Schulsport – muss das denn so sein!?

I have a dream. In Zeiten, in denen die Schule Medienkompetenz, Streitschlichtung und Lernkompetenz zu vermitteln als ihre Aufgabe sieht, könnte und sollte da nicht auch der respektvolle, freundliche Umgang mit dem eigenen Körper zumindest ein Ziel sein?

Ich frage mich das aktuell, weil meine älteste Tochter (13) mit schöner Regelmäßigkeit seufzend vom Schulsport nach Hause kommt oder morgens mit den Worten „Ochnöö, heute haben wir Sport…“ aus der Türe geht. Ebenso wie ich ist mein Kind weder spektakulär sportlich noch unsportlich. Wir sind beide ziemlich gut, was Ausdauer und Koordination betrifft, und herausragend schlecht in Ballsportarten, Leichtathletik und „Mädchensport“ wie Bodenturnen.

Es scheint sich sehr wenig geändert zu haben, seitdem ich vor 28 Jahren die Schule verließ: Nach wie vor machen Jungs andere Dinge (Kanu fahren!) im Sport als Mädchen (Räder schlagen und eine Kür vorführen. Sexistischer Bullshit, wenn man mich fragt). Und immer noch herrschen Noten und Leistungsdruck, wo eigentlich beigebracht werden sollte, dass der Körper dein bester Freund ist und wie man mittels Sport lernt, sich gut zu fühlen.

© banglds Fotolia.com
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Stattdessen gehen etliche Kinder mit einem flauen Gefühl zum Schulsport, weil sie wissen, dass sie bei der Auswahl der Mannschaften im Ballspiel wieder als letzte drankommen, und dass sie kein Rad können oder beim Felgaufschwung wie ein nasser Sack am Reck hängen. Beibringen kann man diese Dinge nur begrenzt, denke ich – und auch das geht nur, wenn der Lehrer überhaupt motiviert ist, den Kindern etwas beizubringen.

Oft ist es doch einfach so, dass benotet wird, wie gut ein Kind eine bestimmte Sportart bereits beherrscht (die es vielleicht sogar im Verein betreibt). Und wenn ich an die Bundesjugendspiele denke, wo Kinder mit langen Beinen Gleichaltrigen mit wesentlich kürzeren Beinen einfach davonlaufen oder viel weiter und höher springen, dann werde ich immer noch traurig. Denn ich war unter 110 Kindern meines Jahrgangs immer die, die am langsamsten lief und am kürzesten „weitsprang“. Das war so peinlich!

© Moreno Novello Fotolia.com
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Was habe ich meine Mutter bekniet, dass sie mir eine Entschuldigung schreibt für solche Ereignisse. Hat sie aber nicht getan. Wenn ich wiederum meiner Tochter anbiete, sie wegen Kopfschmerzen (oder so) zu entschuldigen bei so einem Event, dann hat sie bisher immer abgelehnt. Das finde ich sehr tapfer. Oder ich habe irgendetwas richtig gemacht, denn sie hat ein gutes Selbstbewusstsein und sieht sich nicht als ganze Person infrage gestellt, wenn sie beim Sport schlechte Noten hat oder sich einfach ungeschickt anstellt. Ich bewundere meine Tochter dafür, denn für mich war das ein sehr langer Weg.

Heute weiß ich, dass ich sportlich bin, weil ich meine Sportarten gefunden habe. Das sind aber nicht die Dinge, die wir im Schulsport gemacht haben. Dass auch noch fast 30 Jahre, nachdem ich  mich als Teenie durch den Schulsport quälte, Noten und sozialer Druck dort ganz normal sind, anstatt dass Freude am bewussten, guten Umgang mit dem Körper nahegebracht wird, finde ich himmelschreiend rückständig. Was genau würde denn dagegen sprechen, bei Schulsport einfach die Noten abzuschaffen und mal etwas Neues wie Stretching oder Yoga zu unterrichten? Nicht, dass ich Yoga besonders mag. Aber ich mag Vielfalt und Offenheit und verabscheue Sexismus. Das Kultusministerium offensichtlich nicht. Schade.


Disclaimer: Dieser Blogpost wurde vor der Publikation von der großen Tochter abgesegnet.

