Einbauküchen kaufen macht glücklich!

Teuer darf sie nicht sein, das war eigentlich die einzige Vorstellung von meiner zukünftigen Küche, mit der ich an den Kauf heranging. Eine Modulküche kam von daher nicht infrage, denn die gibt’s nicht als günstiges Komplettangebot mitsamt Elektrogeräten, nicht einmal beim großen schwedischen Möbelhaus. Aber als dessen Katalog eine Woche nach Anforderung endlich in meinem Briefkasten gelandet war, hatte ich sowieso schon längst in der benachbarten Industriestadt Singen ein Schnäppchen gemacht – eine knallrote Küche werde ich mein Eigen nennen, in etwa 7 Wochen.

Ob das dem Nachmieter wohl gefällt, wenn ich in X Jahren aus der Wohnung ausziehen werde, in die ich im Mai einziehe, darüber habe ich nur kurz nachgedacht. Denn falls derjenige, der nach mir dort wohnen wird, bereits eine Küche besitzt, dann ist es egal, ob die Einbauchküche, die ich wieder ausbauen muss, Fronten aus neutralem Weiß oder einer knalligen Farbe meiner Wahl trägt. Bei uns in Süddeutschland ist es relativ normal, dass Wohnungen ohne Küche vermietet werden – dies als Einwurf an meine Leser im Norden, Osten und Westen. Sogar die städtische Wohnbaugesellschaft hält es so – aber immerhin darf ich meine Einbauküche dem Nachmieter anbieten, wenn ich dann irgendwann wieder meine Kisten packe.

Es ist komisch, wie sich meine Farbenvorlieben verändern, seitdem ich mit den Kindern alleine lebe. Jahrelang, in der Ehe, herrschten bei uns im Haus Edelstahl, manila ecru (eierschalenfarben), satiniertes Glas und Holztöne. Als mein Mann auszog, war eine meiner ersten Taten zur Verschönerung des Hauses, ein knallrotes Sitzkissen mit Platz für die ganze Familie zu kaufen, und rote Polsterkissen fürs Sofa dazu. Bald darauf folgte ein froschgrün leuchtender Teppich, große Home Deco Klatschmohnaufkleber an der Wand, und strahlendes Gelb im Badezimmer. Nun ist es nicht so, dass mich früher unterdrückt fühlte und mein Partner die Wohneinrichtung bestimmte, nein, das entschieden wir schon gemeinsam. Aber in dieser Phase meines Lebens mag ich es farbig.

Bevor ich heiratete, war blau meine erklärte und langjährige Lieblingsfarbe, und zwar in allen Tönen. Blau wie der Himmel und das Wasser, und die Tiefe. Sogar eine hellblaue Wand hatte ich mir in meiner Berliner Wohnung gestrichen – übrigens auch in der Küche.

Es erstaunt mich, dass meine Lieblingsfarben nicht mein Leben lang gleich bleiben. Andererseits ändert sich ja auch der Geschmack beim Essen: Heute liebe ich Rosenkohl, ein gutes T-Bone-Steak (und Fleisch im allgemeinen), Feldsalat und rohe Zwiebeln. Damit hätte man mich mit 25 Jahren – und davor sowieso – jagen können.

Eines aber bleibt konstant: Wer mit sich im Reinen ist und auf seinen Bauch hört, der kann gut für sich sorgen. Sei es durch den Kauf einer Einbauküche in einer ungewöhnlichen Farbe oder durch den Verzehr von exakt der Nahrung, die dem Körper gerade gut tut. Und beides macht glücklich. Auf dem Rückweg vom Küchenstudio war ich so frohgemut, wie ich es seit langer, langer Zeit nicht mehr gewesen war.

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Silke
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Silke

Wunderbare Zeiten stehen bevor! Und diese Küche will ich unbedingt mal „in echt“ sehen und drohe hiermit meinen Besuch an!

Tina
Gast
Tina

Mit Kindern ist das Leben immer bunt. Egal wieviel Chrom man drumherum bastelt, man tritt ja doch mindestens einmal täglich auf ein Spielzeug und das ist selten einfarbig. Warum also nicht gleich richtig und großflächig machen?
LG Tina

Maike
Gast
Maike

Ich habe mich gerade von deinem aktuellen Blog-Eintrag hierher leiten lassen, weil ich einfach neugierig war, wie eine rote Küche aussehen könnte. Und ich kann nur sagen, dass ich diese Küche sofort übernehmen würde, falls ein Vormieter sie mir anbieten würde! Sieht einfach klasse aus… und ja, ich bin auch ein Fan von einem satten Rot in der Küche :-), was allerdings bei mir nur teilweise erfüllt wird, da ich die meisten meiner Möbel aus zweiter (oder dritter) Hand angeschafft habe…

Jörg
Gast
Jörg

hallo ich habe gerade deinen Blog Beitrag gelesen … sehr schön geschrieben. Ich würde mir bei einem Kauf einer Einbauküche nicht unbedingt Gedanken machen ob diese einem Nachmieter irgendwann mal gefällt. Die Geschmäcker werde immer unterschiedlich sein und selbst wenn man keinen Abnehmer findet kann man jede Einbauküche auch in die nächste neue Wohnung mit nehmen und mit neuen Arbeitsplatten wieder einbauen.
ggf neu anordnen der vorhandenen Schränke oder auch noch Schränke nachbestellen ist in der Regel ein paar Jahre möglich.

Beste Grüße Jörg Mengel
Übrigens ist die Rote Küche sehr schön

Bettina
Gast
Bettina

Hallo, bin durch Zufall auf Deine Site gestossen, da ich gerade einen schönen Rotton für meine Küche suche. Und der oben zu sehende ist phänomenal.

Magst Du mir sagen, von welchem Küchenhersteller diese Küche ist? Bzw. welchen Name der Lackauftrag hat?
evtl. auch per email, mir geht es hier schlicht um die Farbe, die ich bisher so gesehen habe, waren mir zu dunkel.
Danke schön

Bettina