Das Gesetz der Serie

Wie wahrscheinlich ist es, dass eins von drei Kindern am Tag der geplanten Operation eines Geschwisterkindes aus heiterem Himmel das große Spucken bekommt? Zum Beispiel, wenn die älteste Tochter die Mandeln herausoperiert bekommt, oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung endlich entfernt wird? Total unwahrscheinlich, könnte man meinen.

Sie ahnen es schon – exakt das ist mir schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate widerfahren. Für glückliche Paare oder solche mit getrenntem Super-Papi stellt das kein größeres Problem dar, dann bleibt der (Ex-)Partner halt zuhause. Für die alleinerziehende Mama ohne Familie vor Ort ein ziemlicher Nervenkitzel, denn selbstverständlich dürfen spuckende Kleinkinder weder im Kindergarten abgegeben werden noch mit ins Krankenhaus genommen werden.

Was tun? Beide Male hatte ich Glück bzw. als katastrophenerprobte Mutter gut vorgesorgt: Im Juni, bei der Mandel-OP, sprang spontan mein Au-Pair ein, das ich nur wecken musste. Und vergangene Woche, als die Sinusitis behandelt wurde, begann das Erbrechen erst am Abend nach der OP, als meine extra angereiste Mutter die Kinder hütete, während ich der Großen im Krankenhaus Trost zusprach, sie gemeinsam mit den Schwestern betreute, und dort auf einem Klappbett im 3-Bett Zimmer übernachtete.

Dass das Leben nicht planbar ist, habe ich inzwischen verstanden. Aber ich hege den Verdacht, dass gewisse Zufälle keine sind. Wie sonst kann ich mir erklären, dass just wenn der Geschirrspüler nach 3 Jahren und 1 Woche –  wenn also die Garantie abgelaufen ist – plötzlich den Dienst einstellt, es ihm innerhalb derselben Woche sowohl der Staubsauger als auch die Waschmaschine nachtun? Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen! (Anno 2006).

Oder handelt es sich schlicht um das Gesetz der Serie? Ja, das muss es sein. Und ich beschließe gerade, dass dieses Gesetz dann doch wohl auch für die positiven Ereignisse im Leben gelten muss, das ist doch nur logisch, oder? Vergangene Woche haben sich auch ein paar schöne Dinge ergeben, sowohl beruflich wie privat. Das ist sicher der Beginn einer Glückssträhne. Jawoll!

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Mama arbeitetrocktpapa Letzte Kommentartoren
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rocktpapa
Gast
rocktpapa

So unwahrscheinlich ist das alles nicht. Die Sache mit der Garantie ist teilweise so designt (es wäre ja dumm vom Hersteller, länger Garantie zu geben als das Durchschnittsgerät hält – und die Haltbarkeit kann man ganz gut statistisch schätzen). Und dass, wenn im Haus viel von Krankheit, Kümmern und Pflege eines Kindes die Rede ist, dass andere vielleicht unterbewusst eher dazu tendiert, dem nervigen Virus nachzugeben (man will ja auch gepflegt werden) dann sollte das auch nicht verwundern. Schließlich gibt es dann noch den psychologischen Faktor: Menschen suchen nach Zusammenhängen und Häufungen, auch wenn es nur Zufall ist. Aber ganz… Weiterlesen »

Mama arbeitet
Gast
Christine

Ja, das habe ich auch schon gehört/gelesen, dass es Absicht sei, wenn die Geräte nach 3 Jahren spontan den Dienst versagen – das aber eher in die Kategorie „Urban Myth“ eingeordnet, denn ich glaube, das wäre für die Hersteller doch arg aufwändig zu organisieren, mit dieser Präszision ;).

Und ich folgere aus den Überlegungen zur menschlichen Psyche, dass meine Theorie, das Gesetz der Serie sei auch auf positive Ereignisse anzuwenden, dann durchaus Bestand haben könnte. Augen auf, Positives sehen!