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alasKAgirl
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alasKAgirl

Bei uns wurde jedes Jahr Leichtathletik, Volleyball, Turnen/Gymnastik/Tanz und Basektball gemacht. Und kurz vor den Sommerferien vielleicht mal kurz Badminton, Tischtennis oder Trampolin. Gelernt habe ich dabei herzlich wenig. Ich war immer durchschnittlich in Sport und hab es einigermaßen gerne gemacht. Die guten Noten bekamen allerdings immer die, die im Verein eine Sportart betrieben haben. Besonders beim Geräteturnen ist das aufgefallen. Eine Lehrerin meinte mal, man könne das nicht mehr lernen, wenn man es nicht von kleinauf gelernt hätte. Und so haben sich alle mit Handstand-Abrollen und Hocke übers Pferd abgequält. Die vorgegebenen Übungen für die Bundesjugendspiele waren da in… Weiterlesen »

Jeaneddl
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Jeaneddl

Ich bin gerade auf Ihren Artikel gestoßen und ich finde Ihre Argumente über den Sportunterricht echt treffend. Ich selbst bin noch Schülerin (13 7. Klasse) und an meinem Gymnasium fanden letzte Woche die Bundesjugendspiele statt… wir mussten aus fünf verschiedenen Disziplinen vier auswählen, von denen wir eine Disziplin (Bodenturnen) etwa zwei Monate durchgenommen haben und durch einen Lehrerwechsel die restlichen nur etwa zwei Unterrichtsstunden „kennengelernt“ haben. Bei mir (4+ in Bodenturnen) war ich mir sicher, dass das Ganze nichts wird…Und ich hatte Recht. Durch die Tatsache, dass unser Sportlehrer sich nur mit seinen Lieblingen beschäftigt hat ( zu denen ich… Weiterlesen »

Marie
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Marie

Genau dieser Schulsport hat mir damals auch das Leben schwerer gemacht als nötig und dafür gesorgt, dass ich Sport an sich später aus Trotz abgelehnt habe. Das positive Erlebnis, dass man durch regelmäßiges Training die eigenen Leistungen relativ zum Ausgangsbestand verbessern kann, das ist mir verwehrt geblieben und erst nach mehr als 20 Jahren habe ich Freude an Bewegung und Sport gefunden, ja, sogar eine Trainerausbildung gemacht.
Wie schade, dass sich so wenig geändert hat!

JedermannRadler
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JedermannRadler

Manchmal denke ich wirklich, dass die ganze Debatte über Schulformen und Schul-SYSTEM (3-gliedrig, mehrgliedrig, Gymnasium, Gesamtschule etc) nur der Volksverdummung dient. Oder der Volks-Ablenkung. Dabei wäre es so wichtig, mehr über INHALTE und Didaktik zu sprechen, wie dieses Beispiel Schulsport mal wieder überdeutlich macht. — Frage mich nur, warum so viele angeblich intelligente Mittelschicht-Eltern sich ständig in diese Systemdebatte stürzen. Auf die eigene Propaganda reingefallen, was?

Ach, sorry: Warum schreib ich so’n intellektuelles Zeug hier!? Wollte eigentlich nur sagen: Toller Beitrag, Mama_arbeitet! Finde ich gut, das Dilemma Schulsport so prägnant zusammengefasst zu lesen!

Anne
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Anne

Unvergessen die Bundesjugendspiele, bei denen ich 5 Minuten nach dem vorletzten ins Ziel kam beim 800 m Lauf , unter Buhrufen von Schülern und Lehrern (!) – das war das letzte Mal, dass ich sowas mitmachen musste.
Die Kritik an Noten im Sportunterricht lässt sich mMn auch auf andere Fächer übertragen – auch wenn es natürlich weniger um ein gutes Körpergefühl geht.

Birgit Geistbeck
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Birgit Geistbeck

Unsere Tochter hatte in der 3. Klasse eine Referendarin als Sportlehrerin, die hat richtig frischen Wind mitgebracht. Es wurden Menschenpyramiden gebaut, Hip Hop getanzt und einfach auch viel Spiele gespielt. Zum Teil mussten sich die Kinder im Team „zusammenraufen“ und haben so gleich mal gelernt, im Team zu arbeiten und sich aufeinander einzustellen. Da hat der Sport unserer Tochter viel Spaß gemacht. Dann in der 4. Klasse ein älterer Lehrer. Bodenturnen, Geräteturnen usw. Da hab ich dann auch fast immer gehört „Och ne, schon wieder Sport, das macht überhaupt keinen Spaß“. Ich finde, Sport sollte Spaß machen und die Teamfähigkeit… Weiterlesen »

