dem Familienstand ihres sie betreuenden leiblichen Elternteil. Und abgesehen davon ist es vollkommen unzeitgemäß diese Reglung. Und überhaupt warum bekommen es Kinder von Müttern oder Vätern, die nur mit jemand zusammenleben und die Verheirateten nicht…wegen einem Blatt Papier. Die Kinder brauchen alle ihre Unterhalt. Im Prinzip kann man sich heute nur noch Kinder anschaffen, wenn man alleine ohne Partner im Notfall dazu in der Lage wäre die Kinder zu versorgen. Allerdings kann man sich durchaus Kinder anschaffen, sich trennen und die Kinder bei dem anderen Elternteil lassen und keinen Unterhalt zahlen. Das funktioniert. Die ganze Gesetzgebung hinkt, nicht nur beim Unterhaltsvorschuss und sogar der eine oder andere Sachbearbeiter sagt dass ein ganz neues System her muss, nicht nur für den Unterhaltsvorschuss, sondern für alle Sozialleistung. Mit solchen kleinen hinkenden Zugeständnissen werden wir alle nur veralbert und ruhig gestellt. Das ist einfach so.

  69. Ich sehe das Ganze zwiegespalten.
    Der KV meiner Tochter hat noch nie einen Cent Unterhalt bezahlt.Nun bin ich mit dem Stiefvater verheiratet.Und werde dafür bestraft.Ich habe keinen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss.Ich finde das schon sehr ungerecht.Wenn dann bitte gleiches Recht für alle.
    Ich finde es schon gut,dass man jetzt einern längeren Anspruch hat.Das Gesetz sollte einfach nochmal überarbeitet werden,denn in solchen Fällen wie bei mir,kommt der KV um seine Zahlungen herum.Mit welchem Recht?

    • @Mandy, naja, sind hier zwar ja nicht in einem Rechtsforum oder so. Aber ich würde meinen, dass der KV grundsätzlich nicht um „seine Zahlungen herum kommt“, so ein entsprechender Titel darüber gegen ihn besteht – unabhängig davon ob neu verheiratet oder nicht.
      Und wiederum unabhängig davon, wird de Ehe ja wohl (oder unwohl, wie man’s sieht:-/) unter besonderen Schutz des Staates gestellt, und somit z.B. über’s Ehegattensplitting protegiert.
      Von der Ausweitung des UHV sollen aber eben v.a. ALLEINERZIEHENDE Elternteile wie deren Kinder profitieren, und dabei leider noch nicht mal jene, die rein im SGB-II-Bezug leben.
      Also, irgendwo musste man wohl Prioritäten setzen, nehme ich mal an.

  70. Bin 5 Jahre alleinerziehend gewesen.
    Ältere Sohn ist bei mir geblieben, der jungere ist mit seine Mutter umgezogen.
    Ich musste für den jungeren bezahlen und die ex für den älteren nicht .
    Letztes jahr habe geheiratet und der jungrre Sohn ist vor paar Monaten zu mir hinzugezogen.
    Jetzt bekome ich weiter kein Unterhald für beide Jungs…
    Auch nicht den Vorschuß, weil ich geheiratet habe.
    Die EX geht nicht arbeiten und fertig!
    So viel zum Thema gleichberechtigung und Unterhaltvorschuß

    • Naja, Peter – die Gesetze und auch der Unterhaltsvorschuss sind ja nicht an Geschlechter gebunden. Es muss ja Gründe gegeben haben, warum das Familiengericht das so entschieden hat. Ich wüsste nicht, was das mit Gleichberechtigung zu tun hat?

  71. Ich bin zwar froh, dass es diesen Unterhaltsvorschuss gibt, aber es gibt mit Sicherheit viel bessere, einfachere, gerechtere und EFFIZIENTERE Lösungen.
    Es fängt damit an, dass man als (arbeitender) Alleinerziehender mit der Steuerklasse II bestraft ist. Man wird behandelt wie jemand ohne Kinder. (Verheirate ohne Kinder kommen sogar noch besser weg!). Steuerklasse II zum Beispiel der III anpassen, wäre finanziell schon eine große Erleichterung, und den Kindern(!) wäre schon mehr geholfen. Bürokratisch NULL Aufwand! (Steuererleichterung bzw Unterhaltsvorschuss kommt ggf aufs Gleiche raus).
    Kindergeld könnte generell erhöht werden – und zwar nicht um wahnsinnige 2eur im Monat!
    Der Elternteil, der nicht zu seiner Verantwortung steht, sollte anders dazu gezwungen werden, seiner Verantwortung nachzukommen – und nicht über den Steuerzahler. Wenn ich hier richtig lese, bzw auch aus meiner eigenen Erfahrung, ist oft vom KV bzw. KM absolut nichts zu holen. Riesen bürokratischer Aufwand mit wenig Erfolg! Noch dazu gibt es Fälle, wo es keinen KV oder KM gibt, da zum Beispiel verstorben.
    Warum also einen riesigen bürokratischen (und teurer Aufwand), wenn es auch einfacher geht. Es gibt weniger Ungerechtigkeit, und die finanzielle Unterstützung kommt auch vom Staat, in diesem Fall aber indirekt, da man einfach nur weniger Steuern zahlen muss.