Sport: Vier
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Sport: Vier

Ich wünschte, ich hätte zu meinen Schulzeiten so treffend ausdrücken können, was mich am Schulsport störte. Auch in den Kommentaren erkenne ich mich und meine Schulsportkarriere wieder. Allerdings fand ich Noten im Schulsport nicht schlimm, sie waren mir eigentlich egal. Es wäre auch keine große Verbesserung, wenn inhaltlich und im (un)sozialen Umgang mit Schwächeren alles beim alten bliebe, und nur die formale Benotung wegfiele. Diese Zahl auf einem Zettel begegnet einem nur zweimal im Jahr, Sportunterricht findet aber jede Woche statt. Am schlimmsten war für mich, dass ich mich durchaus als Person abgewertet sah, weil ich ungeschickt war. Und wenn… Weiterlesen »

Luzie
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Luzie

Hallo, dein Kommentar spricht mir aus der Seele. Ich bin jetzt 23 und würde mich heute noch jemand zwingen, mich in Mannchaften wählen zu lassen, oder einen Tanz vorzuführen, dann würde ich mich natürlich mit sachlicher Argumentation wehren. Aber damals war das nicht drin. Dabei war ich sogar eine „rebellische“ Schülerin, zumindest im Sportunterricht. Ich habe mich mehrfach geweigert, bei Übungen mitzumachen, weil ich Angst hatte, mich zu verletzen. „Mach mal“ ist eben wirklich keine Erklärung und wenn man gezwungen wird, beim Hochsprung rückwärts über die Latte zu springen, ohne zu wissen wie das gehen soll, sind blaue Flecken vorprogrammiert.… Weiterlesen »

Frau Kreis
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Frau Kreis

Ich kenne den Sportunterricht ähnlich, und ich habe sowohl den Sportunterricht in der Halle (Reck!!) als auch den auf dem Sportplatz (Werfen!!) gehasst. Fürchterlichst, vor allem der Geruch aus Schweiß, Leder und Linoleum. Dass Sport Spaß machen kann, habe ich erst entdeckt, als ich die Schule längst verlassen hatte. Mittlerweile arbeite ich aber an einer Schule, in der Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet werden, und da wir seit 2008 am Thema Inklusion arbeiten, sind die Inhalte eh ein wenig anders gestrickt als an anderen Schulen. (aber ich bin dennoch sehr froh, dass Sport nicht zu meinen Fächern gehört ;-)).

Pingaga
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Pingaga

Ganz schön gute Gedanken, die Du Dir da machst. Finde ich alles richtig, was Du schreibst. Yoga und Mediation in der Schule- das wäre ja mal was. Zumindest als Wahlfach für diejenigen, die vielleicht keine Lust auf harten Sport und Vergleiche haben. Wer richtig auf Leistung im Sport aus ist, kann doch in den Sportverein gehen. Ich kann mich nicht beklagen, ich hatte eigentlich immer eine 1 in Sport, wenigstens ein 2, und oft sogar eine Ehrenurkunde bei den Wettkämpfen… und das, obwohl ich fast immer die Jüngste in meinem Jahrgang war (ich hab 5 Tage vor Jahresende Geburtstag)… Trotzdem.… Weiterlesen »

Pingaga
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Pingaga

(Huch, gab es hier nicht mal das „Nachfolgende-Kommentare-Plugin“? Irre ich mich da? Oder hast Du das wieder ausgebaut? Magst Du es vielleicht installieren? Z.B. „Subscribe to comments“? Ich wäre sehr dankbar, bekomme sonst immer keine Antworten mit- ich lese zu viele Blogs und kommentiere auch immer überall (so oft ich kann)…)

Anke
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Anke

Ich habe in der Schule gelernt, dass ich unsportlich und zu dick und zu doof für all die tollen Sachen bin, die schlanke und schöne Leute so machen können. Es hat tatsächlich über 20 Jahre gedauert, bis ich Spaß am Sport gefunden habe und angefangen bin zu laufen – erst aus Not, dann aus Spaß. Trainingsplan im Internet gefunden, Motivation bei meinem Mann – hei, ich kann laufen. Ich kann Sport! Im Nachhinnein ist mir klar geworden, dass der gefeierte und tolle Sportlehrer gar keiner war. Er war Sportler und mochte andere Sportler. Genau das Trainingsprogramm, was ich jetzt gemacht… Weiterlesen »

Christine
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Christine

Schulsport: Eine meiner schrecklichsten Erinnerungen an meine Schulzeit. Trotzdem halte ich Schulsport für wichtig: Denn es tut den Kindern gut, wenn sie sich bewegen. Und in einer idealen Welt lernt man im Schulsport verschiedene Sportarten kennen und findet dabei vielleicht den Sport, der einem so richtig Spaß macht! Schulsport hat bei mir auf jeden effektiv jede Lust an Bewegung verhindert. Noch heute habe ich keine wirkliche Motivation zum Sportmachen, auch wenn es natürlich gut für mich wäre. Hier noch eine Anekdote aus meinem Schulsport in den 80ern. Ich war übrigens auf einem städtischen Mädchengymnasium: Unsere Sportlehrerin Frau L. – so… Weiterlesen »

lichterspiele
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lichterspiele

Was würde passieren, wenn es keine Noten mehr für den Schulsport gäbe? Vermutlich würde dann entgültig gar keiner mehr mitmachen wenn nicht gerade was unterrichtet wird, was ihm/ihr Spaß macht. Wozu anstrengen wenn es um nichts geht? Ja, es gab immer wieder Sportarten die ich gehasst habe, aber letztlich muss man auch bei sowas mal durch, und die Motivation irgendwas zu tun muss auch nicht immer von Lehrer kommen. Schön wenn es so ist, aber soll unterrichten, und ist nicht als Animateur da. Motivation kann auch unter den Schülern entstehen … Zumindest in der Oberstufe haben bei uns damals die… Weiterlesen »

Pamela
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Pamela

Genau die gleiche Geschichte bei mir: Das schönste an der Matura war für mich das Wissen, dass ich nie wieder Sportunterricht haben würde. Ich habe die Stunden heruntergezählt und dann viele Jahre gebraucht, um Freude an der Bewegung zu entdecken. Trotzdem hat es noch einmal länger gedauert, bis mir klar wurde, dass der Mechanismus in ALLEN Fächern wirksam ist: Was mensch nicht aus sich heraus mitbringt oder von seinem familiären Umfeld vermittelt bekommt, lernt er/sie auch in der Schule nicht. Ich habe immer leicht gelernt und bekam von meiner Mutter viele Anregungen -> Bingo, Schulerfolg. Ich ziehe meinen Hut vor… Weiterlesen »

Stefanie
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Stefanie

Diesen Beitrag kann ich nur voll und ganz unterschreiben! Mein Schulsport ist noch keine 10 Jahre her, und meine Erfahrungen sind fast identisch. Ich war schlecht in Sport, meine Freundinnen ebenfalls. Niemand wollte uns in seinem Team haben, vor den Bundesjugendspielen hatte ich schon Monate vorher Bammel und beim wundervollen Cooper-Test (12 Minuten Laufen und Bewertung aufgrund der geschafften Strecke) bin ich einmal zusammengebrochen, weil ich wusste, dass ich so furchtbar schlecht war. Ich habe sehr lange Beine und trotzdem beim Laufen genauso versagt wie beim Hoch- und Weitsprung. Leichtathletik habe ich genauso gehasst wie Basketball, und diese beiden Sportbereiche… Weiterlesen »

Alexander
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Alexander

Ich hatte vor 30 Jahren einen Turnlehrer, dessen Noten sich aus „Bemühen“ und „Können“ zusammensetzten. Wer mit Begeisterung dabei war, hat eine Eins bekommen, egal wie gut er den Ball getroffen hat.
Der Turnlehrer meines Sohnes gibt Einsen nur an Leute, die das Tau bis an die Decke hochkommen. Sohnemann hat deswegen nur eine Zwei, was ihn maßlos ärgert. Irgendwie verständlich, wenn man weiß, dass er in seinem Bundesland und seiner Altersklasse regelmäßig Fechtwettkämpfe gewinnt …
Die Turnlehrerin der Tochter ist überhaupt unterirdisch.
Kommt wohl wie immer auf das Lehrpersonal an. Leider!