  72. Hallo

    Wann wird das denn eigentlich jetzt mal ins Gesetz eigetragen? Das letzte mal hieß es die haben nicht genug Angestellte um das zu schaffen. Solange wie es aber nicht im Gesetz steht stellen die dafür aber keine ein. Wenn es sich weiter hin zieht dann kommen die im Juli wieder mit den gleichen Argumenten und es kommt wieder nicht.

    Ja ich weiß aber es wahr auch schon einmal zum Januar beschlossen und es kam nicht.

    Weiß da jemand zu wann der Termin angesetzt ist oder gibt es etwa noch garkeinen?

    MfG

    Patrick

    • Lieber Patrick,

      letztes Jahr wurde das Gesetz „nur“ im Bundeskabinett beschlossen. Damit das Ganze ein Gesetz werden kann, muss es durch je 2 oder 3 Lesungen im Bundesrat (da die Bundesländer mitfinanzieren) und im Bundestag. Da sich die Bundesländer dagegen gewehrt haben, gab es im Januar eine Sonderkommision ( mit Vertretern von Bund und Ländern). Diese Kommission hat sich auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser Kompromiss wurde am 10. Februar im Bundesrat und am 16. Februar im Bundestag in 1. Lesung behandelt und befürwortet.
      Meines Wissens ist die 2. Lesung im Bundesrat am 10. März auf der Tagesordnung. Wenn die Lesungen abgeschlossen sind, muss das Gesetz vom zuständigen Minister und der Bundeskanzlerin unterschrieben werden. Dann muss es vom Bundespräsidenten ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet werden.
      Also da das neue Gesetz sowohl im Bundestag, als auch im Bundesrat befürwortet wurde, sieht es gut aus für 1. Juli 2017! Und die Leute werden schon gesucht. Das sieht man im Internet.

      Viele Grüße
      Anja

  73. Habe eben erst davon erfahren – und ich wusste nicht, wie ich nun die Kosten für die Busfahrkarten meiner ältesten Tochter (Oberstufenschülerin) bezahlen sollte, wie ich die Vereinsgebühren für einen Sport für die jüngere aufbringe und bei meinem Sohn kommt noch die Klassenfahrt auf mich zu. Meine Schuhe (gebraucht bei eb…) geben so langsam aber sicher auch den Geist auf! Vielleicht bleibt ja dann mal etwas mehr als 10 Euro von meinem Gehalt übrig, damit ich mir was „leisten“ kann?! Obwohl, der Sommer steht vor der Tür, die Kinder brauchen auch neue Kleidung… klingt für Aussenstehende wie „Jammern auf hohem Niveau“. Alle InsiderInnen wissen, wovon ich spreche.
    Den Preis, den ich allerdings für die Finanzspritze bezahlen muss, wird eine Welle der Beschimpfung des Vaters der Kinder an mich sein: „Du bist Schuld, dass ich so verschuldet bin….“, oder „die XXX kommt auch ohne das Geld aus, die hat ihren Ex-Mann nie so ausgenommen“, oder „Du bekommt Geld ohne Ende, was machst Du damit?“…und so weiter. Das jedes Mal, wenn er die Kinder abholt und bringt… na ja.

  74. Und wieder hat die Politik es geschafft die ärmsten der Armen von allen angenehm luxuriösen Verbesserungen des Fortschritts auszuschließen…. 35% der alleinerziehenden Harzer​ sind Aufstocker … Also sind es 65% nicht …. Und natürlich haben die es nicht verdient

    Wobei ich auch befürchte dass viele von den 35% auch nur einen 450 Euro Job haben und deswegen auch NIX vom Kuchen abbekommen

    Danke danke danke Deutschland für diese großzügige Alimenten

    Wenn man Mal anders rechnen würde ergäbe sich ein interessantes Bild: wenn jede/r alleinerziehende sich auch ebensowenig ums Kind kümmern würde wie der nicht zahlungswillige andere Elternteil, dann kämen etliche Kinder ins Heim…. Kostenpunkt pro Kind zwischen 3000 und 5000 Euro.

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