Stephan Goldammer
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Stephan Goldammer

„Stattdessen gehen etliche Kinder mit einem flauen Gefühl zum Schulsport, weil sie wissen, dass sie bei der Auswahl der Mannschaften im Ballspiel wieder als letzte drankommen“ Richtig, das sollte unterbleiben, dieses völlig demotivierende „Wählen“ bei der immer die gleichen am Ende übrig bleiben und bedröppelt dastehen, weil sie keiner haben will. Gibt es tatsächlich noch diese mentalen Foltermethoden? Solche Sportlehrer sollte man zum Matheunterricht verdonnern O-O Und die Mathelehrer zum Ball-Sport… natürlich mit „Wahl“ :-) Bei der Bundeswehr habe ich viel Sportausbildung durchgeführt und immer nur ein Verfahren zugelassen: Alle stehen in einer Linie nebeneinander und zählen „Eins“ – „Zwei“… Weiterlesen »

Boris
Gast
Boris

[Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
Ich habe Schulsport immer gehasst. Unser Lehrer hatte total überzogene Vorstellungen, selbst die Schüler, die in den Sportvereinen aktiv waren, haben nur 3er und 4er bekommen. Normalsterbliche hatten keine Chance. In den letzten Halbjahren bin ich einfach nicht mehr hingegangen.

Jahre später habe ich mit dem Laufen angefangen, bin mit 40 meinen ersten Marathon gelaufen. Inzwischen laufe ich um die 1600km im Jahr, Marathonbestzeit 3:35h.

Ein vernünftiger Schulsport könnte so viele Kindern beibringen, dass Sport Spass macht, ergal ob alleine oder als Mannschaft.

m
Gast
m

Freude. Freude und bewusster Umgang. Und natürlich, dass sich keiner ungerecht behandelt fühlt, weil jemand anderes schneller war, schneller laufen kann, weil er halt schneller ist.

Warum haben auch so absurde Konzepte wie Wettbewerb und Leistung AUSGERECHNET beim Sport zu suchen?

Absurde Vorstellung!

m
Gast
m

Meinen Sie nicht, dass das zur Charakterbildung beitragen kann auch mal eine Niederlage einzustecken? Oder zu erfahren, dass man, wenn man trainiert, auch die Chance hat aufs Treppchen zu kommen? Dass man mal Bester sein kann und dafür belohnt wird?

Nein, nein alles soll so ausgerichtet sein, dass niemand sich schlecht fühlt weil er mal verloren hat. Alle sollen ständig in einer Packung aus Watte herumlaufen. Und das nur, weil Frauen so unsicher mit sich selbst sind.

Bele
Gast
Bele

Ich kritisiere gerne und ausgiebig alle möglichen Dinge an den Schulen meiner Kinder (vom generellen System fangen wir besser gar nicht erst an…), aber der Schulsport scheint hier in NRW inzwischen reformiert zu sein: Zwar immer noch Noten, aber Geräteturnen war nur eine Disziplin von vielen. Als letztes war bei meinem Sohn beispielsweise Inliner fahren dran, davor Seilspringen. Also alles Dinge, die mit dem Alltag von Kindern etwas zu tun haben (sollten).
Mein eigener Sportunterricht war zwar althergebracht, trotzdem habe ich ihn (meist) geliebt. Und war froh um die Note, half sie doch, das Zeugnis optisch zu schönen.

Sandra
Gast
Sandra

Der Artikel ist zwar schon etwas älter, ich habe ihn aber gerade gefunden und möchte auch etwas dazu sagen. Was in manchen Schule abgeht und wie Sportunterricht sein kann, sieht man hier ja zu genüge. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass teilweise nicht nur die Schule schuld und schlecht ist. Klar, nicht jeder ist super sportlich, aber jeder kann fitter werden – ich bin selbst Gelegenheitsjoggerin und komme auf dem Treppenweg in den zweiten Stock fürchterlich außer Atem. ABER: Bei den Bundesjugendspielen war ich auch immer sehr schlecht. Beim Laufen und Werfen vor allem. Was habe ich gemacht? Meine Eltern… Weiterlesen »

Maike
Gast
Maike

Gerade erst gefunden – den hätte ich schreiben können. Als es mir in der 12. Klasse psychisch sehr schlecht ging, war der Sportunterricht sogar der Grund, warum ich die Schule letztlich abgebrochen habe. Ich bin wie du: weder besonders sportlich, noch unsportlich, fand den Sportunterricht aber meistens einfach nur demütigend. Ich bin sehr musikalisch und habe das sportlichen Menschen immer so erklärt: Stell dir vor, du müsstest im Musikunterricht ständig alleine vor allen anderen Lieder singen, deren Tonhöhe du nicht beherrschst. Und alle musikalisch begabteren Menschen würden dabei verstohlen kichern (vielleicht auch deine Freunde, weil sie sich einfach nicht vorstellen… Weiterlesen »

Anna
Gast
Anna

Ich (14,w) kann dir da wirklich zu 100% zustimmen. Turnen ist für mich bis jetzt immer noch das allerschlimmste und wenn ich dran denke, dass ich in einem Monat Turnbundesjugendspiele habe, wird mir auch wieder ganz Flau im Magen… Was bringt der Sportunterricht, wenn 25 Schüler in einer Reihe stehen und warten bis jeder ein mal über den Bock gehüpft ist… Und dann noch Personen ausgelacht werden die es einfach nicht können… Ich persönlich finde Im Sportunterricht Spiele wie z.b Volleyball, Basketball oder allgemein Teamspiele viel besser als im Sommer nur draußen in der Hitze zu laufen für die anstehenden… Weiterlesen »

Luzie
Gast
Luzie

Hallo Anna, ich bin 23 und als ich 14 war, hätte ich das wirklich Wort für Wort genauso schreiben können wie du! Sportunterricht war einfach nur schrecklich. Aus heutiger Sicht wünschte ich mir, ich hätte mich ein paarmal mehr einfach geweigert, mitzumachen. Niemand sollte sich diese Demütigungen antun müssen! Was wohl passieren würde, wenn alle, die sich gedemütigt fühlen, einfach streiken und auf die Missstände hinweisen würden? Wenn sie es sich leisten könnten, schlechte Noten zu riskieren…

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Bundesjugendspiele abschaffen - Petition gestartet

[…] Linktipp innerhalb des Blogs: Schulsport – muss das denn so sein!? […]

Antje
Gast
Antje

Du sprichst mir aus der Seele. Sport sollte sein, doch meines Erachtens ohne Benotung. Es sollte Freude an der Bewegung vermitteln und den Kindern Gelegenheit geben verschiedene Sportarten auszuprobieren. Doch eine Benotung ist ungerecht. Mein Sohn ist am Gymnasium. Die Vorgaben sind sehr streng. Er hat Probleme, da er schon seit Babyzeiten einen schwachen Muskeltonus und Probleme mit der Koordination hat, die trotz umfangreicher Förderung bleiben werden. Sport ist sein schlechtestes Fach… Da wundert man sich, dass die Kinder sich zuwenig bewegen. Doch für mich trägt das System unseres Sportunterrichts eine Mitschuld daran. Viele Grüße Antje PS: Auch bei Kunst… Weiterlesen »

Andrea
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Andrea

I wish I can say it in German, but this subject is a nightmare for us! With this methods I can only remember several texts and articles I have read about School, Body, Sport and mind control. In every dictatorship government across history, the body and mind control were together. It is a way to get control over masses and make them compete and fight in between them. It is a very old system that wasn’t updated very much. Sometimes not so different from militar methods (don’t question your Boss/trainer) with competition and winning as final goal. Look at China!!!… Weiterlesen »

Kai
Gast
Kai

Ich finde mich in fast allen Kommentaren hier wieder. Die Lust am Sport ist mir im Schulsport fast vollkommen abtrainiert worden. Anstatt einmal grundlegende Trainingmethoden zu vermitteln, und einfach nur dafür zu sorgen, daß auch diejenigen, die in keinem Sportverein sind, lernen, daß es Spaß macht und sich gut anfühlt, sich fit zu halten, kamen dann in der Oberstufe noch die tollen Leistungstabellen für die Notengebung hinzu, nach denen ich konsistent irgendwo zwischen ner vier und ner fünf gestanden hätte (sonst hatte ich einen EInserschnitt). Ich habe mich mittels Attest (Rückenprobleme wegen zu schnellen Wachstums ) in der 11. Klasse… Weiterlesen »

Philipp
Gast
Philipp

Wo kann man besser Streitschlichten lernen als im Sportunterricht? Wo kann man besser sozial lernen als im Sportunterricht? In Hessen sieht das Schulgesetz vor die fachliche Leistung nur zu einem Drittel zu werten. Wer sich bemüht und mitarbeitet und dadurch einen Fortschritt erziehlt sollte mindestens eine 2 bekommen. Bsp. Frisbee: Schüler A kann gut mit der Scheibe umgehen und macht in Übungszeiten nur Quatsch und hilft trotz Aufforderung nicht seinen Mitschülern. Im Spiel zeigt er seine Überlegenheit und die schwächeren kommen nicht zum Zug. => Ich setze ihn auf die Bank für 5minuten, da er „die Regeln“ des Miteinanderspielens misachtet.… Weiterlesen »

CupcakePau
Gast
CupcakePau

Ach wäre das bei uns mal so gewesen, das die Schüler auch nach Verhalten benotet wurden wären Diese typischen Angeber, den sicherlich jeder aus dem Sportunterricht kennt, lachen ein aus, reden nicht mit einem – weil man ja zu ‚uncool‘ ist und wählen ein natürlich auch nie. Vielleicht sind die dann auch noch so assozial, das sie sich beim Teamsport gegenseitig anschreien oder Boxen und bei jahrgangstunieren lautstark mit dem Schietzrichter diskutieren. Darauf bestrafte unsere Lehrerin immer die ganze Klasse und hat uns alle angeschrieen. Trotzdem bin ich – als eher unsportlicher aber oft motivierter Mensch – immer mit einer… Weiterlesen »

Anonyma
Gast
Anonyma

Jetzt musste ich 27 Jahre alt werden, um lesen zu können, dass sich auch andere Leute beim Sportunterricht schlecht gefühlt haben. Mannschaften wählen war tatsächlich immer das allerschlimmste. Bundesjugendspiele natürlich auch. Es gibt kein anderes Schulfach, in dem Gut sein oder schlecht sein so über cool sein oder uncool sein entscheidet, wie Schulsport. Ist man dagegen die Beste bei Gedichtinterpretationen, heißt es von anderen Schülern nur: „Du bist gar nicht gut, sondern die Lehrerin mag dich!“ Noch schlimmer als Bundesjugendspiele war für mich damals eine Klassenolympiade, die wohl etwas „witziger“ und aufgelockerter sein sollte, als die Bundesjugendspiele. Da wurde ich… Weiterlesen »

Sport ist Mord
Gast
Sport ist Mord

Auch ich finde es tröstlich, dass ich nicht alleine bin mit meiner sehr negativen Einstellung dem Schulsport gegenüber. Sport dient mittlerweile als Zwangsmaßnahme und nicht mehr dem Spaß an Bewegung oder als Ausgleich zum Stillsitzen. Schulsport habe ich gehasst, so sehr, dass es mir bis zum heutigen Tag nicht möglich ist, meinem Sohn zu vermitteln, warum Schulsport denn überhaupt sein muss, vielleicht sogar Spaß machen könnte. Mit allen Antworten außer „weil es halt mal sein muss“ würde ich mich selbst belügen. Auch verstehe ich nicht, dass Schulsport überhaupt benotet wird. Bewegung muss Spaß machen, egal ob nun jemand Bodenturnen mag,… Weiterlesen »

Netrocket
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Netrocket

Ich bin richtig erleichtert, dass so viele den Schulsport und solche Zwangs-Veranstaltungen wie „Bundesjugendspiele“ in der erlebten Weise als belastend empfanden. Für mich war Schulsport schrecklich. Nicht wegen des Sports an sich. Sondern weil man – nicht wohlwollend – von Mitschülern kollektiv bei dem beobachtet wurde, was man nicht mangels Übung sondern wegen körperlicher Gegebenheit (fürs Alter klein, schmächtig…) nicht konnte. Im Gegensatz zu denen, die aus Talent oder Freude in Sportvereinen aktiv und daher schon mit deutlich besseren Voraussetzungen gesegnet waren als andere. Die Folge: Ich bekam mehr und mehr eine Aversion gegen fast jede Art von Sport. Und… Weiterlesen »

Rike
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Rike

Ich bin aus merkwürdigen Gründen obwohl ich kein Sportwissenschaftler bin oder werde zurzeit an einem Sportinstitut einer deutschen Uni und habe selbst hier über meine eher bescheidenen Erfahrungen mit meinem eigenen Sportunterricht berichtet. Die Reaktionen darauf waren ziemlich überrascht und es ist mir aufgefallen, dass sich die angehenden Sportlehrer über die Gefühle der Zuletztgewählten und zuletzt-ins Ziel kommenden überhaupt keine Gedanken machten oder sich gar nicht daran erinnern konnten, dass es sowas in ihrem Sportunterricht gab. Ich glaube das Problem ist ähnlich wie bei Mathematik dass diese Fächer nur Leute unterrichten, die nie ein Problem mit dem Fach hatten und… Weiterlesen »

Mona
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Mona

Für mich hats bei den Bundesjugendspielen (wie ich dieses Wort hasse!!!) auch immer nur für die Teilnehmerurkunde gereicht. Und meine Mom war leider nicht bereit, mir ne Entschuldigung zu schreiben für diesen Tag, leider. Ich denke, diese jedes Jahr wiederkehrenden Misserfolge haben mir die Lust, Sport zu treiben, verleidet. Ich kann diese Experten nicht mehr hören, die immer sagen: „Leute, treibt Sport, dann bleibt ihr gesund!!“ Ich versuch stattdessen, Bewegung in meinen Alltag einzubauen – also Treppe statt Lift und kurze Wege zu Fuß statt mit dem Bus. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Petition, ganz gleich, was das… Weiterlesen »

Mona
Gast
Mona

Wollte noch was ergänzen: für mich waren die BJS der reinste Horror – ich hab ein Handicap von Geburt an und bin trotzdem auf ne normale Schule gegangen. Und es war ja klar, dass ich bei dieser Veranstaltung mitmachen musste – schei**egal, ob ich mithalten kann oder nicht. Das ist es u. a., was mir das vermittelt hat: „Entweder kannst du mithalten mit den andren oder du hast schlechte Karten (ausgelacht und gemobbt wurde ich sowieso schon; ich war immer die Langsamste beim 100-m-Lauf; das einzige, was mir beim Training erspart wurde, war der 2000 m-Lauf; ich musste nur 8-mal… Weiterlesen »

RainbowSix
Gast
RainbowSix

Im zuge Ihrer BJS Petition bin ich auf diese Diskussion gestoßen.
Mich verwirrt hier doch etwas Ihre Bildauswahl: Hürdenlauf in der Schule? Ist das neu?

SsG
Gast
SsG

Leider lese ich erst heute von dieser Petition. Ich hätte sonst auch unterschrieben. Ich habe auch schlechte Erinnerungen an den Sportunterricht, beziehungsweise an das was in der Grundschule regelmäßig nach dem Sportunterricht geschah. Anfangs habe ich auch gerne Sport mitgemacht, aus Spaß an der Bewegung, hatte ja keine andere Möglichkeit in einer Stubenhocker-Familie. Aber dann spielte sich am Ende des Sportunterrichtes regelmäßig folgendes ab: Beim Betreten des Umkleideraumes herrschte immer eine Totenstille. Es war eine Stimmung im Umkleideraum, man hätte die Luft nicht mit einer Machete schneiden können. Man hätte Wetten abschließen können, wie viel Sekunden dieses mal vergehen vom… Weiterlesen »

Nicki
Gast
Nicki

Schulsport und Wettbewerbe waren schon immer nur was für die Guten. Die Gewinner , meistens waren es ja dieselben hatten was zu lachen , der Rest nicht. Dem Rest wird Sport zu einer Demütigung ,die Lust sich zu bewegen wird immer weniger. Das dieses Fach benotet wird ist schlimm für manche Kinder ,zumal die körperlichen Unterschiede gleich mitbenotet werden.Es ist diskriminierend ,wenn man zum Beispiel an übergewichtige Kinder denkt. Die können manche Dinge nun mal nicht so gut und gerade diese sollten zu Sport ermuntert werden. Aber wenn Lehrer es auch noch zulassen ,wenn gelacht wird !! Und diese dumme… Weiterlesen »

Kenya
Gast
Kenya

Zuerst einmal, ich habe den Sport Unterricht in der Schule ebenfalls gehasst. Ich war immer der Ansicht, dass dieser Sport Unterricht eigentlich dazu bestimmt sein sollte Spaß zu machen und Freude an Bewegung oder sogar die Richtige Sportart für einen selbst zu finden. Was mich allerdings erwartete war Demotivation und Erniedrigung Btw ich bin ein Junge und wir haben nie so was gemacht wie Kanu fahren haha :D wir wurden immer zu Ballsportarten Basketball Handball und vor allem Fußball gezwungen und nicht zu vergessen Bodenturnen und Leichtathletik. Es ging immer nur um die Leistung um nichts anderes und es ist… Weiterlesen »